Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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In der Löwengrube (Daniel 6)

 

In tiefer Löwengrube liegt, von Moderduft umweht,
im Geiste froh und unbesiegt, der Staatsmann und Prophet.
Trotz der Gefahr, die ihn bedroht,
erschrickt er nicht vor Schmerz und Tod
und stärkt sich im Gebet.
Wie auch der Löwe heißen mag, der lauernd dich umstellt,
Gott schenkt Bewahrung Tag um Tag dem, der an Ihn sich hält!
Was gehen mich die Löwen an?
so denk’ auch du und gehe dann
mit Gott durch diese Welt!
Die wilden Bestien um ihn her umgehn ihn mit Gebrüll.
Doch Daniel fürchtet sich nicht sehr und bleibt getrost und still.
Was gehen mich die Löwen an?
so denkt gewiß der treue Mann,
es kommt, wie Gott es will!

So dichtete unser heimgegangener Bruder Adolf Heller in jungen Jahren. Und es ist wirklich ein ergreifendes Geschehen um den heldenhaften Zeugendienst des achtzigjährigen Staatsmannes und Propheten, der zu den Glaubenshelden gehörte, die “der Löwen Rachen verstopften” (Hebr. 11, 33). Dem Schreiber des Hebräerbriefes “fehlte die Zeit”, Näheres über dieses Ereignis des Glaubens zu berichten; so wollen wir uns einmal ausführlich damit befassen. Dabei soll uns der geschichtliche Hintergrund interessieren, der unerschrockene Zeugenmut Daniels bis zum Tod ermuntern, aber auch die typologisch-prophetische Seite dieses Berichtes erfreuen: So wie bei Moses, bei allen Propheten und in allen Schriften Leiden und Auferstehen des Messias zuvorbezeugt wird (Luk. 24, 26-27; 44-46; Apg. 17, 1-3), so wird uns auch in Dan. 6 der Weg des leidenden und auferstandenen Christus vorgezeichnet! Es ist ja ohnehin falsch, streng zwischen dem historisch-biographischen und dem prophetischen Teil des Buches Daniel zu scheiden, denn auch die Kapitel 1-6 tragen einen handlungsprophetischen Charakter; sie wurden in diesem Sinne aus den vielerlei Erlebnissen Daniels und seiner Freunde in Babylon ausgewählt.

Was war geschehen? Daniel selbst hatte es vorausgesehen, als er den Traum Nebukadnezars gedeutet hatte: Das “goldene Haupt” des Monarchienstandbildes war abgelöst worden durch die “silberne Brust mit den beiden Armen”, — das neubabylonische Reich Nebukadnezars durch die Herrschaft der Meder und Perser. “Mene, mene, tekel, upharsin” — diese rätselhafte Schrift, die dem letzten Chaldäerkönig während eines ausschweifenden Gastmahles erschienen war, deutete diese Wende an; in der gleichen Nacht noch wurde Belsazar ermordet, und sein Königreich wurde erobert.

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Lehre  |  376 x gelesen

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Der Mensch und seine Stellung zwischen Tier und Engel

(Nach einem Vortrag auf der »Langensteinbacherhöhe«)

In dem feinen Schöpfungslied von Chr. F. Gellert (»Wenn ich, o Schöpfer, Deine Macht …«) heißt es:

»Der Mensch, ein Leib, den Deine Hand
so wunderbar bereitet,
der Mensch, ein Geist, den sein Verstand
Dich zu erkennen leitet:
der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis,
ist sich ein täglicher Beweis
von Deiner Güt und Größe!«

Ich erinnere mich noch gut an die Jugendkonferenzen von Missionar Willy Schirrmacher, bei denen ich ihm oftmals assistieren durfte; dort hat er öfters aus einem Büchlein von Lewis zitiert mit dem Titel: »Dienstanweisungen an einen Unterteufel«. In ihm gibt ein geringer Teufel namens »Screwtape« (Gewindebohrer) Instruktionen an einen bösen Geist namens »Wormwood« (wohl: Holzwurm), in denen er ihn anweist, wie er die Frommen aufs Glatteis führen und zu Fall bringen könne. Wenn Sie in den Zitaten aus diesem Büchlein von »unserem Vater« hören werden, dann meint dieser Teufel natürlich den Satan, und wenn er von dem »Feind« spricht, meint er damit den lebendigen Gott. Also hören wir einmal eine solche Botschaft an Wormwood:

»Natürlich wird auch der Feind inzwischen nicht müßig bleiben. Wo immer ein Mensch betet, besteht die Gefahr, dass er selbst unverzüglich eingreift. Mit zynischer Gleichgültigkeit gegenüber der Würde seiner und unserer Stellung als reiner Geister überschüttet er diese menschlichen Tiere, wenn sie nur auf den Knien liegen, mit Selbsterkenntnis in ganz schamloser Weise. Aber selbst wenn er deinen ersten Angriff der Irreführung vereitelt, so stehen uns noch feinere Kampfmittel zur Verfügung …«

Und dann sagt er etwas zur körperlichen Haltung beim Beten:

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Lehre  |  578 x gelesen

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Grüße aus der ersten Christenheit (Kol. 4, 7-18)

Wenn man die Grußlisten apostolischer Briefe, wie jene aus Kol. 4, auf sich wirken läßt, spürt man etwas von der Verschiedenartigkeit der Glaubenden aller Zeiten. — Welche Vielfalt der geistlichen Biographien und des inneren Werdens! — Welche verschiedenen Wege, die zum Heil in Christo führten! — Welche Fülle vielfältiger Prägungen! — Wie unterschiedlich sind doch die geistlichen Charaktere, die jeweils einen Wesenszug aus der unermeßlichen Herrlichkeit Christi spiegeln! — Welche Mannigfaltigkeit der Gnadengaben und der daraus erwachsenden Dienste! — Welche verschiedenen Grade des Wachstums auf dem Wege des Lebens, des Hungers nach dem Wort des Lebens und der Erkenntnis des Reichtums Christi!

Überdies kommen die Glieder der Christusgemeinde aus vielerlei Rassen, Völkern und Sprachen der Welt. Vereint nicht die Gemeinde Gegensätze größten Ausmaßes, die leicht zu Spannungen führen könnten? Da sind Griechen und Juden, Beschneidung und Vorhaut, Barbaren und Skythen, Sklaven und Freie (Kol. 3, 11), Männer und Frauen (Gal. 3, 28), Alte und Junge — doch sind sie alle mit einem Geiste getränkt und darum wesenseins in Christo Jesu!

Dies erinnert uns an das unübertreffliche Bild, das Paulus für die Gemeinde wählte: den Körper mit seinen so verschiedenen Zellen, Wirkstoffen, chemischen Wirkungskreisen, Gliedern und Organen. Diese verhindern durch ihre Verschiedenartigkeit nicht etwa die Einheit des Körpers, sondern fördern und bewirken sie gerade dadurch! Aber nur dann ist der Leib gesund, wenn die einzelnen Organe in “Zuverlässigkeit” und “Treue” ihre angestammte Funktion erfüllen.

Ja, es gibt Unterschiede in den Gnadengaben, aber es ist derselbe Geist, der sie hervorruft; es gibt Verschiedenheiten von Diensten, und doch ist es derselbe Dienstherr, der sie anordnet; und es gibt verschiedenste Kraftwirkungen, aber es ist derselbe Gott, der “das Ganze” (des Leibes Christi) in allen (Einzelgliedern) wirksam werden läßt (1. Kor. 12, 1-3).

Es ist ein Gott und Vater, der über allen Glaubenden thront und durch sie alle wirkt und in ihnen allen wohnt (Eph. 4, 6).

Gerade solche Vielschichtigkeit trägt zu jener Verkündigung der buntfarbigen Weisheit Gottes an die Fürstentümer und Gewalten in der unsichtbaren Welt bei (Eph. 3, 10)!

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Gemeinde, Paulusbriefe  |  355 x gelesen

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Die Heilung der Seele

— Diagnose und Therapie —

1. Der seelische Mensch

In »Idea« erschien vor etlicher Zeit eine Notiz mit der Überschrift: »Falsche Predigt macht krank«. Dort wurde ausgeführt: »Christen sind besonders anfällig für psychische Erkrankungen. Diese Ansicht vertrat der Präsident der schweizerischen “Stiftung für ganzheitliche Medizin”, Dr. Kurt Blatter, auf einem Informationstag der Organisation. Die seit Jahren bestehende evangelikale Stiftung plant die Errichtung eines von Christen geleiteten Krankenhauses für psychosomatische und psychische Leiden. Wie Blatter mitteilte, sind 95 % der mehr als 800 bisher von der SGM betreuten Patienten bekennende Christen. Ursache für ihr Leiden sei vielfach eine falsche Predigt nach dem Muster: Wenn du Christ wirst, sind alle deine Probleme gelöst!« — Ich möchte dem hinzufügen: Dann beginnt der Kampf des Glaubens erst, ein Kampf zwischen Geist und Fleisch, den wir vor unserer Glaubensentscheidung nicht hatten. — Weiter heißt es in dem genannten Artikel: »So steigt die Zahl psychischer Erkrankungen von Christen nach Großevangelisationen spürbar an.« — Ich darf ergänzen: Eine Ursache dafür ist sicher auch die, daß dort oftmals Gesetz verkündigt wird und weniger die Liebe Gottes, die in Christo Jesu erschienen ist. Gott wird in einer theologischen Karikatur als die Quelle der Angst dargestellt. — Blatter führt weiter aus: »Es kommt hinzu, daß Christen durch innere Kämpfe zwischen dem geistlichen Anspruch und ihrem natürlichen Leben größeren Spannungen ausgesetzt sind als Nichtchristen. Eine weitere Ursache seelischer Erkrankungen sind okkulte Bindungen …«

Seele und Geist, Seele und Seelsorge — was sagt die Bibel über die Diagnose und die erforderliche Therapie? Hat der Glaubende überhaupt noch etwas mit der Seele zu tun, weil er doch »geistlich« ist? Spr. 19, 1-2 kann uns in diese Thematik einführen:

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Lehre  |  349 x gelesen

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Christus — Der Felsen Israels

»Fels der Ewigkeiten, Welten durch dich steh’n,
Fels im Meer der Zeiten, Hort im Sturmesweh’n,
Fels, der in den Gluten öder Wüste hier
sprudelt Lebensfluten, Fels, dich preisen wir!«

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir mit einer Jugendgruppe der Methodistenkirche die altehrwürdige Halle der Blankenburger Allianzkonferenzen besuchten und dort dieses Lied von Georg von Viebahn sangen. Über diesen Felsen Israels wollen wir nachdenken, den jüdische Menschen auch im Gebet nennen: »Der FELS — hochgelobt sei sein Name!« Denn der FELS ist JAHWEH selbst, der HERR, der EWIGE. So endet auch die Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel vom 14. Mai 1948 mit der Formel: Im Vertrauen auf den FELSEN ISRAELS setzen wir unsere Namen zum Zeugnis unter diese Erklärung …«

Dazu lese ich eingangs 1. Kor. 10, 1-4: »Denn ich will nicht, daß ihr Unwissende seid, Brüder, darüber, daß unsere Väter alle unter der WOLKE waren (das heißt, unter der Lichts- und Herrlichkeitswolke der Gegenwart JAHWEHs), und daß sie alle durch das MEER hindurchgegangen sind, und daß sie alle getauft wurden in der WOLKE und in dem MEER; und daß sie alle dieselbe geistliche SPEISE aßen und alle denselben geistlichen TRANK tranken, denn sie tranken aus einem geistlichen FELSEN, der sie begleitete« (oder: der mit ihnen wanderte).

Eine merkwürdige Aussage, die jemanden auf die Idee bringen könnte, mit Israel sei ein Felsen durch die Wüste gezogen!

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Israel  |  368 x gelesen

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Christi Leiden im Bild der erhöhten Schlange

1. Ein denkwürdiges Nachtgespräch

Johannes 3 schildert uns jenes nächtliche Gespräch zwischen dem Rabbi Jesus aus Nazareth und dem Theologen und Ratsherrn Nikodemus (= Volksüberwinder, unschuldiges Blut).

»Es war aber ein Mensch aus den Pharisäern, sein Name war Nikodemus, ein Oberster der Juden. Dieser kam zu Ihm während der Nacht und sprach zu Ihm: Rabbi, wir wissen, daß Du ein Lehrer bist, von Gott gekommen, denn keiner kann diese Wunderzeichen tun, die Du tust, wenn nicht Gott mit ihm ist!« (V. 1-2).

Wir haben sicher schon einmal anhand dieses Kapitels einen evangelistischen Vortrag über das große Thema der Neuzeugung und Wiedergeburt durch den Geist des lebendigen Gottes gehört; dabei wird dann oft ausgeführt, daß dieser Führer Israels sich aus Furcht vor seinen Mitbrüdern, den Pharisäern, nachts zu Jesus geschlichen habe. Ich glaube dies nicht. Vielmehr führe ich es darauf zurück, dass Jesus am Tage gar keine Zeit für theologische Gespräche hatte, weil Er von den Volksmassen, den Kranken, Verzweifelten und Hoffenden, umlagert war. Darum kam der Ratsherr Nikodemus mit der Frage nach der Wiedergeburt Israels im Herzen zu Jesus in der Nacht. Und dies ist eine große, endzeitliche, prophetische Frage, die man nicht einfach »zwischen Tür und Angel« behandeln kann. Die Behandlung solcher Fragen erfordert Zeit, und wir sollten nicht meinen, daß wir »im Schnellverfahren« Zugang zu den Geheimnissen des Wortes Gottes und sonderlich des prophetischen Wortes finden, wenn wir nicht Zeit und Fleiß einbringen! Für alles gilt es einen Preis zu zahlen (2. Petr. 1, 5).

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  581 x gelesen

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Vom Ausharren Hiobs und vom Endziel Gottes

“Nehmet, Brüder, zum Vorbild (Modell oder Verhaltensmuster) des Leidens und der Geduld die Propheten, die im Namen des HERRN (JHWH’s) geredet haben. Siehe, wir preisen die glückselig, die ausgeharrt haben. Vom Ausharren HIOBS habt ihr gehört und das Ende des HERRN habt ihr gesehen, (nämlich) daß der Herr voll innigen Mitgefühls und barmherzig ist!” (Jak. 5, 10-11).

Vorliegender Text will uns ein heiliges Verhaltensmuster für das geduldige Ertragen von Unglücksschlägen, Verhängnissen, Leiden, Anfechtungen und Trübsalen geben. Es ist verständlich, wenn er aus der Galerie der Leidensgestalten im Alten Bunde gerade HIOB auswählt. Galt doch sein Leiden dem Volke Gottes schon immer als eine Antwort auf die Frage, warum denn die Auserwählung so eng verflochten mit der Trübsal ist. Ja, Hiob wird auf seinem Leidensweg zum Modell des Leidensknechtes schlechthin, zum Vorbild des entmachteten und gekreuzigten Messias!

Wie sehr sich immer wieder die Edlen Israels mit Hiob identifizierten, der im tiefsten Unglück sprach: “JHWH hat gegeben, JHWH hat genommen, der Name JAWH’s sei gesegnet!”, mag folgende jüdische Überlieferung zeigen:

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Glaubensleben & Wandel, Lehre, Verwandlung & Erstattung  |  1,176 x gelesen

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Die Todessalbung des Messias

In Pred. 9, 7-8 steht ein feines Gotteswort, das sich aber scheinbar mit der Regelung des irdischen Lebens erschöpft:

“Geh, iß dein Brot mit Freude und trinke deinen Wein mit frohem Herzen; denn längst hat Gott Wohlgefallen an deinem Tun! Deine Kleider seien weiß zu aller Zeit, und das Öl mangle nicht deinem Haupte!”

Aber geht es Gott wirklich nur um Essen und Trinken, um seelische Hygiene, ein ordentliches Äußeres und kosmetische Pflege? “Ist Gott etwa um die Ochsen besorgt”?, fragte Paulus in einem ähnlichen Zusammenhang nach dem tieferen Sinn eines Gottesspruches (1. Kor. 9, 9). Nun, auch vorliegendes Wort hatte eine prophetische Erfüllung in den Tagen des Sohnes Gottes, als dieser “unter der Sonne” bei Seinem Weibe Israel weilte (V. 9):

  1. Gott hatte Wohlgefallen an Seinem Tun, ja, an Ihm selbst!
  2. Er aß das Brot des Wortes Gottes mit Freuden (Joh. 4, 34; Matth. 4, 4).
  3. Er “trank” den Wein der Freude Gottes.
  4. Die weiße Farbe der Kleider stellt die Gerechtigkeit und Reinheit Seines Leibes dar, in welchem keine Sünde war (vgl. Offb. 19, 8).
  5. Das Salbungsöl des Geistes aber kündet von der Fülle des Heiligen Gei­stes, die dem Messias, dem “Gesalbten”, zuteil wurde.

Demnach können wir also in Pred. 9, 7-8 einen göttlichen Segens- und Salbungszuspruch für den geliebten Sohn erkennen, den auch wir als nachgeborene Söhne vernehmen dürfen. Was die Gottesmenschen des Alten Bundes — oft im irdisch-äußeren Lebensbereich — glückbringend erfuhren, ward Jesus, dem Messias, in geistlicher Weise zuteil. David konnte aus seiner Lebenserfahrung berichten: “Du bereitest vor mir einen Tisch (Brot und Wein!) angesichts meiner Feinde; Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher ist überfließend gefüllt” (Ps. 23, 5); doch wurde dieser Psalm völlige Wirklichkeit im Erdenleben unseres Herrn und Meisters! Daß der “gedeckte Tisch”, das “gesalbte Haupt” und der “überfließende Freudenbecher” gerade bei Seiner Wanderung durchs “Tal des Todesschattens” Jesu Teil wurden, soll vorliegender Artikel zeigen.
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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Heilsgeschichte  |  447 x gelesen

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Adam und Eva in prophetisch-symbolischer Sicht

(Nach einem Vortrag)

Einleitend zu diesem wichtigen heilsgeschichtlichen Thema möchte ich einmal einen Abschnitt aus Epheser 5 (Vers 22 und folgende) zur Betrachtung stellen, der mir mehr die paulinische Lehre über die “Männerfrage” als über die vielbesprochene “Frauenfrage” zu bringen scheint. Er soll uns zeigen, daß auch Paulus die Beziehung der Geschlechter zueinander, sonderlich in der Ehe, nicht nur in praktisch-ermahnender Weise betrachtet, sondern sie auch als Spiegelbild großer heilsgeschichtlicher Beziehungen deutet.

“Ihr Frauen, seid untertan euren eigenen Männern, gleichsam als dem HERRN. Denn der Mann ist das Haupt der Frau (in derselben Weise), wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist!”

Schon hierin wird uns ein wichtiger Grundsatz gegeben. Der Mann sollte also nicht in der Weise Haupt der Frau sein, daß er sich als Despot, Tyrann und Papst aufspielt, sondern vielmehr in der Weise, wie Christus das Haupt Seiner von Ihm vielgeliebten Gemeinde ist. Bei diesem “so … wie” geht es also weniger um den Umfang der Vollmacht über die Frau als um die Qualität, die Art und Weise der Beziehung zu ihr. Ich bin sehr froh, daß diese uns Männern recht unbequemen Sätze in einem paulinischen “Füllebrief” stehen, sonst hätten wir vielleicht gar zu schnell die Möglichkeit, sie auf ein Abstellgleis zu schieben!

“ER, der Christus, ist des Leibes Retter (Heiland, oder Arzt)!” — Als Heiland, Retter, Arzt und Heilbringer begegnet Er Seinem Leibe, der Gemeinde, und in dieser Weise sollten auch die Männer ihren Frauen begegnen, dann werden auch die Frauen in der Regel freiwillig ihren Männern untertan sein. Diese “Medaille” hat nun einmal zwei Seiten; leider wird immer nur die eine von beiden betont — überbetont! Warum sonst würde Paulus die verantwortliche Haltung den Männern zuerst gebieten, wenn nicht darum, weil die rechte Haltung der Frau daraus erwächst?

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes  |  348 x gelesen

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