Laßt uns nie vergessen, daß immer der Fleischgeborene den
Geistgeborenen lästert und verfolgt, und nie umgekehrt (Gal. 4,29).


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Hat Christi Wiederkunft etwas mit dem Weltuntergang zu tun?

»Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in Seiner Herrlichkeit und alle Engel mit Ihm, dann wird Er auf dem Thron Seiner Herrlichkeit sitzen« (Matth. 25, 31).

»Das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes, sodass die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit frei gemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes« (Röm. 8, 19.21).

Je näher wir dem Ende kommen und je mehr sich Katastrophen nie gekannten Ausmaßes weltweit häufen, desto mehr tauchen in den Medien Begriffe wie »Endzeit« und »Apokalypse« auf. Die Welt spürt, dass uns gewaltige Veränderungen und Gefahren bevorstehen. Wenn in jüngster Zeit Christen aus aller Welt nach Jerusalem zogen, um auf dem Ölberg — wie sie meinen — die Wiederkunft Christi aus nächster Nähe zu erleben, dann berichten die Medien, diese Menschen würden dort den Weltuntergang erwarten. Dass Christi Wiederkunft von Menschen, die die Bibel nicht kennen, mit dem Weltuntergang in Verbindung gebracht wird, kann uns nicht verwundern. Leider beruht diese Ansicht aber auf der kirchlichen Lehre (die auch von vielen Freikirchlern übernommen wird), dass Christus am »Jüngsten Tag« zum »Jüngsten Gericht« wiederkommen wird. Beide Begriffe werden mit dem Weltuntergang gleichgesetzt. Damit wird die Wiederkunft Christi auf den »Sankt-Nimmerleins-Tag« verschoben.

Welchen Sinn sollte die Wiederkunft Christi haben, wenn gleichzeitig die Welt — Himmel und Erde — untergeht? Die Schrift bezeugt uns an vielen Stellen, dass Christus in großer Macht und Herrlichkeit wiederkommen wird, um der Welt Frieden und Gerechtigkeit zu bringen. Dann werden sich das Harren der Schöpfung und die Erwartung der Gemeinde und des Volkes Israel erfüllen.

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Autor: Herbst, Gerhard | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte  |  237 x gelesen

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Biblische Beweisführung über das Ende der “Hölle”

Vorbemerkung von Heinz Schumacher:

Nachdem in jüngster Zeit in christlichen Publikationen mehrfach von der »Hölle« die Rede war, wollen auch wir uns des Themas annehmen. Vorab sei angemerkt, dass das Wort »Hölle« in der Bibel überhaupt nicht vorkommt, wohl aber ist die Rede von der Gehenna (u. a. in Matth. 5, 22.29; 10, 28; 23, 33; Mark. 9, 43.45.47), vom »äonischen Feuer« (u. a. in Matth. 25, 41; Jud. 7) und vom Feuersee (Offb. 19, 20; 20, 10.14.15; 21, 8). — In der ihm eigenen Gründlichkeit hat Professor E. F. Ströter 1915 das Aufhören der Feuersee-Pein (»Höllenpein«) biblisch bewiesen*. Im Folgenden können Sie diesen Text lesen, leicht gekürzt und mit Zwischenüberschriften versehen. Gewaltige Gedanken in gewaltiger Sprache!

(* In seinem Buch »Das Evangelium Gottes von der Allversöhnung in Christus«, S. 288-307 in der verlinkten PDF-Datei.)


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Als letzter Feind wird der Tod abgetan (1. Kor. 15, 26)

Ein kurzes, knappes, aber ungemein inhaltreiches Wort. Zunächst ist zu bemerken, dass dasselbe in erfrischender Deutlichkeit aufräumt mit der philosophischen Lüge, dass der Tod ein wahrer Freund der armen Menschheit sei, daher der Name »Freund Hein«.

Dass der leibliche Tod unter gewissen Umständen als eine Art Befreiung oder Erleichterung eines schweren, schier unerträglichen Loses voll furchtbarer Schmerzen, Gebundenheiten und dergleichen angesehen werden kann, ist zuzugeben. Aber das gilt auch nur unter gewissen Voraussetzungen, z. B. wenn Christus unser Leben geworden, dann ist Sterben Gewinn (Phil. 1, 21). Gewiss aber nicht in dem Sinne, dass es uns wirkliche Erlösung brächte, sondern nur so, dass wir durch den Triumph dessen, der dem Tode die Macht genommen hat, auch imstande sind, über ihn zu triumphieren, insofern, als er uns nur in die innigere, ungetrübte Gemeinschaft mit seinem Besieger bringen muss.

Dabei steht die Erlösung unsres Leibes aus seinen Banden durch Auferstehung noch aus. Daher betont auch derselbe Paulus, der Sterben als einen Gewinn bezeichnen durfte, mit großer Bestimmtheit: Lieber nicht Entkleidetwerden, d. h. leiblich Sterben, sondern Überkleidetwerden, damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben (2. Kor. 5, 4).

Nein, die Schrift behält unter allen Umständen Recht gegen allen Betrug der Finsternis und Philosophie. Der Tod ist ein Feind des Lebens. Daher ist von einem völligen Triumph des Lebensfürsten in der ganzen weiten Schöpfung nur dann erst die Rede, wenn der letzte Feind, der Tod, ganz aufgehoben sein wird. Und das ist es, was uns dieses Wort in bestimmte Aussicht stellt. Was will es uns sagen?

Man mag sich den Inhalt dieser Verheißung (1. Kor. 15, 26) ausdenken, wie man will, eins ist ganz unabweislich: Sie kann niemals als erfüllt gelten, solange noch irgendwo im ganzen weiten Bereich der Herrschaft des Herrn Jesus irgendein anderer Feind als solcher existiert und sein Wesen hat.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Allversöhnung, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte  |  914 x gelesen

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Die Menschen der letzten Tage

Gekürzte Zusammenfassung von Wortdiensten der Brüder Karl Geyer, Willy Schirrmacher, Otto Hoffmann, Heinz Schumacher über 2. Tim. 3, 1-5 auf der Karlsruher Jugendfreizeit vom 7. bis 10. April 1955; mit eigenen Worten wiedergegeben und ergänzt von Heinz Schumacher

“Dieses aber wisse, daß in den letzten Tagen schwere Zeiten da sein werden; denn die Menschen werden eigenliebig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, heillos, ohne natürliche Liebe, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend, Verräter, verwegen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen hebend als Gott, die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen; und von diesen wende dich weg!” (2. Tim. 3, 1-5)

Dieses aber wisse …! Wie manches andere Zeugnis des Neuen Testamentes zeigt auch diese Aufforderung des Nationenapostels an seinen geistlichen Sohn Timotheus die lebendige Naherwartung des wiederkommenden Herrn, wie sie in den Urgemeinden durchweg lebendig war (vgl. dazu etwa 1. Thess. 4, 17; 1. Kor. 7, 29; 2. Kor. 5, 4; Röm. 8, 11). Nur weil Paulus durch Offenbarung Jesu Christi wußte, daß der gegenwärtige Äon seinem Abschluß entgegengeht und daß die “letzten Tage” (nämlich des gegenwärtigen Äons) nahe bevorstehen, konnte er es für notwendig erachten, die besonderen Charakterzüge und Erkennungsmerkmale dieser Zeit hier zur Belehrung und Warnung herauszustellen. Denn nur, wer eine Zeit ihrem Wesen und Charakter, ihrer “Tendenz” und ihrem “Zeitgeist” nach durchschaut hat, ist in der Lage, sich inmitten einer solchen Zeit richtig, d. h. wortgemäß zu verhalten.

Ist diese Naherwartung des Paulus ein “Irrtum”, über den wir längst “erhaben” sind, die wir längst denken und vielleicht auch sprechen lernten: “Mein Herr kommt noch lange nicht!” (Matth. 24, 48.49)? Oder haben wir es hier nicht vielmehr mit einer prophetischen Fernschau von ganz besonderer Deutlichkeit und Schärfe zu tun, die dem Träger dieser Prophetie, der ja gleichsam durch ein göttliches Fernrohr schauen durfte, als ganz nahe bevorstehend erscheinen mußte?

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Autor: Diverse | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Heilsgeschichte, Zeitgeist  |  559 x gelesen

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Prophetie für die Nationen

Der von der Bibel angezeigte dritte Korpus ist die Nationenwelt. Dieser Körper ist allerdings ein waschechter Unheils-Körper, der bestehen bleibt, bis auch ihm in den Heilszeitaltern das volle Heil zuteil wird.

Als Korpus müssen auch die Nationen bewertet werden, weil sie ihre organische Vereinigung im Antichristen finden. Somit ist das vorausgehende und ausreifende Antichristentum gleichfalls korporativ zu sehen. Auch das Antichristentum ist ein Gebilde mit Haupt, Leib und Gliedern.

Von den Nationen spricht das prophetische Wort nur im Zusammenhang mit den anderen Körpern: Israel und Gemeinde Jesu Christi. Allein der Anfang der Nationen ist gesondert erwähnt. In ganz großen Zügen wird berichtet, daß “die Menschen vom Geiste Gottes sich nicht strafen ließen” (1. Mos. 6, 3) und darum in allem Eifer in antigöttlicher (= anstattgöttlicher) Weise die Einheit erstrebten, die im Turmbau zu Babel ihre Darstellung fand. Jedoch war für diesen Korpus die endgültige “Gottesstunde” noch nicht da. Gott hat ihn zunächst nach seiner Weise zerschlagen und zerteilt. Die Teile — Nationen genannt (Luther: Heiden) — sind in alle Himmelsrichtungen verstreut worden und bilden seit jener Zeit die undefinierbare und undisziplinierte Nationen-Welt.

Die anderen Körper nehmen zur Nationenwelt eine unterschiedliche Stellung ein. Der “Leib Jesu Christi” ist aus den Nationen herausgewählt und hat eine Herauswahl-Stellung. Das “Weib Jesu Christi” ist für die Nationen erwählt und hat eine nationale, schließlich eine internationale Stellung. Die Gemeinde hat darum zur Nationenwelt eine indirekte Beziehung, Israel dagegen eine direkte. Die Gemeinde ist unter den Nationen ein “Fremdkörper”, Israel dagegen ist bis zu einer gewissen Zeit der verwandte oder sogar der gleichgeartete Körper. Israel ist eine Nation unter den Nationen.

Nach der eindeutigen Darstellung des prophetischen Wortes steht die Nationenwelt im Zeichen des Tieres! Hierbei darf nicht zuerst das tierische, d. h. das bestialische Wesen gesehen werden, sondern das untergeordnete und unterstellte. Das Tier gehört zur untergeordneten Kreatur.

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Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Heilsgeschichte, Kirchentum, Völkerschaften  |  558 x gelesen

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Prophetie für Israel

Israel ist nach der Gemeinde, dem “Leib Christi”, der zweite Heilskörper. Diesem Israel ist “Blindheit widerfahren solange, bis das Vollmaß aus den Nationen (= Leibesgemeinde) eingegangen ist” (Röm. 11, 25.26). Alsdann wird der Heilskörper erneut eingesetzt, damit er in vollkommener Weise seine Aufgaben erfülle.

Der grundsätzliche Unterschied der beiden Heilskörper besteht darin, daß der “Leib Christi” seine Begründung in den himmlischen Regionen hat (Eph. 1, 4) und deshalb auch seine Dienste zur Hauptsache im Himmlischen erhält (1. Kor. 6, 2.3). Der Leib Christi hat, wie sein Haupt, vorgeschichtliche, übergeschichtliche und überdimensionale Verhältnisse. Dagegen ist der zweite Körper das “Weib Christi”, das nach der Brautzeit dem Manne zugeführt und angetraut wird. Israel geht seit seinem Bestehen nach dem göttlichen Vorsatz: “Ich will mich mit dir verloben in Ewigkeit; ich will mich mit dir vertrauen in Gerechtigkeit und Gericht, in Gnade und Barmherzigkeit. Ja, im Glauben will ich mich mit dir verloben und du wirst den Herrn erkennen” (Hosea 2, 21.22). Diese Braut wird dem Bräutigam in der “Reifezeit” zugeführt und wird nach der “Hochzeit” als das Weib Christi seine Dienste in der irdischen Sphäre übernehmen. Darum hat dieser Heilskörper eine irdische Begründung und eine irdische Existenz. Seine Anfänge liegen in der Unheilszeit, in der das Heil Gottes zur Ausführung gelangen soll. Der göttliche Heils-Haushalt erhält eine “Gehilfin”. Der zweite Heilskörper ist in der erfüllten Zeit dem “Manne” angetraut und behält darum die weibliche Art und den Wirkungsplatz, der dem Weibe gebührt.

Wichtig ist es, den Anfang dieses Heilskörpers festzustellen. Er liegt nicht wie bei der Leibesgemeinde “vor Grundlegung der Welt”. Darum hat er mit den “Grundlegungen” nichts zu tun. Der Anfang des zweiten Heilskörpers liegt in der Zeit des ausgereiften Unheils und der Heilsvollführungen. Es ist die Zeit, in der das Heil Gottes in der Welt des Unheils “irdisch ausgeboren” werden muß. Darum hat dieser Körper von Anfang an mit den “Geburten” zu tun und hat darum weibliche und mütterliche Bestimmung. Die Geburtsstunde dieses Körpers liegt in jener göttlichen Beurkundung: “Durch deinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden” (1. Mos. 22, 18).

Mit Abraham ist Israel gezeugt, und mit Isaak und Jakob geboren (lies alle Schriftstellen, die in Abraham, Isaak und Jakob Israel begründet sehen). Dieses Israel hat als das weibliche Wesen auch den “Messias nach dem Fleisch geboren” (Sach. 9, 9). Und in der Fülle der Zeiten wird dieses Weib, das dann dem Manne angetraut sein wird, die “messianischen Erfüllungen” gebären (Offbg. 12, 5; Sach. 8, 20-23). — Von diesen Heilsvollführungen durch Israel spricht das gesamte prophetische Wort.

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Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Heilsgeschichte, Israel  |  238 x gelesen

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Jesus wandelt auf dem See

Da nun Jesus erkannte, daß sie kommen und Ihn ergreifen wollten, auf daß sie Ihn zum König machten, entwich Er wieder auf den Berg, Er selbst allein. Als es aber Abend geworden war, gingen Seine Jünger hinab an den See, und sie stiegen in das Schiff und fuhren über den See nach Kapernaum. Und es war schon finster geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen; und der See erhob sich, indem ein starker Wind wehte. Als sie nun etwa fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gerudert hatten, sehen sie Jesus auf dem See wandeln und nahe an das Schiff herankommen, und sie fürchteten sich. Er aber spricht zu Ihnen: Ich bin’s, fürchtet euch nicht! Sie wollten Ihn nun in das Schiff nehmen, und alsbald war das Schiff an dem Lande, zu welchem sie hinfuhren (Joh. 6, 15-21; vergl. Matth. 14, 22-33 u. Mark. 6, 45-52).

I.

Der Herr hatte die Vielen gespeist. Solch einen Brotgeber konnten sie gebrauchen. Deshalb wollten sie sich Seiner mit Gewalt bemächtigen, um Ihn zum König zu machen. Da wäre Er auf immer ihren Wünschen verpflichtet und ihren Zwecken dienstbar gewesen. Diesem Vorhaben entzieht Er Sich und geht allein auf einen Berg, um zu beten.

Dann wird es Abend, und die Jünger fahren allein über den hochgehenden See, den ein starker Wind aufwühlt. Die Dunkelheit ist bereits eingetreten, doch Jesus ist noch nicht zu ihnen gekommen. Er sieht vom Berge aus ihre Not und kommt zu ihnen. Zuerst erschrecken sie. Dann aber erkennen sie Ihn, und sogleich ist das Boot am Lande, am Ziel.

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Glaubensleben & Wandel, Heilsgeschichte  |  390 x gelesen

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Ägypten im Heilsplan Gottes

Unter allen Ländern, die neben dem “Heiligen Land” in der Schrift genannt werden, nimmt Ägypten einen ganz besonderen Platz ein; der Name dieses Landes am Nil und des in ihm wohnenden Volkes kommt mehr als siebenhundertmal darin vor. Schon allein diese Tatsache macht es deutlich, daß dieses Land im Ratschluß Gottes, gerade in Verbindung mit Gottes auserwähltem Volk Israel, eine sehr wichtige Rolle spielt.

Die Geschichte Ägyptens reicht in eine nebelhafte Vergangenheit zurück, in das dritte Jahrtausend vor Christus. Zur Zeit Abrahams, um 2000-1800 v. Chr., war bereits die 12. Dynastie auf dem Herrscherthron des Mittleren Reiches. Zu dieser Zeit standen schon die Pyramiden, jene riesigen Bauwerke der bekannten Pharaonen Snofru, Cheops und Chefren, die heute noch allen Reisenden, die sie aufsuchen, Staunen und Bewunderung abnötigen. Man vermutet, daß die gewaltigen Steinblöcke, im Gewicht von oft mehreren Tonnen, auf einer aufgeschütteten schiefen Ebene immer höher gehoben und schließlich in der Pyramide zusammengebaut wurden. Aber das “Wie?” der genauen Zusammenpassung in einer fast fugenlosen Millimeter-Maßarbeit ist den Architekten und Baufachleuten unserer Zeit immer noch ein Rätsel.

Von der Cheopspyramide in Gizeh (der “großen” Pyramide) in der Nähe der früheren Sonnenstadt Heliopolis sagt Herodot, der Vater der Geschichtsschreibung, daß 100.000 Männer, die alle drei Monate abgelöst wurden, über 30 Jahre, einschließlich 10 Jahre vorbereitender Steinbrucharbeiten, daran beschäftigt waren. Sie bestand aus 203 übereinander lagernden Mauerwerkschichten, war 152 m hoch und hatte an der quadratischen Basis eine Seitenlänge von 230,28 m. Sie bedeckte eine Fläche von 5,30 ha, und jede ihrer Seitenflächen maß 2,22 ha, alle vier zusammen 8,9 ha. Ursprünglich war sie mit fein polierten Kalksteinblöcken bedeckt, die im grellen Sonnenlicht Ägyptens wie mächtige Spiegel wirkten, deren starke Lichtausstrahlung weit im Lande gesehen werden konnte. Die alten Ägypter nannten sie darum Ta Khuti = das Licht, oder auch Ikhet = das herrliche Licht; und der Geograph Strabo sagte von ihr: “Sie gleicht einem vom Himmel herabgelassenen Bauwerk, unberührt von Menschenhand.”

Ehe der Name des Landes in der Bibel erwähnt wird, erscheint der Name des Stammvaters seiner Bewohner, und zwar 1. Mo. 10, 6, wo wir lesen: “Die Söhne Hams (des Sohnes Noahs): Kusch und Mizraim und Put und Kanaan.” Die Fußnote der “Elberfelder Bibel” deutet die Namen Kusch und Mizraim und Put folgendermaßen: Äthiopien, Ägypten und Mauretanien (im Altertum eine römische Provinz, das heutige Marokko). Der alte biblische Name Ägyptens wurde mir 1956 während des Sinaifeldzuges wieder ins Gedächtnis gerufen. Als ich eines Abends die Einstellknöpfe an meinem Radio drehte, hörte ich mit einem Mal einen Kriegsbericht in jiddischer Sprache über den Vormarsch der Israelis gegen “Mizraim”, worüber ich damals recht überrascht und erstaunt war.

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Autor: Wollenberg, Ewald | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Heilsgeschichte  |  376 x gelesen

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Die Urschöpfung

“Am Anfang schuf Gott die Himmel und auch die Erde” (1. Mose 1, 1).

Der Mensch hat es nie mit der Urschöpfung zu tun gehabt — er ist von seinem Anfang an in die gefallene Schöpfung eingetreten. Als der Mensch geschaffen wurde, war schon Satan, waren also schon gefallene Engel da. Als er geschaffen wurde, war schon der Tod da. Der Tod ist ja nach der Schrift nicht durch den Menschen eingeführt, sondern durch Satan. Satan hat des Todes Gewalt.

Der Mensch wurde uranfänglich in die gemischte Welt gestellt, wo Licht und Finsternis kämpfen. Er hat es von Anfang an nicht mit der Schöpfung, sondern mit der Erlösung der gefallenen Schöpfung zu tun. Darum ist auch sein Gottesbuch, das ihm als Offenbarungsbuch übergeben ist, ein Erlösungsbuch. Es ist von Anfang bis zum Schluß ein einheitliches Buch. Der Erlösungskampf ist sein Thema. Der Anfang dieses Erlösungskampfes steht 1. Mose 1, das Ende, der siegreich durchgeführte Kampf, Offb. 22.

Die Schöpfung, die eigentliche, sündlose Urschöpfung ist nur mit einem einzigen kurzen Vers in der Bibel erwähnt, in 1. Mose 1, 1. Ganz nach der von uns schon oft genannten Regel der Perspektive ist der Schöpfungsäon in gedrängtester Kürze geschrieben, ebenso der Äon des Falles der Urschöpfung und der Verderb der Erde. Erst die Neuschöpfung, der erste Erlösungsäon, ist dann eingehender berichtet; das geht uns schon näher an.

Die beiden ersten Verse der Bibel müssen von der Urschöpfung und ihrem Fall berichten, sonst wäre uns das überhaupt nirgends in der Bibel erzählt. Mit Recht werden wir fragen, wann, wo und wie sind denn die unzähligen Engelwelten geschaffen worden? Wann ist Satan gefallen? Und mit Recht könnten wir fragen, woher kommt denn eine Erde, die wüst und leer ist? Die hat Gott doch gewiß nicht so geschaffen. Woher kommt denn Finsternis? Gott wohnt doch in einem unzulänglichen Licht. Und bei Gott ist doch durchaus gar keine Finsternis (1. Joh. 1, 5). Mit Recht könnten wir fragen, woher kommt die grausige Gerichtstiefe, von der 1. Mose 1, 2 die Rede ist? Das bedeutet nämlich das Wort Tiefe: eine erstaunliche Gerichtstiefe.

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Autor: Böhmerle, Theodor | Kategorie(n): Heilsgeschichte, Unsichtbare Welt  |  382 x gelesen

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Der Aufruhr Korahs und das Wesen der Sünde

“Und Korah, der Sohn Jizhars, des Sohnes Kehaths, des Sohnes Levis, unternahm es, und mit ihm Dathan und Abiram, die Söhne Eliabs, und On, der Sohn Peleths, die Söhne Rubens, und sie standen auf gegen Mose, mit 250 Männern von den Kindern Israel, Fürsten der Gemeinde, Berufenen der Versammlung, Männern von Namen. Und sie versammelten sich wider Mose und wider Aaron und sprachen zu ihnen: Laßt es genug sein! denn die ganze Gemeinde, sie allesamt sind heilig, und der Herr ist in ihrer Mitte! Und warum erhebt ihr euch über die Versammlung des Herrn?” (4. Mose 16, 1-3)

Was wir in diesen und den folgenden Versen von 4. Mose 16 vor uns haben, ist ein Gemeindestreit besonderer Art. Nicht nur wurde er auf eine außergewöhnliche Weise von Gott beendet und gerichtet, nicht nur barg er besonderen Zündstoff in sich, weil er zugleich ein Streit unter Verwandten war, und nicht allein spielt er sich vor einem ungewöhnlich dunklen Hintergrund der Geschichte Israels ab — an dieser Rebellion in der Wüste Paran läßt sich auch so besonders deutlich erkennen, worin das Wesen der Sünde eigentlich besteht.

Wie ernst Gott das Ganze nahm, läßt sich daran messen, wie streng Er es bestrafte. Mose darf in V. 29 und 30 der ganzen Gemeinde die drohenden Worte entgegenschleudern: “Wenn diese sterben, wie alle Menschen sterben, und mit der Heimsuchung aller Menschen heimgesucht werden, so hat der Unwandelbare mich nicht gesandt; wenn aber der Herr ein Neues schafft und der Erdboden seinen Mund auftut und sie verschlingt mit allem, was ihnen angehört, und sie lebendig in den Scheol (das Totenreich) hinabfahren, so werdet ihr erkennen, daß diese Männer den Herrn verachtet haben.” Kaum hatte er diese Worte ausgeredet, da geschah das Außerordentliche: der Erdboden spaltete sich, die Erde tat ihren Mund auf und verschlang die Rebellen samt ihren Familien und Anhängern und ihrer ganzen Habe. Sie fuhren lebendig ins Totenreich hinab, und die Erde bedeckte sie (Verse 31-33).

Bevor wir uns ansehen, worin denn diese so außergewöhnlich streng und furchterregend bestrafte Sünde bestand, sei noch ein Blick auf die verwandtschaftlichen Verhältnisse und die geschichtliche Epoche geworfen, in der sich dieser Aufruhr ereignete. Ersteres verdeutlichen wir am besten durch eine Skizze:

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Heilsgeschichte, Israel, Versuchung & Verführung  |  263 x gelesen

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Was sagt die Schrift zum Weltuntergang?

An zahlreichen Stellen der Bibel ist von der Wiederkunft unseres Herrn die Rede. Der durch sein Lexikon zur Bibel wie durch die Herausgabe der Wuppertaler Studienbibel und anderer Schriften bekannte Fritz Rienecker sagt dazu in seiner Broschüre “Wenn dies geschieht …” u. a.: “Vor ihnen allen (nämlich den Menschen, die gelebt haben, die leben und die leben werden) wird unser Herr sichtbar erscheinen und in unvorstellbarer Majestät und Macht sich zeigen. Diese Wiederkunft wird in den 929 Kapiteln des Alten Testaments 1527 mal erwähnt und in den 260 Kapiteln des Neuen Testaments 319 mal angekündigt. So einzigartig wichtig war den biblischen Schreibern dieses Ereignis.”

Rienecker denkt bei der Wiederkunft Jesu nicht an den Weltuntergang. Er spricht darum auch in den obigen Sätzen von Menschen, die gelebt haben, die leben und die leben werden. Der Jüngste Tag ist nicht ein Tag von 24 Stunden, sondern ein “Gottestag”. Vor Gott sind bekanntlich 1000 Jahre wie ein Tag, und ein Tag wie 1000 Jahre. Am Morgen des Jüngsten Tages findet das Gericht über die Lebenden und am Abend das Gericht über die Toten statt. Man vergleiche, was der Herr in Matth. 25 hierüber sagt.

In der herkömmlichen Verkündigung erscheint die Wiederkunft Jesu als Sein Kommen zum Jüngsten Gericht. Man verbindet damit zugleich den Weltuntergang. Wir bedauern dies. Das Apostolische Glaubensbekenntnis hat nicht unrecht, wenn es am Schluß von Jesus sagt: “von dannen Er wiederkommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten”. Aber es sagt viel zu wenig über die Letzten Dinge und die Weltvollendung. Zwischen dem Gericht über die Lebendigen und die Toten liegt ein Zeitraum von 1000 Jahren. Dann erst erfolgt der Weltuntergang; dann kommt der neue Himmel und die neue Erde und schließlich die Weltvollendung, von der Paulus in 1. Kor. 15, 28 sagt: “Gott wird sein alles in allem (oder: allen)”.

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Autor: Merz, Karl | Kategorie(n): Endzeit, Heilsgeschichte  |  456 x gelesen

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