Laßt uns nie vergessen, daß immer der Fleischgeborene den
Geistgeborenen lästert und verfolgt, und nie umgekehrt (Gal. 4,29).


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Hat Christi Wiederkunft etwas mit dem Weltuntergang zu tun?

»Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in Seiner Herrlichkeit und alle Engel mit Ihm, dann wird Er auf dem Thron Seiner Herrlichkeit sitzen« (Matth. 25, 31).

»Das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes, sodass die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit frei gemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes« (Röm. 8, 19.21).

Je näher wir dem Ende kommen und je mehr sich Katastrophen nie gekannten Ausmaßes weltweit häufen, desto mehr tauchen in den Medien Begriffe wie »Endzeit« und »Apokalypse« auf. Die Welt spürt, dass uns gewaltige Veränderungen und Gefahren bevorstehen. Wenn in jüngster Zeit Christen aus aller Welt nach Jerusalem zogen, um auf dem Ölberg — wie sie meinen — die Wiederkunft Christi aus nächster Nähe zu erleben, dann berichten die Medien, diese Menschen würden dort den Weltuntergang erwarten. Dass Christi Wiederkunft von Menschen, die die Bibel nicht kennen, mit dem Weltuntergang in Verbindung gebracht wird, kann uns nicht verwundern. Leider beruht diese Ansicht aber auf der kirchlichen Lehre (die auch von vielen Freikirchlern übernommen wird), dass Christus am »Jüngsten Tag« zum »Jüngsten Gericht« wiederkommen wird. Beide Begriffe werden mit dem Weltuntergang gleichgesetzt. Damit wird die Wiederkunft Christi auf den »Sankt-Nimmerleins-Tag« verschoben.

Welchen Sinn sollte die Wiederkunft Christi haben, wenn gleichzeitig die Welt — Himmel und Erde — untergeht? Die Schrift bezeugt uns an vielen Stellen, dass Christus in großer Macht und Herrlichkeit wiederkommen wird, um der Welt Frieden und Gerechtigkeit zu bringen. Dann werden sich das Harren der Schöpfung und die Erwartung der Gemeinde und des Volkes Israel erfüllen.

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Autor: Herbst, Gerhard | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte  |  242 x gelesen

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Die Menschen der letzten Tage

Gekürzte Zusammenfassung von Wortdiensten der Brüder Karl Geyer, Willy Schirrmacher, Otto Hoffmann, Heinz Schumacher über 2. Tim. 3, 1-5 auf der Karlsruher Jugendfreizeit vom 7. bis 10. April 1955; mit eigenen Worten wiedergegeben und ergänzt von Heinz Schumacher

“Dieses aber wisse, daß in den letzten Tagen schwere Zeiten da sein werden; denn die Menschen werden eigenliebig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, heillos, ohne natürliche Liebe, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend, Verräter, verwegen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen hebend als Gott, die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen; und von diesen wende dich weg!” (2. Tim. 3, 1-5)

Dieses aber wisse …! Wie manches andere Zeugnis des Neuen Testamentes zeigt auch diese Aufforderung des Nationenapostels an seinen geistlichen Sohn Timotheus die lebendige Naherwartung des wiederkommenden Herrn, wie sie in den Urgemeinden durchweg lebendig war (vgl. dazu etwa 1. Thess. 4, 17; 1. Kor. 7, 29; 2. Kor. 5, 4; Röm. 8, 11). Nur weil Paulus durch Offenbarung Jesu Christi wußte, daß der gegenwärtige Äon seinem Abschluß entgegengeht und daß die “letzten Tage” (nämlich des gegenwärtigen Äons) nahe bevorstehen, konnte er es für notwendig erachten, die besonderen Charakterzüge und Erkennungsmerkmale dieser Zeit hier zur Belehrung und Warnung herauszustellen. Denn nur, wer eine Zeit ihrem Wesen und Charakter, ihrer “Tendenz” und ihrem “Zeitgeist” nach durchschaut hat, ist in der Lage, sich inmitten einer solchen Zeit richtig, d. h. wortgemäß zu verhalten.

Ist diese Naherwartung des Paulus ein “Irrtum”, über den wir längst “erhaben” sind, die wir längst denken und vielleicht auch sprechen lernten: “Mein Herr kommt noch lange nicht!” (Matth. 24, 48.49)? Oder haben wir es hier nicht vielmehr mit einer prophetischen Fernschau von ganz besonderer Deutlichkeit und Schärfe zu tun, die dem Träger dieser Prophetie, der ja gleichsam durch ein göttliches Fernrohr schauen durfte, als ganz nahe bevorstehend erscheinen mußte?

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Autor: Diverse | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Heilsgeschichte, Zeitgeist  |  565 x gelesen

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Prophetie für die Nationen

Der von der Bibel angezeigte dritte Korpus ist die Nationenwelt. Dieser Körper ist allerdings ein waschechter Unheils-Körper, der bestehen bleibt, bis auch ihm in den Heilszeitaltern das volle Heil zuteil wird.

Als Korpus müssen auch die Nationen bewertet werden, weil sie ihre organische Vereinigung im Antichristen finden. Somit ist das vorausgehende und ausreifende Antichristentum gleichfalls korporativ zu sehen. Auch das Antichristentum ist ein Gebilde mit Haupt, Leib und Gliedern.

Von den Nationen spricht das prophetische Wort nur im Zusammenhang mit den anderen Körpern: Israel und Gemeinde Jesu Christi. Allein der Anfang der Nationen ist gesondert erwähnt. In ganz großen Zügen wird berichtet, daß “die Menschen vom Geiste Gottes sich nicht strafen ließen” (1. Mos. 6, 3) und darum in allem Eifer in antigöttlicher (= anstattgöttlicher) Weise die Einheit erstrebten, die im Turmbau zu Babel ihre Darstellung fand. Jedoch war für diesen Korpus die endgültige “Gottesstunde” noch nicht da. Gott hat ihn zunächst nach seiner Weise zerschlagen und zerteilt. Die Teile — Nationen genannt (Luther: Heiden) — sind in alle Himmelsrichtungen verstreut worden und bilden seit jener Zeit die undefinierbare und undisziplinierte Nationen-Welt.

Die anderen Körper nehmen zur Nationenwelt eine unterschiedliche Stellung ein. Der “Leib Jesu Christi” ist aus den Nationen herausgewählt und hat eine Herauswahl-Stellung. Das “Weib Jesu Christi” ist für die Nationen erwählt und hat eine nationale, schließlich eine internationale Stellung. Die Gemeinde hat darum zur Nationenwelt eine indirekte Beziehung, Israel dagegen eine direkte. Die Gemeinde ist unter den Nationen ein “Fremdkörper”, Israel dagegen ist bis zu einer gewissen Zeit der verwandte oder sogar der gleichgeartete Körper. Israel ist eine Nation unter den Nationen.

Nach der eindeutigen Darstellung des prophetischen Wortes steht die Nationenwelt im Zeichen des Tieres! Hierbei darf nicht zuerst das tierische, d. h. das bestialische Wesen gesehen werden, sondern das untergeordnete und unterstellte. Das Tier gehört zur untergeordneten Kreatur.

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Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Heilsgeschichte, Kirchentum, Völkerschaften  |  559 x gelesen

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Prophetie für die Gemeinde Jesu Christi

Soll das etwa heißen, daß die Gemeinde Jesu Christi eine eigene, d. h. eine Spezialprophetie hat? Gewiß! Wer das nicht weiß, ist zu bedauern. Spricht doch die Heilige Schrift unverkennbar von den getrennten Körperschaften: Gemeinde Jesu Christi als sein Leib, und Israel als sein Weib. Beide Körperschaften werden nicht nur getrennt gesehen, sondern es werden auch ihre getrennten Wirkungszeiten genauestens aufgewiesen. Wenn die Bibel diese Heilskörperschaften ganz korrekt getrennt sieht, warum vermengt man sie? Ist das notwendig? Kann durch das “Gemenge” Klarheit erstehen?

Über allen Zweifel erhaben ist die Tatsache, daß nur Paulus die Gnade hat, “zu enthüllen das Geheimnis, das vor Grundlegung der Welt verborgen gewesen ist” (Eph. 3, 1-11). Wenn Paulus allein den göttlichen Auftrag hat, das umfassende Wesen der Gemeinde darzustellen, dann hat er auch die Aufgabe, ihre Wirkungsverhältnisse mit ihren eigenen Zeiten aufzuweisen. Und das ist nichts anderes als exakte Prophetie! Darum ist allein Paulus für die Gemeinde Jesu Christi der Prophet! — Wer die Prophetie für die Gemeinde anderweitig sucht, der sucht sie an verkehrter Stelle.

Leider haben viele Gemeindeglieder von dieser Tatsache wenig Kenntnis. Sie operieren mit prophetischen Dingen, die meist Israel und die Nationen angehen und für die Gemeinde nur am Rande liegen. Verwirrend wird es dann, wenn sie diese Prophetie auf die Gemeinde anwenden. — Es wirkt wahrhaftig sonderbar, wenn man einen Körper mit einem wesensfremden Anzug bekleidet. Solches Handeln ist nicht nur unsachlich, sondern auch nachteilig. Die Gemeinde Jesu Christi hat nun einmal ihr Sonderwesen und ihre Sonderzeit und hat darum auch ihre besondere prophetische Weisung. Daß man das im allgemeinen nicht sieht, gibt zu denken. Wer verursacht diese Verdunkelung?

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Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Gemeinde, Kirchentum, Versuchung & Verführung, Zeitgeist  |  451 x gelesen

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Was sagt die Schrift zum Weltuntergang?

An zahlreichen Stellen der Bibel ist von der Wiederkunft unseres Herrn die Rede. Der durch sein Lexikon zur Bibel wie durch die Herausgabe der Wuppertaler Studienbibel und anderer Schriften bekannte Fritz Rienecker sagt dazu in seiner Broschüre “Wenn dies geschieht …” u. a.: “Vor ihnen allen (nämlich den Menschen, die gelebt haben, die leben und die leben werden) wird unser Herr sichtbar erscheinen und in unvorstellbarer Majestät und Macht sich zeigen. Diese Wiederkunft wird in den 929 Kapiteln des Alten Testaments 1527 mal erwähnt und in den 260 Kapiteln des Neuen Testaments 319 mal angekündigt. So einzigartig wichtig war den biblischen Schreibern dieses Ereignis.”

Rienecker denkt bei der Wiederkunft Jesu nicht an den Weltuntergang. Er spricht darum auch in den obigen Sätzen von Menschen, die gelebt haben, die leben und die leben werden. Der Jüngste Tag ist nicht ein Tag von 24 Stunden, sondern ein “Gottestag”. Vor Gott sind bekanntlich 1000 Jahre wie ein Tag, und ein Tag wie 1000 Jahre. Am Morgen des Jüngsten Tages findet das Gericht über die Lebenden und am Abend das Gericht über die Toten statt. Man vergleiche, was der Herr in Matth. 25 hierüber sagt.

In der herkömmlichen Verkündigung erscheint die Wiederkunft Jesu als Sein Kommen zum Jüngsten Gericht. Man verbindet damit zugleich den Weltuntergang. Wir bedauern dies. Das Apostolische Glaubensbekenntnis hat nicht unrecht, wenn es am Schluß von Jesus sagt: “von dannen Er wiederkommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten”. Aber es sagt viel zu wenig über die Letzten Dinge und die Weltvollendung. Zwischen dem Gericht über die Lebendigen und die Toten liegt ein Zeitraum von 1000 Jahren. Dann erst erfolgt der Weltuntergang; dann kommt der neue Himmel und die neue Erde und schließlich die Weltvollendung, von der Paulus in 1. Kor. 15, 28 sagt: “Gott wird sein alles in allem (oder: allen)”.

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Autor: Merz, Karl | Kategorie(n): Endzeit, Heilsgeschichte  |  458 x gelesen

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D e r Aufhaltende und d a s Aufhaltende

Vor einiger Zeit hat ein Teilnehmer an einer der letzten Prophetischen Tagungen in Seeshaupt die Brüder Dreher, Malessa und mich gefragt, wie 2. Thess. 2, 6.7 zu verstehen sei. Er komme mit der herkömmlichen Auslegung nicht zurecht. Ich habe das an mich gerichtete Schreiben wie folgt beantwortet:

Mit Deinem Brief vom 28. v. M. hast Du mir eine doppelte Freude bereitet: einmal, weil er einen Gruß von Dir enthielt, und dann, weil er mir einen wertvollen Beitrag für unser Forschen im prophetischen Wort darzustellen scheint. Es ist mir ein Anliegen, daß unsere Prophetischen Tagungen sich nicht in brüderlicher Freundschaft (2. Petr. 1, 7 nach Konk. Wiedergabe) erschöpfen, sondern durch gemeinsames betendes Sinnen und Forschen neues Licht und neue Kraft vermitteln …

Du schreibst: “Durch einen der Vorträge angeregt, las ich das Wort aus 2. Thess. 2 von dem Aufhaltenden am Abend noch einmal und betete darüber. In der Nacht wachte ich auf und hatte eine Antwort: das Aufhaltende ist die Langmut oder Geduld unseres Herrn. Am Morgen suchte ich dazu die Bibelstelle und fand sie in 2. Petr. 3, besonders in V. 9 und 15 … Wenn Paulus 2. Thess. 2, 6 schreibt: Was es noch aufhält, wisset ihr, — dann kann es sich um kein Geheimnis handeln, es kann nur eine in der Gemeinde allgemein bekannte Wahrheit des Wortes Gottes sein. Eine wunderbare Illustration finden wir in Jona 3, 1 bis 4, 2.”

Vielleicht darf ich zunächst auf die hier angeschnittene Frage eingehen. Du meinst, daß Paulus in 2. Thess. 2 von einer allgemein bekannten Wahrheit rede, denn sonst könnte er nicht sagen: “Das wisset ihr”. Nun ist aber ein Geheimnis nie etwas, das alle wissen, aber auch nie etwas, das gar keiner weiß. Es kommt vielmehr darauf an, wem ein Geheimnis offenbart wird. (Siehe die Familien-, Geschäfts- und Staatsgeheimnisse.) Ich selbst halte es für durchaus möglich, daß Paulus den Thessalonichern Dinge mitgeteilt hat, die wir nicht wissen. Die Gläubigen der ersten Zeit haben eben viel mehr in der Erwartung des wiederkommenden Herrn gelebt, als etwa die Gemeinde unserer Tage. Mir ist es auf jeden Fall sehr wertvoll zu sehen, daß Paulus Jungbekehrten gegenüber (er war nach Apg. 17, 1ff. nur 3 bis 4 Wochen in Thessalonich gewesen) überhaupt von solchen Dingen redete. Heutzutage vertritt man ja vielfach die Meinung, daß man, wenn überhaupt, nur zu gereiften Gottesmenschen davon sprechen sollte. — Ich persönlich nehme an, daß das, was Paulus den Thessalonichern gesagt hat, wir nicht wissen. Wir können es nur annehmen und folgern.

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Autor: Merz, Karl | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Paulusbriefe  |  241 x gelesen

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Womit beginnt die Endzeit?

(Gekürzte Fassung einer biblischen Betrachtung)

Nach unserer Auffassung ist der Zeitpunkt der Entrückung zugleich auch der Beginn der Endzeit. Es geht uns hierbei nicht um Berechnungen irgendwelcher Art, sondern um Feststellung bedingter (relativer) Zeitmerkmale, das heißt, wenn das eine geschieht, dann geschieht das andere … Die Schrift bietet uns mehrere solcher relativer Zeitpunkte, die alle auf denselben Punkt treffen: den des Überganges vom Gemeindehaushalt der Jetztzeit zum künftigen Reichshaushalt der Endzeit, anders ausgedrückt: von der Gnadenzeit zur Gerichtszeit. Wir nennen im folgenden vier solcher bedingter Zeitmerkmale. Die Endzeit beginnt

  1. mit dem Ertönen der Gottesposaune und der Entrückung der Gemeinde;
  2. mit dem Verlassen des Himmels durch den Herrn und der beginnenden religiösen Wiederherstellung Israels;
  3. mit dem Wiederaufbau der verfallenen Hütte Davids = mit der politischen Wiederherstellung Israels;
  4. mit dem Aufheben der Verstockung Israels nach dem Eingehen der Nationen-Fülle (= Entrückung der Gemeinde) bzw. dem Aushauen der wilden Zweige des Ölbaums.

In diesen Feststellungen liegen zugleich die biblischen Beweise dafür, daß die Gemeinde mit der letzten Zeit nichts zu tun hat, vielmehr vorher entrückt wird, sowie weiter auch, daß die letzte Zeit noch nicht begonnen hat.

1. Das Ertönen der Gottesposaune und die Entrückung der Gemeinde

Den Ausgangspunkt hierzu sollen zwei Stellen bilden:

1. Thess. 4, 16: “Der Herr selbst wird beim Aufruf, (nämlich:) mit Erzengelstimme und mit Gottesposaune, herabfahren vom Himmel, und die Toten in Christo werden auferstehen zuerst; alsdann wir, die da leben, die da übrigbleiben, werden zugleich mit ihnen entrückt werden …”

1. Kor. 15, 51.52: “Siehe, ein Geheimnis sage ich euch: Alle (zwar) werden wir nicht entschlafen, (aber) alle werden wir verwandelt werden, in einem Nu, in einem Augenblinken, bei der letzten Posaune; denn es wird posaunen, und die Toten werden erweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden.”

Die beiden Stellen sagen uns, daß die Entrückung beim Aufruf, der Erzengelstimme und der Gottesposaune (nach der Thessalonicherstelle), bei der letzten Posaune (nach der 1. Kor.-Stelle) erfolgen wird. Wenn also der Aufruf, die Erzengelstimme, die Gottesposaune bzw. die letzte Posaune ertönt, dann geschieht die Entrückung. Da entsteht nun die Frage, was es mit dem Aufruf, der Stimme und der Posaune für eine Bewandtnis hat. So fing ich an, die Bedeutung der drei Worte im hebräischen und griechischen AT systematisch zu untersuchen, und da zeigte es sich, daß die betreffenden Worte Bezeichnungen für den Beginn der letzten Zeit sind, das Signal für den Beginn der Endzeit, des Herrntages. Somit fiele also das Herabfahren des Herrn Jesus zur Einholung Seiner Ekklesia mit dem Beginn der Endzeit zeitlich zusammen, es ist ein Zeitpunkt: auf der einen Seite das Ende der Gnadenzeit, auf der andern der Anfang der Gerichtszeit. Die Signale aber gelten nach meiner Auffassung Israel!

Zunächst einleitend einiges über die sogenannte letzte Zeit.

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Autor: Ludwig, Rudolf | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Entrückung, Gemeinde, Israel  |  359 x gelesen

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Kirchen-Ökumene aus der Sicht des prophetischen Wortes

Vorbemerkung: Dieser Artikel erschien 1965. Heute sind die ökumenischen Bestrebungen bereits wesentlich weiter, und vieles von dem, was Dr. Kahn noch mit Grausen kommen sah, hat sich mittlerweile bestätigt und erfüllt — und ist gar schlimmer gekommen. Trotzdem dieser Artikel nicht auf dem heutigen Stand der ökumenischen Verhandlungen und Gegebenheiten ist, stellt er einen lesenwerten, mahnenden, immer noch aktuellen Beitrag zu dieser unbiblisch-religiösen Bündnisbestrebung dar, die im Gesamtrahmen der heilsgeschichtlichen Endzeitprophetie ein wesentlicher Mosaikstein ist für die sich immer deutlicher abzeichnende widergöttliche — Gott sei Dank im letzten Ende nur kurz dauernde! — “Welt-Einheit” des Antichristen.

(Unterstreichungen im Artikel vom Bearbeiter)


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Joh. 10, 14-16: “Ich bin der gute Hirte und erkenne die Meinen und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennt und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle; und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Herde und ein Hirte werden.”

Diesem “eine Herde und ein Hirte” liegt zunächst alle ökumenische Bestrebung zugrunde. Da in dieser Richtung so viel aufrichtiges Bemühen sichtbar wird, ist die Gefahr einer Einbuße an Glaubenssubstanz und damit unbewußter Schrittmacherdienste zum Abfall, ja zum Widerchristen hin sogar, besonders groß. Es ist ein menschliches Vorwegnehmen eines großen Zieles Gottes auf das Reich hin, ähnlich wie beim vorweggenommenen Missionsauftrag von Matth. 28, alle Nationen zu Jüngern zu machen, nur viel schwerwiegender und in der Folge unabsehbar, weil bei den Missionen immerhin viel gottgefälliger Erfolg auf manchen Gebieten sich einstellen kann, während die Gefahr fauler Kompromisse und der Verflachung — als Folge ökumenischer Zielsetzung — unabsehbar ist.

Da, wie gesagt, dennoch — zunächst — sehr viel aufrichtiges Wirken geschieht und auch Frucht zu bringen scheint, ist vor allem die Jugend gefährdet. Sie wird nicht unterscheiden können, was an solchen Bestrebungen wertvoll ist, und was negativ. Ganz im Gegenteil: Sie wird den Gesprächspartnern, welche auf die Gefahren hinweisen — und wären die Argumente noch so überzeugend vom Wort der Bibel her begründet —, entgegenhalten, alles Abbremsen solcher Bestrebungen stelle überaltete “konservative” Einstellungen dar, und es sei an der Zeit, der “neuen Zeit neuen Wind” in das religiöse Segel wehen zu lassen.

Als Phänomen der grundsätzlich umstrittenen Grundhaltung und damit auch — leider! — als Prototyp der Schrittmacherdienste zum Antichristentum hin, mag Albert Schweitzer gelten. Steht er doch im Ansehen vieler Christen als ein wunderbares Zeugnis beglaubigter Nachfolge Jesu Christi da, als ein Ausweis, ein “Brief Christi”, eine Ausprägung vieler christlicher Tugenden. Und doch glaubt Schweitzer weder an die Gottes-Sohn-Natur Jesu (”ins Fleisch gekommen”) noch an das Blut Jesu. Keine Erlösung direkt von Gott her also, sondern nur Ideal und Vorbild menschlichen Wirkens. Wäre das ganze Werk Schweitzers nur philanthropisch oder humanitär, dann dürfte, ja müßte man es als solches begrüßen und achten. Dann wäre es ein humanitäres Wirken etwa von der Art Marshalls mit seinem Marshall-Plan, oder Dunants, des Gründers des Roten Kreuzes. So aber ist das Werk Schweitzers in den Augen vieler Zeitgenossen in ein christliches Zeugnis eingemäntelt und dient mit dazu, die Grundelemente evangelischen Glaubens von der Erlösung Jesu und dem gewaltigen Heilsplan Gottes auf eine menschliche Ebene zu verschieben! —

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Autor: Kahn, George, Dr. | Kategorie(n): Endzeit, Kirchentum, Religionen, Versuchung & Verführung, Zeitgeist  |  265 x gelesen

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Zeichen des Abfalls in unserer Zeit

Das Substantiv (Hauptwort) »Abfall« kommt im Neuen Testament nur zweimal vor: »Abfall von Mose« (Apg. 21, 21) und »der Abfall« vor dem Erscheinen des Menschen der Gesetzlosigkeit, des Sohnes des Verderbens (2. Thess. 2, 3). Das Wort »Abfall« (apostasia) mit dem bestimmten Artikel bezieht sich auf ein besonderes endgeschichtliches Ereignis. Es bezeichnet die totale, weltumfassende Loslösung der meisten Menschen von allen bisherigen Gottesbeziehungen.

Das Verb (Zeitwort) »abfallen« erscheint nur bei Paulus im Sinne des Abfallens vom Glauben, wie dieser der Gemeinde Jesu Christi in gesunder Lehre und persönlichem Zeugnis vermittelt wurde.

Der am Ende des gegenwärtigen bösen Äons (Zeitalters) stattfindende große Abfall hat seinen Entwicklungsprozeß seit Beginn der Endzeit im weiteren Sinne (seit Jesu Erdenwirken). Die Endzeit im engeren Sinne setzen Kenner des prophetischen Wortes mit der Staatsgründung Israels (1948) an. Wie lange sie dauern wird, kann niemand exakt zeitlich festlegen. Die Letztzeit dürfte den Zeitraum der letzten 70. Jahrwoche (nach Daniel) umfassen. Diese Epoche wird geprägt von der Herrschaft des Antichristen über die Völkerwelt, der Herausgeburt des wahren Israels durch Gericht und Gnade (Erscheinen des Messias) sowie dem Gericht Gottes an den Nationen. Danach kann erst der folgende Äon des Friedensreiches auf dieser Erde beginnen.

Die Gemeinde Jesu Christi, die ihrem Herrn treu bleibt, weil Er sie durchträgt und bewahrt bis zu Seiner Parusie (1. Thess. 5, 23.24), darf ihre Errettung vor dem Zorn Gottes (große Drangsal) erwarten (1. Thess. 5, 9). Solange der noch auf Erden weilende Teil dieser Ekklesia (Gemeinde) das »Aufhaltende« bildet, kann der letzte Weltherrscher seine Diktatur noch nicht voll entfalten. Erst nach ihrer Entrückung (1. Thess. 4, 17; 1. Kor. 15, 51.52; Kol. 3, 4; Phil. 3, 20.21; 1. Joh. 3, 2) ist die totale Verführung aller Abgefallenen möglich. Daß Gott in dieser dämonischen Zeit dennoch die nächste Heilskörperschaft (Israel) und eine große Schar Glaubender aus dieser Drangsalsperiode herausbildet, ist Sein geheimnisvolles und erbarmungsvolles, souveränes Walten (siehe Offb. Kap. 7, 12, 14 und 15!).

A.

Wie es nun zu diesem letzten großen Abfall auf dieser Erde kommen wird, soll im folgenden aufgrund typischer Zeiterscheinungen und anhand des prophetischen Wortes beschrieben werden. Dabei können nur die großen Entwicklungslinien aufgezeigt und Tendenzen deutlich gemacht werden. Da sich Gott auf drei Ebenen —

  1. im allgemeinen als Schöpfergott,
  2. durch das Gesetz und die Propheten im Alten Bund
  3. und durch Jesus Christus in der Gemeinde

kundgetan hat, möchte ich die Abfallsituation auch auf diese Bereiche beziehen.

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Autor: Heinemann, Karl | Kategorie(n): Endzeit, Irrlehre, Kirchentum, Schwarmgeist, Versuchung & Verführung, Zeitgeist  |  374 x gelesen

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»Endzeit« im 1. Jahrhundert

Die Parallelität zwischen Urchristenzeit und Endzeit

Gliederung:

I. Das Ende kehrt zum Anfang zurück (Urzeit und Endzeit)
II. Die Vision Daniels über den Geschichtsverlauf (Dan. 7)
III. Letzte Tage während der Erdentage Jesu und Seiner Apostel (»Endzeit« im 1. Jahrhundert)


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Die Parallelen zwischen der Urzeit der Menschheitsgeschichte und der Endzeit sind frappierend. Wer die Anfänge nicht versteht, kann das Ende nicht durchschauen. So müssen wir uns, um einen Blick für die Endzeit zu gewinnen, mit den Anfängen beschäftigen. Verständnis der Urgeschichte gibt Licht für die Endgeschichte. — Weniger bekannt sind ähnliche Beziehungen zwischen der Zeit Jesu und Seiner Apostel und der Endzeit. Diese sollen in der vorliegenden Arbeit beleuchtet werden.

I. Das Ende kehrt zum Anfang zurück (Urzeit und Endzeit)

Die Endzeit, also die Jahre und Jahrzehnte vor der Wiederkunft Jesu Christi mit Seiner Gemeinde in Macht und Herrlichkeit zur Errichtung Seines Königreiches, ist genau besehen eine Zeit der Ausreife. Sie bringt im Kern nichts Neues. Die Weisheit Salomos belehrt uns: »Das, was war, ist das, was wieder sein wird. Und das, was getan wurde, ist das, was wieder getan wird. Und es gibt gar nichts Neues unter der Sonne« (Pred. 1, 9). Das heißt doch mit anderen Worten: Alles war schon einmal da. Wirklich Neues gibt es nicht. Es ist immer nur eine Neuauflage des Früheren in anderer »Gestalt«, aber mit gleichem Wesenskern.

Das ist in der Endzeit nicht anders. Alle Entwicklungen und Erscheinungen waren bereits keimhaft am Anfang der Menschheitsgeschichte vorhanden. In der hebräischen Bibel heißt das erste Buch »Im Anfang«. Es schildert nicht nur den Anfang, sondern auch die Anfänge. Endzeit ist von daher nur voll ausgereifte Anfangs- oder Urzeit. So ziehen sich die Emanzipation des Menschen (1. Mose 3), das religiöse Ich-Wesen (Kain) im Gegensatz zum Menschen des Glaubens (Abel — 1. Mose 4), der Okkultismus und der Einbruch der »Götter« (1. Mose 6), das Gericht über die alte Welt (»Tage Noahs« — 1. Mose 7-8), die revolutionäre, technik- und baubegeisterte Einheitsmenschheit im Turmbau zu Babel (1. Mose 11) und das lasterhafte, reiche, stolze und sexuell pervertierte Sodom und Gomorra (»Tage Lots« —1. Mose 19) mit immer neuen Abarten und Variationen nicht nur wie ein roter Faden durch die ganze Geschichte, sondern kulminieren am Ende der Tage vor allem in der »Hure Babylon« und im Antichristentum. In den Endzeitreden prophezeit Jesus, dass es »sein wird wie in den Tagen Noahs und Lots« (Luk. 17, 26ff.).

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Autor: Wörz, Reiner | Kategorie(n): Endzeit, Gemeinde, Heilsgeschichte, Israel, Versuchung & Verführung, Völkerschaften, Zeitgeschichte & Politik  |  590 x gelesen

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