Aus dem Leben von Arthur Muhl
Er selbst berichtet:
“Ich bin am 12. 2. 1904 in Walzenhausen (Kt. Appenzell) geboren worden. Im Register des Standesamtes bin ich eingetragen als Sohn der Anna, und da Anna “Gnade” bedeutet, bin ich also ein “Sohn der Gnade”. Wunderbarerweise hat Gott dafür gesorgt, daß sich diese Bezeichnung “Sohn der Gnade” in meinem Leben erfüllt hat.
Meine Kindheit verbrachte ich bei meinen Großeltern in Schaffhausen. Noch heute höre ich meine Großmutter bitten: “Lieber Gott, Du weißt, der Bub hat keinen Vater, also mußt Du sein Vater sein!” Dieses Gebet hat Gott weit über Bitten und Verstehen erhört!
Meine Großeltern liebten mich sehr, so sehr, daß meine Mutter meinte, sie verwöhnten mich zu sehr. Deshalb brachte sie mich, als ich ungefähr 10 Jahre alt war, ins Waisenhaus an der Rosengasse. Dort verbrachte ich eine überaus glückliche und gesegnete Kindheit und Jugendzeit. Unser Waisenvater Theodor Beck war uns wirklich ein Waisenvater. Er leitete alles mit großer Umsicht. Jeden Morgen und jeden Abend hielt er eine Andacht von etwa 10 Minuten mit Wort Gottes und mit Gebet. So wurde reichlich Gottes Wort als Same in mein Herz gelegt, der nach Jahren aufging und reiche Frucht brachte.
Nach Abschluß meiner Schulzeit konnte ich weiterhin im Waisenhaus wohnen, und ich besuchte von da aus drei Jahre das Technikum in, Winterthur. Während dieser Zeit kam ich zum lebendigen Glauben an Jesus Christus durch die Verkündigung des Evangelisten Borngraeber. Danach fand ich eine erste Anstellung bei der Firma Widmer und Senn in Zürich. Mit Ludwig Senn hatte ich neben der beruflichen Zusammenarbeit auch Gespräche über das Wort Gottes. Eines Tages fragte mich Herr Senn, ob ich nicht noch weiter studieren möchte. “Natürlich, sehr gerne”, war meine Antwort, “aber mir fehlt das Geld (der „”Chlütter”) dazu”. “Die Hauptsache ist, daß du willst, das andere ist meine Sache“, meinte Herr Senn. So bekam ich dann ein Studium von zwei Jahren in München und Stuttgart geschenkt.
1928 verheiratete ich mich mit Hilda Witwer, die ein zweijähriges Bübchen in die Ehe brachte. Uns wurden noch sechs Kinder geschenkt, drei Buben und drei Mädchen.
Als besondere Gnadengabe schenkte Gott es mir, allem glauben zu können, was geschrieben steht. Damit ich die biblischen Zeugnisse in ihrer Originalität lesen konnte, habe ich noch die griechische und hebräische Sprache gelernt. Nachdem ich diese beiden Ursprachen lesen und verstehen konnte, hat Gott mir gewaltige Erkenntnisse geschenkt. Aus sogenannten Widersprüchen durfte ich um so wunderbarere Erfüllungen erkennen. Vor allem erkannte ich die das All umfassende Liebe Gottes, die auch in unbarmherzigen Gerichten Gottes enthalten ist. Dies durfte ich in vielen Bibelstunden und Konferenzen bezeugen.
Inzwischen gründeten Ludwig Senn und ich ein eigenes Büro: “Senn und Muhl Architekten”. Neben meiner Tätigkeit als Architekt durfte ich während vieler Jahre Wochenendkonferenzen und Bibelstunden durchfuhren, die mich in der Hauptsache durch Deutschland führten, aber auch nach Frankreich, und auch in Holland durfte ich einige Bibelkonferenzen in deutscher Sprache halten. In Zürich selbst hielt ich fast jede Woche eine Bibelstunde in verschiedenen Lokalen, zuletzt seit einigen Jahren im Glockenhof.” (Soweit Arthur Muhl)
Weitere Daten aus seinem Leben:
In die Dienste in Deutschland wurde Arthur Muhl vor allem durch seinen geliebten Freund Adolf Heller eingeführt, mit dem er auch die bald bekannt gewordenen Konferenzen in Arosa durchfuhren konnte. Die erste Konferenz fand 1957 statt. Dort lernte er auch Dr. Hartmut Maier-Gerber kennen, der, nachdem er zum lebendigen Glauben an Jesus Christus gekommen war, den inneren Auftrag hatte, eine überkonfessionelle Bibelkonferenzstätte zu errichten. Dieses Vorhaben konnte durch Gottes Gnade nach Arthur Muhls Plänen und unter seiner Bauleitung dann auch verwirklicht werden. Arthur Muhl selbst durfte hier über 30 Jahre lang bis in sein hohes Alter als Verkündiger der frohen Botschaft wirken. Seine weiteren Dienste führten ihn zuletzt vor allem nach Süddeutschland: nach Stuttgart, Pfalzgrafenweiler, Freiburg, München, Fürstenfeldbruck, Roth bei Nürnberg, Regensburg, Augsburg und Darmstadt.
Durch seine Kinder wurden ihm 25 Enkel und 31 Urenkel geschenkt, welche in aller Welt beheimatet sind, von Mexico über Südafrika bis Neuseeland. 1986 trat er als Teilhaber des Architekturbüros aus, und sein Sohn Erich führte die Firma unter seinem Namen weiter. Nach dessen frühem Tod übernahmen die drei Söhne von Erich den Betrieb.
1986 starb nach 58 Jahren Ehe seine erste Frau Hilda. 1987 heiratete er seine zweite Frau, Luise Hindenlang, die ihn bis zu seinem Heimgang am 7. September 1998, unterstützt von seiner Enkelin Damaris, mit großer Liebe und Treue umsorgte.
Ergänzung von Heinz Schumacher:
Daß Arthur Muhl Architekt war, merkte man auch in seinen Bibelstunden: er arbeitete viel mit Plänen und Skizzen. Biblische Zeitrhythmen — Himmel und Erde — Feste Israels — Gottes Heiligtum in Stiftshütte und Tempel — alles stellte er in Skizzen dar. Sehr stark beschäftigte ihn Israel. Er sah in der Staatsgründung Israels 1948 eine gewaltige Zäsur, was das Endzeitgeschehen betrifft. Er erforschte das prophetische Wort auch unter dem Gesichtspunkt: “Wann ist es soweit?” — und kam zuweilen zu kühnen Schlüssen, denen nicht alle Hörer folgen konnten und wollten. Immer wieder gab er wertvolle Anregungen, im Worte Gottes zu forschen, zu prüfen, Bibel und Zeitgeschehen miteinander zu vergleichen. Längst vor der “Wende” 1989/90 sah er voraus: West siegt über Ost! Er dachte dabei an einen Weltkrieg, doch Gott sei Dank fand die “kriegerische Auseinandersetzung” bisher nur in den Himmelswelten statt, wohl zwischen den Engelmächten, die über West und Ost gesetzt sind und über die Arthur Muhl so manches zu bezeugen wußte (vgl. Dan. 10).
Das Schönste war immer, wenn Arthur Muhl Gottes Gnade und Güte, auch Seine Weisheit, mit der Er Seine Feinde überlistet, und Sein nie endendes abgrundtiefes Erbarmen bezeugen konnte. In solchen Stunden wurden Gottesliebe und Vertrauen in vielen Herzen geweckt und bleibend vertieft.
Auch dieser Bericht soll dazu dienen, Gott allein Dank und Ehre zu geben.
(Das untere Bild zeigt Arthur Muhl mit Adolf Heller)

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