Laßt uns nie vergessen, daß immer der Fleischgeborene den
Geistgeborenen lästert und verfolgt, und nie umgekehrt (Gal. 4,29).


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Der einzige, allein wahre Gott, Sein Sohn und Seine Söhne

»Ich bin Jahweh, und es ist sonst kein Gott außer Mir. Ein gerechter und rettender Gott ist keiner außer Mir … Ich bin Gott und keiner sonst.« — »Ich bin Jahweh, der König Israels und sein Erlöser … Außer Mir ist kein Gott« (Jes. 45, 21.22; 44, 6).

Je näher wir der letzten Zeit des Endes kommen, desto mehr vermischen sich Politik und Religion. Schon vor mehr als 50 Jahren hat Friedrich Malessa vorausgesehen, dass am Ende eine zuvor entstandene Welteinheitsreligion Wegbereiter für eine Welteinheitsregierung sein wird. Einerseits wenden sich die Menschen — insbesondere im europäischen Raum — immer mehr vom inspirierten Wort der Bibel ab, andererseits werden sie immer religiöser. Der Ruf nach dem Dialog mit und unter den Weltreligionen wird immer lauter. Man sucht gemeinsame »Werte« und Ziele herauszufinden, Trennendes zu beseitigen und Toleranz zu üben. Das größte Hindernis für diese Einheitsbestrebungen ist der »Alleinvertretungsanspruch« Jesu: »Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich« (Joh. 14, 6).

Darum haben im Sommer 2006 namhafte protestantische Theologen in einem Aufruf, der von prominenten Persönlichkeiten mit unterzeichnet wurde, die Christen aufgefordert, »endlich den Alleinvertretungsanspruch Gottes aufzugeben und sich in die Gemeinschaft der Weltreligionen einzureihen« (Topic 6/06). Es ist auffallend, dass die Aufforderungen zur Toleranz gegenüber anderen Religionen einseitig von »Christen« an »Christen« gerichtet werden, während z. B. der Islam nicht daran denkt, seinen Anspruch, die ganze Welt dem Koran zu unterwerfen, aufzugeben und gegenüber dem Gott der Bibel Toleranz zu üben. Mit der Leugnung der Erlösungstat Jesu, des Sohnes Gottes, am Kreuz von Golgatha und der Herabstufung Jesu lediglich zum Propheten, als den Ihn auch der Koran anerkennt, wird die Grundlage der christlichen Botschaft und des Glaubens zerstört (1. Kor. 15, 14-19) und das Christentum zu einer der vielen Religionen degradiert.

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Autor: Herbst, Gerhard | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Kirchentum, Religionen, Zeitgeist  |  810 x gelesen

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Christi Herrlichkeit nach Hebr. 1, 1-6

Das ganze Wort Gottes ist vom ersten bis zum letzten Vers ein Enthüllungsbuch der Herrlichkeit des Christus. Aber wir bedürfen geöffneter Augen des Herzens, um diesen Lichtglanz überall aufleuchten zu sehen. Wer von uns erkennt z. B. am Gesetz des Herrn göttliche “Wunder”? Jedenfalls tat das David, denn er betet in Ps. 119, 18: “Öffne meine Augen, damit ich Wunder schaue in (genauer: aus) deinem Gesetz!”

Wenn auch die heilige Schrift immer und überall “Christus treibt”, wie Luther sagt, so erstrahlt doch die Herrlichkeit des Sohnes Gottes in manchen Zusammenhängen in besonders hellem Glanz. Denken wir nur etwa an den 22. Psalm oder an Jes. 53, wo uns der Gekreuzigte klar und deutlich gezeigt wird. Oder erinnern wir uns an die Abschiedsreden Jesu im Johannesevangelium, an das Hohelied der Sohnschaft in Römer 8 oder an die Enthüllung der Herrlichkeit der Gemeinde in Eph. 1-3! Das sind wirkliche Edelsteine von wunderbarer Schönheit, deren beseligendes Licht wir uns immer wieder in wachstümlicher Erkenntnis ins Herz leuchten lassen.

Ein solches Schmuckstück der Christusherrlichkeit, wenn wir so sagen dürfen, sind auch die ersten Verse des Hebräerbriefes. Lesen wir aus dem ersten Kapitel Verse 1-6:

“Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohne, den er gesetzt hat zum Erben aller Dinge, durch den er auch die Äonen gemacht hat; welcher, der Abglanz seiner Herrlichkeit und der Abdruck seines Wesens seiend und alle Dinge durch das Wort seiner Macht tragend, nachdem er durch sich selbst die Reinigung der Sünden bewirkt, sich gesetzt hat zur Rechten der Majestät in der Höhe; indem er um soviel besser geworden ist als die Engel, als er einen vorzüglicheren Namen vor ihnen ererbt hat. Denn zu welchem der Engel hat er je gesagt: ‘Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt’? Und wiederum: ‘Ich will ihm zum Vater, und er soll mir zum Sohne sein’? Wenn er aber den Erstgeborenen wiederum in das Bewohnte einführt, spricht er: ‘Alle Engel Gottes sollen ihn anbeten.’”

Es ist völlig unmöglich, im Rahmen einer kurzen Arbeit den ganzen Herrlichkeitsinhalt des obigen Schriftabschnittes anzudeuten, geschweige denn auszuschöpfen. Aber zehn Strahlen dieses Christusglanzes wollen wir uns ins Herz und Gewissen leuchten lassen:

  1. Gott redet im Sohn
  2. Christus ist der Erbe aller Dinge
  3. Er ist der Schöpfer der Äonen
  4. Er ist der Abglanz der Herrlichkeit Gottes
  5. Er ist der Abdruck des Gotteswesens
  6. Er ist der Träger des All
  7. Er hat die Reinigung der Sünden bewirkt
  8. Er sitzt zur Rechten der Majestät in der Höhe
  9. Er ist besser als die Engel
  10. Alle Engel werden ihn anbeten

Die Größe und Schönheit, die Allmacht und Treue unsres Herrn und Hauptes glaubend und anbetend anzuschauen, ist und bleibt für den Erlösten das Köstlichste, das er auf seiner Pilgerfahrt durch diese Welt voller Angst und Weh, voller Schuld und Not haben und genießen kann. Möchten auch diese Betrachtungen dazu dienen, daß uns Christus groß, herrlich und anbetungswürdig wird, damit unsre Herzen in wartender, dankbarer Hingabe allein an ihm hangen!

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  548 x gelesen

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Göttliche Unmöglichkeiten

Gott vermag alles; ist Er doch der Allmächtige und der Allwissende, der Allgegenwärtige und der All-Liebende. Aber nicht nur Ihm, auch den Glaubenden sind alle Dinge möglich (Mark. 9, 23).

Hierbei wollen wir jedoch bedenken, daß der Glaube nicht eine Sache unsrer zügellosen Fantasie oder unsres hochmütigen und gierigen Eigenwillens ist, sondern im eigentlichen Sinn immer Gehorsam des Glaubens bedeutet.

In Matth. 17, 20 bezeugt der Herr seinen Jüngern: “Nichts wird euch unmöglich sein” und fügt die überaus wichtige, leider so wenig beachtete Ergänzung hinzu: “Diese Art aber fährt nicht aus, als nur durch Gebet und Fasten.” Es handelt sich im Zusammenhang um Vollmacht über Finsternisgewalten. Die Schrift kennt nämlich verschiedene Arten von Dämonen. Die einen müssen schon einem Gebetswort weichen, während andre nur durch Gebet und Fasten ausfahren.

Es gibt viele treue Brüder, die über solche Worte die Achsel zucken und meinen: “Das geht uns nichts an, das gilt für Israel, das ist Königreichslinie! Wir aber als der Körper Christi haben damit nichts zu tun.”

So richtig und wichtig auf der einen Seite die klare Unterscheidung zwischen den Israel gegebenen, klaren Verheißungen und den Zusagen für die Gemeinde des Leibes Christi sind, so wollen wir doch andererseits nicht vergessen, daß “alles unser ist” (1. Kor. 3, 21-23), und wir so, wenn auch vorerst nur geistlicherweise, auch das besitzen und genießen dürfen, was im Vollumfang später einmal Israel für seine Herrschaft über die Erde gehört. —

Obgleich nun Gott alle Dinge möglich sind, so gibt es doch auch für Ihn gewisse Unmöglichkeiten. Die Schrift nennt ihrer nicht weniger als 84. Davon finden wir 14 in den Paulusbriefen, 3 in dem Schreiben an die Hebräer und 2 in den Episteln des Petrus. Wir wollen, sonderlich aus den Evangelien, eine Reihe wichtiger Schriftzusammenhänge betrachten, die solche Unmöglichkeiten nennen, die für unser persönliches Glaubensleben und für unsern Dienst in Lehre und Ermunterung wichtig und köstlich sind.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Glaubensleben & Wandel, Lehre  |  527 x gelesen

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Gottes Weg, Wort und Wesen

In Psalm 18, 30 bezeugt uns David ein Dreifaches von Gott. Dieses Zeugnis kommt in einem Liede vor, das dem Vorsänger übergeben wurde. Das bedeutet, daß es in den heiligen Versammlungen Israels von Zeit zu Zeit vorgelesen und vorgesungen werden mußte. Die Gemeinde sollte es lernen und nachsingen und dadurch den Herrn preisen und verherrlichen.

Was lehrt nun der königliche Sänger, dessen Herz von gutem Worte wallte und dessen Gedichte dem wahren König, also dem Messias-Christus galten und dessen Zunge dem Griffel eines geübten Schreibers glich (Ps. 45, 1)? David bezeugt: “El — Sein Weg ist vollkommen; Jahves Wort ist geläutert; ein Schild ist Er allen, die auf Ihn trauen” (Ps. 18, 30).

1. Gottes Weg ist vollkommen

Gottes (El = der Starke, der über alles Verfügende!) Weg ist vollkommen. Glauben wir das? Wie dunkel und leidvoll, wie ungerecht und grausam erscheinen uns oft die Wege, die der Herr Seine Geschöpfe führt! Ist nicht die Weltgeschichte ein Beweis für die (scheinbare!) Sinnlosigkeit der Wege der Völker? Werden nicht oft gerade die besten und wertvollsten Menschen, ja, die angeblich Auserwählten und Geliebten, durch so viel Dornen und Dickicht geführt, daß man fast am Dasein Gottes zweifeln könnte?

Und doch bezeugt uns die Schrift, daß alle Wege unsres Herrn richtig sind (5. Mose 32, 4). Und David, der doch lange Zeit wie ein Verbrecher verfolgt wurde und oft dem Tode näher war als dem Leben, frohlockt im 23. Psalm: “Er führet mich auf rechter Straße um Seines Namens willen!”

Wir deuteten schon an, daß das hebräische Wort, mit dem Ps. 18, 30 beginnt, El heißt. Das bedeutet, daß Ihm, dem Starken, über alles Verfügenden, jedwede Macht und Gewalt der Welt zum Gebrauche dient. Glauben und fassen wir doch, daß Gott in Seiner Allmacht, Weisheit und Liebe Seine Geschöpfe den kürzesten Leidensweg führt, um das vor Grundlegung der Welt zuvor geplante Hochziel der Herrlichkeit zu erreichen. Halten wir doch immer daran fest, daß Er durch ein Mindestmaß von Schmerzen ein Höchstmaß, ja, Übermaß von Seligkeit bewirkt! Und fangen wir doch einmal an, dafür zu danken, auch wenn wir “gar nichts fühlen von Seiner Macht”! Dann werden wir immer tiefer und wesensmäßiger erfassen und erfahren dürfen, daß Gottes Weg in Wahrheit vollkommen ist, ob Er, der heilig und liebevoll Verfügende, nun straft und richtet, läutert und reinigt oder heiligt und vollendet.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Erkenntnis & Wesen Gottes  |  318 x gelesen

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In Ihm war das Leben!

Gott hat allein Unsterblichkeit (1. Tim. 6, 16). Durch die Zeugung des Sohnes entstand dieser aus dem gleichen Leben und trägt dieses in sich selbst. Der Vater hat dem Sohne gegeben, Leben zu haben in sich selbst (Joh. 5, 26). In Ihm war das Leben (Joh. 1, 4). Außer dem Vater und dem Sohne hat kein erschaffenes Wesen von sich aus dieses Leben. Dem Geschöpf kann es nur durch die Zeugung von oben vermittelt werden. Wer den Sohn aufnimmt, hat damit das Leben des Sohnes Gottes und damit auch das Leben des Vatergottes selbst empfangen (Joh. 1, 12; 1. Joh. 5, 11.12).

Alles in Ihm war Leben! Keine Sünde hemmte die Entfaltung des vollen Gotteslebens. Darum waren auch die Worte, die der Sohn redete, nicht leere Menschenworte, sondern Geist und Leben (Joh. 6, 63). Wenn Er sprach, so geschah es, und wenn Er gebot, so stand es da. Von Seinem Leibe flossen Ströme lebendigen Wassers. Redete Er nur ein Wort, so kam ein Lazarus aus dem Grabe hervor oder ein Jüngling zu Nain stieg aus dem Sarge oder ein Töchterlein des Jairus stand vom Totenbett auf oder ein kranker Mensch, der 38 Jahre gelegen hatte, nahm seine Matte, auf der er lag, und ging gesund davon. — Wind und See gehorchten Ihm, dem Gottes- und Menschensohn, und wurden stille auf Sein Wort. Durch Seinen Segensspruch mehrten sich die wenigen Brote zu reicher Speise für 5000 Männer, dazu die Frauen und Kinder.

Gott hat aber auch allen denen, die aus Ihm geboren sind (Joh. 1, 12.13), das gleiche Leben gegeben, wie dem Erstgeborenen der Brüder (1. Joh. 5, 11-13). Sie sind Teilhaber der göttlichen Natur (2. Petr. 1, 4) und damit göttlichen Geschlechts (Apg. 17, 29; wörtlich: Gottes Geschlecht). Ja, der Sohn selbst nennt sie in Joh. 10, 34-36 “Götter” (vergl. auch Joh. 17, 16).

Das ist mehr, als je ein Auge gesehen oder ein Ohr gehört hat, oder was in eines Menschen Herz gekommen ist! Der Vater hat Sein eigenes Gottesleben in uns ergossen. Er ergoß Seinen Heiligen Geist in uns. Dadurch wurden wir Teilhaber der Gottnatur.

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Andachten, Erkenntnis & Wesen Gottes, Glaubensleben & Wandel  |  326 x gelesen

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Von der Barmherzigkeit Gottes

Die letzte und tiefste Frage, die ein Geschöpf stellen kann, ist die nach der Gesinnung seines Schöpfers. Wenn ein Kind erst einmal erkannt hat, daß die Eltern es lieben, dann wird sein Herz froh. Aber solange ein verschüchtertes, armes Wesen der Meinung ist, man wolle es nur quälen und ihm jede Freude rauben, gerät es in immer stärkere Liebesnot. Wie oft steht schon in den Augen von Kindern etwas von der Verzweiflung und dem Grauen geschrieben, die weit mehr Menschen an den Rand der Schwermut und des Selbstmordes treiben, als die meisten ahnen. Jeder wirkliche Seelsorger weiß davon Erschütterndes zu erzählen.

Während nun Gott in der Schöpfung seine Weisheit und Macht, in der Geschichte der Völker und des Einzelnen seine Heiligkeit und Weisheit offenbart, enthüllt er in seinem logos, d. h. in dem geschriebenen und Fleisch gewordenen Wort, sein urinnerstes Sein und Wesen. Sein brünstiges Herz sehnt sich danach, sich als der zu offenbaren, der er wirklich und wesenhaft ist. Die heilige Glut seiner Liebe kann und will nicht auf einem weltfernen Altar zu seiner eigenen Ergötzung leuchten. Es drängt ihn, sich selber mitzuteilen, sich gewissermaßen zu vervielfachen, Welten und Wesen ins Dasein zu rufen, um zuletzt alles in allen zu sein.

Erst dann, wenn Gott selbst diese Erkentnis in uns liebend hineingelegt und bleibend eingeprägt hat, vermögen wir sie aus seinem Wort zu ersehen und durch seinen Geist immer tiefer und beseligender zu begreifen. Dann sind auch wir entzündet vom Feuer seiner Vaterinbrunst und brauchen um solche Wahrheiten nicht mehr zu streiten, sondern können darüber anbeten, schweigend in heiligem Liebesvertrauen. —

Eine der charakteristischen Bezeichnungen der Schrift, die uns Gottes innerstes Sein darstellen und enthüllen, ist Barmherzigkeit. Die entsprechenden hebräischen und griechischen Ausdrücke bedeuten so viel wie Mitgefühl. Mitempfinden der Not und des Jammers leidender Geschöpfe. Davon wissen die außerchristlichen Religionen wenig oder nichts. Und wenn sie davon reden, dann nur einseitig und verdunkelt. So lehrt z. B. die griechische Philosophie, daß éleos (Barmherzigkeit) nur dem Edlen, nicht aber dem Grausamen gebühre. Wer ein wenig von den Mythen Griechenlands weiß, wird bestätigen, wie unsagbar rachsüchtig und grausam die sogenannten “Götter” sind. Das ist auch durchaus zu begreifen, wenn man es wagt, das Wort Gottes buchstäblich zu nehmen, das uns lehrt, daß alles, was die Nationen opfern, sie nicht Gott, sondern den Dämonen darbringen (1. Kor. 10, 20).

Wir wollen versuchen, in einigen großen Linien ein Zeugnis von der Barmherzigkeit Gottes zu sagen. Möge dein und mein Herz davon erfaßt, erfüllt und überfließend werden zum Lob und Preis unseres wunderbaren Vaters in Christo Jesu! Wie viel gelöster und beseligter, gottnäher und gottinniger wäre dann unser Denken, Fühlen und Wollen, unser Sinnen und Sein, unser Reden und Tun! Dazu segne der Herr diese kurze Betrachtung! —

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Allversöhnung, Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  335 x gelesen

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Das All dient Ihm und uns!

“Alle Dinge dienen Dir (eigentlich: Dir dient das All, das Ganze, das ganze Weltall; vergl. Fußnote in der Elberfelder Übersetzung)!” (Psalm 119, 91).

“Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zusammenwirken zum Guten, denen, die nach Vorsatz berufen sind” (Röm. 8, 28).

Die kürzeste Weltgeschichte ließ der Heilige Geist durch den Apostel Paulus schreiben. Sie umfaßt nur einen Satz und lautet: “Aus Ihm und durch Ihn und zu Ihm hin ist das All” (Röm. 11, 36; man vergl. hierzu auch 1. Kor. 8, 6; Kol. 1, 16 u. a.).

Die Weltgeschichte der erneuerten und vollendeten Schöpfung ist ebenso kurz und lautet: “Gott wird sein alles in allem” (1. Kor. 15, 28). Auch diese ungeheure Zusammenballung aller zukünftigen Zustände in der vollendeten und verherrlichten Schöpfung durfte der Apostel der Leibesgemeinde schreiben, Paulus, dem Gott das offenbarte, was Er in den vorhergehenden Generationen (= Geschlechtern) den Söhnen der Menschen nicht kundgetan hatte.

Das All verdankt seine Existenz dem Willen Gottes. Ehe es Welten und Geschöpfe gab, faßte ER in sich selbst den Entschluß, das All ins Dasein zu rufen. Niemand war dabei Sein Mitberater (Röm. 11, 34). Außer Ihm war keiner da. Nichts existierte außer Ihm, was Ihm hätte eine Veranlassung geben können zu Seinem Entschluß, die Welt zu erschaffen. Sein eignes Inneres, Sein Gotteswesen, Sein Höchstadel des Geistes und der Liebe drängten Ihn dazu, sich zu entfalten in heiligem Liebestrieb, und in göttlich vollkommenem Vorsatz den Weltplan der Äonen festzustellen und Sein machtvolles schöpferisches Werde-Wort auszusprechen.

Darum huldigen Ihm auch in ehrfürchtiger Anerkennung dieser gewaltigen Wahrheiten und Gotteswirklichkeiten die Herrlichkeiten des Himmels (Neh. 9, 6) und werfen ihre Kronen vor Ihm nieder und bezeugen: “Du bist würdig, o unser Herr und unser Gott, zu nehmen die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht; denn Du hast alle Dinge (wörtlich: ta panta = das All) erschaffen, und Deines Willens wegen waren sie und sind sie erschaffen worden” (Off. 4, 11).

Auf die Frage der Geschöpfe: Warum existiert diese Welt und wir in ihr? gibt es nur eine völlig richtige Antwort, nämlich die: Weil Gott es so wollte!

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Erwählung, Gemeinde, Lehre  |  274 x gelesen

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Vom göttlichen Gesetz der Rückbeziehung

In den heiligen Schriften finden wir verborgene Gesetze, die uns mit Staunen und Anbetung füllen. Je beseligender göttliche Wahrheiten sind, um so weniger werden sie aber erkannt. Man kann und soll sie darum niemand aufzudrängen versuchen, der kein Organ dafür hat. Der HErr selbst wird durch den Heiligen Geist jedem das aufschließen und zueignen, was er zu erfassen vermag, wozu er, menschlich gesprochen, Eignung und Neigung hat.

Eines dieser wunderbaren Gesetze ist das der Rückbeziehung. Man kann es vielleicht auch so ausdrücken: All das, was Gott in Sich selbst ist, will und wird Er auch für uns und alle sein. Denn Er ist Liebe und will sich mitteilen und verströmen in alle Seine Wesen und Welten. Was Er je ins Dasein gerufen hat, soll Seiner Ihm innewohnenden Freuden und Seligkeiten im Vollumfang teilhaftig werden und endlos bleiben.

Das ist aber nur die eine Seite der göttlichen Wahrheit, von der hier die Rede sein soll.

Die andre Seite ist erstaunlich und wunderbar. Das, was Gott in Sich selbst für uns ist, bedeuten auch die Seinen für Ihn! Wer wirklich von Jesus Christus durch den Glauben an Seinen Tod und Seine Auferstehung Vergebung der Sünden empfangen hat, wesenhaftes Leben aus Gott besitzt, ein neuer Mensch wurde, oder wie man es nach den verschiedenartigen Zeugnissen der Schrift auch immer ausdrücken will, ist damit ein Gegenstand der Wonne und Freude des Vaters. Anders gesagt: Was Gott für Seine Geschöpfe ist, sind Seine Geschöpfe für Ihn, beide stehen im Verhältnis der Rückbeziehung zueinander.

Wir wollen diese köstliche Wahrheit an einer Reihe biblischer Aussagen darzustellen versuchen.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  263 x gelesen

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Gedanken aus dem Buch Josua

(Nach einer Tonbandaufnahme der Untertürkheimer Konferenz am 24.04.1955)

Die Schrift ist in allen ihren Teilen siebenfach geläutert (Ps. 12, 6). So wie der Geist, der sie heiligen Menschen Gottes eingab, ein siebenfacher ist (Jes. 11, 2; Offb. 3, 1), so hat auch sie eine siebenfältige Bedeutung. Und nur, wenn wir uns das Wort in dieser ganzen siebenfältigen Fülle dienen lassen, können wir einen vollen Ertrag davon haben.

So dürfen wir auch das Buch Josua zunächst einmal geschichtlich betrachten. Dabei erkennen wir aber immer nur die Außenseite der Dinge und sehen: dies oder jenes hat sich damals und dort ereignet, oder so und so hat Gott in einer bestimmten Lage zu Josua geredet.

Um aber einen unmittelbaren Glaubensertrag für unser geistliches Leben zu haben, dürfen wir weitergehen zur praktisch-erbaulichen Betrachtungsweise. Da sehen wir dann alle Geschehnisse als Vorbilder für unseren Glaubenslauf an, und die Ermahnungen und Ermunterungen Gottes an Josua als Ermahnungen und Ermunterungen für uns.

Leider bleibt man bei diesen ersten beiden Betrachtungsweisen der Schrift meistens stehen, statt sich auch die prophetischen und symbolischen Bedeutungen anzueignen. Das ist ein großer Verlust. Denn das Wichtigste bei der Betrachtung der Schrift ist nicht, daß ich mich darin finde und meine Unzulänglichkeit, sondern die prophetischen Linien und vor allen Dingen: Ihn selbst!

Schon Luther hat vor mehr als 400 Jahren erkannt und gesagt: Josua bedeutet dem Namen und der Geschichte (dem Geschehen) nach: Christus! Es ist mir eine tiefe Freude zu sehen, daß der, den Gott benützte, um die Wahrheit der Rechtfertigung aus dem Glauben wieder auf den Leuchter zu setzen, nicht bei der geschichtlichen und praktisch-erbaulichen Auslegung stehenblieb. Dieser Ausspruch Luthers beweist, daß er eine Schau besaß und nicht nur eine Lehre.

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Wort Gottes (Bibel)  |  420 x gelesen

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Gerichtsziele Gottes nach dem Propheten Jesaja

Jede Einrichtung im Plan Gottes mit Seiner Schöpfung ist sinnvoll und zweckmäßig. Seinem heiligen Willen untersteht alles und jedes Ding. Er hat selbst die Haare unsres Hauptes gezählt und achtet auf das Schreien der jungen Raben. Weil alles planvoll und zielführend ist, so sind auch Seine Gerichte nicht etwas endlos und zwecklos Weiterlaufendes und Andauerndes, sondern haben Ziel und Ende.

Alle Gottesgerichte haben Ziel und Ende

So sagt der Herr in Joh. 5, 22b.23a: “Das ganze Gericht hat Er (d. i. der Vater) dem Sohne gegeben, auf daß alle den Sohn ehren.” Die Zweckbestimmung “auf daß” gibt uns hier, wie so oft in der Schrift, Sinn und Ziel der dem Sohn vom Vater übertragenen Gerichtsaufgaben an. Es heißt nicht, daß der Vater dem Sohn das ganze Gericht übergeben hat, um die Widerspenstigen und Abtrünnigen mit endloser Pein zu strafen, sondern im Gegenteil, daß “alle den Sohn ehren”.

Noch deutlicher spricht 1. Kor. 5, 5. Dort wird bezeugt, daß selbst die Überlieferung (oder Auslieferung) eines Menschen an den Satan zuletzt Rettung des Geistes bewirkt, obschon es zunächst durch Verderben des Fleisches geht. Solche Zusammenhänge und Durchblicke sind dem Glauben gar köstlich und anbetungswürdig.

Schlagen wir, um noch einen dritten neutestamentlichen Zeugen für den Zweck göttlicher Gerichte anzuführen, 2. Tim. 2, 26 auf! Dort ist die Rede von solchen, die vom Teufel gefangen sind und in seinem Fallstrick liegen. Wessen Willen wird dadurch erfüllt? Scheint es nicht, als ob der Wille Satans und der des Sünders über Gottes Heils- und Rettungswillen triumphieren? Nach außen gesehen ja! Wer aber innere Zusammenhänge des Wortes Gottes mit dem Auge des Glaubens zu sehen vermag, der versteht den Nachdruck, der auf den letzten drei Worten dieses Verses liegt: “Für Seinen (d. i. Gottes!) Willen.” Zuletzt wird die Liebes- und Rettungsabsicht Gottes doch erreicht, wenn auch Sein Wille scheinbar eine Zeitlang nicht erfüllt wurde. Und dazu muß alles, müssen selbst die Machenschaften des Feindes dienen.

Wir wollen im Propheten Jesaja eine Reihe göttlicher Gerichtsziele miteinander betrachten. Es sollen weder alle Zusammenhänge und praktischen Folgerungen aufgezeigt, noch soll Erschöpfendes gesagt werden. Nur einige Zeugnisse seien angeführt, die etwas von den Zielen verhängter Strafen und Gerichte erkennen lassen und die wichtige Wahrheit bestätigen, daß Gerichte und Verdammnisse nie Ziele, sondern nur Wege zum Heil und zur Vollendung sind.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Gerichte Gottes  |  334 x gelesen

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