Laßt uns nie vergessen, daß immer der Fleischgeborene den
Geistgeborenen lästert und verfolgt, und nie umgekehrt (Gal. 4,29).


Adolf Heller (1895 - 1973)
Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Der einzige, allein wahre Gott, Sein Sohn und Seine Söhne

»Ich bin Jahweh, und es ist sonst kein Gott außer Mir. Ein gerechter und rettender Gott ist keiner außer Mir … Ich bin Gott und keiner sonst.« — »Ich bin Jahweh, der König Israels und sein Erlöser … Außer Mir ist kein Gott« (Jes. 45, 21.22; 44, 6).

Je näher wir der letzten Zeit des Endes kommen, desto mehr vermischen sich Politik und Religion. Schon vor mehr als 50 Jahren hat Friedrich Malessa vorausgesehen, dass am Ende eine zuvor entstandene Welteinheitsreligion Wegbereiter für eine Welteinheitsregierung sein wird. Einerseits wenden sich die Menschen — insbesondere im europäischen Raum — immer mehr vom inspirierten Wort der Bibel ab, andererseits werden sie immer religiöser. Der Ruf nach dem Dialog mit und unter den Weltreligionen wird immer lauter. Man sucht gemeinsame »Werte« und Ziele herauszufinden, Trennendes zu beseitigen und Toleranz zu üben. Das größte Hindernis für diese Einheitsbestrebungen ist der »Alleinvertretungsanspruch« Jesu: »Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich« (Joh. 14, 6).

Darum haben im Sommer 2006 namhafte protestantische Theologen in einem Aufruf, der von prominenten Persönlichkeiten mit unterzeichnet wurde, die Christen aufgefordert, »endlich den Alleinvertretungsanspruch Gottes aufzugeben und sich in die Gemeinschaft der Weltreligionen einzureihen« (Topic 6/06). Es ist auffallend, dass die Aufforderungen zur Toleranz gegenüber anderen Religionen einseitig von »Christen« an »Christen« gerichtet werden, während z. B. der Islam nicht daran denkt, seinen Anspruch, die ganze Welt dem Koran zu unterwerfen, aufzugeben und gegenüber dem Gott der Bibel Toleranz zu üben. Mit der Leugnung der Erlösungstat Jesu, des Sohnes Gottes, am Kreuz von Golgatha und der Herabstufung Jesu lediglich zum Propheten, als den Ihn auch der Koran anerkennt, wird die Grundlage der christlichen Botschaft und des Glaubens zerstört (1. Kor. 15, 14-19) und das Christentum zu einer der vielen Religionen degradiert.

[weiterlesen ...]

Autor: Herbst, Gerhard | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Kirchentum, Religionen, Zeitgeist  |  809 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Das Evangelium von der Sohnschaft

Die frohe Botschaft der Bibel — insbesondere des Neuen Testaments — enthält viele herrliche Verheißungen für die erwählten und berufenen Gläubigen. Eine der kostbarsten göttlichen Gnadengaben ist das Geschenk der Sohnschaft in Verbindung mit der einmaligen Stellung der Gemeinde Jesu Christi.

Der Sohnschaftsstand der Glieder des Leibes Christi ist aber nur möglich infolge der Herrlichkeit des Erstgeborenen, Jesus Christus, und Seiner wunderbaren Mittlerschaft. In Psalm 2, 7 wird die prääonische Zeugung des Sohnes Gottes verkündet. Bis zu diesem wunderbaren Akt war Gott das allein existierende Wesen. Gott, der Vater Jesu Christi, hatte aber einen Entschluss gefasst, nicht nur einen Sohn ins Leben zu rufen, sondern viele Brüder dieses Erstlings (Röm. 8, 29).

Und wer die Heilsgeschichte der Bibel kennt, weiß auch, dass Gott nicht eher ruht, bis auch die ganze Schöpfung in den Sohnesstand versetzt sein wird. Dazu bedarf es der Mithilfe der erlösten Gemeinde, die eine enorm wichtige Zukunftsaufgabe nach ihrer Vollendung erhält. Diese »Ekklesia« (Auswahl, Herausgerufene) ist nicht zum Selbstzweck erlöst, sondern zum Mitherrschen und -regieren bestimmt.

Wir betrachten im Folgenden

  1. Die Sohnschaft der Gemeinde Jesu Christi und die Knechtschaft der Religiosität
  2. Die heilsgeschichtliche Entwicklung der Sohnschaftsphasen
  3. Die Konsequenzen der Erwählung zum Sohnesstand

[weiterlesen ...]

Autor: Heinemann, Karl | Kategorie(n): Gemeinde, Glaubensleben & Wandel, Irrlehre, Kirchentum, Religionen  |  685 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Prophetie für die Nationen

Der von der Bibel angezeigte dritte Korpus ist die Nationenwelt. Dieser Körper ist allerdings ein waschechter Unheils-Körper, der bestehen bleibt, bis auch ihm in den Heilszeitaltern das volle Heil zuteil wird.

Als Korpus müssen auch die Nationen bewertet werden, weil sie ihre organische Vereinigung im Antichristen finden. Somit ist das vorausgehende und ausreifende Antichristentum gleichfalls korporativ zu sehen. Auch das Antichristentum ist ein Gebilde mit Haupt, Leib und Gliedern.

Von den Nationen spricht das prophetische Wort nur im Zusammenhang mit den anderen Körpern: Israel und Gemeinde Jesu Christi. Allein der Anfang der Nationen ist gesondert erwähnt. In ganz großen Zügen wird berichtet, daß “die Menschen vom Geiste Gottes sich nicht strafen ließen” (1. Mos. 6, 3) und darum in allem Eifer in antigöttlicher (= anstattgöttlicher) Weise die Einheit erstrebten, die im Turmbau zu Babel ihre Darstellung fand. Jedoch war für diesen Korpus die endgültige “Gottesstunde” noch nicht da. Gott hat ihn zunächst nach seiner Weise zerschlagen und zerteilt. Die Teile — Nationen genannt (Luther: Heiden) — sind in alle Himmelsrichtungen verstreut worden und bilden seit jener Zeit die undefinierbare und undisziplinierte Nationen-Welt.

Die anderen Körper nehmen zur Nationenwelt eine unterschiedliche Stellung ein. Der “Leib Jesu Christi” ist aus den Nationen herausgewählt und hat eine Herauswahl-Stellung. Das “Weib Jesu Christi” ist für die Nationen erwählt und hat eine nationale, schließlich eine internationale Stellung. Die Gemeinde hat darum zur Nationenwelt eine indirekte Beziehung, Israel dagegen eine direkte. Die Gemeinde ist unter den Nationen ein “Fremdkörper”, Israel dagegen ist bis zu einer gewissen Zeit der verwandte oder sogar der gleichgeartete Körper. Israel ist eine Nation unter den Nationen.

Nach der eindeutigen Darstellung des prophetischen Wortes steht die Nationenwelt im Zeichen des Tieres! Hierbei darf nicht zuerst das tierische, d. h. das bestialische Wesen gesehen werden, sondern das untergeordnete und unterstellte. Das Tier gehört zur untergeordneten Kreatur.

[weiterlesen ...]

Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Heilsgeschichte, Kirchentum, Völkerschaften  |  557 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Prophetie für die Gemeinde Jesu Christi

Soll das etwa heißen, daß die Gemeinde Jesu Christi eine eigene, d. h. eine Spezialprophetie hat? Gewiß! Wer das nicht weiß, ist zu bedauern. Spricht doch die Heilige Schrift unverkennbar von den getrennten Körperschaften: Gemeinde Jesu Christi als sein Leib, und Israel als sein Weib. Beide Körperschaften werden nicht nur getrennt gesehen, sondern es werden auch ihre getrennten Wirkungszeiten genauestens aufgewiesen. Wenn die Bibel diese Heilskörperschaften ganz korrekt getrennt sieht, warum vermengt man sie? Ist das notwendig? Kann durch das “Gemenge” Klarheit erstehen?

Über allen Zweifel erhaben ist die Tatsache, daß nur Paulus die Gnade hat, “zu enthüllen das Geheimnis, das vor Grundlegung der Welt verborgen gewesen ist” (Eph. 3, 1-11). Wenn Paulus allein den göttlichen Auftrag hat, das umfassende Wesen der Gemeinde darzustellen, dann hat er auch die Aufgabe, ihre Wirkungsverhältnisse mit ihren eigenen Zeiten aufzuweisen. Und das ist nichts anderes als exakte Prophetie! Darum ist allein Paulus für die Gemeinde Jesu Christi der Prophet! — Wer die Prophetie für die Gemeinde anderweitig sucht, der sucht sie an verkehrter Stelle.

Leider haben viele Gemeindeglieder von dieser Tatsache wenig Kenntnis. Sie operieren mit prophetischen Dingen, die meist Israel und die Nationen angehen und für die Gemeinde nur am Rande liegen. Verwirrend wird es dann, wenn sie diese Prophetie auf die Gemeinde anwenden. — Es wirkt wahrhaftig sonderbar, wenn man einen Körper mit einem wesensfremden Anzug bekleidet. Solches Handeln ist nicht nur unsachlich, sondern auch nachteilig. Die Gemeinde Jesu Christi hat nun einmal ihr Sonderwesen und ihre Sonderzeit und hat darum auch ihre besondere prophetische Weisung. Daß man das im allgemeinen nicht sieht, gibt zu denken. Wer verursacht diese Verdunkelung?

[weiterlesen ...]

Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Gemeinde, Kirchentum, Versuchung & Verführung, Zeitgeist  |  443 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Kirchen-Ökumene aus der Sicht des prophetischen Wortes

Vorbemerkung: Dieser Artikel erschien 1965. Heute sind die ökumenischen Bestrebungen bereits wesentlich weiter, und vieles von dem, was Dr. Kahn noch mit Grausen kommen sah, hat sich mittlerweile bestätigt und erfüllt — und ist gar schlimmer gekommen. Trotzdem dieser Artikel nicht auf dem heutigen Stand der ökumenischen Verhandlungen und Gegebenheiten ist, stellt er einen lesenwerten, mahnenden, immer noch aktuellen Beitrag zu dieser unbiblisch-religiösen Bündnisbestrebung dar, die im Gesamtrahmen der heilsgeschichtlichen Endzeitprophetie ein wesentlicher Mosaikstein ist für die sich immer deutlicher abzeichnende widergöttliche — Gott sei Dank im letzten Ende nur kurz dauernde! — “Welt-Einheit” des Antichristen.

(Unterstreichungen im Artikel vom Bearbeiter)


.

Joh. 10, 14-16: “Ich bin der gute Hirte und erkenne die Meinen und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennt und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle; und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Herde und ein Hirte werden.”

Diesem “eine Herde und ein Hirte” liegt zunächst alle ökumenische Bestrebung zugrunde. Da in dieser Richtung so viel aufrichtiges Bemühen sichtbar wird, ist die Gefahr einer Einbuße an Glaubenssubstanz und damit unbewußter Schrittmacherdienste zum Abfall, ja zum Widerchristen hin sogar, besonders groß. Es ist ein menschliches Vorwegnehmen eines großen Zieles Gottes auf das Reich hin, ähnlich wie beim vorweggenommenen Missionsauftrag von Matth. 28, alle Nationen zu Jüngern zu machen, nur viel schwerwiegender und in der Folge unabsehbar, weil bei den Missionen immerhin viel gottgefälliger Erfolg auf manchen Gebieten sich einstellen kann, während die Gefahr fauler Kompromisse und der Verflachung — als Folge ökumenischer Zielsetzung — unabsehbar ist.

Da, wie gesagt, dennoch — zunächst — sehr viel aufrichtiges Wirken geschieht und auch Frucht zu bringen scheint, ist vor allem die Jugend gefährdet. Sie wird nicht unterscheiden können, was an solchen Bestrebungen wertvoll ist, und was negativ. Ganz im Gegenteil: Sie wird den Gesprächspartnern, welche auf die Gefahren hinweisen — und wären die Argumente noch so überzeugend vom Wort der Bibel her begründet —, entgegenhalten, alles Abbremsen solcher Bestrebungen stelle überaltete “konservative” Einstellungen dar, und es sei an der Zeit, der “neuen Zeit neuen Wind” in das religiöse Segel wehen zu lassen.

Als Phänomen der grundsätzlich umstrittenen Grundhaltung und damit auch — leider! — als Prototyp der Schrittmacherdienste zum Antichristentum hin, mag Albert Schweitzer gelten. Steht er doch im Ansehen vieler Christen als ein wunderbares Zeugnis beglaubigter Nachfolge Jesu Christi da, als ein Ausweis, ein “Brief Christi”, eine Ausprägung vieler christlicher Tugenden. Und doch glaubt Schweitzer weder an die Gottes-Sohn-Natur Jesu (”ins Fleisch gekommen”) noch an das Blut Jesu. Keine Erlösung direkt von Gott her also, sondern nur Ideal und Vorbild menschlichen Wirkens. Wäre das ganze Werk Schweitzers nur philanthropisch oder humanitär, dann dürfte, ja müßte man es als solches begrüßen und achten. Dann wäre es ein humanitäres Wirken etwa von der Art Marshalls mit seinem Marshall-Plan, oder Dunants, des Gründers des Roten Kreuzes. So aber ist das Werk Schweitzers in den Augen vieler Zeitgenossen in ein christliches Zeugnis eingemäntelt und dient mit dazu, die Grundelemente evangelischen Glaubens von der Erlösung Jesu und dem gewaltigen Heilsplan Gottes auf eine menschliche Ebene zu verschieben! —

[weiterlesen ...]

Autor: Kahn, George, Dr. | Kategorie(n): Endzeit, Kirchentum, Religionen, Versuchung & Verführung, Zeitgeist  |  265 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Zeichen des Abfalls in unserer Zeit

Das Substantiv (Hauptwort) »Abfall« kommt im Neuen Testament nur zweimal vor: »Abfall von Mose« (Apg. 21, 21) und »der Abfall« vor dem Erscheinen des Menschen der Gesetzlosigkeit, des Sohnes des Verderbens (2. Thess. 2, 3). Das Wort »Abfall« (apostasia) mit dem bestimmten Artikel bezieht sich auf ein besonderes endgeschichtliches Ereignis. Es bezeichnet die totale, weltumfassende Loslösung der meisten Menschen von allen bisherigen Gottesbeziehungen.

Das Verb (Zeitwort) »abfallen« erscheint nur bei Paulus im Sinne des Abfallens vom Glauben, wie dieser der Gemeinde Jesu Christi in gesunder Lehre und persönlichem Zeugnis vermittelt wurde.

Der am Ende des gegenwärtigen bösen Äons (Zeitalters) stattfindende große Abfall hat seinen Entwicklungsprozeß seit Beginn der Endzeit im weiteren Sinne (seit Jesu Erdenwirken). Die Endzeit im engeren Sinne setzen Kenner des prophetischen Wortes mit der Staatsgründung Israels (1948) an. Wie lange sie dauern wird, kann niemand exakt zeitlich festlegen. Die Letztzeit dürfte den Zeitraum der letzten 70. Jahrwoche (nach Daniel) umfassen. Diese Epoche wird geprägt von der Herrschaft des Antichristen über die Völkerwelt, der Herausgeburt des wahren Israels durch Gericht und Gnade (Erscheinen des Messias) sowie dem Gericht Gottes an den Nationen. Danach kann erst der folgende Äon des Friedensreiches auf dieser Erde beginnen.

Die Gemeinde Jesu Christi, die ihrem Herrn treu bleibt, weil Er sie durchträgt und bewahrt bis zu Seiner Parusie (1. Thess. 5, 23.24), darf ihre Errettung vor dem Zorn Gottes (große Drangsal) erwarten (1. Thess. 5, 9). Solange der noch auf Erden weilende Teil dieser Ekklesia (Gemeinde) das »Aufhaltende« bildet, kann der letzte Weltherrscher seine Diktatur noch nicht voll entfalten. Erst nach ihrer Entrückung (1. Thess. 4, 17; 1. Kor. 15, 51.52; Kol. 3, 4; Phil. 3, 20.21; 1. Joh. 3, 2) ist die totale Verführung aller Abgefallenen möglich. Daß Gott in dieser dämonischen Zeit dennoch die nächste Heilskörperschaft (Israel) und eine große Schar Glaubender aus dieser Drangsalsperiode herausbildet, ist Sein geheimnisvolles und erbarmungsvolles, souveränes Walten (siehe Offb. Kap. 7, 12, 14 und 15!).

A.

Wie es nun zu diesem letzten großen Abfall auf dieser Erde kommen wird, soll im folgenden aufgrund typischer Zeiterscheinungen und anhand des prophetischen Wortes beschrieben werden. Dabei können nur die großen Entwicklungslinien aufgezeigt und Tendenzen deutlich gemacht werden. Da sich Gott auf drei Ebenen —

  1. im allgemeinen als Schöpfergott,
  2. durch das Gesetz und die Propheten im Alten Bund
  3. und durch Jesus Christus in der Gemeinde

kundgetan hat, möchte ich die Abfallsituation auch auf diese Bereiche beziehen.

[weiterlesen ...]

Autor: Heinemann, Karl | Kategorie(n): Endzeit, Irrlehre, Kirchentum, Schwarmgeist, Versuchung & Verführung, Zeitgeist  |  372 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Kommt Gott mit allen Menschen zum Ziel des Heils?

In diesem Zusammenhang wird im kirchlichen Raum über Allversöhnung und Wiederbringung gesprochen. Leider wird dazu seit dem Kirchenvater Origenes (185 - 254), der diese Lehre positiv vertrat, viel gestritten. Auf dem Konzil 553 n.Chr. ist jegliche Lehre, dass Gott mit allen Menschen das Ziel des Heils erreicht, zur Häresie (Ketzerei) erklärt worden. Seitdem ist in der christlichen Kirche “die Ewigkeit der Höllenstrafe” ein festes Dogma. Auch das Augsburgische Bekenntnis (1530) hält an der “ewigen Verdammnis” fest. [1]

Ich will erzählen, wie ich das erste Mal mit diesem Thema konfrontiert wurde. Als ich am Anfang meines Theologiestudiums in einem Seminar über das Thema “Apokatastasis ton panton” (das griechische Wort der Bibel für “Wiederbringung des Alls”) eine Arbeit zu schreiben hatte, war ich überrascht, dass es zum Thema viel Streit in der Kirche (kath. u. evang.) gab. Im protestantischen Pietismus standen viele der geistlichen Väter auf dem Boden der Allversöhnung. Zu ihnen zählen: Ph. M. Hahn, Fr. Chr. Oetinger, J. M. Hahn. Albrecht Bengel war von dieser Lehre überzeugt, vertrat aber entschieden, dass man über dieses Thema öffentlich auf keinen Fall streiten sollte. In dem erwähnten Seminar wurde in der Diskussion der Studenten energisch gestritten. Der Leiter des Seminars, mein geschätzter Lehrer Prof. Karl Köberle, sagte überzeugend für alle: “Die Allversöhnung ist am Kreuz auf Golgatha durch Jesus Christus eine geschehene Tatsache, die kein überzeugter Christ in Frage stellen sollte. Dies sei die Grundlage für jeglichen missionarischen Auftrag der Kirche. Wer darüber streitet — auf welcher Seite auch immer — hat nicht wirklich begriffen, worum es geht.”

Als neutestamentliche Belegstellen für die Allversöhnung, bzw. Wiederbringung seien einige Bibelstellen genannt: Röm. 11, 32; 1. Kor. 15, 22-28; 2. Kor. 5, 17ff.; Eph. 1, 10; Kol. 1, 19-22.

Angesichts dieser klaren Zeugnisse der Bibel könnten erlöste Christen ihres Heils nicht wirklich froh werden, solange es noch eine ewige Verdammnis gäbe, in der die Verdammten wegen zeitlicher Vergehen und Fehlentscheidungen ohne Ende bestraft würden. Ich persönlich könnte meines Heils, welches mir aus der Gnade Gottes zuteil wurde, nicht glückselig sein, wenn die am Kreuz geschehene Tat Jesus nicht für alle Menschen zur Vollendung führen würde. Dass es Christen gibt, die die Allversöhnung verdammen, ist für mich eine traurige Tatsache.

[weiterlesen ...]

Autor: Lubahn, Erich, Dr. | Kategorie(n): Allversöhnung, Erkenntnis & Wesen Gottes, Kirchentum  |  523 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   2

Tauffreiheit oder Taufbefehl?

Die Stellung einer solchen Frage mag auffallen und befremden. Man wird fragen: Steht denn nicht deutlich zu lesen Math. 28, 19.20: “Gehet hin (in alle Welt) und machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit.” Und abermals, Mark. 10, 15.16: “Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung. Wer glaubt und getauft wird, soll errettet werden, wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden!” Dazu kommt die Tatsache, dass die gesamte Christenheit, griechisch, römisch und evangelisch, daheim und draußen (mit sehr geringen Ausnahmen, wie Quäker, Heilsarmee und einige andere) nach diesem so deutlichen Taufbefehl handelt. Wie kann man da die Frage nach einem Taufbefehl überhaupt aufwerfen? Sie erscheint so überflüssig.

Und doch ist sie der Beachtung wert. Der Schreiber ist sogar der Überzeugung, dass viele in dieser Frage beunruhigte Kinder Gottes ihm danken werden, dass er sie aufgeworfen und zur ruhigen Prüfung im Lichte der Schrift empfohlen hat. Er ist ferner überzeugt, dass auf der Linie des Ergebnisses, zu dem ihn seine Forschung geführt hat — und vielleicht nur auf dieser Linie — die Möglichkeit einer Verständigung liegt in einer Frage, die für die Bewahrung und Pflege der Gemeinschaft zwischen allen Kindern Gottes sich als nicht wenig bedrohlich und beunruhigend gezeigt hat.

Was zunächst den Einwand betrifft, der Taufbefehl des Herrn sei doch deutlich genug gefasst für jeden, der ihn befolgen wolle, so genügt vorerst der Hinweis, dass im Neuen Testament noch andere nicht minder deutliche Anweisungen Jesu an seine Jünger stehen, an welche sich die Christenheit dieses Zeitalters nicht bindet, und das mit Recht. So z. B. wenn der Herr Matth.10, 5 die Zwölfe hinaussendet mit der sehr bestimmten Weisung: Gehet nicht auf die Straße der Heiden und betretet keine Stadt der Samariter. Allein betrachtet sieht man es diesem Wort des Herrn auch nicht an, dass es nicht für alle Zeiten, sondern nur für eine bestimmte Zeit geredet war. Wir beanspruchen vorläufig nichts weiter, als das gute Recht, auch den Taufbefehl von Matth. 28 in die gleiche Beleuchtung stellen und fragen zu dürfen, ob derselbe wirklich für die gegenwärtige Heilszeit oder für eine andere geredet sei.

[weiterlesen ...]

Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Gemeinde, Kirchentum, Lehre  |  472 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Die Wiederbringung aller Dinge

Vorbemerkung des Webmasters zu dieser Rede:

Viele der hier genannten und zitierten Aussagen hinsichtlich der Wiederbringung/Allversöhnung stehen nicht auf biblischem Fundament, sondern sind hellenistisch-philosophischen, esoterisch-mystischen und medial-visonellen Ursprungs. Aus diesem Grund stellen sie keine Referenzen für die ansonsten auf come2god.de vertretene biblische Allversöhnung-/Wiederbringungslehre dar, werden im Gegenteil explizit als unbiblisch und unnüchtern zurückgewiesen.

Lediglicher Sinn und Zweck der Veröffentlichung dieser Rektoratsrede ist eine kurze Übersicht der in den Jahrhunderten vertretenen Ansichten, Meinungen und Aussagen zum Thema Allversöhnung/Wiederbringung.


.

(Rektoratsrede, gehalten zur Jahresfeier der Universität Basel am 18. November 1960)

Hochansehnliche Versammlung!

1.
In den Bereich von Lehre und Forschung einer Universität gehört alles, was den Menschengeist bewegt, sowohl die unendlichen Reichtümer und Abgründe der Natur und des natürlichen Lebens als die unermeßlichen Schöpfungen, Probleme, Leiden, Leidenschaften, Sehnsüchte und Glaubensüberzeugungen des geistigen Lebens.

Einer der großen Inhalte dieses geistigen Lebens ist nun das Fragen und Ringen nach dem Sinn und dem Ziel der Menschheitsgeschichte, ja der Geschichte der ganzen Welt, des ganzen Kosmos, der ganzen Schöpfung überhaupt. Es dürfte daher nicht abwegig sein, wenn bei diesem feierlichen akademischen Anlaß von einer Lehre gehandelt wird, die eben das Ziel aller Geschichte zum Gegenstand hat, von der Lehre von der “Apokatastasis pantoon”, der Wiederherstellung oder Wiederbringung aller Dinge.

2.
In der Verkündigung des Neuen Testamentes können drei Konzeptionen der Lehre vom Ausgang der Weltgeschichte festgestellt werden.

[weiterlesen ...]

Autor: Staehelin, Ernst, Prof. Dr. | Kategorie(n): Allversöhnung, Irrlehre, Kirchentum  |  369 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   1

Babylon — Ein endzeitliches Geheimnis

Als Buch erwerben (0,00 EUR + Versandkostenpauschale)!

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort
DIE GROSSE FRAGE …
1. Das Ur-Babylon Nimrods
2. Das Neu-Babylon Nebukadnezars
3. Die Hure Babylon
    a) … als endzeitliche Gestalt
    b) … als religiöse Ausreife
    c) … als Geheimnis
    d) … als Hochburg des Okkultismus
    e) … und ihr plötzliches Ende
… UND IHRE ANTWORT
Das paulinische Gemeindeverständnis
Der Katholizismus
Der Protestantismus
Die Freikirchen
Der innerkirchliche Pietismus
Die Zukunft des Christentums
Die Antwort auf die gestellte große Frage
Das zweimalige »Gehet aus« im Neuen Testament
Eine unnötige Frage
Der geringe Überrest
Statt eines Schlußwortes
Anhang: Zitate von C. A. Auberlen
Literaturverzeichnis


.

Vorwort

Immer wieder werden einzelne Gesichtspunkte der hier behandelten Fragen angeschnitten, aber kaum einmal konsequent zu Ende durchdacht.

Nach zwei Anfang der Sechziger Jahre in »Licht+Leben« veröffentlichten Aufsätzen über endzeitliche Gefahren beschied der damalige Schriftleiter Wilhelm Busch über einen dritten mit dem Thema »Ökumene«: »Dieser Artikel ist vielleicht in fünf Jahren am Platz, jetzt aber — nach meiner Kenntnis der Dinge — noch nicht.« Der Verfasser hat nicht nur fünf Jahre gewartet, sondern fünfundzwanzig. Nun gab die damalige kleine Arbeit den Anstoß zu diesem Heft, wobei die inzwischen weitergegangene Entwicklung Berücksichtigung fand.

Im Bewußtsein der großen Verantwortung sind auch »heiße Eisen« im Blick auf aktuelle und uns hart bedrängende Fragen angepackt worden (andere Punkte werden vom Verfasser in Heft 9/10 dieser Reihe »Die Gefahren der Endzeit für die Gläubigen« behandelt. Wir haben es also heute nicht nur mit den bekannten Problemen der zweiten, dritten oder gar einer weiteren Generation zu tun, sondern zusätzlich noch mit endzeitlichen Verfallserscheinungen. Dabei ist Hand in Hand mit dieser Entwicklung ein Aufwachen der allerdings nur eine Minderheit darstellenden wahren Gemeinde Gottes das dringende Gebot der Stunde).

Dabei war es dem Verfasser ein Anliegen, eingedenk der apostolischen Mahnung die Wahrheit nicht rücksichtslos, sondern in der Liebe zu bezeugen (Eph. 4, 15) (wir sollten uns ausstrecken nach der gesunden Verbindung einer bis zum Äußersten gehenden opferbereiten Liebe mit unnachgiebigen Feststehen für die Wahrheit). »Es ist wichtig, daß wir uns davor hüten, grob unbiblische Aussagen der Gegenseite mit Genugtuung unserer ›Sammlung‹ einzuverleiben, um sie bei passender Gelegenheit gegen sie auszuwerten. Wer selber vor Gott gedemütigt ist, der kann nie mit Genugtuung die Fehler der anderen entdecken und registrieren, sondern er wird im Leidtragen vor Gott in diesen schmerzlichen Auseinandersetzungen stehen« (16/S. 137 — die erste Zahl weist auf die laufende Nummer des Literaturverzeichnisses (Seite 77 ff.) hin, die zweite gibt die Seitenzahl der Zitatquelle an).

Wie bestürzend für Karl Hartenstein (1894-1952) die Erkenntnis über die Hure Babylon (Offb. 17) gewesen sein muß (s. S. 58), offenbart sein offenes Eingeständnis, »daß es mir angst ist um die Auslegung dieses Kapitels 17. Denn ich weiß, wie gefährlich es ist, hier Dinge zu sagen, die auch die gläubige Gemeinde verletzen oder erschüttern können« (19/S. 156). Darf das aber ein Grund sein, sie zu verschweigen, während verführerische, verderbliche und andere unbiblische Stimmen sich frech zu Wort melden?

So konnte auch der Verfasser diese Zeilen nur mit wehem Herzen niederschreiben (s. Kapitel 3 e).

Deshalb gilt es, sich vor allzu schnellen Reaktionen zu hüten und alles gründlich vor dem Herrn zu bewegen, um dann ­ sollten wir von der Schrift her durch Überführung des Geistes eines Besseren belehrt werden — auch zur Aufgabe selbst lieb gewordener und bisher für selbstverständlich gehaltener Positionen bereit zu sein.

Bewußt gewählt wurde eine knappe Darstellung, so daß im Blick auf ausführlichere Einzelheiten auf die reichlich vorhandene Literatur verwiesen werden muß.

Heute trifft diese Feststellung aus der Zeit des Dritten Reiches noch viel mehr zu: »Alles Unechte bricht in unsern Tagen zusammen … Das ist ein Gericht über die seichte und oft schwindelhafte Art des Christentums und der Wortverkündigung in den letzten Jahrzehnten, die massenhaft ›törichte Jungfrauen‹ erzeugte. Darüber müssen wir Buße tun, d. h. unsern Sinn ändern« (42/S. 9/10).

Bei der Beschäftigung mit diesem Heft verliere man es nie aus den Augen, in welch einer ernsten Zeit wir leben und daß noch nie dagewesene Zuspitzungen auch einmalige besondere Entscheidungen abverlangen.

Der Verfasser


.

[weiterlesen ...]

Autor: Salomon, Gerhard | Kategorie(n): Das Böse, Das prophetische Wort, Endzeit, Irrlehre, Israel, Kirchentum, Religionen, Versuchung & Verführung  |  1,166 x gelesen

468 Artikel online •
6 Besucher online