Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Die Urschöpfung

“Am Anfang schuf Gott die Himmel und auch die Erde” (1. Mose 1, 1).

Der Mensch hat es nie mit der Urschöpfung zu tun gehabt — er ist von seinem Anfang an in die gefallene Schöpfung eingetreten. Als der Mensch geschaffen wurde, war schon Satan, waren also schon gefallene Engel da. Als er geschaffen wurde, war schon der Tod da. Der Tod ist ja nach der Schrift nicht durch den Menschen eingeführt, sondern durch Satan. Satan hat des Todes Gewalt.

Der Mensch wurde uranfänglich in die gemischte Welt gestellt, wo Licht und Finsternis kämpfen. Er hat es von Anfang an nicht mit der Schöpfung, sondern mit der Erlösung der gefallenen Schöpfung zu tun. Darum ist auch sein Gottesbuch, das ihm als Offenbarungsbuch übergeben ist, ein Erlösungsbuch. Es ist von Anfang bis zum Schluß ein einheitliches Buch. Der Erlösungskampf ist sein Thema. Der Anfang dieses Erlösungskampfes steht 1. Mose 1, das Ende, der siegreich durchgeführte Kampf, Offb. 22.

Die Schöpfung, die eigentliche, sündlose Urschöpfung ist nur mit einem einzigen kurzen Vers in der Bibel erwähnt, in 1. Mose 1, 1. Ganz nach der von uns schon oft genannten Regel der Perspektive ist der Schöpfungsäon in gedrängtester Kürze geschrieben, ebenso der Äon des Falles der Urschöpfung und der Verderb der Erde. Erst die Neuschöpfung, der erste Erlösungsäon, ist dann eingehender berichtet; das geht uns schon näher an.

Die beiden ersten Verse der Bibel müssen von der Urschöpfung und ihrem Fall berichten, sonst wäre uns das überhaupt nirgends in der Bibel erzählt. Mit Recht werden wir fragen, wann, wo und wie sind denn die unzähligen Engelwelten geschaffen worden? Wann ist Satan gefallen? Und mit Recht könnten wir fragen, woher kommt denn eine Erde, die wüst und leer ist? Die hat Gott doch gewiß nicht so geschaffen. Woher kommt denn Finsternis? Gott wohnt doch in einem unzulänglichen Licht. Und bei Gott ist doch durchaus gar keine Finsternis (1. Joh. 1, 5). Mit Recht könnten wir fragen, woher kommt die grausige Gerichtstiefe, von der 1. Mose 1, 2 die Rede ist? Das bedeutet nämlich das Wort Tiefe: eine erstaunliche Gerichtstiefe.

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Autor: Böhmerle, Theodor | Kategorie(n): Heilsgeschichte, Unsichtbare Welt  |  1,677 x gelesen

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Von den Engeln

Es war im ersten Weltkrieg gewesen. Da sagte eines Tages der damals bekannte und bald darauf heimgegangene Verlagsbuchhändler Immanuel Közle zu mir: “Bruder Merz, wir müssen mit einer zunehmenden Diabolisierung der Menschen rechnen.” Er hat recht gehabt; die folgenden Zeiten bewiesen es.

Auf derselben Linie liegt, was Karl Heim in seiner Selbstbiographie sagt. Das letzte Kapitel trägt die Überschrift: “Rückschau und Ausblick am Lebensabend”. Heim wirft darin die Frage auf, wer bei dem geistigen Ringen unserer Tage den Sieg gewinnen werde, der dialektische Materialismus oder etwa der Kapitalismus. Die Antwort, die er gibt, lautet überraschenderweise, daß er weder dem einen noch dem andern zuteil werden würde, sondern dem Okkultismus. Dann begründet er seine Schau mit Beispielen, bei denen es einem kalt und warm über den Rücken laufen kann.

Er wird, so scheint es, recht bekommen. Unwillkürlich drängt sich uns da der Vergleich mit den Erdentagen Jesu auf. In den Evangelien, die davon berichten, ist viel von Besessenheit und Besessenen die Rede. Satan hat gewußt, daß es jetzt um seine Macht geht. Darum wirft er alle Kräfte in den Kampf. Am Ende der gegenwärtigen Weltzeit wird sich dies wiederholen. Während es damals noch mehr ein geistiges Ringen war, wird Satan jetzt auch praktisch von seinem Thron gestoßen.

Da mag es nicht unangebracht sein, daß wir uns mit diesen Mächten beschäftigen. Uns geht es dabei allerdings nicht so sehr um das, was die Sadduzäer und Pharisäer alter und neuer Zeit darüber sagen, sondern um die Tatsachen und Aussagen, die in der Schrift berichtet werden. Von ihr geführt und unterrichtet, wollen wir einen Blick in die unsichtbare Welt hinein tun. Dabei wenden wir unseren Blick weniger der dunklen als mehr der lichten Seite zu.

Wie wir wissen, hat das Wort “Engel” im Grundtext zunächst die Bedeutung von “Boten”. Dies kann ein Mensch von Fleisch und Blut, dies kann aber auch ein Geistwesen sein. Ob in dem einzelnen Fall das eine oder das andere in Frage kommt, muß jeweils der Zusammenhang ergeben.

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Autor: Merz, Karl | Kategorie(n): Unsichtbare Welt  |  1,245 x gelesen

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Unsere Gegner nach Epheser 6, 12

Das Leben ist ein Kampf. Das sagt schon ein weltliches Sprichwort und meint damit die täglichen Mühsale und Enttäuschungen, die keinem Sterblichen erspart bleiben. Wieviel tiefer aber ist die Einsicht, die Gottes heilige Urkunden uns geben! Sie zeigen uns, daß unser Kampf im eigentlichen Grund nicht gegen die Welt um uns, sondern vielmehr gegen die Welt über uns geht. Unsre wirklichen Gegner sind nicht in der Umwelt, sondern in der Überwelt zu suchen.

Lesen wir darüber Eph. 6, 12: “Unser Kampf ist nicht wider Fleisch und Blut, sondern wider die Fürstentümer, wider die Gewalten, wider die Weltbeherrscher dieser Finsternis, wider die Bosheitsgeister in den Überhimmeln.”

Der inspirierte Apostel nennt vier Gruppen von Gegnern, wider die wir in der Waffenrüstung Gottes zu kämpfen und zu siegen vermögen. Es sind:

  1. Die Anfangsmächte oder Fürstentümer;
  2. die Herrschaften oder Vollzugsgewalten;
  3. die Weltbeherrscher oder Systemhalter;
  4. die Geister der Bosheit in den Überhimmeln.

Was sagt die Schrift über diese Feinde, denen unser Glaubenskampf gilt? Zunächst geht aus den einleitenden Worten unseres Verses hervor, daß es keine Wesen aus Fleisch und Blut sind. Es sind Engelmächte, die auf uns einwirken. Zweierlei wollen wir festhalten, was von grundlegender Bedeutung für die Kampfesart jener Geisterwelten ist. Zuerst gilt es zu bedenken, daß diese Wesen unsern eigentlichen Geistes- und Glaubensgrund nicht anzutasten vermögen.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Gemeinde, Unsichtbare Welt, Versuchung & Verführung  |  1,359 x gelesen

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Der Mensch in der Verbundenheit mit der unsichtbaren Welt

Die Frage nach dem Menschen ist untrennbar verbunden mit der Frage nach Gott. Immanuel Kant (1724 - 1804) sprach von “Gott, als dem größten Rätsel des Menschen”. Carl Gustav Jung (1875 - 1961) sprach von “dem Menschen, der sich selbst das größte Rätsel” sei [1]. Das biblische Zeugnis zu den beiden Aussagen lautet: Es gibt kein wahres Gottesverständnis ohne das Selbstverständnis des Menschen. Man kann auch umgekehrt sagen: Es gibt für den Menschen kein wahres Selbstverständnis ohne Gotteserkenntnis. Dieser biblische Zusammenhang wird besonders von jüdischen Schriftforschern vertreten [2]. Wer nach Gott und dem Menschen fragt bzw. nach dem Menschen und Gott, findet in der Bibel klare Antworten.

I. Der biblische Schöpfungsbericht als Grundlage des Selbstverständnisses

Der erste Satz der Bibel ist nach jüdischem Verständnis nicht nur eine Überschrift, sondern eine Grundaussage der ganzen Bibel: “Am Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde” (1. Mo. 1, 1). Im Urtext ist vom Himmel im Plural die Rede. Gemeint sind die unsichtbaren Sphären der Schöpfung Gottes. Die (für uns) unsichtbare und die sichtbare Schöpfung Gottes sind nach hebräischem Verständnis in einer Entsprechung aufeinander bezogen. Das verdeutlicht Martin Buber mit dem ersten Buchstaben der Bibel, das Beit von 1. Mo. 1, 1: Bereschit (am Anfang), welches als Zahl zugleich zwei bedeutet. Beit hat im hebräischen Schriftzeichen zwei übereinander liegende horizontale Linien, die mit einer vertikalen Linie verbunden sind. Die zwei horizontalen Linien wollen die Zweidimensionalität des biblischen Zeugnisses von den Himmeln und der Erde veranschaulichen. Der Mensch ist nach Gottes Schöpfungsordnung “Bürger beider Welten der einen Schöpfung Gottes” [3]. Es sei noch besonders vermerkt, dass Martin Buber gemäß der hebräischen Tradition unter Himmel in der Schöpfungsgeschichte “die unsichtbare Schöpfung in mehrfachen Dimensionen” sieht. Darum ist auch vom Himmel im Plural/Dual “die Himmel”, die Rede. Aus dieser Sicht ist Paulus als Hebräer zu verstehen, wenn er vom “dritten Himmel” (2. Kor. 12, 2) spricht. Exegetisch ist es von besonderer Bedeutung, ob die Bibel vom Himmel im Singular oder Plural spricht (z. B. 1. Könige 8, 27: “Der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen”). Jesus, “der hinuntergefahren ist ins Totenreich … ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel” (Eph. 4) zur Rechten Gottes, “in den überhimmlischen Bereich” (griech.: ta epourania, Eph. 1, 2). Man kann in diesem Zusammenhang von einer Dreidimensionalität sprechen: 1. Die Erde als die sichtbare Schöpfung, 2. die Himmel als die unsichtbare Schöpfung und 3. der Himmel Gottes, von dem Jesus kam, bevor er Mensch wurde (Phil. 2, 5-11), und zu dem Jesus nach seiner Himmelfahrt zum Thron Gottes zurückkehrte (”in den Himmel”, Apg. 1, 11).

Der Gipfel der Aufklärung ist dagegen die Hypothese: Es gibt nur die Welt, in der wir physisch leben, und die wir erforschen können (Hegel, Feuerbach und Nietzsche). Karl Marx (1818 - 1893) hat diese Weltanschauung zur Grundlage des Sozialismus und Kommunismus gemacht [4]. Besonders tragisch ist dabei, dass die Eltern von Karl Marx aus rabbinischen Traditionen kommen. Obwohl seine Eltern eine Beziehung zu Jesus ohne konfessionelle Bindung (im hebr. Sinn: Jeschua ha Maschiach) aufnahmen und ihren Sohn mit sechs Jahren taufen ließen, wurde er in der Tradition der “Orthodoxie” erzogen. In seinen Ausführungen finden sich viele Parallelen zum messianischen “tausendjährigen Reich”. Das, was Israel und auch die Christenheit, für die Zukunft betend erwarten, wollte Karl Marx für die Gegenwart ohne jegliche religiöse Abhängigkeit realisieren. So wurde aus dem Juden ein Atheist. Die deutschen Philosophen der Aufklärung sind oft auch in frommer Tradition erzogen worden. So z. B. F. W. Nietzsche (1844 - 1900), der — seiner christlichen Tradition gemäß — als junger Mensch christologische Gedichte schrieb [5]. Die sog. Existenzphilosophie hat sich über Martin Heidegger (1889 - 1976) in die evangelische Theologie eingeschlichen. Rudolf Bultmann (1884 - 1976) machte aus der Philosophie eine entmythologisierende Theologie. Für ihm nahestehende Theologen sind die biblischen Zeugnisse vom Himmel (ob im Plural oder Singular) Mythen, die im aufgeklärten Sinn neu (existential) interpretiert werden müssen. Die Auswirkung dieser “aufgeklärten Theologie” ist heute noch mehr oder weniger bei Theologen und Pfarrern spürbar [6].

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Autor: Lubahn, Erich, Dr. | Kategorie(n): Lehre, Unsichtbare Welt  |  1,571 x gelesen

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Der Turmbau zu Babel

(Nach einem Vortrag an Pfingsten 2000 auf der Langensteinbacherhöhe; Audiovortrag)

Im Zuge des europäischen Einheitsprozesses wurde am 1. Januar 2002 die Einheitswährung Euro eingeführt. Auf dem Madrider EU-Gipfel im Dezember 1993, der die Einführung vorbereiten sollte, sagte der damalige portugiesische Ministerpräsident Antonio Guterres: “Dein Name sei Euro, und auf dich will ich die europäische Einigung bauen”. Er spielte damit auf das Wort des Herrn aus Matth. 18, 18 an: “Aber auch ich sage dir, dass du bist Petrus; und auf diesen Felsen will ich meine Versammlung bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen.” Man kann sich kaum des Eindruckes erwehren, als hätte das Streben nach Einheit und Vereinheitlichung von Staaten nicht nur visionären, sondern beinahe heilbringenden, religiösen Charakter. Warum ist dies so? Warum wird die Welteinheit gerade in unserer Zeit so vorangetrieben?

Um zu verstehen, warum die Menschheit gerade in den letzten Jahren und Jahrzehnten so zur Einheit drängt, lohnt es sich, einen Blick in das Buch der Anfänge zu werfen. Das 1. Buch Mose heißt im Hebräischen einfach “Im Anfang”. In ihm werden uns die Anfänge der Menschheitsentwicklung gezeigt. So wird über urzeitliche Einheitsbestrebungen kurze Zeit nach der Sintflut berichtet. Schon damals zeigte die zur Einheit strebende Menschheit alle Eigenschaften und Wesenszüge, die auch im heutigen Einheitsprozess eine Rolle spielen:

“Und die ganze Erde hatte eine Sprache und einerlei Worte. Und es geschah, als sie nach Osten zogen, da fanden sie eine Ebene im Lande Sinear und wohnten daselbst. Und sie sprachen einer zum anderen: Wohlan, lasst uns Ziegel streichen und hart brennen! Und der Ziegel diente ihnen als Stein, und das Erdharz diente ihnen als Mörtel. Und sie sprachen: Wohlan, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm, dessen Spitze an den Himmel reiche, und machen wir uns einen Namen, dass wir nicht zerstreut werden über die ganze Erde! Und Jehova fuhr hernieder, die Stadt und den Turm zu sehen, welche die Menschenkinder bauten. Und Jehova sprach: Siehe, sie sind ein Volk und haben alle eine Sprache, und dies haben sie angefangen zu tun; und nun wird ihnen nichts verwehrt werden, was sie zu tun ersinnen. Wohlan, lasst uns herniederfahren und ihre Sprache daselbst verwirren, dass sie einer des anderen Sprache nicht verstehen! Und Jehova zerstreute sie von dannen über die ganze Erde; und sie hörten auf, die Stadt zu bauen. Darum gab man ihr den Namen Babel; denn daselbst verwirrte Jehova die Sprache der ganzen Erde, und von dannen zerstreute sie Jehova über die ganze Erde” (1. Mo. 11, 1-9).

1. Verhältnisse zur Zeit des Turmbaues

a) Die Zeit des Turmbaues

Der Turmbau zu Babel könnte um das Jahr 2.000 bis 2.100 Jahre v. Chr. stattgefunden haben; also vor nunmehr über 4.000 Jahren. Das gewaltige Gericht der weltweiten Sintflut lag erst ca. 200 bis 250 Jahre zurück.

b) Die Herrschaftsverhältnisse

Es war die Herrschaftszeit des Diktators Nimrod, eines Prototypen (Vorläufers) des Antichristen aus der Fluchlinie Hams. Er war ein gewaltiger Herrscher, der uns nach der Sintflut als erster Städtegründer genannt wird. Zu seinem Reich gehörte auch das Babel der Urzeit. “Nimrod, der fing an, ein Gewaltiger zu sein auf der Erde. Er war ein gewaltiger Jäger vor Jehova; darum sagt man: Wie Nimrod, ein gewaltiger Jäger vor Jehova! Und der Anfang seines Reiches war Babel …” (1. Mo. 10, 8-10). Nimrod und das I. Babel sind prophetische Modelle für den letzten Weltherrscher, den Antichristen in den Johannesbriefen, und die endzeitliche große Hure von Offb. 17. Das griechische “Thärion” (mst. übersetzt mit “Tier”) als Bezeichnung des Antichristen in der Offb. umfasst das “Jäger sein”. Der letzte Weltherrscher ist, wie sein Vorgänger in der Urzeit, ein gewaltiger Jäger, ein Menschenjäger. Alle, die nicht bereit sind ihm göttliche Anbetung zu bringen, werden grausam verfolgt (Offb. 13, 15).

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Autor: Wörz, Reiner | Kategorie(n): Das Böse, Endzeit, Unsichtbare Welt, Versuchung & Verführung, Völkerschaften, Zeitgeist  |  1,563 x gelesen

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Die unsichtbare Welt und wir

Inhaltsverzeichnis:

1. Geistermächte im Weltgeschehen
   1.1. Ratschlüsse himmlischer Heerscharen
   1.2. Geisterkämpfe im Lufthimmel
   1.3. Satanische Mächte auf Erden
2. Die Engelwelt und die Gemeinde Christi
   2.1. Die Gemeinde als Anschauungsgegenstand
   2.2. Gesetzlichkeit und Engelverehrung
   2.3. Der Kampf der Gemeinde gegen die Überwelt


.

1. Geistermächte im Weltgeschehen

Wir sind viel stärker an unser liebes Ich gebunden, als wir wissen. Immer drehen wir uns um uns selbst und bleiben dadurch arme, blinde Sklaven. Erst wenn wir anfangen, mit Gottes Gedanken zu denken, mit seinem Glauben zu glauben, seiner Hoffnung zu hoffen und seiner Liebe zu lieben, erschließen sich uns bis dahin ungeahnte Lebensmöglichkeiten. Nicht nur, dass von unserm geistigen Auge Hüllen und Decken fallen und wir seither unerkannte Tiefen und Weiten göttlicher Wahrheiten schauen dürfen — auch unser Herz wird froh und glückselig.

Der Kosmos, das gegenwärtige Weltsystem, umfasst zwei Arten intelligenter Lebewesen: Engel und Menschen. Sagt doch Paulus, dass die Apostel den Engeln und Menschen ein Schauspiel geworden sind (1. Kor. 4, 9). Wer von uns denkt aber daran, wie sehr die unsichtbare Welt an uns Anteil nimmt? Wie selten sind wir uns der wichtigen Tatsache bewusst, dass Engelmächte uns umlagern und wir ohne unser Wissen und Wollen Einflüsse und Wirkungen auf sie ausüben! Das Hereinragen der unsichtbaren Welt in unser Erdengeschehen ist ein überaus fesselndes Kapitel. Die einen, die sich für besonders “aufgeklärt” halten, spotten darüber und erklären Solches als Täuschung, indem sie alles auf das rein Seelische im Menschen zurückführen. Andere wiederum verfallen dem Betrug dunkler Mächte oder bauen merkwürdige Geistersysteme auf. Unglaube und Aberglaube sind jedoch beide töricht und gottwidrig. Nun spricht aber Gottes Wort ganz klar und nüchtern von diesen Dingen. Und wo die Schrift redet, dürfen wir glauben und bezeugen; wo sie aber schweigt, haben auch wir in Ehrfurcht zu schweigen. Es soll darum auf diesen Seiten nur das dargelegt werden, was Gottes Wort über das Verhältnis der unsichtbaren Welt zu uns sagt. Weder soll irgendein lückenloses System aufgestellt noch alles erklärt werden. Das ist wohl unmöglich, solange wir im Staubgewand der Niedrigkeit leben. Wie manchmal lesen wir in der Schrift das demütige Wort “ich weiß nicht”. Apostel und Propheten schämen sich nicht, es zu gebrauchen. Wie viel mehr sollten wir uns nicht unterwinden, alles verstehen und erklären zu wollen! Über das, was wir nicht begreifen und worüber uns Gott keinen Durchblick gegeben hat, sollen wir schweigen und unsere Unwissenheit zugeben. Was uns Gott aber durch sein Wort und seinen Geist enthüllt hat, dürfen wir kühnlich in demütig-dankbarer Freude zu seiner Ehre glauben und zum Heil und Nutzen anderer bezeugen.

Unser Glaubenszeugnis bringt, je höher und herrlicher die Wahrheiten sind, die Gott uns anvertraut, uns desto weniger Lob und Anerkennung ein, sondern fast immer Geplagt- und Gebeugt werden in irgendeiner Form (vgl. Ps. 116, 10!). Wer damit nicht einverstanden ist, der unterwinde sich nicht, ein Zeuge (griechisch: martys = Blutzeuge oder Märtyrer) göttlicher Wahrheit zu sein! Das Weltgeschehen ist ohne das Mitwirken und Hereinragen von Geistermächten gar nicht zu begreifen. Wir wollen nicht darauf eingehen, dass die erleuchtetsten Geister der Menschheit das ahnten und je und je bezeugten und dass es viele verbürgte Erlebnisse verschiedenster Art gibt, die das erhärten. Uns soll einzig und allein Gottes untrügliches, klares Wort als Quelle dienen, wenn wir von diesen ernsten und dunkeln Dingen reden.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Gemeinde, Lehre, Unsichtbare Welt  |  1,041 x gelesen

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Gibt es nur einen Gott — oder viele Götter?

(Nach einer Tonbandaufnahme, vom Verfasser überarbeitet)

Weshalb beschäftigt uns, liebe Geschwister, heute ein solches Thema? Weil damit eine andere aktuelle Frage sehr eng verbunden ist, die heute viele, besonders junge Leute, bewegt: Welche Kraft steckt eigentlich hinter den

großen Weltreligionen auf Erden,

denen zum Teil seit Jahrtausenden Völker und Volksmassen zugetan sind? Woher kommt deren Treue und Hingabe, oft sogar Fanatismus? Was gibt diesen großen Religionen solche Macht und Gewalt und Zähigkeit, mit der sie nicht nur unverändert fortexistieren, sondern zum Teil neu erwachen und im Anmarsch sind?

Um die biblische Antwort oder die biblischen Antworten hierauf zu finden, bedürfen wir einer Einsicht in biblische Zusammenhänge, die leider normalerweise weder in Kirchen noch in Gemeinschaften anzutreffen ist. Für Christen wie für Juden und Mohammedaner steht im allgemeinen fest:

Es gibt nur einen Gott und keine Götter!

Nun kommt es für uns heute darauf an, ob wir im bisherigen Erkenntnis-Fahrwasser weiterrudern oder uns hineinführen lassen wollen in die Wahrheit des Wortes des Gottes, der Seine Ehre darein setzt, sich uns in Seinem Wort so vorzustellen (5. Mo. 10, 17; Ps. 136, 2; Jos. 22, 22):

“Ich bin der Gott der Götter!”

Damit wir in dieser Frage möglichst rasch die klaren biblischen Aussagen zur Kenntnis nehmen können, greifen wir vier biblische Zeugen heraus. Das Fundament dieser Aussagen oder ein wichtiges Fundament in diesem Fragenkomplex finden wir in Psalm 82.

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Autor: Muhl, Arthur | Kategorie(n): Lehre, Religionen, Unsichtbare Welt  |  1,277 x gelesen

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Der Mensch zwischen Engel und Dämon

Wenn ein Merkmal für den Geist der Neuzeit charakteristisch ist, dann ist es die ungeheure Intensität, mit der wir die vordergründigen, habhaften Dinge des Lebens empfinden und in uns aufnehmen. Eine Modenschau, ein Fußballländerspiel, ein Hochhaus, ein schwimmender Ozeanriese, ein Flugzeuggeschwader, das alles sind Realitäten, unter denen wir uns etwas vorstellen können und die unser Interesse mächtig erregen.

In dem Maß freilich, als diese sichtbare Erscheinungswelt über uns Gewalt gewonnen hat, sind wir blind geworden für das Reich der Seele, für die geheimnisvollen Kräfte des Übersinnlichen, und gleich gar für die Realität einer transzendenten göttlichen Welt. In besonderer Weise hat sich die metaphysische Erblindung ausgewirkt im Blick auf den Erlebnisbereich von Engel und Dämon. Die Skepsis gegenüber diesen überirdischen Mächten reicht heute weit hinein bis in die Reihen der christlichen Theologie. Das Entmythologisierungsprogramm der Marburger Schule richtet sich bekanntlich vor allem auch gegen jede Art von Angelologie und Dämonologie. Im Zeitalter von Computer, Fernsehen und Elektrizität, so werden wir belehrt, könne kein wissenschaftlich gebildeter Mensch mehr an die Realität von Engeln und Dämonen glauben, ohne sich selbst gegenüber unehrlich zu werden. Mag man in der religiösen Sprache solche Worte in Gebet, Predigt und Kirchenlied gelegentlich noch gebrauchen, man muß sich aber klar darüber sein (so wird uns gesagt): es sind das lediglich Umschreibungen in mythischer Sprachform, die auf die innerseelischen Vorgänge von Vertrauen oder Zerrissenheit in der menschlichen Existenz hinweisen.

Angesichts von so viel Skepsis gegenüber einer Welt der höheren Mächte, die Beistand gewährend oder versuchlich auf uns einwirken, hat es keinen Sinn, so etwas wie eine Glaubensforderung im Blick auf die Anerkennung derartiger Realitäten zu erheben. Der moderne Mensch würde sich dagegen nur wehren und erklären, er lasse sich intellektuell nicht vergewaltigen. Im übrigen wäre ja auch mit einem bloßen Für-wahr-Halten nichts gewonnen und niemand gedient. Man muß schon versuchen, durch innere Überführung den kritischen Geist der Neuzeit zu überwinden, so daß er sich wieder zu öffnen wagt für eine Schau, die ihm verlorengegangen ist.

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Autor: Köberle, Adolf, Prof. Dr. | Kategorie(n): Das Böse, Lehre, Unsichtbare Welt  |  2,008 x gelesen

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Suchet, was droben ist

“Suchet, was droben ist … Sinnet auf das was droben ist!” (Kol. 3, 1b.2a)

Außer der Erde und den Menschen schuf Gott noch andre, höhere Wesen und Welten. Die Schrift unterscheidet deshalb zwischen dem, was hier unten, und dem, was droben ist.

Viele glauben nun, was droben ist, gehe uns nichts an, und wir hätten nichts anderes zu tun, als treu und gewissenhaft unsre irdischen Pflichten zu erfüllen. Das klingt sehr ehrbar und demütig. Und doch entspricht eine solche Einstellung nicht den klaren Anweisungen des Wortes Gottes. Denn der Apostel Paulus fordert uns im Auftrag des erhöhten und verklärten Herrn auf, nicht auf das zu sinnen, was auf Erden ist, sondern auf das, was droben ist. Er sagt also das gerade Gegenteil von dem, was man in den frömmsten Kreisen oft hören kann: Wir hätten uns nur um die Gegenwart und den augenblicklichen Pflichtenkreis zu kümmern, und alles andre sollten wir Gott überlassen. Ein Hineinschauen in Dinge der unsichtbaren Welt wäre Vorwitz und Frevel und führe in irgendeiner Form in Irrtum und Verderben. “Suchet, was droben ist! Sinnet auf das, was droben ist!” Das sind ganz klare, unmißverständliche Forderungen Gottes. Nicht, als ob wir aufhören sollten, hier auf Erden unsre Pflichten in jeder Beziehung zu erfüllen. Im Gegenteil! Paulus tadelt solche Schwärmer, die keinem geordneten Beruf nachgehen und sich als fromme Faulenzer umhertreiben. Er stellt sich selbst bezüglich irdischer Pflichterfüllung als Vorbild hin, wenn er in den Thessalonicherbriefen schreibt: “Ihr gedenket, Brüder, an unsre Mühe und Beschwerde: Nacht und Tag arbeitend, um niemand von euch beschwerlich zu fallen, haben wir euch das Evangelium Gottes verkündigt” (1. Thess. 2, 9).

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Lehre, Unsichtbare Welt  |  1,076 x gelesen

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Kanaan, ein Abbild der Himmelswelten

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung
2. Kanaan, ein Land der Segnung
3. Kanaan, ein Ort des Friedens
4. Kanaan, ein Gebiet der Fruchtbarkeit
5. Kanaan, ein Quellort lebendigen Wassers
6. Kanaan, ein Lebensraum der Fülle
7. Kanaan, die Heimat der Verheißungen


.

1. Einleitung

Der Glaube nimmt am Sichtbaren das Unsichtbare, am Irdischen das Himmlische wahr. Alles, was hier unten ist, ist Vorbild und Hinweis auf das, was droben ist. Alles Vergängliche ist dem Glauben nur Gleichnis. Wer wirklich in die Schule Jesu geht und Ihn nicht nur als verklärtes und vollendetes Haupt zur Rechten des Vaters sehen lernt, sondern auch Verständnis für die gleichnishafte prophetische Bedeutung Seines Erdenlebens gewinnt, der begreift, wie recht der Dichter Gustav Schwab hat, wenn er singt:

    “Willst du bis zum Wesen dringen,
    Wende vom Erschaffenen dich;
    Willst du dich ins Leben schwingen,
    Einer zeigt als Führer Sich.
    Was auf Erden Ihn umgeben,
    War Ihm Bild und Ahnung bloß,
    Denn Er atmete Sein Leben
    Stets nur in des Vaters Schoß.
    Sieh auch du, im Glanz der Erde
    Nur vom Himmel einen Traum;
    Gleichnis dir des Höchsten werde
    Haus und Herde, Busch und Baum.”

Dieser gottbegnadete Schwabe hat wesenhaft erfaßt, was die Schrift, was die uns umgebende Schöpfung bedeutete: Hinweis und Angeld, Prophetie und Symbolik auf die obere, bleibende, wirkliche Welt der Vollendung.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Unsichtbare Welt  |  1,694 x gelesen

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