Acht göttliche Gewißheiten
“Die Menschen verschmachten vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen”, sagt der Herr im Blick auf die Endzeit (Luk. 21, 26). Ist diese Zeit schon im Anbruch? Über dieses Problem wird viel geredet und geschrieben. Fragen wir uns aber zuerst einmal, ob es in dieser Zeit der Furcht und ängstlichen Erwartung überhaupt noch wirkliche Gewißheiten gibt. Ist nicht vieles, was gesprochen und gedruckt wird, Schwärmerei und religiöse Selbsttäuschung? Diese Frage ist durchaus berechtigt, denn der Herr spricht gerade im Blick auf die Letztzeit von “vielen falschen Propheten”, die in frommem Gewande auftreten.
Darum gilt es nüchtern zu sein, allein auf dem untrüglichen, gottgehauchten Wort heiliger Schrift zu stehen und dabei genauestens zu verharren. Wenn wir das nicht tun, verfallen wir dem Formalismus und Rationalismus, dem Liberalismus und Atheismus. Das aber ist Abfall von dem lebendigen Gott, der gesagt hat, daß Himmel und Erde, nicht aber Seine Worte vergehen werden.
Wir wollen im folgenden von acht göttlichen Gewißheiten sprechen. Wenn wir nicht von Gewißheiten schlechthin, sondern von Stufen göttlicher Gewißheiten reden, so soll damit gesagt sein, daß auch unser Glaubenswachstum sich nach “Naturgesetzen in der Geisteswelt” vollzieht.
Das hat auch der Herr Jesus bezeugt, wenn Er in Mark. 4, 26-29 sagt: “So ist das Reich Gottes, wie wenn ein Mensch den Samen auf das Land wirft und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same sprießt hervor und wächst, er weiß selbst nicht, wie. Die Erde bringt von selbst Frucht hervor, zuerst Gras, dann eine Ähre, dann vollen Weizen in der Ähre. Wenn aber die Frucht sich darbietet, so schickt er alsbald die Sichel, denn die Ernte ist da.”
Gras, Ähre, voller Weizen heißen die Stufen natürlichen Wachstums. Im Göttlich-Geistlichen ist es ebenso. Auch bei uns, den Gliedern des Körpers Christi, geht alles wachstümlich. Wo das nicht der Fall ist, gibt es keine wesenhafte, bleibende Frucht. Wer göttliche Sterbens- und Wachstumsprozesse überspringen will, wird meist schon hier auf Erden, bestimmt aber dort vor der Preisrichterbühne Christi oder dem großen, weißen Gerichtsthron Gottes ungeahnte Enttäuschungen erleben. Davon redet die Schrift sehr ernst. Wer z. B. seinem Bruder nicht vergeben will, wähne ja nicht, Vergebung von Gott zu haben! Und wer seinen Bruder nicht lieben will und kann, behaupte ja nicht, er sei aus dem Tode zum Leben gelangt!
Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Gemeinde, Lehre | 721 x gelesen


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