Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Hat Christi Wiederkunft etwas mit dem Weltuntergang zu tun?

»Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in Seiner Herrlichkeit und alle Engel mit Ihm, dann wird Er auf dem Thron Seiner Herrlichkeit sitzen« (Matth. 25, 31).

»Das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes, sodass die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit frei gemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes« (Röm. 8, 19.21).

Je näher wir dem Ende kommen und je mehr sich Katastrophen nie gekannten Ausmaßes weltweit häufen, desto mehr tauchen in den Medien Begriffe wie »Endzeit« und »Apokalypse« auf. Die Welt spürt, dass uns gewaltige Veränderungen und Gefahren bevorstehen. Wenn in jüngster Zeit Christen aus aller Welt nach Jerusalem zogen, um auf dem Ölberg — wie sie meinen — die Wiederkunft Christi aus nächster Nähe zu erleben, dann berichten die Medien, diese Menschen würden dort den Weltuntergang erwarten. Dass Christi Wiederkunft von Menschen, die die Bibel nicht kennen, mit dem Weltuntergang in Verbindung gebracht wird, kann uns nicht verwundern. Leider beruht diese Ansicht aber auf der kirchlichen Lehre (die auch von vielen Freikirchlern übernommen wird), dass Christus am »Jüngsten Tag« zum »Jüngsten Gericht« wiederkommen wird. Beide Begriffe werden mit dem Weltuntergang gleichgesetzt. Damit wird die Wiederkunft Christi auf den »Sankt-Nimmerleins-Tag« verschoben.

Welchen Sinn sollte die Wiederkunft Christi haben, wenn gleichzeitig die Welt — Himmel und Erde — untergeht? Die Schrift bezeugt uns an vielen Stellen, dass Christus in großer Macht und Herrlichkeit wiederkommen wird, um der Welt Frieden und Gerechtigkeit zu bringen. Dann werden sich das Harren der Schöpfung und die Erwartung der Gemeinde und des Volkes Israel erfüllen.

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Autor: Herbst, Gerhard | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte  |  3,401 x gelesen

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Die Menschen der letzten Tage

Gekürzte Zusammenfassung von Wortdiensten der Brüder Karl Geyer, Willy Schirrmacher, Otto Hoffmann, Heinz Schumacher über 2. Tim. 3, 1-5 auf der Karlsruher Jugendfreizeit vom 7. bis 10. April 1955; mit eigenen Worten wiedergegeben und ergänzt von Heinz Schumacher

“Dieses aber wisse, daß in den letzten Tagen schwere Zeiten da sein werden; denn die Menschen werden eigenliebig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, heillos, ohne natürliche Liebe, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend, Verräter, verwegen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen hebend als Gott, die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen; und von diesen wende dich weg!” (2. Tim. 3, 1-5)

Dieses aber wisse …! Wie manches andere Zeugnis des Neuen Testamentes zeigt auch diese Aufforderung des Nationenapostels an seinen geistlichen Sohn Timotheus die lebendige Naherwartung des wiederkommenden Herrn, wie sie in den Urgemeinden durchweg lebendig war (vgl. dazu etwa 1. Thess. 4, 17; 1. Kor. 7, 29; 2. Kor. 5, 4; Röm. 8, 11). Nur weil Paulus durch Offenbarung Jesu Christi wußte, daß der gegenwärtige Äon seinem Abschluß entgegengeht und daß die “letzten Tage” (nämlich des gegenwärtigen Äons) nahe bevorstehen, konnte er es für notwendig erachten, die besonderen Charakterzüge und Erkennungsmerkmale dieser Zeit hier zur Belehrung und Warnung herauszustellen. Denn nur, wer eine Zeit ihrem Wesen und Charakter, ihrer “Tendenz” und ihrem “Zeitgeist” nach durchschaut hat, ist in der Lage, sich inmitten einer solchen Zeit richtig, d. h. wortgemäß zu verhalten.

Ist diese Naherwartung des Paulus ein “Irrtum”, über den wir längst “erhaben” sind, die wir längst denken und vielleicht auch sprechen lernten: “Mein Herr kommt noch lange nicht!” (Matth. 24, 48.49)? Oder haben wir es hier nicht vielmehr mit einer prophetischen Fernschau von ganz besonderer Deutlichkeit und Schärfe zu tun, die dem Träger dieser Prophetie, der ja gleichsam durch ein göttliches Fernrohr schauen durfte, als ganz nahe bevorstehend erscheinen mußte?

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Autor: Diverse | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Heilsgeschichte, Zeitgeist  |  2,708 x gelesen

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Prophetie für die Nationen

Der von der Bibel angezeigte dritte Korpus ist die Nationenwelt. Dieser Körper ist allerdings ein waschechter Unheils-Körper, der bestehen bleibt, bis auch ihm in den Heilszeitaltern das volle Heil zuteil wird.

Als Korpus müssen auch die Nationen bewertet werden, weil sie ihre organische Vereinigung im Antichristen finden. Somit ist das vorausgehende und ausreifende Antichristentum gleichfalls korporativ zu sehen. Auch das Antichristentum ist ein Gebilde mit Haupt, Leib und Gliedern.

Von den Nationen spricht das prophetische Wort nur im Zusammenhang mit den anderen Körpern: Israel und Gemeinde Jesu Christi. Allein der Anfang der Nationen ist gesondert erwähnt. In ganz großen Zügen wird berichtet, daß “die Menschen vom Geiste Gottes sich nicht strafen ließen” (1. Mos. 6, 3) und darum in allem Eifer in antigöttlicher (= anstattgöttlicher) Weise die Einheit erstrebten, die im Turmbau zu Babel ihre Darstellung fand. Jedoch war für diesen Korpus die endgültige “Gottesstunde” noch nicht da. Gott hat ihn zunächst nach seiner Weise zerschlagen und zerteilt. Die Teile — Nationen genannt (Luther: Heiden) — sind in alle Himmelsrichtungen verstreut worden und bilden seit jener Zeit die undefinierbare und undisziplinierte Nationen-Welt.

Die anderen Körper nehmen zur Nationenwelt eine unterschiedliche Stellung ein. Der “Leib Jesu Christi” ist aus den Nationen herausgewählt und hat eine Herauswahl-Stellung. Das “Weib Jesu Christi” ist für die Nationen erwählt und hat eine nationale, schließlich eine internationale Stellung. Die Gemeinde hat darum zur Nationenwelt eine indirekte Beziehung, Israel dagegen eine direkte. Die Gemeinde ist unter den Nationen ein “Fremdkörper”, Israel dagegen ist bis zu einer gewissen Zeit der verwandte oder sogar der gleichgeartete Körper. Israel ist eine Nation unter den Nationen.

Nach der eindeutigen Darstellung des prophetischen Wortes steht die Nationenwelt im Zeichen des Tieres! Hierbei darf nicht zuerst das tierische, d. h. das bestialische Wesen gesehen werden, sondern das untergeordnete und unterstellte. Das Tier gehört zur untergeordneten Kreatur.

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Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Heilsgeschichte, Kirchentum, Völkerschaften  |  1,687 x gelesen

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Prophetie für Israel

Israel ist nach der Gemeinde, dem “Leib Christi”, der zweite Heilskörper. Diesem Israel ist “Blindheit widerfahren solange, bis das Vollmaß aus den Nationen (= Leibesgemeinde) eingegangen ist” (Röm. 11, 25.26). Alsdann wird der Heilskörper erneut eingesetzt, damit er in vollkommener Weise seine Aufgaben erfülle.

Der grundsätzliche Unterschied der beiden Heilskörper besteht darin, daß der “Leib Christi” seine Begründung in den himmlischen Regionen hat (Eph. 1, 4) und deshalb auch seine Dienste zur Hauptsache im Himmlischen erhält (1. Kor. 6, 2.3). Der Leib Christi hat, wie sein Haupt, vorgeschichtliche, übergeschichtliche und überdimensionale Verhältnisse. Dagegen ist der zweite Körper das “Weib Christi”, das nach der Brautzeit dem Manne zugeführt und angetraut wird. Israel geht seit seinem Bestehen nach dem göttlichen Vorsatz: “Ich will mich mit dir verloben in Ewigkeit; ich will mich mit dir vertrauen in Gerechtigkeit und Gericht, in Gnade und Barmherzigkeit. Ja, im Glauben will ich mich mit dir verloben und du wirst den Herrn erkennen” (Hosea 2, 21.22). Diese Braut wird dem Bräutigam in der “Reifezeit” zugeführt und wird nach der “Hochzeit” als das Weib Christi seine Dienste in der irdischen Sphäre übernehmen. Darum hat dieser Heilskörper eine irdische Begründung und eine irdische Existenz. Seine Anfänge liegen in der Unheilszeit, in der das Heil Gottes zur Ausführung gelangen soll. Der göttliche Heils-Haushalt erhält eine “Gehilfin”. Der zweite Heilskörper ist in der erfüllten Zeit dem “Manne” angetraut und behält darum die weibliche Art und den Wirkungsplatz, der dem Weibe gebührt.

Wichtig ist es, den Anfang dieses Heilskörpers festzustellen. Er liegt nicht wie bei der Leibesgemeinde “vor Grundlegung der Welt”. Darum hat er mit den “Grundlegungen” nichts zu tun. Der Anfang des zweiten Heilskörpers liegt in der Zeit des ausgereiften Unheils und der Heilsvollführungen. Es ist die Zeit, in der das Heil Gottes in der Welt des Unheils “irdisch ausgeboren” werden muß. Darum hat dieser Körper von Anfang an mit den “Geburten” zu tun und hat darum weibliche und mütterliche Bestimmung. Die Geburtsstunde dieses Körpers liegt in jener göttlichen Beurkundung: “Durch deinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden” (1. Mos. 22, 18).

Mit Abraham ist Israel gezeugt, und mit Isaak und Jakob geboren (lies alle Schriftstellen, die in Abraham, Isaak und Jakob Israel begründet sehen). Dieses Israel hat als das weibliche Wesen auch den “Messias nach dem Fleisch geboren” (Sach. 9, 9). Und in der Fülle der Zeiten wird dieses Weib, das dann dem Manne angetraut sein wird, die “messianischen Erfüllungen” gebären (Offbg. 12, 5; Sach. 8, 20-23). — Von diesen Heilsvollführungen durch Israel spricht das gesamte prophetische Wort.

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Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Heilsgeschichte, Israel  |  1,334 x gelesen

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Prophetie für die Gemeinde Jesu Christi

Soll das etwa heißen, daß die Gemeinde Jesu Christi eine eigene, d. h. eine Spezialprophetie hat? Gewiß! Wer das nicht weiß, ist zu bedauern. Spricht doch die Heilige Schrift unverkennbar von den getrennten Körperschaften: Gemeinde Jesu Christi als sein Leib, und Israel als sein Weib. Beide Körperschaften werden nicht nur getrennt gesehen, sondern es werden auch ihre getrennten Wirkungszeiten genauestens aufgewiesen. Wenn die Bibel diese Heilskörperschaften ganz korrekt getrennt sieht, warum vermengt man sie? Ist das notwendig? Kann durch das “Gemenge” Klarheit erstehen?

Über allen Zweifel erhaben ist die Tatsache, daß nur Paulus die Gnade hat, “zu enthüllen das Geheimnis, das vor Grundlegung der Welt verborgen gewesen ist” (Eph. 3, 1-11). Wenn Paulus allein den göttlichen Auftrag hat, das umfassende Wesen der Gemeinde darzustellen, dann hat er auch die Aufgabe, ihre Wirkungsverhältnisse mit ihren eigenen Zeiten aufzuweisen. Und das ist nichts anderes als exakte Prophetie! Darum ist allein Paulus für die Gemeinde Jesu Christi der Prophet! — Wer die Prophetie für die Gemeinde anderweitig sucht, der sucht sie an verkehrter Stelle.

Leider haben viele Gemeindeglieder von dieser Tatsache wenig Kenntnis. Sie operieren mit prophetischen Dingen, die meist Israel und die Nationen angehen und für die Gemeinde nur am Rande liegen. Verwirrend wird es dann, wenn sie diese Prophetie auf die Gemeinde anwenden. — Es wirkt wahrhaftig sonderbar, wenn man einen Körper mit einem wesensfremden Anzug bekleidet. Solches Handeln ist nicht nur unsachlich, sondern auch nachteilig. Die Gemeinde Jesu Christi hat nun einmal ihr Sonderwesen und ihre Sonderzeit und hat darum auch ihre besondere prophetische Weisung. Daß man das im allgemeinen nicht sieht, gibt zu denken. Wer verursacht diese Verdunkelung?

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Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Gemeinde, Kirchentum, Versuchung & Verführung, Zeitgeist  |  1,761 x gelesen

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Voraussetzungen zum rechten Verständnis der biblischen Prophetie

Alles Geschriebene kann nur unter bestimmten Voraussetzungen verstanden werden. Schon zum Verständnis dessen, was aus dem Geist des Menschen heraus geschrieben wurde, bedarf es ja gewisser unumgänglicher Vorkenntnisse: Ich muß lesen können, ich muß die Sprache des Verfassers verstehen, und ich muß seine Aussage geistig fassen können. Während Letzteres bei schlichten Erzählungen oder Abhandlungen bei den meisten Menschen ohne weiteres der Fall sein mag, können etwa bei schwierigen wissenschaftlichen Werken Jahre des Studiums dazu erforderlich sein.

Erst recht kann das Wort eines großen und heiligen Rettergottes, dessen Gedanken im Gegensatz zu den unseren um so viel höher sind, wie der Himmel höher als die Erde ist (Jes. 55, 9), nur erfaßt und verstanden werden, wenn die dazu notwendigen Vorbedingungen erfüllt sind. Das gilt zunächst ganz allgemein von der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments, im besonderen gilt es aber von dem prophetischen Wort, das ja im Gegensatz zu der “Milch” der einfachen Heilsbotschaft “feste Speise” zur Förderung der Heranwachsenden und Reifenden darstellt. Wer sich hier vermißt, voraussetzungslos (ohne daß die von Gott selbst angeordneten und festgelegten Voraussetzungen bei ihm erfüllt sind) die Botschaft der alt-oder neutestamentlichen Propheten zu lesen oder gar zu verkündigen, kann nur irregehen oder sogar noch andere in die Irre führen. Ja man darf wohl sagen: Alles fehlende oder falsche Verständnis der biblischen Prophetie in den Volkskirchen wie auch in Freikirchen und Gemeinschaften und “Sekten” rührt letzten Endes daher, daß gottgesetzte Voraussetzungen außer acht gelassen wurden.

Bevor wir nun solche Voraussetzungen anhand der Schrift im einzelnen ins Auge fassen, sei noch eins gesagt, das uns vor Mutlosigkeit bewahren kann, uns mit den Köstlichkeiten biblischer Weissagung zu befassen: Diese notwendigen Voraussetzungen liegen am allerwenigsten auf seiten unserer menschlichen Kenntnisse und Fähigkeiten, so wertvoll auch etwa die Hilfe eines guten Gedächtnisses und die Kenntnis der Ursprachen sein mögen. Sie sind in allererster Linie göttliches Geschenk, vermittelt durch die Wirksamkeit des Heiligen Geistes, der uns ja in die ganze Wahrheit leiten und uns das Kommende verkündigen will. Wer sich diesem Bemühen des Geistes Gottes rückhaltlos aufschließt und ohne Vorbehalt und Widerstreben hingibt, den kann und wird Er selbst auch tüchtig machen und befähigen zum immer besseren Verständnis dessen, was Er einstmals “Menschen Gottes eingab” (2. Tim. 3, 16; 2. Petr. 1, 21), und so selber die notwendigen Voraussetzungen in ihm erfüllen. — Versuchen wir im folgenden zu erkennen, um was es sich dabei im einzelnen handelt!

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Glaubensleben & Wandel, Lehre  |  1,733 x gelesen

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Gedanken aus dem Buch Josua

(Nach einer Tonbandaufnahme der Untertürkheimer Konferenz am 24.04.1955)

Die Schrift ist in allen ihren Teilen siebenfach geläutert (Ps. 12, 6). So wie der Geist, der sie heiligen Menschen Gottes eingab, ein siebenfacher ist (Jes. 11, 2; Offb. 3, 1), so hat auch sie eine siebenfältige Bedeutung. Und nur, wenn wir uns das Wort in dieser ganzen siebenfältigen Fülle dienen lassen, können wir einen vollen Ertrag davon haben.

So dürfen wir auch das Buch Josua zunächst einmal geschichtlich betrachten. Dabei erkennen wir aber immer nur die Außenseite der Dinge und sehen: dies oder jenes hat sich damals und dort ereignet, oder so und so hat Gott in einer bestimmten Lage zu Josua geredet.

Um aber einen unmittelbaren Glaubensertrag für unser geistliches Leben zu haben, dürfen wir weitergehen zur praktisch-erbaulichen Betrachtungsweise. Da sehen wir dann alle Geschehnisse als Vorbilder für unseren Glaubenslauf an, und die Ermahnungen und Ermunterungen Gottes an Josua als Ermahnungen und Ermunterungen für uns.

Leider bleibt man bei diesen ersten beiden Betrachtungsweisen der Schrift meistens stehen, statt sich auch die prophetischen und symbolischen Bedeutungen anzueignen. Das ist ein großer Verlust. Denn das Wichtigste bei der Betrachtung der Schrift ist nicht, daß ich mich darin finde und meine Unzulänglichkeit, sondern die prophetischen Linien und vor allen Dingen: Ihn selbst!

Schon Luther hat vor mehr als 400 Jahren erkannt und gesagt: Josua bedeutet dem Namen und der Geschichte (dem Geschehen) nach: Christus! Es ist mir eine tiefe Freude zu sehen, daß der, den Gott benützte, um die Wahrheit der Rechtfertigung aus dem Glauben wieder auf den Leuchter zu setzen, nicht bei der geschichtlichen und praktisch-erbaulichen Auslegung stehenblieb. Dieser Ausspruch Luthers beweist, daß er eine Schau besaß und nicht nur eine Lehre.

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Wort Gottes (Bibel)  |  1,540 x gelesen

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Jesus wandelt auf dem See

Da nun Jesus erkannte, daß sie kommen und Ihn ergreifen wollten, auf daß sie Ihn zum König machten, entwich Er wieder auf den Berg, Er selbst allein. Als es aber Abend geworden war, gingen Seine Jünger hinab an den See, und sie stiegen in das Schiff und fuhren über den See nach Kapernaum. Und es war schon finster geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen; und der See erhob sich, indem ein starker Wind wehte. Als sie nun etwa fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gerudert hatten, sehen sie Jesus auf dem See wandeln und nahe an das Schiff herankommen, und sie fürchteten sich. Er aber spricht zu Ihnen: Ich bin’s, fürchtet euch nicht! Sie wollten Ihn nun in das Schiff nehmen, und alsbald war das Schiff an dem Lande, zu welchem sie hinfuhren (Joh. 6, 15-21; vergl. Matth. 14, 22-33 u. Mark. 6, 45-52).

I.

Der Herr hatte die Vielen gespeist. Solch einen Brotgeber konnten sie gebrauchen. Deshalb wollten sie sich Seiner mit Gewalt bemächtigen, um Ihn zum König zu machen. Da wäre Er auf immer ihren Wünschen verpflichtet und ihren Zwecken dienstbar gewesen. Diesem Vorhaben entzieht Er Sich und geht allein auf einen Berg, um zu beten.

Dann wird es Abend, und die Jünger fahren allein über den hochgehenden See, den ein starker Wind aufwühlt. Die Dunkelheit ist bereits eingetreten, doch Jesus ist noch nicht zu ihnen gekommen. Er sieht vom Berge aus ihre Not und kommt zu ihnen. Zuerst erschrecken sie. Dann aber erkennen sie Ihn, und sogleich ist das Boot am Lande, am Ziel.

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Glaubensleben & Wandel, Heilsgeschichte  |  1,636 x gelesen

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Gerichtsziele Gottes nach dem Propheten Jesaja

Jede Einrichtung im Plan Gottes mit Seiner Schöpfung ist sinnvoll und zweckmäßig. Seinem heiligen Willen untersteht alles und jedes Ding. Er hat selbst die Haare unsres Hauptes gezählt und achtet auf das Schreien der jungen Raben. Weil alles planvoll und zielführend ist, so sind auch Seine Gerichte nicht etwas endlos und zwecklos Weiterlaufendes und Andauerndes, sondern haben Ziel und Ende.

Alle Gottesgerichte haben Ziel und Ende

So sagt der Herr in Joh. 5, 22b.23a: “Das ganze Gericht hat Er (d. i. der Vater) dem Sohne gegeben, auf daß alle den Sohn ehren.” Die Zweckbestimmung “auf daß” gibt uns hier, wie so oft in der Schrift, Sinn und Ziel der dem Sohn vom Vater übertragenen Gerichtsaufgaben an. Es heißt nicht, daß der Vater dem Sohn das ganze Gericht übergeben hat, um die Widerspenstigen und Abtrünnigen mit endloser Pein zu strafen, sondern im Gegenteil, daß “alle den Sohn ehren”.

Noch deutlicher spricht 1. Kor. 5, 5. Dort wird bezeugt, daß selbst die Überlieferung (oder Auslieferung) eines Menschen an den Satan zuletzt Rettung des Geistes bewirkt, obschon es zunächst durch Verderben des Fleisches geht. Solche Zusammenhänge und Durchblicke sind dem Glauben gar köstlich und anbetungswürdig.

Schlagen wir, um noch einen dritten neutestamentlichen Zeugen für den Zweck göttlicher Gerichte anzuführen, 2. Tim. 2, 26 auf! Dort ist die Rede von solchen, die vom Teufel gefangen sind und in seinem Fallstrick liegen. Wessen Willen wird dadurch erfüllt? Scheint es nicht, als ob der Wille Satans und der des Sünders über Gottes Heils- und Rettungswillen triumphieren? Nach außen gesehen ja! Wer aber innere Zusammenhänge des Wortes Gottes mit dem Auge des Glaubens zu sehen vermag, der versteht den Nachdruck, der auf den letzten drei Worten dieses Verses liegt: “Für Seinen (d. i. Gottes!) Willen.” Zuletzt wird die Liebes- und Rettungsabsicht Gottes doch erreicht, wenn auch Sein Wille scheinbar eine Zeitlang nicht erfüllt wurde. Und dazu muß alles, müssen selbst die Machenschaften des Feindes dienen.

Wir wollen im Propheten Jesaja eine Reihe göttlicher Gerichtsziele miteinander betrachten. Es sollen weder alle Zusammenhänge und praktischen Folgerungen aufgezeigt, noch soll Erschöpfendes gesagt werden. Nur einige Zeugnisse seien angeführt, die etwas von den Zielen verhängter Strafen und Gerichte erkennen lassen und die wichtige Wahrheit bestätigen, daß Gerichte und Verdammnisse nie Ziele, sondern nur Wege zum Heil und zur Vollendung sind.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Gerichte Gottes  |  1,251 x gelesen

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Ägypten im Heilsplan Gottes

Unter allen Ländern, die neben dem “Heiligen Land” in der Schrift genannt werden, nimmt Ägypten einen ganz besonderen Platz ein; der Name dieses Landes am Nil und des in ihm wohnenden Volkes kommt mehr als siebenhundertmal darin vor. Schon allein diese Tatsache macht es deutlich, daß dieses Land im Ratschluß Gottes, gerade in Verbindung mit Gottes auserwähltem Volk Israel, eine sehr wichtige Rolle spielt.

Die Geschichte Ägyptens reicht in eine nebelhafte Vergangenheit zurück, in das dritte Jahrtausend vor Christus. Zur Zeit Abrahams, um 2000-1800 v. Chr., war bereits die 12. Dynastie auf dem Herrscherthron des Mittleren Reiches. Zu dieser Zeit standen schon die Pyramiden, jene riesigen Bauwerke der bekannten Pharaonen Snofru, Cheops und Chefren, die heute noch allen Reisenden, die sie aufsuchen, Staunen und Bewunderung abnötigen. Man vermutet, daß die gewaltigen Steinblöcke, im Gewicht von oft mehreren Tonnen, auf einer aufgeschütteten schiefen Ebene immer höher gehoben und schließlich in der Pyramide zusammengebaut wurden. Aber das “Wie?” der genauen Zusammenpassung in einer fast fugenlosen Millimeter-Maßarbeit ist den Architekten und Baufachleuten unserer Zeit immer noch ein Rätsel.

Von der Cheopspyramide in Gizeh (der “großen” Pyramide) in der Nähe der früheren Sonnenstadt Heliopolis sagt Herodot, der Vater der Geschichtsschreibung, daß 100.000 Männer, die alle drei Monate abgelöst wurden, über 30 Jahre, einschließlich 10 Jahre vorbereitender Steinbrucharbeiten, daran beschäftigt waren. Sie bestand aus 203 übereinander lagernden Mauerwerkschichten, war 152 m hoch und hatte an der quadratischen Basis eine Seitenlänge von 230,28 m. Sie bedeckte eine Fläche von 5,30 ha, und jede ihrer Seitenflächen maß 2,22 ha, alle vier zusammen 8,9 ha. Ursprünglich war sie mit fein polierten Kalksteinblöcken bedeckt, die im grellen Sonnenlicht Ägyptens wie mächtige Spiegel wirkten, deren starke Lichtausstrahlung weit im Lande gesehen werden konnte. Die alten Ägypter nannten sie darum Ta Khuti = das Licht, oder auch Ikhet = das herrliche Licht; und der Geograph Strabo sagte von ihr: “Sie gleicht einem vom Himmel herabgelassenen Bauwerk, unberührt von Menschenhand.”

Ehe der Name des Landes in der Bibel erwähnt wird, erscheint der Name des Stammvaters seiner Bewohner, und zwar 1. Mo. 10, 6, wo wir lesen: “Die Söhne Hams (des Sohnes Noahs): Kusch und Mizraim und Put und Kanaan.” Die Fußnote der “Elberfelder Bibel” deutet die Namen Kusch und Mizraim und Put folgendermaßen: Äthiopien, Ägypten und Mauretanien (im Altertum eine römische Provinz, das heutige Marokko). Der alte biblische Name Ägyptens wurde mir 1956 während des Sinaifeldzuges wieder ins Gedächtnis gerufen. Als ich eines Abends die Einstellknöpfe an meinem Radio drehte, hörte ich mit einem Mal einen Kriegsbericht in jiddischer Sprache über den Vormarsch der Israelis gegen “Mizraim”, worüber ich damals recht überrascht und erstaunt war.

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Autor: Wollenberg, Ewald | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Heilsgeschichte  |  1,493 x gelesen

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