Was ist Heiligung?
“Ihr aber habt den Christus nicht also gelernt, wenn ihr anders Ihn gehört habt und in Ihm gelehrt worden seid, wie die Wahrheit in dem Jesus ist: daß ihr, was den früheren Lebenswandel betrifft, abgelegt habt den alten Menschen, der nach den betrügerischen Lüsten verdorben wird, aber erneuert werdet in dem Geiste eurer Gesinnung und angezogen habt den neuen Menschen, der nach Gott (oder: gottgemäß) geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit” (Eph. 4, 20-24).
Kind Gottes ist, wer aus Gott geboren ist, d. h. wer auf dem Wege einer Neuzeugung und Neugeburt (Joh. 3, 5; Tit. 3, 5 u. v. a.) — dadurch, daß der menschliche Geist und Gottes Geist in gegenseitiger Hingabe eins wurden (1. Kor. 6, 17) — ein neues Leben empfing, das “ewige Leben”, das “Leben Gottes” (Eph. 4, 18), also Gottes ureigenes Leben im Gegensatz zu unserem menschlich-natürlichen Leben. Fortan darf er sich seiner Gotteskindschaft bewußt sein, die ihm der nun innewohnende Heilige Geist auch fortwährend bezeugt (Röm. 8, 16); er ist teilhaftig geworden der göttlichen Natur (2. Petr. 1, 4). Weil aber auch seine alte natürlich-fleischliche Natur noch vorhanden ist, solange sie nicht sterbensmäßig abgetan wurde, ist er nun gleichsam ein Doppelwesen, eine Doppelnatur, die zweierlei Leben in sich birgt.
Das natürliche Leben und das Leben Gottes, die menschliche Natur und die göttliche Natur oder, wie es unsere vorangestellte Epheserstelle ausdrückt, der alte Mensch und der neue Mensch — sie sind beide vorhanden und schaffen dadurch für den Glaubenden ein fortwährendes inneres Spannungsfeld.
Der alte Mensch ist Fleisch, vom Fleisch geboren, und bleibt es auch. Er kann nicht nur hin und wieder, sondern er muß sündigen, so oft man ihm die Zügel überläßt, weil dies nun einmal seiner durch und durch sündenvergifteten Natur entspricht. Daher ist er auch keiner Umwandlung oder “Reparatur” fähig, und daher finden wir auch keine einzige Aufforderung im Worte Gottes, den alten Menschen zu verbessern oder zu erneuern. Im Gegenteil wird immer bezeugt: “Ziehet aus, leget ab, haltet euch für gestorben, tötet …!” (Eph. 4, 22; Kol. 3, 5; Röm. 6, 11 u. a.)
Der neue Mensch hingegen ist vollkommen wie Gott selbst. Er kann nicht sündigen (1. Joh. 3, 9)! Und wenn der alte Mensch keiner Reparatur fähig war, so ist der neue keiner solchen bedürftig. Er ist ja das Leben Gottes selbst (Eph. 4, 18), das uns in Ihm geschenkt ist, und alle Aussagen der Schrift über das Wesen Gottes gelten daher im Vollumfang auch für den uns geschenkten neuen Menschen. Er ist unsterblich (1. Tim. 6, 16), vollkommen (Matth. 5, 48), glückselig (1. Tim. 1, 11), Licht ohne Beimischung irgendwelchen Finsterniswesens (1. Joh. 1, 5), Liebe, wie Gott Liebe ist (1. Joh. 4, 8.16). Er ist, mit einem Wort: gottgemäß (Eph. 4, 24).
Was aber ist nun Heiligung?
Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Glaubensleben & Wandel, Heiligung | 440 x gelesen


Jeden Sonntag ab 10:00 Uhr von der 