Zweierlei Erwartungsgut
Die Zukunftserwartung der Gemeinde Jesu Christi geht himmelwärts.
Die Zukunftserwartung des Volkes Israel ist erdbezogen.
»Denn unser Bürgertum ist in den Himmeln, von wo wir auch den Herrn Jesus Christus als Retter erwarten, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird zur Gleichförmigkeit mit Seinem Leibe der Herrlichkeit« (Phil. 3, 20.21).
»Siehe, Ich werde die Kinder Israel aus den Nationen herausholen … Ich werde sie von ringsumher sammeln und sie in ihr Land bringen. Und Ich werde sie zu einer Nation machen im Lande auf den Bergen Israels …, und sie werden wohnen in dem Lande …, worin eure Väter gewohnt haben …, sie und ihre Kinder und Kindeskinder, bis in Ewigkeit« (Hes. 37, 21.22.25).
Aus den vorangestellten Schriftzeugnissen ersehen wir, daß beide Heilskörperschaften eines in ihren Erwartungszielen gemeinsam haben: Beide sehnen sich danach, aus der Fremdlingschaft in die Heimat zurückzukehren. Der Unterschied besteht nur darin, daß sich die Heimat der Gemeinde in den Himmeln befindet (Phil. 3, 20), während Israels Heimat das verheißene Land Kanaan (Erez Israel) auf dieser Erde ist (Hes. 37, 25). So liegt die Zukunftserwartung der Gemeinde auf geistlicher Ebene und zielt himmelwärts, die des Volkes Israel auf irdischer Ebene.
Wenn die Staatsbürgerschaft der Glieder des Leibes Christi »in den Himmeln« ist, dann beschreibt dies nicht nur unser Erwartungsziel, sondern zunächst einmal unsere himmlische Herkunft: »Auserwählt in Ihm vor Grundlegung der Welt, zuvorbestimmt zur Sohnschaft durch Jesus Christus« (Eph. 1, 4.5), durch den Heiligen Geist zu einer neuen Schöpfung gezeugt (Röm. 8, 16; 2. Kor. 5, 17). Darum hat Gott uns auch gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern in Christus (Eph. 1, 3). Die Dinge dieser Erde sind für die Gemeinde zweitrangig. Wir sollen sie zwar beachten, ihnen aber den richtigen Stellenwert einräumen, denn in Kol. 3, 1-4 fordert uns Paulus auf, das zu suchen, was droben ist, wo der Christus ist, und auf das zu sinnen, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist.
Gott hat Seinem Sohn Jesus Christus alles unterworfen und Ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben, die Sein Leib ist, die Vervollständigung dessen, der alles in allen erfüllt (Eph. 1, 22.23). Christus wartet auf die Vervollständigung des Körpers durch Seine Glieder. Die Gemeinde sehnt sich nach der Vereinigung mit ihrem Haupt. So sind beide Seiten von einer großen Sehnsucht zueinander erfüllt. Erst nach der Vereinigung mit Seinen Gliedern kann Christus die großen Vollendungsaufgaben erfüllen. Er will, daß wir diese Aufgaben zusammen mit Ihm ausführen. Er hat verheißen, daß wir allezeit bei Ihm sein werden (1. Thess. 4, 17). Zu diesen Aufgaben gehört nach 1. Kor. 6, 2.3, daß wir die Welt und die Engel richten, d. h. zurechtbringen werden. Mit unserem irdischen Leib sind wir nicht in der Lage, diese Aufgaben, die sich bis in den Kosmos erstrecken, auszuführen. Darum warten wir nach unserm Eingangswort und nach 1. Thess. 4, 13-17 darauf, daß unser Herr Jesus Christus am Tage der Entrückung unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird zur Gleichförmigkeit mit Seinem Leibe der Herrlichkeit, der nicht mehr an Raum und Zeit gebunden ist. Zur Entrückung kommt Christus Seinen Gliedern bis in den Lufthimmel entgegen. Die Vereinigung des Hauptes mit Seinen Gliedern findet in dem Bereich statt, in dem Satan heute noch die Herrschaft hat (Eph. 2, 2). Welch ein Triumph!
Autor: Herbst, Gerhard | Kategorie(n): Gemeinde, Heilsgeschichte, Israel, Schriftteilung | 789 x gelesen


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