Vom Reden mit Gott zur Anbetung
Ein Gottesmann hat einmal folgenden Satz ausgesprochen: “Am Gebet müssen wir das Beten lernen, so wie einer am ABC das Lesen lernt. Wir zwingen uns zum Gebet, damit es uns zwinge, und lassen nicht von ihm, bis es uns segnet und der Erhörung gewiß macht.” Das ist eine kräftige Sprache, und wir müssen dieses “Zwingen” vom inneren Menschen her auffassen. Spurgeon hat es einmal ähnlich ausgedrückt. Er meinte, daß es nichts Besonderes ist, mit Gott zu sprechen, wenn wir in Gebetsstimmung sind; wenn wir aber nicht in der inneren Verfassung sind, dann sei es gefährlich, in einem so ungesunden Zustand zu verharren. Gerade dann dürfen wir uns im Gebet mit dem HERRN vereinen.
Diese Feststellung hat etwas mit der Aufforderung des Apostels Paulus zu tun: “Übe dich selbst in der Gottseligkeit” (1. Tim. 4, 7). Darin sei jeder Tag dem Herrn geweiht. Das ist die Voraussetzung, daß wir auch bei schweren Führungen die erfahrbare Kraft Gottes als Realität erleben. Die innige Lebensgemeinschaft, die alles mit IHM bespricht, trägt hindurch. Da dürfen wir in den kleinsten Dingen des Alltags gespannt sein, wie wir von der Größe Gottes getragen werden. Beschämt können wir dann feststellen, wie klein wir oft von dem großen Gott denken! In der beständigen Gebetsverbindung mit IHM als Lebenshaltung ist unser Christsein durchaus keine langweilige Angelegenheit, sondern hochinteressante Führung und göttliche Leitung.
Unser Reden mit Gott ist Gespräch auf höchster Ebene
Beginnt und endet bei uns jeder Tag mit der Lagebesprechung vor Gott, der in Jesus Christus unser himmlischer Vater ist?
Das überwältigt mich stets neu: Wir haben im Glauben Zugang zur höchsten “Weltraumbehörde”, zur höchsten Autorität, zum Herrn aller Herren (Hebr. 4, 16). Tag und Nacht haben wir jederzeit Audienz bei DEM, der alles in Seinen Händen hat. Wenn wir davon Gebrauch machen, verläuft unser Leben in Bahnen göttlicher Dimensionen. Das ist unser Lebenselement: Im Geist und in der Wahrheit vor Gott zu stehen (Joh. 4, 24), im Dialog mit IHM Seinen Willen zu erfragen und auf Seine Antwort zu lauschen.
Gebete sind Zwiegespräche mit dem lebendigen Gott und keine frommen Selbstgespräche, keine Autosuggestion, keine fromme Leistung, kein religiöses Gehabe, kein egozentrisches Wünschen, kein Selbsteinreden von Mut! In den Evangelien erkennen wir ergreifend, wie das Leben Jesu eine beständige Zwiesprache mit dem himmlischen Vater war (Joh. 5, 19; 8, 29). Als der Sohn des Vaters war ER sich stets gewiß, daß Sein Beten erhört wird. Als Söhne des Vaters — die Glieder des Leibes sind zur Sohnschaft berufen — dürfen wir uns ebenso der Erhörungsgewißheit erfreuen.
Autor: Bayer, Rupprecht | Kategorie(n): Anbetung, Andachten, Glaubensleben & Wandel | 758 x gelesen


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