Laßt uns nie vergessen, daß immer der Fleischgeborene den
Geistgeborenen lästert und verfolgt, und nie umgekehrt (Gal. 4,29).


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Christi Herrlichkeit nach Hebr. 1, 1-6

Das ganze Wort Gottes ist vom ersten bis zum letzten Vers ein Enthüllungsbuch der Herrlichkeit des Christus. Aber wir bedürfen geöffneter Augen des Herzens, um diesen Lichtglanz überall aufleuchten zu sehen. Wer von uns erkennt z. B. am Gesetz des Herrn göttliche “Wunder”? Jedenfalls tat das David, denn er betet in Ps. 119, 18: “Öffne meine Augen, damit ich Wunder schaue in (genauer: aus) deinem Gesetz!”

Wenn auch die heilige Schrift immer und überall “Christus treibt”, wie Luther sagt, so erstrahlt doch die Herrlichkeit des Sohnes Gottes in manchen Zusammenhängen in besonders hellem Glanz. Denken wir nur etwa an den 22. Psalm oder an Jes. 53, wo uns der Gekreuzigte klar und deutlich gezeigt wird. Oder erinnern wir uns an die Abschiedsreden Jesu im Johannesevangelium, an das Hohelied der Sohnschaft in Römer 8 oder an die Enthüllung der Herrlichkeit der Gemeinde in Eph. 1-3! Das sind wirkliche Edelsteine von wunderbarer Schönheit, deren beseligendes Licht wir uns immer wieder in wachstümlicher Erkenntnis ins Herz leuchten lassen.

Ein solches Schmuckstück der Christusherrlichkeit, wenn wir so sagen dürfen, sind auch die ersten Verse des Hebräerbriefes. Lesen wir aus dem ersten Kapitel Verse 1-6:

“Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohne, den er gesetzt hat zum Erben aller Dinge, durch den er auch die Äonen gemacht hat; welcher, der Abglanz seiner Herrlichkeit und der Abdruck seines Wesens seiend und alle Dinge durch das Wort seiner Macht tragend, nachdem er durch sich selbst die Reinigung der Sünden bewirkt, sich gesetzt hat zur Rechten der Majestät in der Höhe; indem er um soviel besser geworden ist als die Engel, als er einen vorzüglicheren Namen vor ihnen ererbt hat. Denn zu welchem der Engel hat er je gesagt: ‘Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt’? Und wiederum: ‘Ich will ihm zum Vater, und er soll mir zum Sohne sein’? Wenn er aber den Erstgeborenen wiederum in das Bewohnte einführt, spricht er: ‘Alle Engel Gottes sollen ihn anbeten.’”

Es ist völlig unmöglich, im Rahmen einer kurzen Arbeit den ganzen Herrlichkeitsinhalt des obigen Schriftabschnittes anzudeuten, geschweige denn auszuschöpfen. Aber zehn Strahlen dieses Christusglanzes wollen wir uns ins Herz und Gewissen leuchten lassen:

  1. Gott redet im Sohn
  2. Christus ist der Erbe aller Dinge
  3. Er ist der Schöpfer der Äonen
  4. Er ist der Abglanz der Herrlichkeit Gottes
  5. Er ist der Abdruck des Gotteswesens
  6. Er ist der Träger des All
  7. Er hat die Reinigung der Sünden bewirkt
  8. Er sitzt zur Rechten der Majestät in der Höhe
  9. Er ist besser als die Engel
  10. Alle Engel werden ihn anbeten

Die Größe und Schönheit, die Allmacht und Treue unsres Herrn und Hauptes glaubend und anbetend anzuschauen, ist und bleibt für den Erlösten das Köstlichste, das er auf seiner Pilgerfahrt durch diese Welt voller Angst und Weh, voller Schuld und Not haben und genießen kann. Möchten auch diese Betrachtungen dazu dienen, daß uns Christus groß, herrlich und anbetungswürdig wird, damit unsre Herzen in wartender, dankbarer Hingabe allein an ihm hangen!

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  550 x gelesen

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Prophetie für die Nationen

Der von der Bibel angezeigte dritte Korpus ist die Nationenwelt. Dieser Körper ist allerdings ein waschechter Unheils-Körper, der bestehen bleibt, bis auch ihm in den Heilszeitaltern das volle Heil zuteil wird.

Als Korpus müssen auch die Nationen bewertet werden, weil sie ihre organische Vereinigung im Antichristen finden. Somit ist das vorausgehende und ausreifende Antichristentum gleichfalls korporativ zu sehen. Auch das Antichristentum ist ein Gebilde mit Haupt, Leib und Gliedern.

Von den Nationen spricht das prophetische Wort nur im Zusammenhang mit den anderen Körpern: Israel und Gemeinde Jesu Christi. Allein der Anfang der Nationen ist gesondert erwähnt. In ganz großen Zügen wird berichtet, daß “die Menschen vom Geiste Gottes sich nicht strafen ließen” (1. Mos. 6, 3) und darum in allem Eifer in antigöttlicher (= anstattgöttlicher) Weise die Einheit erstrebten, die im Turmbau zu Babel ihre Darstellung fand. Jedoch war für diesen Korpus die endgültige “Gottesstunde” noch nicht da. Gott hat ihn zunächst nach seiner Weise zerschlagen und zerteilt. Die Teile — Nationen genannt (Luther: Heiden) — sind in alle Himmelsrichtungen verstreut worden und bilden seit jener Zeit die undefinierbare und undisziplinierte Nationen-Welt.

Die anderen Körper nehmen zur Nationenwelt eine unterschiedliche Stellung ein. Der “Leib Jesu Christi” ist aus den Nationen herausgewählt und hat eine Herauswahl-Stellung. Das “Weib Jesu Christi” ist für die Nationen erwählt und hat eine nationale, schließlich eine internationale Stellung. Die Gemeinde hat darum zur Nationenwelt eine indirekte Beziehung, Israel dagegen eine direkte. Die Gemeinde ist unter den Nationen ein “Fremdkörper”, Israel dagegen ist bis zu einer gewissen Zeit der verwandte oder sogar der gleichgeartete Körper. Israel ist eine Nation unter den Nationen.

Nach der eindeutigen Darstellung des prophetischen Wortes steht die Nationenwelt im Zeichen des Tieres! Hierbei darf nicht zuerst das tierische, d. h. das bestialische Wesen gesehen werden, sondern das untergeordnete und unterstellte. Das Tier gehört zur untergeordneten Kreatur.

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Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Heilsgeschichte, Kirchentum, Völkerschaften  |  559 x gelesen

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Göttliche Unmöglichkeiten

Gott vermag alles; ist Er doch der Allmächtige und der Allwissende, der Allgegenwärtige und der All-Liebende. Aber nicht nur Ihm, auch den Glaubenden sind alle Dinge möglich (Mark. 9, 23).

Hierbei wollen wir jedoch bedenken, daß der Glaube nicht eine Sache unsrer zügellosen Fantasie oder unsres hochmütigen und gierigen Eigenwillens ist, sondern im eigentlichen Sinn immer Gehorsam des Glaubens bedeutet.

In Matth. 17, 20 bezeugt der Herr seinen Jüngern: “Nichts wird euch unmöglich sein” und fügt die überaus wichtige, leider so wenig beachtete Ergänzung hinzu: “Diese Art aber fährt nicht aus, als nur durch Gebet und Fasten.” Es handelt sich im Zusammenhang um Vollmacht über Finsternisgewalten. Die Schrift kennt nämlich verschiedene Arten von Dämonen. Die einen müssen schon einem Gebetswort weichen, während andre nur durch Gebet und Fasten ausfahren.

Es gibt viele treue Brüder, die über solche Worte die Achsel zucken und meinen: “Das geht uns nichts an, das gilt für Israel, das ist Königreichslinie! Wir aber als der Körper Christi haben damit nichts zu tun.”

So richtig und wichtig auf der einen Seite die klare Unterscheidung zwischen den Israel gegebenen, klaren Verheißungen und den Zusagen für die Gemeinde des Leibes Christi sind, so wollen wir doch andererseits nicht vergessen, daß “alles unser ist” (1. Kor. 3, 21-23), und wir so, wenn auch vorerst nur geistlicherweise, auch das besitzen und genießen dürfen, was im Vollumfang später einmal Israel für seine Herrschaft über die Erde gehört. —

Obgleich nun Gott alle Dinge möglich sind, so gibt es doch auch für Ihn gewisse Unmöglichkeiten. Die Schrift nennt ihrer nicht weniger als 84. Davon finden wir 14 in den Paulusbriefen, 3 in dem Schreiben an die Hebräer und 2 in den Episteln des Petrus. Wir wollen, sonderlich aus den Evangelien, eine Reihe wichtiger Schriftzusammenhänge betrachten, die solche Unmöglichkeiten nennen, die für unser persönliches Glaubensleben und für unsern Dienst in Lehre und Ermunterung wichtig und köstlich sind.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Glaubensleben & Wandel, Lehre  |  529 x gelesen

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Prophetie für Israel

Israel ist nach der Gemeinde, dem “Leib Christi”, der zweite Heilskörper. Diesem Israel ist “Blindheit widerfahren solange, bis das Vollmaß aus den Nationen (= Leibesgemeinde) eingegangen ist” (Röm. 11, 25.26). Alsdann wird der Heilskörper erneut eingesetzt, damit er in vollkommener Weise seine Aufgaben erfülle.

Der grundsätzliche Unterschied der beiden Heilskörper besteht darin, daß der “Leib Christi” seine Begründung in den himmlischen Regionen hat (Eph. 1, 4) und deshalb auch seine Dienste zur Hauptsache im Himmlischen erhält (1. Kor. 6, 2.3). Der Leib Christi hat, wie sein Haupt, vorgeschichtliche, übergeschichtliche und überdimensionale Verhältnisse. Dagegen ist der zweite Körper das “Weib Christi”, das nach der Brautzeit dem Manne zugeführt und angetraut wird. Israel geht seit seinem Bestehen nach dem göttlichen Vorsatz: “Ich will mich mit dir verloben in Ewigkeit; ich will mich mit dir vertrauen in Gerechtigkeit und Gericht, in Gnade und Barmherzigkeit. Ja, im Glauben will ich mich mit dir verloben und du wirst den Herrn erkennen” (Hosea 2, 21.22). Diese Braut wird dem Bräutigam in der “Reifezeit” zugeführt und wird nach der “Hochzeit” als das Weib Christi seine Dienste in der irdischen Sphäre übernehmen. Darum hat dieser Heilskörper eine irdische Begründung und eine irdische Existenz. Seine Anfänge liegen in der Unheilszeit, in der das Heil Gottes zur Ausführung gelangen soll. Der göttliche Heils-Haushalt erhält eine “Gehilfin”. Der zweite Heilskörper ist in der erfüllten Zeit dem “Manne” angetraut und behält darum die weibliche Art und den Wirkungsplatz, der dem Weibe gebührt.

Wichtig ist es, den Anfang dieses Heilskörpers festzustellen. Er liegt nicht wie bei der Leibesgemeinde “vor Grundlegung der Welt”. Darum hat er mit den “Grundlegungen” nichts zu tun. Der Anfang des zweiten Heilskörpers liegt in der Zeit des ausgereiften Unheils und der Heilsvollführungen. Es ist die Zeit, in der das Heil Gottes in der Welt des Unheils “irdisch ausgeboren” werden muß. Darum hat dieser Körper von Anfang an mit den “Geburten” zu tun und hat darum weibliche und mütterliche Bestimmung. Die Geburtsstunde dieses Körpers liegt in jener göttlichen Beurkundung: “Durch deinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden” (1. Mos. 22, 18).

Mit Abraham ist Israel gezeugt, und mit Isaak und Jakob geboren (lies alle Schriftstellen, die in Abraham, Isaak und Jakob Israel begründet sehen). Dieses Israel hat als das weibliche Wesen auch den “Messias nach dem Fleisch geboren” (Sach. 9, 9). Und in der Fülle der Zeiten wird dieses Weib, das dann dem Manne angetraut sein wird, die “messianischen Erfüllungen” gebären (Offbg. 12, 5; Sach. 8, 20-23). — Von diesen Heilsvollführungen durch Israel spricht das gesamte prophetische Wort.

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Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Heilsgeschichte, Israel  |  238 x gelesen

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Gottes Weg, Wort und Wesen

In Psalm 18, 30 bezeugt uns David ein Dreifaches von Gott. Dieses Zeugnis kommt in einem Liede vor, das dem Vorsänger übergeben wurde. Das bedeutet, daß es in den heiligen Versammlungen Israels von Zeit zu Zeit vorgelesen und vorgesungen werden mußte. Die Gemeinde sollte es lernen und nachsingen und dadurch den Herrn preisen und verherrlichen.

Was lehrt nun der königliche Sänger, dessen Herz von gutem Worte wallte und dessen Gedichte dem wahren König, also dem Messias-Christus galten und dessen Zunge dem Griffel eines geübten Schreibers glich (Ps. 45, 1)? David bezeugt: “El — Sein Weg ist vollkommen; Jahves Wort ist geläutert; ein Schild ist Er allen, die auf Ihn trauen” (Ps. 18, 30).

1. Gottes Weg ist vollkommen

Gottes (El = der Starke, der über alles Verfügende!) Weg ist vollkommen. Glauben wir das? Wie dunkel und leidvoll, wie ungerecht und grausam erscheinen uns oft die Wege, die der Herr Seine Geschöpfe führt! Ist nicht die Weltgeschichte ein Beweis für die (scheinbare!) Sinnlosigkeit der Wege der Völker? Werden nicht oft gerade die besten und wertvollsten Menschen, ja, die angeblich Auserwählten und Geliebten, durch so viel Dornen und Dickicht geführt, daß man fast am Dasein Gottes zweifeln könnte?

Und doch bezeugt uns die Schrift, daß alle Wege unsres Herrn richtig sind (5. Mose 32, 4). Und David, der doch lange Zeit wie ein Verbrecher verfolgt wurde und oft dem Tode näher war als dem Leben, frohlockt im 23. Psalm: “Er führet mich auf rechter Straße um Seines Namens willen!”

Wir deuteten schon an, daß das hebräische Wort, mit dem Ps. 18, 30 beginnt, El heißt. Das bedeutet, daß Ihm, dem Starken, über alles Verfügenden, jedwede Macht und Gewalt der Welt zum Gebrauche dient. Glauben und fassen wir doch, daß Gott in Seiner Allmacht, Weisheit und Liebe Seine Geschöpfe den kürzesten Leidensweg führt, um das vor Grundlegung der Welt zuvor geplante Hochziel der Herrlichkeit zu erreichen. Halten wir doch immer daran fest, daß Er durch ein Mindestmaß von Schmerzen ein Höchstmaß, ja, Übermaß von Seligkeit bewirkt! Und fangen wir doch einmal an, dafür zu danken, auch wenn wir “gar nichts fühlen von Seiner Macht”! Dann werden wir immer tiefer und wesensmäßiger erfassen und erfahren dürfen, daß Gottes Weg in Wahrheit vollkommen ist, ob Er, der heilig und liebevoll Verfügende, nun straft und richtet, läutert und reinigt oder heiligt und vollendet.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Erkenntnis & Wesen Gottes  |  319 x gelesen

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Was ist Heiligung?

“Ihr aber habt den Christus nicht also gelernt, wenn ihr anders Ihn gehört habt und in Ihm gelehrt worden seid, wie die Wahrheit in dem Jesus ist: daß ihr, was den früheren Lebenswandel betrifft, abgelegt habt den alten Menschen, der nach den betrügerischen Lüsten verdorben wird, aber erneuert werdet in dem Geiste eurer Gesinnung und angezogen habt den neuen Menschen, der nach Gott (oder: gottgemäß) geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit” (Eph. 4, 20-24).

Kind Gottes ist, wer aus Gott geboren ist, d. h. wer auf dem Wege einer Neuzeugung und Neugeburt (Joh. 3, 5; Tit. 3, 5 u. v. a.) — dadurch, daß der menschliche Geist und Gottes Geist in gegenseitiger Hingabe eins wurden (1. Kor. 6, 17) — ein neues Leben empfing, das “ewige Leben”, das “Leben Gottes” (Eph. 4, 18), also Gottes ureigenes Leben im Gegensatz zu unserem menschlich-natürlichen Leben. Fortan darf er sich seiner Gotteskindschaft bewußt sein, die ihm der nun innewohnende Heilige Geist auch fortwährend bezeugt (Röm. 8, 16); er ist teilhaftig geworden der göttlichen Natur (2. Petr. 1, 4). Weil aber auch seine alte natürlich-fleischliche Natur noch vorhanden ist, solange sie nicht sterbensmäßig abgetan wurde, ist er nun gleichsam ein Doppelwesen, eine Doppelnatur, die zweierlei Leben in sich birgt.

Das natürliche Leben und das Leben Gottes, die menschliche Natur und die göttliche Natur oder, wie es unsere vorangestellte Epheserstelle ausdrückt, der alte Mensch und der neue Mensch — sie sind beide vorhanden und schaffen dadurch für den Glaubenden ein fortwährendes inneres Spannungsfeld.

Der alte Mensch ist Fleisch, vom Fleisch geboren, und bleibt es auch. Er kann nicht nur hin und wieder, sondern er muß sündigen, so oft man ihm die Zügel überläßt, weil dies nun einmal seiner durch und durch sündenvergifteten Natur entspricht. Daher ist er auch keiner Umwandlung oder “Reparatur” fähig, und daher finden wir auch keine einzige Aufforderung im Worte Gottes, den alten Menschen zu verbessern oder zu erneuern. Im Gegenteil wird immer bezeugt: “Ziehet aus, leget ab, haltet euch für gestorben, tötet …!” (Eph. 4, 22; Kol. 3, 5; Röm. 6, 11 u. a.)

Der neue Mensch hingegen ist vollkommen wie Gott selbst. Er kann nicht sündigen (1. Joh. 3, 9)! Und wenn der alte Mensch keiner Reparatur fähig war, so ist der neue keiner solchen bedürftig. Er ist ja das Leben Gottes selbst (Eph. 4, 18), das uns in Ihm geschenkt ist, und alle Aussagen der Schrift über das Wesen Gottes gelten daher im Vollumfang auch für den uns geschenkten neuen Menschen. Er ist unsterblich (1. Tim. 6, 16), vollkommen (Matth. 5, 48), glückselig (1. Tim. 1, 11), Licht ohne Beimischung irgendwelchen Finsterniswesens (1. Joh. 1, 5), Liebe, wie Gott Liebe ist (1. Joh. 4, 8.16). Er ist, mit einem Wort: gottgemäß (Eph. 4, 24).

Was aber ist nun Heiligung?

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Glaubensleben & Wandel, Heiligung  |  259 x gelesen

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In Ihm war das Leben!

Gott hat allein Unsterblichkeit (1. Tim. 6, 16). Durch die Zeugung des Sohnes entstand dieser aus dem gleichen Leben und trägt dieses in sich selbst. Der Vater hat dem Sohne gegeben, Leben zu haben in sich selbst (Joh. 5, 26). In Ihm war das Leben (Joh. 1, 4). Außer dem Vater und dem Sohne hat kein erschaffenes Wesen von sich aus dieses Leben. Dem Geschöpf kann es nur durch die Zeugung von oben vermittelt werden. Wer den Sohn aufnimmt, hat damit das Leben des Sohnes Gottes und damit auch das Leben des Vatergottes selbst empfangen (Joh. 1, 12; 1. Joh. 5, 11.12).

Alles in Ihm war Leben! Keine Sünde hemmte die Entfaltung des vollen Gotteslebens. Darum waren auch die Worte, die der Sohn redete, nicht leere Menschenworte, sondern Geist und Leben (Joh. 6, 63). Wenn Er sprach, so geschah es, und wenn Er gebot, so stand es da. Von Seinem Leibe flossen Ströme lebendigen Wassers. Redete Er nur ein Wort, so kam ein Lazarus aus dem Grabe hervor oder ein Jüngling zu Nain stieg aus dem Sarge oder ein Töchterlein des Jairus stand vom Totenbett auf oder ein kranker Mensch, der 38 Jahre gelegen hatte, nahm seine Matte, auf der er lag, und ging gesund davon. — Wind und See gehorchten Ihm, dem Gottes- und Menschensohn, und wurden stille auf Sein Wort. Durch Seinen Segensspruch mehrten sich die wenigen Brote zu reicher Speise für 5000 Männer, dazu die Frauen und Kinder.

Gott hat aber auch allen denen, die aus Ihm geboren sind (Joh. 1, 12.13), das gleiche Leben gegeben, wie dem Erstgeborenen der Brüder (1. Joh. 5, 11-13). Sie sind Teilhaber der göttlichen Natur (2. Petr. 1, 4) und damit göttlichen Geschlechts (Apg. 17, 29; wörtlich: Gottes Geschlecht). Ja, der Sohn selbst nennt sie in Joh. 10, 34-36 “Götter” (vergl. auch Joh. 17, 16).

Das ist mehr, als je ein Auge gesehen oder ein Ohr gehört hat, oder was in eines Menschen Herz gekommen ist! Der Vater hat Sein eigenes Gottesleben in uns ergossen. Er ergoß Seinen Heiligen Geist in uns. Dadurch wurden wir Teilhaber der Gottnatur.

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Andachten, Erkenntnis & Wesen Gottes, Glaubensleben & Wandel  |  327 x gelesen

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Von der Barmherzigkeit Gottes

Die letzte und tiefste Frage, die ein Geschöpf stellen kann, ist die nach der Gesinnung seines Schöpfers. Wenn ein Kind erst einmal erkannt hat, daß die Eltern es lieben, dann wird sein Herz froh. Aber solange ein verschüchtertes, armes Wesen der Meinung ist, man wolle es nur quälen und ihm jede Freude rauben, gerät es in immer stärkere Liebesnot. Wie oft steht schon in den Augen von Kindern etwas von der Verzweiflung und dem Grauen geschrieben, die weit mehr Menschen an den Rand der Schwermut und des Selbstmordes treiben, als die meisten ahnen. Jeder wirkliche Seelsorger weiß davon Erschütterndes zu erzählen.

Während nun Gott in der Schöpfung seine Weisheit und Macht, in der Geschichte der Völker und des Einzelnen seine Heiligkeit und Weisheit offenbart, enthüllt er in seinem logos, d. h. in dem geschriebenen und Fleisch gewordenen Wort, sein urinnerstes Sein und Wesen. Sein brünstiges Herz sehnt sich danach, sich als der zu offenbaren, der er wirklich und wesenhaft ist. Die heilige Glut seiner Liebe kann und will nicht auf einem weltfernen Altar zu seiner eigenen Ergötzung leuchten. Es drängt ihn, sich selber mitzuteilen, sich gewissermaßen zu vervielfachen, Welten und Wesen ins Dasein zu rufen, um zuletzt alles in allen zu sein.

Erst dann, wenn Gott selbst diese Erkentnis in uns liebend hineingelegt und bleibend eingeprägt hat, vermögen wir sie aus seinem Wort zu ersehen und durch seinen Geist immer tiefer und beseligender zu begreifen. Dann sind auch wir entzündet vom Feuer seiner Vaterinbrunst und brauchen um solche Wahrheiten nicht mehr zu streiten, sondern können darüber anbeten, schweigend in heiligem Liebesvertrauen. —

Eine der charakteristischen Bezeichnungen der Schrift, die uns Gottes innerstes Sein darstellen und enthüllen, ist Barmherzigkeit. Die entsprechenden hebräischen und griechischen Ausdrücke bedeuten so viel wie Mitgefühl. Mitempfinden der Not und des Jammers leidender Geschöpfe. Davon wissen die außerchristlichen Religionen wenig oder nichts. Und wenn sie davon reden, dann nur einseitig und verdunkelt. So lehrt z. B. die griechische Philosophie, daß éleos (Barmherzigkeit) nur dem Edlen, nicht aber dem Grausamen gebühre. Wer ein wenig von den Mythen Griechenlands weiß, wird bestätigen, wie unsagbar rachsüchtig und grausam die sogenannten “Götter” sind. Das ist auch durchaus zu begreifen, wenn man es wagt, das Wort Gottes buchstäblich zu nehmen, das uns lehrt, daß alles, was die Nationen opfern, sie nicht Gott, sondern den Dämonen darbringen (1. Kor. 10, 20).

Wir wollen versuchen, in einigen großen Linien ein Zeugnis von der Barmherzigkeit Gottes zu sagen. Möge dein und mein Herz davon erfaßt, erfüllt und überfließend werden zum Lob und Preis unseres wunderbaren Vaters in Christo Jesu! Wie viel gelöster und beseligter, gottnäher und gottinniger wäre dann unser Denken, Fühlen und Wollen, unser Sinnen und Sein, unser Reden und Tun! Dazu segne der Herr diese kurze Betrachtung! —

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Allversöhnung, Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  336 x gelesen

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Das All dient Ihm und uns!

“Alle Dinge dienen Dir (eigentlich: Dir dient das All, das Ganze, das ganze Weltall; vergl. Fußnote in der Elberfelder Übersetzung)!” (Psalm 119, 91).

“Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zusammenwirken zum Guten, denen, die nach Vorsatz berufen sind” (Röm. 8, 28).

Die kürzeste Weltgeschichte ließ der Heilige Geist durch den Apostel Paulus schreiben. Sie umfaßt nur einen Satz und lautet: “Aus Ihm und durch Ihn und zu Ihm hin ist das All” (Röm. 11, 36; man vergl. hierzu auch 1. Kor. 8, 6; Kol. 1, 16 u. a.).

Die Weltgeschichte der erneuerten und vollendeten Schöpfung ist ebenso kurz und lautet: “Gott wird sein alles in allem” (1. Kor. 15, 28). Auch diese ungeheure Zusammenballung aller zukünftigen Zustände in der vollendeten und verherrlichten Schöpfung durfte der Apostel der Leibesgemeinde schreiben, Paulus, dem Gott das offenbarte, was Er in den vorhergehenden Generationen (= Geschlechtern) den Söhnen der Menschen nicht kundgetan hatte.

Das All verdankt seine Existenz dem Willen Gottes. Ehe es Welten und Geschöpfe gab, faßte ER in sich selbst den Entschluß, das All ins Dasein zu rufen. Niemand war dabei Sein Mitberater (Röm. 11, 34). Außer Ihm war keiner da. Nichts existierte außer Ihm, was Ihm hätte eine Veranlassung geben können zu Seinem Entschluß, die Welt zu erschaffen. Sein eignes Inneres, Sein Gotteswesen, Sein Höchstadel des Geistes und der Liebe drängten Ihn dazu, sich zu entfalten in heiligem Liebestrieb, und in göttlich vollkommenem Vorsatz den Weltplan der Äonen festzustellen und Sein machtvolles schöpferisches Werde-Wort auszusprechen.

Darum huldigen Ihm auch in ehrfürchtiger Anerkennung dieser gewaltigen Wahrheiten und Gotteswirklichkeiten die Herrlichkeiten des Himmels (Neh. 9, 6) und werfen ihre Kronen vor Ihm nieder und bezeugen: “Du bist würdig, o unser Herr und unser Gott, zu nehmen die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht; denn Du hast alle Dinge (wörtlich: ta panta = das All) erschaffen, und Deines Willens wegen waren sie und sind sie erschaffen worden” (Off. 4, 11).

Auf die Frage der Geschöpfe: Warum existiert diese Welt und wir in ihr? gibt es nur eine völlig richtige Antwort, nämlich die: Weil Gott es so wollte!

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Erwählung, Gemeinde, Lehre  |  276 x gelesen

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Prophetie für die Gemeinde Jesu Christi

Soll das etwa heißen, daß die Gemeinde Jesu Christi eine eigene, d. h. eine Spezialprophetie hat? Gewiß! Wer das nicht weiß, ist zu bedauern. Spricht doch die Heilige Schrift unverkennbar von den getrennten Körperschaften: Gemeinde Jesu Christi als sein Leib, und Israel als sein Weib. Beide Körperschaften werden nicht nur getrennt gesehen, sondern es werden auch ihre getrennten Wirkungszeiten genauestens aufgewiesen. Wenn die Bibel diese Heilskörperschaften ganz korrekt getrennt sieht, warum vermengt man sie? Ist das notwendig? Kann durch das “Gemenge” Klarheit erstehen?

Über allen Zweifel erhaben ist die Tatsache, daß nur Paulus die Gnade hat, “zu enthüllen das Geheimnis, das vor Grundlegung der Welt verborgen gewesen ist” (Eph. 3, 1-11). Wenn Paulus allein den göttlichen Auftrag hat, das umfassende Wesen der Gemeinde darzustellen, dann hat er auch die Aufgabe, ihre Wirkungsverhältnisse mit ihren eigenen Zeiten aufzuweisen. Und das ist nichts anderes als exakte Prophetie! Darum ist allein Paulus für die Gemeinde Jesu Christi der Prophet! — Wer die Prophetie für die Gemeinde anderweitig sucht, der sucht sie an verkehrter Stelle.

Leider haben viele Gemeindeglieder von dieser Tatsache wenig Kenntnis. Sie operieren mit prophetischen Dingen, die meist Israel und die Nationen angehen und für die Gemeinde nur am Rande liegen. Verwirrend wird es dann, wenn sie diese Prophetie auf die Gemeinde anwenden. — Es wirkt wahrhaftig sonderbar, wenn man einen Körper mit einem wesensfremden Anzug bekleidet. Solches Handeln ist nicht nur unsachlich, sondern auch nachteilig. Die Gemeinde Jesu Christi hat nun einmal ihr Sonderwesen und ihre Sonderzeit und hat darum auch ihre besondere prophetische Weisung. Daß man das im allgemeinen nicht sieht, gibt zu denken. Wer verursacht diese Verdunkelung?

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Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Gemeinde, Kirchentum, Versuchung & Verführung, Zeitgeist  |  451 x gelesen

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