Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Acht göttliche Gewißheiten

“Die Menschen verschmachten vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen”, sagt der Herr im Blick auf die Endzeit (Luk. 21, 26). Ist diese Zeit schon im Anbruch? Über dieses Problem wird viel geredet und geschrieben. Fragen wir uns aber zuerst einmal, ob es in dieser Zeit der Furcht und ängstlichen Erwartung überhaupt noch wirkliche Gewißheiten gibt. Ist nicht vieles, was gesprochen und gedruckt wird, Schwärmerei und religiöse Selbsttäuschung? Diese Frage ist durchaus berechtigt, denn der Herr spricht gerade im Blick auf die Letztzeit von “vielen falschen Propheten”, die in frommem Gewande auftreten.

Darum gilt es nüchtern zu sein, allein auf dem untrüglichen, gottgehauchten Wort heiliger Schrift zu stehen und dabei genauestens zu verharren. Wenn wir das nicht tun, verfallen wir dem Formalismus und Rationalismus, dem Liberalismus und Atheismus. Das aber ist Abfall von dem lebendigen Gott, der gesagt hat, daß Himmel und Erde, nicht aber Seine Worte vergehen werden.

Wir wollen im folgenden von acht göttlichen Gewißheiten sprechen. Wenn wir nicht von Gewißheiten schlechthin, sondern von Stufen göttlicher Gewißheiten reden, so soll damit gesagt sein, daß auch unser Glaubenswachstum sich nach “Naturgesetzen in der Geisteswelt” vollzieht.

Das hat auch der Herr Jesus bezeugt, wenn Er in Mark. 4, 26-29 sagt: “So ist das Reich Gottes, wie wenn ein Mensch den Samen auf das Land wirft und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same sprießt hervor und wächst, er weiß selbst nicht, wie. Die Erde bringt von selbst Frucht hervor, zuerst Gras, dann eine Ähre, dann vollen Weizen in der Ähre. Wenn aber die Frucht sich darbietet, so schickt er alsbald die Sichel, denn die Ernte ist da.”

Gras, Ähre, voller Weizen heißen die Stufen natürlichen Wachstums. Im Göttlich-Geistlichen ist es ebenso. Auch bei uns, den Gliedern des Körpers Christi, geht alles wachstümlich. Wo das nicht der Fall ist, gibt es keine wesenhafte, bleibende Frucht. Wer göttliche Sterbens- und Wachstumsprozesse überspringen will, wird meist schon hier auf Erden, bestimmt aber dort vor der Preisrichterbühne Christi oder dem großen, weißen Gerichtsthron Gottes ungeahnte Enttäuschungen erleben. Davon redet die Schrift sehr ernst. Wer z. B. seinem Bruder nicht vergeben will, wähne ja nicht, Vergebung von Gott zu haben! Und wer seinen Bruder nicht lieben will und kann, behaupte ja nicht, er sei aus dem Tode zum Leben gelangt!

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Gemeinde, Lehre  |  721 x gelesen

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Die Berufung Abrahams (1)

Historisch, erbaulich, prophetisch und symbolisch betrachtet

Einleitung

Gott wohnt in einem unzugänglichen Licht, da niemand hinkommen kann. Ohne eine Offenbarung Seinerseits wäre die Menschheit nie zu einer Erkenntnis Seines Wesens und Seines Willens gekommen. Wir würden heute noch alle an der Stelle stehen, auf der die Heiden vor der Erscheinung des Lichtes der Welt standen. Unsere Erkenntnis wäre allein über Seine Wohnung, jenes unzugängliche Licht, geringer, als über einen der immerhin noch wahrnehmbaren Sterne der Milchstraße. Noch weniger aber wüßten wir über Ihn selbst. In Dunkel und Finsternis müßten wir tastend unseren Weg gehen, die Seele erfüllt von dem hoffnungslosesten Nichtwissen über das “Woher”, das “Wozu” und das “Wohin”. Und alle, die Ihn tastend suchen und fühlen und finden möchten, müßten über ihre Altäre schreiben: “Dem unbekannten Gott” (Apg. 17, 22-31).

Aber Sein Wesen ist Liebe. Darum kann Er nicht verborgen bleiben. Liebe braucht einen Gegenstand, an dem sie sich auswirken kann, ohne Rücksicht auf den Wert desselben. Die Inbrunst Seiner Liebe bewog Ihn, aus Seiner Gottes-Einsamkeit herauszutreten. Er rief eine Welt ins Dasein, die Ihm in ihrer Schöpfung, Erlösung und dereinstigen Vollendung Gelegenheit gab und gibt, alles, was an Allmacht und Weisheit, an Gerechtigkeit und Heiligkeit, an Gnade und Liebe in Ihm ist, kund und offenbar zu machen.

Diese Offenbarung hat zwei Seiten, eine darstellende und eine beschreibende:

  1. Die darstellende Offenbarung Gottes ist der Sohn Gottes (Joh. 1, 18; 10, 30; 14, 9).
  2. Die beschreibende Offenbarung Gottes ist Sein Wort (Joh. 5, 39 und Apg. 10, 43 u. v. a.).

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Erwählung, Glaubensleben & Wandel, Lehre  |  1,437 x gelesen

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Die Berufung Abrahams (2)

Die praktisch-erbauliche Bedeutung

Was hat uns die Geschichte Abrahams zu sagen? — Welchen Wert hat sie für unser praktisches Leben? — In welcher Weise dient sie zu unserer Erbauung, oder welchen moralischen Nutzen haben wir von ihrer Betrachtung?

Die Schrift gibt uns in Galater 3, 9 eine Antwort auf diese Fragen. Alle Gläubigen werden mit dem gläubigen Abraham gesegnet. Er ist das Musterbeispiel, an dem Gott Seinen Grundsatz zur Darstellung brachte: “Gerechtfertigt aus Glauben.” Wer auf die Rechtfertigung aus Glauben Anspruch erhebt, tut gut, sich die göttliche Erziehungsweise am Leben Abrahams anzusehen. In derselben Weise erzieht Gott alle Gläubigen, mögen die Umstände in ihrem Leben noch so verschieden sein. “Es ist aber nicht allein seinetwegen geschrieben, daß es ihm zugerechnet werden soll …” (Röm. 4, 23.24, siehe auch das ganze Kapitel).

So deutlich fordert uns Gott auf, das Leben Abrahams glaubend zu erforschen! Dieser Hinweis ist beschämend genug für uns, weil darin die ausgesprochene Voraussetzung liegt, daß wir von Natur aus daran gewöhnt sind, die Geschichten des Alten Testamentes rein historisch zu lesen, so, als ob sie alle nur die dort genannten Personen angingen. Und doch bekommt der Timotheus gesagt, daß in dem Wissen dieser alttestamentlichen Schriften ein großes Vermögen steckt, eine Macht, die wirksam wird zu unserem Heil, wenn sie nur glaubend erkannt und angewandt wird. Denn alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützt uns zu mancherlei Teilzwecken, auf daß der eine große Endzweck Gottes mit uns erreicht werde, den Gottmenschen in uns vollkommen zu machen, zu jedem guten Werke völlig geschickt (2. Tim. 3, 15-17).

Schon dieser umfassende Hinweis auf sämtliche Schriften des Alten Testamentes sollte uns genügen, das Leben Abrahams nach der Seite zu betrachten, welchen Wert es für die Entwicklung des Glaubenslebens in uns hat. Wieviel mehr aber sollte uns die obengenannte Stelle in Römer 4 direkt dazu anleiten, dieses Musterbeispiel Gottes für die Erziehung des Glaubens genau zu erforschen; denn es ist ja nicht allein seinetwegen geschrieben, sondern auch unsertwegen.

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Erwählung, Glaubensleben & Wandel, Lehre  |  769 x gelesen

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Was sagt die Schrift vom Adler?

(Nach einer Tonbandaufnahme eines Dienstes in Hamburg)

Meine Brüder, meine Schwestern, ihr Heiligen und Geliebten in Christo Jesu!

Wenn ich im Laufe dieser Woche heute zum letztenmal zu euch reden darf, so tue ich es freudig bewegten Herzens. Ich weiß, daß die Botschaft von dem ganzen Christus, dem Haupt und den Gliedern, euch aufleuchtete und lebendig wurde. Gott ließ Sein Wort uns groß und kostbar werden. Heute nachmittag sahen wir, daß oft in zwei bis drei Versen der Schrift das ganze Heilsprogramm niedergelegt ist. Wir haben erkannt, daß das Alte und Neue Testament von Christus zeugt und uns das Strahlbild des Sohnes Gottes erkennen läßt, und wie scheinbar nebensächliche Bemerkungen große Bedeutung gewinnen, wenn uns erst einmal das Auge des Geistes dafür geöffnet ist.

Laßt mich nun versuchen, euch noch ein Schlußwort zu sagen, indem ich euch zeige, wie Gott rettet, leitet und vollendet. Dazu möchte ich eines der Hunderte von Bildern zugrunde legen, die die Schrift anwendet.

Hören wir ein Wort aus 2. Mose 19, 4: “Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe, wie ich euch getragen auf Adlers Flügeln und euch zu mir gebracht habe.” Gott vergleicht sich hier mit einem Adler. Halten wir das zunächst einmal fest. Dazu lese ich 5. Mose, 32, 11: “Wie ein Adler sein Nest zerstört”, so heißt es wörtlich, also nicht aufstört, sondern zerstört, “über seinen Jungen schwebt, seine Flügel ausbreitet, sie aufnimmt, sie trägt auf seinen Schwingen, so leitete ihn der Herr allein.” Der Adler zerstört sein Nest, damit die Jungen herauspurzeln und fliegen lernen. Verstehen wir jetzt in unserem Leben manches Weh, manche dunkle Führung, die wir früher nicht begreifen konnten? Hat Gott auch dir das Nest deiner Behaglichkeit und deine natürlichen Sicherungen weggenommen, damit du dich ganz auf Ihn und auf nichts anderes verlassen lernst?

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Lehre  |  1,619 x gelesen

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Auserwählung

1. Eine Unterschlagung

Wir können uns gegen Mitmenschen verschulden, indem wir ihnen beglückende Wahrheiten vorenthalten. Paulus bezeugt vor den Ältesten der Gemeinde zu Ephesus (Apg. 20, 27):

“Ich bin rein von dem Blute aller; denn ich weiche nicht davon zurück, euch kundzutun den gesamten Ratschluß Gottes.” Was er diesen Gläubigen noch nicht kundgetan hatte, das schrieb er ihnen später mit deutlichen Worten in einem Rundbrief, den wir als Epheserbrief bezeichnen. Paulus weiß sich also schuldig am Blute der Gläubigen, falls er ihnen nicht den gesamten Ratschluß Gottes, “das Geheimnis Seines Willens” (Eph. 1, 9) kundtut.

Mit diesem Aufsatz möchte ich auf eine Wahrheit hinweisen, die man weitgehend unterschlagen hat und unterschlägt: das Wort von der Auserwählung. Von früher Jugend an habe ich in sieben Jahrzehnten fast jeden Sonntag und oft auch während der Woche Gottes Wort gehört. Doch besinne ich mich nicht, daß ich je irgendwo — sei es in der Sonntagsschule, in einer Bibelstunde oder in einer kirchlichen oder außerkirchlichen Versammlung — ein deutliches Wort über Auserwählung gehört hätte. Offenbar hat man sich gescheut, davon zu reden, und den billigsten Ausweg gewählt, indem man diese Wahrheit einfach umging.

Und doch steht das Wort von der Erwählung nicht nur irgendwo versteckt am Rande der biblischen Botschaft. Groß und deutlich tritt es uns im Alten und viel mehr noch im Neuen Testament entgegen.

So steht das Wort “auserwählen” (griechisch: eklegesthai) im Neuen Testament 20-mal, dreimal in den Schriften des Paulus. Nur ein einziges Mal handelt es sich dabei um rein menschliches Wählen, den fleischlichen Wünschen des Herzens entsprechend (Luk. 14, 7); einige Male wird es vom Wählen der Gläubigen, die sich bewußt unter die Leitung Gottes stellten, in den weitaus häufigsten Fällen aber vom Auserwählen Gottes gebraucht. — Den Ausdruck “Auserwählter” (griechisch eklektos) treffen wir im NT 22-mal, davon sechsmal in den Paulusbriefen. — “Auswahl” oder “Auserwählung” (eklogä) aber kommt siebenmal vor, und zwar fünfmal bei Paulus. — Im ganzen zählen wir die Worte auswählen, Auserwählter und Auswahl im Neuen Testament 49-mal, 14-mal allein in den Paulusbriefen, die uns ja ganz besonders interessieren, da sich ihr Schreiber deutlich als Apostel der Nationen bezeichnet.

Schon die Häufigkeit der Worte, die von Auserwählung reden, sollte uns eine Mahnung sein, daß wir uns gründlich damit auseinandersetzen. Zudem gibt es noch andere Ausdrücke, die indirekt die Auserwählung der Gläubigen bezeugen. Die Gemeinde wird ja durchweg bezeichnet als die Ekklesia, das heißt wörtlich übersetzt: die herausgerufene (Gemeinde). Das weist ebenfalls auf Auswahl hin. Jedes Glied dieser Gemeinde ist auch ein Berufener neben andern, die nicht berufen sind.

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Autor: Käser, Hans | Kategorie(n): Erwählung, Heilsgeschichte, Lehre  |  906 x gelesen

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Wasser und Geist

Wo die Gewalt der Finsternismächte gebrochen wird, indem der Geist Gottes sie austreibt und die aus ihrer Macht Befreiten unter die Herrschaft Gottes stellt, da ist Reich Gottes (Matth. 12, 28; Luk. 11, 20). Das Mittel, durch das der Geist den Herrschaftsanspruch Gottes kundtut und dem Sklavenhalter befiehlt, sein Opfer loszulassen, ist das Wort. Der Hauch des Mundes, das an den Geist gebundene Wort, ist das Schwert, mit dem der Herr Seine Feinde schlägt. Dies muß der Antichrist beim Kommen des Herrn zunächst erfahren (2. Thess. 2, 8); dann aber auch alle Nachfolger des falschen Christus (Offb. 1, 16; 2, 16; 19, 15; vgl. auch 1. Kor. 10, 20). Das Wort Gottes ist ein wesenhaftes Wort, die Wahrheit oder Wirklichkeit und darum auch ein Schöpfungswort, durch das Er alles wirkt. “Wenn Er spricht, so geschieht’s, und wenn Er gebietet, so steht’s da” (Psalm 33, 9; 147, 18; 148, 5). Durch Sein Wort tut Er Seinen Willen kund, und dem vermag niemand zu widerstehen. Auf Sein Wort hin geben die Weltbeherrscher der Finsternis ihre Opfer frei. Die Dämonen fahren aus, sobald der Herr es ihnen befiehlt (Mark. 1, 27; Luk. 4, 36; 8, 29-33), und der Gott und Fürst dieser Welt, Satan (2. Kor. 4, 4), muß sich wegheben, wenn das Wort Gottes es gebietet (Matth. 4, 10.11; Joh. 12, 31; 14, 30; 16, 11). “Ein Wörtlein kann ihn fällen.”

Überall da, wo die Herrschaft der Zwischenmächte aufhört und Gott selbst die Herrschaft übernimmt, ist Reich Gottes. Es ist also kein äußeres Reich, das mit äußeren Gebärden kommt, d. h. so, daß man es beobachten könnte (Luk. 17, 20), sondern die Aufrichtung der Herrschaft Gottes in den Herzen. Wer diese Herrschaft Gottes anerkennt, wer Jesus als Herrn bekennt, der ist ein Glied dieses Reiches, ganz einerlei, welche Berufung ihm zuteil wurde oder zu welcher Heilskörperschaft er gehört.

Im Gegensatz zum Reiche Gottes kommt das Königreich des Sohnes äußerlich sichtbar und ist auch zeitlich begrenzt. Auf der alten Erde dauert es 1000 Jahre und auf der neuen Erde so lange, bis Er alles dem Vater zurückgebracht und untertan gemacht hat. Dann unterwirft sich der Sohn selbst dem Vater, auf daß Gott sei alles in allem.

Reich Gottes ist also überall da, wo Gott unmittelbar die Herrschaft ausübt. Wer diese Herrschaft anerkennt, gehört zu Seinem Reiche. Darum gehören die Glieder der Leibesgemeinde ebensogut zum Reiche Gottes wie die Gläubigen auf früheren oder späteren Berufungslinien. Der Unterschied in der Berufung besteht ja nicht darin, daß man zu einem anderen Reiche gehört, sondern darin, daß man in demselben Reiche verschiedene Aufgaben hat, verschiedene Dienste und Berufe ausübt, eine andere Stellung einnimmt, einer anderen Heilskörperschaft angehört. Darum predigt Paulus das Reich Gottes genausogut wie jeder andere Apostel, ja, mehr als alle (Röm. 14, 17.18; 1. Kor. 4, 20; 6, 9.10; 15, 50; Gal. 5, 21; Eph. 5, 5; Kol. 4, 11; 1. Thess. 2, 12; 2. Thess. 1, 5; 2. Tim. 4, 1.18), denn die andern Apostel erwähnen das Reich fast gar nicht, sondern nur einmal in Jak. 2, 5. Dies ist gut zu verstehen, denn in diesem Reiche, das nicht mit äußeren Gebärden kommt, ist die Leibesgemeinde die erste Heilskörperschaft, die als Organismus von innen her durch den Geist geleitet ist und nicht als Organisation mit äußeren Machtmitteln erscheint. — Das Reich Christi aber erwähnen die andern auch (vgl. Apg. 1, 6; 2. Petr. 1, 11; Offb. 11, 15; 20, 4).

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Lehre, Verwandlung & Erstattung  |  766 x gelesen

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Zielführende göttliche Botschaften

(Nachschrift eines Wortdienstes in Berlin)

Meine Brüder und Schwestern, ihr Heiligen und Geliebten und Auserwählten Gottes!

Von der Zielführung Gottes wollen wir heute sprechen und auch davon, welcher Mittel sich Gott bedient, um uns zum Ziele zu führen. Er gebraucht dazu verschiedene Botschaften. So wie etwa in der Zeitung die verschiedensten Nachrichten stehen — politische, wirtschaftliche, sportliche usw. —, so ist auch unser Gott bemüht, durch Seinen Heiligen Geist und Sein lebendiges Wort die verschiedenartigsten Botschaften auf die verschiedenartigste Weise in uns hineinzuprägen, damit wir zum Ziel gelangen. Gestattet, daß ich heute einmal etwas bezeuge, was ihr in dieser Art vielleicht selten oder nie hört, was aber die Schrift ganz klar und wunderbar uns aufleuchten läßt.

1. Eu-angelion = Frohe Botschaft, Freudenbotschaft

Zunächst ist jede göttliche Botschaft, sowohl Gnaden- als auch Gerichtsbotschaft, ihrem innersten Wesen nach frohe Botschaft, seligmachende Nachricht. Der Oberbegriff für alles, was Gott uns zu sagen hat, ist daher in dem Wort “Evangelium” = “Frohe Botschaft” enthalten. Und diese Botschaft, die unser Herz gewonnen hat, uns beglückt und löst und froh macht in allen Ängsten und Traurigkeiten, ist in verschiedener Hinsicht eine froh machende Botschaft:

a) für den Empfänger. Wer diese Botschaft empfängt, wird froh. Ein Mensch, der von ihr erfaßt und erfüllt oder gar überströmend geworden ist, der ist ein froh gewordener Mensch.

b) Aber auch für den Vermittler ist diese Botschaft eine frohe Botschaft, das heißt für den, der sie den anderen bringt — für den Boten des Evangeliums.

“O Gott, wie muß das Glück erfreun,
der Retter einer Seele sein”,

heißt es in einem Lied. Die frohe Botschaft macht nicht nur den Empfänger, sondern auch den Vermittler froh, und es gibt kein größeres Glück, als wenn wir Menschen zur Heilsgewißheit, Lösung und bleibenden Freude führen oder gar zum Werkzeug Gottes machen dürfen.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Lehre  |  357 x gelesen

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Versiegelt durch den Heiligen Geist

Der Reichtum des Christus ist unausforschlich. Darum sind uns Seine Schätze zum großen, vielleicht sogar zum größten Teil noch verborgen. Von den unermeßlichen Gaben und Gütern Gottes, von Seinen unaussprechlichen Freuden und Wonnen haben wir nur sehr wenig erkannt und geschmeckt. Denn das meiste davon ist ja noch zukünftig und wird jetzt nur anbruchweise ins Herz und Leben gelegt, da wir in diesem Leibe der Schwachheit und Niedrigkeit den Vollgenuß Seiner Seligkeit und Herrlichkeit gar nicht zu ertragen vermöchten.

Aber es gibt auch göttliche Gewißheiten und heilige Gnadenreichtümer, deren wir uns jetzt schon erfreuen dürfen, da deren Besitz und Genuß zu der Vollausrüstung der Heiligen für die Gegenwart gehört. Daß der Feind, der sehr wohl weiß, was die Vollendung der Gemeinde des Leibes Christi für ihn bedeutet, mit allen Mitteln zu verhindern sucht, daß die Gläubigen in den Vollumfang ihrer Berufung und Segnung hineinwachsen und dadurch in Christi Art und Wesen praktisch hineingestaltet werden, ist leicht ersichtlich. Hat er doch in der natürlichen Trägheit unseres Fleisches seinen besten Bundesgenossen. —

Zu den Aufgaben und Gnaden, die uns von Gott gegeben sind und um die wir wissen dürfen und sollen, gehört auch das, was die Schrift Versiegelung nennt. Lesen wir nur zwei Schriftzeugnisse darüber: Eph. 1, 13.14 und 2. Kor. 1, 21.22. “Nachdem ihr gehört habt das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, seid ihr in Ihm, nachdem ihr geglaubt habt, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung, welcher das Unterpfand unsres Erbes ist, bis zur Erlösung des erworbenen Besitzes zum Preise Seiner Herrlichkeit … Gott hat uns versiegelt und hat das Pfand des Geistes in unsre Herzen gegeben.”

Hier ist zunächst gar nicht die Rede davon, was wir zu tun haben, sondern was Gott selbst getan hat. Das ist von großer Wichtigkeit. Denn in unsrer religiösen Verblendung meinen wir immer, wir müßten uns gewaltig anstrengen und irgendetwas Großes leisten, um dadurch Gottes Zuneigung zu erringen. Wir wähnen, durch Reue und Zerknirschung, durch Buße und Glauben unser Heil zu bewirken.

Das ist jedoch eine überaus gefährliche Schwerpunktverlagerung, die unsern Gott völlig mißversteht und uns niemals von Herzen frei und froh werden läßt. Weit mehr Menschen als wir wissen unterliegen dieser Gefahr und quälen nicht nur sich, sondern in bester Meinung durch eine gesetzliche, ichverhaftete Haltung auch andere. In redlicher Absicht und mit dem reinsten Wollen versuchen sie Gottes Gnade zu erwerben, um so des Heils und schließlich der Herrlichkeit teilhaftig zu werden. Es sind dies durchaus keine hochmütigen Pharisäer, sondern meist treue, selbstlose Menschen. Sie sind in allen religiösen Kreisen christlicher und außerchristlicher Prägung zu finden. Wie werden wir einmal staunen, wenn wir erkennen werden, wie groß die Zahl derer ist, die unter Römer 2, 6.7.10 fallen, die höchste Ziele verfolgten, ohne auf Erden zur Gewißheit und Freude des vollen Heils durchgebrochen zu sein! —

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Gemeinde, Heiliger Geist, Lehre  |  1,030 x gelesen

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Weltweisheit und Gottesgeist

“Und ich, als ich zu euch kam, Brüder, kam ich nicht nach Vortrefflichkeit der Rede oder Weisheit, euch das Zeugnis Gottes verkündigend. Denn ich hielt nicht dafür, etwas unter euch zu wissen, als nur Jesum Christum, und ihn als gekreuzigt. Und ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und in vielem Zittern; und meine Rede und meine Predigt war nicht in überredenden Worten der Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, auf daß euer Glaube nicht beruhe auf Menschen-Weisheit, sondern auf Gottes-Kraft. Wir reden aber Weisheit unter den Vollkommenen, nicht aber Weisheit dieses Äons (Zeitlaufs), noch der Fürsten dieses Äons, die zunichte werden, sondern wir reden Gottes Weisheit in einem Geheimnis, die verborgene, welche Gott zuvorbestimmt hat, vor den Zeitaltern (= Äonen), zu unserer Herrlichkeit; welche keiner von den Fürsten dieses Zeitlaufs (= Äons) erkannt hat (denn wenn sie dieselbe erkannt hätten, so würden sie wohl den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt haben), sondern wie geschrieben steht: ‘Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.’ Uns aber hat Gott es geoffenbart durch seinen Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes. Denn wer von den Menschen weiß, was im Menschen ist, als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? Also weiß auch niemand, was in Gott ist, als nur der Geist Gottes. Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, auf daß wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind; welche mir auch verkündigen, nicht in Worten, gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in Worten, gelehrt durch den Geist, mitteilend geistliche Dinge durch geistliche Mittel. Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird; der geistliche aber beurteilt alles, er selbst aber wird von niemand beurteilt, denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, der ihn unterweise? — Wir aber haben Christi Sinn.” (1. Kor. 2, 1-16)

Gott ist Geist. Geist ist das unerschaffene Licht-Kraft-Wesen Gottes. Geist ist Wahrheit, unwandelbare Gotteswirklichkeit, ewige Wesenheit, in sich selbst seiende und bestehende Wesenhaftigkeit.

Alles, was Gott tut, schafft er durch die Lichtkraftfülle des Geistes. Geist ist die Kraft, durch die er alles ins Dasein ruft und alles durch die Fehlentscheidungen der Geschöpfe Entartete wieder erneuert und verwandelt und seiner gottgemäßen Bestimmung zuführt.

Zu Beginn des Sechstagewerks brütete der Geist Gottes über den Wassern. Sein lebendiges, lebenschaffendes Wirkewort: “Es werde Licht!” genügte, um aus dem Chaos der Materie, dem Tohu-wa-bohu des Urschlamms und aus der Finsternis der Tiefe das Licht hervorstrahlen zu lassen (1. Mose 1, 2). Der Hauch des Geistes: “Die Erde bringe hervor …” ließ die Schollen des Erdkreises ergrünen und aufblühen und fruchten. Ebenso erregte sich durch den lebenwirkenden Geisthauch das Wasser vom Gewimmel lebendiger Seelen und aus der Erde kamen die lebendigen Wesen hervor, wie der Geist wollte. Den Menschen aber machte er zum Träger seines Geistes und hauchte ihm denselben ein. So entstand alles durch die lebenschaffende Kraft des Geistes.

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Heiliger Geist, Lehre, Zeitgeist  |  656 x gelesen

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Gottes Zorn und Liebe

Immer wieder hat man in Gottes Sein und Wesen Zwiespältigkeit hineinzutragen versucht, indem man seinen Zorn gegen seine Liebe ausspielte und ihn so in das verfinsterte Vernunftlicht menschlicher Philosophie rückte. Die Folge war, daß man immer wieder an ihm irre werden mußte, da man seinen ureigentlichen Charakter nicht erkannte.

Das war schon Satans Taktik im Paradies! Er schrieb Gott eine Gesinnung zu, die diesem gar nicht eignete, und erreichte, daß der Mensch seinem Schöpfer mißtraute und so in Ungehorsam verfiel. Ist es heute im tiefsten Grunde anders? Wir wähnen, Gott wolle uns um letzte und höchste Lustgewinne betrügen und suchen diese deshalb auf eigenwilligen Wegen des Ungehorsams zu erreichen. Das aber ist unser Verderben, denn so verfallen wir dem Betrug des Feindes.

Gottes Wort, die klare, lautere und einzige Quelle dessen, was und wie und wer Gott wirklich ist, ist weder eine Dogmensammlung noch ein Paragraphenbuch, das man so handhaben könnte, wie man irgendein Nachschlagewerk benützt. Die heiligen Schriften sind so beschaffen, daß nur ein gedemütigtes und gehorsames Herz ihren Reichtum erfährt, ihre Kräfte empfängt und ihre Seligkeiten genießt. Man kann alles Mögliche und Unmögliche mit Gottes Wort beweisen, kann die Schrift entleeren und verdrehen, ja, kann sie zum Instrument machen, mit dem man die Heiligen und Geliebten Gottes zu Tode quält. Das ist im Lauf der Kirchengeschichte immer wieder geschehen, einerlei, ob es sich um Welt- und Machtkirchen oder um Sekten, Gruppen und Parteien handelte.

Es ist eine ernste, heilige, verantwortungsvolle Sache, sich auf die Bibel zu berufen. Und doch ist der schlichte Weg selbstloser Treue und hingegebenen Gehorsams gegenüber der Schrift so einfach, daß selbst die Toren darauf nicht irren. Denken wir doch daran, daß Gott sein Wort und Evangelium nicht Großen, Starken und Hohen, sondern ganz einfachen, schlichten Menschen gab: Hirten und Fischern, Bauern und Beamten; vergessen wir auch nicht, daß der Sohn Gottes ein kleiner Handwerker war! Und da, wo hervorragend begnadete Persönlichkeiten Träger höchster Gottessegnungen waren, — denken wir nur an einen hochgebildeten Mose, an Könige wie David und Salomo, an einen Minister Daniel, einen Saul von Tarsus usw. —, da mußten diese Männer zunächst durch tiefe Demütigungen und Zerbrüche hindurch, um wirklich brauchbar für Gott zu werden.

Man kann darum im ungebrochenen Zustand selbstbewußter, ichhafter Frömmigkeit weder Gottes Wort und noch weniger Gottes Wesen fassen und haben. Das kann uns nur der Geist mitteilen, indem er uns dem Tode Christi gleichgestaltet. Wer aber — wir reden menschlich! — nicht darauf eingehen will, der wage sich nicht an die heiligen Bezirke dessen, was Gottes ist! Denn “der Herr ist gar schrecklich im vertrauten Kreise der Heiligen, ist furchtbar über alle, die rings um ihn her sind” (Ps. 89, 7). Das hat schon die griechische Weltweisheit geahnt, wenn sie durch einen ihrer Vertreter sagen ließ: “Wer Gott sieht, stirbt!”

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte, Lehre  |  836 x gelesen

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