Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Das Evangelium von der Sohnschaft

Die frohe Botschaft der Bibel — insbesondere des Neuen Testaments — enthält viele herrliche Verheißungen für die erwählten und berufenen Gläubigen. Eine der kostbarsten göttlichen Gnadengaben ist das Geschenk der Sohnschaft in Verbindung mit der einmaligen Stellung der Gemeinde Jesu Christi.

Der Sohnschaftsstand der Glieder des Leibes Christi ist aber nur möglich infolge der Herrlichkeit des Erstgeborenen, Jesus Christus, und Seiner wunderbaren Mittlerschaft. In Psalm 2, 7 wird die prääonische Zeugung des Sohnes Gottes verkündet. Bis zu diesem wunderbaren Akt war Gott das allein existierende Wesen. Gott, der Vater Jesu Christi, hatte aber einen Entschluss gefasst, nicht nur einen Sohn ins Leben zu rufen, sondern viele Brüder dieses Erstlings (Röm. 8, 29).

Und wer die Heilsgeschichte der Bibel kennt, weiß auch, dass Gott nicht eher ruht, bis auch die ganze Schöpfung in den Sohnesstand versetzt sein wird. Dazu bedarf es der Mithilfe der erlösten Gemeinde, die eine enorm wichtige Zukunftsaufgabe nach ihrer Vollendung erhält. Diese »Ekklesia« (Auswahl, Herausgerufene) ist nicht zum Selbstzweck erlöst, sondern zum Mitherrschen und -regieren bestimmt.

Wir betrachten im Folgenden

  1. Die Sohnschaft der Gemeinde Jesu Christi und die Knechtschaft der Religiosität
  2. Die heilsgeschichtliche Entwicklung der Sohnschaftsphasen
  3. Die Konsequenzen der Erwählung zum Sohnesstand

[weiterlesen ...]

Autor: Heinemann, Karl | Kategorie(n): Gemeinde, Glaubensleben & Wandel, Irrlehre, Kirchentum, Religionen  |  3,019 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Gedenket eurer Lehrer!

Ein Wort zum Heimgang unseres Bruders Karl Geyer

Unserem allweisen und alliebenden Gott und Vater in Christo hat es gefallen, unseren teuren, hochgeschätzten Bruder Karl Geyer heimzurufen. Unser törichter Verstand will es nicht fassen; unser unverständiges Herz möchte ihn zurückholen; nur der Glaubensgehorsam kann auch dazu sagen: “Der Herr hat ihn uns gegeben, der Herr hat ihn uns genommen, der Name des Herrn sei gelobt!”

Einer, der weithin als eine Säule der Gemeinde Gottes angesehen wurde (Gal. 2, 4), ward abberufen. Wie sollen wir als Hinterbliebene — und dazu gehören ja letztlich alle, denen er in ihrem geistlichen Leben etwas bedeutet hat; wie vielen ist er Vater, Seelsorger, Lehrer, Prophet gewesen! — uns nun angesichts solch göttlicher Führung verhalten? Sollen wir klagen, jammern oder gar zweifeln und murren? Oder alle Regungen des Gedenkens und Erinnerns um des Schmerzes willen, vielleicht auch aus falscher “Geistlichkeit”, vorerst mit Gewalt ersticken? — Beides sei ferne!

Dem Schreiber des Hebräerbriefes wurde es durch den Heiligen Geist geschenkt, auch für solche Lage den Gläubigen eine Richtlinie gottgewollten Verhaltens zu geben. Er setzt sie uns in Kapitel 13, 7 auseinander in den drei kurzen, klaren Ermahnungen:

  1. Gedenket eurer Lehrer!
  2. Ihr Ende schauet an!
  3. Folget ihrem Glauben nach!

[weiterlesen ...]

Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Glaubensleben & Wandel, Lebensbilder  |  2,522 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Göttliche Unmöglichkeiten

Gott vermag alles; ist Er doch der Allmächtige und der Allwissende, der Allgegenwärtige und der All-Liebende. Aber nicht nur Ihm, auch den Glaubenden sind alle Dinge möglich (Mark. 9, 23).

Hierbei wollen wir jedoch bedenken, daß der Glaube nicht eine Sache unsrer zügellosen Fantasie oder unsres hochmütigen und gierigen Eigenwillens ist, sondern im eigentlichen Sinn immer Gehorsam des Glaubens bedeutet.

In Matth. 17, 20 bezeugt der Herr seinen Jüngern: “Nichts wird euch unmöglich sein” und fügt die überaus wichtige, leider so wenig beachtete Ergänzung hinzu: “Diese Art aber fährt nicht aus, als nur durch Gebet und Fasten.” Es handelt sich im Zusammenhang um Vollmacht über Finsternisgewalten. Die Schrift kennt nämlich verschiedene Arten von Dämonen. Die einen müssen schon einem Gebetswort weichen, während andre nur durch Gebet und Fasten ausfahren.

Es gibt viele treue Brüder, die über solche Worte die Achsel zucken und meinen: “Das geht uns nichts an, das gilt für Israel, das ist Königreichslinie! Wir aber als der Körper Christi haben damit nichts zu tun.”

So richtig und wichtig auf der einen Seite die klare Unterscheidung zwischen den Israel gegebenen, klaren Verheißungen und den Zusagen für die Gemeinde des Leibes Christi sind, so wollen wir doch andererseits nicht vergessen, daß “alles unser ist” (1. Kor. 3, 21-23), und wir so, wenn auch vorerst nur geistlicherweise, auch das besitzen und genießen dürfen, was im Vollumfang später einmal Israel für seine Herrschaft über die Erde gehört. —

Obgleich nun Gott alle Dinge möglich sind, so gibt es doch auch für Ihn gewisse Unmöglichkeiten. Die Schrift nennt ihrer nicht weniger als 84. Davon finden wir 14 in den Paulusbriefen, 3 in dem Schreiben an die Hebräer und 2 in den Episteln des Petrus. Wir wollen, sonderlich aus den Evangelien, eine Reihe wichtiger Schriftzusammenhänge betrachten, die solche Unmöglichkeiten nennen, die für unser persönliches Glaubensleben und für unsern Dienst in Lehre und Ermunterung wichtig und köstlich sind.

[weiterlesen ...]

Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Glaubensleben & Wandel, Lehre  |  1,542 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Was ist Heiligung?

“Ihr aber habt den Christus nicht also gelernt, wenn ihr anders Ihn gehört habt und in Ihm gelehrt worden seid, wie die Wahrheit in dem Jesus ist: daß ihr, was den früheren Lebenswandel betrifft, abgelegt habt den alten Menschen, der nach den betrügerischen Lüsten verdorben wird, aber erneuert werdet in dem Geiste eurer Gesinnung und angezogen habt den neuen Menschen, der nach Gott (oder: gottgemäß) geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit” (Eph. 4, 20-24).

Kind Gottes ist, wer aus Gott geboren ist, d. h. wer auf dem Wege einer Neuzeugung und Neugeburt (Joh. 3, 5; Tit. 3, 5 u. v. a.) — dadurch, daß der menschliche Geist und Gottes Geist in gegenseitiger Hingabe eins wurden (1. Kor. 6, 17) — ein neues Leben empfing, das “ewige Leben”, das “Leben Gottes” (Eph. 4, 18), also Gottes ureigenes Leben im Gegensatz zu unserem menschlich-natürlichen Leben. Fortan darf er sich seiner Gotteskindschaft bewußt sein, die ihm der nun innewohnende Heilige Geist auch fortwährend bezeugt (Röm. 8, 16); er ist teilhaftig geworden der göttlichen Natur (2. Petr. 1, 4). Weil aber auch seine alte natürlich-fleischliche Natur noch vorhanden ist, solange sie nicht sterbensmäßig abgetan wurde, ist er nun gleichsam ein Doppelwesen, eine Doppelnatur, die zweierlei Leben in sich birgt.

Das natürliche Leben und das Leben Gottes, die menschliche Natur und die göttliche Natur oder, wie es unsere vorangestellte Epheserstelle ausdrückt, der alte Mensch und der neue Mensch — sie sind beide vorhanden und schaffen dadurch für den Glaubenden ein fortwährendes inneres Spannungsfeld.

Der alte Mensch ist Fleisch, vom Fleisch geboren, und bleibt es auch. Er kann nicht nur hin und wieder, sondern er muß sündigen, so oft man ihm die Zügel überläßt, weil dies nun einmal seiner durch und durch sündenvergifteten Natur entspricht. Daher ist er auch keiner Umwandlung oder “Reparatur” fähig, und daher finden wir auch keine einzige Aufforderung im Worte Gottes, den alten Menschen zu verbessern oder zu erneuern. Im Gegenteil wird immer bezeugt: “Ziehet aus, leget ab, haltet euch für gestorben, tötet …!” (Eph. 4, 22; Kol. 3, 5; Röm. 6, 11 u. a.)

Der neue Mensch hingegen ist vollkommen wie Gott selbst. Er kann nicht sündigen (1. Joh. 3, 9)! Und wenn der alte Mensch keiner Reparatur fähig war, so ist der neue keiner solchen bedürftig. Er ist ja das Leben Gottes selbst (Eph. 4, 18), das uns in Ihm geschenkt ist, und alle Aussagen der Schrift über das Wesen Gottes gelten daher im Vollumfang auch für den uns geschenkten neuen Menschen. Er ist unsterblich (1. Tim. 6, 16), vollkommen (Matth. 5, 48), glückselig (1. Tim. 1, 11), Licht ohne Beimischung irgendwelchen Finsterniswesens (1. Joh. 1, 5), Liebe, wie Gott Liebe ist (1. Joh. 4, 8.16). Er ist, mit einem Wort: gottgemäß (Eph. 4, 24).

Was aber ist nun Heiligung?

[weiterlesen ...]

Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Glaubensleben & Wandel, Heiligung  |  1,314 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   1

In Ihm war das Leben!

Gott hat allein Unsterblichkeit (1. Tim. 6, 16). Durch die Zeugung des Sohnes entstand dieser aus dem gleichen Leben und trägt dieses in sich selbst. Der Vater hat dem Sohne gegeben, Leben zu haben in sich selbst (Joh. 5, 26). In Ihm war das Leben (Joh. 1, 4). Außer dem Vater und dem Sohne hat kein erschaffenes Wesen von sich aus dieses Leben. Dem Geschöpf kann es nur durch die Zeugung von oben vermittelt werden. Wer den Sohn aufnimmt, hat damit das Leben des Sohnes Gottes und damit auch das Leben des Vatergottes selbst empfangen (Joh. 1, 12; 1. Joh. 5, 11.12).

Alles in Ihm war Leben! Keine Sünde hemmte die Entfaltung des vollen Gotteslebens. Darum waren auch die Worte, die der Sohn redete, nicht leere Menschenworte, sondern Geist und Leben (Joh. 6, 63). Wenn Er sprach, so geschah es, und wenn Er gebot, so stand es da. Von Seinem Leibe flossen Ströme lebendigen Wassers. Redete Er nur ein Wort, so kam ein Lazarus aus dem Grabe hervor oder ein Jüngling zu Nain stieg aus dem Sarge oder ein Töchterlein des Jairus stand vom Totenbett auf oder ein kranker Mensch, der 38 Jahre gelegen hatte, nahm seine Matte, auf der er lag, und ging gesund davon. — Wind und See gehorchten Ihm, dem Gottes- und Menschensohn, und wurden stille auf Sein Wort. Durch Seinen Segensspruch mehrten sich die wenigen Brote zu reicher Speise für 5000 Männer, dazu die Frauen und Kinder.

Gott hat aber auch allen denen, die aus Ihm geboren sind (Joh. 1, 12.13), das gleiche Leben gegeben, wie dem Erstgeborenen der Brüder (1. Joh. 5, 11-13). Sie sind Teilhaber der göttlichen Natur (2. Petr. 1, 4) und damit göttlichen Geschlechts (Apg. 17, 29; wörtlich: Gottes Geschlecht). Ja, der Sohn selbst nennt sie in Joh. 10, 34-36 “Götter” (vergl. auch Joh. 17, 16).

Das ist mehr, als je ein Auge gesehen oder ein Ohr gehört hat, oder was in eines Menschen Herz gekommen ist! Der Vater hat Sein eigenes Gottesleben in uns ergossen. Er ergoß Seinen Heiligen Geist in uns. Dadurch wurden wir Teilhaber der Gottnatur.

[weiterlesen ...]

Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Andachten, Erkenntnis & Wesen Gottes, Glaubensleben & Wandel  |  1,249 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   2

Voraussetzungen zum rechten Verständnis der biblischen Prophetie

Alles Geschriebene kann nur unter bestimmten Voraussetzungen verstanden werden. Schon zum Verständnis dessen, was aus dem Geist des Menschen heraus geschrieben wurde, bedarf es ja gewisser unumgänglicher Vorkenntnisse: Ich muß lesen können, ich muß die Sprache des Verfassers verstehen, und ich muß seine Aussage geistig fassen können. Während Letzteres bei schlichten Erzählungen oder Abhandlungen bei den meisten Menschen ohne weiteres der Fall sein mag, können etwa bei schwierigen wissenschaftlichen Werken Jahre des Studiums dazu erforderlich sein.

Erst recht kann das Wort eines großen und heiligen Rettergottes, dessen Gedanken im Gegensatz zu den unseren um so viel höher sind, wie der Himmel höher als die Erde ist (Jes. 55, 9), nur erfaßt und verstanden werden, wenn die dazu notwendigen Vorbedingungen erfüllt sind. Das gilt zunächst ganz allgemein von der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments, im besonderen gilt es aber von dem prophetischen Wort, das ja im Gegensatz zu der “Milch” der einfachen Heilsbotschaft “feste Speise” zur Förderung der Heranwachsenden und Reifenden darstellt. Wer sich hier vermißt, voraussetzungslos (ohne daß die von Gott selbst angeordneten und festgelegten Voraussetzungen bei ihm erfüllt sind) die Botschaft der alt-oder neutestamentlichen Propheten zu lesen oder gar zu verkündigen, kann nur irregehen oder sogar noch andere in die Irre führen. Ja man darf wohl sagen: Alles fehlende oder falsche Verständnis der biblischen Prophetie in den Volkskirchen wie auch in Freikirchen und Gemeinschaften und “Sekten” rührt letzten Endes daher, daß gottgesetzte Voraussetzungen außer acht gelassen wurden.

Bevor wir nun solche Voraussetzungen anhand der Schrift im einzelnen ins Auge fassen, sei noch eins gesagt, das uns vor Mutlosigkeit bewahren kann, uns mit den Köstlichkeiten biblischer Weissagung zu befassen: Diese notwendigen Voraussetzungen liegen am allerwenigsten auf seiten unserer menschlichen Kenntnisse und Fähigkeiten, so wertvoll auch etwa die Hilfe eines guten Gedächtnisses und die Kenntnis der Ursprachen sein mögen. Sie sind in allererster Linie göttliches Geschenk, vermittelt durch die Wirksamkeit des Heiligen Geistes, der uns ja in die ganze Wahrheit leiten und uns das Kommende verkündigen will. Wer sich diesem Bemühen des Geistes Gottes rückhaltlos aufschließt und ohne Vorbehalt und Widerstreben hingibt, den kann und wird Er selbst auch tüchtig machen und befähigen zum immer besseren Verständnis dessen, was Er einstmals “Menschen Gottes eingab” (2. Tim. 3, 16; 2. Petr. 1, 21), und so selber die notwendigen Voraussetzungen in ihm erfüllen. — Versuchen wir im folgenden zu erkennen, um was es sich dabei im einzelnen handelt!

[weiterlesen ...]

Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Glaubensleben & Wandel, Lehre  |  1,733 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Besitzende oder Besessene?

Alles Irdische ist vergänglich; die schönste Blume verblüht, das herrlichste Bauwerk, das Menschenhände schufen, zerbröckelt und zerfällt einmal in Schutt und Asche, Menschen und Völker unterliegen dem Prozeß innerer und äußerer Verwesung und sinken ins Grab. Doch nicht nur das! Allem Geschaffenen wohnt das Prinzip des Bösen inne, haftet ein Fluch an. In den reinsten Kinderherzen ist die Wurzel zu allem Bösen, ist die Möglichkeit zu jedem Verbrechen vorhanden; auch der edelste Mensch steht unter dem Gesetz der Sünde.

Das gilt nicht nur von den intelligenten Geschöpfen; auch alles Geschaffene ist der Nichtigkeit und dem Verderben unterworfen, wie Rö. 8, 20.21 so eindringlich bezeugt. Die beiden hier gebrauchten griechischen Ausdrücke mataiotees und phthora bedeuten Torheit, Erfolglosigkeit, Zwecklosigkeit oder Lügenhaftigkeit und Verderben, Zerrüttung, Schändung, Untergang.

Wie ganz anders wäre unsere Einstellung zu den Schätzen und Gütern dieser Welt, wenn wir diese biblischen Zeugnisse wirklich glaubten! Paulus spricht 14-mal vom Reichtum:

Rö. 2, 4: Reichtum seiner Gütigkeit und Geduld;
Rö. 9, 23: Reichtum seiner Herrlichkeit;
Rö. 11, 12: Reichtum der Welt durch Israels Fall;
Rö. 11, 33: Reichtum der Weisheit und Erkenntnis;
2. Kor. 8, 2: Reichtum der Freigebigkeit;
Eph. 1, 7: Reichtum seiner Gnade;
Eph. 1, 18: Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes;
Eph. 2, 7: Reichtum seiner Gnade in Güte;
Eph. 3, 8: Unausforschlicher Reichtum des Christus;
Eph. 3, 16: Reichtum seiner Herrlichkeit in Stärke und Kraft;
Phil. 4, 19: Reichtum in Erfüllung aller Notdurft;
Kol. 1, 27: Reichtum der Herrlichkeit des Geheimnisses;
Kol. 2, 2: Reichtum der vollen Gewißheit;
1. Tim. 6, 17: Ungewißheit irdischen Reichtums.

Hier lesen wir 13-mal von göttlichen wesenhaften Schätzen, aber nur 1-mal (1. Tim. 6, 17) von den Gütern dieser Welt in warnendem Sinn. Das sollte uns doch zu denken geben! Wie ganz anders ist doch meistens die Einstellung der Frommen und erst recht die der christlichen Organisationen aller Prägung! Gott schenke uns hinsichtlich dieser “Wurzel aller Übel!” einen klaren Durchblick und ein heiliges Erwachen!

[weiterlesen ...]

Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Gemeinde, Glaubensleben & Wandel  |  1,137 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Verherrlicht nun Gott in eurem Leibe!

(1. Kor. 6, 20)

Alles Geistige drängt danach, Gestalt anzunehmen. An und für sich ist der Geist unsichtbar. Darum wird auch Gott, der Geist ist, der unsichtbare Gott genannt (Kol. 1, 15; 1. Tim. 1, 17; Hebr. 11, 27; Röm. 1, 20; 1. Tim. 6, 16; Joh. 1, 14-18; 14, 8-11 u.a.). — Um sichtbar zu werden, mußte Er leibhaftig werden, d. h. in einem Leibe erscheinen, sichtbare Gestalt annehmen. Nur in dieser Form und Wesenheit ist die Liebes-Einheit zwischen Gott und Menschen restlos vollziehbar. Bis dahin ist sie nur geist- und glaubensmäßig wirksam. — In der Vollendung, wenn wir Ihn sehen, wie Er ist, wird die Liebes-Einung in der neuen Geistleiblichkeit schaubar vollzogen. Im Blick auf diesen Zukunftsstand sagt Oetinger mit vollem Recht: “Geistleiblichkeit ist das Endziel der Wege Gottes.”

Als Gott im Sohne ins Fleisch kam, so daß wir Seine Herrlichkeit in leibhaftiger Gestalt sehen konnten, jauchzte der Sohn in glückseliger Freude Seines gottseligen Herzens: “Schlachtopfer und Brandopfer hast Du nicht gewollt; aber einen Leib hast Du Mir bereitet!” (Hebr. 10, 5).

Sein Kommen in diese Welt diente also zunächst nicht der Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen, sondern der Stillung des Liebesverlangens und des innersten Geistesdranges des Vaters, der sich im Sohne offenbaren und sichtbar darstellen wollte, und zwar so, daß der Sohn bekennen konnte: “Wer mich sieht, der sieht den Vater!” (Joh. 14, 8-11).

Darum sang auch die alte Gemeinde, die Ekklesia Gottes, die Er in 1. Tim. 3, 15 den Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit nennt: “Anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottseligkeit: Gott ist geoffenbart worden im Fleische, gerechtfertigt im Geiste, gesehen von den Engeln, gepredigt unter den Nationen, geglaubt in der Welt, aufgenommen in Herrlichkeit” (1. Tim. 3, 16).

Im Sohn der Liebe wohnte nicht nur so ein Stück göttlichen Wesens, sondern die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig (Kol. 2, 9). Im gleichen Brief bezeugt uns der Heilige Geist durch den Apostel Paulus, daß dieses Wohnen der ganzen Fülle im Sohne seinen Ursprung hatte in dem Wohlgefallen des Vaters (Kol. 1, 19). Es war des Vaters Wonne, Seine Lust, Sein Wohlgefallen, Seine Eudokia, das ist die Höchstlust der Wonne Seiner Liebe, im Sohne zu wohnen. Hier waren wirklich Gottheit und Menschheit in Einem vereint, so daß in Ihm, dem Gottessohn Christus Jesus, alle vollkommene Fülle erscheinet. Der Sohn der Liebe ist der Mittler zwischen Gott und Menschen, der in der Mitte zwischen beiden Stehende und Vermittelnde, der aus beiden eines macht, der Mensch Christus Jesus, der wahre und wesenhafte Gottmensch (1. Tim. 2, 5).

An diesem Punkte scheiden sich daher auch die Geister. Wer da bekennet, daß der Sohn Gottes ins Fleisch kam, der ist aus Gott. Ein jeder Geist, der das nicht bekennet, ist nicht aus Gott. Dies ist der Geist des Antichrists (1. Joh. 4, 1-3).

[weiterlesen ...]

Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Gemeinde, Glaubensleben & Wandel, Heiligung, Hingabe, Versuchung & Verführung  |  1,564 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Jesus wandelt auf dem See

Da nun Jesus erkannte, daß sie kommen und Ihn ergreifen wollten, auf daß sie Ihn zum König machten, entwich Er wieder auf den Berg, Er selbst allein. Als es aber Abend geworden war, gingen Seine Jünger hinab an den See, und sie stiegen in das Schiff und fuhren über den See nach Kapernaum. Und es war schon finster geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen; und der See erhob sich, indem ein starker Wind wehte. Als sie nun etwa fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gerudert hatten, sehen sie Jesus auf dem See wandeln und nahe an das Schiff herankommen, und sie fürchteten sich. Er aber spricht zu Ihnen: Ich bin’s, fürchtet euch nicht! Sie wollten Ihn nun in das Schiff nehmen, und alsbald war das Schiff an dem Lande, zu welchem sie hinfuhren (Joh. 6, 15-21; vergl. Matth. 14, 22-33 u. Mark. 6, 45-52).

I.

Der Herr hatte die Vielen gespeist. Solch einen Brotgeber konnten sie gebrauchen. Deshalb wollten sie sich Seiner mit Gewalt bemächtigen, um Ihn zum König zu machen. Da wäre Er auf immer ihren Wünschen verpflichtet und ihren Zwecken dienstbar gewesen. Diesem Vorhaben entzieht Er Sich und geht allein auf einen Berg, um zu beten.

Dann wird es Abend, und die Jünger fahren allein über den hochgehenden See, den ein starker Wind aufwühlt. Die Dunkelheit ist bereits eingetreten, doch Jesus ist noch nicht zu ihnen gekommen. Er sieht vom Berge aus ihre Not und kommt zu ihnen. Zuerst erschrecken sie. Dann aber erkennen sie Ihn, und sogleich ist das Boot am Lande, am Ziel.

[weiterlesen ...]

Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Glaubensleben & Wandel, Heilsgeschichte  |  1,636 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

“Aus Ägypten habe Ich Meinen Sohn gerufen”

Über die sinnbildliche Bedeutung des Auszugs aus Ägypten

Der Krieg in Nahost hat die Blicke der Weltöffentlichkeit und insonderheit der Kinder Gottes in verstärktem Maße auf Israel, daneben aber auch auf Ägypten gelenkt. Die Feindschaft zwischen Ägypten und Israel ist ja uralt. Der Auszug der Kinder Israels aus Ägypten, begleitet von der Tötung aller ägyptischen Erstgeburt und dem tödlichen Haß des nur widerwillig sie freigebenden Pharao, war Israels völkische Geburt. Dieser “Exodus” war nicht eine beiläufige, belanglose Episode in der wechselvollen Geschichte des auserwählten Volkes Gottes, sondern drückte ihm für immer den Stempel auf. So wie es für ein Gotteskind charakteristisch ist, aus der Finsterniswelt heraus errettet zu sein (Kol. 1, 12.13) — ohne diese Rettung wäre es ja gar kein Gotteskind! —, so ist es für Israel kennzeichnend, ein aus Ägypten errettetes Volk zu sein.

Jeder Gottessohn wurde aus Ägypten herausgerufen und herausgeführt. Dieser göttliche Grundsatz von Hosea 11, 1 erfüllte sich im Erdenleben Jesu Christi, des erstgeborenen Sohnes des Vaters, bei der Rückkehr der heiligen Familie von ihrem Aufenthalt in Ägypten (Mt. 2, 15). — Gott besitzt aber auch einen völkischen erstgeborenen Sohn, Israel. Von ihm lesen wir im Buch des Auszugs (2. Mose 4, 22.23): “Und du sollst zu dem Pharao sagen: Mein Sohn, mein erstgeborener, ist Israel; und ich sage zu dir: Laß meinen Sohn ziehen, daß er mir diene! und weigerst du dich, ihn ziehen zu lassen, siehe, so werde ich deinen Sohn, deinen erstgeborenen, töten!”

Dieser völkische erstgeborene Sohn Gottes wurde damals unter Mose aus Ägypten herausgeführt. Zu dem erstgeborenen Sohn Gottes aus der Völkerwelt werden sich im Tausendjährigen Reich sicherlich weitere völkische Söhne Gottes gesellen. In der Gegenwart hingegen “gibt es so wenig christliche Staaten, wie es christliche Löwen, Bären und Tiger gibt” (Ströter), und auch einer ihrer Führer in der Gegenwart (de Gaulle) gibt offen zu: “Staaten sind Ungeheuer”.

Was der erstgeborene Sohn Gottes, Jesus Christus, und der erstgeborene völkische Sohn Gottes, Israel, buchstäblich erfuhren, erfährt die Gemeinde der Erstgeborenen, erlebt jeder Gottessohn, den Gott in der Gegenwart herausruft, um ihn durch Seinen Geist zu leiten (Röm. 8, 14), auf geistlicher Ebene. Er muß durchaus nicht nach Ägypten reisen und von dort in sein Heimatland zurückkehren; es genügt ihm vollauf, aus der Einengung, dem Druck und der Knechtschaft Pharaos, d. h. des Satans und der Finsterniswelt, im Geiste errettet zu sein. Parallel zum Volke Israel erlebt auch er

  • eine Herausrettung aus Ägypten, der Finsterniswelt;
  • eine Hindurchrettung durch die Wüste dieser Welt und zuletzt
  • eine Hineinrettung ins Land der Verheißung (das für uns nicht auf Erden, sondern in den Himmeln liegt).

Dabei ergeben sich so manche Parallelen zu dem einstigen Auszug Israels aus Ägypten, denen wir in einigen Zusammenhängen nachgehen wollen:

[weiterlesen ...]

Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Gemeinde, Glaubensleben & Wandel  |  1,486 x gelesen

468 Artikel online •
2 Besucher online