Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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»Endzeit« im 1. Jahrhundert

Die Parallelität zwischen Urchristenzeit und Endzeit

Gliederung:

I. Das Ende kehrt zum Anfang zurück (Urzeit und Endzeit)
II. Die Vision Daniels über den Geschichtsverlauf (Dan. 7)
III. Letzte Tage während der Erdentage Jesu und Seiner Apostel (»Endzeit« im 1. Jahrhundert)


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Die Parallelen zwischen der Urzeit der Menschheitsgeschichte und der Endzeit sind frappierend. Wer die Anfänge nicht versteht, kann das Ende nicht durchschauen. So müssen wir uns, um einen Blick für die Endzeit zu gewinnen, mit den Anfängen beschäftigen. Verständnis der Urgeschichte gibt Licht für die Endgeschichte. — Weniger bekannt sind ähnliche Beziehungen zwischen der Zeit Jesu und Seiner Apostel und der Endzeit. Diese sollen in der vorliegenden Arbeit beleuchtet werden.

I. Das Ende kehrt zum Anfang zurück (Urzeit und Endzeit)

Die Endzeit, also die Jahre und Jahrzehnte vor der Wiederkunft Jesu Christi mit Seiner Gemeinde in Macht und Herrlichkeit zur Errichtung Seines Königreiches, ist genau besehen eine Zeit der Ausreife. Sie bringt im Kern nichts Neues. Die Weisheit Salomos belehrt uns: »Das, was war, ist das, was wieder sein wird. Und das, was getan wurde, ist das, was wieder getan wird. Und es gibt gar nichts Neues unter der Sonne« (Pred. 1, 9). Das heißt doch mit anderen Worten: Alles war schon einmal da. Wirklich Neues gibt es nicht. Es ist immer nur eine Neuauflage des Früheren in anderer »Gestalt«, aber mit gleichem Wesenskern.

Das ist in der Endzeit nicht anders. Alle Entwicklungen und Erscheinungen waren bereits keimhaft am Anfang der Menschheitsgeschichte vorhanden. In der hebräischen Bibel heißt das erste Buch »Im Anfang«. Es schildert nicht nur den Anfang, sondern auch die Anfänge. Endzeit ist von daher nur voll ausgereifte Anfangs- oder Urzeit. So ziehen sich die Emanzipation des Menschen (1. Mose 3), das religiöse Ich-Wesen (Kain) im Gegensatz zum Menschen des Glaubens (Abel — 1. Mose 4), der Okkultismus und der Einbruch der »Götter« (1. Mose 6), das Gericht über die alte Welt (»Tage Noahs« — 1. Mose 7-8), die revolutionäre, technik- und baubegeisterte Einheitsmenschheit im Turmbau zu Babel (1. Mose 11) und das lasterhafte, reiche, stolze und sexuell pervertierte Sodom und Gomorra (»Tage Lots« —1. Mose 19) mit immer neuen Abarten und Variationen nicht nur wie ein roter Faden durch die ganze Geschichte, sondern kulminieren am Ende der Tage vor allem in der »Hure Babylon« und im Antichristentum. In den Endzeitreden prophezeit Jesus, dass es »sein wird wie in den Tagen Noahs und Lots« (Luk. 17, 26ff.).

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Autor: Wörz, Reiner | Kategorie(n): Endzeit, Gemeinde, Heilsgeschichte, Israel, Versuchung & Verführung, Völkerschaften, Zeitgeschichte & Politik  |  1,307 x gelesen

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Der verlorene Sohn

Missratene Kinder waren zu allen Zeiten ein Thema. Bereits das erste Elternpaar, Adam und Eva, hatte in massiver Weise mit Eifersucht und Neid in der Familie zu kämpfen. Letztlich eskalierte der Streit und Kain ermordete seinen Bruder Abel. Ca. 3000 Jahre später hatte der Mann nach dem Herzen GOTTES, König David, nicht nur mit einem Sohn seine liebe Not, sondern es waren gleich mehrere Kinder, die nicht den geraden Weg gingen. Wir lesen von Vergewaltigung, Mord und Rebellion in der Königsfamilie. Von unserer Zeit ganz zu schweigen, in der moderner, antiautoritärer Erziehungsstil, der sich nicht an GOTTES ewig gültigem Wort orientiert, eine Vielzahl von schwierigen Kindern hervorgebracht hat. Auch hier gilt: “Was der Mensch sät, wird er ernten.” Eines der wunderbarsten Gleichnisse des fleischgewordenen Logos hat ebenfalls ein gespanntes Vater-Sohn-Verhältnis zum Inhalt, um daran allertiefste göttliche Wahrheiten anschaulich darzustellen: das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Es gibt wohl kaum ein anderes Gleichnis in der Schrift an dem GOTTES Gnade und Güte so wunderbar tief und zu Herzen gehend für den aufleuchtet, der Augen des Geistes hat.

I. Der Weg des Sohnes weg vom Vaterhaus

Der erste Teil unseres Gleichnisses schildert wie der unzufriedene Sohn sein Vaterhaus verlässt, um das Leben in der weiten Welt in vollen Zügen zu genießen: Luk. 15, 11-13: “Er sprach aber: Ein gewisser Mensch hatte zwei Söhne; und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Vater, gib mir den Teil des Vermögens, der mir zufällt. Und er teilte ihnen die Habe. Und nach nicht vielen Tagen brachte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste weg in ein fernes Land, und daselbst vergeudete er sein Vermögen, indem er ausschweifend lebte” (Schumacher: “durch einen zügellosen, heillos verdorbenen Lebenswandel”).

Der jüngere Sohn fordert seinen Vater auf, ihm seinen Teil am Vermögen auszuzahlen Nach jüdischem Recht war eine vorzeitige Erbteilung als Schenkung möglich; dem jüngeren Sohn stand 1/3, dem Älteren 2/3 des Vermögens zu. Der Vater war aber nicht verpflichtet, einer vorzeitigen Erbauszahlung zuzustimmen. Der Sohn will weg von zuhause und draußen in der Welt das Leben genießen. Es kann nicht schnell genug gehen (”nach nicht vielen Tagen”). Er muss hasten und eilen, um ja nichts zu verpassen. Durch seinen Weggang bringt er indirekt zum Ausdruck, dass ihm das gemeinsame Leben mit seiner Familie zu langweilig ist. Er will lieber etwas erleben, als zu Hause zu versauern. Durch sein Verhalten macht er seinem Vater klar: “So (fromm) wie ihr lebt, will ich nicht leben. Das ist doch gar kein richtiges Leben. Ich will das Glück, den Spaß und die Lebenslust mit Händen greifen. Ich will mein Leben genießen, mich durch keine Regeln und Gebote im Genuss beschränken lassen. So frei und liberal kann ich bei dir nicht sein.” In unserer heutigen Spaßgesellschaft hätte der jüngere Sohn sich wohl gefühlt. Hier hätte er viele Gleichgesinnte gefunden. So äußerte jüngst eine junge Frau: “Ich will tanzen, feiern, Spaß haben. Wozu ist man denn sonst auf der Welt?”

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Autor: Wörz, Reiner | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  705 x gelesen

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Glaube und Denken

(Nach einem Vortrag auf der Arosa-Bibelfreizeit 2000 — Audiofile vom 18.03.2009, Langensteinbacherhöhe)

I. Glaube und Denken aus der Sicht der Welt

»Vertraue auf Jehovah mit deinem ganzen Herzen, und stütze dich nicht auf deinen Verstand« (Spr. 3, 5).

Dieser Vers bestätigt scheinbar die allgemein anzutreffende Meinung, nach der sich Glauben und Denken fast ebenso ausschließen wie für die ungläubige Welt Glaube und Wissen (wer glaubt, weiß es nicht genau — er hofft nur, dass es so ist). Glauben wird nicht unbedingt mit logischem und scharfem Denken in Verbindung gebracht, sondern eher mit Gefühl, Intuition und Irrationalität. Glaube hat es nach der herrschenden Meinung eher mit dem »Bauch« als mit dem »Kopf« zu tun. Vermutlich verstehen viele unseren o. a. Bibelvers in diesem Sinne.

Aus dieser Anschauung folgt dann die nicht auszurottende, irrige Auffassung, der biblische Glaube wäre etwas für Unaufgeklärte, nicht wissende »Naivlinge«, die im Schnitt gesehen geistig eher schwächer bemittelt sind. Bereits im Altertum galt das Christentum als »Religion der (unwissenden und bildungslosen) Sklaven«. So schreibt etwa der neuplatonische Philosoph Celsus um das Jahr 180 unserer Zeitrechnung: »Der Christenglaube ist unterphilosophisch, recht für die Ungebildeten. Christen sind primitiv glaubende Leute. Kein Vernunftmensch hält es unter ihnen aus. Im Gegenteil, intellektuelle Eigenschaften werden bei ihnen als Übel angesehen. Kommt jedoch einer ungebildet und dumm daher, dann heißen sie ihn herzlich willkommen.« An anderer Stelle bezeichnet er sie als »ungebildete und ungeschliffene Leute«. Auch die humanistischen Aufklärer der Neuzeit waren der Meinung: Je mehr der Mensch weiß und nachdenkt, desto weniger glaubt er!

Ganz anders wurde allerdings jahrhundertelang in der Scholastik, der theologischen und philosophischen Schulwissenschaft des Mittelalters, gedacht. Hier sollte der christliche Glaube denkend in seinen Zusammenhängen dargestellt werden. In der Scholastik spielte das Denken somit eine zentrale Rolle im Erkennen Gottes und der Wahrheit. Der Verstand wurde als eine Gabe Gottes verstanden. Man sprach vom »lumen naturale«, dem natürlichen Licht des Verstandes. Erasmus von Rotterdam, ein Zeitgenosse Martin Luthers, etwa war der Auffassung, dass der Mensch allein mit dem lumen naturale in die Lage versetzt wird, den Schöpfer anhand der Schöpfung zu erkennen und zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Der Kirchengeschichtler Prof. Dr. Armin Sierszyn fragt sich, »ob im Abendland jemals größere Denkarbeit geleistet wurde als durch die asketischen (Bettel)mönche und Theologen an den ehrwürdigen Universitäten zu Paris, Oxford, Bologna oder Köln«. Als eigentlicher Vater der (Früh)scholastik darf Anselm von Canterbury (1033-1109) bezeichnet werden. Er glaubt mit dem Ziel, durch den Glauben zu verstehen. Der Glaube ist immer das Erste, das Denken das Zweite. Denn der Glaube ist das Licht. Er erleuchtet unsere Erkenntnis und das Denken. Anselm traut dem Verstand viel zu. Der Glaube braucht sich vor dem Verstand überhaupt nicht zu fürchten, denn der Glaube ist vernunftgemäß, ja denknotwendig. Wer recht denkt, glaubt. Er spricht vom »lumen divinium«, dem Verstand als göttlichem Licht in uns.

Die Welt stellt sich gern objektiv, wissenschaftlich und frei von jedem Glauben dar, während sie die Glaubenden in die Nähe von Subjektivität und Unwissenschaftlichkeit rückt. Allerdings dürfte es dem aufmerksamen Beobachter nicht entgehen, dass in unserer angeblich so aufgeklärten Welt viele Entscheidungen mehr vom Gefühl und der Intuition als vom nüchternen, sachlichen und klaren Denken bestimmt sind. Selbst die vermeintlich objektive Wissenschaft ist nicht frei von jedem »Glauben«. So hat etwa die gern als Tatsache gepriesene Evolutionslehre (Theorie von der Entwicklung aller Lebewesen aus niederen, primitiven Organismen bis hin zum Menschen) Prämissen, die man nur als eine Art Glaubenssatz oder quasireligiöse subjektive Ansicht bezeichnen kann. Man schließt nämlich Gott per Definition aus, indem man die Welt rein materiell be­trachtet und jede übernatürliche Einwirkung ausschließt. Akzeptiert wird nur, was für den Menschen mess- und einsehbar ist. So hat man von vorneherein, trotz ungezählter Hinweise, dass es mehr gibt als das zur Zeit Sicht- bzw. Messbare, die unsichtbare Welt Gottes und der Geistwesen ausgeschlossen. Wer so denkt, denkt »wissenschaftlich«; wer die Welt anders erklären will, wird als »unwissenschaftlich« bezeichnet. Im Bereich der Makroevolution (Artenüberspringende Entwicklung, z. B. vom gemeinsamen Vorfahren von Affen und Menschen zum Menschen, im Unterschied zur Mikroevolution, Entwicklung innerhalb einer Art, z. B. der Schmetterlinge, die durchaus ihre Berechtigung hat) gibt es darüber hinaus zahlreiche mess- und sichtbare Gegenargumente, die bereits genügen, um diese Theorie zu widerlegen. Ein promovierter Biologe entgegnete mir einmal, als ich ihn auf die zahlreichen Gegenargumente bezüglich der Makroevolution angesprochen habe: »Das wissen wir sehr wohl. Wir haben eben zur Zeit kein besseres Modell, ansonsten müssten wir ja an Gott glauben!«

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Autor: Wörz, Reiner | Kategorie(n): Glaubensleben & Wandel, Lehre  |  590 x gelesen

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Der Turmbau zu Babel

(Nach einem Vortrag an Pfingsten 2000 auf der Langensteinbacherhöhe; Audiovortrag)

Im Zuge des europäischen Einheitsprozesses wurde am 1. Januar 2002 die Einheitswährung Euro eingeführt. Auf dem Madrider EU-Gipfel im Dezember 1993, der die Einführung vorbereiten sollte, sagte der damalige portugiesische Ministerpräsident Antonio Guterres: “Dein Name sei Euro, und auf dich will ich die europäische Einigung bauen”. Er spielte damit auf das Wort des Herrn aus Matth. 18, 18 an: “Aber auch ich sage dir, dass du bist Petrus; und auf diesen Felsen will ich meine Versammlung bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen.” Man kann sich kaum des Eindruckes erwehren, als hätte das Streben nach Einheit und Vereinheitlichung von Staaten nicht nur visionären, sondern beinahe heilbringenden, religiösen Charakter. Warum ist dies so? Warum wird die Welteinheit gerade in unserer Zeit so vorangetrieben?

Um zu verstehen, warum die Menschheit gerade in den letzten Jahren und Jahrzehnten so zur Einheit drängt, lohnt es sich, einen Blick in das Buch der Anfänge zu werfen. Das 1. Buch Mose heißt im Hebräischen einfach “Im Anfang”. In ihm werden uns die Anfänge der Menschheitsentwicklung gezeigt. So wird über urzeitliche Einheitsbestrebungen kurze Zeit nach der Sintflut berichtet. Schon damals zeigte die zur Einheit strebende Menschheit alle Eigenschaften und Wesenszüge, die auch im heutigen Einheitsprozess eine Rolle spielen:

“Und die ganze Erde hatte eine Sprache und einerlei Worte. Und es geschah, als sie nach Osten zogen, da fanden sie eine Ebene im Lande Sinear und wohnten daselbst. Und sie sprachen einer zum anderen: Wohlan, lasst uns Ziegel streichen und hart brennen! Und der Ziegel diente ihnen als Stein, und das Erdharz diente ihnen als Mörtel. Und sie sprachen: Wohlan, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm, dessen Spitze an den Himmel reiche, und machen wir uns einen Namen, dass wir nicht zerstreut werden über die ganze Erde! Und Jehova fuhr hernieder, die Stadt und den Turm zu sehen, welche die Menschenkinder bauten. Und Jehova sprach: Siehe, sie sind ein Volk und haben alle eine Sprache, und dies haben sie angefangen zu tun; und nun wird ihnen nichts verwehrt werden, was sie zu tun ersinnen. Wohlan, lasst uns herniederfahren und ihre Sprache daselbst verwirren, dass sie einer des anderen Sprache nicht verstehen! Und Jehova zerstreute sie von dannen über die ganze Erde; und sie hörten auf, die Stadt zu bauen. Darum gab man ihr den Namen Babel; denn daselbst verwirrte Jehova die Sprache der ganzen Erde, und von dannen zerstreute sie Jehova über die ganze Erde” (1. Mo. 11, 1-9).

1. Verhältnisse zur Zeit des Turmbaues

a) Die Zeit des Turmbaues

Der Turmbau zu Babel könnte um das Jahr 2.000 bis 2.100 Jahre v. Chr. stattgefunden haben; also vor nunmehr über 4.000 Jahren. Das gewaltige Gericht der weltweiten Sintflut lag erst ca. 200 bis 250 Jahre zurück.

b) Die Herrschaftsverhältnisse

Es war die Herrschaftszeit des Diktators Nimrod, eines Prototypen (Vorläufers) des Antichristen aus der Fluchlinie Hams. Er war ein gewaltiger Herrscher, der uns nach der Sintflut als erster Städtegründer genannt wird. Zu seinem Reich gehörte auch das Babel der Urzeit. “Nimrod, der fing an, ein Gewaltiger zu sein auf der Erde. Er war ein gewaltiger Jäger vor Jehova; darum sagt man: Wie Nimrod, ein gewaltiger Jäger vor Jehova! Und der Anfang seines Reiches war Babel …” (1. Mo. 10, 8-10). Nimrod und das I. Babel sind prophetische Modelle für den letzten Weltherrscher, den Antichristen in den Johannesbriefen, und die endzeitliche große Hure von Offb. 17. Das griechische “Thärion” (mst. übersetzt mit “Tier”) als Bezeichnung des Antichristen in der Offb. umfasst das “Jäger sein”. Der letzte Weltherrscher ist, wie sein Vorgänger in der Urzeit, ein gewaltiger Jäger, ein Menschenjäger. Alle, die nicht bereit sind ihm göttliche Anbetung zu bringen, werden grausam verfolgt (Offb. 13, 15).

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Autor: Wörz, Reiner | Kategorie(n): Das Böse, Endzeit, Unsichtbare Welt, Versuchung & Verführung, Völkerschaften, Zeitgeist  |  973 x gelesen

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Die herausgerufene Gemeinde in der Endzeit

(Nach einem Vortrag auf der Arosa-Freizeit 1998; benutzte Übersetzungen: Konkordante Wiedergabe und Elberfelder Bibel)

Geliebte Geschwister in Christo Jesu,

wir behandeln heute ein endzeitliches Thema, ausgehend von 2. Tim. 3, 1-5. Hier wird der Mensch der Endzeit beschrieben, insbesondere der scheinbar fromme Mensch, der Namenchrist. Wir lesen dort:

“Dies aber sei dir bekannt, daß in den letzten Tagen” (also in der Endzeit) “eine gefährliche (oder: schwere, wilde, greuliche, schlimme) Frist gegenwärtig sein wird. Denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldgierig, hoffärtig, stolz, Lästerer, gegen die Eltern widerspenstig, undankbar, huldlos, lieblos, unversöhnlich, Widerwirker (anders übersetzt: diabolisch, teuflisch), haltlos, zügellos, dem Guten feind, Verräter, voreilig, dünkelhaft, mehr Freunde des Genusses als Freunde Gottes, die eine Form der Frömmigkeit haben, die Kraft derselben aber verleugnen. Von diesen kehre dich ab (wörtlich: drehe dich weg).” — Hier werden zweimal zehn (20) Eigenschaften des Endzeitmenschen angeführt, wovon die letzten drei Merkmale besonders auf das entartete Pseudochristentum hinweisen.

Wir leben in einer ernsten Zeit, einer Zeit des Abfalls und der Verführung inmitten der Gemeinde. Es ist mir wichtig, daß wir das beachten! Nicht irgendwo weit draußen, nein, inmitten unserer Kirchen, Freikirchen, Gemeinschaften und Hauskreise läuft Verführung. Wir haben in der herausgerufenen Gemeinde eine Abfall-Linie und eine Überwinder-Linie.

Dies ist aber auch eine Zeit, in der die herausgerufene Gemeinde durch geistgemäße Überwindung des Bösen ausreifen und zum geistlichen Vollmaß kommen darf. Wir brauchen genau diese Endzeitverhältnisse, um zum Ziel zu kommen.

Mein Dienst ist in fünf Hauptpunkte gegliedert:

  1. Die Stellung und Bedeutung der Gemeinde im Heilsplan Gottes;
  2. Das Ziel der Gemeinde in diesem bösen Äon;
  3. Wie erreicht die Gemeinde dieses Ziel?
  4. Was kennzeichnet die Endzeit?
  5. Konsequenzen für den Weg der Gemeinde.

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Autor: Wörz, Reiner | Kategorie(n): Endzeit, Gemeinde, Glaubensleben & Wandel, Heilsgeschichte  |  755 x gelesen

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Durch Gericht zur Gnade

“Stehe auf, Jehovah, in Deinem Zorn! Erhebe dich wider das Wüten meiner Bedränger, und wache auf zu mir: Gericht hast Du befohlen.” (Psalm 7, 6)

Ein Mörder wird aufgrund erdrückender Beweislast zum Tod verurteilt. Alle empfinden das Urteil des Richters als gerecht. Der Richter ordnet den sofortigen Vollzug der Strafe an. Angesichts seines Henkers bricht der Delinquent zusammen und gesteht unter Tränen die grauenvolle Tat. Immer wieder bittet er den strengen, aber gerechten Richter um Gnade, doch dieser antwortet hart: “Du bekommst lediglich die gerechte Strafe für deine Tat, den Tod.” Ohne Gnade wird der Mörder hingerichtet.

Müssen wir aus dieser erfundenen Geschichte nicht den Schluss ziehen, dass sich Gericht und Gnade gegenseitig ausschließen? Entweder wird der Mörder hingerichtet oder begnadigt. Finden wir diesen sich ausschließenden Gegensatz nicht auch in der Bibel? Entweder begnadigt Gott im Hinblick auf das ein für allemal erbrachte Sühnopfer Jesu, oder es ergeht bei ungläubiger Ablehnung der Heilstat das gerechte Verdammungsurteil über einen Menschen. Schließen sich nicht auch in der Schrift Gnade und Gericht gegenseitig aus? Dem einen begegnet Gott als gerechter Richter, der ihn völlig zu Recht für ewig verdammt, und dem anderen als begnadigender, barmherziger Vater? Die meisten Gläubigen dürften eine solche oder ähnliche Schau haben. Andere, die aufgrund des Wortes erfassen durften, dass Gott mit allen zu Seinem Heilsziel kommt und die Gerichte zwar furchtbar, aber nicht unendlich sind, fragen sich: Wie kann unser liebender Vater solch gewaltige Gerichtsschläge, wie sie etwa in der Offenbarung für die Letztzeit prophezeit sind, zulassen oder gar wollen? Kann ein gnädiger Gott der Liebe so sein?

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Autor: Wörz, Reiner | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Gerichte Gottes  |  739 x gelesen

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Bannfluch zu Gunsten Israels?

(Röm. 9, 1-5)

Die Mutter sitzt am Krankenbett der kleinen Susanne und kann das Leid kaum mehr ertragen. Mehr im Fieberwahn als mit Bewusstsein eilt ihre 9-jährige Tochter unter qualvollen Schmerzen dem Tode entgegen. Gerne würde sie mit ihrer Tochter tauschen und für sie sterben, damit Susanne an ihrer Stelle weiterleben kann. Die Mutter denkt nicht so, weil sie den Tod sucht, sondern weil sie ihre Tochter von Herzen liebt. Wenn es eine Möglichkeit gäbe, die todbringende Krankheit von ihrer Tochter auf sich zu übertragen, wäre sie dazu bereit. Oft hat sie in den letzten Wochen davon gesprochen: “Ich wünschte, ich wäre an Susannes Stelle!” Aber dies ist nicht möglich. So bleibt es beim Herzenswunsch.

Von solcher Liebe war das Herz des Apostels Paulus bewegt, als er wünschte, vom Leben, dem Christus, getrennt zu werden, damit seine Brüder dem Fleische nach die Rettung in Christus erfassen können. In Röm. 9, 1-5 berichtet er von seiner Herzensnot und seinem Wunsch: “Wahrheit rede ich in Christus, ich lüge nicht, mein Gewissen bezeugt es mir in heiligem Geist: Große Betrübnis (Traurigkeit) ist in mir und unablässiger (unaufhörlicher) Schmerz in meinem Herzen — denn ich wünschte, selbst von Christus hinweg verbannt zu sein (durch einen Fluch von Christo entfernt zu sein) — für meine Brüder (zugunsten meiner Brüder), meine Stammverwandten dem Fleische nach, die Israeliten sind, denen der Sohnesstand und die Herrlichkeit gehören, die Bündnisse und die Gesetzgebung, der Gottesdienst und die Verheißungen, zu ihnen gehören die Väter und aus ihnen (ging) der Christus nach dem Fleische (hervor), der über allem Gott ist, gepriesen in die Weltzeitalter hinein! Amen!” (Konkordante Übersetzung; Vers 5 nach Schumacher).

Will Paulus sich denn wirklich vom Heil in Christus ausschließen, damit Israel an seiner Stelle Zugang bekommt? Weiß er denn nicht, dass das Heil Israels untrennbar mit der Vollendung der Gemeinde verbunden ist, so dass er nicht von Christus getrennt werden muss, sondern im Gegenteil zusammen mit den anderen Gliedern des Leibes zur Ausreife streben muss, um seinem Volk helfen zu können? — Überhaupt, kann man denn durch irgendein Opfer Heil für andere bewirken? Widerspricht dies nicht radikal der von Paulus selbst im Römerbrief dargelegten Gnade? Einer Gnade, die allein auf dem Opfer Jesu ohne irgendeine menschliche Leistung oder Ergänzung beruht? — Dies sind Fragen, die wir im folgenden versuchen, zu beantworten.

Was heißt gebannt sein?

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Autor: Wörz, Reiner | Kategorie(n): Israel, Paulus  |  718 x gelesen

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