Versiegelt durch den Heiligen Geist
Der Reichtum des Christus ist unausforschlich. Darum sind uns Seine Schätze zum großen, vielleicht sogar zum größten Teil noch verborgen. Von den unermeßlichen Gaben und Gütern Gottes, von Seinen unaussprechlichen Freuden und Wonnen haben wir nur sehr wenig erkannt und geschmeckt. Denn das meiste davon ist ja noch zukünftig und wird jetzt nur anbruchweise ins Herz und Leben gelegt, da wir in diesem Leibe der Schwachheit und Niedrigkeit den Vollgenuß Seiner Seligkeit und Herrlichkeit gar nicht zu ertragen vermöchten.
Aber es gibt auch göttliche Gewißheiten und heilige Gnadenreichtümer, deren wir uns jetzt schon erfreuen dürfen, da deren Besitz und Genuß zu der Vollausrüstung der Heiligen für die Gegenwart gehört. Daß der Feind, der sehr wohl weiß, was die Vollendung der Gemeinde des Leibes Christi für ihn bedeutet, mit allen Mitteln zu verhindern sucht, daß die Gläubigen in den Vollumfang ihrer Berufung und Segnung hineinwachsen und dadurch in Christi Art und Wesen praktisch hineingestaltet werden, ist leicht ersichtlich. Hat er doch in der natürlichen Trägheit unseres Fleisches seinen besten Bundesgenossen. —
Zu den Aufgaben und Gnaden, die uns von Gott gegeben sind und um die wir wissen dürfen und sollen, gehört auch das, was die Schrift Versiegelung nennt. Lesen wir nur zwei Schriftzeugnisse darüber: Eph. 1, 13.14 und 2. Kor. 1, 21.22. “Nachdem ihr gehört habt das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, seid ihr in Ihm, nachdem ihr geglaubt habt, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung, welcher das Unterpfand unsres Erbes ist, bis zur Erlösung des erworbenen Besitzes zum Preise Seiner Herrlichkeit … Gott hat uns versiegelt und hat das Pfand des Geistes in unsre Herzen gegeben.”
Hier ist zunächst gar nicht die Rede davon, was wir zu tun haben, sondern was Gott selbst getan hat. Das ist von großer Wichtigkeit. Denn in unsrer religiösen Verblendung meinen wir immer, wir müßten uns gewaltig anstrengen und irgendetwas Großes leisten, um dadurch Gottes Zuneigung zu erringen. Wir wähnen, durch Reue und Zerknirschung, durch Buße und Glauben unser Heil zu bewirken.
Das ist jedoch eine überaus gefährliche Schwerpunktverlagerung, die unsern Gott völlig mißversteht und uns niemals von Herzen frei und froh werden läßt. Weit mehr Menschen als wir wissen unterliegen dieser Gefahr und quälen nicht nur sich, sondern in bester Meinung durch eine gesetzliche, ichverhaftete Haltung auch andere. In redlicher Absicht und mit dem reinsten Wollen versuchen sie Gottes Gnade zu erwerben, um so des Heils und schließlich der Herrlichkeit teilhaftig zu werden. Es sind dies durchaus keine hochmütigen Pharisäer, sondern meist treue, selbstlose Menschen. Sie sind in allen religiösen Kreisen christlicher und außerchristlicher Prägung zu finden. Wie werden wir einmal staunen, wenn wir erkennen werden, wie groß die Zahl derer ist, die unter Römer 2, 6.7.10 fallen, die höchste Ziele verfolgten, ohne auf Erden zur Gewißheit und Freude des vollen Heils durchgebrochen zu sein! —
Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Gemeinde, Heiliger Geist, Lehre | 1,030 x gelesen


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