Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Was haben ökologische und politische Katastrophen mit der Buße des Menschen zu tun?

(Nach einer Tonbandaufnahme eines Vortrags über Joel 1 und 2; überarbeitet und vom Verfasser durchgesehen)

Der Prophet Joel weist im ersten Kapitel seines Buches auf eine für uns Heutige höchst aktuelle Tatsache hin. Er macht dort deutlich, daß zwischen Katastrophen in Natur oder Politik und der Sünde des Volkes Israel, ja der Sünde der ganzen Menschheit, ein direkter und indirekter Zusammenhang besteht. Das heißt, diese Katastrophen ereignen sich nicht zufällig. In den Naturkatastrophen handelt Gott selbst. Sie sind Gerichte Gottes. In ihnen handelt Gott; denn es gibt ja kein Unglück, das der Herr nicht tut. Das ist ein Aspekt, den wir bei Joel ganz deutlich erkennen. Ich möchte dazu heute in 7 Punkten etwas sagen:

  1. Wir leben in einer Zeit nie dagewesener ökologischer Gefahren.
  2. Joel bringt die ökologische Katastrophe in Zusammenhang mit der Sünde des Volkes Israel.
  3. Auch politische Katastrophen haben etwas zu tun mit menschlicher Sünde und göttlichem Gerichtshandeln.
  4. Lösungsversuche ohne Buße müssen scheitern.
  5. Was sagen wir unseren Kindern?
  6. Gerichte Gottes können durch Buße und Umkehr aufgehalten oder reduziert werden.
  7. Gott läßt einmal, in Israel beginnend, nach gründlicher Buße den Segen zurückkehren.

1. Wir leben in einer Zeit nie dagewesener ökologischer Gefahren

In den Versen 1-4 des 1. Kapitels spricht Joel von einer katastrophalen Gleichgewichtsstörung in der Ökologie der Fauna. Wer will, kann in den vier Ausdrücken des 4. Verses — Nager, Heuschrecke, Abfresser, Vertilger — vier Stufen der Metamorphose eines einzelnen Insektes sehen; man kann sie auch als vier verschiedene Insekten auffassen. Auf jeden Fall bricht über die Bauern in Israel eine so große Katastrophe durch Insekten herein, daß das Land an den Rand einer Hungersnot gerät. Wie wir an späterer Stelle lesen, verfault der Same in der Scholle, die Vorratskammern sind leer, und das Opfer im Tempel bleibt aus (V. 17 und V. 9); es ist nichts mehr zu opfern und nichts mehr zu essen da. Es findet eine schwere Gleichgewichtsstörung in der Ökologie der Tiere statt. (Ökologie = Beziehungen der Lebewesen zur Umwelt; Haushalt in der Tier- oder Pflanzenwelt.)

Es ist heute unbestritten, daß wir in den letzten 20 bis 30 Jahren in diese Ökologie, in den Haushalt der Natur, im Zuge der hochentwickelten Landwirtschaft, die wir betreiben, entscheidend eingegriffen haben. Wir bekämpfen z. B. eine Unmenge von Insekten durch Schädlingsbekämpfungsmittel. Dabei ist klar: Wenn ich ein Insekt bekämpfe, dann wird sein Gegner überhandnehmen, der bislang den Ausgleich schuf. Wie gründlich haben wir die Maikäfer vertilgt! Früher war das für uns noch ein Spaß, im Mai in der Frühe des Morgens, wenn es noch kühl war, die Kirschbäume zu schütteln und die Mengen von Maikäfern einzusammeln, die da herunterkamen und für die wir sogar pro Kilogramm etwas Geld bekamen. Inzwischen haben wir sie vertilgt. Wir haben aber noch viel mehr vertilgt, wir haben den gesamten ökologischen Haushalt außer Rand und Band gebracht, und das ist nur sehr schwer wieder gutzumachen.

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Autor: Mössinger, Manfred | Kategorie(n): Gerichte Gottes, Israel, Völkerschaften  |  918 x gelesen

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Fleischliches Versagen und geistliche Erneuerung

(Nach einer Tonbandaufnahme — überarbeitet von Wolfgang Jugel)

“Und es geschah, als David und seine Männer am 3. Tage nach ZIKLAG kamen, da waren die AMALEKITER in den Süden und in ZIKLAG eingefallen; und sie hatten Ziklag geschlagen und es mit Feuer verbrannt” (1. Sam. 30, 1).

Wenn wir solches lesen, erhebt sich doch sofort die Frage: Warum hat Gott dies zugelassen? Hierzu müssen wir in unserer Bibel ein wenig zurückblättern.

Da wird David mit seinen 600 Männern Tag für Tag und Nacht um Nacht von dem verworfenen König Saul gejagt. Einmal birgt er sich in der Höhle Adullam, ein anderes Mal entflieht er in die Wüste Juda; dann wieder weilt er auf einer Bergfeste — und immer weiß er: Die Häscher Sauls verfolgen mich auf Schritt und Tritt! Andererseits hat er die großen Verheißungen Gottes empfangen: Du bist der Gesalbte! Du wirst einmal, König werden! Und schon oft hat er die Erfahrung gemacht, daß Gott auch in der allergrößten Not einen Weg findet, ihn und die Seinigen durchzubringen. 1. Sam. 26, 25 aber berichtet uns von einer Atempause; endlich kehrt einmal Ruhe ein.

Nun können wir aber gar nicht verstehen, was uns Kap. 27, 1 berichtet (dies führte nämlich letztlich zur Vernichtung Ziklags):

“Und DAVID sprach in seinem Herzen: Eines Tages werde ich ja doch durch die Hand Sauls umkommen; nichts kann mir besser sein, als daß ich eilends in das Land der PHILISTER entrinne; dann wird Saul von mir ablassen …”

Damit uns das lebendig wird, müssen wir einmal die Kapitel 1. Sam. 27-29 ganz durchlesen. Ich will nur einige Punkte herausstellen:

David hat einen großen Fehler gemacht, den auch wir begehen, wenn wir gleich ihm in Spannungen und Schwierigkeiten hineinkommen: Daß wir dann mit uns selbst zu Rate gehen und unser eigenes Herz befragen! Stattdessen sollten wir stille werden und uns einmal daran erinnern, wie der lebendige Gott in der Vergangenheit unseres Lebens gehandelt hat und welche kostbaren Verheißungen Er uns für die Zukunft gegeben hat. Dies hätte auch David tun sollen.

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Autor: Schadt, Robert | Kategorie(n): Glaubensleben & Wandel, Israel, Verwandlung & Erstattung  |  832 x gelesen

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Die Sonderstellung Israels in der Welt nach Gottes Plan

Über das auserwählte Volk Israel und seine Geschichte läßt sich ein Vierfaches sagen:

a) Kein Volk wurde je so sehr von Gott gesegnet

Israel wurden die Aussprüche Gottes anvertraut (Röm. 3, 2). Israel ist Gottes erstgeborener Sohn inmitten der Völkerwelt (2. Mose 4, 22-23), und so gehören Israel (nach Röm. 9, 4-5) die Sohnschaft, die Herrlichkeit, die Bündnisse, die Gesetzgebung, der Gottesdienst, die Verheißungen; aus diesem Volk der göttlichen Auswahl kommen auch die Väter, die Patriarchen, und — Jesus (dem Fleische, d. h. der menschlichen Abstammung nach). Bei den genannten Bündnissen ist an

den Glaubensbund Gottes mit Abraham (1. Mose 15),
den Gesetzesbund Gottes mit Mose (2. Mose 19-20) und
den Königsbund Gottes mit David und Salomo (2. Sam. 7; 1. Kön. 8-9)

zu denken. Bestätigt oder erneuert wurden diese Bündnisse im sog. Josuabund (Josua 24), Josiabund (2. Kön. 23) und Esrabund (Neh. 8-10).

Diesem Volk hat sich JEHOVAH, der Unwandelbare, durch Sein Wort in Gesetz und Prophetie geoffenbart; in diesem Volk wurde — in Stiftshütte und Tempel — eine Wohnung Gottes eingerichtet; Er erschien im brennenden Dornbusch (2. Mose 3), in der Israel Licht spendenden und die Ägypter verwirrenden Wolkensäule (2. Mose 14), in der Herrlichkeitswolke (2. Mose 16, 10) und im Wasser spendenden Felsen (2. Mose 17, 6; vgl. 1. Kor. 10, 4). Sie allein erhielten von Gott selbst geschriebene Gesetzestafeln (2. Mose 32, 16; 34, 1); um ihretwillen trieb der Herr Völkerschaften aus dem ihnen zugedachten Lande aus (2. Mose 34, 24; 5. Mose 4, 38; Josua 3, 10); ihnen wurden die größtmöglichen irdischen Segnungen versprochen (5. Mose 28, 1-14) und anbruchweise unter Josua, David und Salomo auch zuteil: Herrschaft über die Völker der Erde, Mehrung, Gesundheit, Reichtum und Überfluß, Sieg über Feinde und Erfolg bei allem Tun. Sie durften Jahrhunderte, bevor das Heil in JESUS CHRISTUS zu allen Völkern kam, zu einer Zeit, da die Völkerwelt ohne Gott und ohne Christus, ohne Bündnisse und ohne Hoffnung dahinlebte (Eph. 2, 11-12), Gottes Wort empfangen und Gemeinschaft mit Gott haben, Seine Siegesmacht und Seinen Segen, Seine Weisung und Seine Wunder erfahren.

b) Kein Volk hat so sehr gegen Gott gesündigt

Dieser Satz ist keine billige antisemitische Hetzparole, wie man sie in der Hitlerzeit zu hören bekam, sondern eine biblische Feststellung. Daß das Alte Testament Gotteswort und nicht jüdische Nationalliteratur ist, zeigt sich wohl nirgends so deutlich wie in den schonungslos harten Gerichtsworten, die hier über das auserwählte Volk zu finden sind.

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Heilsgeschichte, Israel  |  659 x gelesen

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Die ideale Frau

In Sprüche 31, 10-31 finden wir das Loblied eines Mannes auf seine “ideale Frau”, deren Vorzüge er in prächtigen Bildern schildert. Das herabsetzende, wegwerfende Urteil mancher frommen Männer über ihre Frauen entspricht ganz und gar nicht dem biblischen Leitbild. Sollten sie doch, bewegt von Christi Verhalten zu Seinem Leibe, “sich selbst ihre Frauen verherrlicht darstellen” (Eph. 5, 27), da ja die Frau ohnehin “des Mannes Herrlichkeit” ist (1. Kor. 11, 7). Weil “weder die Frau ohne den Mann etwas ist in dem Herrn, noch der Mann etwas ohne die Frau” (1. Kor. 11, 11), kann das Hohelied Salomos sowohl Schönheit, Vorzüge und Herrlichkeit der Braut als auch des geliebten Mannes preisen.

So dürfen wir von der Geisteshaltung des Königs LEMUEL (Spr. 31, 1) nur lernen: Der “Gottgeweihte”, “auf Gott Ausgerichtete” liebt seine Frau wie sich selbst und sieht in der Einswerdung von Mann und Frau in der Ehe ein prophetisches Geheimnis aufleuchten — das innige Gemeinschaftsverhältnis zwischen dem CHRISTUS und Seiner EKKLESIA. Paulus hat dies so gedeutet, ohne eine andere grundlegende prophetische Deutung ausschließen zu wollen, die den “Ehebund” zwischen JHWH und Seinem Weibe ISRAEL in immer neuen Texten und Bildern bezeugt.

Hinter allen Aussagen des prophetischen Wortes über das “ideale Weib” steht JHWH’s Lobpreis über Seine Braut und Sein Weib Israel. Dabei verfällt Gott nicht einer romantisierenden Idealisierung, sondern sieht als “der Gott der Hoffnung” Israel bereits in der Schönheit der Vollendung und Erlösung. Ob wir Spr. 31 lesen, ob Ps. 45 oder das Hohelied, überall leuchtet die Freude Gottes über das vollendete Israel auf. Ihm will Er sich “verloben in Ewigkeit, verloben in GERECHTIGKEIT und in GERICHT”, aber hernach auch “in GÜTE und BARMHERZIGKEIT”. Er spricht: “Ich will dich mir verloben in TREUE; und du wirst JHWH erkennen” (Hosea 2).

Der Gott und Heilige Israels will sich in Seiner Liebe selbst verschenken; der Reichtum Seiner Schöpfungsfülle genügt nicht, um Seiner Liebe Ausdruck zu geben. Er selbst ist der “Mann”, den man mit Recht nur verachten würde, wenn Er allen Reichtum Seines “Hauses” als Ersatz für die Liebe geben würde (Hohesld. 8, 7).

Alles Heilsgeschehen mit Israel zielt hin auf die “Hochzeit des Lammes” (das innere Programm des Messiasreiches), wo Ihm in vielen Auferweckungs- und Neugeburtswellen Ganz-Israel in heiliger Gerechtigkeit anvermählt wird, wobei die Gerichte den Gnadenerweis vorbereiten (Matth. 19, 28; Offb. 19, 6-9). Wenn schon ihr “Wegwerfen” die Versöhnung der Welt bewirkte, was wird ihr “Annehmen” (des Messias nämlich) anderes sein als geradezu Leben aus Toten (Röm. 11, 15)?

Ganz gewiß muß das WEIB JHWH’s, das im Götzendienst zur Hure und im Gericht zur scheinbar verlassenen Witwe wurde, noch schmerzliche Wege durch die endzeitliche Drangsal Jakobs gehen — bis hin zur Zerschmetterung der Kraft des heiligen Volkes (Dan. 12, 12); doch wird JHWH, der Ehemann Israels, Sein Vollziel erreichen und “sich Sein Weib herrlich darstellen — ohne Flecken und Runzeln und dergleichen etwas” (Eph. 5). Was Er mit der Vollendung der Gemeinde beginnt, wird Er mit Ganz-Israel vollenden; die Herrschaft Davids über JUDA in Hebron (= Gemeinschaft) vollendet sich in Seiner Herrschaft über alle Stämme ISRAELS in Jerusalem (der Gründung des Friedens; s. 2. Sam. 5, 1-4). —

In 12 Punkten seien nun die 14 Ruhmestitel des Weibes aus Spr. 31 zusammengestellt und auf das “ideale Israel” gedeutet; zuvor aber sollten wir in Übereinstimmung mit dem Schriftganzen die im Text verwendeten Symbole nennen und entziffern:

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Israel, Lehre  |  705 x gelesen

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Zionismus — Bolschewismus — Antisemitismus

Vorbemerkung: Dies ist die letzte Betrachtung zur Weltlage, die wir aus der Feder von Professor Ströter in der Zeitschrift “Das Prophetische Wort” abgedruckt fanden. Sie erschien erst nach seinem Tode im November/Dezember 1923. Da Ströter am 29. August 1922 in Zürich verstorben ist, muß er diese Betrachtung 1922 — wahrscheinlich aber schon wenige Jahre zuvor — verfaßt haben. Es wird darin das Negative am Judentum, sein Fluchwesen, nicht verschwiegen; viel kräftiger aber ertönt Ströters Nein zum hochmütigen, brutalen Antisemitismus. In geradezu prophetischer Weise — als sähe er im Zeichen des Hakenkreuzes, das er “das Symbol der erlösenden Liebe Gottes mit Teufelskrallen” nennt, Schlimmes kommen — mahnt und warnt er vor dem “gefährlichen Gift judenfeindlicher Gesinnung und Handlungsweise”. Hätte Ströter die Hitlerzeit erlebt, er wäre sicher einer der wenigen gewesen, die von Anfang an das teuflische Blendwerk und den frommen Schein durchschauten.
H. Schumacher


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Die Judenfrage ist brennend geworden, mehr als seit Jahrhunderten. Man braucht nur drei Worte auszusprechen: Zionismus, Bolschewismus, Antisemitismus — dann hat man sie in ihrer ganzen unheimlichen Ausgestaltung vor sich. Sie ist das drohendste, unheilvollste Ungewitter, das am Himmel der christianisierten Völkerwelt aufsteigt — höher und höher. Wer soll es bannen, wer es zerstreuen?

1. Um beim Z zu beginnen: Was will der Zionismus? Er bedeutet das erst seit 40 Jahren vernehmliche “Erwachen der jüdischen Nation”. Es war etwas Neues, die Welt Überraschendes, daß dieses rastlos umgetriebene, nirgends heimische Wandervolk, das überall nur geduldet wurde und nur zur Miete wohnte, anfing sich zu schütteln und von Heimat und Vaterland nicht nur dumpf zu träumen, sondern deutlich zu reden. Das fand bald seinen kräftigen Ausdruck in der bekannten Herzl’schen Schrift “Der Judenstaat”. Aus dem Inhalt dieses Buches erwuchs der politische (durchaus nicht religiöse) Zionismus. Er stellte mit viel Geschick, unter großem Enthusiasmus und unter dem Beifall vieler bibelgläubiger Nichtjuden Europas und Amerikas auf dem Ersten Zionistischen Kongreß zu Basel 1897 das bestimmte Programm der Forderung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina auf. In etwas mehr als 20 Jahren hat diese Bewegung an Tiefe, Stärke und Ausdehnung derart gewonnen, daß die beiden großen angelsächsischen Reiche, England und die Vereinigten Staaten von Nordamerika, die mit als Sieger aus dem Weltkrieg hervorgingen, sich in unzweideutiger Weise auf das zionistische Programm verpflichtet und dessen Durchführung dem jüdischen Volk versprochen haben. Ein Erfolg einer großen Idee, wie die ganze Völkergeschichte kaum einen ähnlichen aufweisen dürfte.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Israel, Völkerschaften, Zeitgeist, Zeitgeschichte & Politik  |  847 x gelesen

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Bannfluch zu Gunsten Israels?

(Röm. 9, 1-5)

Die Mutter sitzt am Krankenbett der kleinen Susanne und kann das Leid kaum mehr ertragen. Mehr im Fieberwahn als mit Bewusstsein eilt ihre 9-jährige Tochter unter qualvollen Schmerzen dem Tode entgegen. Gerne würde sie mit ihrer Tochter tauschen und für sie sterben, damit Susanne an ihrer Stelle weiterleben kann. Die Mutter denkt nicht so, weil sie den Tod sucht, sondern weil sie ihre Tochter von Herzen liebt. Wenn es eine Möglichkeit gäbe, die todbringende Krankheit von ihrer Tochter auf sich zu übertragen, wäre sie dazu bereit. Oft hat sie in den letzten Wochen davon gesprochen: “Ich wünschte, ich wäre an Susannes Stelle!” Aber dies ist nicht möglich. So bleibt es beim Herzenswunsch.

Von solcher Liebe war das Herz des Apostels Paulus bewegt, als er wünschte, vom Leben, dem Christus, getrennt zu werden, damit seine Brüder dem Fleische nach die Rettung in Christus erfassen können. In Röm. 9, 1-5 berichtet er von seiner Herzensnot und seinem Wunsch: “Wahrheit rede ich in Christus, ich lüge nicht, mein Gewissen bezeugt es mir in heiligem Geist: Große Betrübnis (Traurigkeit) ist in mir und unablässiger (unaufhörlicher) Schmerz in meinem Herzen — denn ich wünschte, selbst von Christus hinweg verbannt zu sein (durch einen Fluch von Christo entfernt zu sein) — für meine Brüder (zugunsten meiner Brüder), meine Stammverwandten dem Fleische nach, die Israeliten sind, denen der Sohnesstand und die Herrlichkeit gehören, die Bündnisse und die Gesetzgebung, der Gottesdienst und die Verheißungen, zu ihnen gehören die Väter und aus ihnen (ging) der Christus nach dem Fleische (hervor), der über allem Gott ist, gepriesen in die Weltzeitalter hinein! Amen!” (Konkordante Übersetzung; Vers 5 nach Schumacher).

Will Paulus sich denn wirklich vom Heil in Christus ausschließen, damit Israel an seiner Stelle Zugang bekommt? Weiß er denn nicht, dass das Heil Israels untrennbar mit der Vollendung der Gemeinde verbunden ist, so dass er nicht von Christus getrennt werden muss, sondern im Gegenteil zusammen mit den anderen Gliedern des Leibes zur Ausreife streben muss, um seinem Volk helfen zu können? — Überhaupt, kann man denn durch irgendein Opfer Heil für andere bewirken? Widerspricht dies nicht radikal der von Paulus selbst im Römerbrief dargelegten Gnade? Einer Gnade, die allein auf dem Opfer Jesu ohne irgendeine menschliche Leistung oder Ergänzung beruht? — Dies sind Fragen, die wir im folgenden versuchen, zu beantworten.

Was heißt gebannt sein?

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Autor: Wörz, Reiner | Kategorie(n): Israel, Paulus  |  771 x gelesen

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Die Judenfrage nach Römer 11

1. Der Kern der Judenfrage

“Ich sage nun: Hat Gott etwa Sein Volk verstoßen?” (Vers 1).

Unter den vielen brennenden Fragen, an denen unsere Zeit so reich ist, nimmt die Judenfrage mit Recht einen hervorragenden Platz ein. Wohl handelt es sich hier nicht um ein Volk, das sich an Zahl etwa mit den Indern oder Chinesen messen könnte. Die Bedeutung eines Volkes liegt aber nicht in seiner Zahl. So sind es auch nicht in erster Linie politische Probleme, die sich an die Judenfrage und ihre Lösung knüpfen. Auch die politischen Interessen sind nicht die höchsten in der Welt. Israel ist ein ganz eigenartiges Volk. Seine bisherige Geschichte spottet aller Versuche, sie nach den Gesetzen des gewöhnlichen Geschehens auf Erden zu erklären.

Israel hat eine Berufung und Erwählung unter den Völkern wie nie ein anderes Volk vor oder nach ihm. Wohl haben andere Völker nach Gott gefragt und gesucht, und Er hat sich ihnen nicht unbezeugt gelassen (Apg. 14, 17). Aber nur in Israel und durch Israel hat sich der Ewige und Wahrhaftige als solcher geoffenbart. Hohe Worte menschlicher Weisheit sind auf uns gekommen von Ägypten, Chaldäa, Indien, Griechenland und Rom. Aber das Heil — die endgültige Lösung aller Menschheitsfragen für Zeit und Ewigkeit — kommt allein von den Juden. “Ihnen ist anvertraut, was Gott geredet hat” (Röm. 3, 2). Andere Völker sind je und dann in den Bereich göttlichen Offenbarungswaltens hineingezogen worden, — Israel allein hat als Volk die Auszeichnung, der eigentliche Träger und Vermittler aller Gottesmitteilung an die übrige Menschheit zu sein. Das gibt der Judenfrage eine Bedeutung und Tragweite, wie sie keiner anderen eigen ist noch sein kann.

Was man heute in politischen und soziologischen Blättern gewöhnlich als Judenfrage darstellt, ist in Wirklichkeit nur ein kleiner Ausschnitt dieser Frage und betrifft meist Dinge, die am Rande liegen. Es ist zwar nicht zu verkennen, daß das Problem für die Völker weder einfach noch leicht ist, was sie denn eigentlich mit den Söhnen Jakobs in ihrer Mitte anfangen sollen, wie sie sich ihrer entweder erwehren oder aber sie wirtschaftlich und politisch verwerten und einsetzen sollen. Aber das alles ist letztlich von zweitrangiger Bedeutung. Nicht das ist die Frage, wie sich die Völker, ob einzeln oder in ihrer Gesamtheit, zu Israel stellen; sondern das ist die Frage, wie sich der Herr, der allerhöchste Gott, der Israel erwählt hat zu dem Volk Seiner Wahl verhalte. Ob in Osteuropa der Antisemitismus im Sinken oder ob er im Westen im Zunehmen begriffen ist, nicht das macht letztlich die Judenfrage aus. Ihr Kern und Mittelpunkt ist: Hat denn Gott Sein Volk verstoßen?

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Heilsgeschichte, Israel, Lehre, Paulusbriefe  |  632 x gelesen

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Die Nachtgesichte des Propheten Sacharja

Inhalt:

Vorwort
Einleitung Kap. 1, 1-6 — Die Berufung des Propheten
Das erste Nachtgesicht (Kap. 1, 7-17)
Das zweite Nachtgesicht (Kap. 2, 1-4)
Das dritte Nachtgesicht (Kap. 2, 5-9)
Zwei merkwürdige Einschaltungen (Kap. 2, 10-13 und 14-17)
   a) Die Aufforderung zur Flucht aus dem Mitternachtslande, aus der Tochter Babel (V. 10-13)
   b) Die Aufforderung zu Jubel und Freude (V. 14-17)
Das vierte Nachtgesicht (Kap. 3)
Das fünfte Nachtgesicht (Kap. 4)
Das sechste und siebente Nachtgesicht (Kap. 5)
Das letzte Nachtgesicht (Kap. 6, 1-8)
Der abschließende Krönungsakt (Verse 9-15)


.

Vorwort

Der Prophet Sacharja ist der größte von den sogenannten zwölf “kleinen” Propheten. Er bildet mit Haggai und Maleachi ein leuchtendes Dreigestirn, das Jahwe seinem aus Babylon zurückgekehrten Volk Israel in bedrängter Zeit aufgehen ließ. Denn wiewohl Israel damals eine wirkliche Befreiung aus der 70-jährigen Gefangenschaft erfuhr, so war damit doch die lange, bange Nachtperiode seiner Volksgeschichte nicht abgeschlossen. Dieselbe dauert vielmehr, wie jedermann weiß, bis auf den heutigen Tag fort. Dass nun der Prophet Sacharja jenen “Tag geringer Anfänge” Kap. 4, 10 erlebt hatte und auf eine so freundliche Heimsuchung seines gefangenen Volkes durch Jahwe zurückblicken durfte, stellt die ihm gegebenen Nachtgesichte in eine eigenartige Beleuchtung. Seine Weissagungen haben nämlich dadurch ihre Ausgangspunkte und Ansätze in tatsächlich erlebten Erweisungen der Rettertreue Jahwes gegen sein Volk. Aber sie liefern eben dadurch den klarsten Beweis, dass Gottes Liebesabsichten mit Israel keineswegs ihre erschöpfende Erfüllung fanden in dem, was die Rückkehr aus Babel an tatsächlicher nationaler Wiederherstellung gebracht hatte. So wird uns die Betrachtung gerade dieses prophetischen Buches in besonders deutlicher Weise zeigen, dass wir die Ausführung und Vollendung dessen, was Jahwe mit seinem Volk Israel vorhat, um an ihm seinen Ruhm groß zu machen, wie Jes. 43, 21 geschrieben steht, keineswegs in der Geschichte der Vergangenheit zu suchen haben. Die Nachtgesichte Sacharjas haben ihre Erfüllung noch nicht gehabt, sondern dieselbe steht noch bevor.

Zugleich tritt in ihnen unverkennbar die göttliche Art zutage, die großen Verheißungen einer herrlichen Zukunft bestimmt und deutlich auf dieselben Linien zu stellen, auf denen sich die wiederherstellende und erlösende Gnade Jahwe bereits geschichtlich bewegt hatte. Darin erblicken wir die Gewähr, dass auch die zukünftige, endgültige Erfüllung dieser Gesichte auf den gleichen Linien geschehen wird. Wir weisen deshalb alle Versuche, für diese Gesichte eine sogenannte “geistige” Erfüllung, etwa in der geschichtlichen Entwicklung der Gemeine Gottes aus den Nationen zu finden, bestimmt zurück. Vielmehr erwarten wir, dass sich alles, was Gott in diesen Gesichten von Volk und Land, seiner Stadt und Tempel, von Königshaus und Priestertum geredet, in der Zukunft wortgetreu und geschichtlich an eben denselben vollziehen wird. Nur darin, glauben wir, wird die gläubige Gemeine den rechten Boden finden, auf dem sie fest Stellung nehmen und priesterlich fürbittend einstehen kann, bis Jahwe alles wahrgemacht, was er Israel Gutes zugesagt hat und Jerusalem wieder zu einem Ruhm gesetzt hat auf Erden (Jes. 62, 6.7).

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Heilsgeschichte, Israel  |  418 x gelesen

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Israel — Das Wundervolk Gottes

— Ein Wort an Juden und Christen —

Israels Entstehen

Das große Gericht der Flut war vorüber. Eine neue Menschheit breitete sich aus auf der Erde. Sie offenbarte bald ihr gottentfremdetes, gottwidriges Wesen. Das Heidentum wurde geboren. Babel entstand, die Mutter aller Hurerei und greulichen Abgötterei. Kunst und Wissenschaft, Literatur, Technik und Geisteskultur standen in höchster Blüte. Trotzdem war Finsternis auf der Erde und Dunkel bedeckte die Völker.

Da kam das gnädige, schöpferische Wort des göttlichen Rufs an Abraham zu Ur in Chaldäa: “Gehe aus!” Das Wort gebar den Glauben. Durch den Glauben verleugnete Abraham alle chaldäische Weltkultur und Menschenherrlichkeit, ging hin und ward ein Fremdling im verheißenen Lande, von dem ihm Gott noch nicht einen Fußbreit gab, und wohnte in Hütten. Abraham ward kein Städtegründer, kein Pionier chaldäischer Zivilisation und Kultur. Er wartete auf die Stadt, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. Sein Neffe Lot, der mit ihm auszog, versuchte sich als Reformer in Sodom. Kaum rettete er das eigene Leben aus dem Feuergericht. Sein Same ward ein beständiges Ärgernis für Gottes Volk. Aber dem Abraham schwur Gott: “Dein Same soll sein, wie die Sterne am Himmel und der Sand am Meer, und in deinem Samen sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde.” Und Abraham glaubte dem Herrn abermals, zur Gerechtigkeit. So ward er Israels Vater, der Vater aller Gläubigen.

Aber Israel hat nicht nur einen Stammvater, es hat deren drei. Israels Gott ist der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs. Eine dreifache Vaterschaft, ganz wie sich’s ziemt für das auserwählte Bundesvolk des ewigen, dreieinigen Gottes.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Heilsgeschichte, Israel  |  410 x gelesen

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Reich Gottes und Gemeinde

Worin unterscheiden sie sich? Wie verhalten sie sich zueinander? Welchen Platz nehmen sie ein im großen göttlichen Haushalt und Weltplan? Inwiefern gehören beide der Gegenwart an? Was haben beide von der Zukunft zu erwarten und für die Zukunft zu bedeuten? Welchen Anteil an ihnen hat die Erde, welchen der Himmel? In welchen Beziehungen stehen beide zu Israel, dem Träger aller Gottesoffenbarung, dem Volk göttlicher Erwählung für alle Zeiten? Was bedeutet beiden Christus, der Sohn Gottes und des Menschen Sohn?

Ein Blick über diese und einschlägige Fragen belehrt uns sofort über die Bedeutung und Wichtigkeit möglichst genauer, biblisch gesicherter Einsicht in das Wesen beider. Es herrscht in weiten Kreisen auch entschieden schriftgläubiger Christen viel Unklarheit, viel Verwirrung auf diesem Gebiet. Die Schuld liegt aber nicht an der mangelhaften Beschaffenheit der göttlichen Schriftoffenbarung. Sie hat ihren Hauptgrund in unserem Mangel, das Wort der Wahrheit recht zu teilen, eine Fertigkeit, die uns als rechtschaffenen Arbeitern im Werk Gottes eigen sein muß (2. Tim. 2, 15).

Vielleicht kommen wir am leichtesten und sichersten vorwärts, wenn wir versuchen, aus der Schrift die Antwort auf die einzelnen Fragen zu finden, die wir an den Anfang unserer Untersuchung gestellt haben.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Gemeinde, Heilsgeschichte, Israel, Lehre  |  363 x gelesen

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