Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Gedanken aus dem Buch Josua

(Nach einer Tonbandaufnahme der Untertürkheimer Konferenz am 24.04.1955)

Die Schrift ist in allen ihren Teilen siebenfach geläutert (Ps. 12, 6). So wie der Geist, der sie heiligen Menschen Gottes eingab, ein siebenfacher ist (Jes. 11, 2; Offb. 3, 1), so hat auch sie eine siebenfältige Bedeutung. Und nur, wenn wir uns das Wort in dieser ganzen siebenfältigen Fülle dienen lassen, können wir einen vollen Ertrag davon haben.

So dürfen wir auch das Buch Josua zunächst einmal geschichtlich betrachten. Dabei erkennen wir aber immer nur die Außenseite der Dinge und sehen: dies oder jenes hat sich damals und dort ereignet, oder so und so hat Gott in einer bestimmten Lage zu Josua geredet.

Um aber einen unmittelbaren Glaubensertrag für unser geistliches Leben zu haben, dürfen wir weitergehen zur praktisch-erbaulichen Betrachtungsweise. Da sehen wir dann alle Geschehnisse als Vorbilder für unseren Glaubenslauf an, und die Ermahnungen und Ermunterungen Gottes an Josua als Ermahnungen und Ermunterungen für uns.

Leider bleibt man bei diesen ersten beiden Betrachtungsweisen der Schrift meistens stehen, statt sich auch die prophetischen und symbolischen Bedeutungen anzueignen. Das ist ein großer Verlust. Denn das Wichtigste bei der Betrachtung der Schrift ist nicht, daß ich mich darin finde und meine Unzulänglichkeit, sondern die prophetischen Linien und vor allen Dingen: Ihn selbst!

Schon Luther hat vor mehr als 400 Jahren erkannt und gesagt: Josua bedeutet dem Namen und der Geschichte (dem Geschehen) nach: Christus! Es ist mir eine tiefe Freude zu sehen, daß der, den Gott benützte, um die Wahrheit der Rechtfertigung aus dem Glauben wieder auf den Leuchter zu setzen, nicht bei der geschichtlichen und praktisch-erbaulichen Auslegung stehenblieb. Dieser Ausspruch Luthers beweist, daß er eine Schau besaß und nicht nur eine Lehre.

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Wort Gottes (Bibel)  |  1,577 x gelesen

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Die Bibel wörtlich nehmen — aber wie?

Falsches und richtiges »Wörtlichnehmen«

In christlichen Blättern und sogar in der weltlichen Presse war in der letzten Zeit des Öfteren vom »Wörtlichnehmen« der Bibel die Rede. In den weltlichen Medien geschieht dies meistens mit einem spöttischen Unterton: Da gibt es doch tatsächlich Menschen, wie die »Kreationisten« (die vor allem in dem gewaltig großen »Bibelgürtel« in den Südstaaten der USA zahlreich anzutreffen sind), die der Bibel auch dies glauben, dass der Mensch nicht vom Tierreich herkommt, sondern nach 1. Mose 1 und 2 eine eigene, besondere, neue Gottesschöpfung darstellt, und dass Gott die Welt in sechs Tagen geschaffen habe.

Schon an diesem Beispiel wird aber deutlich, dass »wörtlich nehmen« richtig und falsch sein kann. In der Ablehnung der Abstammung des Menschen von Tieren sind wir ganz eins mit unseren Brüdern und Schwestern, die man »Kreationisten« nennt. Wenn sie aber aufgrund von 1. Mose 1 und 2. Mose 20, 11 fest behaupten, Gott habe die Welt in 6 mal 24 Stunden erschaffen, dann sehe ich darin — mit Böhmerle, Ströter, Dr. Paul Müller und anderen Gotteszeugen — ein Beispiel für falsches Wörtlichnehmen. Da hält man das eigene Verständnis eines Wortes oder Satzes für das einzig richtige »wörtliche« Verständnis, unbekümmert darum, was die Heilige Schrift auch noch sagt. Da geht doch aus 1. Mose 1, 14.15 deutlich hervor, dass die Sonne (und andere Lichter) erst vom 4. Tag an als Zeichen »zur Bestimmung von Zeiten und Tagen und Jahren« dienen sollten. Außerdem zeigen Stellen wie 2. Petr. 3, 7.8.10.12, dass der Begriff »Tag« (gerade auch, wo es um Himmel und Erde geht) große Zeiträume umfassen kann. Unsere Arbeitswoche ist ein kleines Abbild der »Arbeitswoche Gottes« in 1. Mose 1, sie fordert aber keineswegs zwingend, das Schaffen Gottes auf 6 mal 24 Stunden einzugrenzen. — Den Spott der Welt wollen wir gern ertragen, wo es nötig ist, wir müssen ihn aber nicht durch falsches Wörtlichnehmen noch provozieren, ja, Menschen den Zugang zu Gottes Wort unnötig erschweren.

»Nimmst du die Bibel wörtlich oder nicht?« — Schon diese Fragestellung ist falsch. Die Sache muss man differenziert betrachten. Was ist falsch und was ist richtig? Wir wollen versuchen, ein falsches und ein richtiges Wörtlichnehmen voneinander abzugrenzen.

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Wort Gottes (Bibel)  |  2,060 x gelesen

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“Du sollst dem Ausspruch gemäß handeln!”

Ein Wortzeugnis über wortgemäße oder verfälschte geistliche Nahrung

Dies ist eine Anweisung aus der “Mischnah des Rabban Mose” (der Lehrtradition des Lehrerfürsten Mose), wie die orthodoxen Juden das 5. Buch Mose nennen (5. Mose 17, 10). Es stimmt damit überein, wenn Paulus in Phil. 2, 15-16 ausführt: “Ihr strahlet auf wie Himmelslichter in dem Kosmos, indem ihr darstellet das WORT DES LEBENS!”

Wortgemäße Verkündigung — wortgemäßer Wandel — wortgemäßes Handeln — dies ist Maßstab für einen jeden, der durch das göttliche Wort als Samen der Wiedergeburt zu neuem Leben geboren wurde.

Für jeden glaubenden Juden, dessen Denken durch die Bibel und durch die Vätertradition Israels geprägt ist, bestimmt DAS WORT die Mitte seines Glaubens, ja, der ganzen Heilsgeschichte.

“Und Gott sprach” ist Leitwort des Schöpfungsberichtes. — Das All ist durch das göttliche Wort erschaffen worden.

Es ist keineswegs ungewöhnlich, wenn der jüdische Apostel Johannes sein Evangelium mit den Worten beginnt: “Im Anfang war das WORT … und das All ist durch dasselbe geworden” (Joh. 1, 1.3). Neu für das Judentum ist nur seine Botschaft: Dieses WORT, durch das Gott, der Vater, das All erschuf, ist Sein SOHN, Jesus Christus, der Werkmeister und Mittler jeder Schöpfung.

Der vom Griechentum und seiner Philosophie geprägte abendländische Dichter jedoch läßt seinen FAUST beim Nachsinnen über den Grundtext von Joh. 1 sprechen:

“Geschrieben steht: Im Anfang war das WORT!
Hier stock ich schon! Wer hilft mir weiter fort?
Ich kann das WORT so hoch unmöglich schätzen,
ich muß es anders übersetzen,
wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin …” (J. W. v. Goethe)

Freilich ist es nicht der Geist Gottes, der FAUST wie so manchen modernen Übersetzer leitet und der ihn dann zu Übersetzungen wie “SINN”, “KRAFT” und “TAT” führt. Hierbei hätte ihm auch ein Wörterbuch der griechischen Sprache kaum helfen können, denn es bietet zu “LOGOS” neben der gebräuchlichen Übersetzung WORT an: die Berechnung — die Rechenschaft — die Erwägung — die Bedeutung — der Wert — die Vernunft — die Logik.

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Wort Gottes (Bibel)  |  1,068 x gelesen

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Der Prophet Haggai

(Nach einer Tonbandaufnahme)

Vorbemerkung: Unser Bruder Hanns Heck wurde, wie schon in GNADE UND HERRLICHKEIT mitgeteilt, am 10. Januar 1983 vom Herrn heimgerufen. Zwei Monate vor seinem Heimgang, vom 9. bis 11. November 1982, hat er auf einer Freizeit in Martinsmoos u. a. über den Propheten Haggai gesprochen. Die Stimme klang zuweilen etwas müde und offenbarte, daß sich hier ein fast achtzigjähriger Bruder bis zum letzten einsetzte. — Nun kann man einen solchen Dienst der mündlichen Rede nicht wörtlich abschreiben. Ich war aber bemüht, nicht nur den Sinn, sondern auch den Wortschatz von Hanns Heck so weit wie irgend möglich beizubehalten. — Dies ist keine übliche “Auslegung” des Propheten Haggai. Hanns Heck arbeitet viel mit Zahlen- und Namensymbolik und erschließt den Text auf ungewöhnliche Weise. Immer gibt er dabei auch Hilfen für die Praxis des Glaubenslebens. Persönlich darf ich sagen, daß mir Haggai nach dem Hören dieser Bänder viel lebendiger und vertrauter war als vorher, und dies ist es, was ich auch den Lesern wünsche!
Heinz Schumacher


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Vor vielen Jahren habe ich einmal den Vorwurf zu hören bekommen: Du sprichst viel zu viel über das Alte Testament. Ich fragte zurück: Hast du auch etwas dagegen, wenn ich über die Psalmen spreche? Ich bekam keine Antwort. Die Psalmen waren ihm recht.

Vielleicht hat auch jemand von uns schon einmal gedacht: Wozu brauchen wir eigentlich das Alte Testament, wenn wir doch das Neue haben? — Ich frage: Wozu braucht der Lehrer die Wandtafel, wenn er doch im Kopf hat, was er den Schülern sagen will? Das Gesagte ist, wenn es nicht verstanden wurde, im Bruchteil einer Sekunde aus dem Raum verschwunden; das an der Wandtafel Geschriebene bleibt stehen. Das Neue Testament macht kurze, präzise Aussagen; das Alte Testament ist die Wandtafel zum Neuen. Da hat man viel Zeit zu ausführlichen Beschreibungen; auch in den Evangelien des Neuen Testaments hat man noch viel Zeit. Ganz kurz gefaßt sind dagegen die Aussagen des Apostels Paulus. Warum sind sie wohl so kurz gefaßt? Weil die Zeit gedrängt ist (1. Kor. 7, 29). In einer gedrängten, zusammengezogenen Zeit kann ich die Rede nicht ausdehnen.

Ich möchte uns in diesen Tagen eine Aussage aus dem Alten Testament vor Augen führen, die 38 Verse umfaßt. Warum ist uns die Zahl der Verse interessant? In den Urschriften der Bibel gab es ja keine Kapitel- und Verseinteilung und nicht einmal eine Interpunktion. Die Kapiteleinteilung ist etwa im 11. Jahrhundert durch den Kanzler der Universität Paris eingeführt worden, die Verseinteilung durch einen Drucker im 16. oder 17. Jahrhundert, und ich behaupte: In beiden Fällen war Gott dabei. Er will uns sogar durch diese äußeren Dinge etwas mitteilen.

Nun will ich sagen, über wen ich heute und morgen und übermorgen sprechen will: über den Propheten Haggai. Das 1. Kapitel hat 15 und das 2. Kapitel 23 Verse. Das ergibt zusammen 38 Verse: die Zahl der Krankheit. Der Kranke in Johannes 5, den niemand in den Teich Bethesda hineingetragen hatte und den der Herr Jesus fragte: “Willst du gesund werden?”, war 38 Jahre lang krank. In Jesaja 38 lesen wir, daß der König Hiskia krank geworden ist. Ihm werden 15 Jahre zu seiner Lebenszeit hinzugefügt. Wenn uns Gott im Propheten Haggai in 38 Versen etwas sagen will, so hat diese Aussage vielleicht etwas mit dem Kranksein zu tun.

Wie aber will Gott zu uns reden? Wir lesen in Haggai 1, 1.3: “geschah das Wort”; Kap. 2, 1: “geschah das Wort”; Kap. 2, 10: “geschah das Wort”, und Kap. 2, 20: “geschah das Wort zum zweiten Male”. Viermal ist etwas geschehen. Das hebräische Wort für “geschehen” heißt hajah. Das drückt ein Geschehen aus, aber nicht nur ein einmaliges Geschehen. Der Hebräer hat ja nicht wie wir eine Gegenwarts- und Vergangenheitsform, sondern das geht ineinander über, so daß in hajah eine dreifache Aussage enthalten ist: Haben — Werden — Sein.

  1. Ich habe eine Aussage;
  2. Ich werde mir diese Aussage zu Herzen nehmen;
  3. Ich bin in dieser Aussage drin.

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Autor: Heck, Hanns | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Glaubensleben & Wandel, Wort Gottes (Bibel)  |  1,289 x gelesen

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Vom letzten Buch der Bibel

Im Lauf des letzten Jahrzehntes, seit diese Hefte (”Das prophetische Wort”, Anm.) erschienen sind, bin ich von lieben Lesern und Freunden des Wortes der Weissagung wiederholt ersucht worden, doch auch einmal eine Auslegung oder Erklärung des letzten Buches der Bibel zu schreiben. Manchen von diesen Bittstellern habe ich den scherzhaft klingenden und doch so ernst gemeinten Bescheid gegeben. vor 25 oder 30 Jahren wäre ich dazu eher geneigt und bereit gewesen, als heute. Doch glaube ich es den Lesern des “Prophetischen Worts” schuldig zu sein, es nicht bei einer solch kurzen, ablehnenden Antwort bewenden zu lassen, vielmehr diese manchen etwas befremdende Stellungnahme zu dem mir sehr köstlichen Buch der Weissagung in etwas zu begründen.

Vorab möchte ich es sehr deutlich aussprechen, dass ich mit dem, was ich hier niederschreibe, keineswegs einen Vorwurf oder Tadel an teuren Brüdern beabsichtige, die sich veranlasst gesehen haben, Auslegungen der Apokalypse zu versuchen und herauszugeben. Was ich hier gebe, ist lediglich der Niederschlag von durchaus persönlichen, unabhängigen Urteilen und Auffassungen, wie sie mir nach häufiger und eingehender Beschäftigung mit dem Schlussbuch des neutestamentlichen Kanons geworden sind. Doch will ich nicht verschweigen, dass es vielleicht kein unersetzlicher Verlust für die gläubige Gemeinde gewesen wäre, wenn manche sogenannte Auslegung der Offenbarung nie das Licht der Welt erblickt hätte. Die Seligpreisung am Anfang und abermals am Ende des wunderreichen Buches (1, 3; 22, 7) gilt eben weder den mehr oder minder geistvollen Andeutungen noch deren Lesern, sondern denen, die das Buch lesen (auch ohne es zu “verstehen”) und die behalten, was darin geschrieben steht.

1. Da wir von den Deutungen reden, — wie groß ist ihre Zahl? Wie groß auch die Verlegenheit, in die man gebracht wird, wenn man jemand eine “gute Auslegung der Offenbarung” empfehlen soll! Es gibt kein anderes Buch der Schrift, das einer solchen Menge der verschiedenartigsten Deutungsversuche gerufen hätte und noch riefe. Es hat sich im Laufe der Jahrhunderte eine beträchtliche Reihe von “Schulen” und “Richtungen” gebildet, deren jede wieder verschiedene Abarten aufzuweisen hat, deren Vertreter einander an Frömmigkeit, Gelehrsamkeit und gutem Willen nichts vorzuwerfen oder voreinander voraus haben, Männer, deren Namen überall einen guten Klang haben. Aber wie ist es mit der Übereinstimmung? Soweit mir bekannt, sind die Abweichungen und Verschiedenheiten in der Auslegung unter den entschieden bibelgläubigen Deutern bei keinem andern prophetischen Buch der Schrift, nicht einmal bei Daniel, so stark, so unvereinbar, so zahlreich - so aussichtslos, was Übereinstimmung betrifft.

Sollte das von ungefähr sein? Lassen sich aus dieser peinlich auffallenden Tatsache nicht gewisse berechtigte Folgerungen ziehen? Es wird nicht zu leugnen sein, dass aus dem Schoß der gläubigen, wartenden Gemeinde aller dieser Jahrhunderte ungezählte ernstliche, eindringliche Bitten um besondere Erleuchtung durch den Geist der Weisheit und Offenbarung aufgestiegen sind. Ebenso wenig kann von erleuchteten Kindern Gottes in Abrede gestellt werden, dass auf fast allen anderen Gebieten geistlicher Erkenntnis, besonders im Lauf der letzten Jahrzehnte, ein sehr bedeutender Fortschritt zu verzeichnen ist in der Richtung auf einerlei Glauben und Erkenntnis des Sohnes Gottes hin. Was im einzelnen die so wichtigen Unterschiede zwischen Israel und Gemeinde, zwischen Reich Gottes und Kirche, zwischen Rechtfertigung und Heiligung, zwischen dem Heimgehen der Gläubigen und der Wiederkunft Christi und so manche andre Fragen des göttlichen Reichshaushalts betrifft, so haben da ganz nennenswerte Annäherungen und gegenseitige Verständigungen Platz gegriffen, von denen man vor 40-50 Jahren kaum Ansätze spürte.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Wort Gottes (Bibel)  |  916 x gelesen

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Was versteht die Schrift unter “Ewigkeit”?

Mit Ergänzungen von:

Langenberg, Heinrich
Dr. Lubahn, Erich
Luther, Ralf
Stuttgarter Biblisches Nachschlagewerk
Mühlheimer Übersetzung


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Was versteht die Schrift unter “Ewigkeit”?

Es könnte fast als ein überflüssiges und nutzloses Beginnen erscheinen, eine Untersuchung anzustellen über die Bedeutung eines Wortes, das zu den häufigsten und geläufigsten gehört in biblischer Rede und christlicher Literatur. Kanzelrede und Kirchenlied, Gebetssprache und Erbauungsschriften könne ohne den Ewigkeitsbegriff nicht gedacht werden. Wir reden und schreiben von ewigem Leben, von Ewigkeitsluft, von Ewigkeitsmenschen und -kräften mit der gleichen Selbstverständlichkeit, wie ein moderner Techniker von Kilowatt, Stromspannung und Pferdekräften. Und doch könnte man den tüchtigsten Ingenieur bald in Verlegenheit bringen mit der einfachen Frage: was ist denn eigentlich Elektrizität? Auf geistlichem Gebiet dürfte es kaum anders gehen, wenn man selbst gereifte und belesene Christen fragen würde, was sie sich eigentlich unter den Wörtern “Ewigkeit” und “ewig” vorstellen. Die meisten würden wohl schnell genug antworten: “Ewig” bedeutet einfach unendlich oder endlos; und “Ewigkeit” bezeichnet eine Dauer, die weder Anfang noch Ende hat.

Eine gar einleuchtende, fassliche Erklärung, die aber alles andere, nur nicht biblisch ist. In einem philosophischen Examen käme man damit schon durch. Denn diese Begriffbestimmung hat uns die Philosophie, d. h. rein menschliches Denken, geliefert. Sie ist das Erzeugnis der schon in früheren Jahrhunderten von hervorragenden Kirchenlehrern vollzogenen Vermählung der Schrifterkenntnis (Theologie) mit der menschlichen Denklehre (Logik und Philosophie). Aus dieser unseligen Ehe sind eine große Zahl verwirrender Begriffe entsprungen, die in der Gemeinde Gottes unsägliches Unheil und Durcheinander angerichtet haben und noch anrichten. Wieweit obige gut philosophische und unbezweifelt theologische Erklärung von “Ewigkeit” uns den Blick für das getrübt und verschleiert hat, was in der Schrift “Ewigkeit” genannt wird, soll uns die folgende Untersuchung anschaulich machen. Sie wird uns zeigen, in welch hoffnungslose Widersprüche der herkömmliche Gebrauch der Wörter “Ewigkeit” und “ewig” im Sinne von “endlos” und “Unendlichkeit” die Schrift mit sich selbst verwickelt.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Allversöhnung, Lehre, Wort Gottes (Bibel)  |  1,741 x gelesen

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Eli, Eli, lamah asabhtani?

Eine Betrachtung des 22. Psalm im Hinblick auf Not, Kampf, Lob und Sieg des gekreuzigten Christus

Auf dem Wege nach Emmaus machte der auferstandene Herr die Herzen zweier Jünger brennend, indem Er u. a. sie belehrte: «Mußte nicht der Christus dies leiden und in Seine Herrlichkeit eingehen? Und von Moses und von allen Propheten anfangend, erklärte Er ihnen in allen Schriften das, was Ihn betraf.» Am späten Abend desselben Tages noch — die beiden «Emmaus-Jünger» waren gleich nach dem Brechen des Brotes, bei dem sie den Herrn erkannt hatten, obwohl der «Tag sich schon geneigt hatte», die zweieinhalbstündige Wegstrecke nach Jerusalem zurückgekehrt — erscheint Jesus Seinen in Jerusalem versammelten Jüngern und spricht zu ihnen: «Es muß alles erfüllt werden, was über mich geschrieben steht in dem Gesetz Moses und den Propheten und Psalmen … Also steht geschrieben und also mußte der Christus leiden und am dritten Tage auferstehen aus den Toten …» (Luk. 24, 26.27.44.46).

Mit diesen bedeutsamen Abschiedsworten bestätigte der Auferstandene den Seinen, was Er ihnen schon früher gesagt hatte (Joh. 5, 39): «Ihr erforschet die Schriften (des Alten Testaments), denn ihr meinet, in ihnen ewiges Leben zu haben, (aber ihr überseht dabei die unabdingbare Voraussetzung, unter der allein die Schriften Leben vermitteln können, nämlich die:) und sie sind es, die von mir zeugen».

Von Jesus, dem Christus, dem Gesalbten Gottes, dem Messias, zeugen mehr oder weniger alle Schriften des Alten Testaments — erst recht natürlich die des Neuen Testaments. ER ist Hauptinhalt und Mittelpunkt der gesamten heiligen Schriften. Erst von dieser Mitte aus wird alle Schrift lebendig. Ohne diese Mitte kann man wohl manches Sachkundige und Sachdienliche aus der Bibel erfahren — man kann damit im Bibel-Quiz gewinnen oder auch salomonische Erzgruben wiederentdecken —, aber man empfängt kein Leben, kein Gottesleben, denn dieses steckt nicht im Buchstaben (er allein vermittelt nicht nur kein Leben, sondern «tötet» sogar!), sondern allein im lebendig machenden Geist. Dieser Geist weht uns an, indem wir IHM in den Schriften begegnen; und umgekehrt: sooft die Schriften uns den Gesalbten lebendig machen, empfangen wir Geist und Leben.

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Anbetung, Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Gerichte Gottes, Wort Gottes (Bibel)  |  1,340 x gelesen

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Die Inspiration der Heiligen Schrift

Die Inspiration der Bibel ist ein Geheimnis, das der menschliche Verstand im irdischen Leben wohl nie restlos ergründen kann. Man hat wohl Theorien darüber aufgestellt, die aber keine allgemeine Anerkennung und Zustimmung gefunden haben. So hat man in der nachreformatorischen Zeit die Inspiration in pietistischen Kreisen so mechanisch aufgefaßt, daß man annahm, der Heilige Geist habe den Verstand des heiligen Schreibers vollständig ausgeschaltet und den Schreiber als tote Schreibmaschine benutzt. Ist man damals zu weit gegangen, obwohl das jedenfalls gut gemeint war, denn es zeigt uns die heilige Ehrfurcht vor der Bibel, so scheint es aber, daß man heute im entgegengesetzten Extrem sich gefällt, indem man die Inspiration vielfach sehr geringschätzend beurteilt. Zwar ist offenbar der Tiefstand dieser theologischen Beurteilung überwunden, die die Inspiration der Bibel auf die gleiche Stufe stellte, wie die Anregung, die jeder bessere Romanschriftsteller als Inspiration empfindet. Aber die Gegnerschaft ist auch heute vorhanden, und die dämonische Inspiration hat viele Kreise des Volkes gegen die göttliche Eingebung der Bibel erfüllt. Das ist aber noch nicht das Gefährliche. Viel ernster ist es zu nehmen, wenn in gläubigen Kreisen die geringschätzige Beurteilung liberaler Theologen der Bibel gegenüber Eingang findet. In einfachen Arbeiterkreisen herrscht vielfach die Ansicht, daß ja die Theologen selbst die Autorität der Bibel vernichtet hätten. Wir wissen ja nur zu gut, was für Zerstörungen die Bibelkritik vergangener Tage angerichtet hatte. Die leeren Kirchen der letzten Jahrzehnte, der Hohn und Spott seitens der breiten Masse, die Gewissenlosigkeit und Gesetzlosigkeit sind das erschreckende Ergebnis gewesen. “Man richtet sich darauf ein, mit dem von der Wissenschaft übrig gelassenen Rest von Bibel und Bibelwahrheiten zu erbauen: man lehrt eine Bibel ohne das Alte Testament, ein Neues Testament ohne den Gottmenschen Jesus Christus, eine Auferstehung des Herrn ohne Belebung des Leibes, einen Christus ohne die Wiederkunft, einen Glauben ohne die Hoffnung, ein Gebet ohne den Glauben an seine Erhörung, eine innere Erfahrung ohne die Wahrheit der geschichtlichen Tatsachen, von denen dieselbe ausgeht: so soll das moderne Christentum aussehen, um es der Wissenschaft und ihren fortschreitenden Ergebnissen anzupassen” (M. v. Nathusius). Es ist darum nur zu verständlich, wenn ernste gläubige Kreise einer scharfen Ablehnung der gesamten Wissenschaft das Wort reden und an der Bibel, wie sie nun einmal ist, als Gottes Wort festhalten.

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Autor: Schaedel, Heinrich, Dr. | Kategorie(n): Lehre, Wort Gottes (Bibel)  |  1,148 x gelesen

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Ist das Alte Testament Gottes Wort?

“Suchet in der Schrift, denn ihr meinet, ihr habet das ewige Leben darin; und sie ist’s, die von mir zeuget.” (Joh. 5, 39)

Seit dem zweiten Jahrhundert haben zu allen Zeiten einzelne Menschen und ganze Gruppen gegen das Alte Testament geeifert. Man betrachtet dasselbe als ein Judenbuch mit allerlei Anstoß erregenden Dingen, die ein wohlgesitteter Mensch ablehnen müsse. Wer aber sich die Mühe nimmt und außerbiblische Schriften des Judentums auch nur oberflächlich vergleicht mit dem Alten Testament, der wird den großen Unterschied bald erkennen. Daß hier auch die Sünden und Fehler der Menschen aufgezeigt werden, das spricht nicht gegen, sondern für das Alte Testament. So gern weist man hin auf die Verirrungen so mancher immerhin bedeutender Persönlichkeiten, aber ebenso gern verschweigt man deren Umkehr und Begegnung mit Gott, z. B. Jakob und David. Man erwähnt aber nicht, daß die Bibel selbst stets die Sünden verurteilt und straft. Wenn in der Bibel nur tadellose Menschen gezeigt würden, dann würde man mit Recht Verdacht schöpfen. Welchen Segen haben doch die Bußpsalmen Davids seither ebensolchen irrenden und sündigen Menschen gebracht! Hätte das Alte Testament nur tadellose Menschen geschildert, dann würde in der Geschichte des Glaubenslebens etwas fehlen, nämlich manche Psalmen und andere Erfahrungen, an denen sich immer wieder bußfertige Menschen aufgerichtet haben. — Ausschlaggebend aber ist für unsere Stellung zum Alten Testament das oben angeführte Wort Jesu (Joh. 5, 39). Das Alte Testament war die Heilige Schrift, die Bibel Jesu. Hier wird Christus bezeugt. Das ist das Wichtigste, nicht die vielen Geschichten fehlerhafter und irrender Menschen. Christus wird im Wort gefunden und zwar auch in Berichten und Erzählungen, wo man es zunächst nicht sieht und nicht erwartet. Ein geöffnetes Herz und ein erleuchtetes Auge aber können Ihn sehen und erkennen.

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Autor: Schaedel, Heinrich, Dr. | Kategorie(n): Lehre, Wort Gottes (Bibel)  |  1,633 x gelesen

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Über die Schriftteilung — Das Wort der Wahrheit recht teilen

1. Über die Schriftteilung

Paulus ist nicht etwa der 13. Apostel Jesu, auch nicht Ersatz für Judas. Der Unterschied ist der:

Wie Jesus damals nur zum Volke Israel gesandt war, wie er selbst sagt (Matth. 15, 24; 10, 5f.), so waren auch seine 12 Jünger nur zu demselben Volke gesandt, um das Evangelium vom kommenden Reich zu verkünden, d. h. das von den Propheten des alten Bundes verheißene künftige 1000-jährige Reich Christi auf Erden (Offb. 20, 4), wovon besonders die Offenbarung und die Evangelien reden. Dies Evangelium vom Reich ist irdischer Natur und betrifft die Menschen auf der Erde. Von diesem Evangelium handelt das Neue Testament — außer den Briefen des Paulus.

Paulus dagegen hatte im Gegensatz zu den zwölf Jüngern vom erhöhten Herrn den Sonderauftrag, infolge des Versagens des Volkes Israel, das nun eingeschaltete Evangelium von der Gemeinde des Christus zu verkünden; er war der Diener Christi für die Nationen. “Mir, dem allergeringsten unter den Heiligen, ward die Gnade verliehen, den Nationen den unerforschlichen Reichtum des Christus zu verkünden.” Damit stimmt auch überein, wenn Paulus sagt, dass er unter den Nationen, die Zwölf aber in Israel wirken sollten (Röm. 15, 16; Eph. 3, 8; Gal. 2, 9).

Das Gemeindeevangelium, das uns gilt, ist aber nicht irdischer Natur wie das Reichsevangelium, sondern himmlischer Natur. Danach soll von Gott aus allen Völkern eine Anzahl Menschen herausgenommen werden, die Gemeinde, die zusammen mit Christus ein Leib, ein Lebewesen himmlisch-geistlicher Natur bilden sollen, nicht auf Erden, sondern im Himmel. Die Geltung dieses Evangeliums wird ihr Ende erreichen, wenn einst die Vollendung dieser Gemeinde eingetreten, d. h. sie entrückt und mit dem Herrn verbunden sein wird (Röm. 11, 25; Apg. 15, 14). Dann erst wird wieder das seit dem Auftreten des Apostels Paulus unterbrochene Evangelium vom Reich auf Erden nochmals eine kurze Zeit in der ganzen Welt verkündet werden (2 Zeugen). Erst dann wird das Ende kommen (Matth. 24, 14)! Sofort nach der Entrückung der Gemeinde tritt das Gemeindeevangelium außer Kraft; es hat dann nur noch historische Bedeutung.

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Autor: Ludwig, Rudolf | Kategorie(n): Heilsgeschichte, Paulusbriefe, Schriftteilung, Wort Gottes (Bibel)  |  1,629 x gelesen

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