Laßt uns nie vergessen, daß immer der Fleischgeborene den
Geistgeborenen lästert und verfolgt, und nie umgekehrt (Gal. 4,29).


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Triumph der Gnade

(Apostelgeschichte 9, 9-29)

In den Briefanfängen der Paulus-Briefe können wir immer den Zuspruch lesen: “Gnade und Friede von Gott, unserem Vater, und von Jesus Christus, unserem Herrn.” Das ist keine fromme Rede, keine Formsache (wie förmlich sind wir in unseren Briefen), sondern innerste Regung des Herzens. Seine ganze Freude und Glückseligkeit, seine tiefempfundene Dankbarkeit und sein überströmender Lobpreis kommen in dieser Zusage zum Ausdruck. So darf er es an die Gemeinden weitergeben, daß ihn die Gnade ergriffen hat, und daß er in Jesus Christus zum Frieden mit Gott gekommen ist. Gnade und Frieden hatte ihm keiner aufgeschwatzt, er hatte beides durchlebt und durchlitten. Das war das Ergebnis des Damaskusgeschehens.

Paulus hat jenes Ereignis nicht einfach “automatisch” über sich ergehen lassen. Der Apostel ist — wie in allem — ein Typus dafür, daß bei den Wirkungen des Heiligen Geistes die menschliche Persönlichkeit nicht ausgeschaltet wird. Hier geschieht nichts im Unterbewußtsein, in einem Trancezustand, sondern in völligem Bewußtsein, unter Beteiligung der persönlichen Verantwortlichkeit. Ganz bewußt ordnet er sein neues Werden, sein gesamtes Denkvermögen, dem Gehorsam Jesu Christi unter (2. Kor. 10, 5). Die drei Tage der Einkehr sind für seine Zukunft von entscheidender Bedeutung.

“Siehe, er betet!”

Unter Beten und Fasten verarbeitet er alles, was mit ihm geschehen war, und bespricht in der Einsamkeit seine neue Lage mit Jesus. So wird die stille Gebetszeit sein erstes Erkennungsmerkmal für das total veränderte Sein in Christus. In der Zwiesprache mit dem Herrn fleht er zu IHM. Dabei darf er seine Berufung empfangen, als auserwähltes Werkzeug den Retternamen Jesu Christi in die Welt zu tragen. Er weiß sich von jetzt an als Sklave seines neuen Dienstherren, der nun das Kommando seines Lebens übernommen hat. Er weiß sich als Gesandter des Herrn, “nicht von Menschen und durch Menschen, sondern durch Jesus Christus” (Gal. 1, 1), “durch den Willen Gottes” (2. Kor. 1, 1), “nach der Anordnung Gottes” (1. Tim. 1, 1).

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Autor: Bayer, Rupprecht | Kategorie(n): Glaubensleben & Wandel, Paulus  |  220 x gelesen

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“HERR, wer bist Du? — HERR, was willst Du?”

(Apostelgeschichte 9, 1-8)

In der ganzen Bibel wird uns keine Bekehrungsgeschichte so ausführlich geschildert wie die des Paulus. Sie hat seinen Glauben und sein Leben so fundamental geändert, daß er später in seiner Verkündigung von diesem Eingriff in sein Leben wiederholt berichtet (Apg. 22, 6-16; 26, 12-18) und in seinen Briefen ihn immer wieder erwähnt (1. Kor. 9, 1; 1. Kor. 15, 9-10; Gal. 1, 13; 1. Tim. 1, 13).

Bei Paulus ereignet sich in seiner Bekehrung nicht eine allmähliche Veränderung. Wenn auch manche von uns Zeit und Stunde ihrer Umkehr genau angeben können, so verläuft dennoch unser Ablegen des alten Adam und das Anziehen des Neuen Menschen durchweg in einem großen Bogen, und nicht in einer augenblicklichen Kehrtwendung. Bei unserem Apostel findet eine plötzliche Wandlung statt, und das ohne jede Mitwirkung von Menschen. Es ist ganz allein die Macht der Wirkung Jesu Christi, Sein Werk.

Was braucht es bei uns oft an Seelsorge, an geistlicher Betreuung, an Aussprachen, bis es endlich soweit ist, daß die Gnade in uns siegt. Der HERR gibt uns bei Paulus einen wunderbaren Anschauungsunterricht von dem überwältigenden Triumph der Gnade. Der Apostel bekennt immer wieder in seinen Briefen unter Danksagung, wie die Gnade unseres Herrn über die Maßen in ihn überströmte (1. Tim. 1, 12-16).

Der erbittertste Feind soll zum Heilsträger der weltweiten Evangeliumsbewegung werden. Sicherlich waren die meisten von uns ehemals keine Verfolger der Gemeinde, aber dennoch müssen wir uns bewußt sein, daß wir von Natur aus alle Rebellen gegen Gott sind. Wir müssen uns von dem Wort treffen lassen: “Die ihr einstmals entfremdet und Feinde gewesen seid in der Denkart und in den bösen Werken” (Kol. 1, 21).

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Autor: Bayer, Rupprecht | Kategorie(n): Glaubensleben & Wandel, Paulus  |  318 x gelesen

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Das Gericht am Hause Ahab

Unlängst hatte ich ein Gespräch über den König Ahab. Ich bekam dabei den folgenden Einwand zu hören: “Ich kann nicht verstehen, daß die Nachfahren des Königs Ahab bestraft werden für den Mord, den er an Naboth begangen hatte. Was können Kinder und Kindeskinder dafür, wenn ihre Väter Sünde auf sich luden?”

Ganz abgesehen davon, daß die Folgen der Schuld immer schrecklicher sind, als wir Menschen es wahrhaben wollen, und die Missetat der Väter an den Kindern heimgesucht werden kann bis ins dritte und vierte Glied (2. Mos. 20, 5), so ist die Schuld des Königs Ahab viel umfassender, als man bei oberflächlicher Betrachtung meint. Da liegt nicht nur die Tyrannei gegen Naboth vor, um in den Besitz seines Weinberges zu kommen, sondern der Schaden liegt viel tiefer. Der Untergang des Hauses Ahab war längst bei Gott beschlossen, ehe sich jenes schauderhafte Vergehen ereignete. Der Justizmord an Naboth bildete nur das letzte Glied einer Kette schuldhafter Ereignisse, das die Bibel berichtet. Das Grundübel aber war sein gottloser, götzendienerischer Lebensstil, der sich auf das ganze Volk auswirkte. “Er tat, was böse war in den Augen des Herrn, mehr als alle, die vor ihm gewesen waren” (1. Kön. 16, 30). Das müssen wir sehen und erkennen, und dann urteilen wir anders.

Die Heilige Schrift berichtet von Ahabs Vater, Omri, daß er bereits einer war, der “tat, was dem Herrn übel gefiel, und er trieb es ärger als alle, die vor ihm gewesen waren” (1. Kön. 16, 25). Ahab war von 875-854 v. Chr. König vom Nordreich Israel. “Es war ihm ein Geringes, daß er in der Sünde lebte” (1. Kön. 16, 29ff.). Seine Heirat mit Isebel (= “Baal sei mit dir”) war eine rein machtpolitische. Sie war die Tochter des heidnischen Königs von Sidon, die dafür sorgte, daß der Glaube an Jehovah abgeschafft und daß der Baalskult eingeführt wurde. Die Altäre des HERRN wurden niedergerissen, Baalstempel und -altäre gebaut, Ascherabildnisse (Göttin der Fruchtbarkeit) aufgestellt. Die Propheten Gottes wurden ausgerottet. Hundert konnte der Hofmeister Obadja retten (1. Kön. 18, 4). Nun trieben 450 Priester und Propheten des Baal und 400 der Aschera ihr Unwesen (1. Kön. 18, 19). So tat Ahab unter dem verhängnisvollen Einfluß seiner Frau mehr als alle Könige vor ihm, um den lebendigen Gott zu erzürnen. Das war der Grund für das Gericht am Hause Ahab. Seine außenpolitische Bündnispolitik vermochte ihn nicht vor dem Untergang zu retten. Wer Gott den Kampf ansagt, zieht letztlich immer den kürzeren, mag er menschlich auch eine noch so kluge Politik treiben.

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Autor: Bayer, Rupprecht | Kategorie(n): Gerichte Gottes, Israel, Religionen  |  235 x gelesen

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Vom Reden mit Gott zur Anbetung

Ein Gottesmann hat einmal folgenden Satz ausgesprochen: “Am Gebet müssen wir das Beten lernen, so wie einer am ABC das Lesen lernt. Wir zwingen uns zum Gebet, damit es uns zwinge, und lassen nicht von ihm, bis es uns segnet und der Erhörung gewiß macht.” Das ist eine kräftige Sprache, und wir müssen dieses “Zwingen” vom inneren Menschen her auffassen. Spurgeon hat es einmal ähnlich ausgedrückt. Er meinte, daß es nichts Besonderes ist, mit Gott zu sprechen, wenn wir in Gebetsstimmung sind; wenn wir aber nicht in der inneren Verfassung sind, dann sei es gefährlich, in einem so ungesunden Zustand zu verharren. Gerade dann dürfen wir uns im Gebet mit dem HERRN vereinen.

Diese Feststellung hat etwas mit der Aufforderung des Apostels Paulus zu tun: “Übe dich selbst in der Gottseligkeit” (1. Tim. 4, 7). Darin sei jeder Tag dem Herrn geweiht. Das ist die Voraussetzung, daß wir auch bei schweren Führungen die erfahrbare Kraft Gottes als Realität erleben. Die innige Lebensgemeinschaft, die alles mit IHM bespricht, trägt hindurch. Da dürfen wir in den kleinsten Dingen des Alltags gespannt sein, wie wir von der Größe Gottes getragen werden. Beschämt können wir dann feststellen, wie klein wir oft von dem großen Gott denken! In der beständigen Gebetsverbindung mit IHM als Lebenshaltung ist unser Christsein durchaus keine langweilige Angelegenheit, sondern hochinteressante Führung und göttliche Leitung.

Unser Reden mit Gott ist Gespräch auf höchster Ebene

Beginnt und endet bei uns jeder Tag mit der Lagebesprechung vor Gott, der in Jesus Christus unser himmlischer Vater ist?

Das überwältigt mich stets neu: Wir haben im Glauben Zugang zur höchsten “Weltraumbehörde”, zur höchsten Autorität, zum Herrn aller Herren (Hebr. 4, 16). Tag und Nacht haben wir jederzeit Audienz bei DEM, der alles in Seinen Händen hat. Wenn wir davon Gebrauch machen, verläuft unser Leben in Bahnen göttlicher Dimensionen. Das ist unser Lebenselement: Im Geist und in der Wahrheit vor Gott zu stehen (Joh. 4, 24), im Dialog mit IHM Seinen Willen zu erfragen und auf Seine Antwort zu lauschen.

Gebete sind Zwiegespräche mit dem lebendigen Gott und keine frommen Selbstgespräche, keine Autosuggestion, keine fromme Leistung, kein religiöses Gehabe, kein egozentrisches Wünschen, kein Selbsteinreden von Mut! In den Evangelien erkennen wir ergreifend, wie das Leben Jesu eine beständige Zwiesprache mit dem himmlischen Vater war (Joh. 5, 19; 8, 29). Als der Sohn des Vaters war ER sich stets gewiß, daß Sein Beten erhört wird. Als Söhne des Vaters — die Glieder des Leibes sind zur Sohnschaft berufen — dürfen wir uns ebenso der Erhörungsgewißheit erfreuen.

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Autor: Bayer, Rupprecht | Kategorie(n): Anbetung, Andachten, Glaubensleben & Wandel  |  262 x gelesen

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“Ihr seid der Leib des Christus”

(1. Kor. 12, 27)

Vor dieser Aussage der Heiligen Schrift können wir nur immer wieder in staunender Demut und dankbarer Anbetung stille werden. Sind wir von dieser Feststellung lebensmäßig total durchdrungen? Sie ist das Ende aller Privatfrömmigkeit. Religion mag Privatsache sein, aber nicht die Zugehörigkeit zum Leibe des Christus. Da gibt es kein Einzelgängertum und kein unverbindliches Nebeneinanderher. Leider lassen auch wir uns immer wieder von unserem Ich-Glauben leiten; wir beharren fest auf unserem Verständnis einer Bibelstelle; denn das hat uns ja, wie wir behaupten, der Heilige Geist so geoffenbart. Es geht aber im Glauben nicht um das Ich, sondern um das Wir, um den Leib des Christus. Der Gläubige sollte klar in diesem Gliedschaftsbewußtsein stehen und im Wesen und Wandel diese Gliedschaft des Leibes darstellen.

Der Leib des Christus

Unser Menschenleib ist ein einzigartiger, wunderbarer Organismus. Das Haupt unseres Körpers ist die Kommandozentrale für alle Glieder, für alles, was an diesem Leib und mit dem Leib geschieht. Genauso wirkt das Haupt der Gemeinde, die da ist Sein Leib (Kol. 1, 18; Röm. 12, 4.5), Christus Jesus. Das bedeutet, daß die einzelnen Glieder Seines Leibes lebendig und untrennbar mit ihrem Haupt verbunden sind. “Ich in ihnen und sie in Mir”, sagt der Herr (Joh. 17, 22.23; siehe auch Joh. 15, 4.5). Das bedeutet wiederum, daß die Glieder unter dem ständigen Einfluß ihres Hauptes stehen und mit Seinem Geist erfüllt und belebt werden. Die Glieder sind lebendige Organe dieses Organismus und erhalten ihre Lebensorientierung vom Haupt.

Dadurch wird aber auch deutlich, daß die Glieder dieses einen Leibes untereinander zusammengehören und aufeinander angewiesen sind. In dieser Wesenheit werden wir geprägt und zu christozentrischem Denken (Röm. 12, 2) geführt. 1. Kor. 12, 12 gibt uns eine klare “Definition” dieser “Gesamtperson” des Christus: “Gleichwie der Leib (unser Körper) einer ist und hat doch viele Glieder, alle Glieder aber zu dem einen Leib gehören, obwohl es viele Glieder sind: genauso auch der Christus”. So stehen die Glieder in inniger Lebensgemeinschaft mit ihrem Haupt und bilden gemäß der Aussage dieses Verses den Christus. Im Theologischen Begriffslexikon zum NT wird dazu auf Seite 216 folgendes gesagt: “Die Vielheit der Glieder kann ohne das Haupt nicht leben. Ohne den Einen Herrn, ohne das Eine Haupt, wären die Glieder ebensowenig eins wie amputierte Gliedmaßen, die zufällig zusammengeworfen sind.” In unserem Körper hat keine Zelle, kein Organ für sich allein einen Sinn, sondern erst die Verbindung und das Zusammenwirken aller untereinander bewirken das harmonische Leben des Ganzen. Wenn sich nur eine Zelle “selbständig” macht und nach “eigenem Ermessen” Zellen produziert, dann entsteht Krebs. Genauso verhält es sich im Organismus des Leibes Christi. Unser Ich will sich immer wieder groß machen, und die frommen Verführungen sind heute so enorm, daß wir uns immer wieder prüfen müssen (2. Kor. 13, 5): Sind wir lebendige Zellen am Leibe des Christus oder gleichen wir Krebszellen oder amputierten Gliedern? Produzieren wir Eigenes, oder lassen wir uns durch unser Haupt leiten (Röm. 8, 12-14)? Ohne die ständige lebensvolle Verbindung von Haupt und Gliedern ist Gemeinde nicht mehr Gemeinde, sondern Welt; vielleicht sehr religiöse und sehr fromme Welt, aber Welt!

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Autor: Bayer, Rupprecht | Kategorie(n): Andachten, Gemeinde  |  231 x gelesen

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Lass los von dir selbst!

Mark. 8, 35: “Wer sein Leben verliert (loslässt) um meiner- und des Evangeliums willen, der wird es gewinnen.”
Luk. 14, 33: “Wer nicht absagt allem (alles loslässt), kann nicht mein Jünger sein.”
Gal. 2, 20: “Ich bin mit Christus gekreuzigt; ich lebe, aber nun nicht mehr ich (ich habe mein Ich losgelassen), sondern Christus lebt in mir.”

Vor nicht allzu langer Zeit las ich den folgenden Spruch an einem Haus, der mit großen Lettern quer über die ganze Hauswand geschrieben war: “Wer einsam ist, der hat es gut, weil keiner da, der ihm was tut.” Vielleicht mag diese These für manchen verblüffend klingen; wer aber etwas darüber nachdenkt, merkt, dass die Aussage in mancherlei Hinsicht nicht stimmt. Das “liebe Ich” darf hier nicht angetastet werden. Wehe, man tut diesem Ich etwas zuleide, dann zieht es sich zurück! Da will doch einer sein Ich nicht loslassen! Wir sind schnell dazu bereit festzustellen, dass dies der Wahlspruch eines “Weltmenschen” ist. Eines Weltmenschen? Besitzen wir so viel Selbsterkenntnis, um einzugestehen, dass auch wir schnell beleidigt sind, wenn man unserem Ich zu nahe kommt? Im Gespräch, bei Meinungsverschiedenheiten, bei Urteilen, in Streitfragen, am Arbeitsplatz, bei Krankheit und Kummer, in Leid und Trübsal. Ist unser selbstherrliches Wesen nicht jederzeit bereit, eine “Igelstellung” einzunehmen?

Die oben angegebenen Gottesworte sollten wir, auch wenn sie uns zur Genüge bekannt vorkommen, gründlich durchdenken und betend bewegen. Es sind nur einige von denen, die uns etwas zu sagen haben vom Loslassen unseres Ichs … Es geht im Neuen Leben um die Ausgestaltung des Christuswesens in uns, und das geht immer auf Kosten des Ichwesens. Das Wort Gottes ist stets gegen unseren alten Adam gerichtet. Ich muss ihn deshalb loslassen; denn er ist mit Christus gekreuzigt und gestorben. Wer sein Ich nicht loslässt, ist Sklave seines Ichs. “Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes” (1. Kor. 2, 14); deshalb lass den alten Adam los!

Die große Gefahr für unser Glaubensleben ist unser Mischwesen. Deshalb heißt es, alles loslassen, was den Glaubenskampf aufhält, was vor Gott nicht bestehen kann, was das Leben im Geist hindert, dämpft und betrübt. “Je zerbrochener unser Ichwesen, desto mehr haben wir Leben von IHM” (Böhmerle).

“Immer, wenn andere mir, statt dem Christus in mir, begegnen, dann bekommen sie Tod und nicht Leben zu fassen” (Watchman Nee). “Das größte Hindernis, ein Leben in Christus zu führen, sind nicht ungünstige Verhältnisse, widrige Umstände oder schwierige Menschen. Das größte Hindernis bin ich mir selber. Mein Ich steht mir am meisten im Wege” (aus R. Bayer, Christsein im Alltag, Seite 10). Deshalb lassen wir es los! Sich selbst loslassen bedeutet: nicht mehr eigener Herr sein wollen. Nicht mehr ich stehe im Mittelpunkt, sondern Er, Er allein! Wer das wagt, wird wahrhaft innerlich beglückt, und er wird erfahren: “Wen der Sohn frei macht, der ist wahrhaft frei” (Joh. 8, 36). “Im Loslassen erfahren wir triumphierend, dass wir nichts verlieren, sondern alles gewinnen” (aus R. Bayer “Gott spricht, wir antworten”, Seite 33).

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Autor: Bayer, Rupprecht | Kategorie(n): Gemeinde, Glaubensleben & Wandel, Hingabe  |  528 x gelesen

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