Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Vom Wesen der Sünde

Wohl kaum ein Begriff ist so verschiedenartigen Deutungen unterworfen wie das, was man schlechthin Sünde nennt. Was der eine als notwendige Sparsamkeit bezeichnet, kommt einem andern als schmutziger Geiz vor. Die kluge, vorsichtige Zurückhaltung des Phlegmatikers erscheint dem Sanguiniker als erbärmliche Feigheit. Wieder andre nennen das unsinnige Verschwendung, was man ebensogut als großzügige Freigebigkeit deuten könnte. Die Begriffe von Recht und Unrecht Gott und den Menschen gegenüber schwanken bedenklich und ändern sich je nach der Geisteshaltung einer Zeitepoche oder eines Volkes.

Da ist es für Gläubige von Wert und Wichtigkeit, einmal klar zu sehen, was die Schrift, sonderlich das Neue Testament, unter Sünde versteht. Wir wollen darum zehn verschiedene Ausdrücke betrachten, welche die Verfasser der heiligen Bücher griechischer Sprache für das Wort oder den Begriff Sünde gebrauchen:

  1. Hamartia (hamarteema) = Verfehlen eines Zieles
  2. Parabasis = Überschreiten einer Linie
  3. Parakoee = Ungehorsam einer Stimme gegenüber
  4. Paraptooma = Fallen statt Stehenbleiben
  5. Agnoeema = Unwissenheit statt Wissen
  6. Heetteema = Verminderung dessen, was völlig zu erstatten wäre
  7. Anomia (paranomia) = Nichtbefolgen eines Gesetzes
  8. Asebeia = Vorenthalten von Gebet und Dank
  9. Adikia = Unrecht, Kränkung, widerrechtlicher Besitz
  10. Proskomma = Anstoß, Ärgernis, Verführung

[weiterlesen ...]

Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Das Böse, Lehre  |  841 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

“Der ich das Licht bilde und die Finsternis schaffe”

Dieses Zeugnis des Herrn, das uns Jesaja in Kap. 45, 7 mitteilt, und das bei der Prüfung der Frage über den Ursprung des Bösen nicht außer acht gelassen werden darf, wollen wir einmal von einer ungewohnten Seite her näher zu verstehen suchen.

Wir lassen jenen Schöpfungsteil zu uns reden, den Gott dazu gesetzt hat, zwischen Licht und Finsternis zu scheiden und beide zu beherrschen. Es sind dies Sonne, Mond und Sterne, die als wunderbare Gotteszeichen “die Herrlichkeit Gottes erzählen und Seiner Hände Werk verkünden”, und zwar “als Gottes Wort, das über die ganze Erde und bis zu den Grenzen der Wohnwelt erschallt” (Ps. 19, 4 verglichen mit Röm. 19, 17.18).

Aus meiner ausführlichen, in Arbeit befindlichen Schrift “Und auch die Sterne“, lassen wir hier einen Abschnitt daraus folgen, der die erwähnten Fragen berührt:

Das Erste, was Gott in den Himmelslichtern zur Darstellung bringt, ist die Scheidung zwischen Licht und Finsternis, Tag und Nacht, Leben und Tod, Gut und Böse. Es handelt sich demnach um eine klare Scheidung der Gegensatzkräfte (1. Mos. 1, 14).

Diese von Gott als erste Zweckbestimmung gesetzte Scheidung wird von ihm in der letzten Zweckbestimmung so vollzogen, dass der Sonnenball der alleinige Beherrscher des Lichtes ist, während die Mondkugel und alle Sterne das darstellen, was finsternismäßig ist und geschieht. Die Sterne geben höchstens etwas Licht in der Finsternis und über die Dinge der Finsternis, die Sonne allein aber vertreibt die Finsternis (1. Mos. 1, 16).

Dem einen Lichtquell gegenüber steht demnach eine Riesenmenge von Finsternisbeherrschern. Die Sonne ist das getreue Zeichen für Christus, der wirklich die Herrschaft des Lichtes ausübt. Die übrigen Himmelslichter weisen auf andere Geisteswesen hin, die wohl herrlich sind, aber “des Ruhmes mangeln”, den sie vor Gott haben sollten (Hiob 38, 7; Offbg. 1, 20; Ps. 82).

[weiterlesen ...]

Autor: Muhl, Arthur | Kategorie(n): Das Böse, Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  1,158 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Christus und Satan — ihre Wechselbeziehung im Lichte der Schrift

Das eigentliche Zentrum und Ziel der Schrift ist nicht der Mensch, sondern Gott. Die gegenwärtigen Brennpunkte, um die sich alles Weltgeschehen dreht, sind auch nicht etwa die Menschheit und die Erde, sondern vielmehr Christus und Satan. Der Sohn Gottes und sein großer Widersacher und Gegenspieler stehen im Blick auf das Heil und die Herrlichkeit der ganzen Schöpfung in mannigfaltigen gottverordneten Wechselbeziehungen. Betrachten wir einige von diesen:

  1. Christus und Satan hinsichtlich der ihnen gegebenen Verheißungen
  2. Christus und Satan, der Verfluchte und der Verflucher
  3. Christus und Satan bezüglich ihrer Stärke
  4. Christus und Satan, der Werkmeister und das Werkzeug
  5. Christus und Satan, der Löser und der Mann ohne Namen
  6. Christus und Satan, der Sohn der Liebe und der Fürst der Gewalt
  7. Christus und Satan, ihr Wachstum bzw. ihr Zerfall

Ohne Zweifel können noch weitere Beziehungen zwischen dem Herrn und seinem Feind und Gegenspieler gezeigt werden. Wir erinnern nur an die verschiedenen Stufen der Erhöhung Christi und an die Tatsache, dass wir im Buch Hiob Satan in der Ratsversammlung der Söhne Gottes finden, während er jetzt die Lufthimmel bewohnt und Offb. 12, 12 gar von ihm schreibt: “Wehe der Erde und dem Meere, denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen!”

Wer wollte auch wagen, über ein so gewaltiges, umfassendes Thema Erschöpfendes zu sagen? Die wenigen angedeuteten Linien mögen uns ermuntern, tiefer in die Zusammenhänge der Schrift einzudringen und uns ihrer verborgenen Schätze und Reichtümer danksagend und anbetend zu freuen.

[weiterlesen ...]

Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Allversöhnung, Das Böse, Erkenntnis & Wesen Gottes, Heilsgeschichte  |  836 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Der Turmbau zu Babel

(Nach einem Vortrag an Pfingsten 2000 auf der Langensteinbacherhöhe; Audiovortrag)

Im Zuge des europäischen Einheitsprozesses wurde am 1. Januar 2002 die Einheitswährung Euro eingeführt. Auf dem Madrider EU-Gipfel im Dezember 1993, der die Einführung vorbereiten sollte, sagte der damalige portugiesische Ministerpräsident Antonio Guterres: “Dein Name sei Euro, und auf dich will ich die europäische Einigung bauen”. Er spielte damit auf das Wort des Herrn aus Matth. 18, 18 an: “Aber auch ich sage dir, dass du bist Petrus; und auf diesen Felsen will ich meine Versammlung bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen.” Man kann sich kaum des Eindruckes erwehren, als hätte das Streben nach Einheit und Vereinheitlichung von Staaten nicht nur visionären, sondern beinahe heilbringenden, religiösen Charakter. Warum ist dies so? Warum wird die Welteinheit gerade in unserer Zeit so vorangetrieben?

Um zu verstehen, warum die Menschheit gerade in den letzten Jahren und Jahrzehnten so zur Einheit drängt, lohnt es sich, einen Blick in das Buch der Anfänge zu werfen. Das 1. Buch Mose heißt im Hebräischen einfach “Im Anfang”. In ihm werden uns die Anfänge der Menschheitsentwicklung gezeigt. So wird über urzeitliche Einheitsbestrebungen kurze Zeit nach der Sintflut berichtet. Schon damals zeigte die zur Einheit strebende Menschheit alle Eigenschaften und Wesenszüge, die auch im heutigen Einheitsprozess eine Rolle spielen:

“Und die ganze Erde hatte eine Sprache und einerlei Worte. Und es geschah, als sie nach Osten zogen, da fanden sie eine Ebene im Lande Sinear und wohnten daselbst. Und sie sprachen einer zum anderen: Wohlan, lasst uns Ziegel streichen und hart brennen! Und der Ziegel diente ihnen als Stein, und das Erdharz diente ihnen als Mörtel. Und sie sprachen: Wohlan, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm, dessen Spitze an den Himmel reiche, und machen wir uns einen Namen, dass wir nicht zerstreut werden über die ganze Erde! Und Jehova fuhr hernieder, die Stadt und den Turm zu sehen, welche die Menschenkinder bauten. Und Jehova sprach: Siehe, sie sind ein Volk und haben alle eine Sprache, und dies haben sie angefangen zu tun; und nun wird ihnen nichts verwehrt werden, was sie zu tun ersinnen. Wohlan, lasst uns herniederfahren und ihre Sprache daselbst verwirren, dass sie einer des anderen Sprache nicht verstehen! Und Jehova zerstreute sie von dannen über die ganze Erde; und sie hörten auf, die Stadt zu bauen. Darum gab man ihr den Namen Babel; denn daselbst verwirrte Jehova die Sprache der ganzen Erde, und von dannen zerstreute sie Jehova über die ganze Erde” (1. Mo. 11, 1-9).

1. Verhältnisse zur Zeit des Turmbaues

a) Die Zeit des Turmbaues

Der Turmbau zu Babel könnte um das Jahr 2.000 bis 2.100 Jahre v. Chr. stattgefunden haben; also vor nunmehr über 4.000 Jahren. Das gewaltige Gericht der weltweiten Sintflut lag erst ca. 200 bis 250 Jahre zurück.

b) Die Herrschaftsverhältnisse

Es war die Herrschaftszeit des Diktators Nimrod, eines Prototypen (Vorläufers) des Antichristen aus der Fluchlinie Hams. Er war ein gewaltiger Herrscher, der uns nach der Sintflut als erster Städtegründer genannt wird. Zu seinem Reich gehörte auch das Babel der Urzeit. “Nimrod, der fing an, ein Gewaltiger zu sein auf der Erde. Er war ein gewaltiger Jäger vor Jehova; darum sagt man: Wie Nimrod, ein gewaltiger Jäger vor Jehova! Und der Anfang seines Reiches war Babel …” (1. Mo. 10, 8-10). Nimrod und das I. Babel sind prophetische Modelle für den letzten Weltherrscher, den Antichristen in den Johannesbriefen, und die endzeitliche große Hure von Offb. 17. Das griechische “Thärion” (mst. übersetzt mit “Tier”) als Bezeichnung des Antichristen in der Offb. umfasst das “Jäger sein”. Der letzte Weltherrscher ist, wie sein Vorgänger in der Urzeit, ein gewaltiger Jäger, ein Menschenjäger. Alle, die nicht bereit sind ihm göttliche Anbetung zu bringen, werden grausam verfolgt (Offb. 13, 15).

[weiterlesen ...]

Autor: Wörz, Reiner | Kategorie(n): Das Böse, Endzeit, Unsichtbare Welt, Versuchung & Verführung, Völkerschaften, Zeitgeist  |  972 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Sieben Thesen über das Böse

Dass unsere Welt — und speziell das gegenwärtige Zeitalter (Äon) — »böse« ist (1. Joh. 5, 19; Gal. 1, 4), braucht nicht erst bewiesen zu werden; jede Tageszeitung und jede Nachrichtensendung ist voll davon. Dies veranlasst uns, einmal anhand der Bibel über das Böse nachzudenken. In 7 Thesen soll das Wesentliche kurz zusammengefasst werden.

1. Nach biblischer Schau ist es der Böse, der das Böse in der Welt verursacht und vorantreibt

Die Bibel denkt persönlich: Vater — Sohn — Heiliger Geist — heilige Engel — Menschen, andererseits aber auch: der Teufel und seine Engel. In Matth. 4, 1-11 (Parallele Luk. 4, 1-13) treffen der Sohn Gottes und der Teufel persönlich aufeinander.

Im Neuen Testament ist viel vom Teufel die Rede: von den Evangelien über die Briefe bis zur Offenbarung. Doch er ist nicht das Hauptthema, das sind Gott und Christus, Gottes Liebe und Gottes Heilsratschluss. Es wäre schlimm, wenn es anders wäre.

Dass es das Böse gibt, darüber sind sich wohl alle denkenden Menschen mehr oder weniger einig, vom Atheisten bis zum Gottesfürchtigen. Doch wo liegt die Wurzel? Gottes Wort sagt: Der Böse steckt dahinter (vgl. z. B. Matth. 13, 19). So wie das Gute eine persönliche Spitze und »Verkörperung« hat, nämlich der Gute (zutiefst Gott der Vater: Luk. 18, 18.19), so ist auch das Böse eben nicht nur ein abstrakter Begriff, ein Ding, eine Sache, sondern der Böse, Satan, bewerkstelligt es.

[weiterlesen ...]

Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Das Böse, Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  654 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Die Rolle des Bösen in Gottes Plan

Gliederung:

1. Der Ursprung des Bösen
2. Zwei Sündenfälle
3. Gottes Antwort: Das Kreuz Jesu Christi
4. Die heutige Situation als Kampfessituation
5. Das Ziel: Die totale Entmachtung des Feindes


.

1. Der Ursprung des Bösen

Wenn über die »Rolle des Bösen in Gottes Plan« etwas bezeugt werden soll, über die Rolle des Bösen in der Unheils- und Heilsgeschichte dieser Welt, dann stellt sich zuallererst die Frage nach dem Ursprung des Bösen.

Woher kommt das Böse? Wer hat es erdacht, erfunden, in die Welt gesetzt? Das ist eine heikle Frage, und es haben schon Gläubige gemeint, den Ursprung des Bösen in Gott selbst sehen zu müssen, und sie meinten dabei noch, theologisch konsequent gedacht zu haben, ja, Gott verherrlicht zu haben. Ohne es zu wissen und zu wollen (so nehme ich einmal an), haben sie aber damit Gottes Wesen völlig falsch dargestellt. Ihn mißverstanden und beleidigt. (Das harte Wort »Ihn gelästert« möchte ich an dieser Stelle lieber nicht verwenden, weil es ganz bestimmt nicht das Motiv solcher Denker war, IHN lästern zu wollen, sondern ihnen einfach ein theologischer Denkfehler unterlaufen ist, ein Streich, den die eigene Logik spielte.)

Um biblisch zu belegen, daß das Böse aus Gott stamme, stützte man sich je und je auf Jes. 45, 7, wo JEHOVAH (oder JAHWEH), der Ewigseiende, Unwandelbare, Unendliche von sich sagt: »der ich das Licht bilde und die Finsternis schaffe, den Frieden (»Schalom«) mache und das Unglück schaffe, ICH, JEHOVAH, bin es, der dieses alles wirkt«. (Franz Delitzsch übersetzte in seinem Jesaja-Kommentar von 1879: »Bildner des Lichts und Schöpfer der Finsternis, Stifter des Friedens und Schöpfer des Übels«.)

Die Verben »bilden« und »machen« sind dabei nicht so schwergewichtig wie das Zeitwort »schaffen« (hebräisch bara), das immer nur von GOTT gebraucht wird und auch in 1. Mose 1 die Erschaffung der Welt beschreibt. Steht es hier nicht klar und deutlich geschrieben, daß Gott die Finsternis geschaffen hat, sie also aus Ihm kam und in Ihm wohnt? Hier ist nun wirklich Vorsicht geboten, damit uns nicht, wie gesagt, unsere Logik einen Streich spielt (2. Kor. 10, 3-5). »Gottes Wort ist nicht logisch und nicht unlogisch, sondern über-logisch«, pflegte Adolf Heller zu sagen.

[weiterlesen ...]

Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Das Böse, Heilsgeschichte, Lehre  |  658 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   1

Babylon — Ein endzeitliches Geheimnis

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort
DIE GROSSE FRAGE …
1. Das Ur-Babylon Nimrods
2. Das Neu-Babylon Nebukadnezars
3. Die Hure Babylon
    a) … als endzeitliche Gestalt
    b) … als religiöse Ausreife
    c) … als Geheimnis
    d) … als Hochburg des Okkultismus
    e) … und ihr plötzliches Ende
… UND IHRE ANTWORT
Das paulinische Gemeindeverständnis
Der Katholizismus
Der Protestantismus
Die Freikirchen
Der innerkirchliche Pietismus
Die Zukunft des Christentums
Die Antwort auf die gestellte große Frage
Das zweimalige »Gehet aus« im Neuen Testament
Eine unnötige Frage
Der geringe Überrest
Statt eines Schlußwortes
Anhang: Zitate von C. A. Auberlen
Literaturverzeichnis


.

Vorwort

Immer wieder werden einzelne Gesichtspunkte der hier behandelten Fragen angeschnitten, aber kaum einmal konsequent zu Ende durchdacht.

Nach zwei Anfang der Sechziger Jahre in »Licht+Leben« veröffentlichten Aufsätzen über endzeitliche Gefahren beschied der damalige Schriftleiter Wilhelm Busch über einen dritten mit dem Thema »Ökumene«: »Dieser Artikel ist vielleicht in fünf Jahren am Platz, jetzt aber — nach meiner Kenntnis der Dinge — noch nicht.« Der Verfasser hat nicht nur fünf Jahre gewartet, sondern fünfundzwanzig. Nun gab die damalige kleine Arbeit den Anstoß zu diesem Heft, wobei die inzwischen weitergegangene Entwicklung Berücksichtigung fand.

Im Bewußtsein der großen Verantwortung sind auch »heiße Eisen« im Blick auf aktuelle und uns hart bedrängende Fragen angepackt worden (andere Punkte werden vom Verfasser in Heft 9/10 dieser Reihe »Die Gefahren der Endzeit für die Gläubigen« behandelt. Wir haben es also heute nicht nur mit den bekannten Problemen der zweiten, dritten oder gar einer weiteren Generation zu tun, sondern zusätzlich noch mit endzeitlichen Verfallserscheinungen. Dabei ist Hand in Hand mit dieser Entwicklung ein Aufwachen der allerdings nur eine Minderheit darstellenden wahren Gemeinde Gottes das dringende Gebot der Stunde).

Dabei war es dem Verfasser ein Anliegen, eingedenk der apostolischen Mahnung die Wahrheit nicht rücksichtslos, sondern in der Liebe zu bezeugen (Eph. 4, 15) (wir sollten uns ausstrecken nach der gesunden Verbindung einer bis zum Äußersten gehenden opferbereiten Liebe mit unnachgiebigen Feststehen für die Wahrheit). »Es ist wichtig, daß wir uns davor hüten, grob unbiblische Aussagen der Gegenseite mit Genugtuung unserer ›Sammlung‹ einzuverleiben, um sie bei passender Gelegenheit gegen sie auszuwerten. Wer selber vor Gott gedemütigt ist, der kann nie mit Genugtuung die Fehler der anderen entdecken und registrieren, sondern er wird im Leidtragen vor Gott in diesen schmerzlichen Auseinandersetzungen stehen« (16/S. 137 — die erste Zahl weist auf die laufende Nummer des Literaturverzeichnisses (Seite 77 ff.) hin, die zweite gibt die Seitenzahl der Zitatquelle an).

Wie bestürzend für Karl Hartenstein (1894-1952) die Erkenntnis über die Hure Babylon (Offb. 17) gewesen sein muß (s. S. 58), offenbart sein offenes Eingeständnis, »daß es mir angst ist um die Auslegung dieses Kapitels 17. Denn ich weiß, wie gefährlich es ist, hier Dinge zu sagen, die auch die gläubige Gemeinde verletzen oder erschüttern können« (19/S. 156). Darf das aber ein Grund sein, sie zu verschweigen, während verführerische, verderbliche und andere unbiblische Stimmen sich frech zu Wort melden?

So konnte auch der Verfasser diese Zeilen nur mit wehem Herzen niederschreiben (s. Kapitel 3 e).

Deshalb gilt es, sich vor allzu schnellen Reaktionen zu hüten und alles gründlich vor dem Herrn zu bewegen, um dann ­ sollten wir von der Schrift her durch Überführung des Geistes eines Besseren belehrt werden — auch zur Aufgabe selbst lieb gewordener und bisher für selbstverständlich gehaltener Positionen bereit zu sein.

Bewußt gewählt wurde eine knappe Darstellung, so daß im Blick auf ausführlichere Einzelheiten auf die reichlich vorhandene Literatur verwiesen werden muß.

Heute trifft diese Feststellung aus der Zeit des Dritten Reiches noch viel mehr zu: »Alles Unechte bricht in unsern Tagen zusammen … Das ist ein Gericht über die seichte und oft schwindelhafte Art des Christentums und der Wortverkündigung in den letzten Jahrzehnten, die massenhaft ›törichte Jungfrauen‹ erzeugte. Darüber müssen wir Buße tun, d. h. unsern Sinn ändern« (42/S. 9/10).

Bei der Beschäftigung mit diesem Heft verliere man es nie aus den Augen, in welch einer ernsten Zeit wir leben und daß noch nie dagewesene Zuspitzungen auch einmalige besondere Entscheidungen abverlangen.

Der Verfasser


.

[weiterlesen ...]

Autor: Salomon, Gerhard | Kategorie(n): Das Böse, Das prophetische Wort, Endzeit, Irrlehre, Israel, Kirchentum, Religionen, Versuchung & Verführung  |  3,075 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

“Zum Himmel will ich hinaufsteigen”

(Nachschrift eines Vortrags in Berlin)

Zugrundeliegende Bibelstellen: Jes. 14, 13; 5. Mose 30, 11-14; Röm. 10, 6-8

“Zum Himmel will ich hinaufsteigen!” ist ein Wort jenes von Gott eingesetzten Fürsten, von dem wir in Jesaja 14 lesen. Es handelt sich um den König von Babel, der ein Abbild Satans ist. Wir verstehen wohl, was es bedeutet, wenn Geschöpfe in eine Höhe hinaufsteigen wollen, die ihnen von Gott dem Höchsten vorerst noch nicht zugedacht ist. In ihnen kommt dieser Wunsch nicht zur Ruhe, bis es ihnen gelingen wird, das, was sie ersonnen haben, auch auszuführen. Sie wollen Gott nicht vertrauen. Sie wollen sich selbst an die Stelle Gottes setzen. Welch eine Gotteslästerung ist es doch, wenn ein Professor, der durch seine Erfolge in Höhen- und Tiefenversuchen bekannt wurde, in Vorträgen vor Studenten in Zürich unter anderem sagte: “Wir könnten schon heute dem lieben Gott sagen, wie Er es hätte besser machen sollen”!

Schon in 1. Mose 11 lesen wir von Babel in Verbindung mit demselben Größenwahn: “Und sie sprachen einer zum anderen: Wohlan, lasst uns Ziegel streichen und hart brennen … Wohlan, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm, dessen Spitze (wörtlich Haupt) in den Himmel reiche, und machen wir uns einen Namen, daß wir nicht zerstreut werden über die ganze Erde!” Von Gott aber heißt es: “Und Jehova fuhr hernieder, die Stadt und den Turm zu sehen, welche die Menschenkinder bauten. Und Jehova sprach: Siehe, sie sind ein Volk, und haben alle eine Sprache, und dies haben sie angefangen zu tun; und nun wird ihnen nichts verwehrt werden, was sie zu tun ersinnen.”

Wenn die Menschen sprechen: “Lasst uns in den Himmel” — dann heißt es von oben: “Lasst uns heruntersteigen!” Die Menschen werden zerstreut. Die Stadt erhält den Namen Babel = “Verwirrung”. Gott zerstreut sie über die ganze Erde.

[weiterlesen ...]

Autor: Muhl, Arthur | Kategorie(n): Das Böse, Das prophetische Wort, Endzeit, Gerichte Gottes  |  642 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Die satanische Dreieinigkeit

Hat der Satan auch eine Dreieinigkeit? Ja! Nicht nur aus Gründen der Nachahmung, sondern auch aus Gründen der Wesenhaftigkeit. Im Wesen ist die Dreieinigkeit begründet. Denn auch Satan ist Geist. Will er in die Seelenhaftigkeit und Leibhaftigkeit Eingang finden, dann muß er ins Seelische und Leibliche hineinsteigen. Er muß Seele und Leib anziehen, wenn er über das ganze Sein des Lebens die Herrschaft gewinnen soll. — Nur der Geist, der die Verleiblichung hat, hat Zugang zu Geist, Seele und Leib.

Nach dem Sündenfall des Luzifer, der zufolge seines Abfalles der Satan wurde, trat die geistentartete Verleiblichung aller Kreatur ein. Anstatt “geistlicher Verleiblichung”, entfaltete sich nunmehr die geistentartete Verleiblichung. — Geistlose Verleiblichung dürfen wir wohl nicht sagen, weil der abgefallene Geist nicht geistlos, d. h. aufgehoben wurde, sondern er bestand weiter, nur mit dem Unterschied der Gegensätzlichkeit, der Paradoxie! Darum werden wir wohl nur von der geistentarteten Verleiblichung reden können.

So hat Satan nach seinem Fall, besser gesagt in seinem Fall, dieser nunmehrigen Entfaltung nachstreben müssen, um die Herrschaft, das “Fürstentum” zu gewinnen. Die Entwicklung in die Verleiblichung eilte ihm voraus, darum mußte er die Verleiblichung suchen und ihr nacheilen. — Die dem Satan vorauseilende Verleiblichung wird im “Vorsatz“ Gottes begründet gewesen sein.

[weiterlesen ...]

Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Das Böse  |  997 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Der Mensch zwischen Engel und Dämon

Wenn ein Merkmal für den Geist der Neuzeit charakteristisch ist, dann ist es die ungeheure Intensität, mit der wir die vordergründigen, habhaften Dinge des Lebens empfinden und in uns aufnehmen. Eine Modenschau, ein Fußballländerspiel, ein Hochhaus, ein schwimmender Ozeanriese, ein Flugzeuggeschwader, das alles sind Realitäten, unter denen wir uns etwas vorstellen können und die unser Interesse mächtig erregen.

In dem Maß freilich, als diese sichtbare Erscheinungswelt über uns Gewalt gewonnen hat, sind wir blind geworden für das Reich der Seele, für die geheimnisvollen Kräfte des Übersinnlichen, und gleich gar für die Realität einer transzendenten göttlichen Welt. In besonderer Weise hat sich die metaphysische Erblindung ausgewirkt im Blick auf den Erlebnisbereich von Engel und Dämon. Die Skepsis gegenüber diesen überirdischen Mächten reicht heute weit hinein bis in die Reihen der christlichen Theologie. Das Entmythologisierungsprogramm der Marburger Schule richtet sich bekanntlich vor allem auch gegen jede Art von Angelologie und Dämonologie. Im Zeitalter von Computer, Fernsehen und Elektrizität, so werden wir belehrt, könne kein wissenschaftlich gebildeter Mensch mehr an die Realität von Engeln und Dämonen glauben, ohne sich selbst gegenüber unehrlich zu werden. Mag man in der religiösen Sprache solche Worte in Gebet, Predigt und Kirchenlied gelegentlich noch gebrauchen, man muß sich aber klar darüber sein (so wird uns gesagt): es sind das lediglich Umschreibungen in mythischer Sprachform, die auf die innerseelischen Vorgänge von Vertrauen oder Zerrissenheit in der menschlichen Existenz hinweisen.

Angesichts von so viel Skepsis gegenüber einer Welt der höheren Mächte, die Beistand gewährend oder versuchlich auf uns einwirken, hat es keinen Sinn, so etwas wie eine Glaubensforderung im Blick auf die Anerkennung derartiger Realitäten zu erheben. Der moderne Mensch würde sich dagegen nur wehren und erklären, er lasse sich intellektuell nicht vergewaltigen. Im übrigen wäre ja auch mit einem bloßen Für-wahr-Halten nichts gewonnen und niemand gedient. Man muß schon versuchen, durch innere Überführung den kritischen Geist der Neuzeit zu überwinden, so daß er sich wieder zu öffnen wagt für eine Schau, die ihm verlorengegangen ist.

[weiterlesen ...]

Autor: Köberle, Adolf, Prof. Dr. | Kategorie(n): Das Böse, Lehre, Unsichtbare Welt  |  1,358 x gelesen

468 Artikel online •
7 Besucher online