Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Wichtige Zugeständnisse eines Vertreters der Lehre von der endlosen Qual

Vor einiger Zeit sandte uns ihr Verfasser eine kleine Schrift zu, die in knapper, deutlicher Form bieten will, was ein Christ von den sogenannten “letzen Dingen” wissen kann und soll. Der Verfasser ist uns ein lieber persönlicher Freund, ein hochgeschätzter, erfahrener Forscher auch im Wort der Weissagung, vor allem ein lauterer, unbestechlicher Zeuge für die unantastbare Göttlichkeit und Oberhoheit der ganzen Schriftoffenbarung.

Das Schriftchen bildet einen Teil eines größeren Buches über die “Hauptstücke der christlichen Wahrheit”, das kürzlich von berufenen evangelischen Männern als ein kräftiges Zeugnis angesichts der gegenwärtigen religiösen Krise herausgegeben wurde. Es darf somit jener Schrift wohl eine mehr als gewöhnliche Bedeutung zugemessen werden.

Dieselbe beschäftigt sich auch mit der heute brennend gewordenen Frage nach der “ewigen Qual”. Allerdings widmet sie derselben nur etwas über eine Druckseite. Das steht aber zu der Zahl der behandelten Gegenstände in einem ziemlich guten Verhältnis. Auf diesem nicht sehr weiten Raum werden etliche Zugeständnisse gemacht, die uns hier beschäftigen sollen. Dieselben werden ja nicht als ausschlaggebend oder entscheidend gegen die Lehre von der ewigen Qual angesehen, sondern es wird ihnen mit einer um so bemerkenswerteren Beweislegung begegnet, wobei als Endergebnis der bezeichnende Satz erfolgt:

    Dann wird sich enden solche Pein,
    Wenn — Gott nicht mehr wird ewig sein.

Die erste Frage des Verfassers, der wir uns zuwenden, lautet:

Ist denn ewige Verdammnis überhaupt denkbar?

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Allversöhnung, Apologetik, Lehre  |  1,193 x gelesen

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Offene Briefe an Modersohn und Nagel

1. An Herrn Pastor Ernst Modersohn, Bad Blankenburg
2. An Herrn Prediger Gustav Nagel, bzgl. “Die Wiederbringung aller Dinge”, 1921
3. An Herrn Prediger Gustav Nagel, bzgl. “Der Zusammenbruch gegen die Wahrheit der Allversöhnung”, 1921

1. Offener Brief an Pastor Ernst Modersohn:

Teurer Bruder!

Ein Freund sandte mir die Nr. 16 Ihres Blattes “Heilig dem Herrn”, in welcher Sie nachzuweisen versuchen, dass die Ihnen “in verschiedenen Briefen entgegengehaltenen Schriftstellen”, wie Eph. 1, 10; 1. Kor. 15, 22; Kol. 1, 19.20 u. a. m. nicht nur der Lehre von der endlosen Verdammnis nicht widersprechen, sondern dass keine einzige von ihnen die Wiederbringungslehre ergebe.

Wenn ich hier diese Ihre Stellungnahme zu den betreffenden Schriftworten auf ihre Stichhaltigkeit untersuche, so geschieht das, weil ich glaube, das der von mir vertretenen herrlichen Wahrheit, dann aber auch Ihnen und Ihren Lesern vor dem Herrn schuldig zu sein.

Zum ersten ziehen Sie aus Eph. 1, 10 die Folgerung: “Weil alles in Christo zusammengefasst wird, beides, das im Himmel und auf Erden ist, eben deshalb muss diese Zusammenfassung unter sein Haupt, unter seine Herrschaft für die entschiedenen Gottlosen ewige Qual bedeuten.” Ist diese Deutung und Folgerung der Analogie der Schrift gemäß? Dieselbe redet öfters von dem “Haupt” in einem allen ganz verständlichen Bilde. Wird ein einfacher Mensch, der die gottgewollten Beziehungen seines Hauptes zum eigenen Gesamtorganismus begreift, je auf den Gedanken geraten, in seinem Organismus gäbe es Teile oder Gliedmaßen, die dem Haupt widerwillig unterworfen seien? Wo die Schrift den Mann das Haupt des Weibes nennt, ist da Raum für die Vorstellung qualvoller Unterwürfigkeit? Wo sie Christum als Haupt seines Leibes, seiner “Fülle” darstellt, ist da nicht die einzig mögliche Vorstellung die einer vollkommenen, organischen Harmonie und eines unlöslichen Zusammenschlusses? Mit welchem exegetischen Recht missachten Sie diese lückenlose Analogie der Schrift im Gebrauch des Begriffes “Haupt” da, wo dieser so einfache und fassliche Begriff auf “alles im Himmel und auf Erden” angewendet wird? Sie vollziehen damit eine Zerstörung dieses kostbaren biblischen Symbols und setzen eine Hauptschaft Christi über das All, die das Gegenteil dessen wäre, was in dem übrigen Schriftgebrauch darunter verstanden sein will und kann.

Zugleich geraten Sie in unlöslichen Widerspruch mit einer der hellsten biblischen Darlegungen, wie diese Hauptschaft Christi über das All zu denken sei, nämlich mit Phil. 2, 11, wo Paulus erklärt, dass alle Zungen (im Himmel, auf Erden und unter der Erde) bekennen werden, dass Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes, des Vaters. Auch hier ist die exegetische Lage überaus einfach. Das vom Apostel gebrauchte, durch “ex” verstärkte “homologein” kommt (verstärkt und einfach) im Neuen Testament, außer hier, noch 36-mal vor. Das ist häufig genug, um mit großer Sicherheit feststellen zu können, in welchem Sinn das Zeitwort vom Heiligen Geist gebraucht wird. An der Hand einer griechischen Konkordanz können Sie sich bald überzeugen, dass in keinem einzigen Fall diesem Wort die Vorstellung eines widerwilligen, gar erzwungenen Bekennens eignet. Diese Vorstellung muss, entgegen der geradezu zwingenden Analogie, in Phil. 2, 11 erst hineingetragen werden.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Allversöhnung, Apologetik, Lehre  |  1,114 x gelesen

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Ein offenes Wort zu Pastor Thimme’s Kritik meines Buches von der Allversöhnung in Christus

Zur Erklärung dieser Veröffentlichung

In Nr. 47 und 48 (1916) des Gemeinschaftsblattes “Auf der Warte” erschien eine Kritik meines Buches von der “Allversöhnung in Christus” aus der Feder von P. Thimme, Marburg, unter dem Titel “Ein neues Evangelium”. Da diese die Schranken einer sachlichen Rezension nicht beobachtete, richtete ich gleich nach Erscheinen des ersten Teils, Nr. 47, die Anfrage an die Schriftleitung, wieviel Raum man mir zu einer Antwort auf diese Angriffe gestatten werde. Darauf erhielt ich folgenden Bescheid:

    Neumünster, 23. November 1916

    “Wir danken ihnen bestens für ihre wertvolle Anfrage,
    müssen Ihnen aber zu unserm Bedauern mitteilen,
    dass es uns aus gewissen Bedenken nicht möglich ist,
    eine Entgegnung in unserm Blatt zu gestatten.”

Inzwischen schrieb ich das “Offene Wort zu P. Thimme’s Kritik”, da ich es für selbstverständlich hielt, dass “Auf der Warte” dasselbe aufnehmen werde.

Als ich aber den abschlägigen Bescheid erhalten hatte, sandte ich das Manuskript an P. Thimme, appellierte an sein Billigkeitsgefühl und bat ihn, die Redaktion zu veranlassen, mich zu Wort kommen zu lassen. Falls diese auf ihrer Weigerung beharre, würde ich einen andern Weg finden, meine Entgegnung vor das christliche Publikum zu bringen. Im gleichen Sinn benachrichtigte ich auch die Redaktion und ersuchte sie, das Manuskript an das Traktathaus, Bremen, zu befördern, von wo aus dasselbe vor die Öffentlichkeit gebracht werden würde.

Zu meinem Bedauern hat “Auf der Warte” endgültig abgelehnt, mir seine Spalten zu öffnen, und im folgenden haben die Leser genau und unverkürzt vor sich, was ich durch P. Thimme der Redaktion zur Veröffentlichung zugedacht hatte.

Ein Kommentar zu solchem Verfahren eines führenden Gemeinschaftsblattes ist überflüssig.

Kilchberg, Zürich

E. F. Ströter


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Offenes Wort

Die ziemlich umfangreiche Kritik des hochgeschätzten Bruders hat nicht nur mich enttäuscht, sie muss auch viele überzeugte Vertreter der von mir abgelehnten und bekämpften Lehre von der endlosen Höllenqual enttäuscht haben. Die von ihm selbst unbestrittene Wichtigkeit des Gegenstandes erheischte eine gründliche, sachliche Behandlung namentlich der biblischen Fragen. Statt dessen überwiegt in den Ausführungen des Bruders das formale und persönliche Moment. Die wirklich sachliche Beleuchtung steht dazu in keinem richtigen Verhältnis.

So werde ich bezichtigt, meine Arbeit sehr hoch einzuschätzen. Drei volle Spalten bringen Stichproben meiner Leidenschaftlichkeit und Schwarzfärberei in der literarischen Darstellung, meiner Unkeuschheit in der Exegese u. a. m. Es wird behauptet, das sei der allgemeine Charakter des Buches. Es sei geschrieben im hochgespannten, um nicht zu sagen im überspannten Bewusstsein einer reformatorischen Tat. Eine ganze Spalte dient trüben Voraussagen über die unheilvollen Wirkungen, die mein Buch, das Schule machen werde, wie einst Pastor Pauls Fündlein, im Gefolge haben müsse. Der Schwerpunkt christlicher Reichgottesarbeit werde von der Mission und Evangelisation auf Pflege der Erkenntnis der Gemeine Gottes verlegt. Eine Erlahmung der Evangelisation sei unausbleiblich. Ich selbst werde als Belegexempel vorgeführt, ich sei meiner eigentlichen Aufgabe verloren, vom Satan auf ein totes Geleise gelockt und unschädlich gemacht.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Allversöhnung, Apologetik  |  941 x gelesen

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