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	<title>Ausblicke vom Kreuz</title>
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	<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 18:22:45 +0000</pubDate>
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		<title>Von der biologischen Revolution zum Gender Mainstreaming</title>
		<link>http://www.come2god.de/2010/02/09/von-der-biologischen-revolution-zum-gender-mainstraming/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 19:27:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

		<category><![CDATA[Versuchung &amp; Verführung]]></category>

		<category><![CDATA[Zeitgeist]]></category>

		<category><![CDATA[Zeitgeschichte &amp; Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Hochinteressanter Video-Vortrag von Inge M. Thürkauf über das satanisch inspirierte sog. &#8220;Gender Mainstreaming&#8221;, das mittlerweile nahezu sämtliche Bereiche der westlichen politischen, gesellschaftlichen und auch kirchlichen (speziell der evangelischen) Welt infiziert hat. Der antichristliche, widergöttliche, menschenfeindliche Charakter dieser zutiefst destruktiven Ideologie wird hier sehr deutlich und eindrücklich dargelegt.
Ich kann diese Videoreihe jedem aufrichtigen Glied am Leibe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hochinteressanter Video-Vortrag von Inge M. Thürkauf über das satanisch inspirierte sog. &#8220;Gender Mainstreaming&#8221;, das mittlerweile nahezu sämtliche Bereiche der westlichen politischen, gesellschaftlichen und auch kirchlichen (speziell der evangelischen) Welt infiziert hat. Der antichristliche, widergöttliche, menschenfeindliche Charakter dieser zutiefst destruktiven Ideologie wird hier sehr deutlich und eindrücklich dargelegt.</p>
<p>Ich kann diese Videoreihe jedem aufrichtigen Glied am Leibe Christi und jedem Politik- und Wissenschaftsgläubigen nur eindringlich ans Herz legen! Prüfet die Geister!</p>
<p><span id="more-2023"></span><strong>Teil 1</strong><br />
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<p><strong>Teil 2</strong><br />
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<p><strong>Teil 3</strong><br />
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<p><strong>Teil 4</strong><br />
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<p><strong>Teil 5</strong><br />
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<p><strong>Teil 6</strong><br />
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<p><strong>Hinweis:</strong></p>
<p>Dieser Vortrag wurde gehalten auf einer Konferenz der schweizerischen Anti-Zensur-Koalition. Bitte beachten Sie hierzu die <span style="border-bottom:#777777 dashed thin"><a href="http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Anti-Zensur-Koalition">Hintergrundinformationen von esowatch.com</a></span>!</p>
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		<title>Download: Das biblische Zeugnis von der Versöhnung des Alls</title>
		<link>http://www.come2god.de/2010/01/27/download-biblische-zeugnis-von-der-allversoehnung/</link>
		<comments>http://www.come2god.de/2010/01/27/download-biblische-zeugnis-von-der-allversoehnung/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 18:53:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Leser und Freude von &#8220;Ausblicke vom Kreuz&#8221;,
liebe Geschwister,
ab sofort steht Ihnen in der rechten Menüleiste unter der Rubrik &#8220;Downloads&#8221; das vergriffene Buch von Heinz Schumacher &#8220;Das biblische Zeugnis von der Versöhnung des Alls&#8221; als PDF-Dokument kostenfrei zur Verfügung. Es handelt sich hierbei um die 1959 im Paulus-Verlag erschienene Erstauflage.
Viel Freude und Segen beim Lesen!
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Leser und Freude von &#8220;Ausblicke vom Kreuz&#8221;,<br />
liebe Geschwister,</p>
<p>ab sofort steht Ihnen in der rechten Menüleiste unter der Rubrik &#8220;Downloads&#8221; das vergriffene Buch von Heinz Schumacher &#8220;Das biblische Zeugnis von der Versöhnung des Alls&#8221; als PDF-Dokument kostenfrei zur Verfügung. Es handelt sich hierbei um die 1959 im <a href="http://www.paulus-verlag.de">Paulus-Verlag</a> erschienene Erstauflage.</p>
<p>Viel Freude und Segen beim Lesen!</p>
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		<item>
		<title>Hat Christi Wiederkunft etwas mit dem Weltuntergang zu tun?</title>
		<link>http://www.come2god.de/2010/01/05/hat-christi-wiederkunft-etwas-mit-dem-weltuntergang-zu-tun/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 18:27:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herbst, Gerhard</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Das prophetische Wort]]></category>

		<category><![CDATA[Endzeit]]></category>

		<category><![CDATA[Gerichte Gottes]]></category>

		<category><![CDATA[Heilsgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[»Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in Seiner Herrlichkeit und alle Engel mit Ihm, dann wird Er auf dem Thron Seiner Herrlichkeit sitzen« (Matth. 25, 31).
»Das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes, sodass die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit frei gemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>»Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in Seiner Herrlichkeit und alle Engel mit Ihm, dann wird Er auf dem Thron Seiner Herrlichkeit sitzen«</em> (Matth. 25, 31).</p>
<p><em>»Das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes, sodass die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit frei gemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes«</em> (Röm. 8, 19.21).</p>
<p>Je näher wir dem Ende kommen und je mehr sich Katastrophen nie gekannten Ausmaßes weltweit häufen, desto mehr tauchen in den Medien Begriffe wie »Endzeit« und »Apokalypse« auf. Die Welt spürt, dass uns gewaltige Veränderungen und Gefahren bevorstehen. Wenn in jüngster Zeit Christen aus aller Welt nach Jerusalem zogen, um auf dem Ölberg — wie sie meinen — die Wiederkunft Christi aus nächster Nähe zu erleben, dann berichten die Medien, diese Menschen würden dort den <em>Weltuntergang </em>erwarten. Dass Christi Wiederkunft von Menschen, die die Bibel nicht kennen, mit dem Weltuntergang in Verbindung gebracht wird, kann uns nicht verwundern. Leider beruht diese Ansicht aber auf der kirchlichen Lehre (die auch von vielen Freikirchlern übernommen wird), dass Christus am »Jüngsten Tag« zum »Jüngsten Gericht« wiederkommen wird. Beide Begriffe werden mit dem Weltuntergang gleichgesetzt. Damit wird die Wiederkunft Christi auf den »Sankt-Nimmerleins-Tag« verschoben.</p>
<p>Welchen Sinn sollte die Wiederkunft Christi haben, wenn gleichzeitig die Welt — Himmel und Erde — untergeht? Die Schrift bezeugt uns an vielen Stellen, dass Christus in großer Macht und Herrlichkeit wiederkommen wird, um der Welt Frieden und Gerechtigkeit zu bringen. Dann werden sich das Harren der Schöpfung und die Erwartung der Gemeinde und des Volkes Israel erfüllen.</p>
<p><span id="more-2009"></span>In Haggai 2, 6.8.9 lesen wir: »Noch einmal, eine kleine Weile ist es, da werde ich den Himmel erschüttern und die Erde, das Meer und das Trockene. Und ich werde alle Nationen erschüttern und <em>das Ersehnte aller Nationen</em> wird kommen. Die letzte Herrlichkeit dieses Hauses wird größer sein als die erste, und <em>an diesem Orte will ich Frieden geben,</em> spricht der Herr der Heerscharen.« — Mit der Wiederkunft Christi endet zwar ein Zeitalter, der gegenwärtige böse Zeitlauf (Gal. 1, 4), ihm folgt aber am Tag des Herrn ein 1000-jähriges Friedensreich <em>auf dieser Erde,</em> das der wiederkommende Christus errichtet und in dem Gerechtigkeit herrscht.</p>
<p><strong>Was bringt Christi Wiederkunft der Welt?</strong></p>
<p>Zunächst wird der wiedergekommene Christus den Thron Davids in Jerusalem besteigen (Luk. 1, 32) und die dann lebenden Völker im Tal Joschafat bei Jerusalem zum Gericht versammeln. Matth. 25, 31: »Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in Seiner Herrlichkeit und alle Engel mit Ihm, dann wird Er auf dem Thron Seiner Herrlichkeit sitzen und vor Ihm werden versammelt werden alle Nationen.« In Joel 4, 2.3 wird uns der Grund für dieses Gericht genannt: »Dann werde ich alle Nationen versammeln und sie ins Tal Joschafat (das Kidrontal) hinabführen. Und ich werde dort mit ihnen ins Gericht gehen wegen meines Volkes und meines Erbteils Israel &#8230; Und <em>mein Land haben sie geteilt.«</em> Vers 12: »Dort werde ich sitzen, um alle Nationen ringsum (= die Nachbarvölker Israels) zu richten.«</p>
<p>Jerusalem wird von dem wiedergekommenen Christus zur Welthauptstadt und zum Sitz des Internationalen Gerichtshofs gemacht. Micha 2, 2-4: »Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort des Herrn von Jerusalem. Und Er wird richten zwischen vielen Völkern und Recht sprechen mächtigen Nationen bis in die Ferne. Und sie werden ihre Schwerter zu Pflugmessern schmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Nicht wird Nation wider Nation das Schwert erheben und <em>sie werden den Krieg nicht mehr lernen</em>. Und sie werden sitzen, ein jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und niemand wird sie aufschrecken.« — Dann wird sich die Sehnsucht der Völker erfüllt haben, von der Knechtschaft der Vergänglichkeit frei gemacht zu werden (Röm. 8, 19). Dies wird möglich sein, weil Satan gebunden und 1000 Jahre im Abgrund (Abyssos) gefangen gehalten wird, damit er die Nationen nicht mehr verführe (Offb. 20, 2.3). Christi Wiederkunft wird also nicht den Weltuntergang, sondern für alle Völker eine 1000-jährige Friedenszeit auf dieser Erde zur Folge haben.</p>
<p><strong>Was bringt die Wiederkunft des Messias Israel?</strong></p>
<p>Sach. 12, 10 sagt uns: »Sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über Ihn wehklagen.« Und Jes. 66, 8: »Kann ein Land an <em>einem </em>Tage zur Welt gebracht oder eine Nation mit <em>einem </em>Male geboren werden?« Die Verstockung Israels wird beendet sein, wenn die Vollzahl der Gemeinde aus den Nationen eingegangen sein wird. Und »so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: Es wird aus Zion der Erretter kommen. Er wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden« (Röm. 11, 25.26). Aus Joel 4, 16.17 entnehmen wir: »Der Herr ist eine Zuflucht für Sein Volk und eine Feste für die Kinder Israel. Jerusalem wird heilig sein und Fremde werden es nicht mehr durchziehen.« Und aus Jes. 65, 20-25: »Der Jüngling wird als Hundertjähriger sterben &#8230; Gleich den Tagen der Bäume sollen die Tage meines Volkes sein. Wolf und Lamm werden beisammen weiden. Der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind.«</p>
<p>Das gerettete und mit dem Geist Gottes erfüllte Israel wird den Missionsbefehl Jesu in Matth. 28, 19.20 ausführen und alle Nationen zu Jüngern machen. Jahr für Jahr werden die Nationen nach Jerusalem hinaufziehen, um den König, den Herrn der Heerscharen, anzubeten und mit Israel das Laubhüttenfest zu feiern (Sach. 14, 16). — Nach Jesu Verheißung in Matth. 19, 28 werden die 12 Apostel auf 12 Thronen sitzen und die 12 Stämme Israels richten. Die Märtyrer der Drangsalszeit, die um des Zeugnisses Jesu willen enthauptet worden waren, weil sie den Antichristen nicht angebetet hatten, werden nach Offb. 20, 5 zu Beginn des Tausendjahrreiches auferstehen und mit Ihm herrschen 1000 Jahre.</p>
<p>Wie verblassen doch die Bedrängnisse, die Israel gegenwärtig innerlich und äußerlich erfährt und die sich noch steigern werden, vor diesen wunderbaren Segensverheißungen, die sich bei der sichtbaren Wiederkunft des Messias erfüllen werden!</p>
<p><strong>Was bringt die Wiederkunft Christi der Gemeinde?</strong></p>
<p>Die Glieder des Leibes Christi warten nicht auf die sichtbare Wiederkunft Christi auf dem Ölberg, sondern auf die Entrückung der Gemeinde in den Lufthimmel gemäß 1. Thess. 4, 13-17 und 1. Kor. 15, 51.52. Beide Ereignisse sind zeitlich und wesensmäßig zu unterscheiden. Zur Entrückung kommt der Herr Seinen Gliedern — für die Welt unsichtbar — bis in den Lufthimmel entgegen. Die auferstandenen Toten in Christus und die lebend verwandelten Gläubigen werden Ihm dorthin entgegengerückt. Dort im Lufthimmel, dem derzeitigen Herrschaftsbereich Satans, vereinigt sich der Christus als das Haupt mit Seinen Gliedern. Ein triumphales Ereignis! Danach wird die Gemeinde vor den Richterstuhl Christi gestellt (2. Kor. 5, 10), empfängt Lob und Lohn (1. Kor. 4, 5), auch Siegeskränze (2. Tim. 4, 8), und wird in ihre zukünftigen Aufgaben eingewiesen. Paulus erwähnt nur zwei in 1. Kor. 6, 2.3: »Wisset ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden, dass wir Engel richten (zurechtbringen) werden?« Dann werden wir allezeit bei dem Herrn sein (1. Thess. 4, 17) und bei Seiner sichtbaren Wiederkunft mit Ihm auf die Erde zurückkehren (1. Thess. 3, 13; Sach. 14, 5). — <span style="border-bottom:#777777 dashed thin"><a target="_blank" href="http://www.come2god.de/2009/02/13/32-beweise-fur-die-entruckung-vor-der-grosen-trubsal/">Die Entrückung ist das nächste Ereignis, das die Gemeinde zu erwarten hat</a></span>. Es ist an keine äußeren Voraussetzungen gebunden. Maranatha! (Unser Herr, komm!)</p>
<p><strong>Wann kommt der »Weltuntergang«?</strong></p>
<p>In Mark. 13, 31 kündigt der Herr an: »Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen nicht vergehen.« Petrus sagt in 2. Petr. 3, 7: »Die jetzigen Himmel aber und die Erde sind durch Sein Wort aufbewahrt und für das Feuer aufgehoben auf den Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen.« Dieses Gericht wird stattfinden, nachdem Satan am Ende des 1000-jährigen Friedensreiches noch einmal losgelassen wird, um die Menschen zum großen Krieg von Gog und Magog zu verführen (Offb. 20, 7). — Doch Gott lässt Seine Schöpfung nicht im Nichts versinken. Er hat versprochen: »Siehe, ich mache alles neu.« Er schafft einen neuen Himmel und eine neue Erde. Auf sie wird das neue Jerusalem herabkommen. Auf der neuen Erde wird der Tod nicht mehr sein noch Trauer, Geschrei und Schmerz. Gott selbst wird bei den Menschen wohnen (Offb. 21, 1-5). Dann wird das Ziel der Wege Gottes erreicht sein, »alles unter ein Haupt zusammenzubringen in dem Christus, das, was in den Himmeln, und das, was auf der Erde ist, in Ihm« (Eph. 1, 10). Die Wiederkunft Christi öffnet den Weg zu ungeahntem Segen und Herrlichkeit für die ganze Schöpfung.</p>
<p>(Quelle: &#8220;Gnade und Herrlichkeit&#8221;, 1/2010; <a href="http://www.paulus-verlag.de/">Paulus-Verlag</a>, Heilbronn)</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Biblische Beweisführung über das Ende der &#8220;Hölle&#8221;</title>
		<link>http://www.come2god.de/2009/06/25/biblische-beweisfuehrung-ueber-das-ende-der-hoelle/</link>
		<comments>http://www.come2god.de/2009/06/25/biblische-beweisfuehrung-ueber-das-ende-der-hoelle/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 25 Jun 2009 08:34:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ströter, Ernst F., Prof.</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allversöhnung]]></category>

		<category><![CDATA[Gerichte Gottes]]></category>

		<category><![CDATA[Heilsgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorbemerkung von Heinz Schumacher:
Nachdem in jüngster Zeit in christlichen Publikationen mehrfach von der »Hölle« die Rede war, wollen auch wir uns des Themas annehmen. Vorab sei angemerkt, dass das Wort »Hölle« in der Bibel überhaupt nicht vorkommt, wohl aber ist die Rede von der Gehenna (u. a. in Matth. 5, 22.29; 10, 28; 23, 33; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vorbemerkung von Heinz Schumacher:</strong></p>
<p>Nachdem in jüngster Zeit in christlichen Publikationen mehrfach von der »Hölle« die Rede war, wollen auch wir uns des Themas annehmen. Vorab sei angemerkt, dass das Wort »Hölle« in der Bibel überhaupt nicht vorkommt, wohl aber ist die Rede von der Gehenna (u. a. in Matth. 5, 22.29; 10, 28; 23, 33; Mark. 9, 43.45.47), vom »äonischen Feuer« (u. a. in Matth. 25, 41; Jud. 7) und vom Feuersee (Offb. 19, 20; 20, 10.14.15; 21, 8). — In der ihm eigenen Gründlichkeit hat Professor E. F. Ströter 1915 das Aufhören der Feuersee-Pein (»Höllenpein«) biblisch bewiesen*. Im Folgenden können Sie diesen Text lesen, leicht gekürzt und mit Zwischenüberschriften versehen. Gewaltige Gedanken in gewaltiger Sprache!</p>
<p>(* In seinem Buch »<span style="border-bottom:#777777 dashed thin"><a target="_blank" href="http://www.come2god.de/wp-content/uploads/efs_eac.pdf">Das Evangelium Gottes von der Allversöhnung in Christus</a></span>«, S. 288-307 in der verlinkten PDF-Datei.)</p>
<hr />
<font color="white">.</font>
<p>
<strong>Als letzter Feind wird der Tod abgetan (1. Kor. 15, 26)</strong></p>
<p>Ein kurzes, knappes, aber ungemein inhaltreiches Wort. Zunächst ist zu bemerken, dass dasselbe in erfrischender Deutlichkeit aufräumt mit der philosophischen Lüge, dass der Tod ein wahrer Freund der armen Menschheit sei, daher der Name »Freund Hein«.</p>
<p>Dass der leibliche Tod unter gewissen Umständen als eine Art Befreiung oder Erleichterung eines schweren, schier unerträglichen Loses voll furchtbarer Schmerzen, Gebundenheiten und dergleichen angesehen werden kann, ist zuzugeben. Aber das gilt auch nur unter gewissen Voraussetzungen, z. B. wenn Christus unser Leben geworden, dann ist Sterben Gewinn (Phil. 1, 21). Gewiss aber nicht in dem Sinne, dass es uns wirkliche Erlösung brächte, sondern nur so, dass wir durch den Triumph dessen, der dem Tode die Macht genommen hat, auch imstande sind, über ihn zu triumphieren, insofern, als er uns nur in die innigere, ungetrübte Gemeinschaft mit seinem Besieger bringen muss.</p>
<p>Dabei steht die Erlösung unsres Leibes aus seinen Banden durch Auferstehung noch aus. Daher betont auch derselbe Paulus, der Sterben als einen Gewinn bezeichnen durfte, mit großer Bestimmtheit: Lieber nicht Entkleidetwerden, d. h. leiblich Sterben, sondern Überkleidetwerden, damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben (2. Kor. 5, 4).</p>
<p>Nein, die Schrift behält unter allen Umständen Recht gegen allen Betrug der Finsternis und Philosophie. <em>Der Tod ist ein Feind des Lebens.</em> Daher ist von einem völligen Triumph des Lebensfürsten in der ganzen weiten Schöpfung nur dann erst die Rede, wenn der letzte Feind, der Tod, ganz aufgehoben sein wird. Und das ist es, was uns dieses Wort in bestimmte Aussicht stellt. Was will es uns sagen?</p>
<p>Man mag sich den Inhalt dieser Verheißung (1. Kor. 15, 26) ausdenken, wie man will, eins ist ganz unabweislich: Sie kann niemals als erfüllt gelten, solange noch irgendwo im ganzen weiten Bereich der Herrschaft des Herrn Jesus irgendein anderer Feind als solcher existiert und sein Wesen hat.</p>
<p><span id="more-1985"></span>Das bedarf auch bei dem einfältigsten Schriftleser keines besonderen Beweises. Es ist selbstverständlich, dass alle und jede andere Feindschaft im Himmel und auf Erden oder unter der Erde, sei&#8217;s bei Engeln, Menschen oder Dämonen oder irgendwelchen andern Geschöpfen, sichtbaren oder unsichtbaren, <em>zuerst </em>beseitigt sein muss, ehe diese Zusage als erfüllt angesehen werden kann.</p>
<p>Es steht also ganz fest, nach diesem einzigen Worte schon, dass alle und jede Feindschaft gegen den Herrn und Seinen Gesalbten endgültig aus der Welt entfernt werden wird, das heißt, es wird die Zeit kommen, wann es weder einen Teufel, Widersacher, Satan, Drachen als solchen mehr geben wird noch irgendein anderes Wesen, in welchem irgendeine Spur von Feindseligkeit gegen Gott und Christus übriggeblieben wäre. Anders kann es nie heißen, der Tod sei der <em>letzte </em>Feind, der aufgehoben werde.</p>
<p><strong>Das letzte Gericht über Satan</strong></p>
<p>Das wird auch auf das Bestimmteste erhärtet durch jenes deutliche letzte Wort der Schrift, das uns Bescheid gibt über das Geschick und Gericht Satans: »Und der Teufel, der sie verführte, ward in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo das Tier ist und der falsche Prophet, und sie werden gepeinigt werden Tag und Nacht von Ewigkeit zu Ewigkeit« (Offb. 20, 10).</p>
<p>Das ist die letzte Auskunft, die uns in der Schrift gegeben wird über das Verbleiben des Teufels nach seiner letzten Verführungstat unter den Menschen des nächsten, tausendjährigen Äons. Da finden wir ihn ganz deutlich in der Gewalt des Todes, dessen Gewalt er bisher gehabt hatte. Denn es wird von dem Feuer- und Schwefelsee ausdrücklich gesagt, das sei der zweite Tod (Offb. 20, 14).</p>
<p>Damit hat das gerechte Gericht Gottes ihn erreicht: Er selbst, der Mörder von Anfang (Joh. 8, 44), nun eine Beute des Todes, der ehedem in seiner Gewalt war (Hebr. 2, 14), durch den er in der weiten Schöpfung Gottes ungemessenes Weh, Jammer und Herzeleid angerichtet. Den muss er nun auskosten, und zwar in seiner bittersten, schärfsten Gestalt, der des zweiten Todes.</p>
<p>Was immer man sich unter dem zweiten Tod zu denken haben mag, soviel ist sicher, er bedeutet für Satan zum mindesten die furchtbarste Demütigung und Zerschmetterung, die ihm widerfahren konnte. Es wird damit unzweifelhaft sein völliger Bankrott, die ganze Hohlheit seines wahnsinnigen Dünkels und Stolzes gegen den allmächtigen Gott und Seinen Christus samt Seinen Heiligen offenbar.</p>
<p>Damit ist selbstverständlich alle und jede Möglichkeit eines Fortbestandes seines auf Lüge und Verfinsterung beruhenden Regimentes über andere Geister, hohe und niedere, für immer abgetan. Es ist offenbar geworden vor allen Intelligenzen aller Stufen und Grade, dass es mit der Herrschaft der Lüge und Finsternis nun für immer ein Ende hat, sie ist gerichtet, ihre innere Nichtigkeit ist schonungslos bloßgelegt und ins Licht gestellt worden.</p>
<p>Damit ist fernerhin alle Lüge, die in ihm ihren Ursprung hatte, für immer schadlos gemacht — der Vater der Lüge eine Beute des zweiten Todes! Der die Menschheit einst verführte mit der Lüge: »Ihr werdet mitnichten des Todes sterben!« (1. Mose 3, 4) — nun selbst ein Opfer des grimmigen, unerbittlichen letzten Feindes, der unter dem unbeschreiblichen Triumph aller Wahrheitsmächte, aller Lichtkräfte sich auf den stürzen und den für immer unschädlich machen wird, der sich seiner in unbegrenzter, nie zu sättigender Mordlust durch Äonen hin bedient hatte, um Gottes Geschöpfe zu verderben. Das ist göttliche, heilige Gerechtigkeit, ob der der Himmel jauchzen und die ganze Erde frohlocken wird.</p>
<p>Was bedeutet das aber nun? Kann jetzt auch noch die Rede sein von einer fortdauernden Herrschaft der Finsternis, der Lüge, des Hasses, der wahnwitzigen, rasenden Auflehnung gegen Gott und Seinen Christus? Ist es denkbar, nachdem die Lüge, die Feindschaft in ihrem höchsten, ursächlichen Träger und Vertreter so entscheidend und durchschlagend gerichtet ist, dass sie irgendwo noch irgendwelchen Halt oder Bestand haben könnte? Ist es biblisch gedacht und geredet, wenn man jetzt noch von einem organisierten, festgefügten, unvergänglichen, unerschütterlichen Höllen- und Finsternisreich redet, das niemals untergehen, sondern endlos fortbestehen soll, und in welchem alle unverbesserlichen Gottlosen, Menschen und Engel, ohne Ende unter der Tyrannei und der grausamen Herrschaft des Satans stehen sollen?</p>
<p>Nein, es ist nun für immer zu Ende mit Satans List und Lüge, seinen tückischen Anschlägen, er ist ein Sterblicher, ein Gestorbener, ein ganz Ohnmächtiger und Hilfloser geworden.</p>
<p><strong>Bedeutet der »zweite Tod« Vernichtung?</strong></p>
<p>Mag aber nicht, so fragen viele in unsern Tagen, der zweite Tod, der Feuer- und Schwefelsee, in den der Teufel geworfen wird, seine und seiner unverbesserlichen Genossen und Kinder <em>endgültige Vernichtung</em> bedeuten? Wir können gut verstehen, wie man eher einer solchen Auffassung Raum geben mag als der ganz unerträglichen, weil absolut unbegründeten, auf Grundirrtum aufgebauten Theorie von einem endlosen Höllenreich der Finsternis unter Satans Zepter, in nie endender offener Rebellion gegen das Reich des Lichtes.</p>
<p>Auch darf zugegeben werden, dass mit der endgültigen Vernichtung jedenfalls der Weg weiter offen stände für eine wenn auch nur begrenzte Versöhnung des ganzen noch übrigen Alls, als das möglich ist bei der herrschenden Kirchenlehre von dem endlosen Höllenreich.</p>
<p>Wir können aber diese Annahme nicht für eine solche erkennen, die der ganzen Schrift volle Gerechtigkeit widerfahren lässt. Sie bringt unlösbare Schwierigkeiten mit sich und bedeutet letzten Endes ein bedenkliches Versagen entweder der göttlichen Allweisheit oder der göttlichen Allmacht oder des heiligen Liebeswillens Gottes gegen alle Seine Werke. Sie setzt einen ganz unerträglichen Dualismus, einen unlöslichen inneren Gegensatz in dem Wesen Gottes selbst voraus.</p>
<p>Denn die Schrift bezeugt, dass Gott alle Seine Werke bewusst sind von Anbeginn; also muss Gott mit allen Möglichkeiten gerechnet haben, die sich aus der Entstehung und Entwicklung des Bösen in Seiner Welt herausstellen würden.</p>
<p>Ferner bezeugt sie, dass alles im Himmel und auf Erden, Sichtbares und Unsichtbares, Throne, Fürstentümer, Herrschaften oder Gewalten nicht nur <em>in </em>dem Sohn geschaffen seien, sondern auch <em>durch Ihn</em> und <em>für Ihn</em> (Kol. 1, 16). Gelingt es nun der Allmacht und Liebe Gottes nicht, alles Geschaffene restlos und völlig wirklich dem Sohne auszuliefern, dann ist ein Fehlschlagen des göttlichen Urgedankens, alles für den Sohn zu bestimmen, nicht zu umgehen.</p>
<p>Das ist unerträglich und mit einer harmonischen Vorstellung von dem Gott der Schrift unverträglich. Dabei ist es, genau besehen, durchaus einerlei, ob das göttliche Unternehmen darin misslingt, dass die große Menge am Ende eine Beute des Teufels und der endlosen Hölle wird oder eine Beute der endgültigen Vernichtung. Das Fiasko Gottes, Seinen vor den Ewigkeiten gefassten Plan (Eph. 3, 11) auszuführen, bleibt in beiden Fällen das gleiche.</p>
<p>Das Evangelium von der endlichen, restlosen Allversöhnung bietet den einzigen Ausweg aus all diesen Schwierigkeiten, wobei alle Schrift, auch die ernsteste, von Tod, Verderben, Hölle und Verdammnis zu ihrem ganzen, vollen Recht kommt, sodass Gottes Heiligkeit und strafende Gerechtigkeit im ganzen Umfang der biblischen Aussagen unangetastet bleibt und dennoch — oder besser gesagt gerade dadurch — die allgewaltige Liebe Gottes ihre vollkommenen Triumphe feiert über alle Feindschaft, Lüge, Tod und Finsternis.</p>
<p>Wenn aber der zweite Tod nicht Vernichtung bedeutet, was bedeutet er dann wohl?</p>
<p>Wir begegnen dem Ausdruck nur in der Offenbarung an Johannes, und zwar ohne dass dort eine Definition oder Erklärung auch nur versucht würde, außer der Vergleichung mit dem Feuersee (20, 14). Zuerst in dem Sendschreiben an die Gemeinde zu Smyrna (Kap. 2, 11): »Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tod.« Damit ist ausgesagt, dass derselbe Leid bringt oder bedeutet. Angedeutet ist in dem Ausdruck, wiewohl nicht offen ausgesprochen, dass dieses Leid schwerer sein dürfte als das des ersten Todes. Doch ist das nur eine erlaubte Folgerung, keine direkte Aussage.</p>
<p>Dann begegnet uns der Ausdruck wieder in Kap. 20, 6: »Über diese (die Teil haben an der ersten Auferstehung) hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit Ihm regieren tausend Jahre.« Daraus scheint hervorzugehen, dass der zweite Tod wohl Macht hat oder drohen mag denen, die nicht an der ersten, wohl aber an den späteren Auferstehungen teilhaben werden, wie sie in der Schrift in Aussicht genommen sind.</p>
<p><strong>Wiederkehr ins irdische Leben durch Totenauferweckung</strong></p>
<p>So wird z. B. den Sodomitern deutlich verheißen, sie sollen wieder in ihren vorigen Stand zurückkehren; ebenso den Bewohnern von Samaria, wie denen von Jerusalem (Hes. 16, 55). Wenn diese Worte in ihrem einfachen Sinn zu nehmen sind, können sie nur eine Wiederkehr in das natürliche, irdische Leben bedeuten, wie sie z. B. ja auch einem Lazarus, einem Jüngling zu Nain und der Tochter des Jairus widerfuhr. Diese sind unzweifelhaft wieder, d. h. zum zweiten Mal gestorben. Damit soll aber nicht solches zweite Sterben als gleichbedeutend gesetzt sein mit dem, was die Schrift den zweiten Tod nennt, obgleich eine gewisse Übereinstimmung wohl nicht zu leugnen sein wird.</p>
<p>In jedem Fall dürfen wir wohl versichert sein, dass große Mengen der Menschen, ganz ähnlich wie Sodom und Gomorra, aus dem ersten Tode zu einem zweiten, fortgesetzten Leben im Fleisch werden auferweckt werden; denn jene Totenauferweckungen durch den Herrn und Seine Jünger haben gewiss messianische Vorbedeutung, sind Proben und Musterexemplare von dem, was im großartigen Maßstab geschehen wird bei und nach der Wiederkunft des Herrn.</p>
<p>Da liegt es denn ganz nahe, dass ein zweites Sterben als Verschärfung der Strafe wohl zur Anwendung kommen mag bei solchen, auf welche auch ihre Wiederherstellung aus dem ersten Tod nicht die erhoffte Wirkung gehabt haben wird. Dadurch wäre z. B. auch leichter erklärlich, was der Herr meinte, als Er zu den Städten am See Genezareth sprach: Es wird Sodom und Gomorra, Tyrus und Sidon erträglicher ergehen am Jüngsten Tage als euch (Matth. 11, 22.24).</p>
<p>Volle Gerechtigkeit würde ja auch verlangen, dass alle jene ungezählten Geschlechter, welchen bei Leibesleben, d. h. vor ihrem ersten Tode, Gott Sein Heil nie gezeigt oder zeigen ließ, durch Totenauferweckung dennoch in die gleiche Lage und Möglichkeit versetzt würden, sich im Leibe für oder wider Christus zu entscheiden wie alle andern Sterblichen.</p>
<p>Die nächste Erwähnung des zweiten Todes geschieht in Kap. 20, 10, wo zwar der Ausdruck nicht gebraucht wird, aber die Sache unter einem andern Namen erscheint: Der Teufel ward in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo das Tier ist und der falsche Prophet, und sie werden gepeinigt Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit.</p>
<p>Da in der nun folgenden Stelle der zweite Tod zugleich auch der Feuersee genannt wird (V. 14), so ist es am besten, wir fassen die beiden Worte hier zusammen ins Auge.</p>
<p>Da erkennen wir zunächst, dass der zweite Tod, der Feuersee, <em>nicht als Vernichtung</em> anzusehen ist; denn nach tausendjährigem Aufenthalt im Feuersee sind das Tier und der falsche Prophet noch in ihm und werden samt dem Teufel, der ihnen nun beigesellt ist, dem Gericht furchtbarer Pein unterworfen durch Ewigkeiten hin.</p>
<p>Zugleich leuchtet sofort ein, dass wir es hier zu tun haben mit dem Feuer, von dem Jesus in Matth. 25, 41 redet: Geht hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige (d. h. äonenlange) Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln.</p>
<p>Daneben stellen wir noch die apostolischen Aussagen von des »ewigen Feuers« Pein, die in Jud. 7 und 2. Petr. 2, 6 vorkommen und in welchen das Feuergericht, das Sodom und Gomorra traf, als biblisches Exempel festgestellt wird für das, was wir unter diesem Feuer zu verstehen haben.</p>
<p><strong>Welchen Charakter hat »des ewigen Feuers Pein«?</strong></p>
<p>Aus dieser Zusammenstellung, die auf innerer Übereinstimmung der in Frage stehenden Bezeichnungen beruht, ergibt sich zwanglos Folgendes:</p>
<p>1. Aus der Vergleichung von Jud. 7 und 2. Petr. 2, 6 mit Hes. 16, 55 geht deutlich hervor, dass des ewigen Feuers Pein <em>keineswegs als endlos</em> zu denken ist. Denn Sodom und Gomorra sollen aus ihm wiederhergestellt werden in ihren früheren Stand. Kann das mit ihnen geschehen, dann kann es auch mit andern Geschöpfen Gottes, die in das gleiche Gericht des »ewigen Feuers« geraten sind, geschehen, zumal bestimmt erklärt wird, jene Städte seien ein Exempel (ein Beispiel) für andere.</p>
<p>2. Aus Matth. 25, 46 geht ebenso deutlich hervor, dass das dem Teufel und seinen Engeln bereitete Feuer, die »ewige Pein«, keineswegs ein zweck- und zielloses, frucht- und ergebnisloses bloßes Quälen und Peinigen bedeuten kann; denn das dort mit »Pein« übersetzte Wort bedeutet in Wirklichkeit <em>scharfe, schwere, schmerzliche, aber zweckmäßige und auf Erfolg berechnete Züchtigung</em> (kolasis). In dem Wort liegt weder der Begriff der Vernichtung noch der der Hoffnungslosigkeit, sondern offenkundig der der schließlichen, wenn auch ungemein <em>schmerzlichen Zurechtbringung</em>.</p>
<p>Somit sind alle herkömmlichen Vorstellungen über den Charakter und die Bedeutung des ewigen Feuers, und damit des zweiten Todes, der diesem gleichgestellt ist, als haltlos abzulehnen, so bestimmt wie die Vorstellung von letztendlicher Vernichtung der Gottlosen, des Teufels und seiner Engel.</p>
<p>Es bleibt noch die Stelle zu betrachten, in welcher von dem Feuersee etwas sehr Merkwürdiges ausgesagt ist, die wir oben bereits genannt haben, weil in ihr der Feuersee als der zweite Tod bezeichnet wird. Wir meinen das Wort Offb. 20, 14: »Und der Tod und das Totenreich wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod, der Feuersee.« Unmittelbar vorher war gesagt worden: »Und das Meer gab die Toten, die darinnen waren, und der Tod und das Totenreich gaben die Toten, die darinnen waren; und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken« (V. 13).</p>
<p><strong>Alle Toten werden auferweckt werden</strong></p>
<p>Da findet also eine, wie es scheint, vollständige Entleerung aller Behältnisse des Todes, des Meeres und der Unterwelt, d. h. des eigentlichen biblischen Hades (hebr. Scheol) statt. Mit andern Worten: Alle Gräber werden aufgetan, alle Toten werden aus ihnen gerufen, und alsdann werden alle, die des Eingangs zum Leben nicht würdig erfunden werden, dem zweiten Tod, dem Feuersee, überantwortet.</p>
<p>Das ist der im Ganzen einfache, anschaulich geschilderte Sachverhalt. Der ganze Vorgang ist wohl nichts anderes, als was der Herr in Joh. 5, 28.29 geweissagt hat: »Denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, Seine Stimme hören werden, und es werden hervorgehen, die das Gute getan haben, zur <em>Auferstehung des Lebens,</em> die aber das Böse getan haben, zur <em>Auferstehung des Gerichts</em>.«</p>
<p>So ist es wohl auch dasselbe, was Paulus im Auge hatte, als er vor dem Landpfleger Felix bezeugte: »&#8230; und habe die Hoffnung zu Gott, auf welche auch sie selbst (seine Ankläger) warten, dass zukünftig sei die Auferstehung der Toten, sowohl der <em>Gerechten </em>als der <em>Ungerechten«</em> (Apg. 24, 15). Bei diesem apostolischen Wort ist beachtenswert, dass nicht nur die Auferstehung der Gerechten, sondern auch die der Ungerechten für den Apostel <em>Hoffnung zu Gott</em> bedeutet, während nach der herkömmlichen Auffassung und Lehre die Auferstehung der Ungerechten eitel Hoffnungslosigkeit bedeuten müsste. Wie es denn ja auch gar nicht einleuchten will, weshalb Gott überhaupt die Gottlosen auferwecken sollte, wenn sie doch schon gleich mit ihrem Tode in der endlosen Feuerhölle wären.</p>
<p>Ebenfalls ist nicht zu erkennen, wieso es den Bewohnern von Tyrus und Sidon, von Sodom und Gomorra, wie wir schon oben andeuteten, an jenem Tage, dem Tage des Menschensohnes, dem der Vater alles Gericht übergeben hat, solle erträglicher ergehen können als denen von Chorazin, Bethsaida und Kapernaum (Matth. 11, 22.24), wenn das Los aller im Unglauben und in der Gottlosigkeit Verstorbenen die endlose Höllenpein wäre.</p>
<p><strong>Ganz Israel wird gerettet werden</strong></p>
<p>Dabei bleiben wir eingedenk, dass alle jene Städte Israels samt ihren ungläubigen Bewohnern, die vergeblich das Heil Gottes unter sich hatten erscheinen sehen, nur einen Teil eben des Volkes ausmachen, das von den Propheten wiederholt mit Sodom und Gomorra verglichen wird (Jes. 1, 10; Jer. 23, 14; Klagel. 4, 6; Offb. 11, 8), dem aber die göttliche Verheißung feststeht: Ganz Israel wird gerettet werden; denn Gott hat sie alle eingeschlossen in den Ungehorsam, auf dass Er sich aller erbarme (Röm. 11, 26.32).</p>
<p>Auch Israels größter Prophet, Jesus Christus, stellt den Töchtern Jerusalems, über die Er weinte und klagte, in sichere Aussicht: »Ihr werdet mich hinfort nicht sehen, bis dass ihr sagen werdet: Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn« (Matth. 23, 39).</p>
<p>Das bestätigt auch das letzte Buch des Neuen Testaments, wo wir lesen: »Es werden Ihn sehen aller Augen, auch die Ihn durchstochen haben, und werden sich Seinetwegen an die Brust schlagen alle Stämme des Landes« (Offb. 1, 7).</p>
<p>Das können sie aber nur, wenn sie, wie wir oben sahen, nach dem Wort des Herrn Jesus aus ihren Gräbern gekommen sein und Ihn anschauen werden, nach Sach. 12, 10-14.</p>
<p>Aus diesem letzteren prophetischen Wort, das offenbar in Offb. 1, 7 kurz zusammengefasst ist, geht zur Genüge hervor, dass die in Aussicht gestellte Wehklage nicht etwa die der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit ist, sondern sie geschieht infolge der Ausgießung des Geistes der Gnade und des Gebets über das Haus Davids und die Bürger zu Jerusalem.</p>
<p><strong>Die Auferweckung aus dem ersten Tod bedeutet noch nicht die Aufhebung des Todes als des »letzten Feindes«</strong></p>
<p>Greifen wir nun noch einmal auf die bereits oben kurz besprochene Schriftaussage zurück, nach welcher als <em>letzter </em>Feind der Tod aufgehoben und beseitigt werden soll, so ergibt sich, dass alle andre Feindschaft im ganzen weiten All, bei sichtbaren und unsichtbaren Geschöpfen und Wesen, bei Thronen, Herrschaften, Fürstentümern und Gewalten zuvor beseitigt, aufgehoben worden sein muss, ehe der Tod an die Reihe kommen kann.</p>
<p>Nun ist aber klar erwiesen, dass die Häupter aller Feindseligkeit, die Anführer aller Rebellion und Empörung gegen Gott und Christus ihr Gericht gefunden haben im andern Tod, im Feuersee. Dieser Feuersee trägt aber in ganz unverkennbarer Weise das Prädikat »Tod«, der »zweite Tod«.</p>
<p>Noch dazu ist uns klar geworden, dass alle menschlichen Gräber ihre vollständige Entleerung gefunden haben nach dem Wort des Herrn und dass dann keine anderen Toten mehr vorhanden sind als diejenigen, welche eben in den »zweiten Tod«, welches ist der Feuersee, geworfen wurden. Sie alle traf die letzte in der Schrift erwähnte und schärfste Form des Gerichts, gleich dem Teufel und seinen Engeln, für die ja dieses Feuer bereitet ward.</p>
<p>Jene Entleerung des Totenreichs, des Meeres und der Gräber, deren Inhalt zum (vielleicht größten) Teil dem Feuersee, dem zweiten Tod anheim fiel, kann unmöglich als <em>Aufhebung des Todes,</em> der von der Schrift der »letzte Feind« genannt wird, angesehen werden. Denn die Wirksamkeit eben dieses zweiten Todes erfährt erst durch die Entleerung der Gräber (durch Auferweckung, wie wir sahen) eine bedeutende Erweiterung und Ausdehnung.</p>
<p>Ebenso wenig kann davon die Rede sein, dass bei allen, die dem zweiten Tod, dem Feuersee, verfallen, die feindselige Gesinnung und Stellungnahme gegen Gott bereits durch ihren Eintritt in den Zustand des andern Todes aufgehoben oder beseitigt worden wäre. In dem Falle des Tieres und des falschen Propheten, die bereits tausend Jahre im Feuersee waren, als Satan zu ihnen dahinein geworfen wurde (Offb. 19, 20; 20, 10), ist wohl dargetan, dass eine solche Annahme irrig wäre.</p>
<p>Auch wird von Satan (und seinen Engeln) deutlich ausgesagt, dass sie Tag und Nacht gepeinigt werden von Ewigkeit zu Ewigkeit, also unzweifelhaft durch mehrere Äonen hin.</p>
<p>(Allerdings ist hier darauf zu achten, dass in der Schrift der Ausdruck »Äon« mitunter von verhältnismäßig kurzen Zeiträumen gebraucht wird. So betet z. B. Jona aus dem Bauch des Seeungetüms: »Zu den Gründen der Berge sank ich hinunter, die Erde war auf ewig (hier steht das hebräische Wort für Äon = olam) verriegelt hinter mir« (Jona 2, 7). In Wirklichkeit dauerte seine Todesgefangenschaft nur drei Tage und Nächte. Und will man geltend machen, dass er an seinen endgültigen Ausgang aus diesem Leben gedacht habe, dann bleibt immer noch bestehen, dass der gläubige Prophet nicht weiter als bis zur Auferweckung aus den Toten gedacht haben kann. — Die Grundvorstellung bei dem hier gebrauchten Wort (Äon, olam) scheint eben die des <em>Unabsehbaren </em>zu sein, einerlei, wie lang oder kurz der wirkliche Zeitraum ist, der damit umschrieben wird.)</p>
<p>Somit steht fest, dass die Unterwerfung Satans und seiner Engel, d. h. die endgültige Aufhebung seines feindseligen, rebellischen Regiments im Himmel und auf Erden, unter Engeln und Menschen, dadurch eine vollendete Tatsache ist, dass er mit all seinem Anhang in den zweiten Tod kommt, als ein vollständig Gerichteter, Abgetaner, Überwundener, hinfort durchaus Unschädlicher, eine ohnmächtige Beute des Todes. Damit ist allerdings noch nichts festgestellt über seine innere Umwandlung aus einem Feinde Gottes und Christi in einen willigen Anbeter und wiederhergestellten »Sohn Gottes«, wie er es im Anfang war (Hes. 28, 12-14).</p>
<p><strong>Gefallene Engelmächte können wie Menschen sterben</strong></p>
<p>Ehe wir uns weiter mit dieser Frage beschäftigen, sei hier kurz hingewiesen auf ein prophetisches Wort im Psalmbuch, in dem wir höchst wichtige Züge göttlicher Gerichts- und Gnadengedanken zu erkennen glauben, die hier zur Anwendung kämen. Wir meinen Ps. 82, 6.7, das Urteil Gottes über die, zu welchen jenes Wort geschah: »Ich habe gesagt: Ihr seid Götter (Elohim) und allzumal Kinder des Höchsten. Aber ihr werdet sterben wie Menschen und wie einer von den Fürsten fallen.«</p>
<p>Die Hauptfrage, welche hier zu entscheiden ist, ist die, wer unter den als »Elohim« Angeredeten zu verstehen sei, ob bloße Menschen oder höhere, d. h. Engelwesen, oder, wie es uns scheinen will, beide.</p>
<p>Mit andern Worten: Ist es statthaft, hinter den in diesem Psalm von Gott so ernst bedrohten menschlichen Richtern, die unrecht richteten und die Person des Schuldigen ansahen, sodass die Grundfesten des Landes (oder der Erde) ins Wanken gerieten, andere Wesen zu erblicken, denen in Weltangelegenheiten eine hohe obrigkeitliche Gewalt und Verantwortung von Gott selbst zugewiesen ist und die auch dafür vor Gott Rechenschaft abzulegen haben?</p>
<p>Beispiele dafür, dass in der Schrift hinter menschlichen Persönlichkeiten höhere und höchste Wesen aus der Engelwelt geschaut und verstanden werden, lassen sich in genügender Zahl finden, um eine solche Auffassung zu rechtfertigen. Wir weisen z. B. hin auf Jes. 14, 3ff., wo im prophetischen Gesichtsfeld hinter dem König von Babel unzweifelhaft die Gestalt des vom Himmel gefallenen Luzifer zu erkennen ist; denn was von ihm in V. 12-14 ausgesagt ist, will auf keinen bloß menschlichen Monarchen passen.</p>
<p>Dasselbe gilt von der Schilderung, die in Hes. 28, 12ff. gegeben ist über den Sturz des gesalbten, schirmenden Cherub, unter dem wohl auch nicht bloß der König von Tyrus gemeint sein kann, sondern der, welchen die Schrift an andern Orten den Fürsten und Gott dieser Welt nennt (Joh. 14, 30; 2. Kor. 4, 4).</p>
<p>Ein ganz ähnliches Verfahren beobachtet ja auch der Geist der Weissagung bei einer Reihe von typischen Persönlichkeiten, die sowohl auf Christus als aufden Antichristus hinweisen. Somit hat die auch für dieses Psalmwort angenommene Doppeldeutigkeit guten biblischen Grund.</p>
<p>Ebenfalls fällt Licht auf diese Auffassung aus Dan. 10, wo uns sehr anschaulich dargestellt wird, wie Engelfürsten hervorragenden Anteil haben an der Verwaltung der Weltpolitik.</p>
<p>Darf man also dieses Psalmwort auch so lesen, dass sich Gott damit nicht nur an menschliche Richter wendet, sondern zugleich an die höheren Gewalten, denen nach Eph. 2, 2 das Getriebe des gegenwärtigen Weltsystems untersteht, dann bekommen Seine Worte, namentlich Sein Urteilsspruch, eine sehr merkwürdige Bedeutung, die wir hier nicht außer Acht lassen dürfen, zumal das Ergebnis sich wieder deckt mit der Sprache der Propheten Jesaja und Hesekiel in den beiden oben angeführten Stellen.</p>
<p>Dieses Urteil lautet: »Ich habe gesagt: Ihr seid Götter und allzumal Söhne des Höchsten; dennoch sollt ihr sterben wie Menschen und wie einer von den Fürsten fallen!« Ein solcher Spruch, über bloße Menschen gefällt, will nicht besonders viel sagen. Richtet er sich aber gegen den, der die Gewalt des Todes gehabt und von ihr durch Jahrtausende mörderischen Gebrauch gemacht hat, also gegen Satan, dann bekommt er ein ganz anderes Gesicht und Gewicht.</p>
<p>Nun wendet sich aber auch bei dem Propheten Jesaja das Wort des Herrn mit Spott und Hohn an den vermessenen Morgenstern (d. h. Engelfürsten), der sich vorgenommen hatte: »Ich will zum Himmel emporsteigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen &#8230; dem Allerhöchsten gleich!« — und spricht zu ihm: »Ja, zum Scheol (Totenreich) fährst du hinab, in die tiefste Grube!« (Jes. 14, 15ff.).</p>
<p>Und bei Hesekiel geht der Spruch an den König von Tyrus: »Ich habe dich auf die Erde geworfen (vgl. Offb. 12, 9) und dich vor den Königen zum Schauspiel gemacht &#8230; Ich ließ Feuer von dir ausgehen, welches dich verzehrte, und ich habe dich auf Erden zu Asche gemacht vor den Augen aller derer, die dich sehen« (Hes. 28, 17.18).</p>
<p>Unsre dogmatischen Schwierigkeiten, die aus philosophischen Folgerungen entstehen, als ob Satan doch nie sterben könne, haben angesichts solcher bestimmten Erklärungen der Schrift nichts zu bedeuten. Sie wägen weniger als nichts, so viele ihrer sind. Wenn das Wort Gottes erklärt, dass auch der Mörder von Anfang eine Beute des Todes und zu Asche werden soll, dann wird er&#8217;s, mögen die Menschen sagen, was sie wollen.</p>
<p>Und warum sollte er&#8217;s nicht können? Hat er doch unzweifelhaft nach der Schrift nicht nur das Vermögen, sich der Leiblichkeit und Gestalt eines niederen Geschöpfes Gottes, der Schlange, zu bedienen zu seinen Verführungszwecken, sondern es steht von ihm geschrieben, dass er leibhaftig Besitz ergriffen habe auch von der Person des Verräters Judas, des Kindes des Verderbens: Da fuhr der Satan — nicht ein untergeordneter Engel oder Dämon — in ihn (Joh. 13, 27).</p>
<p>Es wird eine offene Frage bleiben müssen, ob er wieder aus Judas ausgefahren sei, ehe dieser hinging und sich selbst erhängte. Geschah das nicht, dann hat Satan damals schon etwas von des Todes Bitterkeit zu schmecken bekommen, den er selbst verursacht und verschuldet.</p>
<p>Dazu lässt uns die Schrift bestimmt erwarten, dass später noch ein anderer »Sohn des Verderbens« kommen wird, welchem Satan seine Kraft und seinen Thron und große Macht geben wird (Offb. 13, 2). Und mit diesem wird er dasselbe Los zu teilen haben, nämlich in den Feuersee, den zweiten Tod, geworfen zu werden.</p>
<p>Kann aber Satan (und seine Engel mit ihm) sterben wie Menschen, dann können sie auch aus dem Tode auferweckt werden wie Menschen. Gegen eine solche Folgerung wird sich aus der Schrift wohl kein stichhaltiger Einwand erheben lassen.</p>
<p><strong>Dienst und Bedeutung des Todes</strong></p>
<p>Doch nun die wichtige Frage: Wozu dient im göttlichen Verfahren dieser zweite Tod, der Feuersee?</p>
<p>Denn das steht von vornherein fest: Zweck- und bedeutungslos ist er ebenso wenig wie der erste, d. h. wie der Tod überhaupt. Das geht allein schon aus der Tatsache hervor, dass er eben der zweite <em>Tod </em>heißt, d. h. dass ihm das Wort Gottes dasselbe Prädikat beilegt wie dem, womit der Sünde Lohn bezeichnet ist (Röm. 6, 23).</p>
<p>Die Schrift aber ist im Geben von Namen keuscher und zutreffender als wir Menschen. <em>In ihr bedeutet der Name stets das wahre Wesen</em>. Wollen wir also aus dem Namen auf das wahre Wesen und die gottgewollte Bedeutung des zweiten Todes schließen, dann bleibt uns kein besserer Weg übrig, als zu erwägen, welchen Dienst der Tod überhaupt im göttlichen Walten mit der Menschheit zu leisten hat.</p>
<p>Es ist ganz überflüssig und nutzlos, uns darüber aus irgendeiner andern Quelle des Erkennens oder Wissens, wenn es eine gäbe, Rat holen zu wollen. Denn was weiß die ganze menschliche Wissenschaft oder Philosophie bis auf diesen Tag über Wesen und Bedeutung des Todes? Er ist und bleibt dem erschaffenen Geist ein undurchdringliches Geheimnis. Allein der Geist der Wahrheit kann uns aus der untrüglichen Offenbarung des geschriebenen Wortes darüber Bescheid geben.</p>
<p>Da stehen denn vor unserm erleuchteten Auge zwei unwidersprechliche Tatsachen, welche uns die Schrift erhärtet:</p>
<p>1. Dass Tod und Sünde unzertrennlich zusammengehören, wie Ursache und Wirkung. Nur durch die Sünde ist der Tod in die Welt gekommen (Röm. 5, 12). Die Sünde aber ist, auch das bezeugt die Schrift, unzweifelhaft Satans Werk. Er ist der Lügner von Anfang und damit der Mörder von Anfang (Joh. 8, 44).</p>
<p>2. Dass der Sohn Gottes gekommen ist, die Werke des Teufels zu zerstören (1. Joh. 3, 8). Das wird dadurch bekräftigt und erklärt, dass Er von Gott zur Sünde gemacht wurde und also durch Seinen Tod, den Er für die Sünde der ganzen Welt gestorben ist, den zunichte gemacht hat, der des Todes Gewalt hat, den Teufel (Hebr. 2, 14). Er ist die Sühne, das Sühnopfer für unsre Sünden, nicht allein aber für die unsren, sondern für die der ganzen Welt (1. Joh. 2, 2), d. h. für alle Sünden aller, die je gesündigt haben, ohne irgendeine Ausnahme. Wie denn geschrieben steht: Es war das Wohlgefallen, dass in Ihm alle Fülle wohnen sollte und dass alles durch Ihn versöhnt würde zu Ihm selbst, dadurch dass Er zum Frieden brächte durch das Blut, durch Sein Kreuz, sowohl was im Himmel als auch was auf Erden ist (Kol. 1, 20).</p>
<p>Daneben aber steht die andere biblische Tatsache, dass die Schrift (will sagen Gott) alles beschlossen hat unter die Sünde, und damit unter den Tod (Gal. 3, 22; Röm. 11, 32). Denn dadurch allein ist es nun möglich geworden, dass der Sohn Gottes durch Seinen Tod, den Er gestorben ist um der Sünde willen, den völlig zunichte machen konnte, der des Todes Gewalt hat, den Teufel; oder, wie es Paulus sehr drastisch und anschaulich darstellt, dass Er die Herrschaften, die Gewalten öffentlich an den Pranger stellte und über sie am Kreuz triumphierte (Kol. 2, 15). Dem gemäß erklärt auch der Hebräerbrief, dass Christus aus Gottes Gnaden für alle (oder für alles) den Tod geschmeckt habe und eben wegen Seines Todesleidens mit Preis und Ehre gekrönt sei (Hebr. 2, 9).</p>
<p>Nun aber ist es ganz offenkundig, dass trotzdem selbst Seinen Gläubigen und Heiligen das Sterben nicht nur nicht erspart ist, sondern die Schrift redet deutlich von einer Gemeinschaft Seiner Leiden, von einem Ähnlichwerden Seinem Tode für die Auserwählten. Und Paulus redet in Phil. 1, 21 ebenso deutlich davon, dass demjenigen, dem Christus das Leben geworden, der Tod Gewinn bedeute.</p>
<p>Es kann also keinem Zweifel unterliegen, dass in der Pädagogik Gottes unter gewissen Umständen sogar der Tod, dieser ausgesprochene, erklärte Feind, sehr <em>wichtige und wertvolle Dienste</em> zu leisten berufen ist. Und zwar nicht nur auf mild pädagogischem, sondern auch auf sehr streng richterlichem Gebiet.</p>
<p>Wir erinnern nur an das erschütternde Gericht über Ananias und Saphirs (Apg. 5) sowie über das vom Apostel im Namen und in der Kraft des Herrn Jesus verhängte scharfe Gericht über jenen Bruder in Korinth: ihn dem Satan zu übergeben zum Verderben des Fleisches, auf dass der Geist gerettet werde am Tage des Herrn Jesus (1. Kor. 5, 5). Ähnlich wohl auch das Gericht über Hymenäus und Alexander, die er dem Satan übergab, damit sie gezüchtigt würden, nicht mehr zu lästern (1. Tim. 1, 20).</p>
<p>Ist es ganz unberechtigt und unbegründet, hieraus den Schluss zu ziehen, dass in unsres Gottes Erziehungsweise auch dem zweiten Tode eine ähnliche züchtigende und zurechtbringende Bedeutung zugesprochen werden dürfe? Wir meinen nicht. Denn vom Gegenteil kann aus der Schrift selbst kein Beweis erbracht werden.</p>
<p>Alles, was man von der entweder vernichtenden oder endgültig hoffnungslos quälenden, rein zwecklos strafenden Bedeutung des zweiten Todes lehrt, beruht auf vorgefassten dogmatischen Meinungen, die man aus der Schrift mit nichts belegen kann. Es ist nichts als dogmatische Behauptung, dass der zweite Tod niemals aufgehoben werden könne, dass es aus ihm niemals eine Errettung geben könne.</p>
<p>Demgegenüber halten wir uns für durchaus berechtigt zu der bestimmten Annahme, dass auch der zweite Tod keine Ausnahme bilde von irgendwelchem andern Straf- und Züchtigungsmittel Gottes, sondern dass auch er <em>den Heils- und Wiederherstellungsgedanken Gottes dienen muss,</em> niemals aber das unübersteigliche Hindernis bedeuten kann für Gottes ewige Liebesgedanken.</p>
<p>Dabei wird jedermann erkennen, dass dadurch den Schrecken dieses zweiten Todes an sich nichts genommen ist, als nur die erst <em>von Menschen ihm angedichtete und angeheftete Unendlichkeit,</em> die ihn zu einer Höhe der Macht und Bedeutung erhebt, die sogar dem heiligen und vollkommenen Liebeswillen Gottes in Christus Jesus wirksam sich entgegenstellt und die ausgesprochene Absicht, dass alle Menschen gerettet werden sollen, endgültig hintertreibt.</p>
<p>Es ist und bleibt schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen; denn weil Gott die Liebe ist, ist Er auch ein verzehrendes Feuer (Hebr. 10, 31; 12, 29). Darum auch <span style="border-bottom:#777777 dashed thin"><a target="_blank" href="http://www.come2god.de/2009/03/25/die-hoelle-ein-erweis-der-liebe-gottes/">ist die Feuerhölle der letzte und sprechende Beweis der unergründlichen <em>Liebe Gottes</a></span>,</em> die eher bis an die äußersten Grenzen von Tod, Verderben und Verdammnis geht mit Seinen Geschöpfen, als dass Er sie in Sünde, Feindschaft und Gottes-ferne bleiben ließe.</p>
<p><strong>Gott selbst hat das »ewige Feuer« bereitet — aus welchen Motiven und zu welchem Zweck?</strong></p>
<p>Man erwäge doch ruhig und nüchtern: Nach der Schrift hat der Teufel des Todes Gewalt. Aber dieselbe Schrift zeigt unzweideutig, dass es auch für ihn einen Tod geben wird, der aller seiner gerühmten, falschen Hoheit und angemaßten Herrschermacht ein Ziel setzen wird, wie wir oben anhand der Propheten Jesaja und Hesekiel ausgeführt haben.</p>
<p>Der zweite Tod ist ganz offensichtlich nicht nur nicht in des Teufels Gewalt, sondern wir finden ihn in dessen Gewalt, von ihm überwunden, in ihn geworfen, von ihm gepeinigt. Wer hat denn nun des zweiten Todes Gewalt? Wer verfügt, bestimmt über ihn, wer bedient sich seiner?</p>
<p>Ist es denn auch möglich, daran zu denken, dass der zweite Tod aus sich selber oder in sich selber eine gottfeindliche Macht bedeuten könnte, der gegenüber Gottes eigene Liebesgedanken sich als unausführbar erwiesen? Ist es denkbar, dass irgendein Wesen, das Gott in Seiner heiligen Liebe den Schrecken und Qualen des zweiten Todes überantworten muss, damit ganz und für immer aus Seinem Bereich käme? Und dass der allmächtige Gott einem solchen Wesen niemals mehr beikommen könnte?</p>
<p>Gott selbst hat, nach der Aussage Seines geliebten Sohnes, dieses Feuer bereitet dem Teufel und seinen Engeln (Matth. 25, 41). Diese Vor-und Zubereitung sollte jemals aus andern Motiven entstanden sein als aus denen vollkommener Weisheit, gepaart mit heiliger Liebe und makelloser Gerechtigkeit? Sie sollte bedeuten, dass Gott mit Bewusstsein Seinem Heils- und Liebeswirken eine ganz und für immer unübersteigliche Schranke gesetzt habe? Gott, der da will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen (1. Tim. 2, 4), soll gewollt haben, dass die Ausführung eben dieses Seines eigenen, unbeweglichen, wohlbedachten Liebeswillens für große Mengen von Geschöpfen niemals möglich sein sollte?! Kann Gott auch zwei einander so entgegengesetzte Willen haben? Was würde aus dem einigen, heiligen und wahrhaftigen Gott?!</p>
<p>Man rede nicht davon, dass das nicht Gottes Schuld sei, sondern nur die Seiner unwilligen, widerspenstigen, unverbesserlichen Geschöpfe, die die Ausführung des heiligen Liebeswillens Gottes wirksam hinderten. Das ändert nichts an dem ganzen furchtbaren Dilemma, hebt den unerträglichen, zerreißenden Dualismus — diesen Zwiespalt im Wesen Gottes nie auf. Denn wenn Gott mit Vorbedacht Geschöpfe hervorrief, die das vermochten, und zuvor sah, dass diese Geschöpfe das auch tatsächlich fertigbringen würden, wovon wir die Möglichkeit selbstverständlich einräumen, dann war es immerhin unmöglich, dass Gott zu gleicher Zeit <em>wollen </em>konnte und es offen und mit der deutlichsten Rede erhärten konnte, dass alle Menschen gerettet werden sollten. Dann hat der starrste, schauderhafteste Kalvinismus Recht, dass Gott von aller Ewigkeit her den größten Teil Seiner gefallenen Schöpfung zur unabänderlichen endlosen Verdammnis und Qual zuvorbestimmt habe. Dann ist es durchaus konsequent, zu lehren, dass es in der Hölle kleine Kindlein gebe eine Spanne lang!</p>
<p>Dann sei man aber auch konsequent und ganz ehrlich, wie es der starre Kalvinismus früher war, und höre auf, die Universalität der göttlichen Liebesabsichten mit einer verlorenen Welt zu verkündigen. <em>Denn beides zugleich kann niemals wahr, niemals möglich sein.</em></p>
<p>Dahingegen bedeutet das von uns vertretene Evangelium Gottes von der endlichen Versöhnung des gesamten Alls unter dem einen Haupt, Christus, zugleich die Versöhnung der beiden großen Hauptschulen der gläubigen evangelischen Theologie. Wir halten mit dem Kalvinismus die Lehre von der gratia irresistibilis (der unwiderstehlichen Gnade) fest. Nur dehnen wir auf alle aus, was er inkonsequenterweise auf die Auserwählten beschränkt. Und auf der andern Seite halten wir es ebenso aufrichtig mit der gratia universalis, die wir aber nicht dem Kalvinismus feindselig entgegenhalten, sondern die wir mit der kalvinistischen gratia irresistibilis glücklich vermählen zu einem harmonischen, fruchtbaren Bunde, zur Ehre Gottes des Vaters.</p>
<p><strong>Dem großen Weltenbrand folgt die Neuschöpfung</strong></p>
<p>Noch sei hingewiesen auf das Wort des Petrus von dem Feuergericht, das an jenem Tage die ganze gegenwärtige Erde und den gegenwärtigen Himmel ergreifen wird, sodass die Himmelskörper mit Krachen zergehen, die Elemente von der Hitze aufgelöst und die Erde und die Werke darauf verbrennen werden (2. Petr. 3, 10).</p>
<p>Das ist, soweit wir die Schrift kennen, der ausgedehnteste und großartigste Gebrauch, den Gott am Tage des Menschensohnes von Seinem »verzehrenden Feuer« machen wird. Kein wahrhaft Bibelgläubiger wird sich auch nur einen Augenblick bedenken, wenn ihm die Frage vorgelegt wird: Welchem Zweck dient dieser kolossale Weltenbrand? Er wird sofort die biblische Antwort desselben Petrus bereit haben: Wir erwarten daraus und danach einen neuen Himmel und eine neue Erde, nach Seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnen wird (2. Petr. 3, 13).</p>
<p>Dass dieses verzehrende Feuer erneuernden, wiederherstellenden göttlichen Zwecken dient, wird niemand in Abrede stellen, dem das Worte der Wahrheit und nicht Fantastereien sind.</p>
<p>Kann und wird aber Gott ein so umfassendes, furchtbares Feuergericht Seinen erlösenden, befreienden, verklärenden Liebesabsichten mit einer durch Sünde, Tod und Finsternis spruchreifen Schöpfung dienstbar machen, sodass als Endergebnis ein neuer Himmel und eine neue Erde daraus hervorgehen, was steht dann noch im Wege zu glauben, dass Gott in derselben großartigen, umfassenden Weise auch das dem Teufel und seinen Engeln bereitete Feuer ebenfalls mit demselben durchgreifenden Erfolg Seinen großen Wiederherstellungszwecken dienstbar machen wird?</p>
<p><strong>Der Tod wird verschlungen in den Sieg</strong></p>
<p>Aber noch haben wir nicht die letzte Antwort gegeben auf die uns so tief bewegende Frage: Wie und wodurch wird der letzte Feind, der Tod, aufgehoben, beseitigt? Andeutungen und Winke, auf welcher Linie das liegt, haben wir bereits nicht wenige bekommen.</p>
<p>Eins trat uns ganz klar entgegen, dass nicht mehr der Teufel, der Mörder von Anfang, des Todes Gewalt haben wird, da er ja selbst das hilflose Opfer, die willkommene Beute des zweiten Todes sein wird. Es bleibt somit nur noch der lebendige Gott selbst übrig, der dann zu fürchten ist, weil Er Leib und Seele zu verderben vermag in der Hölle (Gehenna) (Matth. 10, 28).</p>
<p>Ist aber der zweite Tod, der Feuersee, nicht eine selbstständige, ganz unabhängige Macht, die zu beherrschen oder einzuschränken oder völlig aufzuheben auch der allmächtige Herr keine Möglichkeit sähe, dann wird es eben doch bei dem verbleiben, was bereits frühe geschrieben steht: Er führt in die Hölle (das Totenreich) und wieder heraus (1. Sam. 2, 6), und wiederum: Du wandelst den Sterblichen in Staub und sprichst: Kehrt wieder, ihr Menschenkinder (Ps. 90, 3).</p>
<p>Es ist schier unbegreiflich, wie in der Vorstellung wirklich schriftgläubiger Menschen der Gedanke eine solche Herrschaft gewinnen konnte, dass es eine Form des Todes geben könne, gegen die auch der Fürst des Lebens durchaus machtlos sei; dass Gott ein Feuer bereitet habe, das Er selbst niemals zu löschen vermöge. Denn eine Berufung darauf, dass die Schrift selber jenes höllische Feuer als »unauslöschlich« bezeichne, hat ebenso wenig Sinn und Halt, als wenn man sich auf die Schrift berufen wollte, die sagt, dass die Sterne am Himmel und der Sand am Meer unzählig seien, um damit zu beweisen, Gott selbst könne die Sterne oder den Sand nicht zählen (Ps. 147, 4)! Oder Er selbst vermöchte Seine Gedanken, Gerichte und Wege nicht zu verstehen, weil die Schrift sie unausforschlich und unergründlich nennt (Röm. 11, 33)!</p>
<p>Die Lösung der ganzen Frage ist von solcher Einfachheit und Selbstverständlichkeit, dass man fast versucht sein könnte, vom Ei des Kolumbus zu reden. Denn es ist anhand der göttlichen Offenbarung an eine andere Methode zur endgültigen Aufhebung des letzten Feindes, des Todes, auch in seiner ärgsten, schlimmsten Gestalt, nicht zu denken, als durch die große Zentraltat des herrlichen Gottes: durch <em>Auferweckung aller Toten</em>. Wie denn geschrieben steht (1. Kor. 15, 54.55): »Wenn aber dies Verwesliche wird anziehen Unverweslichkeit und dies Sterbliche wird anziehen Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht: <em>Der Tod ist verschlungen vom Sieg!</em> Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich (Hades, Hölle, zweiter Tod), wo ist dein Sieg?«</p>
<p>Gewiss wird man hier den Einwand versuchen, dass wir ohne weiteres Hades und Hölle (Feuersee) auf dieselbe Stufe gestellt hätten, während die kirchliche Dogmatik sehr bestimmt und deutlich zwischen den beiden unterscheide. Das geben wir natürlich gerne zu, können aber nicht erkennen, dass zwischen beiden ein anderer als nur ein gradmäßiger Unterschied festgestellt werden könne, niemals aber ein wesenhafter, als ob der zweite Tod nicht auch das Wesen des Todes teile, so er doch seinen Namen trägt in der Schrift.</p>
<p>Man mag sich den zweiten Tod noch so gewaltig, gefährlich, verderblich, feindselig, furchtbar, schreckhaft oder scheußlich vorstellen, man wird ihm nie einen anderen Charakter dadurch verleihen, als den ihm die Schrift gibt, wenn sie ihn ruhig als »Tod« bezeichnet. Darin liegt für immer klar ausgesprochen, dass sein Grundwesen den direkten Gegensatz bildet zum Leben. Und damit ist ebenso unwiderleglich festgestellt, dass, wenn er überhaupt als Feind aufgehoben werden kann, dann nur dadurch, <em>dass er verschlungen wird von dem Sieg des unvergänglichen Lebens in Christus Jesus,</em> dem Erstgeborenen aller Kreatur, dem Erstgeborenen aus den Toten (Kol. 1, 15.18).</p>
<p>Nun haben wir erkannt, dass der zweite Tod keineswegs Vernichtung bedeuten kann. Ebenso haben wir gezeigt, dass alle andern Feinde Gottes und Seines Christus <em>vor ihm</em> müssen aufgehoben worden sein, weil er sonst natürlich nicht als <em>letzter </em>Feind dastehen könne, der aufgehoben werden soll.</p>
<p>Somit bleibt alsdann im ganzen weiten All unsres Gottes nur dieser letzte Feind, der Feuersee, der zweite Tod, zu beseitigen. Nun hat aber Gott <em>alle Seine Feinde,</em> also auch diesen letzten, dem herrlichen Sohn unter die Füße getan, der bis dahin mit allen übrigen Feinden vollständig fertig geworden ist, indem Er sogar den Satan, den Mörder von Anfang, den Gewalthaber des Todes, in den Feuersee werfen ließ. Damit hat Er aller organisierten, seit Jahrtausenden wütenden Feindschaft im ganzen Weltall das satanische Drachenhaupt endgültig zertreten.</p>
<p>Alle bisherige Möglichkeit der Verblendung, der Verführung, der Verfinsterung ist dann vollständig und für immer beseitigt, weil ja der Teufel selbst im Feuersee ist, ein ohnmächtiger, entthronter, geschändeter und völlig zunichte gemachter Tyrann, offenbar geworden, gerichtet, unschädlich gemacht, entkräftet in dem ihm bereiteten Feuer.</p>
<p>So gewiss er aber eine Beute des Todes werden konnte, aller philosophischen Dogmatik ungeachtet, so gewiss kann er auch, nach äonenlangem Feuergericht gedemütigt, zermürbt und vollständig zerschlagen, eine Beute des unvergänglichen, unzerstörbaren Lebens werden, das an das Licht gebracht worden ist im Evangelium. Gottes. Denn das Leben ist erschienen. Und das Leben ist mächtiger als der Tod. <em>Jesus ist Sieger,</em> denn Er gebietet und verfügt auch über den zweiten Tod, den Feuersee. Auch dieses Werkzeug muss Ihm und Seinen großen erneuernden, befreienden Zwecken dienen. Ihn werden alle Engel Gottes anbeten. Denn der Tod wird verschlungen in den Sieg!</p>
<hr />
<font color="white">.</font>
<p>
<strong>Nachwort von H. Schumacher</strong></p>
<p>Diese gewaltige Botschaft ist nicht zur bloßen Kenntnisnahme da. Sie sollte auch nicht Anlass bieten für Hochmut oder Rechthaberei. Es gilt vielmehr für die Gegenwart praktische Konsequenzen zu ziehen, für unseren Alltag heute. Diese Botschaft muss sich auswirken in Erkenntnis und Wandel. Wie aber könnte das aussehen?</p>
<ul>
<li>Ich weiß: Jesus ist Sieger!</li>
<li>Ich weiß: Der Satan ist ein besiegter Feind, auch heute schon, vor seiner endgültigen Zerschmetterung. Die Finsternis wird nicht das letzte Wort behalten — auch in unserem Leben nicht.</li>
<li>Auch der Tod ist nur ein Werkzeug in Gottes Hand und dient in allen Fällen Seinen Liebes- und Erneuerungsabsichten. Darum muss ich mich nicht fürchten.</li>
<li>Die zurechtbringende Liebe Gottes sollte uns abzuspüren sein.</li>
<li>Versöhnung sollte schon heute geschehen — im kleinsten Kreis beginnend.</li>
<li>Gewiss dürfen wir im Wissen um Gottes herrliche Endziele in Seiner Liebe geborgen ruhen — von Dank und Anbetung, Frieden und Freude erfüllt. Dieses Zur-Ruhe-Kommen ist in unserer hektischen Zeit sehr wichtig. Gleichzeitig aber sollten wir wissen: Es gibt viel zu tun! Gott hat ein unfassbar großes und herrliches Programm und Er will jeden Einzelnen Seiner Gläubigen gebrauchen bei der Hinausführung Seiner Liebesgedanken mit einer Welt, die von Gottes Endziel noch so entsetzlich weit entfernt ist. Lassen wir uns gebrauchen — jeder nach den ihm gegebenen Möglichkeiten — dienend und wartend (1. Thess. 1,9.10)!</li>
</ul>
<p>(Quelle: &#8220;Das Evangelium Gottes von der Allversöhnung in Christus&#8221;, Chemnitz 1915; &#8220;Gnade und Herrlichkeit&#8221;, 3/2006;<a href="http://www.paulus-verlag.de/">Paulus-Verlag</a>, Heilbronn)</p>
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		<title>Der einzige, allein wahre Gott, Sein Sohn und Seine Söhne</title>
		<link>http://www.come2god.de/2009/06/24/der-einzige-allein-wahre-gott/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 18:02:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herbst, Gerhard</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Erkenntnis &amp; Wesen Gottes]]></category>

		<category><![CDATA[Kirchentum]]></category>

		<category><![CDATA[Religionen]]></category>

		<category><![CDATA[Zeitgeist]]></category>

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		<description><![CDATA[»Ich bin Jahweh, und es ist sonst kein Gott außer Mir. Ein gerechter und rettender Gott ist keiner außer Mir &#8230; Ich bin Gott und keiner sonst.« — »Ich bin Jahweh, der König Israels und sein Erlöser &#8230; Außer Mir ist kein Gott« (Jes. 45, 21.22; 44, 6).
Je näher wir der letzten Zeit des Endes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>»Ich bin Jahweh, und es ist sonst kein Gott außer Mir. Ein gerechter und rettender Gott ist keiner außer Mir &#8230; Ich bin Gott und keiner sonst.« — »Ich bin Jahweh, der König Israels und sein Erlöser &#8230; Außer Mir ist kein Gott« (Jes. 45, 21.22; 44, 6).</p>
<p>Je näher wir der letzten Zeit des Endes kommen, desto mehr vermischen sich Politik und Religion. Schon vor mehr als 50 Jahren hat Friedrich Malessa vorausgesehen, dass am Ende eine zuvor entstandene Welteinheitsreligion Wegbereiter für eine Welteinheitsregierung sein wird. Einerseits wenden sich die Menschen — insbesondere im europäischen Raum — immer mehr vom inspirierten Wort der Bibel ab, andererseits werden sie immer religiöser. Der Ruf nach dem Dialog mit und unter den Weltreligionen wird immer lauter. Man sucht gemeinsame »Werte« und Ziele herauszufinden, Trennendes zu beseitigen und Toleranz zu üben. Das größte Hindernis für diese Einheitsbestrebungen ist der »Alleinvertretungsanspruch« Jesu: »Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich« (Joh. 14, 6).</p>
<p>Darum haben im Sommer 2006 namhafte protestantische Theologen in einem Aufruf, der von prominenten Persönlichkeiten mit unterzeichnet wurde, die Christen aufgefordert, »endlich den Alleinvertretungsanspruch Gottes aufzugeben und sich in die Gemeinschaft der Weltreligionen einzureihen« (Topic 6/06). Es ist auffallend, dass die Aufforderungen zur Toleranz gegenüber anderen Religionen einseitig von »Christen« an »Christen« gerichtet werden, während z. B. der Islam nicht daran denkt, seinen Anspruch, die ganze Welt dem Koran zu unterwerfen, aufzugeben und gegenüber dem Gott der Bibel Toleranz zu üben. Mit der Leugnung der Erlösungstat Jesu, des Sohnes Gottes, am Kreuz von Golgatha und der Herabstufung Jesu lediglich zum Propheten, als den Ihn auch der Koran anerkennt, wird die Grundlage der christlichen Botschaft und des Glaubens zerstört (1. Kor. 15, 14-19) und das Christentum zu einer der vielen Religionen degradiert.</p>
<p><span id="more-1983"></span>Die Bibel bezeugt an vielen Stellen, weshalb Gott Seinen einziggezeugten Sohn in die Welt gesandt hat. Zum Beispiel Joh. 3, 17: »Gott hat Seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, auf dass Er die Welt richte, sondern auf dass die Welt durch Ihn errettet werde.« Joh. 18, 37: »Ich bin dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe.« Joh. 10, 17.18: »Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, auf dass ich es wiedernehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst.« Seine Bereitschaft, einmal als Mensch Sein Leben freiwillig für die Sünden der Welt zu opfern, hat der Sohn Gottes gegenüber Seinem Vater schon erklärt, bevor es Himmel und Erde und Menschen gab (1. Petr. 1, 20). Seine vorweltliche Herrlichkeit begann, als der Vater ausrief: »Mein Sohn bist Du. Heute habe Ich Dich gezeugt« (Psalm 2, 7). Jesus bezeugt Seine vorweltliche Herrlichkeit selbst in Joh. 17, 5: »Nun verherrliche Du, Vater, mich bei Dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei Dir hatte, ehe der Kosmos war.« In diesem Herrlichkeitszustand hat der Sohn den ganzen Kosmos geschaffen. »Alle Dinge (ta panta) sind <em>durch Ihn</em> und <em>für Ihn</em> geschaffen. Und Er ist vor allen, und <em>alle Dinge bestehen zusammen durch Ihn«</em> (Kol. 1, 16.17). Diese Herrlichkeitsstellung verließ der Sohn, nahm menschliche Knechtsgestalt an und erniedrigte sich selbst bis zum Tode am Kreuz. Darum hat Ihn auch Gott, der Vater, über alle Maßen erhöht und Ihm den Namen gegeben, der über jeden Namen erhaben ist, auf dass in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne: <em>»Herr</em> (Kyrios) <em>ist Jesus Christus«</em> zur Verherrlichung Gottes, des Vaters (Phil. 2, 8-11).</p>
<p>Den Anspruch, der einzige allein wahre Gott zu sein, hat Gott dadurch unter Beweis gestellt, dass Er einen Sohn zeugte, Ihn als Mensch über die Erde gehen ließ, um durch die Hingabe Seines Lebens die Welt von Sünde und Schuld zu erlösen. Alle Religionen der Welt fordern von ihren Anhängern <em>eigene Anstrengungen,</em> um die Gottheit zufriedenzustellen. Das Volk Israel wurde von Gott immer wieder gewarnt, sich von den »Göttern der Nationen« verführen zu lassen (5. Mose 12, 2). In 2. Chron. 32, 19 bezeichnet Er diese als Machwerk von Menschenhänden. In Jer. 10, 11 kündigt Er an: »Die Götter, die den Himmel und die Erde nicht gemacht haben, die werden verschwinden von der Erde.« In 5. Mose 12, 30 lesen wir: »Alles, was für Jahweh ein Gräuel ist, den Er hasst, haben die Nationen ihren Göttern getan. Sogar ihre Söhne und Töchter haben sie ihren Göttern mit Feuer verbrannt.« Wir dürfen hierbei heute auch an die jungen Selbstmordattentäter denken, denen, nachdem sie viele Menschen mit sich in den Tod gerissen haben, der sofortige Einzug in das »Paradies« versprochen wird. Verstehen können wir das alles nur, wenn wir bedenken, dass die Götter der Nationen in diesem Äon unter der Macht des »Fürsten der Gewalt der Luft« stehen (Eph. 2, 2). Dieser Einfluss wird so lange anhalten, bis Satan bei der Wiederkunft des Messias für 1000 Jahre im Abgrund gebunden wird, damit er die Nationen nicht mehr verführe (Offb. 20, 2.3).</p>
<p>Die Lösung des uralten Konfliktes zwischen Isaak und Ismael, zwischen Juden und Moslems, wird erst der wiedergekommene Messias fertigbringen, wenn Er Sein Friedensreich in Jerusalem errichtet hat. Noch können wir es uns schwer vorstellen, wie die Verheißungen in Jesaja 19, 18-25 wahr werden: »An jenem Tage werden fünf Städte in Ägypten sein, die die Sprache Kanaans reden und bei Jahweh schwören werden &#8230; Und Jahweh wird die Ägypter schlagen und heilen. Und sie werden sich zu Jahweh wenden. Er wird sich von ihnen erbitten lassen und sie heilen &#8230; Und die Ägypter werden mit den Syrern Jahweh dienen &#8230; An jenem Tage wird Israel das dritte sein mit Ägypten und Syrien, ein Segen inmitten der Erde.«</p>
<p>Der Sohn des einzigen, allein wahren Gottes sagt von sich: »Ich bin Jahweh, der König Israels und sein Erlöser« (Jes. 44, 6). Dieser ist derselbe, den Paulus in Eph. 1, 22.23 als das Haupt der Gemeinde bezeichnet, die Sein Leib ist, die Vervollständigung dessen, der alles in allem erfüllt. Nur wahre Christen und gläubige Juden können einen fruchtbaren Dialog führen, weil sie an denselben Gott glauben. Der Dialog mit und unter den Weltreligionen unter Leugnung der Gottessohnschaft Jesu und Seines Erlösungswerkes führt ins Antichristentum.</p>
<p>Wenn sich Christus, das Haupt, bei der Entrückung mit den Gliedern Seines Leibes vereinigt hat und danach mit Seiner Braut, dem erlösten Israel, zur Hochzeit des Lammes eingeht (Offb. 19, 7), werden beide — die Gemeinde und Israel — zusammen mit dem Christus und Messias die Vollendungsaufgaben durchführen.</p>
<p>Die Glieder des Leibes Christi, die durch den Geist Gottes geleitet werden, werden Söhne Gottes genannt. In dem Geist der Sohnschaft können sie rufen: Abba, Vater! Als Söhne Gottes sind sie auch Erben Gottes und Miterben Christi (Röm. 8, 15-17). Wenn Christus geoffenbart werden wird, dann werden auch die Söhne mit Ihm geoffenbart werden in Herrlichkeit (Kol. 3, 4). Die ganze Schöpfung ist von tiefer Sehnsucht erfüllt: Gespannt, wie mit erhobenem, vorgestrecktem Kopf, erwartet sie das Offenbarwerden der Söhne Gottes (Röm. 8, 19). Das ist fürwahr »Hoffnung für alle«!</p>
<p>(Quelle: &#8220;Gnade und Herrlichkeit&#8221;, 4/2007; <a href="http://www.paulus-verlag.de/">Paulus-Verlag</a>, Heilbronn)</p>
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		<title>Eisen und Erz, Symbole für Sünde und Gericht</title>
		<link>http://www.come2god.de/2009/06/24/eisen-und-erz/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 16:58:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heller, Adolf</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Biblische Symbolik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir wollen ein Siebenfaches betrachten:

Eisen, ein Bild der Sünde
Gefängnisse und Fesseln von Eisen und Erz
Erz, das Metall des Vorhofs
Der eiserne Schmelzofen
Die eherne Schlange
Der Eisenschmied
Eisen und Erz, dem Jahweh geheiligt

1. Eisen, ein Bild der Sünde
Eisen ist unedles Metall und wird deshalb oft als Bild der Sünde und Widerspenstigkeit gebraucht. Wir begegnen ihm schon auf den ersten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir wollen ein Siebenfaches betrachten:</p>
<ol>
<li>Eisen, ein Bild der Sünde</li>
<li>Gefängnisse und Fesseln von Eisen und Erz</li>
<li>Erz, das Metall des Vorhofs</li>
<li>Der eiserne Schmelzofen</li>
<li>Die eherne Schlange</li>
<li>Der Eisenschmied</li>
<li>Eisen und Erz, dem Jahweh geheiligt</li>
</ol>
<p><strong>1. Eisen, ein Bild der Sünde</strong></p>
<p>Eisen ist unedles Metall und wird deshalb oft als Bild der Sünde und Widerspenstigkeit gebraucht. Wir begegnen ihm schon auf den ersten Blättern der Heiligen Schrift, in 1. Mose 4, 22. Dort lesen wir von Tubalkain, einem Hämmerer von erzenem und eisernem Werkzeug. Sein Name heißt auf Deutsch: Besitzer des Erdreichs. Er gehörte nicht zu der gottesfürchtigen Sethlinie, sondern stammte aus der gottlosen Kainslinie.</p>
<p>So können wir verstehen, dass er auf das Paradies, von dem die Überlieferung berichtete, und auf die Verheißungen, die dort seinen gefallenen Voreltern gegeben worden waren, keinen Wert legte und sein Verlangen auf diese verfluchte Erde und ihre Schätze richtete. —</p>
<p>In Jer. 17, 1 steht geschrieben, dass Judas Sünde mit eisernem Griffel, mit diamantener Spitze in die Tafeln ihrer Herzen und in die Hörner ihrer Altäre eingegraben ist. Dass Diamant als Bild der Härte gebraucht wird, ersehen wir aus Sach. 7, 12, wo es heißt: »Sie machten ihr Herz zu Diamant, um das Gesetz nicht zu hören.«</p>
<p>Gott hat doppelte Buchführung. Einmal steht Judas Sünde in ihrem eigenen Herzen, im Gewissen eingegraben, und zum andern ist sie eingeritzt in die Hörner der Altäre.</p>
<p><span id="more-1981"></span>So haben auch wir ein <em>zweifaches Zeugnis unseres Heils:</em> ein <em>objektives außerhalb von uns</em> und ein <em>subjektives in uns,</em> das eine im Buch des Lebens (Phil. 4, 3) und das andere in unserem Gewissen (Röm. 9, 1; 2. Kor. 1, 12). Möchten wir für dieses herrliche Doppelzeugnis immer dankbar sein und bleiben! —</p>
<p>Jahweh bezeichnet den Propheten Jeremia als den Prüfer Israels (6, 27), während Er von Seinem Volk als von den Widerspenstigsten der Widerspenstigen spricht, die Er Verleumder, Erz und Eisen nennt (Vers 28). Hier finden wir, wie so oft in der Schrift, eine klare, unzweideutige Symbolerklärung.</p>
<p>Ähnliches steht in Hes. 22, 18 geschrieben, wo Jahweh das Haus Israel als Erz, Zinn, Eisen und Blei im Schmelzofen bezeichnet.</p>
<p>Sirach spricht in seinem apokryphen Buch (12, 10) von Feinden, die ihre Tücke nicht lassen, als von Eisen, das immer wieder rostet. Edles Metall rostet bekanntlich nicht; so wie aber das Eisen von dem in der Luft enthaltenen Sauerstoff angegriffen und zersetzt wird, so unterliegen auch die Menschen dem fortwährenden Einfluss der bösen Geister der Luft (Eph. 2, 2; 6, 12), die wohl über das <em>Eisen der Sünde,</em> nicht aber über das <em>Silber der Erlösung</em> und das <em>Gold des Glaubens</em> Macht und Gewalt haben.</p>
<p><strong>2. Gefängnisse und Fesseln von Eisen und Erz</strong></p>
<p>Auch für Gefängnis und Fessel sind Erz und Eisen oft gebrauchte Bilder. Im 10. Vers des 107. Psalms ist die Rede von Bewohnern der Finsternis und des Todesschattens, die in Elend und Eisen gefesselt sind. Wir wollen hier nicht die Ursache ihrer Gefangenschaft und Fesselung und die Methoden Gottes zu ihrer Zurechtbringung betrachten, sondern nur darauf hinweisen, dass diese in Elend und Eisen Gefesselten sich nicht aus eigener Kraft zu befreien vermochten, sondern dass Jahweh die ehernen Türen zerbrach und die eisernen Riegel zerschlug (vgl. Jes. 45, 2).</p>
<p>Hat der Herr auch in deinem und meinem Herzen die eisernen Sündenriegel zu zerschlagen vermocht, sodass es weit für Ihn geöffnet steht und Er es durch den Glauben bewohnen kann (Eph. 3, 17)?</p>
<p>Simson war mit eisernen Doppelfesseln gebunden (Richter 16, 21). Diese waren für ihn, der vorher sieben frische Stricke wie Werg sprengte (V. 8.9), unzerreißbar.</p>
<p>Der natürliche Mensch vermag die eisernen Fesseln der Sünde nicht zu sprengen. Erst wenn er gleich Simson sein Leben zu lassen bereit ist, wenn er durch den Glauben der Welt und der Sünde gestorben ist, wird er freigelassen von der Sünde (Röm. 6, 7).</p>
<p>Der Leidens- und Sterbensprozess, der uns von der Sünde auch praktisch löst (1. Petr. 4, 1b) und uns fähig macht, Christus immer klarer zu schauen und so in Sein Bild verwandelt zu werden (2. Kor. 3, 18), ist nicht ein einmaliger, sondern ein täglicher (1. Kor. 15, 31).</p>
<p><strong>3. Erz, das Metall des Vorhofs</strong></p>
<p>In der tiefen, schier unerschöpflichen Symbolik der Stiftshütte spielt das Erz eine wichtige Rolle. Dem aufmerksamen Bibelleser muss auffallen, dass weder im Heiligtum noch im Allerheiligsten Erz verwendet wird; wir finden es nur im Vorhof. Das ist weder Willkür noch Zufall, sondern, wie alles in der Schrift, von wunderbarer tiefer Bedeutung.</p>
<p>2. Mose 27, 1-8 und 30, 17-21 zeigen uns, dass der Brandopferaltar und seine Geräte und außerdem das Waschbecken zwischen dem Altar und dem Eingang ins Heiligtum aus Erz gebildet sind. Was will uns das sagen?</p>
<p>Die beiden geistlichen Prozesse, die durch die Opfergabe des Sünders und durch das Waschen des zum Dienst ins Heiligtum eintretenden Priesters vorgeschattet sind, beruhen auf Gericht bzw. Selbstgericht. Darum sind der Brandopferaltar und das Waschbecken von Erz, während der siebenarmige Leuchter, der Schaubrottisch und die Bundeslade, die andere geistliche Wahrheiten darstellen, von Gold sind (2. Mose 25, 31.23-30.10-22).</p>
<p>Dass übrigens das Heiligtum oder die vordere Hütte nicht nur für unser Glaubensleben persönlich-erbaulichen Charakter hat, sondern auch von heilschronologischer Bedeutung ist, geht aus Hebr. 9, 8.9 klar hervor.</p>
<p>Wie reich und tief ist doch die Schrift, und wie wenig haben wir bis jetzt von diesen unerschöpflichen Schätzen begriffen und ergriffen!</p>
<p>Erz ist das ausgesprochene <em>Vorhofmetall </em>und hat im Heiligtum und im Allerheiligsten keinen Platz. — Das will uns etwas sagen!</p>
<p>Das ureigentliche, innerste Wesen Gottes ist nicht im Vorhof, sondern im verborgenen Innersten der Hütte enthüllt, wo nicht das äußere Licht der Vernunft hinscheint, sondern Gott selber leuchtet. Damit wird jedoch der Vorhof keineswegs für schädlich oder unnütz erklärt. Er hat als notwendiger, gottverordneter Weg seine Bedeutung. Aber nur als Weg! Deshalb lesen wir auch, dass alle <em>Wege </em>Gottes <em>Gericht </em>sind (5. Mose 32, 4 wörtlich), während Sein <em>Wesen Liebe</em> ist (1. Joh. 4, 8).</p>
<p>Vielleicht verstehen wir jetzt auch den ersten Vers vom paulinischen Hohelied der Liebe (1. Kor. 13). Wer nicht Liebe hat, also das ureigene Wesen Gottes nicht kennt, der ist nur ein tönendes Erz und eine schallende Zimbel, ein beredter Gerichtsbote.</p>
<p>Dieser Gerichtsdienst ist nötig und unerlässlich; aber er ist Vorhofsdienst und gilt nur solchen, die noch nicht ins Heiligtum eingetreten sind. Wer aber zum Dienst im Heiligtum oder im Allerheiligsten berufen ist, der hat es nicht mehr mit Erz, sondern mit Silber und Gold zu tun.</p>
<p>Der Vater der Herrlichkeit gebe uns den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit wir aus dem <em>Vorhof unseres Glaubens</em> durch das <em>Heiligtum des Dienstes</em> in das <em>Allerheiligste der Anbetung</em> einzutreten vermögen, um Ihn selbst zu erkennen (Eph. 1, 17)!</p>
<p><strong>4. Der eiserne Schmelzofen</strong></p>
<p>Die Gerichte, die über Israel ergehen, werden vielfach mit eisernen Werkzeugen verglichen. Denken wir nur an Ägypten, das oft als eiserner Schmelzofen bezeichnet wird (1. Kön. 8, 51; Jer. 11, 4; 5. Mose 4, 20 u. a.)!</p>
<p>Die Schrift redet da und dort von Gott als dem Schmelzer (Jer. 9, 7; Hes. 22, 20; Mal. 3, 3), der auf Gerichts- und Gnadenwegen das Ziel des Läuterns erreicht.</p>
<p>Möchten wir alle, die wir ausnahmslos auf irgendeine Weise und auf irgendeiner Stufe in diesem dem Fleisch schmerzlichen Prozess stehen, all das, was an göttlichen Beweggründen und Herrlichkeitsabsichten darüber gesagt ist, fassen und glauben! Wie viel getrösteter und entspannter könnten wir dann unseren gottverordneten Weg gehen!</p>
<p>Nicht nur vom eisernen Schmelzofen redet Gottes Wort, sondern auch von einem eisernen Joch, das auf Israels Hals gelegt wird. In 5. Mose 28, jenem gewaltigen prophetischen Segens- und Flucheskapitel, lesen wir im 47. und 48. Vers: »Dafür, dass du Jahweh, deinem Gott, nicht mit Freude und mit fröhlichem Herzen gedient hast wegen des Überflusses an allem, wirst du deinen Feinden dienen, die Jahweh wider dich senden wird, in Hunger und in Durst und in Mangel und in Blöße an allem; und Er wird ein eisernes Joch auf deinen Hals legen, bis Er dich vertilgt hat.«</p>
<p>Dass diese Vertilgung nicht Aufhören bedeutet, sondern im Gegenteil Gerechtigkeit bringt, ersehen wir z. B. aus Jes. 10, 22, wo geschrieben steht: »Vertilgung ist fest beschlossen, sie bringt einherflutend Gerechtigkeit.«</p>
<p>Wer die Geschichte Israels seit seiner Zerstreuung verfolgt, merkt etwas von dem eisernen Gerichtsjoch, das je und je auf ihm lag. Auch von den Nationen, für die ja Israel erstgeborener Bruder und Vorbild ist (2. Mose 4, 22; 1. Kor. 10, 11), heißt es, dass ihnen ein eisernes Joch aufgelegt ist (Jer. 28, 14; 27, 8; Nahum 13, 1).</p>
<p>Wenn wir in Ps. 2, 9 und Offb. 2, 27 lesen, dass der Herr und die Seinen die Feinde Gottes mit eisernem Zepter (oder Gerichtsrute) weiden werden, so soll das das Gericht bezeichnen, womit die Gottesfürchtigen die Gottlosen richten werden, wie auch in Ps. 149, 7-9 und 1. Kor. 6, 2 geschrieben steht.</p>
<p>In Dan. 2, 40 wird über Zweck und Dienst des Eisens gesagt, dass es zum Zermalmen, Zerschlagen und Zertrümmern dient. Das sind Ausdrücke, die uns die Wirkung der Sünde und des Gerichts so recht vor Augen stellen.</p>
<p>Es ist darum auch nicht verwunderlich, dass bei der Aufzählung der Waffen des Goliath, der ein Vorbild und Typ auf den Tod ist, Erz und Eisen eine wichtige Rolle spielen. So lesen wir in 1. Sam. 17, 5-7: »Und er hatte einen ehernen Helm auf seinem Haupt und war mit einem Schuppenpanzer bekleidet, und das Gewicht des Panzers war 5000 Schekel Erz. Und er hatte eherne Schienen an seinen Beinen und einen ehernen Wurfspieß zwischen seinen Schultern, und der Schaft seines Speeres war wie ein Weberbaum, und die Spitze seines Speeres war 600 Schekel Eisen.«</p>
<p>Christus ist der Erfüller aller und jeder Verheißung, der Schöpfung zum Heil und Gott zur Verherrlichung. In alle Tiefen des Todes steigt Er hinab und zerbricht die erzenen Tore und die eisernen Riegel der Macht der Finsternis (Ps. 107, 16). Darum zeugt auch die ganze Schrift von Ihm, und Josua der Hohepriester und seine Genossen werden in Sach. 3, 8 »Männer des Wunders (oder des Vorbildes!)« genannt.</p>
<p><strong>5. Die eherne Schlange</strong></p>
<p>Eines der für unsern getrübten Blick am klarsten zu erkennenden Vorbilder auf Christus als Erlöser ist die <em>eherne Schlange,</em> die Mose in der Wüste erhöhte (4. Mose 21, 4-9; Joh. 3, 14.15).</p>
<p>Der herrliche, heilige Gottessohn ist vorgeschattet durch eine Schlange! Er, der am Kreuz sich bis zum Wurm erniedrigte (Ps. 22, 6), wurde von Gott nicht nur zum Sündenträger, sondern zur Sünde selbst gemacht (2. Kor. 5, 21).</p>
<p>Das ist eine gewaltige Botschaft, wie sie nie von einem Menschen hätte ersonnen werden können. Christus am Kreuz ist die Fleisch gewordene und darum von Gottes heiliger Gerechtigkeit gestrafte Sünde der Schöpfung. Und diese gerichtete Sünde ist unser Heil und unsere Rettung! Wer irgend glaubend zu Ihm aufblickt, erfährt völlige Vergebung und Rechtfertigung. —</p>
<p>Die Geschichte der ehernen Schlange hat auch eine sehr ernste Seite. Davon lesen wir in 2. Kön. 18. Dort ist die Rede von dem jüdischen König Hiskia, dem Sohn des Ahas. Er führte, kaum zur Regierung gekommen, eine sittlich-religiöse Reform in seinem Lande durch. Unter den Götzen, die damals beseitigt wurden, war auch die eherne Schlange, die Mose in der Wüste hatte anfertigen lassen. Sie hieß Nehuschtan, d. h. Eherne oder Kupferne (2. Kön. 18, 1-4). Diesem Bilde von Erz brachte man göttliche Verehrung dar, indem man ihm räucherte; aber Jahweh, der aus Liebe damals Sein Volk gerettet hatte, kannte man nicht mehr.</p>
<p>Ist es vielfach nicht auch heute in der »Christenheit« so? Man verehrt die Symbole geistlicher Wahrheiten, feiert christliche Feste, schmückt Kirchen und Kapellen, Gräber und Grüfte, Helden des Kampfes, der Arbeit und der Intelligenz mit Kreuzen aller Art, aber selber bewusste Kreuzesstellung einnehmen, mit Christus den Weg täglichen Verzichtens und Sterbens gehen, davon weiß man nichts und will man nichts wissen.</p>
<p>Wie mögen damals die frommen Juden gemurrt und gejammert haben, als der revolutionäre König die geheiligte Tradition durchbrach und nicht nur der Nehuschtan nicht mehr opferte, sondern sie sogar zertrümmerte! Am lautesten werden gewiss die geschrien haben, die irgendwelchen Vorteil von diesem Götzendienst hatten.</p>
<p><em>Form ohne Geist ist Gott ein Gräuel.</em> Das finden wir bei Kain, der in ungöttlicher Gesinnung dem Jahweh Opfer darbrachte; das sehen wir bei Nadab und Abihu, die fremdes Feuer opferten und dafür sterben mussten (3. Mose 10, 1-3); das tadelt der Herr bei den Schriftgelehrten, die das Wichtigste beiseitesetzten, um das Nebensächliche zu tun (Matth. 23, 23); das ruft der Erhöhte und Verherrlichte der Gemeinde zu Sardes zu, die zwar den Namen hat, dass sie lebt, in Wirklichkeit aber tot ist (Offb. 3, 1).</p>
<p>Möchte es uns nie gehen wie einst Juda mit der Nehuschtan, dass wir eine äußere Form verehren und Gottes Werk und Wesen darüber vergessen; dass wir christliche Wahrheiten verfechten und dabei mit dem, der die Wahrheit in Person ist, die Lebens- und Liebesgemeinschaft verlieren!</p>
<p><strong>6. Der Eisenschmied</strong></p>
<p>Wenn Eisen und Erz Sünde und Gericht abschatten, wer mag dann wohl der <em>Eisenschmied</em>, der Verfertiger und Verarbeiter dieses unedlen Metalls sein? Sicherlich nicht ein Wesen, das auf Gottes Lichtsseite steht, denn »Gott ist Licht und gar keine Finsternis in Ihm« (1. Joh. 1, 5). Gott offenbart sich ja nicht im Sturm oder Feuer, sondern im sanften, leisen Säuseln (1. Kön. 19, 11-13), und Sein eigentliches Wesen ist nichts anderes als Liebe (1. Joh. 4, 8).</p>
<p>Wir sehen in dem Eisenschmied, der bei Kohlenglut mit Hämmern arbeitet (Jes. 44, 12), den Feind. Von ihm heißt es hier, dass er hungrig und kraftlos wird, kein Wasser getrunken hat und ermattet. Er hungert nach dem Brot des Lebens, welches Christus ist; und Wasser des Lebens, ein oft gebrauchtes Bild für die Segnungen Gottes, hat er nicht getrunken.</p>
<p>Dass unter dem Schmied wirklich der Verderber zu verstehen ist, geht unzweideutig aus Jes. 54, 16 hervor. Dort lesen wir: »Siehe, ich habe den Schmied geschaffen, der das Kohlenfeuer anbläst und die Waffe hervorbringt seinem Handwerk gemäß; und ich habe den Verderber geschaffen, um zu zerstören.«</p>
<p>Wenn davon die Rede ist, dass der Schmied die Waffe hervorbringt, die seinem Handwerk entspricht, so liegt darin eine tiefe göttliche Wahrheit verborgen. <em>Gott lässt jedes Geschöpf sich seiner Wesensart entsprechend auswirken. Er vergewaltigt niemand.</em> Das sehen wir z. B. in jener himmlischen Ratsversammlung in 1. Kön. 22, 19-23, wo Jahweh fragt, wer Ahab belügen will, damit er ermordet werde. Wer sollte sich da anders melden können als der, der der Lügner und Mörder von Anfang ist?</p>
<p>Ähnlich verhält es sich in Hiob 1, 6-12 und 2, 1-7. Dort ist Satan Antragsteller im Himmelsparlament; seine teuflischen Vorschläge werden durch Gottes Zustimmung zu Ratschlüssen erhoben. Satan darf wirken entsprechend seinem Charakter, er darf schlagen und zerstören. Dass er dabei hier wie überall sich in seinen eigenen Netzen fängt und im tiefsten Grunde doch nur Gottes Liebes- und Rettungswillen ausführt, ohne dass er es weiß, ist eine höhere Sicht der Dinge. Gott hat den Schmied, den Verderber geschaffen, damit er eine im Gesamtplan Gottes notwendige und festgelegte Zerstörungsarbeit tue.</p>
<p>Dass jedoch Satan <em>nicht als Satan erschaffen wurde,</em> geht einwandfrei daraus hervor, dass die Schrift bezeugt, dass in Gott gar keine Finsternis ist (1. Joh. 1, 5). Da aber alle Dinge aus Gott sind (Röm. 11, 36), so ist der Feind bei seiner Erschaffung keine Finsternismacht gewesen, sondern erst nach seiner Erschaffung geworden. Wäre das nicht der Fall, so wäre Gott ja ungerecht, wenn Er Satan richtet und straft (vgl. Jes. 14, 12-14).</p>
<p>Noch eine dritte Stelle vom Eisenschmied wollen wir uns ansehen. Sie steht in 2. Tim. 4, 14. Während im 16. Vers dieses Kapitels allen, die Paulus verließen, diese Sünde nicht zugerechnet werden soll, ist der Apostel zwei Verse vorher gewiss, dass Alexander dem Schmied nach seinen Werken vergolten werden soll.</p>
<p>Warum dieser Unterschied?</p>
<p>Äußerlich gesehen ist das einfach zu erklären. Alexander der Schmied sündigte aus vorsätzlicher Bosheit, die Freunde und Brüder des Apostels Paulus dagegen aus Schwachheit und Furcht. Schon das Gesetz macht ja einen Unterschied zwischen absichtlichen und versehentlichen Fehltritten.</p>
<p>Da aber die Schrift vieldeutig und ein »gefülltes Wort« ist, so ist mit dieser Erklärung die Bedeutung dieser Stelle nicht erschöpft. So wie der Schmied keine Gnade erwiesen bekam, sondern Vergeltung empfing, so muss auch der Feind alle Gerichte Gottes durchkosten, wie u. a. in Jes. 26, 10 geschrieben steht: »Wird dem Gesetzlosen Gnade erzeigt, so lernt er nicht Gerechtigkeit &#8230;«</p>
<p>Dieser böse Knecht wird nicht eher aus dem Gefängnis herauskommen, bis er auch den letzten Pfennig bezahlt hat (Matth. 5, 26; Luk. 12, 59).</p>
<p>Diejenigen Freunde des Apostels, die aus Schwachheit und Torheit sündigten, durften Gottes vergebende Gnade in Anspruch nehmen, Alexander der Schmied hingegen war ein böswilliger Gegner und Widersacher.</p>
<p>So ist auch der Schmied in Jes. 54, 16, der als herrlicher, gewaltiger Engelfürst geschaffen war (vgl. Hes. 28, 12-16), ein Feind Gottes und wird dafür dereinst ein furchtbares Gericht erleiden müssen (Offb. 20,10). Dass er aber trotz all seines Wütens gegen Gott dessen unbewusster Helfer ist und Ihm dienen muss (Ps. 119, 91: »Alles ist Dir dienstbar«), ist eine anbetungswürdige Wahrheit, die den Gnadenreichtum und die Liebesmacht unsres Vaters in umso hellerem Licht erstrahlen lässt. —</p>
<p><strong>7. Eisen und Erz, dem Jahweh geheiligt</strong></p>
<p>Eisen deutet auf Sünde und Erz auf Gericht. Das sind zwei Dinge, die dem Wesen und Charakter Gottes so fremd sind, dass es von Jahweh heißt, Er verrichte eine fremdartige, d. h. Seiner ureignen Art fremde Arbeit, wenn Er zürnt und richtet (Jes. 28, 21). Und doch sollen auch die ehernen und eisernen Geräte Jahweh heilig sein und zu den Schätzen des Hauses Gottes gebracht werden (Josua 6, 19.24).</p>
<p>Der wunderbare Rettergott, der alles wirkt nach dem Rat Seines Liebeswillens, benützt auch das <em>Eisen der Sünde</em> und das <em>Erz des Gerichtes,</em> um Seine Vollendungsgedanken auszuführen.</p>
<p>Darum lesen wir z. B., dass Christi Füße bei Seiner Wiederkunft zum Gericht glänzendem, wie im Ofen glühendem Kupfer oder Erz gleichen (Offb. 1, 15; 2, 18). Derselbe Heiland, der in Tit. 3, 4 »die Güte und Menschenliebe Gottes« genannt wird, bietet in der Offenbarung einen so gewaltigen, schrecklichen Anblick, dass Sein Lieblingsjünger Johannes wie tot zu Seinen Füßen fällt (1, 17).</p>
<p>Sowohl der in Niedrigkeit auf Erden wandelnde als auch der zum Gericht in Macht und Herrlichkeit wiederkommende Herr führt die mannigfachen Liebesgedanken Gottes durch. Das <em>Eisen der Sünde</em> und das <em>Erz des Gerichtes</em> stehen ebenso in Seinem Dienst wie das <em>Silber der Erlösung</em> und das <em>Gold der Treue oder des Glaubens</em>. Das werden wir einmal auch im Blick auf die Nöte und Irrungen unsres Lebens verstehen lernen.</p>
<p>Weil aber Gott nicht ewiglich rechtet und nicht immerdar ergrimmt sein will, weil ja der Geist und die Seelen darüber verschmachten würden (Jes. 57, 16), so erfährt auch einmal das <em>Eisen der Sünde</em> eine Umwandlung in <em>Silber der Erlösung,</em> und für das <em>Erz des Gerichtes</em> wird Gott das <em>Gold des Glaubens</em> erstatten (Jes. 60, 17).</p>
<p>Es ist ein köstliches, seliges Geheimnis des Glaubens, diese Wunderwege unsres Vaters fassen zu können. Da Gott sie nur offenbarungsmäßig erschließt, ist es Torheit, darüber zu streiten.</p>
<p>So wie der Vorhof, den keines Nichtisraeliten Fuß betreten durfte, einst den Nationen gegeben werden wird (Offb. 11, 2), so wird einmal ganz Israel, von dem ehemals nur der zwölfte Teil, der Stamm Levi, in das Heiligtum gehen und Priesterdienst tun durfte, vollzählig ein Königreich von Priestern sein (2. Mose 19, 6; Jes. 61, 6).</p>
<p>Dieser wunderbare Prozess, zum nächst höheren Grad göttlicher Herrlichkeit erhoben zu werden, wird erst dann ein Ende finden, wenn Gott Seine ganze Lichtes- und Liebesfülle in alle Seine Geschöpfe hineingegossen hat und alles in allen ist (1. Kor. 15, 28).</p>
<p>Silber statt Eisen, Gold statt Erz! Möchte sich diese Verheißung jetzt schon in unserm Leben bewahrheiten zur Ehre Gottes, unseres Vaters!</p>
<p>(Quelle: &#8220;Gnade und Herrlichkeit&#8221;, 4/2007; <a href="http://www.paulus-verlag.de/">Paulus-Verlag</a>, Heilbronn)</p>
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		<title>Maria, die Mutter Jesu</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Jun 2009 00:37:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schard, Joachim</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Was sagt die Schrift über sie?
Wir hören zunächst ein Wort aus Lukas 1, 26-38:
»Im sechsten Monat (nämlich der Schwangerschaft der Elisabeth) wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die Nazareth heißt, zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Was sagt die Schrift über sie?</strong></em></p>
<p>Wir hören zunächst ein Wort aus Lukas 1, 26-38:</p>
<p><em>»Im sechsten Monat (nämlich der Schwangerschaft der Elisabeth) wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die Nazareth heißt, zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Gegrüßet seist du, Holdselige (oder: Begnadete)! Der Herr ist mit dir, du Gebenedeite (oder: Gesegnete) unter den Frauen. Da sie aber ihn sah, erschrak sie über seine Rede und dachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß sein und ein Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott der Herr wird Ihm den Thron Seines Vaters David geben, und Er wird König sein über das Haus Jakob ewiglich und Seines Königreichs wird kein Ende sein. — Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Mann weiß? Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das von dir geboren wird, Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter und ist jetzt im sechsten Monat, von der man sagt, dass sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr.«</em></p>
<p>Was hat man doch im Lauf der Geschichte alles aus der Maria gemacht! Ich will jetzt nur einiges erwähnen. Man nennt sie die »Madonna« — das heißt auf Deutsch »meine Herrin«. Im Evangelium hören wir aber nichts davon; vielmehr lautet das Ur-Glaubensbekenntnis der ersten Christen: »Herr ist Jesus Christus!« (vgl. Röm. 5, 1; 10, 9; 1. Kor. 12, 3; Phil. 2, 11 u. a.). — Oder man nennt sie die »Himmelskönigin«. Davon sagt die Bibel auch nichts. Der Herr Jesus ist es, der sich zur Rechten Gottes gesetzt hat im Himmel; Er ist »König der Könige und Herr der Herren« (Hebr. 1, 13; 10, 12; Offb. 19, 16). — Auch wird sie die »Fürsprecherin« genannt. Gottes Wort aber sagt: »Wir haben <em>einen </em>Fürsprecher bei dem Vater: Jesus Christus, den Gerechten« (1. Joh. 2, 1). — Auch wird sie als die »Schlangenzertreterin« bezeichnet und auf Medaillons dargestellt. Man sagt, im Jahr 1830 habe eine Katharina eine Marienvision gehabt, in der sie die Maria auf der Weltkugel habe stehen sehen, mit dem Fuß auf die Schlange tretend. Danach hat man dann Medaillons angefertigt und gesagt, wer ein solches glaubend bei sich trage, werde ganz besondere Segnungen empfangen. Nach der Heiligen Schrift aber sagt Gott in 1. Mose 3, 15: Der von der Frau gekommen ist, Jesus Christus, <em>Er </em>wird der Schlange den Kopf zermalmen.</p>
<p>Aber genug davon; diese Maria soll uns heute nicht beschäftigen, sondern die Maria, die uns die Heilige Schrift vor Augen stellt. Wir betrachten:</p>
<ol>
<li>Maria von Nazareth, die Begnadete</li>
<li>Maria, die Angefochtene</li>
<li>Maria, die glaubende Bibelleserin</li>
<li>Maria, die Familienmutter</li>
<li>Maria, die Ratgeberin</li>
<li>Maria, die Lernende in der Erziehungsschule Gottes</li>
<li>Maria, Glied der betenden Gemeinde</li>
</ol>
<p><span id="more-1978"></span><strong>1. Maria von Nazareth, die Begnadete</strong></p>
<p>Der Engel Gabriel wurde von Gott nach Nazareth gesandt — einem Ort im Norden Israels, in Galiläa, einem von den Juden etwas verachteten Grenzgebiet. So fragt Nathanael in Joh. 1, 46: »Was kann aus Nazareth Gutes kommen?« — Der Engel Gabriel erscheint der Maria, die mit einem Mann aus dem Hause Davids verlobt war, und er begrüßt sie mit den Worten (nach der älteren Fassung der Lutherbibel): »Gegrüßet seist du, Holdselige! Der Herr ist mir dir, du Gebenedeite (d. h. du Gesegnete) unter den Frauen! Du hast <em>Gnade </em>bei Gott gefunden.« Maria ist erschrocken, so wie wir sündigen Menschen immer erschrecken, wenn uns jemand aus der Welt Gottes begegnet. Aber ihr wird gesagt: »Du hast Gnade bei Gott gefunden.« Und auch das Wort »Holdselige« bedeutet ja »du <em>Begnadete</em>«. So sprechen wir ja auch sonst von »begnadeten« Menschen, etwa von einem begnadeten Künstler. Maria ist die Begnadete unter den Frauen. Unter den Juden bestand immer die Hoffnung, dass einmal eine jüdische Frau die Mutter des verheißenen Messias, des Christus, sein werde. »Du bist die Begnadete«, das heißt, du bist gleichsam die Tür, durch die der lebendige Gott ins Menschengeschlecht hineinkommen will, um Heil zu schaffen. — Das Wort »begnadet« finden wir auch in Phil. 2, 9. Da wird vorher von Jesus gesagt, dass Er sich erniedrigt hat bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz, und dann lesen wir: »Darum hat Ihn Gott auch hoch erhöht und Ihn mit dem Namen <em>begnadet </em>(so wörtlich), der über alle Namen ist.« Das ist der Name, von dem die Apostel bezeugt haben: »Es ist in keinem andern das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir Heil finden sollen (oder: in dem wir errettet werden müssen)« (Apg. 4, 12). Diesen Namen tat der Engel Gabriel der Maria kund: »Du sollst Seinen Namen <em>Jesus </em>nennen.« Jesus aber bedeutet: Gottes Heil — Der Herr ist Retter, Heil, Hilfe.</p>
<p>Nun gibt es ja seit langem einen Streit über die Jungfrauschaft der Maria. Ist in Jes. 7, 14 eine Jungfrau oder eine junge Frau gemeint? — Wenn wir diesen Text aus Luk. 1 hier lesen, oder auch Matth. 1, 18-23, dann merken wir ganz deutlich, was die Bibel meint. Denn Maria sagt (Luk. 1, 34): »Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Mann weiß?« — Nun ist ja eine Jungfrau, die schwanger ist, nach menschlicher Meinung und Erfahrung eine Unmöglichkeit. So etwas kann es einfach nicht geben! Aber nun bezeugt die Heilige Schrift genau das: die Jungfrau, die schwanger ist. Hätte die Maria so gelebt, wie es heute gang und gäbe ist, in einer »Ehe ohne Trauschein«, dann wäre sie als Werkzeug Gottes unbrauchbar gewesen; denn Gott hat eine Jungfrau ausersehen. Sie hätte nicht erleben können, was der Engel so ausdrückt: »Heiliger Geist wird über dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das von dir geboren wird, Gottes Sohn genannt werden &#8230; Denn <em>bei Gott ist kein Ding unmöglich</em>.« Dieser letzte Satz erinnert uns an 1. Mose 18, 14, wo es heißt: »Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein?« In jenem Bericht in 1. Mose 18 wird ja der alten Sara, der Frau Abrahams, ein Sohn angekündigt. Das war ja auch menschlich gesehen unmöglich, und die Sara hat darüber gelacht. Vielleicht hat sie nicht laut gelacht — sie sagt ja: »Ich habe nicht gelacht —, aber mindestens innerlich hat sie gelacht; doch dann wird auch ihr gesagt, dass bei Gott kein Ding unmöglich ist (V. 12-15). Daraufhin konnte die Sara es glauben, wie es auch der Hebräerbrief bezeugt (Hebr. 11, 11). Nun war ja das Wunder bei Maria noch viel größer; doch beide Frauen haben erlebt: <em>Bei Gott ist kein Ding unmöglich.</em></p>
<p>Was sagt nun die Maria dazu? Sie antwortet: »Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast.« Das Werkzeug Gottes stellt sich Gott zur Verfügung; sie ist bereit dazu. Das Wort »Ich bin des Herrn Magd« ist ja schon vielen zum Segen geworden. Ich habe als junger Mensch einige Jahre lang gern die Blankenburger Allianzkonferenzen besucht; da war auch immer eine Schar von Schwestern dabei, die zu dem Werk der Eva von Tiele-Winckler gehörten, die dieses Wort der Maria für sich und ihre Schwesternschaft sozusagen als Motto genommen hatte: <em>Ich bin des Herrn Magd</em>. Es gab dazu ein Lied (Ancilla Domini), das die Schwestern bei jeder dieser Konferenzen gesungen haben. So hat dieses Wort bis in unsere Zeit hinein Segensspuren hinterlassen, und doch war das, was an der Maria geschehen ist, einmalig.</p>
<p><strong>2. Maria, die Angefochtene</strong></p>
<p>Maria ist verlobt, noch nicht verheiratet, und wird schwanger. Wie soll sie damit fertig werden? Wem kann sie sich anvertrauen, mit wem darüber sprechen? Würde man sie nicht für verrückt erklären, wenn sie erzählt, was Gott getan hat? Maria bleibt nur übrig, das Ganze Gott zu überlassen. Gott aber hatte ihr bereits durch den Engel gezeigt, wem sie sich anvertrauen könnte: ihrer Verwandten Elisabeth, der Frau des Priesters Zacharias. Sie, die unfruchtbar genannt war, war in ihrem Alter noch schwanger geworden (Luk. 1, 36). Nun begibt sich Maria eilends ins Gebirge Judäa in das Haus des Zacharias und der Elisabeth. Und hier erfährt sie eine wunderbare Glaubensstärkung. Denn als sie über die Schwelle des Hauses tritt und die Elisabeth begrüßt, sagt diese: »Du Gesegnete unter den Frauen — wie komme ich denn dazu, dass die <em>Mutter meines Herrn</em> zu mir kommt?« (V. 42.43). Was muss das für die Maria bedeutet haben! Sie muss gar nicht überlegen, wie sie der Elisabeth alles erklären soll, denn die weiß es schon. Wie konnte sie das wissen? Die Heilige Schrift gibt uns die Antwort und sagt: »Die Elisabeth wurde mit Heiligem Geist erfüllt.« Und Elisabeth fügt noch hinzu: »Glückselig ist sie, die geglaubt hat« (V. 45). Darin unterschied sich Maria vom Priester Zacharias, der dem Engel Gabriel nicht geglaubt hatte, als dieser ihm die Geburt des Sohnes Johannes angekündigt hatte, und der darum stumm war bis zur Geburt seines Sohnes (Luk. 1, 13.20). Wahrscheinlich hat Elisabeth dieses Wort zu ihrem Mann gewendet gesagt: »Glückselig ist sie, die geglaubt hat«, das heißt: Sieh einmal, dieses junge Mädchen konnte glauben, sie hat sich zur Verfügung gestellt, während wir solchen Glauben nicht aufgebracht haben! — Hier finden wir jung und alt beieinander: das junge Mädchen Maria und das alte Ehepaar Zacharias und Elisabeth. Maria braucht dieses Ehepaar, dem sie sich anvertrauen kann, und das Ehepaar wiederum wird durch die Maria gesegnet und erfreut und im Glauben gestärkt. Sie sind sich also gegenseitig zum Segen. Maria bleibt dann noch etwa drei Monate bei der Elisabeth (V. 56). Sie hat also entweder vor oder nach der Geburt des Johannes das Haus wieder verlassen und ist nach Nazareth zurückgekehrt.</p>
<p>Als dann ihr Bräutigam Josef von der Schwangerschaft erfährt, denkt er daran, sie heimlich zu entlassen (das Verlöbnis in aller Stille aufzulösen). Er will sie nicht öffentlich anprangern; es erscheint ihm, der ein Gerechter war, aber auch nicht möglich, diese Maria zu heiraten (Matth. 1, 19). Da aber hat Gott eingegriffen und hat dem Josef im Traum durch einen Engel des Herrn sagen lassen: Das in Maria Gezeugte ist vom Heiligen Geist! Das konnte ihm kein Mensch sagen, das hat ihn der lebendige Gott wissen lassen. Und Gott lässt ihm auch sagen: Nimm Maria als deine Frau zu dir! Da lenkt Josef ein und nimmt von da an die Maria in seinen Schutz.</p>
<p>So hat Maria in der Anfechtung Gott vertrauen dürfen und Er hat sie wunderbar darin geleitet.</p>
<p><strong>3. Maria, die glaubende Bibelleserin</strong></p>
<p>Als die Elisabeth sie so begrüßte (»Wie komme ich dazu, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?«) und zu dem Zacharias gewendet sagte: »Glückselig ist sie, die geglaubt hat«, da ging der Maria das Herz auf und es quoll aus ihrem Herzen der erste Lobgesang, den uns das Lukasevangelium mitteilt. (Es sind ja mehrere Lobgesänge, die uns im Zusammenhang mit der Geburt Jesu in Lukas 1 und 2 überliefert werden.) Dieser Lobgesang ist voll von Worten, die Maria ihrer Bibel, dem Alten Testament, entnommen hat.</p>
<p>Ihr Lobgesang beginnt mit den Worten: »Meine Seele erhebt den Herrn und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes« (Luk. 1, 46.47). Da finde ich als erste Parallelstelle 1. Sam. 2, 1-10 angegeben; es ist der Lobgesang der Hanna. Er beginnt mit den Worten: »Mein Herz frohlockt in dem Herrn.« Wenn man beide Lobgesänge miteinander vergleicht, stellt man fest, dass die Maria manches von der Hanna übernommen und auf ihre Art ausgedrückt hat. Was die Hanna in ihrem Lobpreis gesagt hat, ist im Leben der Maria neu verarbeitet worden.</p>
<p>Maria hat auch eine ganze Reihe von Psalmworten verwendet, so Ps. 126, 3; 103, 13.17; 89, 11; 147, 6; 107, 41; 107, 9; 25, 6; 98, 3; 105, 42.</p>
<p>Wir merken: Hier ist ein junger Mensch aus der Davidsfamilie, der ganz in der Gottesoffenbarung wurzelt und sie aufgenommen hat, sodass diese in der Maria lebt und jetzt aus ihr strömt. Wie schön sagt sie: »Mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes, denn Er hat die Niedrigkeit Seiner Magd angesehen.« Ganz im Gegenteil zu dem, was ich am Anfang gesagt habe, was man alles aus der Maria gemacht hat, spricht sie von der <em>»Niedrigkeit</em> Seiner Magd«. Maria lebt im Worte Gottes!</p>
<p>Und wir sehen noch einen weiteren Zusammenhang zwischen der Maria und unserem Bibelwort. Woher haben wir eigentlich die wunderbaren Berichte und Lobpreisungen in Lukas 1 und 2? Lukas selbst hat das ja nicht erlebt, aber er ist »allem von Anfang an sorgfältig nachgegangen« (wörtlich: mit »Akribie« gefolgt), was die Augenzeugen gesehen und weitergegeben haben (Luk. 1, 1-3). Und wer sollte das alles besser gewusst haben — die Weihnachtsgeschichte, die Engelworte, die Begegnung mit der Elisabeth, die Lobgesänge — als die Maria?! Das alles hat sie tief in sich aufgenommen, es war in ihr zu einem lebendigen Besitz geworden. Wir lesen ja in Luk. 2, 19: »Maria aber behielt (bewahrte) alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.« Darüber hat sie nachgedacht und nachgesonnen. Das ist ja auch eine Frage an uns: Wie gehen wir mit Gottes Wort um? Man kann schnell über ein Kapitel hinweglesen, man kann aber auch betend damit umgehen und es im Herzen bewegen. Das hat Maria getan, und von ihr zuallererst wird es Lukas erkundet haben. Dass wir in unserer Bibel die kostbaren Kapitel Lukas 1 und 2 haben, verdanken wir neben Gott auch dem Lukas und der Augenzeugin Maria.</p>
<p><strong>4. Maria, die Familienmutter</strong></p>
<p>Wie ging es nun weiter mit Maria und Josef? — Wir machen uns oft falsche Vorstellungen und meinen, Josef sei ein alter Mann gewesen. Doch er war ein ganz normaler junger Bräutigam und Maria eine junge Braut. Josef war ein jüdischer Mann aus dem Hause Davids, aber kein König, sondern ein Handwerker, ein Zimmermann. Wir lesen von ihm in Matth. 1, 25: »Josef erkannte sie nicht, bis sie ihren erstgeborenen Sohn geboren hatte.« Erst nach der Geburt Jesu hat Maria mit dem Josef in einer Ehe gelebt, und es wurden ihnen Kinder geboren, mindestens sechs. Wir lesen in Mark. 6, dass Jesus in Seine Vaterstadt Nazareth kam, in der Er aufgewachsen war, und dort lehrte. »Und viele, die zuhörten, erstaunten und sagten: Woher hat der das? Ist Er nicht der Zimmermann, Marias Sohn und der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Und sind nicht auch Seine Schwestern hier bei uns? Und sie ärgerten sich über Ihn« (Mark. 6, 2.3). Sie sprachen: Wer ist das eigentlich? Wir kennen Ihn doch als den Zimmermann und als Sohn der Maria und kennen Seine vier Brüder und Seine Schwestern (hier steht die Mehrzahl, also mindestens zwei). Maria und Josef hatten also mindestens sechs leibliche Kinder und dazu kam Jesus als der Erstgeborene der Maria. — Nach dem Bericht von dem 12-jährigen Jesus im Tempel lebte Sein Pflegevater Josef damals noch (Luk. 2, 48); danach aber wird der Josef nie mehr erwähnt. Wir müssen annehmen, dass er dann nicht mehr lebte und Jesus nun als der Zimmermann tätig war und für die kinderreiche Familie mit Verantwortung übernahm — bis zu Seiner Berufung im 30. Lebensjahr.</p>
<p>So sehen wir hier die Maria als eine kinderreiche Familienmutter. Das war gewiss keine leichte Aufgabe für sie. Es gab viel Arbeit und sicher auch Spannungen in der Familie. Denn wir lesen in Joh. 7, 5: »Auch Seine Brüder glaubten nicht an Ihn.« Sie sagen: Wenn du der Messias sein willst, dann zeige dich und deine Werke doch einmal in der Öffentlichkeit! Jesus antwortet: Eure Zeit ist immer da, aber meine Zeit nicht; ich bin von meinem himmlischen Vater abhängig.</p>
<p><strong>5. Maria, die Ratgeberin</strong></p>
<p>Wir finden in Joh. 2 den Bericht von der Hochzeit zu Kana. Jesus und Seine Jünger waren da, und die Mutter Jesu war auch da. Dann geschah etwas Peinliches: Der Wein reichte nicht mehr. Vielleicht war die Hochzeitsgesellschaft größer, als man erwartet hatte. Die Maria hat sich in dieser Situation an Jesus gewandt und Ihn darauf hingewiesen: »Sie haben keinen Wein mehr.« Jesus antwortet: »Frau, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.« War das nicht eine sehr harte Antwort? Maria aber hat sich darunter gebeugt und hat dann den Verantwortlichen einen wunderbaren Rat gegeben: <em>»Was Er euch sagt, das tut!«</em> Das ist ein Wort, das die Maria auch uns sagen kann: »Was Er euch sagt, das tut!« Bei den vielen Stimmen und Einflüssen, die uns erreichen in unserer Welt, ist es so wichtig, auf <em>Jesu </em>Wort zu hören. »Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben und sie werden nimmermehr umkommen und niemand wird sie aus meiner Hand reißen« (Joh. 10, 27.28). Das hängt doch alles mit dem Rat der Maria zusammen: »Was Er euch sagt, das tut!«</p>
<p><strong>6. Maria, die Lernende in der Erziehungsschule Gottes</strong></p>
<p>Es war für Maria ein schwerer Weg, den sie als Mutter Jesu zu gehen hatte, denn das Kommen Jesu in diese Welt über Maria hatte ja den Zweck, dass Er leiden und sterben und die Sünde der Welt auf sich nehmen sollte. Der alte Simeon hatte es ihr bereits angekündigt: »Auch deine Seele wird ein Schwert durchdringen« (Luk. 2, 35). Der Weg, den du zu gehen hast, wird für dich Leiden bedeuten!</p>
<p>Wir sehen in manchen Stellen in den Evangelien, wie Maria lernen musste, dass ihr Erstgeborener nicht ihr, sondern Gott gehörte. Darum das harte Wort: »Frau, was habe ich mit dir zu schaffen?« Da sagt Er nicht »Mutter«, sondern »Frau«. Du hast jetzt nicht über mich zu bestimmen, sondern mein Vater im Himmel. — Ein anderes Mal suchen Ihn Seine Mutter und Seine Brüder und wollen Ihn sprechen, während Er von einer Volksmenge umringt ist. Jesus aber sagt: »Wer sind meine Mutter und meine Brüder? Wer den Willen Gottes tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter« (Mark. 3, 31-35). Die Maria muss lernen, in die richtige Stellung zu Jesus zu kommen, und das war für sie als Mutter sicher nicht leicht. Und dieser Lernprozess und Leidensweg geht bis unter das Kreuz. Da steht dann die Maria mit ihrer Schwester und dem Jünger Johannes unter dem Kreuz. Wie schwer muss das für Maria gewesen sein! Sie wusste doch, wer der war, den sie geboren hatte — und nun hängt Er dort am Kreuz! Als nun Jesus Seine Mutter sieht und den Johannes, da sagt Er zu Seiner Mutter: »Frau, siehe, das ist dein Sohn!« Wieder sagt Er »Frau«, nicht »Mutter«. Und zu dem Johannes sagt Er: »Siehe, das ist deine Mutter!« Und von der Stunde an nahm sie der Johannes zu sich in sein Haus. So hat der sterbende Jesus noch eine wunderbare Fürsorge geübt.</p>
<p><strong>7. Maria, Glied der betenden Gemeinde</strong></p>
<p>Maria musste lernen: Ich bin eine Frau, Jesus aber ist der Sohn Gottes. Gott hat mich als Sein Werkzeug benutzt, um auf Erden Jesu Mutter zu sein, jetzt aber wird Er als der Gekreuzigte und Auferstandene auch mein HERR und mein HEILAND. Maria wird nun ein Glied der glaubenden und betenden Gemeinde.</p>
<p>Nach Jesu Auferstehung und Himmelfahrt, vor Pfingsten, finden wir dann die Apostel in Jerusalem im Obersaal einmütig im Gebet versammelt, »mit einigen Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und mit Seinen Brüdern« (Apg. 1, 13.14). Wie schön ist das doch: Auch Seinen Brüdern, die zuvor nicht an Ihn glaubten (Joh. 7, 5), ist nach Kreuz und Auferstehung aufgegangen, dass Jesus auch ihr Herr und Retter ist. Jetzt gehören auch sie zur glaubenden Gemeinde, und von Jakobus und Judas, den Brüdern Jesu, stehen zwei Briefe im Neuen Testament.</p>
<p>Hier finden wir Maria inmitten der glaubenden Gemeinde. Sie hat Jesus als Herrn und Retter angenommen. So nimmt die Heilige Schrift Abschied von ihr; sie wird im Neuen Testament danach nicht mehr erwähnt. Wir wissen, dass sie zu Jesus gehört und dass sie eine Frau ist, die Gott in ganz besonderer Weise als Sein Werkzeug gebraucht hat. Durch sie ist der Gottessohn ins Fleisch gekommen.</p>
<p>Der Apostel Paulus schreibt einmal: Die Eva hat die Sünde in die Welt eingeführt. Adam wurde nicht betrogen, die Frau aber wurde betrogen und fiel in Übertretung. Und dann heißt es weiter: »Sie wird aber gerettet werden durch das Kindergebären« (1. Tim. 2, 15). Wie ist das zu verstehen? Sollen die Frauen durch Kindergebären gerettet werden? — Paulus hat etwas ganz anderes gemeint: Die Frau wird gerettet werden »durch die <em>Kindzeugung«</em> (griech. teknogonia), »wenn sie (die Frauen) bleiben in Glauben und Liebe und Heiligung mit Besonnenheit (oder: Sittsamkeit).«</p>
<p>Hier wird die Frau ganz besonders geadelt. Durch die <em>Eva </em>wurde zwar die Sünde eingeführt, aber durch die Kindzeugung und Jungfrauengeburt, die <em>Maria </em>erfuhr, wurde das Leben in die Welt eingeführt. Nun kann Eva tatsächlich die »Mutter aller Lebendigen« werden (1. Mose 3, 20). Durch diese Kindzeugung durch den Heiligen Geist gibt es für alle Menschen Heil und Rettung und Hilfe, wie es der Name »Jesus« zum Ausdruck bringt.</p>
<p>(Quelle: &#8220;Gnade und Herrlichkeit&#8221;, 2/2008; <a href="http://www.paulus-verlag.de/">Paulus-Verlag</a>, Heilbronn)</p>
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		<title>Das Evangelium von der Sohnschaft</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Jun 2009 17:19:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinemann, Karl</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Gemeinde]]></category>

		<category><![CDATA[Glaubensleben &amp; Wandel]]></category>

		<category><![CDATA[Irrlehre]]></category>

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		<description><![CDATA[Die frohe Botschaft der Bibel — insbesondere des Neuen Testaments — enthält viele herrliche Verheißungen für die erwählten und berufenen Gläubigen. Eine der kostbarsten göttlichen Gnadengaben ist das Geschenk der Sohnschaft in Verbindung mit der einmaligen Stellung der Gemeinde Jesu Christi.
Der Sohnschaftsstand der Glieder des Leibes Christi ist aber nur möglich infolge der Herrlichkeit des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die frohe Botschaft der Bibel — insbesondere des Neuen Testaments — enthält viele herrliche Verheißungen für die erwählten und berufenen Gläubigen. Eine der kostbarsten göttlichen Gnadengaben ist das Geschenk der <em>Sohnschaft </em>in Verbindung mit der einmaligen Stellung der Gemeinde Jesu Christi.</p>
<p>Der Sohnschaftsstand der Glieder des Leibes Christi ist aber nur möglich infolge der Herrlichkeit des Erstgeborenen, Jesus Christus, und Seiner wunderbaren Mittlerschaft. In Psalm 2, 7 wird die prääonische Zeugung des Sohnes Gottes verkündet. Bis zu diesem wunderbaren Akt war Gott das allein existierende Wesen. Gott, der Vater Jesu Christi, hatte aber einen Entschluss gefasst, nicht nur <em>einen Sohn</em> ins Leben zu rufen, sondern <em>viele Brüder</em> dieses Erstlings (Röm. 8, 29).</p>
<p>Und wer die Heilsgeschichte der Bibel kennt, weiß auch, dass Gott nicht eher ruht, bis auch die ganze Schöpfung in den Sohnesstand versetzt sein wird. Dazu bedarf es der Mithilfe der erlösten Gemeinde, die eine enorm wichtige Zukunftsaufgabe nach ihrer Vollendung erhält. Diese »Ekklesia« (Auswahl, Herausgerufene) ist nicht zum Selbstzweck erlöst, sondern zum Mitherrschen und -regieren bestimmt.</p>
<p>Wir betrachten im Folgenden</p>
<ol>
<li>Die Sohnschaft der Gemeinde Jesu Christi und die Knechtschaft der Religiosität</li>
<li>Die heilsgeschichtliche Entwicklung der Sohnschaftsphasen</li>
<li>Die Konsequenzen der Erwählung zum Sohnesstand</li>
</ol>
<p><span id="more-1973"></span><strong>1. Die Sohnschaft der Gemeinde Jesu Christi und die Knechtschaft der Religiosität</strong></p>
<p>Es gibt nach dem verlorenen Paradies immer wieder das Bestreben der Menschen, den Sinn des Lebens zu erkennen und zu deuten. Viele Religionen versuchen es in Geschichte und Gegenwart, eine Antwort auf die brennende Seinsfrage zu finden und zu geben: Woher kommt der Mensch, was macht sein Wesen aus und was darf er in der Zukunft — besonders auch nach dem Tod — erwarten?!</p>
<p>In den uns bekannten Religionen und Religionsgemeinschaften ist die Gott-Vater-Beziehung der Mitglieder unbekannt. Leider ist auch in vielen Gemeinschaften und Freikirchen, die ein bestimmtes Jesus-Verhältnis haben, der Sohnesstand nicht überall klar erkannt. In Hebr. 5, 12.13 wird schon von dem Schreiber des Briefes den Empfängern bescheinigt, dass sie dem Anfangsstadium des Glaubens nicht entwachsen sind. Sie sind nicht weiter gereift, weil sie nur der Milchspeise bedürfen. Deshalb bleiben sie unmündig und haben kein Urteilsvermögen, um das »Treffliche wie auch Übles zu unterscheiden« (Konk. Übers.).</p>
<p>Anstelle des <em>biblischen Glaubens,</em> der primär <em>personenhaft </em>orientiert ist, treten stattdessen entweder Ersatzgötter auf oder aber Irrlehren. Bei bibelgläubigen Christen des oben erwähnten Steckenbleibens im Anfangsstadium geistlicher Entwicklung nehmen andere Verkündigungsschwerpunkte (Sachthemen) die Stelle des gottgewollten Personenverhältnisses ein.</p>
<p>Die hier nur angedeuteten Aspekte und Thesen sollen im Folgenden noch etwas ausführlicher angesprochen werden.</p>
<p>1.1 In der zweitgrößten Religion der Welt, dem <em><strong>Islam</strong>,</em> ist anstelle eines persönlichen Bezuges zu Allah eine Fülle von Vorschriften der Verhaltensweisen im Koran vorgegeben, z. B.:</p>
<ul>
<li>Bekenntnis der Erhabenheit Allahs</li>
<li>5-maliges Gebet am Tag</li>
<li>Fastenzeiten</li>
<li>Almosengeben</li>
<li>Reise nach Mekka (möglichst einmal im Leben)</li>
</ul>
<p>Die Rechtfertigung des Menschen allein aus Glauben als Gnadengeschenk kennt ein Moslem nicht, ebenso wenig die damit verbundene Heilsgewissheit. Das verwundert uns auch nicht, denn der Islam lehnt die Gottessohnschaft Jesu und Seine Funktion als Heilsvermittler ab. Vielmehr verneint er, wie im Koran steht, das biblische Verhältnis zwischen Gott, dem Vater, und Seinem Sohn Jesus. Am Kreuz soll ein anderer gestorben sein, während Jesus nach Ostasien floh. Während wir durch den Sohn Gottes, Sein Leiden, Sterben und Auferstehen, aus dem Sünden- und Todeszustand heraus ein neues Geistesleben empfangen dürfen, bleibt ein Moslem im Zustand der Ungewissheit und des Zweifels. Selbst Mohammed war sich seiner Annahme durch Allah nach seinem Tod nicht sicher. — Wie dürfen wir doch dankbar sein für das Wunder der Erlösung und die Glaubenszuversicht, dass Christus durch den Geist in uns lebt! Somit sind wir <em>Teilhaber des göttlichen Auferstehungslebens des Gottessohnes</em>. Wir dürfen laut Röm. 8, 16 »Abba, Vater« rufen und haben nicht mehr den Geist der Knechtschaft, sondern der Sohnschaft.</p>
<p>1.2 Der <em><strong>Hinduismus</strong></em> zählt nicht zu den drei monotheistischen Religionen, denn er verkündet Hunderte von Göttern. Im Gegensatz zum Judentum, Christentum und Islam muss ein Hindu mit einer Fülle von Gottheiten in seinem Leben rechnen und fertig werden. Kein Schöpfergott, geschweige denn ein persönlicher Geist, prägt sein Leben. So muss er selbst wirken und schaffen, damit sein Erdenleben so gestaltet wird, dass er nach seinem Tod als wiederverkörpertes Wesen höher entwickelt auf Erden erscheinen kann. Das geschieht so oft, bis er der himmlischen Gottheit voll entspricht. (So allgemein kann das hier nur in aller Kürze definiert werden. Denn die Lehren des Hinduismus sind so vielfältig und sich oft auch widersprechend, dass selbst seine Lehrer oft sehr unterschiedlicher, ja gegensätzlicher Meinung sind.)</p>
<p>1.3 Der <em><strong>Buddhismus</strong>,</em> nach Buddha (Erleuchteter) genannt, entstand im 5./6. Jahrhundert n. Chr. im nördlichen Indien und fand im asiatischen Raum die größte Verbreitung. Ein angeblicher Gott Brahma überzeugte den Religionsgründer, die Lehre von der Enthaltsamkeit (Askese) zu verbreiten. Das geschah dann auch in Verbindung mit einer Ordensgründung. Seitdem praktizieren in der Geschichte — und ebenso in der Gegenwart — die Mönche durch Yoga die Loslösung des Individuums von dieser Sinnenwelt. Dieses quasi »Absterben« des Ichs bis zu einer totalen »Leere« ist Inhalt und Ziel der Meditationen und Verkündigung. Auch im Buddhismus wird — wie im Hinduismus — die Reinkarnation (Wiederverkörperung) gelehrt. Der Mensch — so wird es verkündet — muss so oft wieder auf Erden erscheinen, bis er in das <em>Nirwana </em>(das selige Nichts) eingehen darf.</p>
<p>Wenn wir diese Religion mit unserem Glauben vergleichen, so wird auch hier ein krasser Unterschied deutlich: Während der Buddhist durch eigenes Tun ein asketisches Leben führen muss ohne Beziehung zu einem persönlichen Gott, dürfen wir Christen wissen: <em>»Jesus Christus ist uns gemacht von Gott zur Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung«</em> (1. Kor. 1, 30b). Christus ist das Haupt der Glieder Seines Leibes. Er leitet uns durch Wort und Geist in die volle Wahrheit des Evangeliums. Im Buddhismus gibt es eine bestimmte Hierarchie. Das wohl allen bekannte Oberhaupt, der Dalai Lama, führt ein strenges Regiment über alle Mönche und übrigen Gläubigen. (Er kann zur Zeit bekanntlich in Tibet diese Herrschaft nicht konkret ausüben.) Wesentliche Hilfen bei der Meditation bilden die Buddha-Figuren. Dagegen warnt schon das Alte Testament vor Bildern und falschen Göttern. Und besonders das <em>Ziel </em>ist völlig unterschiedlich: Der Christ darf eine lebendige Erwartung haben in der Herrlichkeit Gottes, während ein Buddhist einmal im »seligen Nichts« sein Bewusstsein und damit die individuelle Existenz verliert.</p>
<p>1.4 <em><strong>Irrlehren im Christentum.</strong></em> — In der größten christlichen Konfession, dem römischen <em><strong>Katholizismus</strong>,</em> gibt es leider einige nicht mit der Bibel übereinstimmende Lehren, u. a.:</p>
<ul>
<li>Unfehlbarkeit des Papstes</li>
<li>Sakramentenlehre (7 Sakramente)</li>
<li>Marias Himmelfahrt</li>
<li>Sündenablass</li>
<li>das Messopfer</li>
</ul>
<p>Besonders die Auffassung vom mystischen Leib der Kirche, ohne deren Zugehörigkeit niemand wahrhaftig gläubig ist, bedeutet einen eklatanten Widerspruch zu unserem Glauben.</p>
<p>Ich erhielt einmal von einem katholischen Buchverlag ein Schriftchen, in dem von einem »Ehrwürdigen Pater Paul« eine Litanei zur »allerseligsten Jungfrau Maria« empfohlen wird. Dem Beter dieser Grüße wird ein besonderer Segen Marias versprochen. Einige Auszüge aus dieser Litanei:</p>
<p style="margin-left: 27pt">Ich grüße Dich, Maria,<br />
Tochter Gott des Vaters,<br />
Mutter Gott des Sohnes,<br />
Braut des Heiligen Geistes,<br />
Tempel der allerheiligsten Dreifaltigkeit,<br />
reine Lilie der erhabenen Dreifaltigkeit,<br />
angenehme Rose des himmlischen Hofes,<br />
Königin des Himmels, voll der Gnade,<br />
Königin meines Herzens.</p>
<p>Hier findet eine Bekenntnisverschiebung von Jesus Christus zu Maria statt. Das Vater-Sohn-Verhältnis, das auch unsere herrliche Stellung in Christus zum Vater bestimmt, wird durch die Verlagerung auf Maria der ursprünglich biblischen Funktion beraubt. —</p>
<p>Aus der Reihe der Sekten, die oft unterschiedliche Akzente setzen, seien zwei als exemplarisch und somit typisch ausgewählt: die <em><strong>»Zeugen Jehovas«</strong></em> und die <em><strong>»Neuapostolische Kirche«</strong></em>.</p>
<p>Die <em><strong>»Zeugen Jehovas«</strong></em> stellen eine sehr gesetzliche Religionsgemeinschaft dar. Sie nennen sich bewusst nicht Zeugen Jesu Christi, sondern stellen den AT-Gott Jehova in den Mittelpunkt, ohne seine heilsgeschichtliche Bedeutung hervorzuheben. Die Sohn-Gottes-Stellung Jesu wird herabgewürdigt. Die Gläubigen dieser Gemeinschaft müssen anstelle des NT-Glaubens dieser Sekte beitreten, alles, was die »Wachtturm-Gesellschaft« lehrt und vorschreibt, beherzigen und diesen Anweisungen folgen. Besonders ist nach der Taufe der Zeugendienst notwendig. Obwohl die »Zeugen Jehovas« zur Zeit etwas offener gegenüber den kirchlichen, freikirchlichen und gemeinschaftlichen Bekenntnissen und Argumenten sind, bleiben sie doch ihrem Grundbekenntnis und ihrer Praxis treu. Dem Zeugen Jehovas ist die herrliche Stellung, wie wir sie z. B. in Kol. 3, 1-4 von Paulus bezeugt bekommen, nicht bekannt noch bewusst, ebensowenig die biblische Hoffnung Israels. Das Leben in Christus und dem Vater, wie es in Kol. 3 beschrieben wird, ist dem Angehörigen dieser Sekte verborgen. Wir aber dürfen diese Gnaden- und Liebesstellung als eine bevorzugte Basis unseres Glaubens erkennen und bezeugen.</p>
<p>Die <em><strong>»Neuapostolische Kirche«</strong></em> ist in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden. Sie ist aus der katholisch-apostolischen Kirche hervorgegangen und sehr streng hierarchisch gegliedert. Vom Stammapostel über weitere Apostel, Bischöfe, Älteste, Lehrer, Hirten und Diakone werden die Mitglieder — in Deutschland über 300.000 — eng an ihre Kirche gebunden. Als im 19. Jahrhundert weltweit Erweckungen in bibeltreuen Gemeinden aufbrachen, haben etliche Lehrer verkündet, vor der Wiederkunft Christi müssten zunächst 12 Apostel — wie zur Erdenzeit Jesu — vorhanden sein. Man gab auch ein bestimmtes Datum dieses Ereignisses bekannt. Besonders in England und Deutschland fand diese Lehre viele Anhänger und Befürworter. So wurden schließlich 12 Apostel ernannt. Als aber der vorausgesagte Termin der Wiederkunft Christi verstrich, war die Enttäuschung groß. Ratlosigkeit machte sich breit und viele Anhänger verließen diese Kirche. Man fand dann eine Ersatzlösung und behauptete, es müssten in Zukunft stets 12 Apostel <em>neu </em>bestimmt werden. Das geschah dann auch bis auf den heutigen Tag. Diejenigen aber, die nur den einmaligen Einsatz der Apostel befürworteten, trennten sich und bildeten die »Altapostolische Kirche«. Die Richtung besteht heute noch mit allerdings einer kleinen Mitgliederzahl.</p>
<p>Das typische von unserer Gemeindeschau abweichende Lehrstück und -verhalten der »Neuapostolischen Kirche« ist Folgendes: Nur derjenige Gläubige, der durch die Handauflegung der Apostel gesegnet wird, empfängt den Heiligen Geist. Bei dieser Glaubensauffassung wird das sektiererische Bekenntnis deutlich. Jesus selbst bezeugt in Joh. 16 deutlich die Funktion des Heiligen Geistes und begründet sein Kommen und Wirken mit dem vollbrachten Heilswerk. Jeder, der von Gottes Geist und Wort angesprochen wird und eine echte Entscheidung für Christus trifft, darf nach der Vergebung der Schuld und mit offenem Herzen auch die Innewohnung des Heiligen Geistes erleben. Die Verlagerung vom Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Herrn auf menschliches Handeln ist also der Grund der Irrlehre.</p>
<p>Wie bereits angedeutet, gibt es auch unter <em><strong>Bibel- und Jesusgläubigen Christen</strong></em> eine Verlagerung der Lehrinhalte, weil sie in den Anfangsgründen stecken bleiben (Hebr. 5, 12.13!). Das kann an mangelnder Verkündigung weiterführender Lehrinhalte, innerer Abwehrhaltung gegenüber »fester Speise« oder Ungehorsam im praktischen Wandel liegen. Vorrangiger Grund für diese Fehlentwicklung ist wohl die mangelnde Bereitschaft, die Briefe des Neuen Testaments — und besonders des Paulus — zu studieren. Stattdessen gibt es Ersatzangebote. Zwei Tendenzen dieser Ersatzangebote können als typisch angesehen werden: Zum einen verbreiten sich <em>schwärmerische Ansätze,</em> indem sich anstelle des zentralen Christusglaubens die Erlebnisvariante einschleicht mit Pseudo-Geisteswirkungen. Zum anderen werden zur Belebung der Gottesdienste <em>ungeistliche Methoden und Medien</em> eingesetzt (z. B. Theater, Anspiele, Popmusik u. a.).</p>
<p>Ich habe persönlich beide unbiblischen Strömungen kennengelernt und musste mich jeweils klar davon distanzieren. Im ersten Fall habe ich bei einem extremen Charismatiker in einem Hauskreis seine »Offenbarungen« hinterfragt, was nach 1. Kor. 14 rechtens und notwendig ist. Darauf hat er mir — wie bei Eli im AT geschehen — den Tod angedroht. (Ich lebe immer noch, während er bereits über 15 Jahre tot ist.) Im zweiten Bereich möchte ich als Exempel den Eindruck von einem Familiengottesdienst kurz wiedergeben: In einer evangelikal geprägten Gemeinde dauerte die Predigt insgesamt nur zehn Minuten, während die übrige Zeit (ca. 45 Min.) mit Liturgie, zwei Anspielen, Informationen und Frage-Antwort-Kurzweil zu einer außerbiblischen Thematik verbracht wurde.</p>
<p>Paulus hat in 2. Tim. 4, 3.4 diese Entwicklung vorausgesehen und schreibt dort: »Denn es wird eine bestimmte Zeit da sein, in der man die gesunde Lehre nicht (mehr) ertragen, sondern sich den eigenen Begierden folgend Lehrer aufhäufen wird, die die Ohren kitzeln lassen; und man wird die Ohren von der Wahrheit abkehren« (Übers. von H. Schumacher). Und in 2. Tim. 3, 1-5 wird bezeugt, dass <em>in den letzten Tagen schlimme Zeiten</em> eintreten werden. Vor allem wird der Mensch egoistisch sein und im Glauben nur eine gewisse Form der wahren Frömmigkeit aufweisen. Und in 1. Tim. 4 sagt Paulus in den beiden ersten Versen klar voraus, dass in der Endzeit Abfall vom Glauben und Irreführung von Dämonen und Geistern erfolgen.</p>
<p>Am <em>Ende dieses bösen Äons</em> (Zeitalters) wird die Globalisierung das prägende Schlagwort sein. Wir registrieren bereits in der Gegenwart im wirtschaftlichen, politisch-gesellschaftlichen und auch religiösen Bereich jeweils Ansätze und konkrete Schritte zur Lösung von Problemen auf weltweiter Basis. Die UNO als entsprechende Institution tritt immer wieder aktiv auf der Weltbühne der Politik auf. Im wirtschaftlichen Bereich finden immer mehr Firmenzusammenschlüsse statt. Und bei der Lösung der Banken- und Finanzprobleme — wo es zur Zeit dramatische Krisen gibt — werden außer den zuständigen nationalen Gremien vor allem Vertreter der EU und der G-8-Staaten tätig. Und im christlichen Lager werden die Bemühungen um eine weltumspannende Ökumene in den großen Kirchen und auch z. T. Freikirchen immer wieder offenbar. Es kann hier nur angedeutet werden, dass in der Endzeit der letzte Weltherrscher und der Antichrist für eine begrenzte Zeit diktatorisch über den größten Teil der Weltbevölkerung herrschen werden. Unser Herr und Haupt Jesus Christus wird ihrem verführerischen Wirken aber ein jähes Ende in der letzten 70. Jahrwoche bereiten (nach Daniel). Und ihr Herrschaftszentrum Babylon wird von Gott gerichtet (Offb. 18) und im 1000-jährigen Friedensreich durch Jerusalem abgelöst werden.</p>
<p><strong>2. Die heilsgeschichtliche Entwicklung der Sohnschaftsphasen</strong></p>
<p>Gottes Planung im Verlauf der Äonen (Zeitalter) und Ökonomien (Haushaltungen) hat neben den gewaltigen Schöpfungsakten stets auch Sohneszeugungen im Blickfeld. Diese geburtsmäßigen Vorgänge gewinnen nach der Zeugung des Erstgeborenen (Ps. 2, 7) in verschiedenen Geschichtsphasen ihre göttliche Bedeutung.</p>
<p>Das wohl ausgeprägteste Sohnschaftsverhältnis finden wir dank des Zeugnisses des Nationenapostels Paulus im gegenwärtigen Äon vor. Paulus definiert es als ein besonders ihm <em>geoffenbartes Geheimnis</em> (Röm. 16, 25; 1. Kor. 4, 1; Eph. 1, 9; 5, 22; Kol. 1, 27; 2, 2). Diese Ausprägung geschieht zur Zeit noch nicht massiv nach außen, sondern nur vereinzelt oder relativ selten durch Gemeindedarstellung. Gewiss kann Gott auch Erweckungen schenken, vor allem in christlichen Neulandregionen. Es geht aber primär um die Rettung Einzelner und ihre Eingliederung in den Leib Christi. Die meisten echten Zeugungs-, Geburts- und vor allem Wachstumsprozesse finden in der Regel unbemerkt von der Volksmasse statt. (Pfingsten bildete eine Ausnahme und gehört in die Ökonomie des Übergangs vom Wirken Jesu im Fleisch bis zum Enthüllen des Gemeindegeheimnisses.)</p>
<p>2.1 <em><strong>Abschattungen und exemplarische Vorwegnahmen des Sohnesstandes im Alten Testament.</strong></em> — Hier wäre als Erster <em>Adam </em>zu nennen. Adam, der erste Mensch nach dem Bilde Gottes, sollte im paradiesischen Zustand auch die ganze Schöpfung beherrschen und in den Reifestand hineinführen. Er versagte aber durch Ungehorsam und leitete den Sündenfall ein. Er erhielt bei der Schöpfung zwar den Geist (Pneuma) Gottes, war aber nur eine <em>»lebendige Seele«</em>. Christus hingegen ist ein <em>»lebendigmachender Geist«</em> (1. Kor. 15, 45).</p>
<p>In 1. Mose 5, 24 wird <em>Henoch </em>als Erstling der Entrückung genannt, und der Hebräerbriefschreiber bezeichnet ihn als Glaubensvorbild: »Durch Glauben wurde Henoch hinweggerafft, um den Tod nicht zu erleiden; und er wurde nicht gefunden, weil Gott ihn hinwegraffte. Denn vor seiner Hinwegnahme wurde ihm bezeugt, dass er Gott wohlgefallen habe« (Hebr. 11, 5).</p>
<p><em>Abraham,</em> der Vater aller Gläubigen aus den Nationen und der Beschneidung (Röm. 4, 11.12), wird von Gott selbst berufen. Seine Nachkommenschaft soll so zahlreich sein wie der Sand am Meer und die Sterne am Himmel (1. Mose 17, 8; 15, 5). »Sand am Meer« deutet wohl auf Israel mit einer irdischen Berufung (besonders auch im Friedensreich des Messias) hin, während »Sterne am Himmel« wohl auf die Berufenen aus den Nationen mit ihrer überirdischen Richter- und Herrscherfunktion hinweisen, bis Gott am Ende der Heilsgeschichte »sein wird alles in allem (bzw. allen)« (1. Kor. 15, 28).</p>
<p>Wir dürfen auch <em>Josef </em>als einen herausragenden Darsteller des Typus auf Jesus hin bezeichnen. Einmal wird er durch seinen Leidensweg für seine spätere Aufgabe in seiner Führungsrolle vorbereitet, zum andern übt er in Ägypten eine barmherzige Haltung gegenüber seinen Brüdern am Hofe Pharaos aus, und zwar denen gegenüber, die ihn aus Neid wegen seiner Berufung verkauft hatten. Beide Prägungen sind wesentliche Vorabschattungen im Blick auf Jesu Niedrigkeit und Leiden während Seines ersten Kommens auf Erden und hinsichtlich des künftigen Erscheinens in Macht und Herrlichkeit, um Israel zur Umkehr und in seine völkische Führungsposition zu bringen.</p>
<p>Ich möchte am Schluss dieses Abschnittes nur noch einige herausragende Persönlichkeiten dank der Berufung Gottes nennen, ohne ihre Werke zu beschreiben. Es sind Hiob, Daniel, die Propheten Elia, Jesaja und Jeremia. Gewiss werden noch viele andere Gläubige zu den Sohnestypen zu rechnen sein, wohl auch etliche, die nach der Auferweckung Jesu aus den Toten aus ihren Gräbern aufstanden und vielen in Jerusalem erschienen.</p>
<p>2.2 <em><strong>Sohnesstand in der Ökonomie des Übergangs vom »Gesetzeszeitalter« zur »Gnaden- und Gemeindezeit«.</strong></em> — Diese Ökonomie beginnt mit dem Erscheinen Jesu in Seiner Niedrigkeit und endet mit der Verkündigung des Apostels Paulus von der Herrlichkeit des erhöhten Christus sowie der Enthüllung des Geheimnisses der »Leibesglieder«. Es hat nie jemand in Menschengestalt den Vatergott so verherrlicht wie Jesus Christus. Er hat stets nach dem Willen des Vaters gefragt und diesen auch in den schwersten Leidenstagen vollzogen. Br. Karl Geyer <span style="border-bottom:#777777 dashed thin"><a target="_blank" href="http://www.come2god.de/2009/02/19/vom-wesen-der-sohnschaft/">schreibt einmal</a></span>: »Die Sohnschaft wurde in ihrer ganzen Herrlichkeit bis jetzt nur an Einem völlig offenbar, am Sohn der Liebe.« In dieser Zeit des Erdenlebens Jesu bahnt sich auch die Sonderstellung des Volkes Israel an. Jesus war (zunächst) nur gekommen zu den verlorenen Schafen Israels (Matth. 15, 24). In Israel fand auch Seine Kreuzigung, Auferweckung und Himmelfahrt statt. Jesus hat bisher Israel als Volksganzes nicht für die Herrlichkeit Gottes gewinnen können. Auch »Pfingsten« auf israelitischem Boden ist nur ein Angeld für die spätere Annahme des Volkes und — wie in Joel 3 angekündigt — für die Ausgießung des Geistes auf »alles Fleisch« und insonderheit auf die »Knechte und Mägde«. Wer in dieser Übergangszeit zum Leibe des Christus zu rechnen ist, kann nicht exakt in allen Fällen beurteilt werden. Sicher ist, dass aus Israel/Juda etliche dazugehörten. Denn Paulus bezeugt in Eph. 2, 13-18, dass »in Christus Jesus die Nahe- und Fernstehenden eins geworden sind«. Die beiden sind in <em>einem Körper</em> mit Gott durch das Kreuz ausgesöhnt. So gilt der Friede Gottes beiden: den Gläubigen aus Israel und den Nationen.</p>
<p>2.3 <em><strong>Sohnschaft in den folgenden Äonen.</strong></em> — Nach der Entrückung der Glieder des Leibes Christi findet zunächst ihre Beurteilung und Prüfung »durch Feuer« vor dem »bäma Christou« (Richterstuhl Christi) statt. Es geht hier nicht um Gerettetwerden oder Verdammtwerden, sondern um das Offenbarwerden der Handlungsweisen der Gläubigen. Ob »Holz, Heu, Stroh« oder »Gold, Silber, Edelsteine« das Resultat sind, wird dabei durchs Feuer offenbar. Holz symbolisiert Menschliches, Heu Vergängliches und Stroh Fruchtleere. Gold hingegen versinnbildlicht Glauben bzw. Treue, Silber Reinheit und Edelsteine weisen auf Herrlichkeit hin. Nach dieser Durchrichtung wird die Leibesgemeinde ihren weiteren Heilsdienst als »Tempel Gottes« übernehmen (siehe 1. Kor. 3, 10-17).</p>
<p>In Offb. 21, 22.23 wird im Blick auf das neue Jerusalem von Johannes gesagt: »Einen Tempel gewahrte ich nicht mehr in ihr; denn der Herr ist ihr Tempel, Gott der Allgewaltige und das Lämmlein. Die Stadt bedarf weder der Sonne noch des Mondes, um in ihr zu scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie und ihre Leuchte ist das Lämmlein.« Wir dürfen aus dieser Vision und weiteren Angaben in Kap. 21 und 22 folgende Schlüsse ziehen: Dort, wo Jesus Christus lebt und wirkt, sind gewiss auch Seine Mitarbeiter, die Glieder Seines Leibes, tätig. Hier dürfen wir — im Gegensatz zu den 12 Aposteln und den 12 Stämmen Israels — eine über das neue Jerusalem und die neue Erde hinausreichende Stellung und Funktion einnehmen: »Wisst ihr nicht, dass die Heiligen den Kosmos richten werden? Wisst ihr nicht, dass wir Engel (Boten) richten werden?« (1. Kor. 6, 2a.3a). Wir finden die unterschiedlichen Aufgaben zwischen der Gemeinde des Leibes und Israel auch durch folgende Hinweise bestätigt: In Offb. 21, 9b ist von der »Braut des Lammes« die Rede, die in Verbindung mit der Stadt Jerusalem von Johannes gesehen wird. (Die Gemeinde stellt die Glieder des »Bräutigams« dar). Ein weiterer Beweis für die Differenzierung der beiden Heilskörperschaften liegt in den Zahlenangaben der gewaltigen Stadt: 12 Tore, 12 Apostel, die 12 Stämme Israels, die 12 Tore der Mauer und ihre 12 Grundfesten. Auch die Maße der Grundmauern weisen diese für Israel typische Zahl auf: 12.000 Stadien (eine Stadie = ca. 185 m) (Offb. 21).</p>
<p>Die Gemeinde wird bis zum Abschluss aller Heilsgeschichte so lange mit Christus herrschen und regieren, bis alle Feinde abgetan sind (auch der Tod) und Gott sein wird alles in allem bzw. allen (1. Kor. 15, 25-28). Welch gewaltige und herrliche Aufgabe ist das doch, aber auch damit verbunden welch große Verantwortung der Gläubigen zur Zeit ihrer Zubereitung auf Erden!</p>
<p><strong>3. Die Konsequenzen der Erwählung zum Sohnesstand zu Lebzeiten</strong></p>
<p>Wir dürfen im Gegensatz zum Volk Israel, das als Erstlingsvolk der Nationen auch zum Sohnesstand erwählt war, auf der Grundlage der Erlösung »zum Lobpreis der Herrlichkeit Seiner Gnade« bereits jetzt schon leben (Eph. 1, 6). Israel hatte das mosaische Gesetz erhalten, das es aber in eigener Kraft nicht erfüllen konnte. In den Gnadenstand wird es erst nach dem Erscheinen des Messias in Kraft und Herrlichkeit versetzt und ist dann göttlich legitimiert, die ihm gemäße Aufgabe in der Völkerwelt zu übernehmen. Wir dürfen aber bereits in diesem irdischen Leben auf die »Fülle des geistlichen Segens inmitten der Überhimmlischen in Christus« zurückgreifen. Deshalb sind wir auch hohen lebenspraktischen Erwartungen ausgesetzt: »&#8230; damit wir Heilige und Makellose vor Seinem Angesicht seien« (Eph. 1, 3-6!). Dank des Reichtums Seiner Gnade besitzen wir »die Freilösung durch Sein Blut und die Vergebung unserer Sünden« und können auf dieser Grundlage durch die Kraft des Heiligen Geistes auch gottgemäß wandeln (vgl. Eph. 1, 7.8; Röm. 8, 1-4). Aus eigener Kraft können wir unsere Berufung nicht erfüllen. Am Anfang unseres Glaubenslebens versuchen wir meistens aus dem Eigenen heraus ein Leben nach dem Wohlgefallen Gottes zu führen. Wir müssen aber alle erst die negative Erfahrung wie Paulus machen: »Ich elender Mensch! Wer wird mich aus dem Körper dieses Todes bergen? <em>Gnade!</em> Ich danke Gott durch Christus, unseren Herrn. Folglich, auf mich selbst gestellt, sklave ich demnach mit dem Denksinn dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde« (Röm. 7, 24.25 Konk. Übers.). Erst nach diesem Debakel ist der Gläubige für das völlige Heil in Christus offen und kann, geleitet durch den Heiligen Geist, wachsen und reifen.</p>
<p>Diesen Prozess beschreibt Johannes in seinem 1. Brief: Die <em>»Kindlein«</em> haben die Vergebung der Sünden erfahren. Die <em>»Jünglinge«</em> haben den »Bösen« überwunden und die <em>»Väter«</em> haben den erkannt, der von Anfang an ist. So wie im natürlichen Leben ein kontinuierlicher Wachstumsprozess die normale Entwicklung darstellt, so sollte es auch im geistlichen Bereich sein. Automatisch bzw. zwangsläufig vollzieht sich dieser Reifeprozess allerdings nicht. So wie im physischen Leben Nahrungsaufnahme und Bewegung unerlässliche Bedingungen darstellen, ist das im übertragenen Sinne auch geistlicherweise notwendig.</p>
<p>Das Wort Gottes wird in der Heiligen Schrift oft mit »Brot« bzw. »Nahrung« verglichen. So ist das ständige Lesen und die innerliche Aufnahme des Wortes in Verbindung mit der Geistesleitung ein wesentlicher Wachstumsfaktor. Auch die »Bewegung«, in der Schrift mit »Wandel« bzw. »Lauf« beschrieben, fördert das geistliche Reifen. Ein weiterer Aspekt im Wort Gottes, als Voraussetzung für die Umgestaltung unseres Wesens in das Bild Christi, ist die <em>Gesinnung</em>. Diese Geisteshaltung im Innersten der »neuen Kreatur« (2. Kor. 5, 17) ist nach Phil. 2, 5-11 besonders zu beachten. Hier wird Christus als Vorbild eines totalen Gehorsams Gott gegenüber beschrieben:</p>
<ul>
<li>Er hielt die Gestalt Gottes nicht wie einen Raub fest</li>
<li>Er entäußerte sich selbst</li>
<li>Er nahm die Gestalt eines Sklaven an</li>
<li>Er wurde den Menschen gleichgestaltet</li>
<li>Er erniedrigte sich selbst</li>
<li>Er wurde gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz</li>
</ul>
<p>»Deshalb hat Ihn auch Gott erhöht und Ihm einen Namen gegeben, der über allen Namen ist, damit <em>in dem Namen Jesu</em> sich jedes Knie beuge, der Himmlischen, Irdischen und Unterirdischen und jede Zunge bekenne: Herr ist Jesus Christus! <em>zur Verherrlichung Gottes, des Vaters«</em> (V. 9-11). Diese Herzensgesinnung, die wir auch als »Mitgekreuzigte« stets pflegen sollten, ist keine Selbstzweckverpflichtung, sondern führt zu einem herrlichen Endziel: zur <em>Verherrlichung des Vaters</em>.</p>
<p>Es ist deshalb die Zielkenntnis und -orientierung für unseren Lebenswandel äußerst wichtig. Und auf der Grundlage des »Mitauferwecktseins« ist das Erreichen des Zieles auch garantiert.</p>
<p>In 1. Kor. 9, 24-27 wird der bereits erwähnte Lauf als Bewegungsform mit dem folgenden Zielresultat beschrieben: der <em>Kampf- bzw. Siegespreis</em>. Es laufen zwar viele in der Rennbahn, doch nur der erste Läufer erhält diese Auszeichnung. Es kommen zwar alle, die gestartet sind, an das Ziel, aber ohne Gewinn.</p>
<p>Paulus spricht in Phil. 3, 14 dieses Ziel ebenfalls an: den <em>Kampfpreis der Berufung Gottes droben in Christus Jesus</em>. Er bezeugt von sich, dass er diesem Ziel nachjagt. Er bringt es auch mit der Ausauferstehung (Exanastasis) aus den Toten in Verbindung (Phil. 3, 10-12). Generell dürfen alle Glieder des Leibes Christi mit der Entrückung rechnen (1. Thess. 4, 15-17). Doch — wie bereits in Kap. 2.3 erwähnt — entscheidet sich vor dem Richterstuhl des Christus (bäma Christou, 2. Kor. 5, 10), ob wir Bleibendes, Unvergängliches in unserem Lebenslauf ausgewirkt haben oder nur »wie durch Feuer« errettet werden (1. Kor. 3, 11-15).</p>
<p>Wir halten an dieser Stelle wieder um der Priorität willen fest: »Gott ist es, der in euch wirkt das Wollen und Vollbringen« (Phil. 2, 13). Danach sind auch wir aufgefordert, unsere Errettung auszuwirken, und das sogar mit »Furcht und Zittern« (Phil. 2, 12). Es ist also bei der herrlichen Erkenntnis des Gnadenstandes stets darauf zu achten, dass diese Stellung uns nicht zu einer falschen Ruhe im »Fleisch« führt. — Ein weiterer Aspekt der Beachtung von Konsequenzen in unserem irdischen Glaubensleben ist die rechte <em>Blickrichtung</em>. Der bibelgläubige Christ ist kein Optimist, Pessimist, Utopist noch Realist im rein menschlichen Sinn. Der Blick zurück in die Vergangenheit, nach vorn in die Zukunft, in das Umfeld und die nur psychische Innenschau lösen nicht die vielen Menschheitsprobleme. Gewiss, wir sind nicht realitätsblind, sollen aber in der täglichen Lebenspraxis aufgrund unserer herrlichen Sohnesstellung primär geistlich nach <em>droben </em>schauen, wo Christus ist zur Rechten Gottes. Denn wir sind geistlicherweise nicht nur mit Christus gestorben und begraben, sondern auch mit auferweckt und in das Überhimmlische versetzt (Kol. 3, 1-3). Auch in Hebr. 12, 2 werden wir ermahnt, auf den Anfänger (Urheber) und Vollender des Glaubens zu blicken. Es gibt ein Sprichwort, das besagt: <em>»Was wir anschauen, gewinnt Macht über uns.«</em> Wir können in der Gegenwart die Wahrheit dieser Aussage ganz krass im Medienbereich mit den verheerenden negativen Folgen erkennen. Viele Menschen, vor allem auch Jugendliche, sind Sklaven des Fernsehers und Computers. — Wir wollen aber diesen Punkt der »Blickrichtung« nicht verlassen, ohne noch einen wichtigen Bibelvers zu zitieren: »Wir alle aber, mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn widerspiegelnd, werden in dasselbe Bild umgestaltet von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie von des Herrn lebendig machendem Geist« (2. Kor. 3, 18).</p>
<p>Als letzten Aspekt zu diesem Kapitel wollen wir <em>das Verhältnis unserer Schwachheit zur Kraft Gottes</em> betrachten. Solange wir noch in der sterblichen Hülle unseres Körpers leben, sind wir immer wieder von Anfechtungen durch Nöte und Leiden herausgefordert. Paulus ist uns diesbezüglich ein leuchtendes Vorbild. In fast allen Briefen geht er auf seine um Jesu und seines Dienstes willen zu erduldenden Leiden bis hin zu den Todesgefahren ein; siehe als prägnantes Beispiel: 2. Kor. 11, 22-38. Und im folgenden Kap. 12 erwähnt er eine besondere Prüfung: Um der hohen Offenbarungen willen (geistliche Entrückung bis in den dritten Himmel) wurde ihm ein »Pfahl für das Fleisch« gegeben, indem ein Bote Satans ihn mit Fäusten schlug. Auf sein dreimaliges Flehen zum Herrn, dass der Bote doch von ihm ablassen möge, erhielt er die Antwort: <em>»Dir genügt meine Gnade; denn meine Kraft wird in Schwachheit vollkommen gemacht«</em> (2. Kor. 12, 9). Gewiss haben wir zur Zeit, in »demokratischer Freiheit« lebend, nicht solche Leiden zu durchstehen. Aber generell darf diese Zusage des Herrn an Paulus auch uns gelten: in den Problemen, Nöten und Leiden nicht alles »wegbeten« zu wollen, sondern der Kraft des auferstandenen Herrn zu vertrauen. Sicher ist das kein allgemeines Verhaltensschema. Wir bedürfen stets der Weisheit Gottes im Gebet bei Anfechtungen, wie wir in rechter Weise überwinden sollen. Wir dürfen gewiss sein — wenn es sich nicht um Leiden der Sünde wegen handelt —, dass unser treuer Gott und Vater entweder die Hindernisse beseitigt oder Er aber uns die Kraft zum Erdulden der Leiden schenkt.</p>
<p><strong>4. Zusammenfassung und Schlusswort</strong></p>
<p>Das Fazit dieser Abhandlung möchte ich durch einen Buchtitel des chinesischen Christen Watchman Nee, der 20 Jahre um seines Glaubens willen im kommunistischen China inhaftiert war, zum Ausdruck bringen: <em>Sitze, wandle, stehe!</em> W. Nee wollte mit diesem Titel die Gliederung des Epheserbriefes aufzeigen. Das <em>Sitzen </em>bezieht sich auf die ersten drei Kapitel und entspricht der herrlichen Sohnschaftsstellung der Leibesgemeinde. Das <em>Wandeln </em>umfasst die Kap. 4 und 5, wie in Kap. 4, 1 von Paulus beschrieben: »Wandelt würdig eurer Berufung gemäß!« Das <em>Stehen </em>wird in Eph. 6, 10-18 im Sinne einer dringenden Aufforderung angemahnt. Es meint nach anderen Übersetzungen: <em>Standhalten </em>(z. B. Konk. Übers.).</p>
<p>Diese Schriftstelle soll uns als Abschlusswort leiten und eine wichtige Hilfe für unseren <em>Stand, Wandel</em> und <em>Glaubenskampf </em>sein.</p>
<p>Die erste Ermahnung gilt unserer <em>»Kräftigung im Herrn, in der Gewalt Seiner Stärke«</em> (Standfestigkeit) (Vers 10).</p>
<p>Der zweite Befehl bezieht sich auf das <em>»Anlegen der gesamten Waffenrüstung Gottes«</em> (Vers 11). Der Grund für die Notwendigkeit des Anziehens dieser Rüstung liegt in der Gegnerschaft. Wir haben nämlich nicht primär gegen »Fleisch und Blut« zu kämpfen, sondern gegen die »Obrigkeiten, Weltbeherrscher (Kosmokratoren) dieser Finsternis und geistlichen Mächte der Bosheit inmitten der Himmlischen« (Vers 12). Und hier gilt es den Kriegslisten Satans gegenüber standzuhalten (zu stehen). Dieser unser Widerstand — besonders am »bösen Tag« — ist nur möglich, wenn wir die gesamte »Waffenrüstung Gottes« anlegen (Vers 13). Die Stücke dieser Rüstung wollen wir abschließend noch aufzeigen:</p>
<ul>
<li>der Panzer der Gerechtigkeit als Hauptschutz des Körpers</li>
<li>der Lendengurt der Wahrheit</li>
<li>die Fußfertigkeit zur Bereitschaft für das Evangelium des Friedens</li>
<li>der Langschild des Glaubens zum Löschen der glühenden Pfeile des Bösen</li>
<li>der Helm des Heils zur Errettung droben</li>
<li>das Schwert des Geistes, das Wort Gottes (V. 14-17)</li>
</ul>
<p>Wir stellen dabei fest, dass bis auf den letzten Teil der Waffenrüstung (Schwert) alle anderen Stücke dem <em>Abwehrkampf </em>dienen. Das ist m. E. eine wichtige Erkenntnis. Denn wir können nur das besitzen bzw. behalten und bewahren, was der Herr uns in Gnaden zugeteilt hat. Neues Terrain über das geschriebene Wort hinaus können und dürfen wir nicht erobern.</p>
<p>Wie wir also in diesem Artikel erkennen durften, haben wir als Söhne Gottes, des Vaters, einen herrlichen Stand und mutmachende Verheißungen für die Zukunft. In Christus Jesus haben wir die Gewissheit, dass »alle Verheißungen das Ja und Amen sind, Gott zur Verherrlichung durch uns« (2. Kor. 1, 20). Der Zielpunkt dieser Verheißungen ist die Vollendung des gesamten Alls, »bis Gott sein wird alles in allem bzw. allen« (1. Kor. 15, 28).</p>
<p>»Der Gott aber der Zuversicht gebe euch Frieden und Freude durch den Glauben, damit ihr überfließt in der Kraft des Heiligen Geistes« (Röm. 15, 13).</p>
<p>(Quelle: &#8220;Gnade und Herrlichkeit&#8221;, 3/2009; <a href="http://www.paulus-verlag.de/">Paulus-Verlag</a>, Heilbronn)</p>
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		<title>Die Menschen der letzten Tage</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 09:42:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Diverse</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Das prophetische Wort]]></category>

		<category><![CDATA[Endzeit]]></category>

		<category><![CDATA[Heilsgeschichte]]></category>

		<category><![CDATA[Zeitgeist]]></category>

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		<description><![CDATA[Gekürzte Zusammenfassung von Wortdiensten der Brüder Karl Geyer, Willy Schirrmacher, Otto Hoffmann, Heinz Schumacher über 2. Tim. 3, 1-5 auf der Karlsruher Jugendfreizeit vom 7. bis 10. April 1955; mit eigenen Worten wiedergegeben und ergänzt von Heinz Schumacher
&#8220;Dieses aber wisse, daß in den letzten Tagen schwere Zeiten da sein werden; denn die Menschen werden eigenliebig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gekürzte Zusammenfassung von Wortdiensten der Brüder Karl Geyer, Willy Schirrmacher, Otto Hoffmann, Heinz Schumacher über 2. Tim. 3, 1-5 auf der Karlsruher Jugendfreizeit vom 7. bis 10. April 1955; mit eigenen Worten wiedergegeben und ergänzt von Heinz Schumacher</p>
<p><em>&#8220;Dieses aber wisse, daß in den letzten Tagen schwere Zeiten da sein werden; denn die Menschen werden eigenliebig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, heillos, ohne natürliche Liebe, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend, Verräter, verwegen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen hebend als Gott, die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen; und von diesen wende dich weg!&#8221;</em> (2. Tim. 3, 1-5)</p>
<p><strong><em>Dieses aber wisse &#8230;!</em></strong> Wie manches andere Zeugnis des Neuen Testamentes zeigt auch diese Aufforderung des Nationenapostels an seinen geistlichen Sohn Timotheus die lebendige Naherwartung des wiederkommenden Herrn, wie sie in den Urgemeinden durchweg lebendig war (vgl. dazu etwa 1. Thess. 4, 17; 1. Kor. 7, 29; 2. Kor. 5, 4; Röm. 8, 11). Nur weil Paulus durch Offenbarung Jesu Christi wußte, daß der gegenwärtige Äon seinem Abschluß entgegengeht und daß die &#8220;letzten Tage&#8221; (nämlich des gegenwärtigen Äons) nahe bevorstehen, konnte er es für notwendig erachten, die besonderen Charakterzüge und Erkennungsmerkmale dieser Zeit hier zur Belehrung und Warnung herauszustellen. Denn nur, wer eine Zeit ihrem Wesen und Charakter, ihrer &#8220;Tendenz&#8221; und ihrem &#8220;Zeitgeist&#8221; nach durchschaut hat, ist in der Lage, sich inmitten einer solchen Zeit richtig, d. h. wortgemäß zu verhalten.</p>
<p>Ist diese Naherwartung des Paulus ein &#8220;Irrtum&#8221;, über den wir längst &#8220;erhaben&#8221; sind, die wir längst denken und vielleicht auch sprechen lernten: &#8220;Mein Herr kommt noch lange nicht!&#8221; (Matth. 24, 48.49)? Oder haben wir es hier nicht vielmehr mit einer prophetischen Fernschau von ganz besonderer Deutlichkeit und Schärfe zu tun, die dem Träger dieser Prophetie, der ja gleichsam durch ein göttliches Fernrohr schauen durfte, als ganz nahe bevorstehend erscheinen mußte?</p>
<p><span id="more-1968"></span><strong><em>&#8230; daß in den letzten Tagen schwere Zeiten da sein werden:</em></strong> Zwar ist der ganze jetzige Äon seinem Wesen nach böse (Gal. 1, 4), steht er doch unter der Herrschaft des &#8220;Gottes und Fürsten dieser Welt&#8221; (Joh. 12, 31; 14, 30; 2. Kor. 4, 4; Luk. 4, 6). Das Bosheitswesen aber ist im Zunehmen begriffen, es unterliegt einem <em>Wachstumsprozeß,</em> der von Gott gewollt und bejaht ist. — Nicht, als ob Gott das Böse an und für sich wollte, sondern er will seine Ausreifung insofern, als sie das Böse in seiner ganzen Bosheit am deutlichsten enthüllt und zugleich die Geschöpfe gerichts- und rettungsreif werden läßt. Jesu Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen in Matth. 13, 24-30 und 36-43 veranschaulicht, wie im jetzigen Äon eine doppelte Saat im Kosmos gesät wird, wächst und ihrer Ernte entgegenreift. Neben den aus dem Samen des Wortes gezeugten Gotteskindern, ja sogar in ihrer Mitte (&#8221;mitten unter den Weizen&#8221;, V. 25) darf, ja soll sich das Wachstum des Samens des Feindes vollziehen — für erstere ein ständiger Anlaß zu gottgewollten und unserer inneren Kräftigung dienenden Anfechtungen, Spannungen und Kämpfen.</p>
<p>Die gefährlichen Zeiten der letzten Tage, der Tage des endzeitlichen Antichristus, der Tage der letzten Danielschen Jahrwoche, denen wir mit zunehmender Geschwindigkeit zusteuern, sind jedoch auch nichts &#8220;Neues unter der Sonne&#8221; — sie haben ihre Parallelen und Vorbilder in den &#8220;Zeitenwenden&#8221; bzw. &#8220;Umbruchszeiten&#8221; der Vergangenheit, wie sie uns das biblisch-prophetisdie Wort zeigt.</p>
<p>Die Welt des Anfangs, der Ur-Kosmos (2. Petr. 3, 5-7) voller Pracht und Schönheit, über den die Morgensterne miteinander jubelten und alle Söhne Gottes jauchzten (Hiob 38, 4-7), erlebte infolge des Falles Satans und seines Anhangs einen gewaltigen Umbruch, eine Wasserkatastrophe, die nicht nur wie bei der Sintflut die Erde, sondern auch die Himmel in Mitleidenschaft zog (vgl. &#8220;die <em>jetzigen </em>Himmel aber &#8230;&#8221; in 2. Petr. 3, 7). Die Erde wurde zu einem &#8220;Tohuwabohu&#8221;. Der Geist Gottes aber, der darüber schwebte, gestaltete daraus einen neuen, wiederhergestellten, sehr guten Kosmos, in dem der Mensch als Bild und Stellvertreter Gottes herrschen sollte. Sein Ungehorsam führte den zweiten gewaltigen Umbruch herbei — die Austreibung des Menschengeschlechtes aus dem Paradies, die Ausstoßung aus der Gemeinschaft mit dem Heiligen. Der alleingelassene Mensch entwickelte sich rapide abwärts, bis sich auf der ganzen Erde nur noch <em>ein </em>einziger Frommer fand: <em>Noah!</em> Seine Tage gleichen in ganz besonderem Maße den unseren (Matth. 24, 37-39). Ihre Kennzeichen waren in der Hauptsache das süchtige Ausarten der natürlichen Triebbefriedigungen und das Abhandenkommen jeglicher Ehrfurcht vor Gott (&#8221;die Menschen wollen sich von meinem Geist nicht mehr strafen lassen&#8221;, 1. Mose 6, 3 nach Luther). Welche Übereinstimmung mit 2. Tim. 3, 1-51! — Auch die Zeit eines Daniel war in kleinerem Maßstab eine Umbruchszeit. Sein Lebenswandel in der Gefangenschaft ist vorbildlich für unseren Wandel inmitten der &#8220;Menschen der letzten Tage&#8221;. Er &#8220;nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht mit der Tafelkost des Königs und mit dem Weine, den er trank, zu verunreinigen&#8221; (Dan. 1, 8); fleißig studierte er das Wort Gottes, insbesondere das prophetische Wort (9, 2); glaubensvoll hält er Gott seine Barmherzigkeit und seine Zusagen vor. &#8220;Wer das Wort vernachlässigt, kommt auch um Niederlagen nicht herum; wer treu ist, erlebt Gott in seiner Treue.&#8221; Wer das Wort bewahrt, den bewahrt das Wort (Offbg. 3, 10); wer es verwirft, wird von Gott verworfen (1. Sam. 15, 26). — Dreimal des Tages betete er knieend vor seinem Fenster, das nach Jerusalem zu offen war, und lobpries vor seinem Gott (Dan. 6, 11). In seinem ergreifenden Bußgebet in Kap. 9 bekennt er nicht nur eigene Schuld, sondern stellt sich unter die Schuld der Gesamtheit. (So gibt es auch in der Gemeinde Jesu eine &#8220;Kollektiv-Verantwortung&#8221; — siehe Hebr. 12, 14-16! Wachstum in der Heiligung kommt dadurch zustande, daß wir darauf achten, daß <em>nicht jemand</em> — keineswegs nur wir selbst! — an der Gnade Gottes Mangel leidet!)</p>
<p>Der gewaltigste Zeitenumbruch aber ist das Kreuz von Golgatha, wo eine Welt in ihrem Schöpfer gerichtet und getötet, zugleich aber durch ihn versöhnt wurde. Was dort an Heil erwirkt wurde, kommt aber erst nach und nach auf dem Wege der endzeitlichen Krisen, Gerichte und Umbrüche zur vollen Auswirkung.</p>
<p>Notvoll, gefährlich, schwierig, schwer sind die letzten Tage. Ihre Hauptmerkmale sind <em>Angst, Sucht und Dämonie</em>. Die <em>Angst </em>als Folge der zunehmenden äußeren Unsicherheit nimmt immer mehr zu. Luk. 21, 26 sagt dazu: &#8220;Die Menschen werden verschmachten vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen; denn die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden.&#8221; Die <em>Sucht </em>ist die Folge einerseits dieser Angst, andererseits der inneren Leere, die jede Trennung von Gott ja zwangsläufig mit sich bringt. Sie äußert sich in den mancherlei Süchten, die die Verse 2. Tim. 3, 2-5 aufzählen: Ich-Sucht, Geld-Sucht, Geltungs-Sucht, Schmäh-Sucht, erotische Sucht, Vergnügungs-Sucht, Scheinfrömmigkeits-Sucht. Die innere Leere ist aber zugleich eine offene Tür für den Einbruch <em>dämonischer Geister,</em> von denen 1. Tim. 4, 1-4 spricht. Diese möchten uns aus der Freiheit, für die Christus uns befreit hat, in gesetzliches Zwangs- und Leistungswesen zurückführen, indem sie bestimmte Speisen und das Heiraten verbieten. — So sehr auch besonders das Letztere scheinbar biblisch zu begründen ist, so doch nur in bestimmten Fällen, wie etwa bei dem Apostel Paulus, wo ein besonderer Dienst, aber auch die besondere Gnadengabe des Sichenthalten-Könnens vorlag, mit wirklicher biblischer Berechtigung. Denn der eine hat zwar diese Gnadengabe, der andere aber jene (die Befähigung zur Ehe, 1. Kor. 7, 7). Und wenn für die einen die Regel gilt: &#8220;Heiraten ist gut, Nichtheiraten ist besser&#8221; (1. Kor. 7, 38), so gilt für die andern: &#8220;Heiraten ist besser&#8221; (V. 9; vgl. 1. Mose 2, 18). — Es ist eine besondere Gnade, daß die letzten Tage zugleich auch <em>abgekürzte </em>Tage sind, in denen der Herr &#8220;eine abgekürzte Sache tut auf Erden&#8221; (Röm. 9, 28; Matth. 24, 22). Das Tempo des Ablaufs des Heilsplanes hat sich der Vater selbst vorbehalten (Apg. 1, 6-8) und reguliert es in &#8220;eigener Vollzugsgewalt&#8221;. Er <em>sandte </em>den Sohn das erste mal in die Welt; er wird ihn auch zum zweiten mal &#8220;in den Erdkreis einführen&#8221; (Hebr. 1, 6); denn nichts tut der Sohn aus sich selber (Joh. 5, 19). Hatte Gott das Weltgeschehen am Anfang verlangsamt durch Herabsetzung des &#8220;Lebensstandards&#8221; und Lebensalters (1. Mose 4, 12 und 6, 3), so beschleunigt er jetzt immer mehr das Tempo der Weltgeschichte, um das schreckliche Drama schneller zu Ende zu bringen. Mit der Zunahme der Bosheit ist daher auch eine Zunahme der Geschwindigkeit verbunden, wie ein führerlos gewordenes Gefährt, einmal auf abschüssige Bahn geraten, immer schneller dem Abgrund zusteuert. Bei diesem Prozeß der Beschleunigung ist Satan selbst ohne seinen Willen Gott zu Diensten, denn auch er drückt aufs Tempo, wissend, daß er wenig Zeit hat (Off. 12, 12).</p>
<p><strong><em>&#8230; denn die Menschen:</em></strong> Daß die Tage böse sind, spürt auch die Welt. So redet sie gern und oft von der &#8220;guten alten Zeit&#8221;, worin ein Körnchen Wahrheit liegt, da ja das Böse im Zunehmen begriffen ist. Doch auf die Frage nach der Ursache der zunehmenden Bosheit der Zeit findet sie nie eine befriedigende Erklärung, weil sie die biblische Antwort nicht wahrhaben will. So macht sie einzelne Völker, bestimmte regierende Schichten oder Regierungsformen, die Wirtschaft oder die Technik dafür verantwortlich. Die Schrift führt die bösen Zeiten auf die bösen Menschen zurück: &#8220;denn die Menschen &#8230;&#8221; Der Mensch schlechthin ist die Ursache. Deshalb muß auch bei ihm die Veränderung einsetzen. Nicht bessere Lebensumstände auf der Welt ändern den Menschen, sondern erst, wenn ein erneuerter Mensch geschaffen, wenn der zweite Adam, der durch seinen Leib vervollständigte Christus, gebildet ist, können auch &#8220;bessere Zeiten&#8221; kommen.</p>
<p><strong><em>&#8230; werden eigenliebig (selbstsüchtig, ichsüchtig) sein:</em></strong> Die Ichliebe, Ichsucht oder Selbstsucht wird als erstes der 19 Stücke vor uns hingestellt, die den Endzeitmenschen charakterisieren. Sicher ist sie, wie alle hier genannten Stücke, nicht erst in der Endzeit vorhanden, doch treten alle diese Stüdce, je mehr das Ende naht, um so krasser, ausgeprägter, unverhüllter in Erscheinung. Daß die Ichliebe am Anfang steht, deutet an, daß sie die Wurzel aller anderen Süchte und Verirrungen ist. Wer von ihr wahrhaft gelöst ist, ist auch frei von der Geldsucht, der Schmähsucht, der Prahlerei und all den anderen Begleiterscheinungen.</p>
<p>Phil. 2, 21 und 1. Kor. 13, 5 kennzeichnen den Hauptunterschied zwischen Gott und Mensch, wie er von Anbeginn der Welt besteht. Schon Adam und Eva gehörten zur &#8220;Welteinheitspartei&#8221; der Egoisten. Der mißtrauische Gedanke, zu kurz zu kommen, ließ sie in Ungehorsam fallen. Dieselbe Gesinnung zeigt sich bei Kain als unbekümmerte gleichgültige Kälte: &#8220;Soll ich meines Bruders Hüter sein?&#8221;</p>
<p>Das Gefühl der Minderwertigkeit, an dem so viele Menschen kranken, entspringt derselben Wurzel. &#8220;Ein Minderwertigkeitskomplex ist die Quittung der Seele für einen mißglückten Hochmutsanfall.&#8221; Hingegen dient alles zum Besten dem, der IHN liebt (Röm. 8, 28). Die Liebe ist der einzige Schlüssel zum Herzen Gottes und zugleich der &#8220;Zündschlüssel&#8221; für ein geordnetes Ablaufen unseres Lebens.</p>
<p>Wie Phil. 2, 21 uns zeigt, ist die Endzeitkrankheit der Ichliebe nicht auf die Weltmenschen beschränkt, — sie zeigt sich erschütternderweise auch unter der Masse der Gläubiggewordenen. Auch sie, die doch dem leben sollten, der für sie gestorben und auferweckt worden ist, und nicht mehr sich selbst (2. Kor. 5, 15), sind großteils doch noch sich selbst verfallen. Ursache dafür mag in manchen Fällen schon eine falsch aufgefaßte Bekehrung sein, die letztlich — infolge einer entsprechenden Drohverkündigung — doch nur aus egoistischen Motiven zustande kam: man wollte lediglich dem Feuer der Hölle entgehen, nicht aber sein Leben und seinen Willen dem Herrn übergeben und ausliefern, von seiner Liebesmacht überwältigt. Entsprechend sucht man auch im Wort vornehmlich nur seine eigene Erbauung oder Zurechtweisung, statt in erster Linie danach zu trachten, IHN zu finden, von dem doch schon das Alte Testament zeugt (Joh. 5, 39). Man vergißt, daß wir nur durch Sein Anschauen verwandelt werden (2. Kor. 3, 18) und nur durch die Erkenntnis Gottes wachsen können (Kol. 1. 10).</p>
<p>Die gefährliche Folge der Eigenliebe im praktischen Leben und Handeln ist dann der <em>Eigenwille</em>. Er ist dem Götzendienst gleichgeachtet (1. Sam. 15, 23) — das Ich sitzt auf dem Thron des Herzens, den Gott innehaben sollte und der innewohnende Christus im Heiligen Geist (Eph. 3, 16.17). Der Leiter einer Irrenanstalt erklärte bei einer Tagung auf einem Rundgang den Tagungsteilnehmern: &#8220;60 % der Insassen verdanken ihr Hiersein ihrem Eigenwillen!&#8221; Wegen festgehaltener Eigenliebe und Eigenwillen schreiten auch nur so wenige Gläubige von ihrer Errettung im Geiste fort zu der Errettung ihrer Seele (1. Petr. 1, 9), ihres Charakters und Innenlebens überhaupt, werden nicht alle ihre Seelenanlagen umgestaltet und ausgebildet, so daß sie eine Vollpersönlichkeit in Christo werden. Nur wer seine Seele zu verlieren, aufzugeben bereit ist, wird sie erretten (Luk. 17, 33; wörtlich: &#8220;ins Leben zeugen&#8221;).</p>
<p><strong><em>&#8230; geldliebend:</em></strong> Auch diese Endzeiterscheinung ist im Grunde nichts Neues, nur tritt auch sie immer extremer und ungestümer auf. Nicht der Mensch ist mehr Herr seines Geldes, sondern das Geld beherrscht ihn und macht ihn zu seinem Sklaven. Die Stellung des Glaubenden auch zum Gelde finden wir vorgezeichnet in 1. Kor. 7, 29-31.</p>
<p><strong><em>&#8230; prahlerisch, hochmütig, Lästerer:</em></strong> Das Geltungsbedürfnis des Endzeitmenschen will unter allen Umständen befriedigt werden, wenn es nicht anders geht, auch auf Kosten der Wahrheit und des guten Rufes der Mitmenschen. Indem man andere schmäht und lästert, umgibt man sich selbst mit einem Schein richterlicher Erhabenheit und Heiligkeit. Nicht zuletzt ist es Gott selbst, den die Menschen lästern werden, an der Spitze der Antichrist selbst (Offbg. 13, 6). Auf dem Wege der Prahlerei wird die Lüge salonfähig gemacht. &#8220;Es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Lüsten sich selbst Lehrer aufhäufen werden, indem es ihnen in den Ohren kitzelt; und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und zu den Fabeln sich hinwenden&#8221;, sagt 2. Tim. 4, 3.4 von den Menschen der letzten Tage. Es braucht nicht alles wahr zu sein, wenn es nur schön, reizvoll, formvollendet ist! — Hier sollten die Gläubigen einen entschiedenen Widerspruch anmelden und dem schleichenden Gift der Lüge wehren, schon da, wo es auf dem Umwege &#8220;harmloser&#8221; Nikolaus-, Osterhasen- und Klapperstorchgeschichten sich in den Kinderstuben festsetzen will. Nur die Wahrheit macht frei!</p>
<p><strong><em>&#8230; den Eltern ungehorsam:</em></strong> Der Gehorsam ist die göttliche Norm im Verhältnis der Kinder zu den Eltern, die man nie ungestraft verläßt. Gehorsam hängt schon sprachlich zusammen mit Gehorchen, Horchen, Hören, Hinhören. Das anfängliche Nichtwollen des Ungehorsamen führt später zum Nichtkönnen, zur Verstockung (vgl. Israel).</p>
<p>Für gläubige Eltern liegt auf diesem Gebiet gerade in der augenblicklichen Vor-Endzeit, in der sich die Endzeiterscheinungen ja schon immer mehr anbahnen, eine wichtige erzieherische Aufgabe. Wenn die Welt in Elternhaus und Schule immer mehr die Zucht vernachlässigt, um dem &#8220;Guten im Kinde&#8221; freien Lauf zu lassen (in Wirklichkeit gibt man damit dem Bösen im Kinde Gelegenheit zu freiester Entfaltung!), sollten sie die Erziehungsgrundsätze beibehalten, die Gottes eigene sind und allein wahrer Liebe entsprechen: die Zucht und Ermahnung des Herrn. Eine von Liebe geleitete und auch begrenzte Zucht wird sich andererseits vor blindem Haß und Willkür hüten.</p>
<p><strong><em>&#8230; undankbar:</em></strong> Auch dies ist ein Verstoß gegen die göttliche Norm, welche lautet: &#8220;Danksaget in allem!&#8221; (1. Thess. 5, 18). Undankbarkeit ist eine Folge von Mißtrauen gegen die göttliche Führung. Ihre Geschwister sind das Murren und Selbstbemitleiden. Wie folgenschwer sich der Undank auswirken kann, ist aus Röm. 1, 18-25 zu ersehen.</p>
<p><strong><em>&#8230; heillos (unheilig, gottlos, ungeweiht), ohne natürliche Liebe, unversöhnlich:</em></strong> Heillose, gottlose Menschen, Menschen ohne Bindung an Gott gab es zu allen Zeiten. Erst die Endzeit aber zeigt die Gottlosigkeit in ihrer letzten Konsequenz, in aller Offenheit und Frechheit, deren sie fähig ist. Kein Wunder, daß derart geprägte Menschen auch <em>lieblos </em>sind! Wesenhafte Liebe kann ja nur von Gott durch seinen Heiligen Geist in unsere Herzen gegossen werden (Röm. 5, 5). Doch nicht nur die Gottesliebe, schon die rein menschlich-natürliche Liebe wie Eltern-, Kindes- und Freundesliebe wird erkalten, wie es auch der Herr in Matth. 24, 12 vorausgesagt hat. Der Antichrist braucht hartgesottene Leute.</p>
<p><strong><em>&#8230; Verleumder:</em></strong> Wörtlich heißt es &#8220;diaboloi&#8221;, &#8220;Teufel!&#8221; Verleumden und Anklagen ist ja eine der Haupttätigkeiten Satans (Offbg. 12, 10). Wenn er in der letzten Zeit 3½ Jahre lang auf Erden sein Wesen haben wird, wird das Denunziantentum einen ungeheuren Aufschwung erleben.</p>
<p>Auch die Gemeinde Jesu ist in Gefahr, durch Verleumder und Verleumderinnen geschädigt zu werden. Daher warnt der Apostel so ernst und eindringlich vor solchem Tun in 1. Tim. 3, 11 und Tit. 2, 3. Es sollte kein Wort von einem Gläubigen über einen Dritten gesprochen werden, das man nicht auch in seiner Gegenwart wagen würde zu sagen.</p>
<p><strong><em>&#8230; unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend, Verräter, verwegen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen liebend als Gott:</em></strong> Alles deutet auf ein ungezügeltes, unbändiges Triebleben hin. Man versteht Freiheit als ein Leben, in dem man tun und lassen kann, was man will, und merkt nicht, daß man in Wirklichkeit grausam gebunden ist. Frei ist aber, wer nicht mehr tun muß, was er will. Nur wer ins Licht tritt, wird frei. Dabei ist es wesentlich, zu erkennen, daß gottgegebene Triebe und Anlagen nie an und für sich negativ zu bewerten sind. Selbst wenn sie sich fast nur negativ zu äußern scheinen, haben sie auch immer eine positive Seite. Es kommt nur darauf an, ob sie Gott geweiht und von ihm gebildet und gebraucht werden oder noch im Dienst des Ich und des Fleisches stehen. — Haben wir auch für unsere natürlichen Anlagen schon einmal gedankt? —</p>
<p><strong><em>&#8230; die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen:</em></strong> Das hier gebrauchte griechische Wort &#8220;morphoosis&#8221; kommt außer an dieser Stelle nur noch einmal im Neuen Testament vor, und zwar in Röm. 2, 20. Dort bezeichnet es eine &#8220;Form des Wissens&#8221; (der &#8220;gnoosis&#8221;). Satan kleidet alles in die verführerische Form des Wissens. Schon im Paradies stellte er das Wissen um Gut und Böse als höchstes Ziel dem ersten Menschenpaar vor Augen (1. Mose 3, 5). Das bloße Wissen aber kann nie Leben und Erfüllung bringen. Noch nicht einmal <em>Wissen und Wollen</em> befähigen uns, das Gute zu tun (Röm. 7, 19), wieviel weniger das Wissen allein! Alles, was nicht aus dem Glauben kommt, ist Sünde, ist bloße Form. Worum es geht, ist nach Phil. 1, 9-11 das Überströmen unserer Liebe in Erkenntnis und Einsicht, nicht aber bloßes Wissen ohne Leben und Kraft.</p>
<p>Das kraftlose Formwesen der letzten Tage besteht nicht nur im bloßen Festhalten von frommen Sitten und Gebräuchen, die ihres Inhalts längst beraubt wurden und zu bloßen Symbolhandlungen ohne jede Bekenntniskraft herabgesunken sind, wie etwa ein unbiblischer Gebrauch der &#8220;Sakramente&#8221; — zum Formwesen gehört auch schon jeder Glaube, der sich nicht in der Liebe auswirkt oder der Liebe zu <em>allen </em>Heiligen nicht fähig ist.</p>
<p>Unter Frömmigkeit (&#8221;eusebeia&#8221;) versteht die Schrift eine von Pietät beherrschte Lebenshaltung der Gottesfurcht. Diese Frömmigkeit oder Gottseligkeit will &#8220;geübt&#8221; werden (1. Tim. 4, 7). &#8220;Was du nicht übst, hast du an der entscheidenden Stelle nicht zur Verfügung.&#8221; Zu solchen Übungen gibt uns der Alltag mit den ständigen Auseinandersetzungen mit dem &#8220;Zeitgeist&#8221; reichlich Gelegenheit.</p>
<p>Um ein Leben in Gottseligkeit und würdigem Ernst führen zu können, werden wir ermahnt, &#8220;vor allen Dingen&#8221; (auch zeitlich: vor dem Frühstück!) mit Flehen, Gebeten, Fürbitten und Danksagungen für alle Menschen vor das Angesicht Gottes zu kommen. Nur wo das Gebet, die Gemeinschaft, das Brechen des Brotes und das Wort als die vier hauptsächlichen Segenskanäle offengehalten werden, kann <em>Kraft </em>der Gottseligkeit in Erscheinung treten, Kraft zur Sündenüberwindung, Kraft zum Bekennen und Leiden. Kraft ist der große Echtheitsprüfstein unserer Frömmigkeit.</p>
<p><strong><em>&#8230; und von diesen wende dich weg!</em></strong> So sehr die Schrift eine Absonderung und Aufspaltung der Gotteskinder etwa aus Gründen der Parteisucht oder verschiedener Erkenntnis in Einzelfragen verwirft (vgl. 1. Kor. 3, 4), so deutlich gebietet sie andererseits eine Absonderung von kraftlosem Formwesen. Entleerte Formen gilt es nicht &#8220;leidend mitzumachen&#8221;, sondern zu meiden! So sonderte auch Paulus einst die Jünger ab (Apg. 19, 9). Wenn in einem Obstkeller gesunde und kranke Äpfel beieinander liegen, machen nicht die gesunden die kranken ebenfalls gesund, sondern die kranken stecken die übrigen an. So findet sich auch in 2. Tim. 3 zweimal der Ausdruck: &#8220;Du aber &#8230;&#8221; (V. 10 und 14), dazu auch einmal in 1. Tim. 4, 5. &#8220;Aber&#8221; drückt einen Gegensatz, eine Absonderung aus. Die Gemeinde Jesu, die nicht von dieser Welt ist, aber dennoch nach dem Willen ihres Herrn und Hauptes in der Welt stehen und dort unter allerlei Druck und Mühen ausreifen soll, soll sich mitten unter einem süchtigen, scheinfrommen, ichhaften, an allerlei Triebe und Vergnügungen gebundenen Geschlecht bewähren als eine Schar solcher, die in wahrer Kraft der Gottseligkeit die Welt überwinden. Während die ungöttliche Welt dem Höhepunkt der antichristlichen Bosheitszeit entgegentaumelt, reift sie ihrerseits ihrem glanzvollen Zielpunkt entgegen: der Vereinigung mit ihrem herrlichen Haupt durch die Entrückung.</p>
<p>(Quelle: &#8220;Gnade und Herrlichkeit&#8221;, 5/1955; <a href="http://www.paulus-verlag.de/">Paulus-Verlag</a>, Heilbronn)</p>
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		<title>Gedenket eurer Lehrer!</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 09:40:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schumacher, Heinz</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Glaubensleben &amp; Wandel]]></category>

		<category><![CDATA[Lebensbilder]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Wort zum Heimgang unseres Bruders Karl Geyer
Unserem allweisen und alliebenden Gott und Vater in Christo hat es gefallen, unseren teuren, hochgeschätzten Bruder Karl Geyer heimzurufen. Unser törichter Verstand will es nicht fassen; unser unverständiges Herz möchte ihn zurückholen; nur der Glaubensgehorsam kann auch dazu sagen: &#8220;Der Herr hat ihn uns gegeben, der Herr hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Wort zum Heimgang unseres Bruders Karl Geyer</p>
<p>Unserem allweisen und alliebenden Gott und Vater in Christo hat es gefallen, unseren teuren, hochgeschätzten Bruder Karl Geyer heimzurufen. Unser törichter Verstand will es nicht fassen; unser unverständiges Herz möchte ihn zurückholen; nur der Glaubensgehorsam kann auch dazu sagen: &#8220;Der <em>Herr </em>hat ihn uns gegeben, der <em>Herr </em>hat ihn uns genommen, der Name des <em>Herrn </em>sei gelobt!&#8221;</p>
<p>Einer, der weithin als eine Säule der Gemeinde Gottes angesehen wurde (Gal. 2, 4), ward abberufen. Wie sollen wir als Hinterbliebene — und dazu gehören ja letztlich alle, denen er in ihrem geistlichen Leben etwas bedeutet hat; wie vielen ist er Vater, Seelsorger, Lehrer, Prophet gewesen! — uns nun angesichts solch göttlicher Führung verhalten? Sollen wir klagen, jammern oder gar zweifeln und murren? Oder alle Regungen des Gedenkens und Erinnerns um des Schmerzes willen, vielleicht auch aus falscher &#8220;Geistlichkeit&#8221;, vorerst mit Gewalt ersticken? — Beides sei ferne!</p>
<p>Dem Schreiber des Hebräerbriefes wurde es durch den Heiligen Geist geschenkt, auch für solche Lage den Gläubigen eine Richtlinie gottgewollten Verhaltens zu geben. Er setzt sie uns in Kapitel 13, 7 auseinander in den drei kurzen, klaren Ermahnungen:</p>
<ol>
<li>Gedenket eurer Lehrer!</li>
<li>Ihr Ende schauet an!</li>
<li>Folget ihrem Glauben nach!</li>
</ol>
<p><span id="more-1970"></span><strong><em>1. Gedenket eurer Lehrer!</em></strong> Die Elberfelder Übersetzung gebraucht hier das Wort &#8220;Führer&#8221;; das griechische Wort bedeutet soviel wie <em>führen, Wegweiser sein, vorangehen, voranmarschieren, beim Vortrab sein, Anführer sein, ein Kommando haben, das Heer führen, die Bahn vorschreiben, gebieten, befehligen, sich an die Spitze stellen, voranstehen, regieren, lenken!</em></p>
<p>Fürwahr, ein solcher &#8220;Anführer&#8221; und &#8220;Wegweiser&#8221;, der aber nicht nur in blasser Theorie die Richtung wies, sondern selbst mit ganzem Einsatz &#8220;voranmarschierte&#8221;, &#8220;sich an die Spitze stellte&#8221;, durfte auch unser Bruder in Wort und Wandel sein!</p>
<p><em>Zunächst im Wort!</em> Welch köstliche, vollmächtige, spürbar vom Geiste Gottes Augenblick um Augenblick gewirkte Zeugnisse durften wir aus seinem Munde vernehmen! Welche Klarheit und Abgeklärtheit, Keuschheit und Würde, aber auch unerschrockene Kampfesbereitschaft tat sich da kund! Wie vielen durfte dieses Wort als lebendiger Same zum Glauben verhelfen; wie viele — wie auch den dankbaren Schreiber dieser Zeilen — aus noch ungewiß tastenden, gefühlsbestimmten ersten Glaubensschritten zum alleinigen Sich-Stützen aufs Wort der Verheißung führen; und endlich wie vielen — und wieder darf ich mich einschließen — über den <em>Anfang </em>des Glaubens hinaus den Blick für die herrliche Vollendung in ihrer ganzen biblischen Tiefe und Fülle und Weite öffnen!</p>
<p>Und wie unterstrich sein <em>Wandel </em>dieses sein Wort in für uns alle beschämender Weise! Er war gekennzeichnet vor allem durch das eine, das auch das Wesen Gottes ausmacht: <em>die Liebe!</em> —</p>
<p><em>&#8220;Gedenket eurer Führer!&#8221;</em> — D. h. macht euch Gedanken darüber, was das Eigentliche und Wesentliche ihrer Botschaft war, und was sie dazu befähigte, das zu sein, was die Gnade aus ihnen machte! Erkennt an ihrem Weg und Wesen und Werk das Geheimnis wahrer Fruchtbarkeit für Gott!</p>
<p>Welches war dies Geheimnis im Leben unseres Bruders? Kein anderes als das, welches schon vor Jahrtausenden ein alttestamentlicher Seher in die Worte fassen durfte: &#8220;Jehovas Augen durchlaufen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist&#8221; (2. Chr. 16, 19), <em>seine ungeteilte vertrauensvolle Hingabe an seinen Herrn!</em> Wer Bruder Geyer je beten hörte: &#8220;Herr, mache mir mir, was Du willst, nur erreiche Dein Ziel mit mir, koste es, was es wolle!&#8221;, der weiß davon und spürte hier eine selten reine, völlige, überströmende Liebe zu diesem Herrn.</p>
<p><strong><em>2. Ihr Ende (Elbf. Übs.: den Ausgang ihres Wandels) schauet an!</em></strong> — Wir haben hier also eine direkte Aufforderung des Wortes Gottes, vor den letzten Stationen im Erdenleben unseres Bruders einmal schauend und sinnend stehenzubleiben.</p>
<p>Nichts im Leben eines Gotteskindes und erst recht im Leben eines bewährten Gottesknechtes ist ja so entscheidend wie der <em>Ausgang </em>seines Wandels. Ein Verleugnen alles Bisherigen in letzter Minute kann ein ganzes Lebenswerk fragwürdig erscheinen lassen; ein sieghaftes Ausharren hingegen ist eine gewaltige Bestätigung, ein laut hallendes &#8220;Amen&#8221; zu dem Lebenszeugnis eines Bruders.</p>
<p>So war auch das Ende unseres teuren heimgerufenen Bruders nach dem ergreifenden Bericht seiner lieben Frau eine solche Bestätigung seines vorausgegangenen Wortes und Werkes. Der &#8220;Ausgang seines Wandels&#8221; läßt sich in drei Worte kleiden: <em>Leiden, Ausharren, Siegen!</em></p>
<p>Bruder Geyer scheute vor dem Leiden nicht zurück; er ergab sich auch nicht nur notgedrungen in ein auferlegtes Los; <em>er bejahte Leiden und Opfer, ja er streckte sich aus, teilhaftig zu werden der Leiden des Christus,</em> was er noch auf der Durlacher Jugendkonferenz 1955 im Gebet zum Ausdruck gebracht haben soll. <em>Die Bitte wurde ihm gewährt.</em> Der Herr schenkte es ihm, ihn noch in schweren Leiden zu verherrlichen.</p>
<p>Bruder Geyer war gerade von einem mit mancherlei Mühsalen verbundenen Dienst in einem kleinen, einige hundert Kilometer entfernten Ort, den abzusagen und sich lieber zu schonen er wie immer einfach nicht übers Herz brachte, zurückgekehrt, als sein schon lange währendes Herzleiden sich etwa 8 Tage vor seinem Heimgang in mehreren schweren Anfällen verschlimmerte, wozu dann noch eine Thrombose und Lungenentzündung kam. Und doch war sein ganzes Sinnen und Trachten auch in seinen letzten Tagen, sobald die Schmerzen auch nur ein wenig nachließen, auf den Dienst des Wortes gerichtet, das sein Lebenselement geworden war. So soll er noch eine wunderbare Schau des 1000-jährigen Reiches in diesen Tagen gehabt haben, die er uns, seinen Geschwistern oder gar Kindern (geistlicherweise) so gern noch mitteilen wollte. Der Herr aber weiß, warum es dazu jetzt nicht kommt.</p>
<p>In all dem Leiden bewies er eine einzigartige kindliche Glaubenseinfalt. So wurde sein Leiden zum sieghaften Ausharren, und was er so oft und so gern im Wort bezeugte, daß man Gott nie reiner verherrlichen könne, als im Opfer, wurde auch das letzte Zeugnis seines Wandels. —</p>
<p><strong><em>3. Und folget ihrem Glauben nach!</em></strong> — Der Urtext redet eigentlich von einer &#8220;Nachahmung&#8221; (griech. &#8220;mimeomai&#8221;). Nun gibt es ja nach der Schrift zweierlei Nachahmung: echte und unechte; genauer gesagt: echten Nachvollzug aus gleicher Kraft heraus, oder aber bloßes Nachmachen unter Benutzung andersartiger Kräfte. So ist ja Satan der große &#8220;Nachmacher&#8221; Gottes, der an die Stelle echter gottgewirkter Wunderkräfte seinerseits Wunder und Zeichen setzt (2. Mose 7 und 8; Offbg. 13, 3.13; 2. Thess. 2, 9.10), an die Stelle des prophetischen Wortes Lügenprophetie, an die Stelle des Christus einen Antichristus, um nur einiges zu nennen.</p>
<p><em>Aber es gibt auch echte Nachahmung, d. h. wesenhaften Nachvollzug!</em> So ruft der Apostel Paulus z. B. in 1. Kor. 4, 16 der Korinthergemeinde zu: &#8220;Seid meine Nachahmer!&#8221; (vgl. auch 1. Thess. 1, 6; 2. Tim. 3, 10 u. a.). Und so sollen wir nach unserem vorangestellten Wort aus Hebr. 13, 7 nicht nur den Apostel Paulus, sondern auch alle unsere &#8220;Lehrer&#8221; und &#8220;Führer&#8221; nachahmen, die wahre Christus-Nachahmer waren. Vor allen Dingen ihren <em>Glauben </em>sollen wir nachahmen!</p>
<p>So sind wir gerufen, den Glauben unseres heimgegangenen Bruders, seine Hingabe, sein restloses Vertrauen zu seinem Herrn, seine <em>Glaubenskühnheit allen Verheißungen</em> der Schrift gegenüber, nachzuahmen, nachzuvollziehen. Wir sollen und dürfen ihm gleichwerden in diesen Stücken. Danach sich auszustrecken ist nicht Vermessenheit, erwarten wir doch nach 1. Joh. 3, 3 einem noch Größeren einmal gleich zu sein: unserem Herrn selbst! — Freilich: die Originalität seiner Persönlichkeit und Begabung nachahmen zu wollen, wäre grundverkehrt. Da gilt es, sich keusch zu bescheiden vor dem Urwort göttlichen originalen Wirkens: &#8220;einen jeglichen nach seiner Art!&#8221; Worin wir ihm aber immer wieder als leuchtendem Vorbild nacheifern sollen und dürfen, ist <em>sein Glaube, seine Hingabe, seine Hoffnung, seine Liebe, seine Vollmacht, seinen Wandel!</em></p>
<p>Möge diese kurze Betrachtung ausklingen in das Gebet:</p>
<p style="margin-left: 27pt">Du nahmst, o Herr, was Du uns auch gegeben:<br />
ein Dir geweihtes, gotterfülltes Leben,<br />
das einzig Dich zu rühmen war bedacht.<br />
Dein Weg ist heilig, immerdar vollkommen,<br />
auch wenn Du jetzt den Bruder uns genommen,<br />
der über unsern Seelen hat gewacht.</p>
<p style="margin-left: 27pt">Du ließest ihn als Weizenkorn ersterben,<br />
daß größ&#8217;re Herrlichkeit er nun sollt&#8217; erben<br />
bei Dir im unverweslich hehren Licht.<br />
Doch auch der Glieder, die auf Erden bleiben<br />
im unvollkommnen, mühevollen Treiben<br />
vergissest Du, das Haupt der Deinen, nicht.</p>
<p style="margin-left: 27pt">Was Du in ihm verwandelnd hast gestaltet<br />
und nun sich frei in Herrlichkeit entfaltet,<br />
willst Du auch überströmend uns verleih&#8217;n.<br />
Ja schenk&#8217; auch uns sein Glauben, Hoffen, Lieben<br />
und laß uns hier — vereint mit ihm dort drüben —<br />
ein Abglanz Deines Gotteswesens sein!</p>
<p>(Quelle: &#8220;Gnade und Herrlichkeit&#8221;, 6/1955; <a href="http://www.paulus-verlag.de/">Paulus-Verlag</a>, Heilbronn)</p>
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