(Nach einem Vortrag an Pfingsten 2000 auf der Langensteinbacherhöhe; Audiovortrag)
Im Zuge des europäischen Einheitsprozesses wurde am 1. Januar 2002 die Einheitswährung Euro eingeführt. Auf dem Madrider EU-Gipfel im Dezember 1993, der die Einführung vorbereiten sollte, sagte der damalige portugiesische Ministerpräsident Antonio Guterres: “Dein Name sei Euro, und auf dich will ich die europäische Einigung bauen”. Er spielte damit auf das Wort des Herrn aus Matth. 18, 18 an: “Aber auch ich sage dir, dass du bist Petrus; und auf diesen Felsen will ich meine Versammlung bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen.” Man kann sich kaum des Eindruckes erwehren, als hätte das Streben nach Einheit und Vereinheitlichung von Staaten nicht nur visionären, sondern beinahe heilbringenden, religiösen Charakter. Warum ist dies so? Warum wird die Welteinheit gerade in unserer Zeit so vorangetrieben?
Um zu verstehen, warum die Menschheit gerade in den letzten Jahren und Jahrzehnten so zur Einheit drängt, lohnt es sich, einen Blick in das Buch der Anfänge zu werfen. Das 1. Buch Mose heißt im Hebräischen einfach “Im Anfang”. In ihm werden uns die Anfänge der Menschheitsentwicklung gezeigt. So wird über urzeitliche Einheitsbestrebungen kurze Zeit nach der Sintflut berichtet. Schon damals zeigte die zur Einheit strebende Menschheit alle Eigenschaften und Wesenszüge, die auch im heutigen Einheitsprozess eine Rolle spielen:
“Und die ganze Erde hatte eine Sprache und einerlei Worte. Und es geschah, als sie nach Osten zogen, da fanden sie eine Ebene im Lande Sinear und wohnten daselbst. Und sie sprachen einer zum anderen: Wohlan, lasst uns Ziegel streichen und hart brennen! Und der Ziegel diente ihnen als Stein, und das Erdharz diente ihnen als Mörtel. Und sie sprachen: Wohlan, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm, dessen Spitze an den Himmel reiche, und machen wir uns einen Namen, dass wir nicht zerstreut werden über die ganze Erde! Und Jehova fuhr hernieder, die Stadt und den Turm zu sehen, welche die Menschenkinder bauten. Und Jehova sprach: Siehe, sie sind ein Volk und haben alle eine Sprache, und dies haben sie angefangen zu tun; und nun wird ihnen nichts verwehrt werden, was sie zu tun ersinnen. Wohlan, lasst uns herniederfahren und ihre Sprache daselbst verwirren, dass sie einer des anderen Sprache nicht verstehen! Und Jehova zerstreute sie von dannen über die ganze Erde; und sie hörten auf, die Stadt zu bauen. Darum gab man ihr den Namen Babel; denn daselbst verwirrte Jehova die Sprache der ganzen Erde, und von dannen zerstreute sie Jehova über die ganze Erde” (1. Mo. 11, 1-9).
1. Verhältnisse zur Zeit des Turmbaues
a) Die Zeit des Turmbaues
Der Turmbau zu Babel könnte um das Jahr 2.000 bis 2.100 Jahre v. Chr. stattgefunden haben; also vor nunmehr über 4.000 Jahren. Das gewaltige Gericht der weltweiten Sintflut lag erst ca. 200 bis 250 Jahre zurück.
b) Die Herrschaftsverhältnisse
Es war die Herrschaftszeit des Diktators Nimrod, eines Prototypen (Vorläufers) des Antichristen aus der Fluchlinie Hams. Er war ein gewaltiger Herrscher, der uns nach der Sintflut als erster Städtegründer genannt wird. Zu seinem Reich gehörte auch das Babel der Urzeit. “Nimrod, der fing an, ein Gewaltiger zu sein auf der Erde. Er war ein gewaltiger Jäger vor Jehova; darum sagt man: Wie Nimrod, ein gewaltiger Jäger vor Jehova! Und der Anfang seines Reiches war Babel …” (1. Mo. 10, 8-10). Nimrod und das I. Babel sind prophetische Modelle für den letzten Weltherrscher, den Antichristen in den Johannesbriefen, und die endzeitliche große Hure von Offb. 17. Das griechische “Thärion” (mst. übersetzt mit “Tier”) als Bezeichnung des Antichristen in der Offb. umfasst das “Jäger sein”. Der letzte Weltherrscher ist, wie sein Vorgänger in der Urzeit, ein gewaltiger Jäger, ein Menschenjäger. Alle, die nicht bereit sind ihm göttliche Anbetung zu bringen, werden grausam verfolgt (Offb. 13, 15).
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