Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Evangelium — wie es Paulus geoffenbart wurde

(Überarbeitete Tonbandaufnahme eines Vortrags auf der Langensteinbacherhöhe)

Was ist “paulinisches” Evangelium?

Die Verkündigung des Evangeliums unseres erhöhten Herrn, wie es vor allem dem Apostel Paulus geoffenbart wurde, ist zu unterscheiden von dem Evangelium, das Jesus während Seiner Erdenzeit verkündigte und den 12 Aposteln anvertraute. Es handelt sich gleichsam um eine zweite Offenbarungsstufe des Evangeliums Jesu Christi. Hier muß ich nun zunächst einigen Mißverständnissen entgegentreten, die sich gern einschleichen:

Verkündigern, die diese Unterscheidung beachten, macht man gelegentlich den Vorwurf: Hier wird Paulus verherrlicht und Jesus verdunkelt; Paulus und seiner Botschaft wird größeres theologisches Gewicht beigemessen als Jesus und Seiner Verkündigung auf Erden; man beschäftigt sich mehr mit den Paulusbriefen als mit den Jesusworten der Evangelien.

Demgegenüber muß klar herausgestellt werden, daß niemals Paulus gegen Jesus ausgespielt werden kann und daß Worte des Apostels Paulus nicht gegen Worte Jesu Christi stehen. Jesus hat in Seiner Niedrigkeit persönlich zum Volke Israel gesprochen, und derselbe Jesus hat als der erhöhte Christus zum Apostel Paulus gesprochen. Es gibt nicht zweierlei “Jesus Christus”! Es ist nur ein Herr. Aber es gibt zweierlei Offenbarungsstufen. Wir kennen Jesus in Seiner Niedrigkeit als Messias für Israel, und wir wissen um den erhöhten Christus als Haupt der Gemeinde.

Paulus war nicht 40 Tage in der Wüste, um vom Satan versucht zu werden; Paulus hat nicht im Garten Gethsemane gelegen und dort für alle Schöpfung das entscheidende “Ja, Vater” gesprochen; Paulus hat auch nicht am Kreuz von Golgatha gehangen und die Sünde der ganzen Welt getragen, noch ist er am dritten Tage von den Toten auferstanden und dann gen Himmel gefahren. Das alles kann nur von Jesus gesagt werden. Und auch in den Briefen des Paulus geht es immer und überall um Jesus Christus. Christus ist das Ziel, die Mitte und der Inhalt seiner Botschaft. Paulus kannte nur einen einzigen Ruhm, nämlich das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus (Gal. 6, 14).

Aber ebenso ist es Tatsache, daß das Evangelium von Jesus Christus durch die Offenbarung des erhöhten Christus an Paulus eine entscheidende Weiterentwicklung erfahren hat. Mit Paulus ist ein neuer Haushalt Gottes eröffnet worden, die “Haushaltung” oder “Verwaltung der Gnade Gottes” bzw. “Haushaltung” oder “Verwaltung des Geheimnisses” (Eph. 3, 2. 9. Elbf. Übs.). Darum ist das von Paulus verkündigte Evangelium ein ganz besonderes Evangelium. Es ist nicht nach Menschenart; keine menschliche Leistung fällt hier ins Gewicht; es herrscht die absolute, vollkommene Gnade. Paulus hat es von keinem Menschen empfangen noch gelernt — weder von Petrus noch Johannes noch Jakobus —, sondern durch direkte Offenbarung des erhöhten Christus (Gal. 1, 11-12). Bei Paulus haben wir eine Weite der Gottesgedanken, eine Schau der Heilsgeschichte Gottes von den Ursprüngen bis in die letzten Ziele hinein, wie sie sonst nirgends dargestellt ist. Ausmaß und Fülle seines Evangeliums sind einzigartig und vorher nie so gehört worden. Wenn er sagt, er habe das von ihm verkündigte Evangelium durch Offenbarung Jesu Christi empfangen, dann schließt das jede menschliche Vermittlung aus; es ist auch nicht Resultat eigener Überlegungen, obwohl Paulus ein scharfer Denker war. Sein Evangelium ist reines Gnadengeschenk.

Noch einmal möchte ich betonen: Nicht Paulus ist der Inhalt seines Evangeliums, das er im besonderen zu verkündigen hat, sondern immer nur Jesus Christus in Seiner ganzen Fülle, wie es ihm durch Offenbarung kundgetan wurde.

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Autor: Mössinger, Manfred | Kategorie(n): Gemeinde, Heilsgeschichte, Lehre, Paulus  |  700 x gelesen

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Offenbarungsstufen des Heiligen Geistes

(Nach einem Referat auf der Brüderkonferenz 1986 der Langensteinbacherhöhe)

Es ist ja sicher allen Bibellesern klar, dass Gott Geschichte macht, eine Offenbarungsgeschichte. Das bedeutet: Er sagt am Anfang nicht alles, sondern Er enthüllt es in bestimmten Stufen. Es geht weiter in heilsgeschichtlichen Schüben. So offenbart sich Gott auch heute unter uns — es geht weiter und weiter. Gott ist nie Stagnation, nie Statik allein, sondern immer Dynamik, immer Bewegung, die weiterführt.

Ich möchte hier zunächst einen kurzen Überblick geben, so wie ich das im NT sehe:

1. Wenn wir das NT aufschlagen, dann haben wir zuerst die Evangelien vor uns. Es beginnt mit Matthäus, Markus, Lukas — diese drei ersten sind die sogenannten “synoptischen Evangelien”, die in ihrer Art (wie und was sie darstellen von Christus und vom Heiligen Geist) zusammengeschaut werden können. Sie zeigen uns die messianische Zeit in Israel, denn Jesus hat gesagt: “Das Königreich Gottes ist mitten unter euch” (Luk. 17, 21), es ist angebrochen in meiner Person. Es ist also messianische Heilszeit, die in Israel mit dem Kommen Jesu, mit dem Erscheinen des Gottes- und Menschensohnes, angebrochen ist. Jesus Christus ist erschienen, das Königreich Gottes brach an. Kranke wurden geheilt, Besessene befreit und Tote auferweckt. Das Evangelium wurde gepredigt, auch als Bußruf an Israel.

2. Es gibt einen Übergang aus der messianisch-jüdischen Heilszeit heraus und hinüber in die paulinische Zeit der Gemeinde des Leibes Christi. Das Bindeglied zwischen den drei ersten Evangelien und dem Apostel Paulus scheint mir das Johannesevangelium zu sein. Ich erinnere hier an die Kapitel 14-16, die sogenannten Abschiedsreden, sowie an die Kapitel 20 und 21, wo Johannes uns als Einziger berichtet, dass Jesus Seine Jünger schon vor Pfingsten angehaucht und ihnen Geist gegeben hat. Man fragt sich natürlich, in welche Offenbarungsstufe das hineingehört. Der Heilige Geist von Pfingsten kann es noch nicht gewesen sein, denn Er war noch nicht aufgefahren, und erst nach Seiner Auffahrt kam der Geist des Vaters und des Sohnes (Joh. 7, 39; Apg. 2, 33). Das war also eine Übergangszeit.

3. Nun kommt Pfingsten selbst. Das ist noch einmal eine messianische Gabe an das Volk Israel, und damit verbunden ist die Entstehung der judenchristlichen Gemeinde. Ich werde das nachher noch mehr aufschlüsseln.

4. Jetzt kommt die Erwartung des messianischen Reiches durch Bekehrung ganz Israels. Das wird vor allem in Apg. 2-6 ganz deutlich. Die judenchristliche Gemeinde erwartet das sofortige Hereinbrechen des messianischen Reiches unter der Voraussetzung der Bekehrung ganz Israels. In diese Phase hinein gehört wohl auch der erste Teil, die erste Phase des Lebens des Paulus nach seiner Bekehrung — ich teile das Leben des Apostels in drei Teile auf —, die Missionstätigkeit in Damaskus und in Jerusalem und dann das Verschwinden für 13 Jahre.

5. Sicher ist Euch das schon aufgefallen: Mit Kapitel 12 bricht die Apostelgeschichte mit der Tätigkeit von Johannes, Jakobus und Petrus ab; sie werden dann nur noch erwähnt, insofern sie für Paulus relevant sind. Alles andere verschweigt die Apostelgeschichte. Lukas hat uns nichts mehr über die judenchristliche Gemeinde in Jerusalem oder Judäa zu sagen, sondern er berichtet jetzt weiter, was der Apostel Paulus tut. Das wäre die zweite Phase im Leben des Apostels Paulus: Israel und Jerusalem verlieren an Bedeutung, aber sehr gewichtig wird nun das, was Paulus in der Nationengemeinde, der Leibesgemeinde tut — auf seinen drei Missionsreisen und in seiner Arbeit in drei großen Missionszentren. Das ist zunächst Antiochien, dann ist es Korinth und dann ist es Ephesus. In Antiochien hielt er sich mindestens ein Jahr lang mit Barnabas auf, später noch einmal, dann war er eineinhalb Jahre in Korinth und dann drei Jahre in Ephesus. Das waren für ihn die ganz besonderen Zentren; von da aus hat er Leibesgemeinde des Christus im paulinischen Sinn der totalen Gnade aufgebaut und dargestellt. Diese zweite Phase im Leben des Apostels Paulus wird uns vor allem in Apg. 13-28 beschrieben und auch in Gal. 1-2. In dieser zweiten Phase sind seine ersten Briefe entstanden — an die Galater und Thessalonicher, Korinther und Römer. Die zweite Phase ist noch gekennzeichnet durch den Dienst zuerst an den Juden, auch noch mit Zeichen und Wundem.

6. Dann kommt die dritte Phase im Leben des Apostels Paulus: seine Gefangenschaften. Wir denken da an die Gefangenschaft in Cäsarea und dann in Rom bis zu seinem Märtyrertod. (Es könnte durchaus sein, dass Paulus auch noch in Ephesus gefangen gesetzt war, doch darüber ist man sich nicht ganz einig.) In dieser Zeit entstanden seine Gefangenschaftsbriefe.

Nach diesem kurzen Überblick sollen uns nun die Offenbarungsstufen des Heiligen Geistes im Einzelnen beschäftigen.

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Autor: Mössinger, Manfred | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Gemeinde, Heiliger Geist, Heilsgeschichte, Israel, Lehre, Paulus, Schriftteilung  |  1,666 x gelesen

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Paulus und Jakobus

(Bearbeitet nach “Unsearchable Riches” für das “Prophetische Wort”, 1923)

Jeder Kenner des Neuen Testamentes weiß, dass hinsichtlich des Heils und der Rechtfertigung, bzw. der Frage, ob die Errettung zu erreichen sei durch Werke oder durch Werke und Glauben oder durch Glauben allein, ein Widerstreit ist zwischen der Lehre des Jakobus und der des Paulus. Man beachte nur die Nebeneinanderstellung folgender Aussprüche.

Jakobus sagt: “Also auch der Glaube, wenn er keine Werke hat, so ist er tot in sich selbst” (Jak. 2, 17); “Denn gleich wie der Leib ohne Geist tot ist, also ist auch der Glaube ohne Werke tot” (Jak. 2, 26); “Was hilft es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, dabei aber keine Werke hat? Kann ihn denn der Glaube retten?” (Jak. 2, 14); “Ward nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerechtfertigt, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar opferte?” (Jak. 2, 21); “Ihr seht nun, dass der Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht allein aus dem Glauben” (Jak. 2, 24).

Paulus dagegen sagt: “Da wir denn durch Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus” (Röm. 5, 1); “So halten wir nun dafür, dass der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt wird ohne Gesetzeswerke” (Röm. 3, 28); “Wer aber mit Werken umgeht, dem wird der Lohn nicht aus Gnaden angerechnet, sondern aus Schuldigkeit; wer dagegen keine Werke verrichtet, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet” (Röm. 4, 4.5); “Denn durch die Gnade seid ihr errettet, mittelst des Glaubens, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.” (Eph. 2, 8.9); “Nicht um der Werke willen, die wir in Gerechtigkeit getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit hat er uns errettet” (Tit. 3, 5); “Denn was sagt die Schrift? Abram hat Gott geglaubt, und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet” (Röm. 4, 3); “Wir sagen, dass der Glaube dem Abraham zur Gerechtigkeit gerechnet worden ist, nicht im beschnittenen, sondern im unbeschnittenen Zustand! Und er empfing das Zeichen der Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, welchen er schon im unbeschnittenen Zustande hatte, auf dass er ein Vater aller wäre, die in der Vorhaut glauben, damit auch ihnen die Gerechtigkeit zugerechnet würde, und Vater der Beschneidung, die auch wandeln in den Fußtapfen des Glaubens” (Röm. 4, 9-11); “Denn nicht durch das Gesetz erhielt Abraham … die Verheißung, sondern durch die Glaubensgerechtigkeit” (Röm. 4, 13).

Wenn diese beiden Reihen von Schriftaussagen einander nicht völlig widersprechen, und wenn sie nicht schlechthin sich weigern, sich so auslegen zu lassen, als ob beide Reihen dasselbe sagen wollten, so entschwindet uns die Möglichkeit, je zu einem klaren Verständnis und Gebrauch der Sprache zu gelangen. — Wir gehen nicht etwa darauf aus, einen Gegensatz zwischen Paulus und Jakobus auffinden zu wollen. Der Gegensatz liegt ohnehin schon in den beiden genannten Reihen von Schriftaussagen klar zutage. Uns liegt vielmehr daran, die rechte Auslegung beider Aussagenreihen zu suchen, denn beide sind göttlich eingegeben und unter der Leitung des Heiligen Geistes niedergeschrieben worden. Beide sind wahr; daran ist nicht zu zweifeln. Wozu aber dieser große Unterschied bei dem, was zum Heile notwendig ist?

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Autor: Ludwig, Rudolf | Kategorie(n): Paulus, Paulusbriefe, Schriftteilung, Wort Gottes (Bibel)  |  786 x gelesen

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Gemeindeprophetie

Es ist eine auffallende Tatsache, dass die besondere Geistes- oder Gnadengabe der Gemeindeprophetie heute in den geschichtlich gewordenen gottesdienstlichen Erbauungs- und Missionsversammlungen kaum mehr gefunden wird, während doch gerade dieses Charisma nach der ausführlichen Darstellung des Apostels Paulus in der Urchristenheit einen hervorragenden Platz einnahm. Wie ist das zu erklären? In der kirchlichen Theologie wird in der Lehre von den Charismen die Sache vielfach so hingestellt, als ob in der Entstehungsgeschichte der christlichen Kirche die Gabe der Weissagung wohl eine gewisse Rolle gespielt habe, aber hernach seien die besonderen Dienste der Apostel und Propheten mehr und mehr zurückgetreten. Dafür sei nun das geordnete kirchliche Amt zuständig geworden. Auf evangelischer Seite gibt es keine sogenannten Apostelnachfolger mehr wie in der päpstlichen Kirche. Ebenso ist die Gemeindeprophetie durch das Lehr- oder Predigtamt verdrängt und überflüssig geworden.

Wir fragen uns: Ist das die Anschauung der Schrift?

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Autor: Langenberg, Heinrich | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Gemeinde, Lehre, Paulus, Schwarmgeist, Versuchung & Verführung  |  879 x gelesen

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“Wenn aber Christus nicht auferweckt wurde …”

Ernste Fragen an Zweifelnde

(Nach einem Wortdienst einer Brüder-Freizeit 1969)

“Wenn aber Christus verkündigt wird, daß Er aus Toten auferweckt wurde, wie kommen denn einige in eurer Mitte dazu, zu sagen, eine Auferstehung Toter gäbe es nicht? Wenn es aber eine Auferstehung Toter nicht gibt, dann ist auch Christus nicht auferweckt worden; wenn aber Christus nicht auferweckt wurde, dann ist leer unsere Verkündigung, leer (und inhaltslos) auch euer Vertrauen! Dann werden wir (Apostel) aber auch als Lügenzeugen Gottes erfunden, weil wir im Widerstand gegen Gott bezeugt haben, daß Er den Messias auferweckt habe, den Er doch nicht auferweckt hat — wenn nämlich Tote nicht auferweckt werden. Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, dann wurde auch Christus nicht auferweckt; wenn aber Christus nicht auferweckt wurde, vergeblich ist dann euer Glaube, dann seid ihr noch in euren Sünden. Folglich sind auch die in Christo Entschlafenen verloren. Wenn wir Hoffende in Christo sind, allein auf dieses Leben ausgerichtet (oder: nur in diesem Leben), dann sind wir bemitleidenswerter als alle (anderen) Menschen!” — 1. Kor. 15, 12-19

A) Mit welchen Gegenargumenten hat es Paulus hier zu tun?

1. Behauptungen der Feinde der Auferstehungsbotschaft

Paulus redet in diesem Text von “einigen wenigen”, die durch ihre Aussagen die Gemeinde gefährden. Da könnten wir sofort fragen, ob das denn wirklich so schlimm ist, wenn in der Christusgemeinde “etliche” etwas Falsches lehren; wir Brüder werden ja manches Mal zu Recht gefragt, wenn wir gegen irgendeine Lehrmeinung zu Felde ziehen: Warum verschwendest du so viel Munition im Kampf mit einer Lehre, die höchstens einige hundert “Anhänger” auf der Welt hat?! Könnte man so nicht auch den Apostel fragen? Ich glaube nicht. Denn jene Handvoll Leute gefährdeten damals und gefährden heute, da ihre Zahl längst angewachsen ist, die Wahrheit Gottes, unseren Glauben und unser Zeugnis an einer ganz zentralen Stelle. Aus dem geringen Anbruch könnte eine Gefährdung für die Gesamtgemeinde entstehen, die “um sich frißt wie ein Krebs”, wie Paulus es einmal an anderer Stelle sagte. So will der Apostel Christi Jesu hier den Anfängen einer höchst gefährlichen Verirrung wehren, die erst in unseren letzten Tagen ihre volle Ausreife erfahren sollte.

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Lehre, Paulus, Paulusbriefe  |  836 x gelesen

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Das paulinische Zeugnis vom Reiche Gottes

»Siegesfürst und Ehrenkönig,
höchst verklärte Majestät,
alle Himmel sind zu wenig,
Du bist drüber hoch erhöht;
sollt’ ich nicht zu Fuß Dir fallen,
und mein Herz vor Freude wallen,
wenn mein Glaubensaug’ betracht’
Deine Glorie, Deine Macht?«

So singen wir tiefbewegt; als Erstlinge Seiner Schöpfung dürfen wir schon jetzt das Ziel aller göttlichen Heilsplanung vorwegnehmen, indem wir vor JESUS unsere Knie beugen und unsere Zungen — zur Verherrlichung Gottes, des Vaters — frohlockend bekennen: Allherr (kyrios) ist Jesus, der Messias! In dieses Christus- und Gotteslob werden einmal in der Vollendung aller Heilszeiten alle Himmlischen, Irdischen und Unterirdischen einstimmen (Phil. 2, 10-11).

Aber sollten wir den Christus nicht lieber als das Haupt Seiner Gemeinde statt als deren König bekennen? Solche Unterscheidung kann nur menschlichem Denken entspringen; denn ebenso, wie der Herr das HAUPT Seiner Gemeinde ist, ist Er auch der KÖNIG Seines Reiches und der BRÄUTIGAM Israels. Und weil wir als Gemeinde der Erstlinge das Vollzugsorgan Seines Leibes bilden, gehören wir auch zu Seiner königlichen Herrschaft; ja, wir werden in kommenden Weltzeiten mit Ihm als Könige herrschen und als Priester dienen, wenn anders wir hier mit Ihm gelitten haben. Nach unserer Auferstehung, Verwandlung und Entrückung werden wir einmal nach 1. Thess. 4, 17 »allezeit zusammen mit dem Herrn sein«, wie es eigentlich heißt. Wir werden also teilnehmen an allen Seinen künftigen Ämtern und Vollendungsaufgaben — gewiß auch bei der sichtbaren Ausgestaltung Seines Reiches und bei der Wiederherstellung Israels durch Ihn, den Bräutigam. Die Heiligen werden einmal »Engel richten«, aber auch »die Welt«, wie aus 1. Kor. 6, 2.3 hervorgeht, und ihr Dienst wird sich nicht auf himmlische Aufgaben beschränken.

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Lehre, Paulus, Paulusbriefe  |  640 x gelesen

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Paulus im Urteil seiner Zeitgenossen

Der Name des Apostels Paulus hat heute in den Kreisen der Gläubigen einen guten Klang. Immer klarer wird die Höhe und Herrlichkeit seiner Sonderbotschaft für die Glieder des Leibes Christi verstanden und gelehrt. Und selbst solche, die für sein Fülleevangelium kein geöffnetes Ohr und Herz haben, sehen doch in dem Apostel ein gesegnetes Werkzeug Gottes, den begnadetsten und fruchtbarsten aller Diener Christi, der durch seine Reden und Reisen den Kulturzustand seiner Zeit wesentlich beeinflusste und wie kaum ein zweiter ein Lehrer und Erzieher der Menschheit wurde.

Es gibt weder in der heiligen noch in der weltlichen Literatur erschöpfende Quellen, die uns eine lückenlose Darstellung der Tätigkeit des Paulus verschaffen. Die Apostelgeschichte und seine eignen Briefe sind wohl die wichtigsten Urkunden, aus denen sich ein Bild seines Wesens und Wirkens ergibt. Beim aufmerksamen Durchlesen dieser heiligen Bücher drängt sich uns nun die seltsame Tatsache auf, dass der Apostel Paulus von seinen Zeitgenossen keineswegs so beurteilt wurde, wie wir heute geneigt sind zu glauben. Und das nicht nur von den Feinden Christi, mit denen er in Berührung kam! Nicht nur Juden und Nationen, sondern gerade die Gemeinden, zu denen er persönliche Beziehungen hatte, lehnten ihn zum großen Teil ab.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Paulus  |  366 x gelesen

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Paulus — Ein Modell Gottes

“Das Wort ist gewiß und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu erretten, von welchen ich der erste bin. Aber darum ist mir Barmherzigkeit zuteil geworden, auf dass an mir, dem ersten, Jesus Christus die ganze Langmut erzeige zum Vorbild für die, welche an ihn glauben werden zum ewigen Leben” (1. Tim. 1, 15.16).

Unser Herr hat als das fleischgewordene Wort Gottes zu Israel geredet. Er kam in sein Eigentum und zeltete unter den Seinen. Sehr klar und unmißverständlich betont er, dass er nur gesandt sei zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Damit waren seine Heilsaufgaben natürlich keineswegs erschöpft: er hat weit darüber hinaus Rettungsaufträge kosmischen Umfangs. Denn außer Israel gab und gibt es ja auch noch Nationen auf der Erde, und neben und über den Völkern existieren ja noch gewaltige Welten des Lichts und der Finsternis, die sich aus Engeln und Menschen zusammensetzen.

So wird uns bezeugt, dass zur heiligen Festgemeinde, die jetzt in der Stadt des lebendigen Gottes, in dem himmlischen Jerusalem versammelt ist, nicht nur zehntausende von Engeln, sondern auch eine herausgerufene Wahl von Erstgeborenen, Geister vollendeter Gerechter, ja der Herr Jesus selbst, zählen (Hebr. 12, 22­-24). Welch eine wunderbare Einheit, welch ein herrlicher Organismus ist da geschaffen, mit dem wir in unsern streng und scharf geschiedenen oder auch wahllos vermengten biblischen Begriffen kaum etwas anzufangen wissen!

So, wie nun einstens der Herr zu Israel redete, so spricht er jetzt als verklärtes und verherrlichtes Haupt seiner Gemeinde durch den Apostel Paulus zu den Nationen. Möchten wir doch einmal, nein, nicht nur einmal, sondern immer wieder Eph. 5, 1­9 betend lesen und wirklich glauben! Immer neues Licht und tiefere Freude würden uns erleuchten und beseligen. Sagt der Sondergesandte Christi, der Nationenapostel, nicht, dass er Gnade und Aposteltum empfangen hat für Jesu Christi Namen zum Glaubensgehorsam unter allen Nationen (Römer 1, 5)? Und schließt nicht das gewaltige Schreiben des Römerbriefes in seinen letzten drei Versen mit dem Zeugnis unübertrefflicher Deutlichkeit: “Dem, der euch zu befestigen vermag nach meinem Evangelium, der Verkündigung von Jesu Christo entsprechend der Offenbarung des Geheimnisses, das in den Zeiten der Äonen verschwiegen war, jetzt aber geoffenbart und durch prophetische Schriften, nach Befehl des ewigen Gottes, zum Glaubensgehorsam an alle Nationen kundgetan worden ist, dem allein weisen Gott durch Jesum Christum; ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.”

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Paulus  |  334 x gelesen

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Deshalb beuge ich meine Knie! — Das zweite Gemeindegebet des Apostel Paulus im Epheserbrief

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung
Dieserhalb beuge ich meine Knie
Der Vater aller Vaterschaften
Der Geber aller Kraft
Christus im Herzen wohnend
Die vier Dimensionen der Liebe Gottes
Erfüllt zur ganzen Gottesfülle
Über alle Maßstäbe hinaus
Ihm sei die Herrlichkeit


.

Einleitung

Eine der vier Hauptwurzeln, aus denen nicht nur die Urgemeinde (Apg. 2, 42), sondern auch die Heilskünder und Offenbarungsträger und die Heilskörperschaften aller Zeitalter ihre Ewigkeitskräfte zogen, ist das Gebet.

Wer auf dem Wege, den der Heilsplan Gottes uns weist, nicht versagen und liegenbleiben will, muß in gleicher Weise, wie es die Erstlinge und Glaubensväter taten, verharren in

  1. der Lehre der Apostel,
  2. der Gemeinschaft,
  3. im Brechen des Brotes,
  4. in den Gebeten.

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Gemeinde, Lehre, Paulus, Paulusbriefe  |  484 x gelesen

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Das Vollendungsgeheimnis der Leibesgemeinde: “Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit” (2)

9. Der Inhalt des Geheimnisses: “Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit”

“… welches ist: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.”

Die Schöpfung steht zu dem Schöpfer in einem Verhältnis totaler Abhängigkeit. Er war, ehe wir waren, und Er kann sein ohne uns. Seine Existenz war und ist nicht abhängig von dem Dasein der Geschöpfe. Er war vor allem und bedurfte unser nicht, um zu sein; denn Er ist der Seiende in Sich Selbst, der da war und daher nicht erst zu werden brauchte, der Ewige, der Unwandelbare, der Lebendige, der allein Unsterblichkeit hat, der Unvergängliche, der Unverwesliche, der Vollkommene, der allein Gute, der Gerechte, der Heilige, der Herrliche, der Vater des Lichtes, bei dem es keinen Schatten eines Wechsels gibt.

Wir aber sind durch Ihn geworden und können ohne Ihn nicht sein. In unserem Dasein und unserer Existenz sind wir völlig abhängig von Ihm. Wir bedürfen Seiner, um zu werden, und nun, da wir geworden sind, bedürfen wir Seiner ebensosehr, um zu sein und zu bleiben. Wenn bei Ihm keinerlei Wechsel stattfindet, so ist bei uns der Wechsel das einzig Ständige hienieden. Nichts ist hier bleibend. Alles altert, wandelt sich, zerfällt, vergeht; alles ist unvollkommen, sterblich, vergänglich.

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Gemeinde, Lehre, Paulus  |  344 x gelesen

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