Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Die Decke auf dem Angesichte Moses

Diesem Thema liegt mit 2. Kor. 3 und 4 einer der schwierigsten Texte des Neuen Testamentes zugrunde. Dies kann man schon daran erkennen, daß die meisten Übersetzer ihn recht schlecht verdeutscht haben, weil ihnen offenbar der Schlüssel zum rechten Verständnis fehlte. Da aber Gottes guter Geist “in das Ganze der Wahrheit leiten” will und es offenbar für nötig befunden hat, auch solch schwierige Zusammenhänge in Sein wunderbares Wort zu bauen, sollten auch wir versuchen “ein Verständnis vom Wesenhaften” zu erlangen (1. Joh. 5, 20).

Wir werden dabei erleben, wie Paulus als messiasgläubiger Rabbiner Israels seine Bibel (und das war für Jesus und Seine Apostel das Alte Testament!) “auf Christum hin” gelesen hat. Darum verstanden ja auch die Apostel ihre Briefe als seelsorgerliche Schreiben an ihre Missionsgemeinden und als prophetische Schriften zur Deutung des im Alten Testament aufgezeichneten Heilsweges (Röm. 16, 25-27). So wie es gewiß wahr ist, daß wir das Alte Testament nur im Lichte des Neuen verstehen können, so gilt doch ebenso, daß wir die Schriften des Neuen Gottesbundes nur vom Alten Testament her recht verstehen. Die Mißachtung der Bibel Israels, Jesu und Seiner Apostel hat sich bitter gerächt: Die verwirrende Auslegungs- und Dogmengeschichte der christlichen Kirche ist (bis heute!) dafür ein Zeugnis. Statt die Quelle zu ergründen, vermengte man die Apostelschriften mit griechischer Weltweisheit und schleppte dieses schreckliche Gemisch aus Christusoffenbarung und Philosophie durch die Zeiten! Erst in unserer letzten Zeit beginnen die Dinge sich zu wenden — allerdings auch nur im wortgläubigen Teil der Gemeinde.

Aus zwei Quellen bezog Paulus seine Lehre, seine Ermahnungsbotschaft und seine geistgeleitete Deutung des göttlichen Heilsplanes: aus seinen Erlebnissen an der missionarischen Front und aus der genauen Kenntnis des alttestamentlichen Offenbarungsgutes (wobei wir natürlich die göttliche Seite der unmittelbaren Gottes- und Christusoffenbarung keineswegs übersehen wollen!). Was er in Vollmacht lehrte und schrieb, war keine “Schreibtischtheologie”, es wuchs vielmehr organisch aus seinen Christuserlebnissen und Missionserfahrungen, aus seinem Kampfe mit Feinden der Frohen Botschaft und seinem Ringen um die Christusgemeinde. Die Erlebnisse an der heißumkämpften missionarischen Front bildeten die Gefäße für den Offenbarungsgehalt göttlicher Geheimnisse.

Wenn wir einmal die Apostelgeschichte so lesen, daß die Aussagen der Apostelbriefe hindurchleuchten, werden wir erstaunt bemerken, wie stark gerade die Aussagen der späteren Paulusbriefe aus seinen Erlebnissen mit dem verblendeten Israel und der Missionierung der Weltvölker schöpfen!

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Lehre, Paulusbriefe  |  1,202 x gelesen

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“Wir alle …”

(Nachschrift eines Wortdienstes in Berlin)

Meine Freunde und Brüder, ihr Heiligen und Geliebten Gottes!

Möge der Herr uns heute abend Sich selbst so enthüllen, daß wir Ihn mit den Augen des Glaubens schauen können und erfaßt und erfüllt und überströmend werden von dem, was Er ist und wie Er ist. Gott gebe uns nicht nur eine flüchtige Begegnung, sondern schenke uns, daß wir uns von Ihm erfassen lassen bis in das Letzte, Tiefste und Geheimste unseres Unterbewußten und Unbewußten. Das ist mein innigstes Anliegen. Und möge wahr werden, was wir eben gehört haben im Liede der Sänger: “Ewigkeit, in die Zeit leuchte hell hinein”! Gott gebe das in diesen Minuten!

Ich möchte heute abend ein Zeugnis geben von zwei Wörtlein, die der Apostel Paulus mehrfach gebraucht hat und in denen er sich mit seinen Briefempfängern zusammenschließt und damit Aussagen verbindet, die das Letzte und Tiefste unseres Verlorenseins und den Weg unserer Rettung zeigen. Diese Wörtlein heißen: “wir alle”. Diese beiden Wörtlein sind in den Zusammenhängen, die wir betrachten wollen, Speise für den Geist und ein Anker für die Seele. Durch sie werden wir alle zusammengeschlossen. Möchten sie uns unverlierbar eingeprägt werden durch den Heiligen Geist!

Wir wollen jetzt acht Zeugnisse betrachten, in denen die Wörtlein “wir alle” in den Paulusbriefen vorkommen.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Gemeinde, Paulusbriefe  |  1,060 x gelesen

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D e r Aufhaltende und d a s Aufhaltende

Vor einiger Zeit hat ein Teilnehmer an einer der letzten Prophetischen Tagungen in Seeshaupt die Brüder Dreher, Malessa und mich gefragt, wie 2. Thess. 2, 6.7 zu verstehen sei. Er komme mit der herkömmlichen Auslegung nicht zurecht. Ich habe das an mich gerichtete Schreiben wie folgt beantwortet:

Mit Deinem Brief vom 28. v. M. hast Du mir eine doppelte Freude bereitet: einmal, weil er einen Gruß von Dir enthielt, und dann, weil er mir einen wertvollen Beitrag für unser Forschen im prophetischen Wort darzustellen scheint. Es ist mir ein Anliegen, daß unsere Prophetischen Tagungen sich nicht in brüderlicher Freundschaft (2. Petr. 1, 7 nach Konk. Wiedergabe) erschöpfen, sondern durch gemeinsames betendes Sinnen und Forschen neues Licht und neue Kraft vermitteln …

Du schreibst: “Durch einen der Vorträge angeregt, las ich das Wort aus 2. Thess. 2 von dem Aufhaltenden am Abend noch einmal und betete darüber. In der Nacht wachte ich auf und hatte eine Antwort: das Aufhaltende ist die Langmut oder Geduld unseres Herrn. Am Morgen suchte ich dazu die Bibelstelle und fand sie in 2. Petr. 3, besonders in V. 9 und 15 … Wenn Paulus 2. Thess. 2, 6 schreibt: Was es noch aufhält, wisset ihr, — dann kann es sich um kein Geheimnis handeln, es kann nur eine in der Gemeinde allgemein bekannte Wahrheit des Wortes Gottes sein. Eine wunderbare Illustration finden wir in Jona 3, 1 bis 4, 2.”

Vielleicht darf ich zunächst auf die hier angeschnittene Frage eingehen. Du meinst, daß Paulus in 2. Thess. 2 von einer allgemein bekannten Wahrheit rede, denn sonst könnte er nicht sagen: “Das wisset ihr”. Nun ist aber ein Geheimnis nie etwas, das alle wissen, aber auch nie etwas, das gar keiner weiß. Es kommt vielmehr darauf an, wem ein Geheimnis offenbart wird. (Siehe die Familien-, Geschäfts- und Staatsgeheimnisse.) Ich selbst halte es für durchaus möglich, daß Paulus den Thessalonichern Dinge mitgeteilt hat, die wir nicht wissen. Die Gläubigen der ersten Zeit haben eben viel mehr in der Erwartung des wiederkommenden Herrn gelebt, als etwa die Gemeinde unserer Tage. Mir ist es auf jeden Fall sehr wertvoll zu sehen, daß Paulus Jungbekehrten gegenüber (er war nach Apg. 17, 1ff. nur 3 bis 4 Wochen in Thessalonich gewesen) überhaupt von solchen Dingen redete. Heutzutage vertritt man ja vielfach die Meinung, daß man, wenn überhaupt, nur zu gereiften Gottesmenschen davon sprechen sollte. — Ich persönlich nehme an, daß das, was Paulus den Thessalonichern gesagt hat, wir nicht wissen. Wir können es nur annehmen und folgern.

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Autor: Merz, Karl | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Paulusbriefe  |  1,059 x gelesen

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Die beiden Thessalonicherbriefe (1)

Vorbemerkung

Die Thessalonicherbriefe verdienen die besondere Aufmerksamkeit der gläubigen Gemeinde vornehmlich aus zwei Gründen. Einmal gehören sie zu den allerfrühesten paulinischen Briefen überhaupt, wenn sie nicht die ersten sind. Somit bieten sie uns ein so helles Bild des apostolischen Gemeindelebens, wie es uns nicht frischer und ursprünglicher geboten werden kann. Zum andern enthalten gerade diese beiden Briefe wohl die eingehendste und reichhaltigste Unterweisung über die Zukunft des Herrn, die uns in der ganzen apostolischen Literatur entgegentritt. Im vierten Kapitel des ersten Briefes wird uns z. B. über die Entrückung der Gemeinde, also über ihren endlichen Ausgang aus der Welt, so ausführliche Belehrung gegeben wie nirgendwo sonst. Gerade für die Erkenntnis des prophetischen Wortes sind daher diese beiden Briefe von hervorragender Bedeutung. Darum haben wir uns veranlasst gesehen, einem vielseitigen Wunsche folgend, einmal diese Briefe zu behandeln. Der Herr aber gebe viel Gnade und Weisheit zur rechten Teilung seines köstlichen Wortes.

Erster Brief

Kapitel 1

1. Paulus und Silvanus und Timotheus, der Gemeinde der Thessalonicher in Gott dem Vater und dem Herrn Jesu Christo: Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserm Vater und dem Herrn Jesu Christo! 2. Wir danken Gott allezeit für euch alle, euer erwähnend in unsern Gebeten, 3. da wir uns unablässig erinnern eures Glaubenswerkes und eurer Liebesarbeit und eurer Geduld in der Hoffnung auf unsern Herrn Jesum Christum vor unserm Gott und Vater. 4. Denn wir wissen, von Gott geliebte Brüder, wie ihr erwählt seid, 5. dass unser Evangelium nicht nur zu euch kam im Wort, sondern auch in Kraft und im Heiligen Geist und in großer Gewissheit, wie ihr wisset, dass wir unter euch gewesen sind um euretwillen. 6. Und ihr seid unsere Nachfolger geworden und des Herrn, indem ihr das Wort aufnahmt unter viel Trübsal mit Freude des Heiligen Geistes, 7. so dass ihr Vorbilder geworden seid allen Gläubigen in Mazedonien und Achaja. 8. Denn von euch aus ist erschollen das Wort des Herrn, nicht nur in Mazedonien und Achaja, sondern an jedem Ort ist euer Glaube an Gott ausgebreitet worden, so dass wir nicht nötig haben, etwas zu sagen. 9. Denn sie selbst verkündigen von uns, welchen Eingang wir bei euch hatten, und wie ihr euch von den Götzenbildern zu Gott bekehrt habt, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen, 10. und seinen Sohn aus den Himmeln zu erwarten, welchen er auferweckt hat von den Toten, Jesum, der uns von dem kommenden Zorn errettet hat.

Die Art und Weise, wie der Apostel sich bei seinen geistlichen Kindern einführt, hat etwas ungemein Anmutiges und Vertrauliches. Er nimmt gewissermaßen seine beiden Gehilfen am Evangelium je an die rechte und linke Hand und begrüßt mit ihnen die Gemeinde zu Thessalonich. Es ist das ein köstlicher Zug geheiligter Natürlichkeit. Der Apostel erweist sich darin ganz frei von allem beengenden, förmlichen Amtsbewusstsein, das den Leser oder Hörer in respektvoller Entfernung von sich fernhält. Er zeigt sich einfach als Bruder unter Brüdern, wenn er auch ein hoher Apostel war und sich dessen auch sehr deutlich bewusst war. Aber echte Brüderlichkeit tut dem geläuterten geheiligten Bewusstsein der uns vom Herrn gewordenen Aufgabe und der uns von ihm zugewiesenen Stellung nie den mindesten Abbruch. Es sind künstliche Höhen, die künstlich kühl und unnahbar gehalten werden müssen.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Lehre, Paulusbriefe  |  1,081 x gelesen

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Die beiden Thessalonicherbriefe (2)

Kapitel 3

1. Darum, weil wir es nicht länger aushielten, zogen wir vor, allein in Athen zu bleiben 2. und sandten den Timotheus, unsern Bruder, der Gottes Diener und unser Mitarbeiter am Evangelium ist, dass er euch stärke und ermahne in eurem Glauben, 3. damit niemand wankend werde in diesen Trübsalen; denn ihr wisset selbst, dass wir dazu bestimmt sind. 4. Denn als wir bei euch waren, sagten wir euch voraus, wir würden Trübsale leiden müssen, wie es auch gekommen ist und ihr wisst. 5. Darum hielt ich es auch nicht mehr aus, sondern erkundigte mich nach eurem Glauben, ob euch nicht etwa der Versucher versucht habe und unsere Arbeit umsonst gewesen sei. 6. Nun aber Timotheus zu uns von euch zurückgekommen ist und uns gute Nachricht gebracht hat von eurem Glauben und eurer Liebe und dass ihr uns allezeit in gutem Andenken habt und danach verlangt, uns zu sehen gleichwie wir euch, 7. da sind wir deshalb getröstet worden, ihr Brüder, über euch bei all unserer Not und Trübsal, durch euren Glauben. 8. Denn nun leben wir, wenn ihr feststeht im Herrn. 9. Denn was können wir Gott für einen Dank abstatten für euch ob all der Freude, die wir um euretwillen genießen vor unserm Gott? 10. Tag und Nacht flehen wir auf das Allerdringlichste, dass wir euer Angesicht sehen und die Mängel eures Glaubens möchten ergänzen dürfen. 11. Er aber, Gott unser Vater, und unser Herr Jesus Christus, lenke unsern Weg zu euch! 12. Euch aber schenke der Herr mehr und immer größere Liebe zu einander und zu allen, gleichwie auch uns zu euch, 13. auf dass eure Herzen gestärkt und tadellos erfunden werden in Heiligkeit vor unserm Gott und Vater bei der Zukunft unseres Herrn Jesu Christi mit allen seinen Heiligen.

V. 1: Der Apostel schämt sich nicht, seinen geistlichen Kindern einen Einblick zu geben in die Dinge, die sein Herz um ihretwillen so sehr bewegt hatten, seine Sorgfalt, seine Liebe, seine Anhänglichkeit, sein warmes, inniges Interesse an ihrem Wohl und Wehe, insonderheit an ihrem inneren Zustand. Seine Sprache hat so gar nichts Übergeistiges an sich, sondern bewegt sich durchaus in den Bahnen einer gesunden, gottgeweihten Natürlichkeit. Er gibt sich so, wie er ist, denkt und empfindet.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Lehre, Paulusbriefe  |  1,080 x gelesen

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Die beiden Thessalonicherbriefe (3)

Zweiter Brief

Nachdem Paulus in Thessalonich mit seinem Evangelium an die Nationen Eingang gefunden, erregten die eifersüchtigen Juden einen Aufruhr gegen ihn (Apg. 17, 5-9). Darauf schickten die Brüder den Paulus und Silas in der Nacht nach Beröa (Apg. 17, 10), aber auch dorthin kamen jene Unruhestifter (V. 13), so dass Paulus gegen das Meer hinging, aber seine Gehilfen Silas und Timotheus zurückließ (V. 14). Etliche Brüder begleiteten ihn dann nach Athen, denen er auftrug, seine Gehilfen baldmöglichst zu ihm zu senden. Von Athen aus sandte er dann seinen lieben Sohn und Mitarbeiter Timotheus nach Thessalonich (1. Thess. 3, 1.2). Dieser brachte ihm so günstige Kunde von dem gedeihlichen Zustand der Gemeinde daselbst, dass er darüber seine Freude offen aussprach in seinem ersten Brief (3, 6ff.).

Von Athen aus wandte er sich dann nach Korinth (Apg. 18, 1). Dorthin scheinen ihm Silas und Timotheus, die wohl seinen ersten Brief nach Thessalonich gebracht hatten, weitere Mitteilungen von dem ferneren Entwicklungsgang der jungen Gemeinde überbracht zu haben (Apg. 18, 5), die dann wohl Anlass gegeben haben mögen zu dem uns nun vorliegenden zweiten Brief an die Thessalonicher.

Erstes Kapitel

1-2. Paulus und Silvanus und Timotheus der Gemeinde der Thessalonicher in Gott unserm Vater und dem Herrn Jesu Christo. Gnade sei euch und Friede von Gott Vater und dem Herrn Jesu Christo! 3. Wir sind Gott allezeit zu danken schuldig für euch, Brüder, wie es sich geziemt, weil euer Glaube über die Maßen wächst und die Liebe eines jeden einzelnen von euch allen gegeneinander zunimmt, 4. so dass wir uns auch rühmen in den Gemeinden über eurer Geduld und dem Glauben, den ihr in allen euren Verfolgungen beweist, die ihr zu ertragen habt, 5. ein Beweis des gerechten Gerichts Gottes, dass ihr gewürdigt werdet des Königreichs Gottes, um dessentwillen ihr leidet, 6. wie es denn gerecht ist vor Gott, denen, die euch bedrücken, mit Bedrückung zu vergelten, 7. euch aber, die ihr bedrückt werdet, Ruhe mit uns, bei der Offenbarung unseres Herrn Jesu Christi vom Himmel herab, samt den Engeln seiner Kraft, 8. da er mit Feuerflammen Strafe geben wird denen, die Gott nicht anerkennen und die nicht gehorsam sind dem Evangelium unseres Herrn Jesu, 9. welche Strafe erleiden werden, ewiges Verderben von dem Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Kraft (hinweg) 10. wann er kommen wird, um verherrlicht zu werden in seinen Heiligen und bewundert zu werden in denen, die gläubig geworden sind, denn unser Zeugnis hat bei euch Glauben gefunden — an jenem Tage. 11. Zu welchem Zweck wir auch allezeit für euch flehen, dass unser Gott euch würdig mache des Berufs und erfülle alles Wohlgefallen der Güte und das Werk des Glaubens in Kraft, 12. auf dass an euch der Name unseres Herrn Jesu Christi verherrlicht werde und ihr in ihm, nach der Gnade unseres Gottes und des Herrn Jesu Christi.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Lehre, Paulusbriefe  |  1,015 x gelesen

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Der Tod verschlungen in den Sieg

(1. Korinther 15)

Inhalt:

01. Das Evangelium des Paulus an die Nationen
02. Christus gestorben, begraben, auferstanden
03. Die Erscheinungen des auferstandenen Herrn
04. Gottes Gnadenwirken an Paulus
05. Ohne Totenauferstehung kein Heil, keine Hoffnung!
06. Christus der Erstling der Entschlafenen
07. Ordnung und Ziel der Lebendigmachung aller
     a) Die Lebendigmachung aller
     b) Die Ordnung dieser Lebendigmachung
     c) Hernach das Ende
     d) Alle Feinde Christi überwunden
     e) Der letzte Feind, der Tod, abgetan
     f) Alles Ihm unterworfen
     g) Gott alles in allen
08. Taufe für die Toten und stündliche Gefährdung ohne Totenauferweckung sinnlos
09. Mit was für einem Leibe kommen die Toten?
10. Verwesliche und unverwesliche Leiblichkeit
11. Der erste Mensch und der zweite Mensch
12. Die Verwandlung der Heiligen
13. Schlußermahnung

Dem aufmerksamen Bibelleser wird es kaum entgehen, daß in dem ersten Brief an die Korinthergemeinde höchst bedenkliche Zustände aufgedeckt und gerügt werden. Das Bild geistlichen Tiefstandes, das der Apostel entwirft, wird wohl in keinem anderen Brief erreicht oder gar übertroffen, wenn man absieht von dem letzten der sieben Sendschreiben im Buch der Offenbarung, gerichtet an die Gemeinde zu Laodicäa.

Wie verhält sich der Apostel gegenüber solch traurigen Verhältnissen einer Gemeinde, die durch Spaltungen zerrissen, durch gefährliche Irrlehren und Leugnung göttlicher Offenbarungswahrheiten schwer geschädigt und von unerhörter Unsittlichkeit angefressen war? Gewiß, er schont die Korinther nicht. Der herbste Tadel, die schärfste Rüge, die ernsteste Zucht kommt zur Anwendung, wie sich’s gebührt. Was aber sehr in die Augen fällt, ist der Umstand, daß der Heilige Geist durch die Feder des Apostels gerade dieser so fleischlichen Gemeinde ein wahres Füllhorn der allerköstlichsten Erkenntnisse und Geheimnisse in den Schoß schütten läßt. Das entspricht gar nicht menschlichem Denken oder Handeln. Wir wären weit eher geneigt, einer solchen Gemeinde den Brotkorb mit geistlicher Speise etwas höher zu hängen, ihr nur die elementarste Nahrung, das Allernotwendigste darzureichen und ihr auf diese Weise zu verstehen zu geben, sie könne erst nach eingetretener Besserung in die Tiefen Gottes in Christo weiter eingeführt werden.

Dagegen finden wir in diesem Brief reiche Mitteilungen über die verborgene Weisheit Gottes; es wird hingewiesen auf die unbeschreiblich hohe Berufung der Gläubigen, Gericht zu halten über die Welt und die Engel; auf die wahre Würde der menschlichen Leiblichkeit als Tempel des Heiligen Geistes; auf die verschiedenen geistlichen Gaben und die wunderbare Einheit und organische Geschlossenheit des ganzen Leibes Christi; der Brief enthält das unübertroffene Hohelied der Liebe und die reiche Belehrung über geistliche Gaben in Kapitel 14.

Daran reiht sich das Kapitel, das uns zur Betrachtung vorliegt, würdig an. Es handelt von der Auferstehung der Toten und gestattet uns einen Ausblick in die allerweitesten und umfassendsten Ziele Gottes mit Seiner ganzen dem Tode verfallenen Schöpfung.

Fürwahr, ein solches Verfahren unseres Gottes und Heilandes nötigt uns die tiefste Bewunderung und Danksagung ab! Es unterliegt auch keinem Zweifel, daß sich dieses Verfahren als durchaus praktisch und wirksam bewährt hat, wie aus dem zweiten Brief deutlich hervorgeht. Wenden wir uns nun dem Inhalt unseres Kapitels zu!

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Allversöhnung, Das prophetische Wort, Heilsgeschichte, Lehre, Paulusbriefe, Tod & Auferstehung  |  1,170 x gelesen

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Die Judenfrage nach Römer 11

1. Der Kern der Judenfrage

“Ich sage nun: Hat Gott etwa Sein Volk verstoßen?” (Vers 1).

Unter den vielen brennenden Fragen, an denen unsere Zeit so reich ist, nimmt die Judenfrage mit Recht einen hervorragenden Platz ein. Wohl handelt es sich hier nicht um ein Volk, das sich an Zahl etwa mit den Indern oder Chinesen messen könnte. Die Bedeutung eines Volkes liegt aber nicht in seiner Zahl. So sind es auch nicht in erster Linie politische Probleme, die sich an die Judenfrage und ihre Lösung knüpfen. Auch die politischen Interessen sind nicht die höchsten in der Welt. Israel ist ein ganz eigenartiges Volk. Seine bisherige Geschichte spottet aller Versuche, sie nach den Gesetzen des gewöhnlichen Geschehens auf Erden zu erklären.

Israel hat eine Berufung und Erwählung unter den Völkern wie nie ein anderes Volk vor oder nach ihm. Wohl haben andere Völker nach Gott gefragt und gesucht, und Er hat sich ihnen nicht unbezeugt gelassen (Apg. 14, 17). Aber nur in Israel und durch Israel hat sich der Ewige und Wahrhaftige als solcher geoffenbart. Hohe Worte menschlicher Weisheit sind auf uns gekommen von Ägypten, Chaldäa, Indien, Griechenland und Rom. Aber das Heil — die endgültige Lösung aller Menschheitsfragen für Zeit und Ewigkeit — kommt allein von den Juden. “Ihnen ist anvertraut, was Gott geredet hat” (Röm. 3, 2). Andere Völker sind je und dann in den Bereich göttlichen Offenbarungswaltens hineingezogen worden, — Israel allein hat als Volk die Auszeichnung, der eigentliche Träger und Vermittler aller Gottesmitteilung an die übrige Menschheit zu sein. Das gibt der Judenfrage eine Bedeutung und Tragweite, wie sie keiner anderen eigen ist noch sein kann.

Was man heute in politischen und soziologischen Blättern gewöhnlich als Judenfrage darstellt, ist in Wirklichkeit nur ein kleiner Ausschnitt dieser Frage und betrifft meist Dinge, die am Rande liegen. Es ist zwar nicht zu verkennen, daß das Problem für die Völker weder einfach noch leicht ist, was sie denn eigentlich mit den Söhnen Jakobs in ihrer Mitte anfangen sollen, wie sie sich ihrer entweder erwehren oder aber sie wirtschaftlich und politisch verwerten und einsetzen sollen. Aber das alles ist letztlich von zweitrangiger Bedeutung. Nicht das ist die Frage, wie sich die Völker, ob einzeln oder in ihrer Gesamtheit, zu Israel stellen; sondern das ist die Frage, wie sich der Herr, der allerhöchste Gott, der Israel erwählt hat zu dem Volk Seiner Wahl verhalte. Ob in Osteuropa der Antisemitismus im Sinken oder ob er im Westen im Zunehmen begriffen ist, nicht das macht letztlich die Judenfrage aus. Ihr Kern und Mittelpunkt ist: Hat denn Gott Sein Volk verstoßen?

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Heilsgeschichte, Israel, Lehre, Paulusbriefe  |  1,091 x gelesen

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Paulus — Sein Leben und seine Briefe

1. Saulus, der Pharisäer

Zur Gewinnung eines richtigen Bildes vom Vorleben des großen Apostels der Heiden sind wir erfreulicherweise nicht auf die Tradition angewiesen, sondern in der Apostelgeschichte sowie in den Briefen des Paulus ist uns reiches Quellenmaterial dafür geboten. Phil. 3, 5 redet er von sich als beschnitten am achten Tage, aus dem Geschlechte Israels, vom Stamme Benjamin, einem Hebräer aus Hebräern. Apg. 21, 39 nennt er sich einen jüdischen Mann, aber einen römischen Bürger von Tarsus, einer nicht unbedeutenden Stadt in Cilicien (22, 3), erzogen in Jerusalem zu den Füßen Gamaliels, nach Apg. 5, 34 eines hoch angesehenen Gesetzeslehrers, mit allem Fleiß unterrichtet im väterlichen Gesetz und ein Eiferer für Gott. Vor Agrippas führt er aus (Apg. 26, 4-5): Was meinen Lebenswandel von Jugend auf betrifft, den ich von Anfang unter meinem Volk zu Jerusalem führte, so kennen mich alle Juden, da sie wissen, dass ich früher nach der strengen Sekte unserer Religion gelebt habe, als Pharisäer. Und vor der Menge des Volkes bekennt er frei (Apg. 22, 20): Auch ich stand dabei, als das Blut des Stephanus vergossen ward und verwahrte die Kleider derer, die ihn töteten.

Über seinen hervorragenden Anteil an der Verfolgung, die sich nach dem Tode des ersten Blutzeugen des Evangeliums von Christus wider die junge Muttergemeinde in Judäa erhob, erfahren wir folgendes: Saulus aber verwüstete die Gemeine, indem er in die Häuser eindrang, Männer und Weiber fortschleppte und sie ins Gefängnis überlieferte (Apg. 8, 3).

Er selbst legt gegen sich immer wieder klares Zeugnis ab, wenn er schreibt: Ihr habt von meinem früheren Wandel im Judentum gehört, dass ich die Gemeine Gottes über die Maßen verfolgte und sie zerstörte und übertraf im Judentum viele meiner Altersgenossen in meinem Geschlecht durch übermäßigen Eifer um meine väterlichen Überlieferungen (Gal. 1, 13). Nach dem Eifer ein Verfolger der Gemeine, nach der Gerechtigkeit im Gesetz unsträflich gewesen (Phil. 3, 6). Ich habe gemeint, ich müsste viel zuwider tun dem Namen Jesu von Nazareth, was ich auch zu Jerusalem tat, und viele der Heiligen schloß ich ins Gefängnis, wozu ich von den Hohenpriestern die Vollmacht empfangen hatte, und wenn sie getötet wurden, gab ich die Stimme dazu. Und in allen Synagogen strafte ich sie oft und zwang sie zu lästern, und über die Maßen wütend über sie verfolgte ich sie auch bis in die auswärtigen Städte (Apg. 26, 9-11).

Ich verfolgte diesen Weg bis auf den Tod, indem ich Männer und Weiber band und ins Gefängnis überlieferte, wie auch der Hohepriester und der ganze Rat der Ältesten mit Zeugnis gibt, von welchen ich sogar Briefe an die Brüder empfing und gen Damaskus zog, um auch die, welche daselbst waren, gebunden gen Jerusalem zu führen, auf dass sie gestraft würden (Apg. 22, 4.5).

Aber so darf er später seinem geistlichen Sohne Timotheus schreiben: Mir ist Erbarmung widerfahren, weil ich es unwissend, im Unglauben getan habe (1. Tim. 1, 13). Und der Gemeine zu Korinth bekennt er in tiefer Beugung: Ich bin der geringste von allen Aposteln, nicht wert, ein Apostel zu heißen, weil ich die Gemeine Gottes verfolgt habe (1. Kor. 15, 9).

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Paulus, Paulusbriefe  |  1,020 x gelesen

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Welche Stelle soll die Lehre vom Geheimnis des Leibes Christi in unserer Wortverkündigung einnehmen?

Referat während der Brieger Bibelwoche, Mai 1908, mit einigen Erweiterungen

Um auf diese Frage eine intelligente Antwort geben zu können, wird es gut sein, dass wir uns in einer Reihe von Thesen oder Sätzen klar zu werden suchen, welche Stelle diese Wahrheit in der apostolischen Wortverkündigung einnahm, und welche Bedeutung derselben dort gegeben ist:

I.

Die lehrhafte Darstellung dieses Geheimnisses ist dem Apostel Paulus durchaus eigentümlich. Sie findet sich nur in den paulinischen Briefen. So redet er z. B. Eph. 3, 3 von einer Verwaltung der Gnade Gottes, die ihm für die Nationen gegeben sei. In Vers 8 erklärt er, dass ihm, dem allergeringsten unter allen Heiligen, diese Gnade gegeben sei, unter den Heiden den unausforschlichen Reichtum des Christus zu verkündigen. Und Kol. 1, 25 sagt er von dem Leibe Christi, der Gemeine, dass er deren Diener geworden, nach dem Haushalteramt Gottes, “das mir für euch gegeben ist”. Das ist eine Sprache, die mit der Vorstellung einer bloßen Beiordnung des Paulus zu dem Dienst der Zwölfe nicht wohl zu vereinigen ist.

Besondere Beachtung verdient hier noch, was Paulus Gal. 1, 15.16 sehr stark hervorhebt. Nachdem er dort V. 12 erklärt hatte, dass er “sein Evangelium” von keinem Menschen empfangen noch gelernt (also auch nicht von den Zwölfen, die vor ihm Apostel waren), sondern durch Offenbarung Jesu Christi, d. h. durch eine ganz neue und zusätzliche Erweisung des Auferstandenen vom Himmel her, bezeichnet er sich als von Mutterleibe an von Gott ausgesondert und berufen durch seine Gnade, seinen Sohn, (den Christus) zu offenbaren “in mir (also nicht bloß durch mich), damit ich ihn durch das Evangelium verkündige unter den Nationen”. Das bedeutet doch wohl, dass Paulus sich nicht nur als Träger und Vermittler dieser neuen Offenbarung Christi wusste, sondern als berufenen Lehrtyp dieses Geheimnisses “Christus in uns”. Das belegen uns auch die sehr häufigen Hinweise in seinen Briefen auf seine eigene mustergültige Erfahrung und Führung (Röm. 15, 18; 1. Kor. 11, 1; 2. Kor. 1, 5. 6; 2, 15; 4, 10-12; 13, 4; Gal. 6, 17; Phil. 3, 17; 4, 9; Kol. 1, 24.25). Auch in diesem Punkt steht Paulus einzig da unter den Aposteln.

(Man vergleiche hiermit auch die nachdrückliche, fast frappierende Art, mit welcher dieser Apostel Röm. 11, 1 seine durchschlagende Antwort “Das sei ferne” auf die Frage: “Hat denn Gott sein Volk verstoßen?” begründet mit dem Hinweis: “Denn ich bin ein Israelit!” Das will sagen, er darf sich und seine Erfahrung auch nach dieser Seite hin, als prophetisch und vorbildlich, als mustergültig für die zukünftige nationale Bekehrung Israels durch die Erscheinung des verherrlichten Christus vom Himmel hinstellen).

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Gemeinde, Lehre, Paulus, Paulusbriefe  |  913 x gelesen

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