Laßt uns nie vergessen, daß immer der Fleischgeborene den
Geistgeborenen lästert und verfolgt, und nie umgekehrt (Gal. 4,29).


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Eisen und Erz, Symbole für Sünde und Gericht

Wir wollen ein Siebenfaches betrachten:

  1. Eisen, ein Bild der Sünde
  2. Gefängnisse und Fesseln von Eisen und Erz
  3. Erz, das Metall des Vorhofs
  4. Der eiserne Schmelzofen
  5. Die eherne Schlange
  6. Der Eisenschmied
  7. Eisen und Erz, dem Jahweh geheiligt

1. Eisen, ein Bild der Sünde

Eisen ist unedles Metall und wird deshalb oft als Bild der Sünde und Widerspenstigkeit gebraucht. Wir begegnen ihm schon auf den ersten Blättern der Heiligen Schrift, in 1. Mose 4, 22. Dort lesen wir von Tubalkain, einem Hämmerer von erzenem und eisernem Werkzeug. Sein Name heißt auf Deutsch: Besitzer des Erdreichs. Er gehörte nicht zu der gottesfürchtigen Sethlinie, sondern stammte aus der gottlosen Kainslinie.

So können wir verstehen, dass er auf das Paradies, von dem die Überlieferung berichtete, und auf die Verheißungen, die dort seinen gefallenen Voreltern gegeben worden waren, keinen Wert legte und sein Verlangen auf diese verfluchte Erde und ihre Schätze richtete. —

In Jer. 17, 1 steht geschrieben, dass Judas Sünde mit eisernem Griffel, mit diamantener Spitze in die Tafeln ihrer Herzen und in die Hörner ihrer Altäre eingegraben ist. Dass Diamant als Bild der Härte gebraucht wird, ersehen wir aus Sach. 7, 12, wo es heißt: »Sie machten ihr Herz zu Diamant, um das Gesetz nicht zu hören.«

Gott hat doppelte Buchführung. Einmal steht Judas Sünde in ihrem eigenen Herzen, im Gewissen eingegraben, und zum andern ist sie eingeritzt in die Hörner der Altäre.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Biblische Symbolik  |  730 x gelesen

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Gottes Weg, Wort und Wesen

In Psalm 18, 30 bezeugt uns David ein Dreifaches von Gott. Dieses Zeugnis kommt in einem Liede vor, das dem Vorsänger übergeben wurde. Das bedeutet, daß es in den heiligen Versammlungen Israels von Zeit zu Zeit vorgelesen und vorgesungen werden mußte. Die Gemeinde sollte es lernen und nachsingen und dadurch den Herrn preisen und verherrlichen.

Was lehrt nun der königliche Sänger, dessen Herz von gutem Worte wallte und dessen Gedichte dem wahren König, also dem Messias-Christus galten und dessen Zunge dem Griffel eines geübten Schreibers glich (Ps. 45, 1)? David bezeugt: “El — Sein Weg ist vollkommen; Jahves Wort ist geläutert; ein Schild ist Er allen, die auf Ihn trauen” (Ps. 18, 30).

1. Gottes Weg ist vollkommen

Gottes (El = der Starke, der über alles Verfügende!) Weg ist vollkommen. Glauben wir das? Wie dunkel und leidvoll, wie ungerecht und grausam erscheinen uns oft die Wege, die der Herr Seine Geschöpfe führt! Ist nicht die Weltgeschichte ein Beweis für die (scheinbare!) Sinnlosigkeit der Wege der Völker? Werden nicht oft gerade die besten und wertvollsten Menschen, ja, die angeblich Auserwählten und Geliebten, durch so viel Dornen und Dickicht geführt, daß man fast am Dasein Gottes zweifeln könnte?

Und doch bezeugt uns die Schrift, daß alle Wege unsres Herrn richtig sind (5. Mose 32, 4). Und David, der doch lange Zeit wie ein Verbrecher verfolgt wurde und oft dem Tode näher war als dem Leben, frohlockt im 23. Psalm: “Er führet mich auf rechter Straße um Seines Namens willen!”

Wir deuteten schon an, daß das hebräische Wort, mit dem Ps. 18, 30 beginnt, El heißt. Das bedeutet, daß Ihm, dem Starken, über alles Verfügenden, jedwede Macht und Gewalt der Welt zum Gebrauche dient. Glauben und fassen wir doch, daß Gott in Seiner Allmacht, Weisheit und Liebe Seine Geschöpfe den kürzesten Leidensweg führt, um das vor Grundlegung der Welt zuvor geplante Hochziel der Herrlichkeit zu erreichen. Halten wir doch immer daran fest, daß Er durch ein Mindestmaß von Schmerzen ein Höchstmaß, ja, Übermaß von Seligkeit bewirkt! Und fangen wir doch einmal an, dafür zu danken, auch wenn wir “gar nichts fühlen von Seiner Macht”! Dann werden wir immer tiefer und wesensmäßiger erfassen und erfahren dürfen, daß Gottes Weg in Wahrheit vollkommen ist, ob Er, der heilig und liebevoll Verfügende, nun straft und richtet, läutert und reinigt oder heiligt und vollendet.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Erkenntnis & Wesen Gottes  |  318 x gelesen

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Klammern aus Erz und Klammern aus Gold

Wem die ganze heilige Schrift Gottesoffenbarung ist, der findet im Wort des Lebens immer neue verborgene Schätze, von denen die Klugheit dieser Welt nichts weiß noch wissen kann. Freilich wird jede Gotteserkenntnis, je tiefer und wesenhafter sie die ewigen Realitäten erfaßt, für Torheit gehalten werden. Das trübe Licht menschlicher Vernunft kann nicht anders urteilen. —

Wer sich einmal betend mit dem Bau der Stiftshütte beschäftigt hat, dem ist ohne Zweifel eine Fülle köstlicher Gotteswahrheiten lebendig geworden. Weil sich Schrift nur durch Schrift erklären läßt, so gilt es darauf zu achten, wie etwa der Hebräerbrief die Dinge, die das Gesetz betreffen, auslegt und auf Christus deutet. Mag auch die irdische Gelehrsamkeit darüber lächeln, — für den lebendigen, geistgezeugten Glauben ist das Wort eine unerhörte Licht-, Kraft- und Freudenquelle, wie es etwa der 119. Psalm darstellt. Wer von Christus zutiefst ergriffen ist, lebt von jedem Worte, das durch den Mund Gottes geht, und fürchtet sich in heiliger Scheu, etwas ihm noch Unverständliches zu belächeln oder gar zu verwerfen. —

Was der eherne Opferaltar und das eherne Reinigungsbecken im Vorhof, der goldene Rauchaltar, der Schaubrottisch und der siebenarmige Leuchter im Heiligtum und schließlich die goldüberzogene Bundeslade im Allerheiligsten vorschatten, darüber werden sich wohl alle Bibelchristen einig sein.

Haben aber auch die Dinge, die uns als nebensächlich und bedeutungslos erscheinen, einen tieferen Sinn, den man nicht zuerst hineingeheimnissen muß, sondern der wirklich besteht? Wenn Gottes Wort bis zum letzten Jota ernst zu nehmen ist und nicht, wie man in Groß- und Freikirchen immer stärker zu glauben und zu lehren beginnt, ein Sammelsurium heidnischer Überlieferungen, irrtümlicher und zusammenhangloser aneinandergestellter Mythen (Märchen und Sagen) ist, dann hat eben alles seine tiefe Bedeutung, auch wenn wir mit unserm verfinsterten Verstand bis jetzt nur wenig davon begreifen.

Wie einer liebenden Mutter an ihrem Kind, einem dankbaren Schüler an seinem verehrten Meister und Lehrer, einer glücklichen Braut an ihrem Bräutigam auch scheinbar nebensächliche und ganz bedeutungslose Dinge wichtig und köstlich sind, — tausendmal mehr gilt das für die wirklich Gläubigen hinsichtlich des Wortes Gottes. Darum wollen wir auf eine solche scheinbare Kleinigkeit hinweisen, die auch im Worte heiliger Schrift steht und über die die meisten wohl gedankenlos hinweglesen, wenn sie sie überhaupt noch lesen.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Biblische Symbolik  |  221 x gelesen

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Gedanken aus dem Buch Josua

(Nach einer Tonbandaufnahme der Untertürkheimer Konferenz am 24.04.1955)

Die Schrift ist in allen ihren Teilen siebenfach geläutert (Ps. 12, 6). So wie der Geist, der sie heiligen Menschen Gottes eingab, ein siebenfacher ist (Jes. 11, 2; Offb. 3, 1), so hat auch sie eine siebenfältige Bedeutung. Und nur, wenn wir uns das Wort in dieser ganzen siebenfältigen Fülle dienen lassen, können wir einen vollen Ertrag davon haben.

So dürfen wir auch das Buch Josua zunächst einmal geschichtlich betrachten. Dabei erkennen wir aber immer nur die Außenseite der Dinge und sehen: dies oder jenes hat sich damals und dort ereignet, oder so und so hat Gott in einer bestimmten Lage zu Josua geredet.

Um aber einen unmittelbaren Glaubensertrag für unser geistliches Leben zu haben, dürfen wir weitergehen zur praktisch-erbaulichen Betrachtungsweise. Da sehen wir dann alle Geschehnisse als Vorbilder für unseren Glaubenslauf an, und die Ermahnungen und Ermunterungen Gottes an Josua als Ermahnungen und Ermunterungen für uns.

Leider bleibt man bei diesen ersten beiden Betrachtungsweisen der Schrift meistens stehen, statt sich auch die prophetischen und symbolischen Bedeutungen anzueignen. Das ist ein großer Verlust. Denn das Wichtigste bei der Betrachtung der Schrift ist nicht, daß ich mich darin finde und meine Unzulänglichkeit, sondern die prophetischen Linien und vor allen Dingen: Ihn selbst!

Schon Luther hat vor mehr als 400 Jahren erkannt und gesagt: Josua bedeutet dem Namen und der Geschichte (dem Geschehen) nach: Christus! Es ist mir eine tiefe Freude zu sehen, daß der, den Gott benützte, um die Wahrheit der Rechtfertigung aus dem Glauben wieder auf den Leuchter zu setzen, nicht bei der geschichtlichen und praktisch-erbaulichen Auslegung stehenblieb. Dieser Ausspruch Luthers beweist, daß er eine Schau besaß und nicht nur eine Lehre.

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Wort Gottes (Bibel)  |  420 x gelesen

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“Aus Ägypten habe Ich Meinen Sohn gerufen”

Über die sinnbildliche Bedeutung des Auszugs aus Ägypten

Der Krieg in Nahost hat die Blicke der Weltöffentlichkeit und insonderheit der Kinder Gottes in verstärktem Maße auf Israel, daneben aber auch auf Ägypten gelenkt. Die Feindschaft zwischen Ägypten und Israel ist ja uralt. Der Auszug der Kinder Israels aus Ägypten, begleitet von der Tötung aller ägyptischen Erstgeburt und dem tödlichen Haß des nur widerwillig sie freigebenden Pharao, war Israels völkische Geburt. Dieser “Exodus” war nicht eine beiläufige, belanglose Episode in der wechselvollen Geschichte des auserwählten Volkes Gottes, sondern drückte ihm für immer den Stempel auf. So wie es für ein Gotteskind charakteristisch ist, aus der Finsterniswelt heraus errettet zu sein (Kol. 1, 12.13) — ohne diese Rettung wäre es ja gar kein Gotteskind! —, so ist es für Israel kennzeichnend, ein aus Ägypten errettetes Volk zu sein.

Jeder Gottessohn wurde aus Ägypten herausgerufen und herausgeführt. Dieser göttliche Grundsatz von Hosea 11, 1 erfüllte sich im Erdenleben Jesu Christi, des erstgeborenen Sohnes des Vaters, bei der Rückkehr der heiligen Familie von ihrem Aufenthalt in Ägypten (Mt. 2, 15). — Gott besitzt aber auch einen völkischen erstgeborenen Sohn, Israel. Von ihm lesen wir im Buch des Auszugs (2. Mose 4, 22.23): “Und du sollst zu dem Pharao sagen: Mein Sohn, mein erstgeborener, ist Israel; und ich sage zu dir: Laß meinen Sohn ziehen, daß er mir diene! und weigerst du dich, ihn ziehen zu lassen, siehe, so werde ich deinen Sohn, deinen erstgeborenen, töten!”

Dieser völkische erstgeborene Sohn Gottes wurde damals unter Mose aus Ägypten herausgeführt. Zu dem erstgeborenen Sohn Gottes aus der Völkerwelt werden sich im Tausendjährigen Reich sicherlich weitere völkische Söhne Gottes gesellen. In der Gegenwart hingegen “gibt es so wenig christliche Staaten, wie es christliche Löwen, Bären und Tiger gibt” (Ströter), und auch einer ihrer Führer in der Gegenwart (de Gaulle) gibt offen zu: “Staaten sind Ungeheuer”.

Was der erstgeborene Sohn Gottes, Jesus Christus, und der erstgeborene völkische Sohn Gottes, Israel, buchstäblich erfuhren, erfährt die Gemeinde der Erstgeborenen, erlebt jeder Gottessohn, den Gott in der Gegenwart herausruft, um ihn durch Seinen Geist zu leiten (Röm. 8, 14), auf geistlicher Ebene. Er muß durchaus nicht nach Ägypten reisen und von dort in sein Heimatland zurückkehren; es genügt ihm vollauf, aus der Einengung, dem Druck und der Knechtschaft Pharaos, d. h. des Satans und der Finsterniswelt, im Geiste errettet zu sein. Parallel zum Volke Israel erlebt auch er

  • eine Herausrettung aus Ägypten, der Finsterniswelt;
  • eine Hindurchrettung durch die Wüste dieser Welt und zuletzt
  • eine Hineinrettung ins Land der Verheißung (das für uns nicht auf Erden, sondern in den Himmeln liegt).

Dabei ergeben sich so manche Parallelen zu dem einstigen Auszug Israels aus Ägypten, denen wir in einigen Zusammenhängen nachgehen wollen:

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Gemeinde, Glaubensleben & Wandel  |  374 x gelesen

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Die Berufung Abrahams (1)

Historisch, erbaulich, prophetisch und symbolisch betrachtet

Einleitung

Gott wohnt in einem unzugänglichen Licht, da niemand hinkommen kann. Ohne eine Offenbarung Seinerseits wäre die Menschheit nie zu einer Erkenntnis Seines Wesens und Seines Willens gekommen. Wir würden heute noch alle an der Stelle stehen, auf der die Heiden vor der Erscheinung des Lichtes der Welt standen. Unsere Erkenntnis wäre allein über Seine Wohnung, jenes unzugängliche Licht, geringer, als über einen der immerhin noch wahrnehmbaren Sterne der Milchstraße. Noch weniger aber wüßten wir über Ihn selbst. In Dunkel und Finsternis müßten wir tastend unseren Weg gehen, die Seele erfüllt von dem hoffnungslosesten Nichtwissen über das “Woher”, das “Wozu” und das “Wohin”. Und alle, die Ihn tastend suchen und fühlen und finden möchten, müßten über ihre Altäre schreiben: “Dem unbekannten Gott” (Apg. 17, 22-31).

Aber Sein Wesen ist Liebe. Darum kann Er nicht verborgen bleiben. Liebe braucht einen Gegenstand, an dem sie sich auswirken kann, ohne Rücksicht auf den Wert desselben. Die Inbrunst Seiner Liebe bewog Ihn, aus Seiner Gottes-Einsamkeit herauszutreten. Er rief eine Welt ins Dasein, die Ihm in ihrer Schöpfung, Erlösung und dereinstigen Vollendung Gelegenheit gab und gibt, alles, was an Allmacht und Weisheit, an Gerechtigkeit und Heiligkeit, an Gnade und Liebe in Ihm ist, kund und offenbar zu machen.

Diese Offenbarung hat zwei Seiten, eine darstellende und eine beschreibende:

  1. Die darstellende Offenbarung Gottes ist der Sohn Gottes (Joh. 1, 18; 10, 30; 14, 9).
  2. Die beschreibende Offenbarung Gottes ist Sein Wort (Joh. 5, 39 und Apg. 10, 43 u. v. a.).

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Erwählung, Glaubensleben & Wandel, Lehre  |  548 x gelesen

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Die Berufung Abrahams (2)

Die praktisch-erbauliche Bedeutung

Was hat uns die Geschichte Abrahams zu sagen? — Welchen Wert hat sie für unser praktisches Leben? — In welcher Weise dient sie zu unserer Erbauung, oder welchen moralischen Nutzen haben wir von ihrer Betrachtung?

Die Schrift gibt uns in Galater 3, 9 eine Antwort auf diese Fragen. Alle Gläubigen werden mit dem gläubigen Abraham gesegnet. Er ist das Musterbeispiel, an dem Gott Seinen Grundsatz zur Darstellung brachte: “Gerechtfertigt aus Glauben.” Wer auf die Rechtfertigung aus Glauben Anspruch erhebt, tut gut, sich die göttliche Erziehungsweise am Leben Abrahams anzusehen. In derselben Weise erzieht Gott alle Gläubigen, mögen die Umstände in ihrem Leben noch so verschieden sein. “Es ist aber nicht allein seinetwegen geschrieben, daß es ihm zugerechnet werden soll …” (Röm. 4, 23.24, siehe auch das ganze Kapitel).

So deutlich fordert uns Gott auf, das Leben Abrahams glaubend zu erforschen! Dieser Hinweis ist beschämend genug für uns, weil darin die ausgesprochene Voraussetzung liegt, daß wir von Natur aus daran gewöhnt sind, die Geschichten des Alten Testamentes rein historisch zu lesen, so, als ob sie alle nur die dort genannten Personen angingen. Und doch bekommt der Timotheus gesagt, daß in dem Wissen dieser alttestamentlichen Schriften ein großes Vermögen steckt, eine Macht, die wirksam wird zu unserem Heil, wenn sie nur glaubend erkannt und angewandt wird. Denn alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützt uns zu mancherlei Teilzwecken, auf daß der eine große Endzweck Gottes mit uns erreicht werde, den Gottmenschen in uns vollkommen zu machen, zu jedem guten Werke völlig geschickt (2. Tim. 3, 15-17).

Schon dieser umfassende Hinweis auf sämtliche Schriften des Alten Testamentes sollte uns genügen, das Leben Abrahams nach der Seite zu betrachten, welchen Wert es für die Entwicklung des Glaubenslebens in uns hat. Wieviel mehr aber sollte uns die obengenannte Stelle in Römer 4 direkt dazu anleiten, dieses Musterbeispiel Gottes für die Erziehung des Glaubens genau zu erforschen; denn es ist ja nicht allein seinetwegen geschrieben, sondern auch unsertwegen.

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Erwählung, Glaubensleben & Wandel, Lehre  |  263 x gelesen

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Was sagt die Schrift vom Adler?

(Nach einer Tonbandaufnahme eines Dienstes in Hamburg)

Meine Brüder, meine Schwestern, ihr Heiligen und Geliebten in Christo Jesu!

Wenn ich im Laufe dieser Woche heute zum letztenmal zu euch reden darf, so tue ich es freudig bewegten Herzens. Ich weiß, daß die Botschaft von dem ganzen Christus, dem Haupt und den Gliedern, euch aufleuchtete und lebendig wurde. Gott ließ Sein Wort uns groß und kostbar werden. Heute nachmittag sahen wir, daß oft in zwei bis drei Versen der Schrift das ganze Heilsprogramm niedergelegt ist. Wir haben erkannt, daß das Alte und Neue Testament von Christus zeugt und uns das Strahlbild des Sohnes Gottes erkennen läßt, und wie scheinbar nebensächliche Bemerkungen große Bedeutung gewinnen, wenn uns erst einmal das Auge des Geistes dafür geöffnet ist.

Laßt mich nun versuchen, euch noch ein Schlußwort zu sagen, indem ich euch zeige, wie Gott rettet, leitet und vollendet. Dazu möchte ich eines der Hunderte von Bildern zugrunde legen, die die Schrift anwendet.

Hören wir ein Wort aus 2. Mose 19, 4: “Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe, wie ich euch getragen auf Adlers Flügeln und euch zu mir gebracht habe.” Gott vergleicht sich hier mit einem Adler. Halten wir das zunächst einmal fest. Dazu lese ich 5. Mose, 32, 11: “Wie ein Adler sein Nest zerstört”, so heißt es wörtlich, also nicht aufstört, sondern zerstört, “über seinen Jungen schwebt, seine Flügel ausbreitet, sie aufnimmt, sie trägt auf seinen Schwingen, so leitete ihn der Herr allein.” Der Adler zerstört sein Nest, damit die Jungen herauspurzeln und fliegen lernen. Verstehen wir jetzt in unserem Leben manches Weh, manche dunkle Führung, die wir früher nicht begreifen konnten? Hat Gott auch dir das Nest deiner Behaglichkeit und deine natürlichen Sicherungen weggenommen, damit du dich ganz auf Ihn und auf nichts anderes verlassen lernst?

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Lehre  |  549 x gelesen

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Die Taube des Noah als Vorbild auf Christus — Eine Vorausdarstellung der vier Advente Christi und Gottes

Christus ist die Mitte aller Schrift. Von Ihm ist sie gegeben worden, und von Ihm zeugt sie auch in allen ihren Teilen (Joh. 5, 39; Luk. 24, 27.44 u. a.). Vom ersten Verse der Bibel an, in dem Er bereits als der schöpferische “Logos” (= Wort) in Erscheinung tritt, ohne den auch nicht eines geworden ist, das geworden ist (Joh. 1, 3), bis zu ihrem Schlußvers in Offb. 22, 21, der wiederum auf Ihn hinweist, gibt es keine einzige Aussage, keinen Namen, keine Handlung, die nicht irgendwie von Ihm abhängt, zu Ihm hinleitet oder gar Ihn darstellt, ob das unsere immer noch weitgehend gehaltenen Augen bereits erkannt haben oder nicht.

So wird Er, unser Herr, auch im sogenannten Alten Testament weit häufiger bezeugt und dargestellt, als man gemeinhin weiß oder ahnt. Nicht nur die erhöhte eherne Schlange oder der goldene Deckel auf der Bundeslade, nicht nur der vom großen Fisch verschlungene Jona oder der Fels in der Wüste, nicht nur Opfer und Priester, Könige und Propheten schatten Ihn ab und verkündigen Sein Tun und Sein Wesen. Auch in ganz unscheinbare, meist als nebensächlich angesehene und abgetane Züge Seines Wortes hat Gott kostbare Christusvorbilder verwoben, die aber nur erkennen kann, wer liebend danach sucht und dann vom Heiligen Geiste erleuchtete Augen des Herzens erhält. —

Bevor wir uns eine kostbare Lehrwahrheit der Schrift auf solche bildliche Weise anschaulich machen lassen, sei diese kurz lehrmäßig begründet. Denn alle typische, symbolische oder allegorische Wortdarbietung kann ja nie Beweise führen oder lehrmäßig Neues bringen, sondern immer nur das lehrmäßig überlieferte erhärten: und veranschaulichen. Wo sie mehr will, überschreitet sie die ihr gebotene Grenze.

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Heilsgeschichte  |  294 x gelesen

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Zurück zur Symbolsprache der Bibel

Der Sinn der Symbolsprache

Das Wort Symbol kommt von dem griechischen Verbum sym-ballein und hat die Bedeutung von zusammenfügen, zusammenschließen. In der Symbolsprache werden ein geistiger Inhalt und eine sinnhafte Anschauung miteinander verbunden, wobei die Entsprechung durch die Worte “wie” oder “gleich wie” hergestellt wird. Alles Gedachte gewinnt dadurch ganz von selbst an Plastik, Farbigkeit und Tiefe. Das Gegenteil zur Symbolsprache ist die abstrakte Rede, die auf bildhafte Veranschaulichung verzichtet. Dazu einige Beispiele!

Ein ethischer Imperativ lautet: Meide das Arge, laß dich von der Macht des Bösen nicht überwältigen! Die Symbolsprache umschreibt diese Maxime mit den Worten: “Seid nüchtern und wachet, denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, welchen er verschlinge. Dem widersteht fest im Glauben!” Das gnadenhafte Wunder, daß Gott für uns da sein will, kann wiedergegeben werden: Gott sagt Ja zu uns, er läßt uns gelten, wir dürfen kommen, wie wir sind. Die Symbolsprache der Bibel bezeugt die Liebeszuwendung Gottes in Bild und Gleichnis: “Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, so ihn fürchten.” — “Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.”

Die so schwer in Worte zu fassende Hoffnung auf eine Vollendung aller Dinge lautet in der theologischen Fachsprache: Wir dürfen mit Vertrauen in die Zukunft blicken. Die Johannesoffenbarung schildert die eschatologische Erwartung in leuchtenden Farben: “Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dein Himmel herabfahren, bereitet wie eine geschmückte Braut ihrem Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen” (1. Petr. 5, 8; Ps. 103, 13; Jes. 16, 13; Offb. 21, 2).

Weil Gott in einem Lichte wohnt, da niemand zukommen kann, darum wird die menschliche Sprache immer unzureichend bleiben, um das Wahrheitsgut der Ewigkeit adäquat auszudrücken. Das symbolische Wort aber, darin dem mythischen Erzählen von Gott verwandt und vergleichbar, erweckt Ahnungen von dem Unsagbaren, das alles Denken übersteigt. Was die Begriffe der reinen Vernunft nicht hergeben, das wird der Seele in sinnlich faßbarer Gestalt nahegebracht.

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Autor: Köberle, Adolf, Prof. Dr. | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Wort Gottes (Bibel)  |  465 x gelesen

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