Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Die Decke auf dem Angesichte Moses

Diesem Thema liegt mit 2. Kor. 3 und 4 einer der schwierigsten Texte des Neuen Testamentes zugrunde. Dies kann man schon daran erkennen, daß die meisten Übersetzer ihn recht schlecht verdeutscht haben, weil ihnen offenbar der Schlüssel zum rechten Verständnis fehlte. Da aber Gottes guter Geist “in das Ganze der Wahrheit leiten” will und es offenbar für nötig befunden hat, auch solch schwierige Zusammenhänge in Sein wunderbares Wort zu bauen, sollten auch wir versuchen “ein Verständnis vom Wesenhaften” zu erlangen (1. Joh. 5, 20).

Wir werden dabei erleben, wie Paulus als messiasgläubiger Rabbiner Israels seine Bibel (und das war für Jesus und Seine Apostel das Alte Testament!) “auf Christum hin” gelesen hat. Darum verstanden ja auch die Apostel ihre Briefe als seelsorgerliche Schreiben an ihre Missionsgemeinden und als prophetische Schriften zur Deutung des im Alten Testament aufgezeichneten Heilsweges (Röm. 16, 25-27). So wie es gewiß wahr ist, daß wir das Alte Testament nur im Lichte des Neuen verstehen können, so gilt doch ebenso, daß wir die Schriften des Neuen Gottesbundes nur vom Alten Testament her recht verstehen. Die Mißachtung der Bibel Israels, Jesu und Seiner Apostel hat sich bitter gerächt: Die verwirrende Auslegungs- und Dogmengeschichte der christlichen Kirche ist (bis heute!) dafür ein Zeugnis. Statt die Quelle zu ergründen, vermengte man die Apostelschriften mit griechischer Weltweisheit und schleppte dieses schreckliche Gemisch aus Christusoffenbarung und Philosophie durch die Zeiten! Erst in unserer letzten Zeit beginnen die Dinge sich zu wenden — allerdings auch nur im wortgläubigen Teil der Gemeinde.

Aus zwei Quellen bezog Paulus seine Lehre, seine Ermahnungsbotschaft und seine geistgeleitete Deutung des göttlichen Heilsplanes: aus seinen Erlebnissen an der missionarischen Front und aus der genauen Kenntnis des alttestamentlichen Offenbarungsgutes (wobei wir natürlich die göttliche Seite der unmittelbaren Gottes- und Christusoffenbarung keineswegs übersehen wollen!). Was er in Vollmacht lehrte und schrieb, war keine “Schreibtischtheologie”, es wuchs vielmehr organisch aus seinen Christuserlebnissen und Missionserfahrungen, aus seinem Kampfe mit Feinden der Frohen Botschaft und seinem Ringen um die Christusgemeinde. Die Erlebnisse an der heißumkämpften missionarischen Front bildeten die Gefäße für den Offenbarungsgehalt göttlicher Geheimnisse.

Wenn wir einmal die Apostelgeschichte so lesen, daß die Aussagen der Apostelbriefe hindurchleuchten, werden wir erstaunt bemerken, wie stark gerade die Aussagen der späteren Paulusbriefe aus seinen Erlebnissen mit dem verblendeten Israel und der Missionierung der Weltvölker schöpfen!

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Lehre, Paulusbriefe  |  1,169 x gelesen

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Jesus und die Ehebrecherin

»Und sie gingen ein jeder in sein Haus. Jesus aber ging auf den Ölberg. Am frühen Morgen aber kam Er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu Ihm; und Er setzte sich und lehrte sie.
Die Schriftgelehrten und die Pharisäer aber bringen eine Frau herbei, beim Ehebruch ergriffen, und stellen sie in die Mitte und sagen zu Ihm: Lehrer, diese Frau ist auf frischer Tat ergriffen worden, Ehebruch treibend; im Gesetz aber hat uns Moses befohlen, eine solche zu steinigen; Du nun, was sagst Du? Dies aber sagten sie, um Ihn auf die Probe zu stellen, damit sie etwas hätten, Ihn anzuklagen. Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde.
Als sie aber fortfuhren, Ihn zu fragen, richtete Er sich auf und sagte zu ihnen: ›Der Sündlose unter euch soll als erster den Stein auf sie werfen!‹ Und noch einmal bückte Er sich und schrieb auf die Erde.
Als sie aber dies gehört hatten, gingen sie hinaus — einer nach dem anderen — angefangen von den Ältesten, und Er blieb allein mit der Frau, die in der Mitte dastand.
Jesus aber richtete sich auf und sprach zu ihr: ›Frau, wo sind diese? Hat niemand dich verurteilt?‹ Sie aber sprach: ›Keiner, HERR!‹ Da sprach Jesus: ›Auch ich verurteile dich nicht! Gehe hin, und von nun an sündige nicht mehr!‹«
(Joh. 7, 53 - 8, 11)

Die griechischen Handschriften lassen erkennen, daß dieser Bericht wohl nicht von Johannes selbst geschrieben, sondern offensichtlich später in sein Evangelium eingefügt wurde. Man kann annehmen, daß dies durch die beiden Augenzeugen und Mitapostel geschah, die in Joh. 21, 24.25 die Verfasserschaft des Apostels Johannes verbürgen. Aber »die innere Echtheit und Überzeugungskraft« des Berichts »ist unbezweifelbar. Sie zeigt uns Jesus in unvergleichlicher Weise« (Dr. Werner de Boor, Wuppertaler Studienbibel).

Der Bericht steht auch am rechten Ort. Er ist eingefügt in den Rahmen des Laubhüttenfestes (Sukkoth; ab K. 7, 1); dieses erinnerte Israel an die Wundertaten Gottes in der Wüste und galt als »Fest der Gottes-Epiphanie« — also der göttlichen Offenbarung und Erscheinung — und zugleich als ein prophetisches Modell für die endzeitliche Erfüllung im Reich des Messias (s. Sach. 14, 16-19!). Nicht von ungefähr wurde in der jüdischen Festliturgie die Umschreibung des hochheiligen JAHWEH-Namens mit »Ich bin ER« besonders häufig gebraucht. So sagte Rabbi Hillel über das Fest Laubhütten: »Wenn das göttliche ICH BIN (hebr.: ani hu) hier ist, dann ist alles hier!« Ein levitischer Doppelchor aber sang sich zu: (I) »Ich bin ER« … (II) »So hilf doch! (hoshianna)«.

Das Fest der Gottesepiphanie bewegte die Brüder Jesu zu einer dringenden Bitte: Er möge doch, wenn Er nun wirklich der Messias sei, Sein Wirken »in der Verborgenheit« aufgeben, und, wenn Er nun einmal solche Machttaten wirke, sich »der Welt zeigen« und sich als Messias offenbaren. Jesus antwortete ihnen, daß Sein Offenbarungstermin noch nicht gekommen sei, und ließ sie zunächst allein zum Sukkothfest nach Jerusalem gehen. Er selbst aber ging, entgegen Seiner ursprünglichen Absicht, später hinauf — allerdings »nicht öffentlich, sondern gleichsam wie im Verborgenen« (d. h. nach Bornhäuser, ohne sich als Messias in der Öffentlichkeit zu proklamieren; Joh. 7, 1-11).

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Israel, Lehre  |  2,554 x gelesen

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Schritte auf dem Weg zur endzeitlichen Erneuerung Israels

— “Blätter” und “Frühfeigen” am Feigenbaum Juda in unseren Tagen —

Zwei bedeutsame Ereignisse kennzeichneten im Jahre 1977 das Geschehen in Israel; wir dürfen in ihnen endzeitliche Weichenstellungen sehen. Zum einen wurde am 17. Mai 1977 der konservativ-orthodoxe “Likud-Block” zur Regierungsbildung verpflichtet und Menachem Begin zum Ministerpräsidenten Israels gewählt, wodurch zum ersten Male seit der Gründung Israels die sozialistisch geprägte “Mapai”-Gesellschaft abgelöst wurde; sodann ist das Treffen des neugewählten Ministerpräsidenten mit dem ägyptischen Präsidenten Sadat in Jerusalem zu erwähnen, das hier nicht einer näheren biblischen Würdigung unterzogen werden soll (es kann positive, aber auch negative Entwicklungen einleiten); doch scheint sich hiermit das Ausscheren Ägyptens aus der militärischen Phalanx der kommenden “Gog-Armee” (Hes. 38/39) anzubahnen.

Es war schon bewegend, wie bei der feierlichen Parlamentssitzung am 20.11.1977, auf der beide Präsidenten sprachen, der Vorsitzende der “Knesseth” die Sitzung mit einem Prophetenwort eröffnete, und Ministerpräsident Begin seine Rede mit einem Gebet beschloß. Wo anders in der Welt wäre solches möglich? Man stelle sich dies einmal in Bonn vor! Als am 26.12.1977 Begin von Nachfolgegesprächen mit Sadat über die Friedenspläne aus Ismaelia zurückkehrte, wurde er auf dem Flugplatz vom Oberrabbiner Israels begrüßt und mit Handauflegung gesegnet.

Wenn man dergleichen aus Israel berichtet, muß man — nicht nur in Kreisen, die mit dem prophetischen Wort wenig vertraut sind — immer wieder damit rechnen, wie folgt abgewiesen zu werden: Dies alles habe ja noch nichts zu bedeuten; Israel sei ebensowenig wie andere Völker schon “wiedergeboren”; auch in Tel Aviv gebe es Nachtclubs und andere negative Erscheinungen; den christlichen Missionen in Israel werde viel Widerstand geboten; das orthodoxe Judentum sei immer noch eine Minderheit im Volke und huldige wie zu Zeiten Jesu dem “toten Buchstaben” — und was der Gegengründe mehr sein mögen!

Ganz gewiß ist der “Geist der Gnade und des Flehens” noch nicht über Israel ausgegossen, und man sollte auch nicht in einer falschen christlich-zionistischen Israelbegeisterung die Augen vor den Realitäten verschließen; aber es geht doch wohl zu weit, wenn kürzlich in einer christlichen Zeitschrift zu lesen stand: “Hängt wirklich die ganze Heilsgeschichte in unseren Tagen an der Existenz des Judenstaates, der trotz unserer frommen Wünsche immer noch ein ganz profaner Staat ist und nichts von der Glorie besitzt, die man ihm so gerne zulegen würde?”

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Endzeit, Heilsgeschichte, Israel, Lehre  |  1,311 x gelesen

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“Du sollst dem Ausspruch gemäß handeln!”

Ein Wortzeugnis über wortgemäße oder verfälschte geistliche Nahrung

Dies ist eine Anweisung aus der “Mischnah des Rabban Mose” (der Lehrtradition des Lehrerfürsten Mose), wie die orthodoxen Juden das 5. Buch Mose nennen (5. Mose 17, 10). Es stimmt damit überein, wenn Paulus in Phil. 2, 15-16 ausführt: “Ihr strahlet auf wie Himmelslichter in dem Kosmos, indem ihr darstellet das WORT DES LEBENS!”

Wortgemäße Verkündigung — wortgemäßer Wandel — wortgemäßes Handeln — dies ist Maßstab für einen jeden, der durch das göttliche Wort als Samen der Wiedergeburt zu neuem Leben geboren wurde.

Für jeden glaubenden Juden, dessen Denken durch die Bibel und durch die Vätertradition Israels geprägt ist, bestimmt DAS WORT die Mitte seines Glaubens, ja, der ganzen Heilsgeschichte.

“Und Gott sprach” ist Leitwort des Schöpfungsberichtes. — Das All ist durch das göttliche Wort erschaffen worden.

Es ist keineswegs ungewöhnlich, wenn der jüdische Apostel Johannes sein Evangelium mit den Worten beginnt: “Im Anfang war das WORT … und das All ist durch dasselbe geworden” (Joh. 1, 1.3). Neu für das Judentum ist nur seine Botschaft: Dieses WORT, durch das Gott, der Vater, das All erschuf, ist Sein SOHN, Jesus Christus, der Werkmeister und Mittler jeder Schöpfung.

Der vom Griechentum und seiner Philosophie geprägte abendländische Dichter jedoch läßt seinen FAUST beim Nachsinnen über den Grundtext von Joh. 1 sprechen:

“Geschrieben steht: Im Anfang war das WORT!
Hier stock ich schon! Wer hilft mir weiter fort?
Ich kann das WORT so hoch unmöglich schätzen,
ich muß es anders übersetzen,
wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin …” (J. W. v. Goethe)

Freilich ist es nicht der Geist Gottes, der FAUST wie so manchen modernen Übersetzer leitet und der ihn dann zu Übersetzungen wie “SINN”, “KRAFT” und “TAT” führt. Hierbei hätte ihm auch ein Wörterbuch der griechischen Sprache kaum helfen können, denn es bietet zu “LOGOS” neben der gebräuchlichen Übersetzung WORT an: die Berechnung — die Rechenschaft — die Erwägung — die Bedeutung — der Wert — die Vernunft — die Logik.

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Wort Gottes (Bibel)  |  1,037 x gelesen

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Die ideale Frau

In Sprüche 31, 10-31 finden wir das Loblied eines Mannes auf seine “ideale Frau”, deren Vorzüge er in prächtigen Bildern schildert. Das herabsetzende, wegwerfende Urteil mancher frommen Männer über ihre Frauen entspricht ganz und gar nicht dem biblischen Leitbild. Sollten sie doch, bewegt von Christi Verhalten zu Seinem Leibe, “sich selbst ihre Frauen verherrlicht darstellen” (Eph. 5, 27), da ja die Frau ohnehin “des Mannes Herrlichkeit” ist (1. Kor. 11, 7). Weil “weder die Frau ohne den Mann etwas ist in dem Herrn, noch der Mann etwas ohne die Frau” (1. Kor. 11, 11), kann das Hohelied Salomos sowohl Schönheit, Vorzüge und Herrlichkeit der Braut als auch des geliebten Mannes preisen.

So dürfen wir von der Geisteshaltung des Königs LEMUEL (Spr. 31, 1) nur lernen: Der “Gottgeweihte”, “auf Gott Ausgerichtete” liebt seine Frau wie sich selbst und sieht in der Einswerdung von Mann und Frau in der Ehe ein prophetisches Geheimnis aufleuchten — das innige Gemeinschaftsverhältnis zwischen dem CHRISTUS und Seiner EKKLESIA. Paulus hat dies so gedeutet, ohne eine andere grundlegende prophetische Deutung ausschließen zu wollen, die den “Ehebund” zwischen JHWH und Seinem Weibe ISRAEL in immer neuen Texten und Bildern bezeugt.

Hinter allen Aussagen des prophetischen Wortes über das “ideale Weib” steht JHWH’s Lobpreis über Seine Braut und Sein Weib Israel. Dabei verfällt Gott nicht einer romantisierenden Idealisierung, sondern sieht als “der Gott der Hoffnung” Israel bereits in der Schönheit der Vollendung und Erlösung. Ob wir Spr. 31 lesen, ob Ps. 45 oder das Hohelied, überall leuchtet die Freude Gottes über das vollendete Israel auf. Ihm will Er sich “verloben in Ewigkeit, verloben in GERECHTIGKEIT und in GERICHT”, aber hernach auch “in GÜTE und BARMHERZIGKEIT”. Er spricht: “Ich will dich mir verloben in TREUE; und du wirst JHWH erkennen” (Hosea 2).

Der Gott und Heilige Israels will sich in Seiner Liebe selbst verschenken; der Reichtum Seiner Schöpfungsfülle genügt nicht, um Seiner Liebe Ausdruck zu geben. Er selbst ist der “Mann”, den man mit Recht nur verachten würde, wenn Er allen Reichtum Seines “Hauses” als Ersatz für die Liebe geben würde (Hohesld. 8, 7).

Alles Heilsgeschehen mit Israel zielt hin auf die “Hochzeit des Lammes” (das innere Programm des Messiasreiches), wo Ihm in vielen Auferweckungs- und Neugeburtswellen Ganz-Israel in heiliger Gerechtigkeit anvermählt wird, wobei die Gerichte den Gnadenerweis vorbereiten (Matth. 19, 28; Offb. 19, 6-9). Wenn schon ihr “Wegwerfen” die Versöhnung der Welt bewirkte, was wird ihr “Annehmen” (des Messias nämlich) anderes sein als geradezu Leben aus Toten (Röm. 11, 15)?

Ganz gewiß muß das WEIB JHWH’s, das im Götzendienst zur Hure und im Gericht zur scheinbar verlassenen Witwe wurde, noch schmerzliche Wege durch die endzeitliche Drangsal Jakobs gehen — bis hin zur Zerschmetterung der Kraft des heiligen Volkes (Dan. 12, 12); doch wird JHWH, der Ehemann Israels, Sein Vollziel erreichen und “sich Sein Weib herrlich darstellen — ohne Flecken und Runzeln und dergleichen etwas” (Eph. 5). Was Er mit der Vollendung der Gemeinde beginnt, wird Er mit Ganz-Israel vollenden; die Herrschaft Davids über JUDA in Hebron (= Gemeinschaft) vollendet sich in Seiner Herrschaft über alle Stämme ISRAELS in Jerusalem (der Gründung des Friedens; s. 2. Sam. 5, 1-4). —

In 12 Punkten seien nun die 14 Ruhmestitel des Weibes aus Spr. 31 zusammengestellt und auf das “ideale Israel” gedeutet; zuvor aber sollten wir in Übereinstimmung mit dem Schriftganzen die im Text verwendeten Symbole nennen und entziffern:

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Israel, Lehre  |  1,087 x gelesen

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“Wenn aber Christus nicht auferweckt wurde …”

Ernste Fragen an Zweifelnde

(Nach einem Wortdienst einer Brüder-Freizeit 1969)

“Wenn aber Christus verkündigt wird, daß Er aus Toten auferweckt wurde, wie kommen denn einige in eurer Mitte dazu, zu sagen, eine Auferstehung Toter gäbe es nicht? Wenn es aber eine Auferstehung Toter nicht gibt, dann ist auch Christus nicht auferweckt worden; wenn aber Christus nicht auferweckt wurde, dann ist leer unsere Verkündigung, leer (und inhaltslos) auch euer Vertrauen! Dann werden wir (Apostel) aber auch als Lügenzeugen Gottes erfunden, weil wir im Widerstand gegen Gott bezeugt haben, daß Er den Messias auferweckt habe, den Er doch nicht auferweckt hat — wenn nämlich Tote nicht auferweckt werden. Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, dann wurde auch Christus nicht auferweckt; wenn aber Christus nicht auferweckt wurde, vergeblich ist dann euer Glaube, dann seid ihr noch in euren Sünden. Folglich sind auch die in Christo Entschlafenen verloren. Wenn wir Hoffende in Christo sind, allein auf dieses Leben ausgerichtet (oder: nur in diesem Leben), dann sind wir bemitleidenswerter als alle (anderen) Menschen!” — 1. Kor. 15, 12-19

A) Mit welchen Gegenargumenten hat es Paulus hier zu tun?

1. Behauptungen der Feinde der Auferstehungsbotschaft

Paulus redet in diesem Text von “einigen wenigen”, die durch ihre Aussagen die Gemeinde gefährden. Da könnten wir sofort fragen, ob das denn wirklich so schlimm ist, wenn in der Christusgemeinde “etliche” etwas Falsches lehren; wir Brüder werden ja manches Mal zu Recht gefragt, wenn wir gegen irgendeine Lehrmeinung zu Felde ziehen: Warum verschwendest du so viel Munition im Kampf mit einer Lehre, die höchstens einige hundert “Anhänger” auf der Welt hat?! Könnte man so nicht auch den Apostel fragen? Ich glaube nicht. Denn jene Handvoll Leute gefährdeten damals und gefährden heute, da ihre Zahl längst angewachsen ist, die Wahrheit Gottes, unseren Glauben und unser Zeugnis an einer ganz zentralen Stelle. Aus dem geringen Anbruch könnte eine Gefährdung für die Gesamtgemeinde entstehen, die “um sich frißt wie ein Krebs”, wie Paulus es einmal an anderer Stelle sagte. So will der Apostel Christi Jesu hier den Anfängen einer höchst gefährlichen Verirrung wehren, die erst in unseren letzten Tagen ihre volle Ausreife erfahren sollte.

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Lehre, Paulus, Paulusbriefe  |  1,070 x gelesen

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Das paulinische Zeugnis vom Reiche Gottes

»Siegesfürst und Ehrenkönig,
höchst verklärte Majestät,
alle Himmel sind zu wenig,
Du bist drüber hoch erhöht;
sollt’ ich nicht zu Fuß Dir fallen,
und mein Herz vor Freude wallen,
wenn mein Glaubensaug’ betracht’
Deine Glorie, Deine Macht?«

So singen wir tiefbewegt; als Erstlinge Seiner Schöpfung dürfen wir schon jetzt das Ziel aller göttlichen Heilsplanung vorwegnehmen, indem wir vor JESUS unsere Knie beugen und unsere Zungen — zur Verherrlichung Gottes, des Vaters — frohlockend bekennen: Allherr (kyrios) ist Jesus, der Messias! In dieses Christus- und Gotteslob werden einmal in der Vollendung aller Heilszeiten alle Himmlischen, Irdischen und Unterirdischen einstimmen (Phil. 2, 10-11).

Aber sollten wir den Christus nicht lieber als das Haupt Seiner Gemeinde statt als deren König bekennen? Solche Unterscheidung kann nur menschlichem Denken entspringen; denn ebenso, wie der Herr das HAUPT Seiner Gemeinde ist, ist Er auch der KÖNIG Seines Reiches und der BRÄUTIGAM Israels. Und weil wir als Gemeinde der Erstlinge das Vollzugsorgan Seines Leibes bilden, gehören wir auch zu Seiner königlichen Herrschaft; ja, wir werden in kommenden Weltzeiten mit Ihm als Könige herrschen und als Priester dienen, wenn anders wir hier mit Ihm gelitten haben. Nach unserer Auferstehung, Verwandlung und Entrückung werden wir einmal nach 1. Thess. 4, 17 »allezeit zusammen mit dem Herrn sein«, wie es eigentlich heißt. Wir werden also teilnehmen an allen Seinen künftigen Ämtern und Vollendungsaufgaben — gewiß auch bei der sichtbaren Ausgestaltung Seines Reiches und bei der Wiederherstellung Israels durch Ihn, den Bräutigam. Die Heiligen werden einmal »Engel richten«, aber auch »die Welt«, wie aus 1. Kor. 6, 2.3 hervorgeht, und ihr Dienst wird sich nicht auf himmlische Aufgaben beschränken.

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Lehre, Paulus, Paulusbriefe  |  851 x gelesen

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Die Wesenseinheit Gottes

In 5. Mose. 6, 4-5 finden wir »das größte und erste Gebot«, das auch unser Herr Jesus bestätigte (Matth. 22, 37-38; Mark. 12, 29-30). Es gründet auf dem Fundament des Glaubensbekenntnisses Israels, dem »sch’ma Jisrael«:

»Höre, Israel! JAHWEH, unser Gott, JAHWEH ist Einer!« (im Hebräischen: sch’ma Jisrael, JAHWEH elohenu, JAHWEH ächad).

Ausdrücklich haben sich Jesus und Seine Apostel zu diesem Grundsatz aller biblischen Offenbarung bekannt (vgl. Matth. 19, 17; Mark. 10, 18; Luk. 18, 19; Matth. 23, 8-10; 1. Kor. 8, 4; Gal. 3, 20; 1. Tim. 2, 5; Jak. 2, 19; 4, 12).

Im hebräischen Text werden das Anfangs- und das Schlusswort dieses Bekenntnisses jeweils mit einem besonders groß geschriebenen Buchstaben beendet: »Höre« (sch’ma) mit einem »ajin« (= das Auge) und »Einer« (ächad) mit einem »daleth« (= die Türe).

Der Gelehrte Bullinger wies darauf hin, dass diese Buchstaben, wenn man sie vereinigt, entweder das Wort »ed« (Zeuge, Zeugnis), oder das Wort »ad« (ewig, Schmuck) ergeben, was zu der Aussage führt: das Bekenntnis Israels zu JAHWEH als dem einzig-einen Gott ist Israels Zeugnis und ewiger Schmuck.

Dem entspricht es, wenn jeder gläubige Jude eine Kapsel mit den Versen des Glaubensbekenntnisses und der großen Grundgebote (5. Mose 6, 4-9 und 11, 18-21) an seine Haustüre nagelte, manchmal sogar an die Zimmertüren, die seinen Glauben auch nach außen bekunden sollte. Auch die Stadttore wurden mit ihr geschmückt; man nennt sie »mesusa«. Freilich wussten dann auch die »christlichen« Horden des antisemitischen Mittelalters sofort, wo sich ein jüdisches Haus befand, das sie plündern konnten.

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  1,089 x gelesen

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Die Pädagogik Gottes

In dieses Thema soll uns 5. Mos. 8, 2-6 einführen:

»Und du sollst gedenken des ganzen Weges, den JAHWEH, dein Gott, dich hat wandern lassen diese 40 Jahre in der Wüste, um dich zu demütigen, um dich zu erproben, um zu erkennen, was in deinem Herzen ist, ob du Seine Gebote beobachten würdest oder nicht. Und Er demütigte dich und ließ dich hungern; und Er speiste dich mit dem Man, das du nicht kanntest, und das deine Väter nicht kannten, um dir kundzutun, daß der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern daß der Mensch von allem lebt, was aus dem Munde JAHWEHs hervorgeht. Dein Kleid ist nicht an dir zerfallen, und dein Fuß ist nicht geschwollen diese 40 Jahre. So erkenne in deinem Herzen, daß, wie ein Mann seinen Sohn züchtigt (erzieht), JAHWEH, dein Gott, dich züchtigt (erzieht) …«

Zwar gilt es grundsätzlich, daß wir vergessen dürfen, was an Schuld und Sünde unsere Vergangenheit belastete, weil wir es ins Licht gestellt haben und durch Jesu Blut bereinigen ließen (Phil. 3, 13.14); doch sollten wir uns auch erinnern an den Lebensweg, den wir unter der Führung Gottes durchmessen haben, damit wir nicht vergessen, in welcher konsequenten Liebe uns der Herr führte, demütigte, erzog, ja, züchtigte — eben wie ein Vater seinen Sohn! Gestaltet sich doch unter der Führung Gottes und durch die Prägung des Heiligen Geistes unsere »geistliche Biographie«. Vielleicht kann diese Betrachtung dazu dienen, uns »in unserer Erinnerung aufzuwecken«, wie es Petrus formulierte (2. Petr. 1, 13).

1. Die Bedeutung der Grundlagen des Glaubens

Es ist ein grundsätzliches Thema, dem wir uns widmen wollen. In Hes. 40-42 wird uns der neue Tempel Israels im Messiasreich vorgestellt. Dort wird uns auch berichtet, daß unter dem Altar dieses Tempels eine Quelle hervorbricht, die dann zu einem Bache, zu einem Flusse und schließlich zu einem Strome anschwillt; dieser fließt hinunter zum Toten Meer und läßt dessen Gewässer durch sein Süßwasser so gesunden, daß in ihm dereinst eine Fülle an Fischen leben wird; es werden sogar die Fischer erwähnt, die dann am Toten Meer reiche Fänge einbringen (Hes. 47, 1-12). Es ist ein schönes Bild, auch in geistlich-erbaulicher Beziehung: Der Prophet muß immer wieder in das Wasser des Flusses waten, um mit seinem Körper seine Tiefe auszumessen; zuerst gehen die Wasser ihm nur bis an die Knöchel, dann aber bis an seine Knie, schließlich bis an seine Hüften, und zum Schluß kann er überhaupt nicht mehr stehen und muß schwimmen. Dieses Bild gab ja die Vorlage für das Heilslied: »Ich weiß einen Strom, dessen herrliche Flut fließt wunderbar stille durchs Land …« (Lobgesänge 497).

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Glaubensleben & Wandel, Heiligung  |  960 x gelesen

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“Und sie gaben ihre Regierungsmacht dem Tier”

Der endzeitliche Zehnstaatenbund nach Texten aus Daniel und der Offenbarung

In meinem Buche “Urzeit und Endzeit”, aber auch in einigen Artikeln habe ich mich über den Zehnstaatenbund in der Endzeit geäußert; da dies ohne nähere biblische Begründung geschah, wurde ich oftmals danach befragt, aber auch hier und da geringschätzig abgetan. Darum soll hier eine ausführliche Darstellung meiner Schau niedergelegt werden, der allerdings sorgfältige Studien zugrundeliegen. Ich versuche darin, eine Zusammenschau biblischer Texte, sonderlich aus dem Propheten Daniel und der Johannes-Apokalypse, zu geben. Woher mag der gedankliche Widerstand gegen die Schau eines endzeitlichen Staatenbundes im europäischen Raum rühren?

Zum einen hat man die Aussagen des Apostels Johannes über das TIER zu sehr von seiner alttestamentlichen Grundlage, dem Propheten Daniel, losgelöst und verselbständigt. Dann hat man — bei allen starken Gründen für eine futurologische (zukunftsgerichtete) Auslegung der “Offenbarung” — oft zu wenig den zeitgeschichtlichen Standort des heiligen Sehers beachtet. Auch die Festlegung auf mögliche nahe Termine des Endzeitgeschehens ließ kaum noch Raum zur endzeitlichen Ausformung des Zehnstaatenbundes auf dem Boden des Römischen Weltreiches. Sodann hat man immer wieder den heutigen Ost-West-Konflikt überbewertet und zu wenig beachtet, daß alle Endzeitpropheten von einem Nord-Süd-Konflikt sprechen, zu dem erst jetzt die Weichen gestellt werden. Anstatt der biblischen Darstellung der Weltreiche zu folgen, hat man, zeitgeschichtlich befangen, moderne Nationen oder gar die UNO eingesetzt. Das gebannte Schauen auf die Tagesereignisse brachte auch eine Überberwertung der Rolle der wiedererwachten islamischen Staaten (bis hin zu einer angenommenen islamischen Welteroberung) mit sich, die so im Worte der Propheten für die Endzeit nicht geschaut wird, es sei denn in den saftig werdenden “Bäumen”, die den Saft gewinnenden “Feigenbaum” Juda umstehen. —

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Autor: Jugel, Wolfgang | Kategorie(n): Das Böse, Das prophetische Wort, Endzeit  |  8,740 x gelesen

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