Das Substantiv (Hauptwort) »Abfall« kommt im Neuen Testament nur zweimal vor: »Abfall von Mose« (Apg. 21, 21) und »der Abfall« vor dem Erscheinen des Menschen der Gesetzlosigkeit, des Sohnes des Verderbens (2. Thess. 2, 3). Das Wort »Abfall« (apostasia) mit dem bestimmten Artikel bezieht sich auf ein besonderes endgeschichtliches Ereignis. Es bezeichnet die totale, weltumfassende Loslösung der meisten Menschen von allen bisherigen Gottesbeziehungen.
Das Verb (Zeitwort) »abfallen« erscheint nur bei Paulus im Sinne des Abfallens vom Glauben, wie dieser der Gemeinde Jesu Christi in gesunder Lehre und persönlichem Zeugnis vermittelt wurde.
Der am Ende des gegenwärtigen bösen Äons (Zeitalters) stattfindende große Abfall hat seinen Entwicklungsprozeß seit Beginn der Endzeit im weiteren Sinne (seit Jesu Erdenwirken). Die Endzeit im engeren Sinne setzen Kenner des prophetischen Wortes mit der Staatsgründung Israels (1948) an. Wie lange sie dauern wird, kann niemand exakt zeitlich festlegen. Die Letztzeit dürfte den Zeitraum der letzten 70. Jahrwoche (nach Daniel) umfassen. Diese Epoche wird geprägt von der Herrschaft des Antichristen über die Völkerwelt, der Herausgeburt des wahren Israels durch Gericht und Gnade (Erscheinen des Messias) sowie dem Gericht Gottes an den Nationen. Danach kann erst der folgende Äon des Friedensreiches auf dieser Erde beginnen.
Die Gemeinde Jesu Christi, die ihrem Herrn treu bleibt, weil Er sie durchträgt und bewahrt bis zu Seiner Parusie (1. Thess. 5, 23.24), darf ihre Errettung vor dem Zorn Gottes (große Drangsal) erwarten (1. Thess. 5, 9). Solange der noch auf Erden weilende Teil dieser Ekklesia (Gemeinde) das »Aufhaltende« bildet, kann der letzte Weltherrscher seine Diktatur noch nicht voll entfalten. Erst nach ihrer Entrückung (1. Thess. 4, 17; 1. Kor. 15, 51.52; Kol. 3, 4; Phil. 3, 20.21; 1. Joh. 3, 2) ist die totale Verführung aller Abgefallenen möglich. Daß Gott in dieser dämonischen Zeit dennoch die nächste Heilskörperschaft (Israel) und eine große Schar Glaubender aus dieser Drangsalsperiode herausbildet, ist Sein geheimnisvolles und erbarmungsvolles, souveränes Walten (siehe Offb. Kap. 7, 12, 14 und 15!).
A.
Wie es nun zu diesem letzten großen Abfall auf dieser Erde kommen wird, soll im folgenden aufgrund typischer Zeiterscheinungen und anhand des prophetischen Wortes beschrieben werden. Dabei können nur die großen Entwicklungslinien aufgezeigt und Tendenzen deutlich gemacht werden. Da sich Gott auf drei Ebenen —
- im allgemeinen als Schöpfergott,
- durch das Gesetz und die Propheten im Alten Bund
- und durch Jesus Christus in der Gemeinde —
kundgetan hat, möchte ich die Abfallsituation auch auf diese Bereiche beziehen.
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Autor: Heinemann, Karl | Kategorie(n): Endzeit, Irrlehre, Kirchentum, Schwarmgeist, Versuchung & Verführung, Zeitgeist | 1,765 x gelesen
Es gibt ein bekanntes lateinisches Sprichwort: Errare humanum est (Irren ist menschlich). Das besagt: Irren ist eine menschliche Unzulänglichkeit und ist nicht völlig auszuschließen. In allen Lebensbereichen erfahren wir täglich die Wahrheit dieser Aussage mit mehr oder weniger schwerwiegenden Folgen. Je nach Bedeutung der Irrtumsprozesse sind die Ärgernisse entsprechend für alle Beteiligten von belanglos bis katastrophal einzustufen. Entscheidend aber ist stets die Möglichkeit der Schadensbegrenzung und Berichtigung. Oft können geringe Fehlursachen gewaltige Auswirkungen erzielen, und umgekehrt können gravierende Irrtümer so korrigiert werden, dass die Folgen verhältnismäßig unbedeutend bleiben.
Auch bei glaubenden Menschen kann es immer wieder zu Irrtümern sowohl im Lehrbereich als auch im praktischen Verhalten kommen. Diese Erfahrungen sind für alle wahrheitsliebenden Gläubigen schmerzlich, lassen sich aber mit absoluter Gewissheit nie ganz vermeiden.
Auch die Bibel berichtet von solchen Erfahrungen. Deshalb ist einerseits von allen Beteiligten wahre Demut vonnöten, andrerseits sollte die menschlich-begrenzte Sichtweise stets die Weisheit und Erkenntnis Gottes einbeziehen.
Gefährlich werden Entwicklungen, wenn punktuelle und partielle Irrungen nicht mehr erkannt werden, sondern sich verfestigen und weitere Irrtümer nach sich ziehen. So konnten z. B. aus Lehrirrtümern Irrlehren entstehen, die große Schäden im Laufe der Kirchengeschichte angerichtet haben und sich bis auf den heutigen Tag in Kirchen, Gemeinden und vor allem Sekten hartnäckig behauptet haben.
Der Apostel Paulus ermahnt die Epheser eindringlich: “Deshalb sollen wir nicht mehr Unmündige sein, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch die Betrügerei der Menschen durch die Verschlagenheit zu listig ersonnenem Irrtum” (Kap. 4, 14). Hier wird auch noch differenziert zwischen solchen, die aktiv und bewusst zu Irrtum verführen, und jenen, die sich als Arglose (Unmündige) von der Lehrwahrheit abwenden lassen.
Wir wollen nun der Frage nachgehen, ob in der Gegenwart nicht nur die menschlich bedingten Fehler und Irrtümer vorhanden sind, sondern ob bereits über das normale Maß hinaus kräftige Irrtümer im Sinne des Irrwahns erkennbar sind, so wie es Paulus in 2. Thess. 2, 11 für das Ende des Zeitlaufs (Äons) vorausgesagt hat. In Verbindung mit der Anbahnung des Erscheinens des letzten Menschheitsverführers, den Paulus den Gesetzlosen (Menschen der Sünde) nennt, wird der große Abfall als ein bedeutsames Zeichen genannt. Dieser Prozess wird begleitet durch verführerische Wunder und den Betrug der Sünde (2. Thess. 2, 9.10). Diese verderbliche Entwicklung wird weltweit stattfinden und nach dem Gesamtzeugnis der Bibel den politischen, wirtschaftlichen und religiösen Bereich umfassen.
So wollen auch wir alle drei gesellschaftlich bedeutsamen Aspekte bei der Behandlung unseres Themas berücksichtigen, am meisten jedoch den entscheidenden religiösen Sektor.
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Autor: Heinemann, Karl | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Glaubensleben & Wandel, Schwarmgeist, Versuchung & Verführung, Zeitgeist, Zeitgeschichte & Politik | 46,469 x gelesen
Vorbemerkung des Schriftleiters (Heinz Schumacher):
Die Veröffentlichung des folgenden Artikels (72 Jahre nach seinem ersten Erscheinen) ist in keiner Weise polemisch oder aggressiv gemeint. Sie richtet sich weder gegen einen Bruder noch gegen einen Kreis unserer Tage, um diese zu verurteilen. Dennoch halten wir diesen Artikel Professor Ströters für wichtig und wegweisend auch für die heutige Zeit. Ströter war es geschenkt, in einer einmaligen Weise mit wenigen kurzen, markanten Strichen das Gefährliche an der Pfingstbewegung seiner Tage herauszustellen, ohne aus der Liebe zu den Brüdern zu fallen. Er zeigt, an welcher Stelle die Gemeinde Gottes gewisse Grenzmarkierungen auf keinen Fall übersehen, gewisse rote Ampeln auf keinen Fall überfahren darf — sonst landet sie heute wie damals in einem gefühlsbezogenen statt wortbezogenen Glauben, verliert die klare Orientierung, kommt ins Rutschen, hat keine biblisch klaren Maßstäbe mehr. Möge dieser Aufsatz auch heute noch vielen dienen dürfen — gerade solchen, die sich nach dem Wirken des Geistes Gottes in Kraft und Fülle sehnen!
H. Sch.
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Die sogenannte “Pfingstbewegung” gehört zu den ernstesten und bedeutsamsten Zeichen dieser “letzten Tage”. Sie ist ein “Gericht am Hause Gottes” … Es vollziehen sich in ihr unwandelbare Gesetze und Ordnungen des göttlichen Waltens … Jedes Verlassen des Schriftbodens schafft dem Fürsten der Finsternis Raum und Gelegenheit. Die Sieghaftigkeit des zweiten Adam (Jesus Christus) all seinen Anschlägen gegenüber, lag lediglich in vollster Unterwerfung unter das geschriebene Wort. Nicht mit Seinen “mächtigen Erfahrungen”, mit gehörten Stimmen vom Himmel, mit geschautem Erscheinen des Heiligen Geistes — und alles das war bei Ihm echt — schlug Jesus den Versucher aus dem Felde, sondern nur mit dem nackten, scharfen, zweischneidigen Schwert des geschriebenen Wortes Gottes (Matth. 4/Lukas 4). Diese einfache, elementare Lektion muß die gläubige Gemeinde immer wieder durchbuchstabieren. Dazu muß und wird ihr auch diese “Pfingstbewegung” dienen, in welcher Satan so viele liebe Gläubige und Heilige übervorteilt hat, weil sie mit Erfahrungen und Erlebnissen, mit Kräften, mit Zeichen, mit Wundern und Gaben operierten — alles Dinge, die ihren Ort und ihre Zeit haben, die aber nie bestimmt und berechnet sind, in dem uns verordneten Kampf als Waffenrüstung zu dienen. Dieser Irrtum hat beschämende Niederlagen gebracht. Er wird noch ärgere bringen, wenn wir nicht lernen.
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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Gemeinde, Schwarmgeist, Versuchung & Verführung | 1,069 x gelesen
Wir leben in einer gefährlichen und versuchlichen Stunde der Weltgeschichte. Dabei denke ich nicht an das wachsende Rüstungspotential in Ost und West, sondern an die wachsende Unruhe auf dem religiösen und kirchlichen Gebiet. Wenn ich es recht sehe, dann sind hier Geister aus verschiedenen Quellen tätig. Paulus sagt einmal: wir brauchen Waffen zur Rechten und zur Linken. Zur Linken, das meint: die frontalen Angriffe Satans auf die Gemeinde Jesu, die wir sofort als teuflisch erkennen können. Zur Rechten, das heißt: Er kann sich verstellen in einen Engel des Lichts, er ist wie ein geistiges Chamäleon. Da können Menschen Visionen, Träume, Gesichte, Weissagungen haben und sie beanspruchen dazu noch, daß sie diese außergewöhnlichen Gaben von Gott haben. Hinter dem frömmsten Machwerk kann sich der Satan verstecken, daß er auch die Auserwählten noch verführe. Da werden Bibelstellen serviert, prophetische Voraussagen gemacht, die ein schwaches Gemüt, wenn es sich dazu noch nach einem geheiligten Leben sehnt, schnell verführten. Neue Bewegungen entstehen. Sieht man sich ihre Programme und Traktate an, so scheinen sie auf den ersten Blick die Antwort für die Probleme zu haben, die Überwindung des Kirchendilemmas zu bieten. Wir brauchen dringend heute die Gabe der Geisterunterscheidung, mehr noch als die Gabe des Zungenredens. Jesus sagt für die endzeitliche Stunde: es werden viele kommen in meinem Namen — d. h. sie führen den Namen Jesu in ihren Aussagen, sie predigen von Jesus und sie berufen sich auf ihn — und sie sind dennoch Verführer.
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Autor: Mössinger, Manfred | Kategorie(n): Gemeinde, Schwarmgeist, Versuchung & Verführung | 1,091 x gelesen
Die Gemeinde Jesu Christi und das Reich Gottes sind zweifellos als die Grundbegriffe der Bibel anzusehen. So sollte man sie auf alle Fälle sehen, denn sie sind die Darsteller der Heilsvorgänge in den Zeiten und in der Ewigkeit. — Das allgemeine Christentum spricht auch sehr viel über Gemeinde und Reich. Leider sind es aber weithin nur leere “Sprüche“.
Hinzu kommt, daß man diese beiden Begriffe in gleichem Sinne und in gleicher Auswirkung sieht. Man ist der Meinung, daß hier zwei Namen einen Vorgang anzeigen. Ja, man bezeugt sogar ganz lebendig: Die Gemeinde ist das Reich Gottes und das Reich Gottes ist die Gemeinde. — Darum auch ist nicht nur die persönliche Haltung der lieben Christen, sondern auch ihre gesamte Heilsschau so getrübt, ja sogar stark gestört. Die Heilsgeschehnisse für das persönliche und für das gesamte Leben erleiden hierbei eine nicht geringe Vernebelung. Und weil es sich hier um die Vermengung der höchsten biblischen Prinzipien handelt, darum ist auch der Auswuchs der allseitigen Mißbildung so groß.
Wie ist das möglich, daß die beiden ganz verschiedenen Begriffe in einen Topf geworfen werden? Antwort: Weil man das Wort nicht wörtlich nimmt. Bitte, kann man die beiden Worte Gemeinde und Reich sinnmäßig und wesensmäßig gleich sehen? Das wird wohl niemand behaupten können. Also sollte man doch in allem Ernst die Verschiedenheit der beiden Begriffe festzustellen und auszuführen suchen. — Für viele wird das ein “heißes Eisen” sein. Aber gerade dann heran!
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Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Gemeinde, Schwarmgeist, Versuchung & Verführung | 1,114 x gelesen
(Nach einem Vortrag auf der Israelkonferenz 1981 der Langensteinbacherhöhe)
Im Unterschied zu früheren Jahrhunderten wird das Gesicht des öffentlichen Lebens gegenwärtig in der ganzen Welt durch die immer deutlicher werdende “Säkularisierung” (Verweltlichung) geprägt. Die Zeiten eines sog. “christlichen Abendlandes” sind längst vorüber. Der materielle und atheistische Zeitgeist hat auch das religiöse und kirchliche Leben des Westens ergriffen. Angesichts dieser Tatsache ist es verständlich, daß viele Gläubige in ihren Gebeten Gott um eine neue Erweckung bitten, damit Kirche und Gemeinde eine Neubelebung erfahren und noch recht viele Ungläubige für das Evangelium Jesu Christi gewonnen werden. Diese Frage ist auch deshalb akut, weil seit der Heimkehr von sehr vielen Angehörigen des jüdischen Volkes ins verheißene Land die Annahme bestätigt wird, daß in unserer Generation die Wiederkunft Jesu zu erwarten ist (Matth. 24, 32-34) und Sein Erscheinen eine große Scheidung der Gläubigen von den Ungläubigen hervorrufen wird, indem die ersteren eine Vereinigung mit Ihm, die anderen aber schwere Gerichte zu erwarten haben. Das bedeutet tatsächlich eine große Verantwortung der ungläubigen Welt gegenüber. Denn wir leben immer noch in der Zeit der Gnade, und der missionarische Auftrag der Gemeinde Jesu zur Verkündigung des Evangeliums in der ganzen Welt hat seine Bedeutung noch nicht verloren.
Das spornt immer wieder christliche Organisationen zu erhöhter Aktivität an mit dem Ziel, nicht nur einzelne Menschen zum Glauben aufzurufen, sondern größere Massen anzusprechen, also gleichsam große Erweckungen in Gang zu bringen, die die Erweckungsbewegungen vergangener Jahrhunderte möglichst noch übertreffen sollen. Man schließt sich mit anderen Vereinigungen zusammen, plant große Evangelisationen mit wortgewaltigen Rednern und lädt mit allen modernen Mitteln die Massen ein. Man ruft das missionarische Jahr aus, organisiert Kirchentage auf katholischer und evangelischer Grundlage und bietet den Massen unter Einschluß weltlicher Veranstaltungen einen “Jahrmarkt aller Möglichkeiten” an. Doch ist der Erfolg all dieser Bemühungen recht fraglich.
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Autor: Liede, Friedrich | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Schwarmgeist | 1,127 x gelesen
Es ist eine auffallende Tatsache, dass die besondere Geistes- oder Gnadengabe der Gemeindeprophetie heute in den geschichtlich gewordenen gottesdienstlichen Erbauungs- und Missionsversammlungen kaum mehr gefunden wird, während doch gerade dieses Charisma nach der ausführlichen Darstellung des Apostels Paulus in der Urchristenheit einen hervorragenden Platz einnahm. Wie ist das zu erklären? In der kirchlichen Theologie wird in der Lehre von den Charismen die Sache vielfach so hingestellt, als ob in der Entstehungsgeschichte der christlichen Kirche die Gabe der Weissagung wohl eine gewisse Rolle gespielt habe, aber hernach seien die besonderen Dienste der Apostel und Propheten mehr und mehr zurückgetreten. Dafür sei nun das geordnete kirchliche Amt zuständig geworden. Auf evangelischer Seite gibt es keine sogenannten Apostelnachfolger mehr wie in der päpstlichen Kirche. Ebenso ist die Gemeindeprophetie durch das Lehr- oder Predigtamt verdrängt und überflüssig geworden.
Wir fragen uns: Ist das die Anschauung der Schrift?
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Autor: Langenberg, Heinrich | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Gemeinde, Lehre, Paulus, Schwarmgeist, Versuchung & Verführung | 1,221 x gelesen
(Wortdienst anläßlich der “Prophetischen Woche”, Langensteinbacherhöhe, 11/1979; gekürzte Fassung nach einer Tonbandaufnahme, vom Verfasser durchgesehen)
Unser Thema behandelt umfassende Dinge, und ich bin mir bewußt, nur einige Schwerpunkte setzen zu können.
Wenn wir uns hier zu einer “Prophetischen Woche” zusammengefunden haben, dann sehe ich die Gefahr, daß wir zwar ein Ohr für diese prophetischen Dinge haben, aber vergessen, daß wir ein gehorsames, demütiges und treues Leben in der Jesusnachfolge führen sollten. Daß wir das prophetische Wort und die Heiligung in ein rechtes Verhältnis zueinander bringen, ist mir ein besonderes Anliegen. Wenn wir das prophetische Wort immer vor dem Hintergrund des gesamtbiblischen Zeugnisses sehen, dann wird es uns demütigen, uns gehorsam machen, wir werden in der Hingabe und Treue Jesus gegenüber Fortschritte machen und Ihn sehnsüchtiger erwarten.
Als ich im Gespräch am Tisch das Thema dieses Abends erwähnte, wurde das Wort “Aufbruch” in Frage gestellt. Aufbruch? Sind denn diese Mächte nicht schon lange aufgebrochen? Befinden sie sich nicht in einem mächtigen Vormarsch? — Dieser Gedanke ist natürlich berechtigt. Wurde die Gemeinde Jesu nicht schon von Anfang an vor Verführung gewarnt? Haben wir nicht schon in den Briefen des Neuen Testamentes die Warnung “Glaubet nicht jedem Geist”? Schreibt nicht Johannes in seinem 1. Brief, daß der Widerchrist im Aufbruch sei und schon viele Widerchristen gekommen seien (1. Joh. 2, 18)? Schreibt nicht Paulus, daß wir nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen haben, sondern mit den Beherrschern dieser Welt, die im Unsichtbaren ihr Dasein haben und von da aus sehr wohl in das Sichtbare der Menschen hereinwirken (Eph. 6)? Wurde nicht die Gemeinde Jesu von Anfang an vor den “Weltelementen” gewarnt (Kol. 2, 8 und Gal. 4, 3), von denen gesagt wird, daß sie die “Macher” der Philosophien, Ideologien und Religionen dieser Welt sind, mit denen wir uns von Generation zu Generation auseinanderzusetzen haben?
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Autor: Henninger, Martin | Kategorie(n): Gemeinde, Irrlehre, Religionen, Schwarmgeist, Versuchung & Verführung | 1,438 x gelesen
Jeder Mensch steht in seinen vielfältigen Entscheidungssituationen vor dem Problem, zwischen Erst- und Zweitrangigem abwägen zu müssen. Die Gewichtung der Entscheidungsmomente ist dabei unerlässlich und setzt die Kenntnis der notwendigen Beurteilungskriterien voraus. Fehlentscheidungen bei der Einschätzung der Vorrangigkeit können oft nicht revidierbare Folgeentwicklungen auslösen.
Besonders im Glaubensleben sind wortgegründete Prüfungskriterien wichtig, um Fehlentwicklungen und Irreführungen zu vermeiden. Denn nur die Kenntnis und Verinnerlichung gesunder Worte vermögen einen gesunden Wachstumsprozess bis zum Vollendungsziel zu garantieren.
Zur Zeit beobachten wir im christlichen und sogar evangelikalen Lager eine zunehmende Verwirrung bei der Beurteilung einer eindeutigen christozentrischen Gemeindelehre mit entsprechenden Konsequenzen in der Gemeindepraxis.
Deshalb bedürfen wir der Weisheit und Erkenntnis Gottes zum rechten Prüfen der biblischen Lehre und des Glaubenslebens, und dazu besonders des Unterscheidungsvermögens zwischen Erst- und Zweitrangigem, Wichtigem und Unwichtigem, Vorrangigem und Nachgeordnetem — kurzum der Prioritäten-(Rang-)Bestimmung.
Anhand von fünf beispielhaft bedeutsamen Begriffspaaren wollen wir die Rangfolge bestimmen und dabei die schriftorientierten Begründungen darlegen.
Diese Themen sollen wie folgt in entsprechenden Abschnitten behandelt werden:
- Gottes Wille — Des Menschen Wille
- Das Wort Gottes — Geistliche Erlebnisse
- Die Stellung der Leibesgemeinde — Die Praxis des Glaubenslebens
- Der Geber — Die Gaben
- Das Gebet — Geistliche Aktivitäten
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Autor: Heinemann, Karl | Kategorie(n): Gemeinde, Glaubensleben & Wandel, Irrlehre, Schwarmgeist, Zeitgeist | 1,088 x gelesen
Die unterzeichneten Brüder erheben warnend ihre Stimme gegen die sogenannte Pfingstbewegung.
1. Wir sind nach ernster gemeinsamer Prüfung eines umfangreichen und zuverlässigen Materials vor dem Herrn zu folgendem Ergebnis gekommen:
a) Die Bewegung steht in untrennbarem Zusammenhang mit der Bewegung von Los Angeles — Christiana — Hamburg — Kassel — Großalmerode. Die Versuche, diesen Zusammenhang zu leugnen, scheitern an den vorliegenden Tatsachen.
b) Die sogenannte Pfingstbewegung ist nicht von oben, sondern von unten; sie hat viele Erscheinungen mit dem Spiritismus gemein. Es wirken in ihr Dämonen, welche, von Satan mit List geleitet, Lüge und Wahrheit vermengen, um die Kinder Gottes zu verführen. In vielen Fällen haben sich die sogenannten “Geistbegabten” nachträglich als besessen erwiesen.
c) An der Überzeugung, daß diese Bewegung von unten her ist, kann uns die persönliche Treue und Hingebung einzelner führender Geschwister nicht irre machen, auch nicht die Heilungen, Zungen, Weissagungen usw., von denen die Bewegung begleitet ist. Schon oft sind solche Zeichen mit ähnlichen Bewegungen verbunden gewesen, z. B. mit dem Irwingianismus, ja selbst mit der “christlichen Wissenschaft” (Christian Science) und dem Spiritismus.
d) Der Geist in dieser Bewegung bringt geistige und körperliche Machtwirkungen hervor; dennoch ist es ein falscher Geist. Er hat sich als ein solcher entlarvt. Die häßlichen Erscheinungen, wie Hinstürzen, Gesichtszuckungen, Zittern, Schreien, widerliches lautes Lachen usw. treten auch diesmal in Versammlungen auf. Wir lassen dahingestellt, wieviel davon dämonisch, wieviel hysterisch oder seelisch ist — gottgewirkt sind solche Erscheinungen nicht.
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Autor: Diverse | Kategorie(n): Schwarmgeist | 1,092 x gelesen