In der Löwengrube (Daniel 6)
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In tiefer Löwengrube liegt, von Moderduft umweht, im Geiste froh und unbesiegt, der Staatsmann und Prophet. Trotz der Gefahr, die ihn bedroht, erschrickt er nicht vor Schmerz und Tod und stärkt sich im Gebet. |
Wie auch der Löwe heißen mag, der lauernd dich umstellt, Gott schenkt Bewahrung Tag um Tag dem, der an Ihn sich hält! Was gehen mich die Löwen an? so denk’ auch du und gehe dann mit Gott durch diese Welt! |
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Die wilden Bestien um ihn her umgehn ihn mit Gebrüll. Doch Daniel fürchtet sich nicht sehr und bleibt getrost und still. Was gehen mich die Löwen an? so denkt gewiß der treue Mann, es kommt, wie Gott es will! |
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So dichtete unser heimgegangener Bruder Adolf Heller in jungen Jahren. Und es ist wirklich ein ergreifendes Geschehen um den heldenhaften Zeugendienst des achtzigjährigen Staatsmannes und Propheten, der zu den Glaubenshelden gehörte, die “der Löwen Rachen verstopften” (Hebr. 11, 33). Dem Schreiber des Hebräerbriefes “fehlte die Zeit”, Näheres über dieses Ereignis des Glaubens zu berichten; so wollen wir uns einmal ausführlich damit befassen. Dabei soll uns der geschichtliche Hintergrund interessieren, der unerschrockene Zeugenmut Daniels bis zum Tod ermuntern, aber auch die typologisch-prophetische Seite dieses Berichtes erfreuen: So wie bei Moses, bei allen Propheten und in allen Schriften Leiden und Auferstehen des Messias zuvorbezeugt wird (Luk. 24, 26-27; 44-46; Apg. 17, 1-3), so wird uns auch in Dan. 6 der Weg des leidenden und auferstandenen Christus vorgezeichnet! Es ist ja ohnehin falsch, streng zwischen dem historisch-biographischen und dem prophetischen Teil des Buches Daniel zu scheiden, denn auch die Kapitel 1-6 tragen einen handlungsprophetischen Charakter; sie wurden in diesem Sinne aus den vielerlei Erlebnissen Daniels und seiner Freunde in Babylon ausgewählt.
Was war geschehen? Daniel selbst hatte es vorausgesehen, als er den Traum Nebukadnezars gedeutet hatte: Das “goldene Haupt” des Monarchienstandbildes war abgelöst worden durch die “silberne Brust mit den beiden Armen”, — das neubabylonische Reich Nebukadnezars durch die Herrschaft der Meder und Perser. “Mene, mene, tekel, upharsin” — diese rätselhafte Schrift, die dem letzten Chaldäerkönig während eines ausschweifenden Gastmahles erschienen war, deutete diese Wende an; in der gleichen Nacht noch wurde Belsazar ermordet, und sein Königreich wurde erobert.
Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Lehre | 376 x gelesen


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