Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Hat Christi Wiederkunft etwas mit dem Weltuntergang zu tun?

»Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in Seiner Herrlichkeit und alle Engel mit Ihm, dann wird Er auf dem Thron Seiner Herrlichkeit sitzen« (Matth. 25, 31).

»Das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes, sodass die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit frei gemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes« (Röm. 8, 19.21).

Je näher wir dem Ende kommen und je mehr sich Katastrophen nie gekannten Ausmaßes weltweit häufen, desto mehr tauchen in den Medien Begriffe wie »Endzeit« und »Apokalypse« auf. Die Welt spürt, dass uns gewaltige Veränderungen und Gefahren bevorstehen. Wenn in jüngster Zeit Christen aus aller Welt nach Jerusalem zogen, um auf dem Ölberg — wie sie meinen — die Wiederkunft Christi aus nächster Nähe zu erleben, dann berichten die Medien, diese Menschen würden dort den Weltuntergang erwarten. Dass Christi Wiederkunft von Menschen, die die Bibel nicht kennen, mit dem Weltuntergang in Verbindung gebracht wird, kann uns nicht verwundern. Leider beruht diese Ansicht aber auf der kirchlichen Lehre (die auch von vielen Freikirchlern übernommen wird), dass Christus am »Jüngsten Tag« zum »Jüngsten Gericht« wiederkommen wird. Beide Begriffe werden mit dem Weltuntergang gleichgesetzt. Damit wird die Wiederkunft Christi auf den »Sankt-Nimmerleins-Tag« verschoben.

Welchen Sinn sollte die Wiederkunft Christi haben, wenn gleichzeitig die Welt — Himmel und Erde — untergeht? Die Schrift bezeugt uns an vielen Stellen, dass Christus in großer Macht und Herrlichkeit wiederkommen wird, um der Welt Frieden und Gerechtigkeit zu bringen. Dann werden sich das Harren der Schöpfung und die Erwartung der Gemeinde und des Volkes Israel erfüllen.

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Autor: Herbst, Gerhard | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte  |  3,401 x gelesen

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Biblische Beweisführung über das Ende der “Hölle”

Vorbemerkung von Heinz Schumacher:

Nachdem in jüngster Zeit in christlichen Publikationen mehrfach von der »Hölle« die Rede war, wollen auch wir uns des Themas annehmen. Vorab sei angemerkt, dass das Wort »Hölle« in der Bibel überhaupt nicht vorkommt, wohl aber ist die Rede von der Gehenna (u. a. in Matth. 5, 22.29; 10, 28; 23, 33; Mark. 9, 43.45.47), vom »äonischen Feuer« (u. a. in Matth. 25, 41; Jud. 7) und vom Feuersee (Offb. 19, 20; 20, 10.14.15; 21, 8). — In der ihm eigenen Gründlichkeit hat Professor E. F. Ströter 1915 das Aufhören der Feuersee-Pein (»Höllenpein«) biblisch bewiesen*. Im Folgenden können Sie diesen Text lesen, leicht gekürzt und mit Zwischenüberschriften versehen. Gewaltige Gedanken in gewaltiger Sprache!

(* In seinem Buch »Das Evangelium Gottes von der Allversöhnung in Christus«, S. 288-307 in der verlinkten PDF-Datei.)


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Als letzter Feind wird der Tod abgetan (1. Kor. 15, 26)

Ein kurzes, knappes, aber ungemein inhaltreiches Wort. Zunächst ist zu bemerken, dass dasselbe in erfrischender Deutlichkeit aufräumt mit der philosophischen Lüge, dass der Tod ein wahrer Freund der armen Menschheit sei, daher der Name »Freund Hein«.

Dass der leibliche Tod unter gewissen Umständen als eine Art Befreiung oder Erleichterung eines schweren, schier unerträglichen Loses voll furchtbarer Schmerzen, Gebundenheiten und dergleichen angesehen werden kann, ist zuzugeben. Aber das gilt auch nur unter gewissen Voraussetzungen, z. B. wenn Christus unser Leben geworden, dann ist Sterben Gewinn (Phil. 1, 21). Gewiss aber nicht in dem Sinne, dass es uns wirkliche Erlösung brächte, sondern nur so, dass wir durch den Triumph dessen, der dem Tode die Macht genommen hat, auch imstande sind, über ihn zu triumphieren, insofern, als er uns nur in die innigere, ungetrübte Gemeinschaft mit seinem Besieger bringen muss.

Dabei steht die Erlösung unsres Leibes aus seinen Banden durch Auferstehung noch aus. Daher betont auch derselbe Paulus, der Sterben als einen Gewinn bezeichnen durfte, mit großer Bestimmtheit: Lieber nicht Entkleidetwerden, d. h. leiblich Sterben, sondern Überkleidetwerden, damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben (2. Kor. 5, 4).

Nein, die Schrift behält unter allen Umständen Recht gegen allen Betrug der Finsternis und Philosophie. Der Tod ist ein Feind des Lebens. Daher ist von einem völligen Triumph des Lebensfürsten in der ganzen weiten Schöpfung nur dann erst die Rede, wenn der letzte Feind, der Tod, ganz aufgehoben sein wird. Und das ist es, was uns dieses Wort in bestimmte Aussicht stellt. Was will es uns sagen?

Man mag sich den Inhalt dieser Verheißung (1. Kor. 15, 26) ausdenken, wie man will, eins ist ganz unabweislich: Sie kann niemals als erfüllt gelten, solange noch irgendwo im ganzen weiten Bereich der Herrschaft des Herrn Jesus irgendein anderer Feind als solcher existiert und sein Wesen hat.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Allversöhnung, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte  |  4,107 x gelesen

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Gerichtsziele Gottes nach dem Propheten Jesaja

Jede Einrichtung im Plan Gottes mit Seiner Schöpfung ist sinnvoll und zweckmäßig. Seinem heiligen Willen untersteht alles und jedes Ding. Er hat selbst die Haare unsres Hauptes gezählt und achtet auf das Schreien der jungen Raben. Weil alles planvoll und zielführend ist, so sind auch Seine Gerichte nicht etwas endlos und zwecklos Weiterlaufendes und Andauerndes, sondern haben Ziel und Ende.

Alle Gottesgerichte haben Ziel und Ende

So sagt der Herr in Joh. 5, 22b.23a: “Das ganze Gericht hat Er (d. i. der Vater) dem Sohne gegeben, auf daß alle den Sohn ehren.” Die Zweckbestimmung “auf daß” gibt uns hier, wie so oft in der Schrift, Sinn und Ziel der dem Sohn vom Vater übertragenen Gerichtsaufgaben an. Es heißt nicht, daß der Vater dem Sohn das ganze Gericht übergeben hat, um die Widerspenstigen und Abtrünnigen mit endloser Pein zu strafen, sondern im Gegenteil, daß “alle den Sohn ehren”.

Noch deutlicher spricht 1. Kor. 5, 5. Dort wird bezeugt, daß selbst die Überlieferung (oder Auslieferung) eines Menschen an den Satan zuletzt Rettung des Geistes bewirkt, obschon es zunächst durch Verderben des Fleisches geht. Solche Zusammenhänge und Durchblicke sind dem Glauben gar köstlich und anbetungswürdig.

Schlagen wir, um noch einen dritten neutestamentlichen Zeugen für den Zweck göttlicher Gerichte anzuführen, 2. Tim. 2, 26 auf! Dort ist die Rede von solchen, die vom Teufel gefangen sind und in seinem Fallstrick liegen. Wessen Willen wird dadurch erfüllt? Scheint es nicht, als ob der Wille Satans und der des Sünders über Gottes Heils- und Rettungswillen triumphieren? Nach außen gesehen ja! Wer aber innere Zusammenhänge des Wortes Gottes mit dem Auge des Glaubens zu sehen vermag, der versteht den Nachdruck, der auf den letzten drei Worten dieses Verses liegt: “Für Seinen (d. i. Gottes!) Willen.” Zuletzt wird die Liebes- und Rettungsabsicht Gottes doch erreicht, wenn auch Sein Wille scheinbar eine Zeitlang nicht erfüllt wurde. Und dazu muß alles, müssen selbst die Machenschaften des Feindes dienen.

Wir wollen im Propheten Jesaja eine Reihe göttlicher Gerichtsziele miteinander betrachten. Es sollen weder alle Zusammenhänge und praktischen Folgerungen aufgezeigt, noch soll Erschöpfendes gesagt werden. Nur einige Zeugnisse seien angeführt, die etwas von den Zielen verhängter Strafen und Gerichte erkennen lassen und die wichtige Wahrheit bestätigen, daß Gerichte und Verdammnisse nie Ziele, sondern nur Wege zum Heil und zur Vollendung sind.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Gerichte Gottes  |  1,251 x gelesen

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Das Gericht am Hause Ahab

Unlängst hatte ich ein Gespräch über den König Ahab. Ich bekam dabei den folgenden Einwand zu hören: “Ich kann nicht verstehen, daß die Nachfahren des Königs Ahab bestraft werden für den Mord, den er an Naboth begangen hatte. Was können Kinder und Kindeskinder dafür, wenn ihre Väter Sünde auf sich luden?”

Ganz abgesehen davon, daß die Folgen der Schuld immer schrecklicher sind, als wir Menschen es wahrhaben wollen, und die Missetat der Väter an den Kindern heimgesucht werden kann bis ins dritte und vierte Glied (2. Mos. 20, 5), so ist die Schuld des Königs Ahab viel umfassender, als man bei oberflächlicher Betrachtung meint. Da liegt nicht nur die Tyrannei gegen Naboth vor, um in den Besitz seines Weinberges zu kommen, sondern der Schaden liegt viel tiefer. Der Untergang des Hauses Ahab war längst bei Gott beschlossen, ehe sich jenes schauderhafte Vergehen ereignete. Der Justizmord an Naboth bildete nur das letzte Glied einer Kette schuldhafter Ereignisse, das die Bibel berichtet. Das Grundübel aber war sein gottloser, götzendienerischer Lebensstil, der sich auf das ganze Volk auswirkte. “Er tat, was böse war in den Augen des Herrn, mehr als alle, die vor ihm gewesen waren” (1. Kön. 16, 30). Das müssen wir sehen und erkennen, und dann urteilen wir anders.

Die Heilige Schrift berichtet von Ahabs Vater, Omri, daß er bereits einer war, der “tat, was dem Herrn übel gefiel, und er trieb es ärger als alle, die vor ihm gewesen waren” (1. Kön. 16, 25). Ahab war von 875-854 v. Chr. König vom Nordreich Israel. “Es war ihm ein Geringes, daß er in der Sünde lebte” (1. Kön. 16, 29ff.). Seine Heirat mit Isebel (= “Baal sei mit dir”) war eine rein machtpolitische. Sie war die Tochter des heidnischen Königs von Sidon, die dafür sorgte, daß der Glaube an Jehovah abgeschafft und daß der Baalskult eingeführt wurde. Die Altäre des HERRN wurden niedergerissen, Baalstempel und -altäre gebaut, Ascherabildnisse (Göttin der Fruchtbarkeit) aufgestellt. Die Propheten Gottes wurden ausgerottet. Hundert konnte der Hofmeister Obadja retten (1. Kön. 18, 4). Nun trieben 450 Priester und Propheten des Baal und 400 der Aschera ihr Unwesen (1. Kön. 18, 19). So tat Ahab unter dem verhängnisvollen Einfluß seiner Frau mehr als alle Könige vor ihm, um den lebendigen Gott zu erzürnen. Das war der Grund für das Gericht am Hause Ahab. Seine außenpolitische Bündnispolitik vermochte ihn nicht vor dem Untergang zu retten. Wer Gott den Kampf ansagt, zieht letztlich immer den kürzeren, mag er menschlich auch eine noch so kluge Politik treiben.

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Autor: Bayer, Rupprecht | Kategorie(n): Gerichte Gottes, Israel, Religionen  |  1,183 x gelesen

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Gottes Zorn und Liebe

Immer wieder hat man in Gottes Sein und Wesen Zwiespältigkeit hineinzutragen versucht, indem man seinen Zorn gegen seine Liebe ausspielte und ihn so in das verfinsterte Vernunftlicht menschlicher Philosophie rückte. Die Folge war, daß man immer wieder an ihm irre werden mußte, da man seinen ureigentlichen Charakter nicht erkannte.

Das war schon Satans Taktik im Paradies! Er schrieb Gott eine Gesinnung zu, die diesem gar nicht eignete, und erreichte, daß der Mensch seinem Schöpfer mißtraute und so in Ungehorsam verfiel. Ist es heute im tiefsten Grunde anders? Wir wähnen, Gott wolle uns um letzte und höchste Lustgewinne betrügen und suchen diese deshalb auf eigenwilligen Wegen des Ungehorsams zu erreichen. Das aber ist unser Verderben, denn so verfallen wir dem Betrug des Feindes.

Gottes Wort, die klare, lautere und einzige Quelle dessen, was und wie und wer Gott wirklich ist, ist weder eine Dogmensammlung noch ein Paragraphenbuch, das man so handhaben könnte, wie man irgendein Nachschlagewerk benützt. Die heiligen Schriften sind so beschaffen, daß nur ein gedemütigtes und gehorsames Herz ihren Reichtum erfährt, ihre Kräfte empfängt und ihre Seligkeiten genießt. Man kann alles Mögliche und Unmögliche mit Gottes Wort beweisen, kann die Schrift entleeren und verdrehen, ja, kann sie zum Instrument machen, mit dem man die Heiligen und Geliebten Gottes zu Tode quält. Das ist im Lauf der Kirchengeschichte immer wieder geschehen, einerlei, ob es sich um Welt- und Machtkirchen oder um Sekten, Gruppen und Parteien handelte.

Es ist eine ernste, heilige, verantwortungsvolle Sache, sich auf die Bibel zu berufen. Und doch ist der schlichte Weg selbstloser Treue und hingegebenen Gehorsams gegenüber der Schrift so einfach, daß selbst die Toren darauf nicht irren. Denken wir doch daran, daß Gott sein Wort und Evangelium nicht Großen, Starken und Hohen, sondern ganz einfachen, schlichten Menschen gab: Hirten und Fischern, Bauern und Beamten; vergessen wir auch nicht, daß der Sohn Gottes ein kleiner Handwerker war! Und da, wo hervorragend begnadete Persönlichkeiten Träger höchster Gottessegnungen waren, — denken wir nur an einen hochgebildeten Mose, an Könige wie David und Salomo, an einen Minister Daniel, einen Saul von Tarsus usw. —, da mußten diese Männer zunächst durch tiefe Demütigungen und Zerbrüche hindurch, um wirklich brauchbar für Gott zu werden.

Man kann darum im ungebrochenen Zustand selbstbewußter, ichhafter Frömmigkeit weder Gottes Wort und noch weniger Gottes Wesen fassen und haben. Das kann uns nur der Geist mitteilen, indem er uns dem Tode Christi gleichgestaltet. Wer aber — wir reden menschlich! — nicht darauf eingehen will, der wage sich nicht an die heiligen Bezirke dessen, was Gottes ist! Denn “der Herr ist gar schrecklich im vertrauten Kreise der Heiligen, ist furchtbar über alle, die rings um ihn her sind” (Ps. 89, 7). Das hat schon die griechische Weltweisheit geahnt, wenn sie durch einen ihrer Vertreter sagen ließ: “Wer Gott sieht, stirbt!”

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte, Lehre  |  1,242 x gelesen

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Was haben ökologische und politische Katastrophen mit der Buße des Menschen zu tun?

(Nach einer Tonbandaufnahme eines Vortrags über Joel 1 und 2; überarbeitet und vom Verfasser durchgesehen)

Der Prophet Joel weist im ersten Kapitel seines Buches auf eine für uns Heutige höchst aktuelle Tatsache hin. Er macht dort deutlich, daß zwischen Katastrophen in Natur oder Politik und der Sünde des Volkes Israel, ja der Sünde der ganzen Menschheit, ein direkter und indirekter Zusammenhang besteht. Das heißt, diese Katastrophen ereignen sich nicht zufällig. In den Naturkatastrophen handelt Gott selbst. Sie sind Gerichte Gottes. In ihnen handelt Gott; denn es gibt ja kein Unglück, das der Herr nicht tut. Das ist ein Aspekt, den wir bei Joel ganz deutlich erkennen. Ich möchte dazu heute in 7 Punkten etwas sagen:

  1. Wir leben in einer Zeit nie dagewesener ökologischer Gefahren.
  2. Joel bringt die ökologische Katastrophe in Zusammenhang mit der Sünde des Volkes Israel.
  3. Auch politische Katastrophen haben etwas zu tun mit menschlicher Sünde und göttlichem Gerichtshandeln.
  4. Lösungsversuche ohne Buße müssen scheitern.
  5. Was sagen wir unseren Kindern?
  6. Gerichte Gottes können durch Buße und Umkehr aufgehalten oder reduziert werden.
  7. Gott läßt einmal, in Israel beginnend, nach gründlicher Buße den Segen zurückkehren.

1. Wir leben in einer Zeit nie dagewesener ökologischer Gefahren

In den Versen 1-4 des 1. Kapitels spricht Joel von einer katastrophalen Gleichgewichtsstörung in der Ökologie der Fauna. Wer will, kann in den vier Ausdrücken des 4. Verses — Nager, Heuschrecke, Abfresser, Vertilger — vier Stufen der Metamorphose eines einzelnen Insektes sehen; man kann sie auch als vier verschiedene Insekten auffassen. Auf jeden Fall bricht über die Bauern in Israel eine so große Katastrophe durch Insekten herein, daß das Land an den Rand einer Hungersnot gerät. Wie wir an späterer Stelle lesen, verfault der Same in der Scholle, die Vorratskammern sind leer, und das Opfer im Tempel bleibt aus (V. 17 und V. 9); es ist nichts mehr zu opfern und nichts mehr zu essen da. Es findet eine schwere Gleichgewichtsstörung in der Ökologie der Tiere statt. (Ökologie = Beziehungen der Lebewesen zur Umwelt; Haushalt in der Tier- oder Pflanzenwelt.)

Es ist heute unbestritten, daß wir in den letzten 20 bis 30 Jahren in diese Ökologie, in den Haushalt der Natur, im Zuge der hochentwickelten Landwirtschaft, die wir betreiben, entscheidend eingegriffen haben. Wir bekämpfen z. B. eine Unmenge von Insekten durch Schädlingsbekämpfungsmittel. Dabei ist klar: Wenn ich ein Insekt bekämpfe, dann wird sein Gegner überhandnehmen, der bislang den Ausgleich schuf. Wie gründlich haben wir die Maikäfer vertilgt! Früher war das für uns noch ein Spaß, im Mai in der Frühe des Morgens, wenn es noch kühl war, die Kirschbäume zu schütteln und die Mengen von Maikäfern einzusammeln, die da herunterkamen und für die wir sogar pro Kilogramm etwas Geld bekamen. Inzwischen haben wir sie vertilgt. Wir haben aber noch viel mehr vertilgt, wir haben den gesamten ökologischen Haushalt außer Rand und Band gebracht, und das ist nur sehr schwer wieder gutzumachen.

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Autor: Mössinger, Manfred | Kategorie(n): Gerichte Gottes, Israel, Völkerschaften  |  1,260 x gelesen

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Durch Gericht zur Gnade

“Stehe auf, Jehovah, in Deinem Zorn! Erhebe dich wider das Wüten meiner Bedränger, und wache auf zu mir: Gericht hast Du befohlen.” (Psalm 7, 6)

Ein Mörder wird aufgrund erdrückender Beweislast zum Tod verurteilt. Alle empfinden das Urteil des Richters als gerecht. Der Richter ordnet den sofortigen Vollzug der Strafe an. Angesichts seines Henkers bricht der Delinquent zusammen und gesteht unter Tränen die grauenvolle Tat. Immer wieder bittet er den strengen, aber gerechten Richter um Gnade, doch dieser antwortet hart: “Du bekommst lediglich die gerechte Strafe für deine Tat, den Tod.” Ohne Gnade wird der Mörder hingerichtet.

Müssen wir aus dieser erfundenen Geschichte nicht den Schluss ziehen, dass sich Gericht und Gnade gegenseitig ausschließen? Entweder wird der Mörder hingerichtet oder begnadigt. Finden wir diesen sich ausschließenden Gegensatz nicht auch in der Bibel? Entweder begnadigt Gott im Hinblick auf das ein für allemal erbrachte Sühnopfer Jesu, oder es ergeht bei ungläubiger Ablehnung der Heilstat das gerechte Verdammungsurteil über einen Menschen. Schließen sich nicht auch in der Schrift Gnade und Gericht gegenseitig aus? Dem einen begegnet Gott als gerechter Richter, der ihn völlig zu Recht für ewig verdammt, und dem anderen als begnadigender, barmherziger Vater? Die meisten Gläubigen dürften eine solche oder ähnliche Schau haben. Andere, die aufgrund des Wortes erfassen durften, dass Gott mit allen zu Seinem Heilsziel kommt und die Gerichte zwar furchtbar, aber nicht unendlich sind, fragen sich: Wie kann unser liebender Vater solch gewaltige Gerichtsschläge, wie sie etwa in der Offenbarung für die Letztzeit prophezeit sind, zulassen oder gar wollen? Kann ein gnädiger Gott der Liebe so sein?

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Autor: Wörz, Reiner | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Gerichte Gottes  |  1,224 x gelesen

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Die Hölle — ein Erweis der Liebe Gottes

Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß die schwersten und vornehmlichsten Bedenken gegen die Lehre von der endlichen Errettung aller Menschen hervorgerufen und getragen sind von dem Gefühl oder Eindruck, als bedeute eine solche Lehre die Abschwächung oder gänzliche Beseitigung all der biblischen Aussagen von dem furchtbaren Ernst, dem heiligen Zorne Gottes wider alles Böse. Wieder und wieder werden die deutlichen Worte des Herrn Jesu und Seiner Apostel von dem unauslöschlichen Feuer; von dem Gericht mit Feuerflammen, Rache zu geben über die Übeltäter, die Gott nicht anerkennen und die nicht gehorsam sind dem Evangelium unsres Herrn Jesu Christi; von dem Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln; von dem Feuersee, der mit Schwefel brennt in welchem das Tier und der falsche Prophet ihr Gericht finden, und in welchen zuletzt auch Satan geworfen wird, betont und in einer Weise hervorgehoben, die die Besorgnis verrät, wir ließen solche Aussagen ganz und gar unbeachtet oder wollten sie aus der Schrift hinwegerklären.

Bis zu einem gewissen Grade ist eine solche Vorstellung verständlich. Dennoch zeugt sie nicht von reiflicher, prüfender Überlegung und Erwägung alles dessen, was bisher über diesen Gegenstand geschrieben worden ist.

Es gibt ja einen seichten, oberflächlichen Universalismus, dem der “liebe Gott” ein viel zu gutmütiger, weichherziger alter Herr ist, der es nicht übers Herz bringen kann, irgendeins Seiner Geschöpfe in die Hölle zu werfen und zu quälen mit Feuer und Schwefel, wie geschrieben steht. Dahinter steckt unverkennbar eine sehr seichte und flache Auffassung von der Sündhaftigkeit der Sünde und von der unerbittlichen Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Von da aus ist es wohl zu verstehen, wenn ernste Christen und treue Wächter der Herde ein sehr bedenkliches Gesicht machen zu einer Lehre, die scheinbar über den furchtbaren Ernst all jener Gottesworte hinwegtäuscht und ihnen ihr Gewicht nimmt.

Aber in der Tat liegt die Sache ganz anders. Und es ist nicht ganz zu begreifen, wie man so schnell ein herbes Urteil der Verwerfung fällen und durchführen kann, ohne daß man zuvor sorgfältig geprüft und gefragt hätte, wie selbst ein Hoherpriester noch den Stephanus fragte: Ist dem also? Es hat etwas Eigenartiges und Schmerzliches an sich, wenn jemand, der Jahrzehntelang in Wort und Schrift für die Unverletzlichkeit und Unantastbarkeit der ganzen Schriftoffenbarung eingetreten ist, nun erst nachweisen soll, daß er wirklich an die Hölle der Schrift glaubt! Und der Schreiber dieser Zeilen darf es frei bezeugen, daß er nie zuvor in seinem Leben über diesen erschütternd ernsten Gegenstand mit größerer Deutlichkeit, Klarheit und Nachdruck zu reden vermocht hat, als seit ihm die Erkenntnis geworden über den Rat Gottes zur endlichen Errettung aller Menschen, und zwar durch — das höllische Feuer, durch Tod, Verderben und Verdammnis hindurch!

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Allversöhnung, Erkenntnis & Wesen Gottes, Gerichte Gottes  |  1,523 x gelesen

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Der Zorn Gottes

Dieses Thema wird in der heutigen Verkündigung weithin ausgeklammert. Gott wird als der »liebe Gott«, als ein freundlicher Gott, der um unser Wohlbefinden besorgt ist, dargestellt. Das ist aber ein sehr einseitiges Bild des wahren Gottes, wie ihn die Bibel bezeugt. Darum soll hier zu diesem Thema einiges gesagt werden.

Wir fragen nach

  • dem Wesen des Zornes Gottes,
  • dem gegenwärtigen Zorn Gottes,
  • dem kommenden Zorn Gottes,
  • und der Errettung vom göttlichen Zorn.

1. Das Wesen des Zornes Gottes

Nach einem Wort des Theologen Markus Barth ist »der Zorn Gottes nicht eine mit Seiner Liebe abwechselnde Laune, sondern die Temperatur Seiner Liebe«. Das ist sehr gut gesagt. Gottes Zorn ist also keineswegs Hass. Was ist er aber dann? Ein Verkündiger nannte den Zorn Gottes einen »Gegenstoß gegen die Sünde« (zitiert nach Karl Merz). Damit ist aber mehr über die Wirkung als über das Wesen ausgesagt. Ich denke, Gottes Zorn ist zunächst einmal Sein heiliger Unwille, Sein Nein zu einem bestimmten Verhalten Seiner Geschöpfe, Sein Sich-nicht-abfinden-Wollen mit ihrer Undankbarkeit und Ehrfurchtslosigkeit, ihrer Gleichgültigkeit gegenüber Seiner Liebe, ihrem Unglauben, ihrer Widerspenstigkeit, der Übertretung Seiner Gebote bis hin zum frechen Spotten und Lästern. Er wirkt sich aus in Strafe und Gericht — jedoch immer mit der Zielsetzung der Zurechtbringung und des Heils.

Jakob Kroeker schrieb über den Zorn Gottes: »Auch der Begriff ›Zorn Gottes‹ muss im Antlitz Jesu Christi gesehen werden … Gott in Seiner Zornesoffenbarung ist ebenso Gnade, wie Gnade Zorn ist. Gott zerbricht, damit ein Neues entstehe. Er richtet, um zu erlösen … Wie Gott total, absolut, Äonen und Völker umspannend in Seiner Liebe ist, so ist Er es auch in Seiner Zornesoffenbarung … Gottes Zorn ist total, weil die Gnade in ihren Zielen total ist. Sie ist total in der Wiederherstellung der Sohnesstellung und in der Berufung zur Christusgemeinschaft … Vom Menschen und seiner Geschichte aus gesehen scheinen zwar Zorn Gottes und Gnade ein dialektisches, d. h. ein sich widersprechendes Handeln Gottes innerhalb der Heilsgeschichte zu sein. Von Gott aus gesehen, stehen jedoch beide als göttliches Handeln im Dienst der Erlösung: dem Glaubenden zum Leben, dem Widerstrebenden zum Gericht.«

Mit Bezug auf den menschlichen Zorn mahnt Paulus in Eph. 4, 26: »Wenn ihr schon zürnt, so hütet euch zu sündigen!« Dazu lesen wir im »Theologischen Wörterbuch zum NT« von Kittel/Friedrich: »Der Zorn wird zwar nicht Sünde genannt, aber der Gedanke steht dahinter: Wo einer zürnt, lauert die Sünde vor der Tür.« Ganz anders verhält es sich beim Zorn Gottes. Gottes Zorn ist niemals Sünde (Ungerechtigkeit, Zielverfehlung oder Hass). Er entspricht immer voll und ganz Seiner Wahrheit und Liebe.

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Gerichte Gottes  |  1,804 x gelesen

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Kein Heil ohne Gericht und kein Gericht ohne Heil

(Nach einem Wortdienst auf der Bibelkonferenzstätte Langensteinbacherhöhe am 07.10.1971 anläßlich der Brüderfreizeit; vom Verfasser überarbeitet)

Liebe Brüder!

In meinem Thema werden zwei fundamental wichtige biblische Feststellungen getroffen:

  1. Kein Heil ohne Gericht
  2. Kein Gericht ohne Heil

Gar zu gern trennen wir in unserem sezierenden und analysierenden Denken diese beiden Dinge, die nach der Schrift unlösbar zusammengehören!

In dem uns vertrauten evangelischen Glaubensbekenntnis z. B. bekennen wir auf der einen Seite die Heilstatsachen: Jesus hat gelitten, ward gekreuzigt, ist gestorben und auferstanden; später heißt es dann: “von dannen Er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten”. In diesem letzten Zusammenhang ist aber dann von Heil keine Rede mehr!

So spricht man in der üblichen kirchlichen Lehre einerseits vom Heil, von der Erlösung. Da dieses Heil weithin bereits an die Kindertaufe gebunden wird, ist es ein Heil ohne Gericht, ohne Buße und Selbstprüfung. — Andererseits wird vom ewig-endlosen, unabänderlichen Unheil für die Verdammten gesprochen — Gericht ohne Heil!

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte, Lehre  |  1,023 x gelesen

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