Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Vom Reden mit Gott zur Anbetung

Ein Gottesmann hat einmal folgenden Satz ausgesprochen: “Am Gebet müssen wir das Beten lernen, so wie einer am ABC das Lesen lernt. Wir zwingen uns zum Gebet, damit es uns zwinge, und lassen nicht von ihm, bis es uns segnet und der Erhörung gewiß macht.” Das ist eine kräftige Sprache, und wir müssen dieses “Zwingen” vom inneren Menschen her auffassen. Spurgeon hat es einmal ähnlich ausgedrückt. Er meinte, daß es nichts Besonderes ist, mit Gott zu sprechen, wenn wir in Gebetsstimmung sind; wenn wir aber nicht in der inneren Verfassung sind, dann sei es gefährlich, in einem so ungesunden Zustand zu verharren. Gerade dann dürfen wir uns im Gebet mit dem HERRN vereinen.

Diese Feststellung hat etwas mit der Aufforderung des Apostels Paulus zu tun: “Übe dich selbst in der Gottseligkeit” (1. Tim. 4, 7). Darin sei jeder Tag dem Herrn geweiht. Das ist die Voraussetzung, daß wir auch bei schweren Führungen die erfahrbare Kraft Gottes als Realität erleben. Die innige Lebensgemeinschaft, die alles mit IHM bespricht, trägt hindurch. Da dürfen wir in den kleinsten Dingen des Alltags gespannt sein, wie wir von der Größe Gottes getragen werden. Beschämt können wir dann feststellen, wie klein wir oft von dem großen Gott denken! In der beständigen Gebetsverbindung mit IHM als Lebenshaltung ist unser Christsein durchaus keine langweilige Angelegenheit, sondern hochinteressante Führung und göttliche Leitung.

Unser Reden mit Gott ist Gespräch auf höchster Ebene

Beginnt und endet bei uns jeder Tag mit der Lagebesprechung vor Gott, der in Jesus Christus unser himmlischer Vater ist?

Das überwältigt mich stets neu: Wir haben im Glauben Zugang zur höchsten “Weltraumbehörde”, zur höchsten Autorität, zum Herrn aller Herren (Hebr. 4, 16). Tag und Nacht haben wir jederzeit Audienz bei DEM, der alles in Seinen Händen hat. Wenn wir davon Gebrauch machen, verläuft unser Leben in Bahnen göttlicher Dimensionen. Das ist unser Lebenselement: Im Geist und in der Wahrheit vor Gott zu stehen (Joh. 4, 24), im Dialog mit IHM Seinen Willen zu erfragen und auf Seine Antwort zu lauschen.

Gebete sind Zwiegespräche mit dem lebendigen Gott und keine frommen Selbstgespräche, keine Autosuggestion, keine fromme Leistung, kein religiöses Gehabe, kein egozentrisches Wünschen, kein Selbsteinreden von Mut! In den Evangelien erkennen wir ergreifend, wie das Leben Jesu eine beständige Zwiesprache mit dem himmlischen Vater war (Joh. 5, 19; 8, 29). Als der Sohn des Vaters war ER sich stets gewiß, daß Sein Beten erhört wird. Als Söhne des Vaters — die Glieder des Leibes sind zur Sohnschaft berufen — dürfen wir uns ebenso der Erhörungsgewißheit erfreuen.

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Autor: Bayer, Rupprecht | Kategorie(n): Anbetung, Andachten, Glaubensleben & Wandel  |  758 x gelesen

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Der prophetische Inhalt des Vaterunsers

Wir schicken der hier versuchten Auslegung des Gebetes, das Jesus seine Jünger lehrte, die Bemerkung voraus, daß wir uns der bedeutenden Abweichung dieser Auffassung desselben von der seit Jahrhunderten herkömmlichen wohl bewußt sind. Wir können aber darin keinen genügenden Grund erblicken, mit derselben zurückzuhalten. Umsomehr, da es unsere tiefe Überzeugung ist, daß die herkömmliche Lesung des Vaterunsers im engsten Zusammenhang steht mit, ja hervorgewachsen ist aus der ebenfalls seit Jahrhunderten beliebten Art, die Schrift unter falschen Voraussetzungen zu lesen, speziell alles, was in der Schrift auf Israel geredet ist, ohne weiteres auf die Gemeinde aus den Völkern, den Leib Christi zu übertragen.

Es muß dem vorurteilslosen Leser der Schrift von vornherein klar sein, daß ein Gebet, das Jesus seine Jünger, und zwar bereits in der Bergpredigt, d. h bald nach seinem ersten öffentlichen Auftreten lehrte, mit Fug und Recht ebenso wenig auf die spätere Gemeindezeit und -haushaltung bezogen werden kann, wie jener deutliche Befehl an dieselben Jünger: “Gehet nicht auf die Straßen der Heiden, und betretet keine Stadt der Samariter.” Es macht uns gar keine Schwierigkeiten, uns von der heutigen Ausführung eines solchen Befehles loszusprechen. Oder wiederum, was hat der Leib Christi, sofern er sich aus den Völkern bildet, und gar nicht unter dem Gesetz, sondern nur unter der Gnade steht, mit jenem andern Wort der Bergpredigt zu schaffen, das vom “Tun und Lehren eines dieser kleinsten Gebote” im Gesetz Moses handelt, obwohl ihm dieselben überhaupt nie gegeben sind noch gelten, sondern nur Israel?

Daß weitaus der größte Teil der Christenheit, auch der wahrhaft Gläubigen das Vaterunser unbedenklich zum eigentlichen Gemeindegebet gemacht hat, schließt den Irrtum nicht aus. Ebenso wenig ist eine Rechtfertigung einer solchen Übertragung desselben auf die Gemeinde darin zu finden, daß man sagt, sein Wortlaut vertrage dieselbe aber sehr gut. Der Wortlaut jenes andern Befehles des Herrn an die Zwölfe: “Nehmet weder Gold noch Silber, noch Erz in eure Gürtel, keine Tasche auf den Weg, auch nicht zwei Röcke …” (Matth. 10, 9.10). könnte eine solche Übertragung bis in die Gegenwart schließlich auch ganz gut vertragen, hat sie aber aus guten Gründen nicht gefunden.

Am lautesten aber redet der Umstand hier, daß dieselbe Christenheit, die sich mit so großer Vorliebe des Vaterunsers für ihre Liturgie bemächtigt hat, an den Gebeten, die der Heilige Geist dem Apostel des Leibes Christi gerade für die gläubige Gemeinde des gegenwärtigen Zeitalters gegeben hat, vorübergeht, und eine kultische und liturgische Verwendung derselben fast nicht kennt. Wir meinen die herrlichen Gebete in Eph. 1, 15-21; 3, 14-19 und Kol. 1, 9-15. Uns ist wenigstens in Europa und Amerika keine Kirchengemeinschaft bekannt, welche in ihrem öffentlichen Gottesdienst auch nur annähernd mit derselben Häufigkeit jene apostolischen Bitten vor die Gläubigen bringt, mit der sie sich des Vaterunsers bedient.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Anbetung, Das prophetische Wort, Lehre, Schriftteilung  |  702 x gelesen

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Eli, Eli, lamah asabhtani?

Eine Betrachtung des 22. Psalm im Hinblick auf Not, Kampf, Lob und Sieg des gekreuzigten Christus

Auf dem Wege nach Emmaus machte der auferstandene Herr die Herzen zweier Jünger brennend, indem Er u. a. sie belehrte: «Mußte nicht der Christus dies leiden und in Seine Herrlichkeit eingehen? Und von Moses und von allen Propheten anfangend, erklärte Er ihnen in allen Schriften das, was Ihn betraf.» Am späten Abend desselben Tages noch — die beiden «Emmaus-Jünger» waren gleich nach dem Brechen des Brotes, bei dem sie den Herrn erkannt hatten, obwohl der «Tag sich schon geneigt hatte», die zweieinhalbstündige Wegstrecke nach Jerusalem zurückgekehrt — erscheint Jesus Seinen in Jerusalem versammelten Jüngern und spricht zu ihnen: «Es muß alles erfüllt werden, was über mich geschrieben steht in dem Gesetz Moses und den Propheten und Psalmen … Also steht geschrieben und also mußte der Christus leiden und am dritten Tage auferstehen aus den Toten …» (Luk. 24, 26.27.44.46).

Mit diesen bedeutsamen Abschiedsworten bestätigte der Auferstandene den Seinen, was Er ihnen schon früher gesagt hatte (Joh. 5, 39): «Ihr erforschet die Schriften (des Alten Testaments), denn ihr meinet, in ihnen ewiges Leben zu haben, (aber ihr überseht dabei die unabdingbare Voraussetzung, unter der allein die Schriften Leben vermitteln können, nämlich die:) und sie sind es, die von mir zeugen».

Von Jesus, dem Christus, dem Gesalbten Gottes, dem Messias, zeugen mehr oder weniger alle Schriften des Alten Testaments — erst recht natürlich die des Neuen Testaments. ER ist Hauptinhalt und Mittelpunkt der gesamten heiligen Schriften. Erst von dieser Mitte aus wird alle Schrift lebendig. Ohne diese Mitte kann man wohl manches Sachkundige und Sachdienliche aus der Bibel erfahren — man kann damit im Bibel-Quiz gewinnen oder auch salomonische Erzgruben wiederentdecken —, aber man empfängt kein Leben, kein Gottesleben, denn dieses steckt nicht im Buchstaben (er allein vermittelt nicht nur kein Leben, sondern «tötet» sogar!), sondern allein im lebendig machenden Geist. Dieser Geist weht uns an, indem wir IHM in den Schriften begegnen; und umgekehrt: sooft die Schriften uns den Gesalbten lebendig machen, empfangen wir Geist und Leben.

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Anbetung, Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Gerichte Gottes, Wort Gottes (Bibel)  |  839 x gelesen

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Das Gebet des Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist

Gebetserfahrungen in schwerer Krankheitsnot

Jeder Gläubige kann unerwartet und plötzlich in ernste, seine ganzen Verhältnisse bedrohende Notlagen kommen. Das können unvorhergesehene Erschütterungen im Berufsleben, Enttäuschungen in Freundschaft, Liebe und Ehe, es können aber auch schwere Erkrankungen sein, die die Frage aufkommen lassen, ob damit der letzte Abschnitt des Lebens gekommen sei. Eine solche Situation bedeutet eine klare Bewährungsprobe des Glaubens. Der Glaubens-Anfänger wird, von menschlicher Todesfurcht erfüllt, flehentliche Gebete um baldige Wiederherstellung der Gesundheit zum Himmel senden. Der Erwachsenen-Stand im Glauben wird den fleischlichen Lebenswillen auch empfinden, aber die Glaubensprobe erkennen und sich im Gebet die völlige Ergebung in Gottes Willen schenken lassen auch für den Fall, daß Gott als der Herr über das Leben Seiner Kinder beschlossen habe, ihn aus diesem Leben abzuberufen. Indem er dieser Möglichkeit klar ins Auge schaut, wird er nicht ruhen, bis er die völlige Ergebung in Gottes Willen erreicht hat. Muß man sich nicht eingestehen, daß man oft mit dem Dichter gesungen hat:

    “Deiner Führung folg ich still;
    wie Du willst, nicht wie ich will”?

Hat man nicht geglaubt oder sogar verkündet, daß wir durch Leiden in die himmlische Heimat, in die ewige Herrlichkeit eingehen? Hat der Glaube nicht die Verheißung, daß Christus dem Tod die Macht genommen hat? Hat man in der Zeit des Wohlergehens diesen Glauben betont und sollte man in der Bewährungsprobe versagen? — Wo noch Anwandlungen des natürlichen Menschen sich bemerkbar machen, wird dem Gebet um völlige Ergebung in den göttlichen Willen die Gnade der Erhörung nicht versagt bleiben.

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Autor: Liede, Friedrich | Kategorie(n): Anbetung, Hingabe  |  970 x gelesen

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Das glückselige Geheimnis der Anbetung

(Abschrift einer Tonbandaufnahme eines Wortdienstes in München)

Meine Brüder und Schwestern, ihr Heiligen und Geliebten Gottes!

Wir wollen heute abend von etwas reden, von dem nur wenige wissen. Auch viele Fromme verstehen das nicht. Um klarzumachen, was das heißt: »Das glückselige Geheimnis der Anbetung«, um das einigermaßen ins Licht zu rücken, möchte ich zurückgreifen auf das Urbild der Beziehungen der Schöpfung zu Gott, auf das unerschöpfliche Urbild und Vorbild: die Stiftshütte in der Wüste.

Sie bestand aus drei Teilen: dem Vorhof, dem Heiligtum und dem Allerheiligsten. Und nun könnten wir darüber eine Fülle wunderbarer Beziehungen aufdecken, aber ich will von den Hunderten von Schriftzusammenhängen, die hier zu nennen wären, nur einen herausgreifen und sprechen

von der Ich-Linie der Errettung im Vorhof,
von der Du-Linie des Dienstes im Heiligtum und
von der Er-Linie der Anbetung im Allerheiligsten.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Anbetung, Lehre  |  580 x gelesen

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Acht gewaltige Gebete der Schrift, die aus nur zwei Worten bestehen

(Wortdienst in Stuttgart-Heslach am 03.10.1971)

Meine Brüder, meine Schwestern,
Ihr Heiligen und Geliebten und Ersehnten Gottes,

das Thema, das ich Euch heute bringen darf, werdet Ihr vielleicht als eigenartig empfinden. Wenn Ihr aber bedenkt, daß der Herr Jesus davon redet, daß Pharisäer und Schriftgelehrte meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen (was aber nicht der Fall ist), während auf der anderen Seite die Schrift in wunderbaren, herzergreifenden Zusammenhängen ganz kurze Gebete enthält, die nur aus zwei Worten bestehen, die tatsächlich erhört werden, dann ist das Thema wohl gerechtfertigt.

Dabei sind die meisten dieser Gebete, die ich Euch jetzt nennen möchte, dem Liederbuch des Alten Testaments entnommen — dem Psalter. Es ist immer wieder ergreifend, zu beobachten, daß Gott nicht auf die Länge unserer Gebete oder die Wucht unserer Worte, sondern auf die Stellung unserer Herzen sieht. Zwei Worte — nur zwei Worte — können Gewaltiges aussagen und die Verheißung haben, daß sie erhört werden. Ich möchte Euch darauf hinweisen, daß in diesen acht kurzen Gebeten, über die ich sprechen möchte, die Entwicklung unseres Glaubenslebens von den Anfängen — den Fundamenten — bis hinein in die Vollendung dargestellt wird.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Anbetung, Wort Gottes (Bibel)  |  550 x gelesen

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Betet allezeit

“… allezeit beten und nicht lässig werden …” (Luk. 18, 1)

Beten ist die Hauptarbeit der Gläubigen. Das Gebet soll die Einleitung zu jeder anderen Arbeit sein und es muss die Gewähr für einen rechten Fortgang und für die gottwohlgefällige Vollendung jeder Arbeit sein. Ohne Gebetsarbeit fruchtet kein Bibellesen, gedeiht kein Bibellesen, erfüllt sich kein Berufsleben. Kulturarbeit tun ist der stolze Lebensausdruck der Kinder dieser Welt. Gebetsarbeit hingegen ist der besondere Lebensausdruck der Kinder Gottes. Ich sage ausdrücklich: “Lebensausdruck der Kinder Gottes”, denn viele meinen, das Beten sei nur ein Vorrecht der Kinder Gottes. Gewiss ist es das auch. Aber wäre es nur das, dann wäre es zu wenig.

Von einem Vorrecht kann man Gebrauch machen, wie es einem beliebt. Beten oder nicht beten ist aber nicht in unser Belieben gestellt, sondern allezeit zu beten ist der treuste, notwendigste und unverlierbarste Ausdruck unseres neuen Lebens aus Gott und ist darum, wie gesagt, unsere Hauptaufgabe vor und für Gott.

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Autor: Binde, Fritz | Kategorie(n): Anbetung, Glaubensleben & Wandel  |  749 x gelesen

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