Laßt uns nie vergessen, daß immer der Fleischgeborene den
Geistgeborenen lästert und verfolgt, und nie umgekehrt (Gal. 4,29).


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Maria, die Mutter Jesu

Was sagt die Schrift über sie?

Wir hören zunächst ein Wort aus Lukas 1, 26-38:

»Im sechsten Monat (nämlich der Schwangerschaft der Elisabeth) wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die Nazareth heißt, zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Gegrüßet seist du, Holdselige (oder: Begnadete)! Der Herr ist mit dir, du Gebenedeite (oder: Gesegnete) unter den Frauen. Da sie aber ihn sah, erschrak sie über seine Rede und dachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß sein und ein Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott der Herr wird Ihm den Thron Seines Vaters David geben, und Er wird König sein über das Haus Jakob ewiglich und Seines Königreichs wird kein Ende sein. — Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Mann weiß? Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das von dir geboren wird, Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter und ist jetzt im sechsten Monat, von der man sagt, dass sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr.«

Was hat man doch im Lauf der Geschichte alles aus der Maria gemacht! Ich will jetzt nur einiges erwähnen. Man nennt sie die »Madonna« — das heißt auf Deutsch »meine Herrin«. Im Evangelium hören wir aber nichts davon; vielmehr lautet das Ur-Glaubensbekenntnis der ersten Christen: »Herr ist Jesus Christus!« (vgl. Röm. 5, 1; 10, 9; 1. Kor. 12, 3; Phil. 2, 11 u. a.). — Oder man nennt sie die »Himmelskönigin«. Davon sagt die Bibel auch nichts. Der Herr Jesus ist es, der sich zur Rechten Gottes gesetzt hat im Himmel; Er ist »König der Könige und Herr der Herren« (Hebr. 1, 13; 10, 12; Offb. 19, 16). — Auch wird sie die »Fürsprecherin« genannt. Gottes Wort aber sagt: »Wir haben einen Fürsprecher bei dem Vater: Jesus Christus, den Gerechten« (1. Joh. 2, 1). — Auch wird sie als die »Schlangenzertreterin« bezeichnet und auf Medaillons dargestellt. Man sagt, im Jahr 1830 habe eine Katharina eine Marienvision gehabt, in der sie die Maria auf der Weltkugel habe stehen sehen, mit dem Fuß auf die Schlange tretend. Danach hat man dann Medaillons angefertigt und gesagt, wer ein solches glaubend bei sich trage, werde ganz besondere Segnungen empfangen. Nach der Heiligen Schrift aber sagt Gott in 1. Mose 3, 15: Der von der Frau gekommen ist, Jesus Christus, Er wird der Schlange den Kopf zermalmen.

Aber genug davon; diese Maria soll uns heute nicht beschäftigen, sondern die Maria, die uns die Heilige Schrift vor Augen stellt. Wir betrachten:

  1. Maria von Nazareth, die Begnadete
  2. Maria, die Angefochtene
  3. Maria, die glaubende Bibelleserin
  4. Maria, die Familienmutter
  5. Maria, die Ratgeberin
  6. Maria, die Lernende in der Erziehungsschule Gottes
  7. Maria, Glied der betenden Gemeinde

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Autor: Schard, Joachim | Kategorie(n): Hingabe, Lehre  |  758 x gelesen

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Christi Herrlichkeit nach Hebr. 1, 1-6

Das ganze Wort Gottes ist vom ersten bis zum letzten Vers ein Enthüllungsbuch der Herrlichkeit des Christus. Aber wir bedürfen geöffneter Augen des Herzens, um diesen Lichtglanz überall aufleuchten zu sehen. Wer von uns erkennt z. B. am Gesetz des Herrn göttliche “Wunder”? Jedenfalls tat das David, denn er betet in Ps. 119, 18: “Öffne meine Augen, damit ich Wunder schaue in (genauer: aus) deinem Gesetz!”

Wenn auch die heilige Schrift immer und überall “Christus treibt”, wie Luther sagt, so erstrahlt doch die Herrlichkeit des Sohnes Gottes in manchen Zusammenhängen in besonders hellem Glanz. Denken wir nur etwa an den 22. Psalm oder an Jes. 53, wo uns der Gekreuzigte klar und deutlich gezeigt wird. Oder erinnern wir uns an die Abschiedsreden Jesu im Johannesevangelium, an das Hohelied der Sohnschaft in Römer 8 oder an die Enthüllung der Herrlichkeit der Gemeinde in Eph. 1-3! Das sind wirkliche Edelsteine von wunderbarer Schönheit, deren beseligendes Licht wir uns immer wieder in wachstümlicher Erkenntnis ins Herz leuchten lassen.

Ein solches Schmuckstück der Christusherrlichkeit, wenn wir so sagen dürfen, sind auch die ersten Verse des Hebräerbriefes. Lesen wir aus dem ersten Kapitel Verse 1-6:

“Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohne, den er gesetzt hat zum Erben aller Dinge, durch den er auch die Äonen gemacht hat; welcher, der Abglanz seiner Herrlichkeit und der Abdruck seines Wesens seiend und alle Dinge durch das Wort seiner Macht tragend, nachdem er durch sich selbst die Reinigung der Sünden bewirkt, sich gesetzt hat zur Rechten der Majestät in der Höhe; indem er um soviel besser geworden ist als die Engel, als er einen vorzüglicheren Namen vor ihnen ererbt hat. Denn zu welchem der Engel hat er je gesagt: ‘Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt’? Und wiederum: ‘Ich will ihm zum Vater, und er soll mir zum Sohne sein’? Wenn er aber den Erstgeborenen wiederum in das Bewohnte einführt, spricht er: ‘Alle Engel Gottes sollen ihn anbeten.’”

Es ist völlig unmöglich, im Rahmen einer kurzen Arbeit den ganzen Herrlichkeitsinhalt des obigen Schriftabschnittes anzudeuten, geschweige denn auszuschöpfen. Aber zehn Strahlen dieses Christusglanzes wollen wir uns ins Herz und Gewissen leuchten lassen:

  1. Gott redet im Sohn
  2. Christus ist der Erbe aller Dinge
  3. Er ist der Schöpfer der Äonen
  4. Er ist der Abglanz der Herrlichkeit Gottes
  5. Er ist der Abdruck des Gotteswesens
  6. Er ist der Träger des All
  7. Er hat die Reinigung der Sünden bewirkt
  8. Er sitzt zur Rechten der Majestät in der Höhe
  9. Er ist besser als die Engel
  10. Alle Engel werden ihn anbeten

Die Größe und Schönheit, die Allmacht und Treue unsres Herrn und Hauptes glaubend und anbetend anzuschauen, ist und bleibt für den Erlösten das Köstlichste, das er auf seiner Pilgerfahrt durch diese Welt voller Angst und Weh, voller Schuld und Not haben und genießen kann. Möchten auch diese Betrachtungen dazu dienen, daß uns Christus groß, herrlich und anbetungswürdig wird, damit unsre Herzen in wartender, dankbarer Hingabe allein an ihm hangen!

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  550 x gelesen

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Göttliche Unmöglichkeiten

Gott vermag alles; ist Er doch der Allmächtige und der Allwissende, der Allgegenwärtige und der All-Liebende. Aber nicht nur Ihm, auch den Glaubenden sind alle Dinge möglich (Mark. 9, 23).

Hierbei wollen wir jedoch bedenken, daß der Glaube nicht eine Sache unsrer zügellosen Fantasie oder unsres hochmütigen und gierigen Eigenwillens ist, sondern im eigentlichen Sinn immer Gehorsam des Glaubens bedeutet.

In Matth. 17, 20 bezeugt der Herr seinen Jüngern: “Nichts wird euch unmöglich sein” und fügt die überaus wichtige, leider so wenig beachtete Ergänzung hinzu: “Diese Art aber fährt nicht aus, als nur durch Gebet und Fasten.” Es handelt sich im Zusammenhang um Vollmacht über Finsternisgewalten. Die Schrift kennt nämlich verschiedene Arten von Dämonen. Die einen müssen schon einem Gebetswort weichen, während andre nur durch Gebet und Fasten ausfahren.

Es gibt viele treue Brüder, die über solche Worte die Achsel zucken und meinen: “Das geht uns nichts an, das gilt für Israel, das ist Königreichslinie! Wir aber als der Körper Christi haben damit nichts zu tun.”

So richtig und wichtig auf der einen Seite die klare Unterscheidung zwischen den Israel gegebenen, klaren Verheißungen und den Zusagen für die Gemeinde des Leibes Christi sind, so wollen wir doch andererseits nicht vergessen, daß “alles unser ist” (1. Kor. 3, 21-23), und wir so, wenn auch vorerst nur geistlicherweise, auch das besitzen und genießen dürfen, was im Vollumfang später einmal Israel für seine Herrschaft über die Erde gehört. —

Obgleich nun Gott alle Dinge möglich sind, so gibt es doch auch für Ihn gewisse Unmöglichkeiten. Die Schrift nennt ihrer nicht weniger als 84. Davon finden wir 14 in den Paulusbriefen, 3 in dem Schreiben an die Hebräer und 2 in den Episteln des Petrus. Wir wollen, sonderlich aus den Evangelien, eine Reihe wichtiger Schriftzusammenhänge betrachten, die solche Unmöglichkeiten nennen, die für unser persönliches Glaubensleben und für unsern Dienst in Lehre und Ermunterung wichtig und köstlich sind.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Glaubensleben & Wandel, Lehre  |  529 x gelesen

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Von der Barmherzigkeit Gottes

Die letzte und tiefste Frage, die ein Geschöpf stellen kann, ist die nach der Gesinnung seines Schöpfers. Wenn ein Kind erst einmal erkannt hat, daß die Eltern es lieben, dann wird sein Herz froh. Aber solange ein verschüchtertes, armes Wesen der Meinung ist, man wolle es nur quälen und ihm jede Freude rauben, gerät es in immer stärkere Liebesnot. Wie oft steht schon in den Augen von Kindern etwas von der Verzweiflung und dem Grauen geschrieben, die weit mehr Menschen an den Rand der Schwermut und des Selbstmordes treiben, als die meisten ahnen. Jeder wirkliche Seelsorger weiß davon Erschütterndes zu erzählen.

Während nun Gott in der Schöpfung seine Weisheit und Macht, in der Geschichte der Völker und des Einzelnen seine Heiligkeit und Weisheit offenbart, enthüllt er in seinem logos, d. h. in dem geschriebenen und Fleisch gewordenen Wort, sein urinnerstes Sein und Wesen. Sein brünstiges Herz sehnt sich danach, sich als der zu offenbaren, der er wirklich und wesenhaft ist. Die heilige Glut seiner Liebe kann und will nicht auf einem weltfernen Altar zu seiner eigenen Ergötzung leuchten. Es drängt ihn, sich selber mitzuteilen, sich gewissermaßen zu vervielfachen, Welten und Wesen ins Dasein zu rufen, um zuletzt alles in allen zu sein.

Erst dann, wenn Gott selbst diese Erkentnis in uns liebend hineingelegt und bleibend eingeprägt hat, vermögen wir sie aus seinem Wort zu ersehen und durch seinen Geist immer tiefer und beseligender zu begreifen. Dann sind auch wir entzündet vom Feuer seiner Vaterinbrunst und brauchen um solche Wahrheiten nicht mehr zu streiten, sondern können darüber anbeten, schweigend in heiligem Liebesvertrauen. —

Eine der charakteristischen Bezeichnungen der Schrift, die uns Gottes innerstes Sein darstellen und enthüllen, ist Barmherzigkeit. Die entsprechenden hebräischen und griechischen Ausdrücke bedeuten so viel wie Mitgefühl. Mitempfinden der Not und des Jammers leidender Geschöpfe. Davon wissen die außerchristlichen Religionen wenig oder nichts. Und wenn sie davon reden, dann nur einseitig und verdunkelt. So lehrt z. B. die griechische Philosophie, daß éleos (Barmherzigkeit) nur dem Edlen, nicht aber dem Grausamen gebühre. Wer ein wenig von den Mythen Griechenlands weiß, wird bestätigen, wie unsagbar rachsüchtig und grausam die sogenannten “Götter” sind. Das ist auch durchaus zu begreifen, wenn man es wagt, das Wort Gottes buchstäblich zu nehmen, das uns lehrt, daß alles, was die Nationen opfern, sie nicht Gott, sondern den Dämonen darbringen (1. Kor. 10, 20).

Wir wollen versuchen, in einigen großen Linien ein Zeugnis von der Barmherzigkeit Gottes zu sagen. Möge dein und mein Herz davon erfaßt, erfüllt und überfließend werden zum Lob und Preis unseres wunderbaren Vaters in Christo Jesu! Wie viel gelöster und beseligter, gottnäher und gottinniger wäre dann unser Denken, Fühlen und Wollen, unser Sinnen und Sein, unser Reden und Tun! Dazu segne der Herr diese kurze Betrachtung! —

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Allversöhnung, Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  336 x gelesen

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Das All dient Ihm und uns!

“Alle Dinge dienen Dir (eigentlich: Dir dient das All, das Ganze, das ganze Weltall; vergl. Fußnote in der Elberfelder Übersetzung)!” (Psalm 119, 91).

“Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zusammenwirken zum Guten, denen, die nach Vorsatz berufen sind” (Röm. 8, 28).

Die kürzeste Weltgeschichte ließ der Heilige Geist durch den Apostel Paulus schreiben. Sie umfaßt nur einen Satz und lautet: “Aus Ihm und durch Ihn und zu Ihm hin ist das All” (Röm. 11, 36; man vergl. hierzu auch 1. Kor. 8, 6; Kol. 1, 16 u. a.).

Die Weltgeschichte der erneuerten und vollendeten Schöpfung ist ebenso kurz und lautet: “Gott wird sein alles in allem” (1. Kor. 15, 28). Auch diese ungeheure Zusammenballung aller zukünftigen Zustände in der vollendeten und verherrlichten Schöpfung durfte der Apostel der Leibesgemeinde schreiben, Paulus, dem Gott das offenbarte, was Er in den vorhergehenden Generationen (= Geschlechtern) den Söhnen der Menschen nicht kundgetan hatte.

Das All verdankt seine Existenz dem Willen Gottes. Ehe es Welten und Geschöpfe gab, faßte ER in sich selbst den Entschluß, das All ins Dasein zu rufen. Niemand war dabei Sein Mitberater (Röm. 11, 34). Außer Ihm war keiner da. Nichts existierte außer Ihm, was Ihm hätte eine Veranlassung geben können zu Seinem Entschluß, die Welt zu erschaffen. Sein eignes Inneres, Sein Gotteswesen, Sein Höchstadel des Geistes und der Liebe drängten Ihn dazu, sich zu entfalten in heiligem Liebestrieb, und in göttlich vollkommenem Vorsatz den Weltplan der Äonen festzustellen und Sein machtvolles schöpferisches Werde-Wort auszusprechen.

Darum huldigen Ihm auch in ehrfürchtiger Anerkennung dieser gewaltigen Wahrheiten und Gotteswirklichkeiten die Herrlichkeiten des Himmels (Neh. 9, 6) und werfen ihre Kronen vor Ihm nieder und bezeugen: “Du bist würdig, o unser Herr und unser Gott, zu nehmen die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht; denn Du hast alle Dinge (wörtlich: ta panta = das All) erschaffen, und Deines Willens wegen waren sie und sind sie erschaffen worden” (Off. 4, 11).

Auf die Frage der Geschöpfe: Warum existiert diese Welt und wir in ihr? gibt es nur eine völlig richtige Antwort, nämlich die: Weil Gott es so wollte!

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Erwählung, Gemeinde, Lehre  |  276 x gelesen

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Voraussetzungen zum rechten Verständnis der biblischen Prophetie

Alles Geschriebene kann nur unter bestimmten Voraussetzungen verstanden werden. Schon zum Verständnis dessen, was aus dem Geist des Menschen heraus geschrieben wurde, bedarf es ja gewisser unumgänglicher Vorkenntnisse: Ich muß lesen können, ich muß die Sprache des Verfassers verstehen, und ich muß seine Aussage geistig fassen können. Während Letzteres bei schlichten Erzählungen oder Abhandlungen bei den meisten Menschen ohne weiteres der Fall sein mag, können etwa bei schwierigen wissenschaftlichen Werken Jahre des Studiums dazu erforderlich sein.

Erst recht kann das Wort eines großen und heiligen Rettergottes, dessen Gedanken im Gegensatz zu den unseren um so viel höher sind, wie der Himmel höher als die Erde ist (Jes. 55, 9), nur erfaßt und verstanden werden, wenn die dazu notwendigen Vorbedingungen erfüllt sind. Das gilt zunächst ganz allgemein von der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments, im besonderen gilt es aber von dem prophetischen Wort, das ja im Gegensatz zu der “Milch” der einfachen Heilsbotschaft “feste Speise” zur Förderung der Heranwachsenden und Reifenden darstellt. Wer sich hier vermißt, voraussetzungslos (ohne daß die von Gott selbst angeordneten und festgelegten Voraussetzungen bei ihm erfüllt sind) die Botschaft der alt-oder neutestamentlichen Propheten zu lesen oder gar zu verkündigen, kann nur irregehen oder sogar noch andere in die Irre führen. Ja man darf wohl sagen: Alles fehlende oder falsche Verständnis der biblischen Prophetie in den Volkskirchen wie auch in Freikirchen und Gemeinschaften und “Sekten” rührt letzten Endes daher, daß gottgesetzte Voraussetzungen außer acht gelassen wurden.

Bevor wir nun solche Voraussetzungen anhand der Schrift im einzelnen ins Auge fassen, sei noch eins gesagt, das uns vor Mutlosigkeit bewahren kann, uns mit den Köstlichkeiten biblischer Weissagung zu befassen: Diese notwendigen Voraussetzungen liegen am allerwenigsten auf seiten unserer menschlichen Kenntnisse und Fähigkeiten, so wertvoll auch etwa die Hilfe eines guten Gedächtnisses und die Kenntnis der Ursprachen sein mögen. Sie sind in allererster Linie göttliches Geschenk, vermittelt durch die Wirksamkeit des Heiligen Geistes, der uns ja in die ganze Wahrheit leiten und uns das Kommende verkündigen will. Wer sich diesem Bemühen des Geistes Gottes rückhaltlos aufschließt und ohne Vorbehalt und Widerstreben hingibt, den kann und wird Er selbst auch tüchtig machen und befähigen zum immer besseren Verständnis dessen, was Er einstmals “Menschen Gottes eingab” (2. Tim. 3, 16; 2. Petr. 1, 21), und so selber die notwendigen Voraussetzungen in ihm erfüllen. — Versuchen wir im folgenden zu erkennen, um was es sich dabei im einzelnen handelt!

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Glaubensleben & Wandel, Lehre  |  387 x gelesen

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Vom göttlichen Gesetz der Rückbeziehung

In den heiligen Schriften finden wir verborgene Gesetze, die uns mit Staunen und Anbetung füllen. Je beseligender göttliche Wahrheiten sind, um so weniger werden sie aber erkannt. Man kann und soll sie darum niemand aufzudrängen versuchen, der kein Organ dafür hat. Der HErr selbst wird durch den Heiligen Geist jedem das aufschließen und zueignen, was er zu erfassen vermag, wozu er, menschlich gesprochen, Eignung und Neigung hat.

Eines dieser wunderbaren Gesetze ist das der Rückbeziehung. Man kann es vielleicht auch so ausdrücken: All das, was Gott in Sich selbst ist, will und wird Er auch für uns und alle sein. Denn Er ist Liebe und will sich mitteilen und verströmen in alle Seine Wesen und Welten. Was Er je ins Dasein gerufen hat, soll Seiner Ihm innewohnenden Freuden und Seligkeiten im Vollumfang teilhaftig werden und endlos bleiben.

Das ist aber nur die eine Seite der göttlichen Wahrheit, von der hier die Rede sein soll.

Die andre Seite ist erstaunlich und wunderbar. Das, was Gott in Sich selbst für uns ist, bedeuten auch die Seinen für Ihn! Wer wirklich von Jesus Christus durch den Glauben an Seinen Tod und Seine Auferstehung Vergebung der Sünden empfangen hat, wesenhaftes Leben aus Gott besitzt, ein neuer Mensch wurde, oder wie man es nach den verschiedenartigen Zeugnissen der Schrift auch immer ausdrücken will, ist damit ein Gegenstand der Wonne und Freude des Vaters. Anders gesagt: Was Gott für Seine Geschöpfe ist, sind Seine Geschöpfe für Ihn, beide stehen im Verhältnis der Rückbeziehung zueinander.

Wir wollen diese köstliche Wahrheit an einer Reihe biblischer Aussagen darzustellen versuchen.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  263 x gelesen

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Der Mensch und sein Ich

(Nach einer Tonbandaufnahme; mit einer Ergänzung von Arthur Muhl)

Meine Brüder und Schwestern, ihr Heiligen und Geliebten und Ersehnten Gottes!

Es ist mir eine herzliche Freude, daß ich auf dem Wege in die Schweiz hier unter Euch (auf der Langensteinbacherhöhe) sein darf. Gott möge uns in dieser Abendstunde segnen!

Laßt mich — bevor sich unser teurer Bruder Arthur Muhl noch anschließt — ein Zeugnis sagen über “Der Mensch und sein Ich”.

Der Mensch ist wohl die “Krone der Schöpfung”, aber er kennt sich selber nicht. Auch der Gläubige kennt sich nur ein klein wenig in seinem von Gott erneuerten Bewußtsein. Ich möchte Euch nun auf Grund der Schrift eine Reihe von Stufen vor Augen führen, die wir alle mehr oder weniger bewußt durchlaufen, allerdings nicht bis zur letzten Konsequenz. Denn das wäre schrecklich, wie wir gleich sehen werden.

Die Menschen sind Tiere!

Einleitend lese ich ein Wort aus Prediger 3, 18: “… sie (die Menschen) sind an und für sich Tiere“.

Das ist ein schreckliches Wort! Es ist keine moderne Theologie, kein Liberalismus, es ist Gottes Wort! An und für sich ist der Mensch — du und ich — ein Tier. Sogar der Apostel Paulus, der wie kein anderer auf einer hohen Stufe moralischer Vollkommenheit stand, schreibt in Römer 7: “Das Gute, das ich will, tue ich nicht; das Böse, das ich nicht will, das tue ich!” Wir leben in einem fortwährenden, mehr oder weniger bewußten, erschütternden Krieg, der in uns selber tobt.

“Sich selbst bekriegen ist der schwerste Krieg;
sich selbst besiegen ist der schönste Sieg!”

Davon möchte ich heute abend etwas sagen unter dem Thema “Der Mensch und sein Ich”.

Die 4 negativen Stufen

Ich schildere zunächst die negativen Entwicklungsstufen, die die Schrift uns zeigt, anhand von vier Stadien.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Lehre  |  218 x gelesen

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Die Decke auf dem Angesichte Moses

Diesem Thema liegt mit 2. Kor. 3 und 4 einer der schwierigsten Texte des Neuen Testamentes zugrunde. Dies kann man schon daran erkennen, daß die meisten Übersetzer ihn recht schlecht verdeutscht haben, weil ihnen offenbar der Schlüssel zum rechten Verständnis fehlte. Da aber Gottes guter Geist “in das Ganze der Wahrheit leiten” will und es offenbar für nötig befunden hat, auch solch schwierige Zusammenhänge in Sein wunderbares Wort zu bauen, sollten auch wir versuchen “ein Verständnis vom Wesenhaften” zu erlangen (1. Joh. 5, 20).

Wir werden dabei erleben, wie Paulus als messiasgläubiger Rabbiner Israels seine Bibel (und das war für Jesus und Seine Apostel das Alte Testament!) “auf Christum hin” gelesen hat. Darum verstanden ja auch die Apostel ihre Briefe als seelsorgerliche Schreiben an ihre Missionsgemeinden und als prophetische Schriften zur Deutung des im Alten Testament aufgezeichneten Heilsweges (Röm. 16, 25-27). So wie es gewiß wahr ist, daß wir das Alte Testament nur im Lichte des Neuen verstehen können, so gilt doch ebenso, daß wir die Schriften des Neuen Gottesbundes nur vom Alten Testament her recht verstehen. Die Mißachtung der Bibel Israels, Jesu und Seiner Apostel hat sich bitter gerächt: Die verwirrende Auslegungs- und Dogmengeschichte der christlichen Kirche ist (bis heute!) dafür ein Zeugnis. Statt die Quelle zu ergründen, vermengte man die Apostelschriften mit griechischer Weltweisheit und schleppte dieses schreckliche Gemisch aus Christusoffenbarung und Philosophie durch die Zeiten! Erst in unserer letzten Zeit beginnen die Dinge sich zu wenden — allerdings auch nur im wortgläubigen Teil der Gemeinde.

Aus zwei Quellen bezog Paulus seine Lehre, seine Ermahnungsbotschaft und seine geistgeleitete Deutung des göttlichen Heilsplanes: aus seinen Erlebnissen an der missionarischen Front und aus der genauen Kenntnis des alttestamentlichen Offenbarungsgutes (wobei wir natürlich die göttliche Seite der unmittelbaren Gottes- und Christusoffenbarung keineswegs übersehen wollen!). Was er in Vollmacht lehrte und schrieb, war keine “Schreibtischtheologie”, es wuchs vielmehr organisch aus seinen Christuserlebnissen und Missionserfahrungen, aus seinem Kampfe mit Feinden der Frohen Botschaft und seinem Ringen um die Christusgemeinde. Die Erlebnisse an der heißumkämpften missionarischen Front bildeten die Gefäße für den Offenbarungsgehalt göttlicher Geheimnisse.

Wenn wir einmal die Apostelgeschichte so lesen, daß die Aussagen der Apostelbriefe hindurchleuchten, werden wir erstaunt bemerken, wie stark gerade die Aussagen der späteren Paulusbriefe aus seinen Erlebnissen mit dem verblendeten Israel und der Missionierung der Weltvölker schöpfen!

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Lehre, Paulusbriefe  |  261 x gelesen

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Vom Wesen der Sünde

Wohl kaum ein Begriff ist so verschiedenartigen Deutungen unterworfen wie das, was man schlechthin Sünde nennt. Was der eine als notwendige Sparsamkeit bezeichnet, kommt einem andern als schmutziger Geiz vor. Die kluge, vorsichtige Zurückhaltung des Phlegmatikers erscheint dem Sanguiniker als erbärmliche Feigheit. Wieder andre nennen das unsinnige Verschwendung, was man ebensogut als großzügige Freigebigkeit deuten könnte. Die Begriffe von Recht und Unrecht Gott und den Menschen gegenüber schwanken bedenklich und ändern sich je nach der Geisteshaltung einer Zeitepoche oder eines Volkes.

Da ist es für Gläubige von Wert und Wichtigkeit, einmal klar zu sehen, was die Schrift, sonderlich das Neue Testament, unter Sünde versteht. Wir wollen darum zehn verschiedene Ausdrücke betrachten, welche die Verfasser der heiligen Bücher griechischer Sprache für das Wort oder den Begriff Sünde gebrauchen:

  1. Hamartia (hamarteema) = Verfehlen eines Zieles
  2. Parabasis = Überschreiten einer Linie
  3. Parakoee = Ungehorsam einer Stimme gegenüber
  4. Paraptooma = Fallen statt Stehenbleiben
  5. Agnoeema = Unwissenheit statt Wissen
  6. Heetteema = Verminderung dessen, was völlig zu erstatten wäre
  7. Anomia (paranomia) = Nichtbefolgen eines Gesetzes
  8. Asebeia = Vorenthalten von Gebet und Dank
  9. Adikia = Unrecht, Kränkung, widerrechtlicher Besitz
  10. Proskomma = Anstoß, Ärgernis, Verführung

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Das Böse, Lehre  |  284 x gelesen

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