Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Das Testament des Königs David

(Nach einer Tonbandaufnahme eines Wortdienstes in Stuttgart, Gustav-Siegle-Haus, Juni 1970)

Von einem Testament möchte ich heute Nachmittag sprechen. Ein Testament wird ja immer im Hinblick aufs Sterben gemacht, und wenn man gestorben ist, wird es veröffentlicht. Ich wünschte, daß das, was dieser Mann in seinem Testament schreibt, in unser Herz geht. Dieser Mann, der ein Testament hinterlassen hat, das nun seit über 3000 Jahren in der Bibel steht, heißt David. Er ist uns allen bekannt. Dieser David schreibt in 2. Sam. 23, was das Endergebnis seines Lebens ist, was er als sein Testament weitergibt.

Bevor ich es lese, lassen Sie mich noch ein paar Worte zum Testament als solchem sa­gen. Man soll Testamente nie ohne einen Juristen machen, weil es sonst leicht möglich ist, daß unliebsame Menschen es später anfechten, wenn es nicht hieb- und stichfest ist nach allen Regeln der Rechtsprechung. Vergessen Sie auch nicht, ihr Testament zu machen, damit Ihre Nachkommen nicht anfangen müssen, sich zu streiten, wer die Kommode oder die Untertasse bekommt. Die besten Freunde und die besten Gläubigen machen ihr altes Wesen offenbar, wenn es ans Erben geht. Und das ist etwas, was wir nun auch heute lernen wollen und wozu wir uns ermuntern lassen wollen: Wenn es ums Erben geht, möglichst “raffgierig” zu sein — ich sage “raffgierig” jetzt aber im guten Sinne: Sieh zu, daß du so viel wie möglich bekommst von dem, was Gottes Erbe für dich bereithält! Und da Er uns das ganze All geschenkt hat (Röm. 8, 32), so laß dir nie mit weniger genügen als mit allem, was du bekommen kannst! — Das zum Anfang. David war ein solcher Mann.

Es ist uns alles geschenkt. Wenn ich die Männer des Alten Bundes und das, was sie so als Lebensergebnis und Erbmasse aufschreiben, mit den Gläubigen von heute in ihrer oft weinerlichen, armseligen Haltung in bezug auf Gottes Geschenke vergleiche, dann frage ich mich manchmal: Haben es die Leute des Alten Testamentes besser gehabt als die Menschen nach dem Kommen Jesu? Im Alten Testament gab es so viel Freude und Freiheit, daß man sich wundern muß, was für verklemmte Menschen die Frommen heute geworden sind.

Lesen wir nun zunächst, was David in seinem Testament schreibt, und zwar möchte ich den Text erst einmal nach der Elberfelder Bibel lesen und dann bei einzelnen Punkten darauf hinweisen, wie sie Juden, besonders auch Martin Buber, wiedergeben.

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Autor: Schirrmacher, Willy | Kategorie(n): Glaubensleben & Wandel  |  595 x gelesen

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