Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Das All dient Ihm und uns!

“Alle Dinge dienen Dir (eigentlich: Dir dient das All, das Ganze, das ganze Weltall; vergl. Fußnote in der Elberfelder Übersetzung)!” (Psalm 119, 91).

“Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zusammenwirken zum Guten, denen, die nach Vorsatz berufen sind” (Röm. 8, 28).

Die kürzeste Weltgeschichte ließ der Heilige Geist durch den Apostel Paulus schreiben. Sie umfaßt nur einen Satz und lautet: “Aus Ihm und durch Ihn und zu Ihm hin ist das All” (Röm. 11, 36; man vergl. hierzu auch 1. Kor. 8, 6; Kol. 1, 16 u. a.).

Die Weltgeschichte der erneuerten und vollendeten Schöpfung ist ebenso kurz und lautet: “Gott wird sein alles in allem” (1. Kor. 15, 28). Auch diese ungeheure Zusammenballung aller zukünftigen Zustände in der vollendeten und verherrlichten Schöpfung durfte der Apostel der Leibesgemeinde schreiben, Paulus, dem Gott das offenbarte, was Er in den vorhergehenden Generationen (= Geschlechtern) den Söhnen der Menschen nicht kundgetan hatte.

Das All verdankt seine Existenz dem Willen Gottes. Ehe es Welten und Geschöpfe gab, faßte ER in sich selbst den Entschluß, das All ins Dasein zu rufen. Niemand war dabei Sein Mitberater (Röm. 11, 34). Außer Ihm war keiner da. Nichts existierte außer Ihm, was Ihm hätte eine Veranlassung geben können zu Seinem Entschluß, die Welt zu erschaffen. Sein eignes Inneres, Sein Gotteswesen, Sein Höchstadel des Geistes und der Liebe drängten Ihn dazu, sich zu entfalten in heiligem Liebestrieb, und in göttlich vollkommenem Vorsatz den Weltplan der Äonen festzustellen und Sein machtvolles schöpferisches Werde-Wort auszusprechen.

Darum huldigen Ihm auch in ehrfürchtiger Anerkennung dieser gewaltigen Wahrheiten und Gotteswirklichkeiten die Herrlichkeiten des Himmels (Neh. 9, 6) und werfen ihre Kronen vor Ihm nieder und bezeugen: “Du bist würdig, o unser Herr und unser Gott, zu nehmen die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht; denn Du hast alle Dinge (wörtlich: ta panta = das All) erschaffen, und Deines Willens wegen waren sie und sind sie erschaffen worden” (Off. 4, 11).

Auf die Frage der Geschöpfe: Warum existiert diese Welt und wir in ihr? gibt es nur eine völlig richtige Antwort, nämlich die: Weil Gott es so wollte!

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Erwählung, Gemeinde, Lehre  |  812 x gelesen

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Die Berufung Abrahams (1)

Historisch, erbaulich, prophetisch und symbolisch betrachtet

Einleitung

Gott wohnt in einem unzugänglichen Licht, da niemand hinkommen kann. Ohne eine Offenbarung Seinerseits wäre die Menschheit nie zu einer Erkenntnis Seines Wesens und Seines Willens gekommen. Wir würden heute noch alle an der Stelle stehen, auf der die Heiden vor der Erscheinung des Lichtes der Welt standen. Unsere Erkenntnis wäre allein über Seine Wohnung, jenes unzugängliche Licht, geringer, als über einen der immerhin noch wahrnehmbaren Sterne der Milchstraße. Noch weniger aber wüßten wir über Ihn selbst. In Dunkel und Finsternis müßten wir tastend unseren Weg gehen, die Seele erfüllt von dem hoffnungslosesten Nichtwissen über das “Woher”, das “Wozu” und das “Wohin”. Und alle, die Ihn tastend suchen und fühlen und finden möchten, müßten über ihre Altäre schreiben: “Dem unbekannten Gott” (Apg. 17, 22-31).

Aber Sein Wesen ist Liebe. Darum kann Er nicht verborgen bleiben. Liebe braucht einen Gegenstand, an dem sie sich auswirken kann, ohne Rücksicht auf den Wert desselben. Die Inbrunst Seiner Liebe bewog Ihn, aus Seiner Gottes-Einsamkeit herauszutreten. Er rief eine Welt ins Dasein, die Ihm in ihrer Schöpfung, Erlösung und dereinstigen Vollendung Gelegenheit gab und gibt, alles, was an Allmacht und Weisheit, an Gerechtigkeit und Heiligkeit, an Gnade und Liebe in Ihm ist, kund und offenbar zu machen.

Diese Offenbarung hat zwei Seiten, eine darstellende und eine beschreibende:

  1. Die darstellende Offenbarung Gottes ist der Sohn Gottes (Joh. 1, 18; 10, 30; 14, 9).
  2. Die beschreibende Offenbarung Gottes ist Sein Wort (Joh. 5, 39 und Apg. 10, 43 u. v. a.).

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Erwählung, Glaubensleben & Wandel, Lehre  |  1,437 x gelesen

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Die Berufung Abrahams (2)

Die praktisch-erbauliche Bedeutung

Was hat uns die Geschichte Abrahams zu sagen? — Welchen Wert hat sie für unser praktisches Leben? — In welcher Weise dient sie zu unserer Erbauung, oder welchen moralischen Nutzen haben wir von ihrer Betrachtung?

Die Schrift gibt uns in Galater 3, 9 eine Antwort auf diese Fragen. Alle Gläubigen werden mit dem gläubigen Abraham gesegnet. Er ist das Musterbeispiel, an dem Gott Seinen Grundsatz zur Darstellung brachte: “Gerechtfertigt aus Glauben.” Wer auf die Rechtfertigung aus Glauben Anspruch erhebt, tut gut, sich die göttliche Erziehungsweise am Leben Abrahams anzusehen. In derselben Weise erzieht Gott alle Gläubigen, mögen die Umstände in ihrem Leben noch so verschieden sein. “Es ist aber nicht allein seinetwegen geschrieben, daß es ihm zugerechnet werden soll …” (Röm. 4, 23.24, siehe auch das ganze Kapitel).

So deutlich fordert uns Gott auf, das Leben Abrahams glaubend zu erforschen! Dieser Hinweis ist beschämend genug für uns, weil darin die ausgesprochene Voraussetzung liegt, daß wir von Natur aus daran gewöhnt sind, die Geschichten des Alten Testamentes rein historisch zu lesen, so, als ob sie alle nur die dort genannten Personen angingen. Und doch bekommt der Timotheus gesagt, daß in dem Wissen dieser alttestamentlichen Schriften ein großes Vermögen steckt, eine Macht, die wirksam wird zu unserem Heil, wenn sie nur glaubend erkannt und angewandt wird. Denn alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützt uns zu mancherlei Teilzwecken, auf daß der eine große Endzweck Gottes mit uns erreicht werde, den Gottmenschen in uns vollkommen zu machen, zu jedem guten Werke völlig geschickt (2. Tim. 3, 15-17).

Schon dieser umfassende Hinweis auf sämtliche Schriften des Alten Testamentes sollte uns genügen, das Leben Abrahams nach der Seite zu betrachten, welchen Wert es für die Entwicklung des Glaubenslebens in uns hat. Wieviel mehr aber sollte uns die obengenannte Stelle in Römer 4 direkt dazu anleiten, dieses Musterbeispiel Gottes für die Erziehung des Glaubens genau zu erforschen; denn es ist ja nicht allein seinetwegen geschrieben, sondern auch unsertwegen.

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Erwählung, Glaubensleben & Wandel, Lehre  |  769 x gelesen

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Auserwählung

1. Eine Unterschlagung

Wir können uns gegen Mitmenschen verschulden, indem wir ihnen beglückende Wahrheiten vorenthalten. Paulus bezeugt vor den Ältesten der Gemeinde zu Ephesus (Apg. 20, 27):

“Ich bin rein von dem Blute aller; denn ich weiche nicht davon zurück, euch kundzutun den gesamten Ratschluß Gottes.” Was er diesen Gläubigen noch nicht kundgetan hatte, das schrieb er ihnen später mit deutlichen Worten in einem Rundbrief, den wir als Epheserbrief bezeichnen. Paulus weiß sich also schuldig am Blute der Gläubigen, falls er ihnen nicht den gesamten Ratschluß Gottes, “das Geheimnis Seines Willens” (Eph. 1, 9) kundtut.

Mit diesem Aufsatz möchte ich auf eine Wahrheit hinweisen, die man weitgehend unterschlagen hat und unterschlägt: das Wort von der Auserwählung. Von früher Jugend an habe ich in sieben Jahrzehnten fast jeden Sonntag und oft auch während der Woche Gottes Wort gehört. Doch besinne ich mich nicht, daß ich je irgendwo — sei es in der Sonntagsschule, in einer Bibelstunde oder in einer kirchlichen oder außerkirchlichen Versammlung — ein deutliches Wort über Auserwählung gehört hätte. Offenbar hat man sich gescheut, davon zu reden, und den billigsten Ausweg gewählt, indem man diese Wahrheit einfach umging.

Und doch steht das Wort von der Erwählung nicht nur irgendwo versteckt am Rande der biblischen Botschaft. Groß und deutlich tritt es uns im Alten und viel mehr noch im Neuen Testament entgegen.

So steht das Wort “auserwählen” (griechisch: eklegesthai) im Neuen Testament 20-mal, dreimal in den Schriften des Paulus. Nur ein einziges Mal handelt es sich dabei um rein menschliches Wählen, den fleischlichen Wünschen des Herzens entsprechend (Luk. 14, 7); einige Male wird es vom Wählen der Gläubigen, die sich bewußt unter die Leitung Gottes stellten, in den weitaus häufigsten Fällen aber vom Auserwählen Gottes gebraucht. — Den Ausdruck “Auserwählter” (griechisch eklektos) treffen wir im NT 22-mal, davon sechsmal in den Paulusbriefen. — “Auswahl” oder “Auserwählung” (eklogä) aber kommt siebenmal vor, und zwar fünfmal bei Paulus. — Im ganzen zählen wir die Worte auswählen, Auserwählter und Auswahl im Neuen Testament 49-mal, 14-mal allein in den Paulusbriefen, die uns ja ganz besonders interessieren, da sich ihr Schreiber deutlich als Apostel der Nationen bezeichnet.

Schon die Häufigkeit der Worte, die von Auserwählung reden, sollte uns eine Mahnung sein, daß wir uns gründlich damit auseinandersetzen. Zudem gibt es noch andere Ausdrücke, die indirekt die Auserwählung der Gläubigen bezeugen. Die Gemeinde wird ja durchweg bezeichnet als die Ekklesia, das heißt wörtlich übersetzt: die herausgerufene (Gemeinde). Das weist ebenfalls auf Auswahl hin. Jedes Glied dieser Gemeinde ist auch ein Berufener neben andern, die nicht berufen sind.

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Autor: Käser, Hans | Kategorie(n): Erwählung, Heilsgeschichte, Lehre  |  906 x gelesen

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Das Unedle hat Gott auserwählt

“Denn seht eure Berufung, Brüder, daß es nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Edle sind, sondern das Törichte der Welt hat Gott auserwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und das Schwache der Welt hat Gott auserwählt, damit er das Starke zuschanden mache. Und das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott auserwählt, das, was nicht ist, damit er das, was ist, zunichte mache, daß sich vor Gott kein Fleisch rühme. Aus ihm aber (kommt es, dass) ihr in Christus Jesus seid, der uns geworden ist Weisheit von Gott und Gerechtigkeit und Heiligkeit und Erlösung, damit, wie geschrieben steht: Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!” (1. Kor. 1, 26-31).

Das, was nichts ist, das hat Gott erwählt. Das ist die Zusammenfassung der Feststellungen zuvor: Törichte, Schwache, Unedle, Verachtete hat Gott auserwählt. Paulus gibt sein Zeugnis nur kurz. Er zeigt es nicht in den Einzelheiten. Er ist der Chefarchitekt, der sich nicht mit den Detailplänen befasst. Sein Blick ist auf das Gesamtprogramm gerichtet. Er legt die großen Linien fest und wacht darüber. Für die einzelnen Materialien und Zusammenordnungen sind spezielle Fachleute da. Wer sind diese Mitarbeiter des Apostels Paulus? Das sind alle übrigen Schreiber des Wortes Gottes, anfangend von Moses über alle Propheten und Apostel. “Mir ist es gegeben, das Wort Gottes zu vollenden” (Kol. 1, 25), sagt Paulus. Wenn wir aber nur den Übersichtsplan wissen, dann können wir noch nicht in dem Hause wohnen. Wir müssen auch Einzelheiten erfahren.

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Autor: Muhl, Arthur | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Erwählung, Lehre  |  1,075 x gelesen

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