Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Biblische Beweisführung über das Ende der “Hölle”

Vorbemerkung von Heinz Schumacher:

Nachdem in jüngster Zeit in christlichen Publikationen mehrfach von der »Hölle« die Rede war, wollen auch wir uns des Themas annehmen. Vorab sei angemerkt, dass das Wort »Hölle« in der Bibel überhaupt nicht vorkommt, wohl aber ist die Rede von der Gehenna (u. a. in Matth. 5, 22.29; 10, 28; 23, 33; Mark. 9, 43.45.47), vom »äonischen Feuer« (u. a. in Matth. 25, 41; Jud. 7) und vom Feuersee (Offb. 19, 20; 20, 10.14.15; 21, 8). — In der ihm eigenen Gründlichkeit hat Professor E. F. Ströter 1915 das Aufhören der Feuersee-Pein (»Höllenpein«) biblisch bewiesen*. Im Folgenden können Sie diesen Text lesen, leicht gekürzt und mit Zwischenüberschriften versehen. Gewaltige Gedanken in gewaltiger Sprache!

(* In seinem Buch »Das Evangelium Gottes von der Allversöhnung in Christus«, S. 288-307 in der verlinkten PDF-Datei.)


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Als letzter Feind wird der Tod abgetan (1. Kor. 15, 26)

Ein kurzes, knappes, aber ungemein inhaltreiches Wort. Zunächst ist zu bemerken, dass dasselbe in erfrischender Deutlichkeit aufräumt mit der philosophischen Lüge, dass der Tod ein wahrer Freund der armen Menschheit sei, daher der Name »Freund Hein«.

Dass der leibliche Tod unter gewissen Umständen als eine Art Befreiung oder Erleichterung eines schweren, schier unerträglichen Loses voll furchtbarer Schmerzen, Gebundenheiten und dergleichen angesehen werden kann, ist zuzugeben. Aber das gilt auch nur unter gewissen Voraussetzungen, z. B. wenn Christus unser Leben geworden, dann ist Sterben Gewinn (Phil. 1, 21). Gewiss aber nicht in dem Sinne, dass es uns wirkliche Erlösung brächte, sondern nur so, dass wir durch den Triumph dessen, der dem Tode die Macht genommen hat, auch imstande sind, über ihn zu triumphieren, insofern, als er uns nur in die innigere, ungetrübte Gemeinschaft mit seinem Besieger bringen muss.

Dabei steht die Erlösung unsres Leibes aus seinen Banden durch Auferstehung noch aus. Daher betont auch derselbe Paulus, der Sterben als einen Gewinn bezeichnen durfte, mit großer Bestimmtheit: Lieber nicht Entkleidetwerden, d. h. leiblich Sterben, sondern Überkleidetwerden, damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben (2. Kor. 5, 4).

Nein, die Schrift behält unter allen Umständen Recht gegen allen Betrug der Finsternis und Philosophie. Der Tod ist ein Feind des Lebens. Daher ist von einem völligen Triumph des Lebensfürsten in der ganzen weiten Schöpfung nur dann erst die Rede, wenn der letzte Feind, der Tod, ganz aufgehoben sein wird. Und das ist es, was uns dieses Wort in bestimmte Aussicht stellt. Was will es uns sagen?

Man mag sich den Inhalt dieser Verheißung (1. Kor. 15, 26) ausdenken, wie man will, eins ist ganz unabweislich: Sie kann niemals als erfüllt gelten, solange noch irgendwo im ganzen weiten Bereich der Herrschaft des Herrn Jesus irgendein anderer Feind als solcher existiert und sein Wesen hat.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Allversöhnung, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte  |  4,087 x gelesen

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Von der Barmherzigkeit Gottes

Die letzte und tiefste Frage, die ein Geschöpf stellen kann, ist die nach der Gesinnung seines Schöpfers. Wenn ein Kind erst einmal erkannt hat, daß die Eltern es lieben, dann wird sein Herz froh. Aber solange ein verschüchtertes, armes Wesen der Meinung ist, man wolle es nur quälen und ihm jede Freude rauben, gerät es in immer stärkere Liebesnot. Wie oft steht schon in den Augen von Kindern etwas von der Verzweiflung und dem Grauen geschrieben, die weit mehr Menschen an den Rand der Schwermut und des Selbstmordes treiben, als die meisten ahnen. Jeder wirkliche Seelsorger weiß davon Erschütterndes zu erzählen.

Während nun Gott in der Schöpfung seine Weisheit und Macht, in der Geschichte der Völker und des Einzelnen seine Heiligkeit und Weisheit offenbart, enthüllt er in seinem logos, d. h. in dem geschriebenen und Fleisch gewordenen Wort, sein urinnerstes Sein und Wesen. Sein brünstiges Herz sehnt sich danach, sich als der zu offenbaren, der er wirklich und wesenhaft ist. Die heilige Glut seiner Liebe kann und will nicht auf einem weltfernen Altar zu seiner eigenen Ergötzung leuchten. Es drängt ihn, sich selber mitzuteilen, sich gewissermaßen zu vervielfachen, Welten und Wesen ins Dasein zu rufen, um zuletzt alles in allen zu sein.

Erst dann, wenn Gott selbst diese Erkentnis in uns liebend hineingelegt und bleibend eingeprägt hat, vermögen wir sie aus seinem Wort zu ersehen und durch seinen Geist immer tiefer und beseligender zu begreifen. Dann sind auch wir entzündet vom Feuer seiner Vaterinbrunst und brauchen um solche Wahrheiten nicht mehr zu streiten, sondern können darüber anbeten, schweigend in heiligem Liebesvertrauen. —

Eine der charakteristischen Bezeichnungen der Schrift, die uns Gottes innerstes Sein darstellen und enthüllen, ist Barmherzigkeit. Die entsprechenden hebräischen und griechischen Ausdrücke bedeuten so viel wie Mitgefühl. Mitempfinden der Not und des Jammers leidender Geschöpfe. Davon wissen die außerchristlichen Religionen wenig oder nichts. Und wenn sie davon reden, dann nur einseitig und verdunkelt. So lehrt z. B. die griechische Philosophie, daß éleos (Barmherzigkeit) nur dem Edlen, nicht aber dem Grausamen gebühre. Wer ein wenig von den Mythen Griechenlands weiß, wird bestätigen, wie unsagbar rachsüchtig und grausam die sogenannten “Götter” sind. Das ist auch durchaus zu begreifen, wenn man es wagt, das Wort Gottes buchstäblich zu nehmen, das uns lehrt, daß alles, was die Nationen opfern, sie nicht Gott, sondern den Dämonen darbringen (1. Kor. 10, 20).

Wir wollen versuchen, in einigen großen Linien ein Zeugnis von der Barmherzigkeit Gottes zu sagen. Möge dein und mein Herz davon erfaßt, erfüllt und überfließend werden zum Lob und Preis unseres wunderbaren Vaters in Christo Jesu! Wie viel gelöster und beseligter, gottnäher und gottinniger wäre dann unser Denken, Fühlen und Wollen, unser Sinnen und Sein, unser Reden und Tun! Dazu segne der Herr diese kurze Betrachtung! —

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Allversöhnung, Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  1,642 x gelesen

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Todesstrafe und Allversöhnung

Die Frage, ob ein Mensch nur in diesem Erdenleben die Möglichkeit der Buße und Umkehr hat, oder ob Gott auch jenseits von Tod und Gericht noch (oder: wieder) solche Möglichkeit bietet, ist gar nicht so theoretisch, unpraktisch, spekulativ oder weltfremd, wie man es ihr bisweilen nachsagt. Das wurde uns aufs neue bewußt, als wir vor kurzem in der Wochenzeitung “CHRIST UND WELT” in einem aktuellen Aufsatz “Kampf um die Todesstrafe” von Giselher Wirsing (Ausgabe vom 9.10.1964) die folgenden Sätze lasen:

“Die christliche Ethik gibt uns in der Frage der Todesstrafe keine übereinstimmende Auskunft. Sowohl in der protestantischen wie in der katholischen Theologie gibt es prominente Anhänger und Gegner der Todesstrafe. Für ihre Anhänger wird die Strafe zur ‘im Namen der Rechtsordnung ausgeübten heiligen Vergeltungsaktion’, wie der katholische Moraltheologe Wendelin Rauch es formulierte. Ob sich eine solche Deutung mit dem modernen säkularen Staat noch vereinbaren läßt, ist fragwürdig … So hat der Abgeordnete Kühn, Hildesheim, durch dessen Initiative das Problem der Todesstrafe neu aufgerollt worden ist, vor allem theologische Motive angeführt. Er erklärt, für ihn sei der Mensch als Ebenbild Gottes geschaffen; wer diese Ebenbildlichkeit für den anderen in Frage stelle, verwirke sein Recht, das heißt also sein Lebensrecht.

Eine solche Argumentation läßt zunächst völlig außer acht, daß unser Strafrecht nicht auf dem Verwirkungsgedanken aufgebaut ist, nicht darauf also, daß eine der Tat entsprechende Strafart gewählt werden müsse, sondern ein der Schuld entsprechendes Strafmaß. Ethisch läßt sich gegen den Grundsatz der Verwirkung vor allem anführen, daß auch dem schlimmsten Frevler nach der Auffassung des Neuen Testaments noch die Gnade Gottes offenstehen muß. Es wird daher immer zweifelhaft bleiben, wieweit der Staat das Leben des Frevlers auslöschen darf, da die Möglichkeit zu Umkehr, Reue und Buße ja nur bei einem lebendigen Menschen möglich ist und sich auch in der Zeit vollzieht …” (Sperrungen von uns.)

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Allversöhnung, Zeitgeschichte & Politik  |  1,474 x gelesen

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Eine brüderliche Aussprache über das Thema “Allversöhnung”

Um das Jahr 1925 nahm ich mit meiner Frau an einer Freizeit in einem christlichen Erholungsheim teil, in dem zu jener Zeit Pfarrer Dr. Eichhorn wohnte. Er war einer der Führer der bayerischen Gemeinschaftsbewegung.

Den zur Freizeit versammelten Geschwistern hatte ich in früheren Jahren mehrfach gedient. Für diesen Kurs aber hatte ich gebeten, nicht dienen müssen, da ich sehr übermüdet war und einmal ruhen und zuhören wollte. Das ging auch ganz gut bis zum dritten Tage. Da wurde gebeten, zu Br. Dr. Eichhorn in die Sprechstunde zu kommen. Unter den Freizeitteilnehmern waren einige ängstliche Gemüter, denen zu Ohren gekommen war, ich würde die Allversöhnung glauben. Sie fürchteten nun, ich könne schließlich an einem der folgenden Tage doch einmal reden und dann auch über dieses Thema etwas sagen. Darum hatten sie sich an den Kursleiter gewandt und ihn gebeten, er möge mich doch durch Br. Dr. Eichhorn ernstlich verwarnen lassen, damit nichts passiere.

So ging ich denn mit meiner Frau in die Sprechstunde. Der alte Bruder nahm seinen Auftrag sehr ernst. Mit heiliger Strenge wies er darauf hin, welche Verantwortung auf mir liege, wenn ich hier etwas von dieser gefährlichen Irrlehre sagen würde, die doch nur dazu diene, die Leute leichtsinnig zu machen und das Missionsinteresse und den Eifer des Evangeliums zu lähmen. Nahezu eine halbe Stunde ermahnte er mich mit allem Ernst, der ihm zu Gebote stand. Er führte mir die Stellen auf, in denen die Schrift davon redet, dass der Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt, und dass der Herr doch ausdrücklich gesagt habe: “Ihr habt nicht gewollt!” usw.

Als er fertig war — ich hatte ihn nicht unterbrochen — fragte ich, ob ich auch einmal etwas sagen bzw. fragen dürfe. Er bejahte dies.

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Allversöhnung  |  2,937 x gelesen

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Das Evangelium im Weltbankrott

Er ist unaufhaltsam, der Weltbankrott, wenn nicht alle Zeichen trügen. Das ist zum Heulen und Wehklagen auf der einen, zum Jauchzen und Frohlocken auf der andern Seite. Die kulturstolze, ruhmredige, himmelanstürmende Welt des 20. Jahrhunderts mit all den hochgepriesenen Errungenschaften in Wissenschaft, Technik, Industrie und schönen Künsten — auf geradem Weg zum Bankrott. Nicht dass sie selbst das glaubte — bewahre! Es geht ihr wie so manchem Opfer der sog. “weißen Pest”, das sich auf schönster Besserung wähnt, wenn schon die Kirchhofsrosen auf den Wangen glühen. Wie viel kann, wie viel wird man noch leisten! Wir schaffen eine ganz neue Welt, so hat es der amerikanische Präsident mit übers Meer gebracht. Das hat ihm sogar das zusammenbrechende Deutschland geglaubt und daraufhin einen Waffenstillstand angenommen, der in einem Wilson-Frieden enden sollte. Dasselbe Lied singt in Russland und Ungarn der Bolschewismus, und Hunderttausende glauben das und sind bereit, alles Bestehende kurz und klein zu schlagen, um Raum zu schaffen für das “goldene Zeitalter”, das vor der Tür stehe. Ein Mindestmaß von Arbeit und Leistung und die höchsten Löhne. Sechs Stunden an der Drehbank oder Webstuhl, zehn Stunden auf der Bierbank, dem Tanzboden oder im Kino. So leben wir, so leben wir alle Tage. Bekommen wir das nicht, so wird gestreikt. Es lebe die Freiheit, die Kommune, das Proletariat.

Und die großen Herren dieser neuen Welt, die dabei sind, die Landkarte von Europa und etlichen angrenzenden Weltteilen gründlich zu revidieren, und die seit Monaten nicht aufgehört haben, der Welt den Dauerfrieden zu versprechen, was tun die? Die sitzen hinter verschlossenen Türen am grünen Tisch und markten und feilschen, wie man der niedergeworfenen deutschen “Bestie” die Krallen beschneide, dass sie nie wieder wachsen, wie man sie mit Hunger weiter knebeln, ihre unschuldigen Weiber und Kinder auf diesem nicht ganz neuen Weg des eleganten und sehr humanen Massenmordes verelenden und dezimieren kann, wie man aus ihrer Flanke sein Pfund Fleisch herausschneiden kann, ohne dass sie ganz verblute, um dann der erlösten Menschheit das goldene Zeitalter mit unfehlbarer Garantie auf den Präsentierteller zu legen. Denn dann ist der deutsche Militarismus tot, der allein an allem Elend der Welt schuld war. Die Völkerliga wird alles andere bestens besorgen und im besten Stand halten. So hat es ja Präsident Wilson versprochen, und der muss es doch gewiss wissen. Ob es aber dem großen Präsidenten der großen Union (= USA; Anm. J.K.) auch passieren könnte, dass er mit seinen vierzehn Punkten Bankrott macht? Wir können es abwarten. Inzwischen steht geschrieben: “Verflucht ist, wer sich auf Menschen verlässt und hält Fleisch für seinen Arm” (Jer. 17, 5). Damit ist auch ihm und allen seinen lauten und stillen Bewunderern der unausbleibliche Bankrott angesagt von durchaus kompetenter Seite.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Allversöhnung, Heilsgeschichte, Zeitgeschichte & Politik  |  1,264 x gelesen

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Vorbilder der Wiederbringung

Die “Glaubensregel” des Kirchenlehrers Irenäus (140 - 202), der viele Aufsätze gegen Irrlehrer geschrieben hat, enthält den wichtigen Satz, dass Christus kam, “um alles aus dem Verderben wiederzubringen”. In der Tat ist die Wiederbringung oder Zurückführung der gesamten Schöpfung zu Gott der eigentliche Zweck des Erlösungswerkes vom Kreuz. Sünde und Strafe, Tod und Verdammnis entsprechen durchaus nicht dem Wohlgefallen und Wesen unsres Vaters in Christo Jesu. Ihr endloses Fortbestehen wären eine Schmach und ein Schmerz für ihn; eine Schmach, weil sie seine Allmacht begrenzten, und ein Schmerz, weil seine Liebe leiden müsste.

Nichts kennzeichnet das Wesen Gottes besser als die verschiedenen Namen, die er sich selber zulegt. Darum fragte auch Jakob den Mann, der an der Furt Jabbok mit ihm rang, nach seinem Namen (1. Mose 32, 29). Einer der Namen aber, mit denen das inspirierte Wort der Wahrheit Gott bezeichnet, ist “Wiederbringer aus Toten”, wie der genaue Text von Hebr. 13, 20 sagt. “Wiederbringer aus Toten!” Welch eine Fülle von Verheißungen liegt in dieser charakteristischen Bezeichnung Gottes! Der Tod darf nicht immer und endlos seine Beute behalten. Zur festgesetzten Zeit und Stunde und auf die zuvorverordnete Gott geziemende Art und Weise muss der Tod alles heraus- und zurückgeben, was er je verschlungen hat. Christi Auferstehung war Anbruch und Angeld dafür. Der Herr ist ja nicht der Einziggeborene, sondern der Erstgeborene aus den Toten. Das will sagen, dass es noch Spätgeborene, Nachgeborene gibt. Und wenn einmal dem Tod alle seine Beute entrissen ist, dann hört er auf, Tod zu sein, dann ist sein Feindschaftsdienst beendet und er wird ausgeschaltet oder in Untätigkeit gesetzt, wie 1. Kor. 15, 26 bezeugt.

So klar und hell diese Wahrheit der Wiederbringung in der Schrift aufleuchtet, so sehr sie die tiefsten Bedürfnisse eines liebenden Herzens befriedigt, so wurde sie doch immer wieder geleugnet und bekämpft. Viele wollen nicht wahr haben, dass Gott zuletzt seine Ziele erreicht und all das zustande bringt, was er verheißen und bei sich selbst beschworen hat. Man wähnt, der Wille des Geschöpfes sei stärker als der des Schöpfers, Gott achte seine Kreaturen zu sehr, als dass er ihnen sein Heil aufdränge. Solche Erwägungen entspringen menschlicher Vernunft, sind aber weder im Wort der Wahrheit niedergelegt, noch entsprechen sie dem Wesen und Charakter Gottes.

In keiner Weise vergewaltigt der Schöpfer das Werk seiner Hände. Aber seine Weisheit hat Mittel und Wege genug, um alle und jede Kreatur nach Irrwegen der Sünde und Gottesferne heilsverlangend und gnadenhungrig zu machen und jeden Widerstand in Sehnsucht nach Gott und jeden Hass in jauchzende Anbetung zu verwandeln. Das hat der Herr an vielen Menschen immer und immer wieder bewiesen; warum weigern wir uns, es zu glauben?

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Allversöhnung, Das prophetische Wort, Lehre  |  1,053 x gelesen

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Kommt Gott mit allen Menschen zum Ziel des Heils?

In diesem Zusammenhang wird im kirchlichen Raum über Allversöhnung und Wiederbringung gesprochen. Leider wird dazu seit dem Kirchenvater Origenes (185 - 254), der diese Lehre positiv vertrat, viel gestritten. Auf dem Konzil 553 n.Chr. ist jegliche Lehre, dass Gott mit allen Menschen das Ziel des Heils erreicht, zur Häresie (Ketzerei) erklärt worden. Seitdem ist in der christlichen Kirche “die Ewigkeit der Höllenstrafe” ein festes Dogma. Auch das Augsburgische Bekenntnis (1530) hält an der “ewigen Verdammnis” fest. [1]

Ich will erzählen, wie ich das erste Mal mit diesem Thema konfrontiert wurde. Als ich am Anfang meines Theologiestudiums in einem Seminar über das Thema “Apokatastasis ton panton” (das griechische Wort der Bibel für “Wiederbringung des Alls”) eine Arbeit zu schreiben hatte, war ich überrascht, dass es zum Thema viel Streit in der Kirche (kath. u. evang.) gab. Im protestantischen Pietismus standen viele der geistlichen Väter auf dem Boden der Allversöhnung. Zu ihnen zählen: Ph. M. Hahn, Fr. Chr. Oetinger, J. M. Hahn. Albrecht Bengel war von dieser Lehre überzeugt, vertrat aber entschieden, dass man über dieses Thema öffentlich auf keinen Fall streiten sollte. In dem erwähnten Seminar wurde in der Diskussion der Studenten energisch gestritten. Der Leiter des Seminars, mein geschätzter Lehrer Prof. Karl Köberle, sagte überzeugend für alle: “Die Allversöhnung ist am Kreuz auf Golgatha durch Jesus Christus eine geschehene Tatsache, die kein überzeugter Christ in Frage stellen sollte. Dies sei die Grundlage für jeglichen missionarischen Auftrag der Kirche. Wer darüber streitet — auf welcher Seite auch immer — hat nicht wirklich begriffen, worum es geht.”

Als neutestamentliche Belegstellen für die Allversöhnung, bzw. Wiederbringung seien einige Bibelstellen genannt: Röm. 11, 32; 1. Kor. 15, 22-28; 2. Kor. 5, 17ff.; Eph. 1, 10; Kol. 1, 19-22.

Angesichts dieser klaren Zeugnisse der Bibel könnten erlöste Christen ihres Heils nicht wirklich froh werden, solange es noch eine ewige Verdammnis gäbe, in der die Verdammten wegen zeitlicher Vergehen und Fehlentscheidungen ohne Ende bestraft würden. Ich persönlich könnte meines Heils, welches mir aus der Gnade Gottes zuteil wurde, nicht glückselig sein, wenn die am Kreuz geschehene Tat Jesus nicht für alle Menschen zur Vollendung führen würde. Dass es Christen gibt, die die Allversöhnung verdammen, ist für mich eine traurige Tatsache.

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Autor: Lubahn, Erich, Dr. | Kategorie(n): Allversöhnung, Erkenntnis & Wesen Gottes, Kirchentum  |  1,894 x gelesen

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Die Dimensionen der Liebe Gottes

In Eph. 3, 14-21 lesen wir ein paulinisches Gemeindegebet. Wie groß und gewaltig ist doch das, was Paulus für uns von Gott erfleht! Und wenn er wirklich Muster und Norm für uns ist und kein Schwärmer, der Unmögliches von Gott verlangt, dann wollen wir uns doch im Glaubensgehorsam an ihm orientieren und entsprechend seiner Aufforderung auch in diesem Stück seine Nachahmer werden!

Der Apostel erbittet in Epheser 3, dass wir entsprechend dem Reichtum Seiner Herrlichkeit (und nicht nur entsprechend unsrer Bedürfnisse!) durch Seinen Geist (nicht durch seelisch-religiöse Zeremonien!) an dem inneren Menschen gestärkt werden. Der Christus soll derart unsre Herzen bewohnen (nicht nur in einer Ecke unsrer Herzen wohnen, sondern sie ganz bewohnen!), dass wir, in der Liebe (nicht nur in der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes) gewurzelt und gegründet, mit allen Heiligen (nicht nur mit denen unsrer “Richtung”) völlig zu erfassen vermögen, welches die Länge und Breite und Tiefe und Höhe sei, und zu erkennen die das Wissen übersteigende Liebe des Christus, auf dass wir erfüllt sein mögen zu der ganzen Fülle Gottes. Und nun erschrickt der Apostel nicht etwa vor der unerhörten Größe seiner Gebetsforderung, sondern steigert sie noch! Er bezeugt, dass Gott weit über alle Maßstäbe unsres Betens oder Denkens hinaus zu tun vermag und bricht in einen Lobpreis aus. Entweder ist Paulus ein zügelloser Schwärmer oder aber ist das, was man gemeinhin als Evangelium bezeichnet, ein armes Produkt des Unglaubens den gewaltigen Liebesabsichten unsres herrlichen Rettergottes gegenüber. Wem Gott sich in seiner Fülle zu offenbaren beginnt, der wird nicht stolz und hochmütig, sondern klein und arm in seinen eigenen Augen, weiß sich aber erwählt, geliebt und überreich gesegnet in Christo.

Von vier Ausdehnungen der Liebe ist hier die Rede. Alle irdischen Dinge sind nur dreidimensional, d. h. sie haben Länge, Breite und Höhe. Aber das Wesen des Allmächtigen ist nach Hiob 11, 7-9 vierdimensional. Dort ist ebenso wie in unserm Schriftwort die Rede von Länge, Breite, Tiefe und Höhe.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Allversöhnung, Andachten, Erkenntnis & Wesen Gottes  |  1,413 x gelesen

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Der Umfang unserer Verkündigung

“Denn ich bezeuge euch an dem heutigen Tage, dass ich rein bin von dem Blute aller, denn ich habe nicht zurückgehalten, euch den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen.” (Apg. 20, 26.27)

Die Welt wird einmal vor dem großen weißen Thron gerichtet werden nach ihren Werken. Die Gläubigen aber werden vor dem Preisrichterstuhl Christi offenbar. Dort werden sie empfangen nach ihrem Glauben, je nachdem sie auf den Grund Christus Gold, Silber, Edelsteine oder Holz, Heu, Stroh gebaut haben (1. Kor. 3, 13-15). Ihre Handlungen sind die Frucht ihres Glaubens (pistis), ihrer Treue. Und man sucht an den Haushaltern nicht mehr, denn dass sie treu erfunden werden.

Diese Treue wird in besonderem Maße von denen erwartet, die anderen mit dem Worte dienen. Ihnen wird viel anvertraut, darum wird auch viel von ihnen gefordert werden (Luk. 12, 48). Sie tragen ja nicht nur für sich und ihre eigene Glaubenshaltung Verantwortung, sondern auch für die, denen sie das Evangelium Gottes predigen. Darum empfangen die Lehrer der Gemeinde ein schwereres Urteil (Jak. 3, 1).

Die Gemeinde ist in ihrem Glauben abhängig von der Verkündigung; die Verkündigung aber kommt aus dem Worte Gottes (Röm. 10, 17). Wie können sie aber glauben, wenn ihnen nicht gepredigt wird (Röm. 10, 14)? Wie kann der Glaube wachsen, wenn die Gedanken und Pläne Gottes nicht enthüllt werden? — Wie soll er Gott alles zutrauen, wenn das Kommende nicht verkündigt wird? — Denn der Glaube ist eine Verwirklichung (Wesentlichmachung) dessen, was man hofft. Wo aber das Hoffnungsgut noch unbekannt ist, kann der Glaube es nicht ergreifen und für sich selbst im Geiste wesentlich machen. Da fehlt dann die heilige Freude auf das Kommende und damit jeder Anreiz zur Erduldung der Leiden in der Jetztzeit und zur freiwilligen Hingabe der vergänglichen Werte des jetzigen Äons und des Scheinglücks zeitlicher Ergötzung durch die Sünde. Denn der Christus erduldete für die vor ihm liegende Freude das Kreuz.

Nur der, der die Hoffnung hat, ihm einmal gleich zu sein, reinigt sich, gleichwie er rein ist (1. Joh. 3, 3; 2. Kor. 7, 1). Durch das glaubende Ergreifen der Verheißungen werden wir Teilhaber der göttlichen Natur (2. Petr. 1, 4), und wir werden wachsend und freudebringend in jedem guten Werke durch die Erkenntnis Gottes (Kol. 1, 9.10). Ja, wir können nur dann die Gottlosigkeit und die weltlichen Lüste verleugnen und besonnen, gerecht und gottselig leben, in dem jetzigen Äon (Zeitlauf), indem wir erwarten die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Heilandes Jesus Christus (Tit. 2, 12.13).

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Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Allversöhnung, Erkenntnis & Wesen Gottes, Gemeinde, Lehre  |  959 x gelesen

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Christus und Satan — ihre Wechselbeziehung im Lichte der Schrift

Das eigentliche Zentrum und Ziel der Schrift ist nicht der Mensch, sondern Gott. Die gegenwärtigen Brennpunkte, um die sich alles Weltgeschehen dreht, sind auch nicht etwa die Menschheit und die Erde, sondern vielmehr Christus und Satan. Der Sohn Gottes und sein großer Widersacher und Gegenspieler stehen im Blick auf das Heil und die Herrlichkeit der ganzen Schöpfung in mannigfaltigen gottverordneten Wechselbeziehungen. Betrachten wir einige von diesen:

  1. Christus und Satan hinsichtlich der ihnen gegebenen Verheißungen
  2. Christus und Satan, der Verfluchte und der Verflucher
  3. Christus und Satan bezüglich ihrer Stärke
  4. Christus und Satan, der Werkmeister und das Werkzeug
  5. Christus und Satan, der Löser und der Mann ohne Namen
  6. Christus und Satan, der Sohn der Liebe und der Fürst der Gewalt
  7. Christus und Satan, ihr Wachstum bzw. ihr Zerfall

Ohne Zweifel können noch weitere Beziehungen zwischen dem Herrn und seinem Feind und Gegenspieler gezeigt werden. Wir erinnern nur an die verschiedenen Stufen der Erhöhung Christi und an die Tatsache, dass wir im Buch Hiob Satan in der Ratsversammlung der Söhne Gottes finden, während er jetzt die Lufthimmel bewohnt und Offb. 12, 12 gar von ihm schreibt: “Wehe der Erde und dem Meere, denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen!”

Wer wollte auch wagen, über ein so gewaltiges, umfassendes Thema Erschöpfendes zu sagen? Die wenigen angedeuteten Linien mögen uns ermuntern, tiefer in die Zusammenhänge der Schrift einzudringen und uns ihrer verborgenen Schätze und Reichtümer danksagend und anbetend zu freuen.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Allversöhnung, Das Böse, Erkenntnis & Wesen Gottes, Heilsgeschichte  |  1,282 x gelesen

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