Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Licht aus dem Dunkel — Ein Wort zur Pfingstbewegung

Vorbemerkung des Schriftleiters (Heinz Schumacher):

Die Veröffentlichung des folgenden Artikels (72 Jahre nach seinem ersten Erscheinen) ist in keiner Weise polemisch oder aggressiv gemeint. Sie richtet sich weder gegen einen Bruder noch gegen einen Kreis unserer Tage, um diese zu verurteilen. Dennoch halten wir diesen Artikel Professor Ströters für wichtig und wegweisend auch für die heutige Zeit. Ströter war es geschenkt, in einer einmaligen Weise mit wenigen kurzen, markanten Strichen das Gefährliche an der Pfingstbewegung seiner Tage herauszustellen, ohne aus der Liebe zu den Brüdern zu fallen. Er zeigt, an welcher Stelle die Gemeinde Gottes gewisse Grenzmarkierungen auf keinen Fall übersehen, gewisse rote Ampeln auf keinen Fall überfahren darf — sonst landet sie heute wie damals in einem gefühlsbezogenen statt wortbezogenen Glauben, verliert die klare Orientierung, kommt ins Rutschen, hat keine biblisch klaren Maßstäbe mehr. Möge dieser Aufsatz auch heute noch vielen dienen dürfen — gerade solchen, die sich nach dem Wirken des Geistes Gottes in Kraft und Fülle sehnen!
H. Sch.


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Die sogenannte “Pfingstbewegung” gehört zu den ernstesten und bedeutsamsten Zeichen dieser “letzten Tage”. Sie ist ein “Gericht am Hause Gottes” … Es vollziehen sich in ihr unwandelbare Gesetze und Ordnungen des göttlichen Waltens … Jedes Verlassen des Schriftbodens schafft dem Fürsten der Finsternis Raum und Gelegenheit. Die Sieghaftigkeit des zweiten Adam (Jesus Christus) all seinen Anschlägen gegenüber, lag lediglich in vollster Unterwerfung unter das geschriebene Wort. Nicht mit Seinen “mächtigen Erfahrungen”, mit gehörten Stimmen vom Himmel, mit geschautem Erscheinen des Heiligen Geistes — und alles das war bei Ihm echt — schlug Jesus den Versucher aus dem Felde, sondern nur mit dem nackten, scharfen, zweischneidigen Schwert des geschriebenen Wortes Gottes (Matth. 4/Lukas 4). Diese einfache, elementare Lektion muß die gläubige Gemeinde immer wieder durchbuchstabieren. Dazu muß und wird ihr auch diese “Pfingstbewegung” dienen, in welcher Satan so viele liebe Gläubige und Heilige übervorteilt hat, weil sie mit Erfahrungen und Erlebnissen, mit Kräften, mit Zeichen, mit Wundern und Gaben operierten — alles Dinge, die ihren Ort und ihre Zeit haben, die aber nie bestimmt und berechnet sind, in dem uns verordneten Kampf als Waffenrüstung zu dienen. Dieser Irrtum hat beschämende Niederlagen gebracht. Er wird noch ärgere bringen, wenn wir nicht lernen.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Gemeinde, Schwarmgeist, Versuchung & Verführung  |  754 x gelesen

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Eine normale Bekehrung

“Von euch ist ausgegangen das Wort des Herrn, nicht nur in Mazedonien und Achaja, sondern an jedem Ort ist euer Glaube an Gott ausgebreitet worden, so daß wir nicht nötig haben, davon zu reden. Denn sie selbst erzählen von uns, wie wir bei euch Eingang gefunden, und wie ihr euch bekehrt habt, zu Gott von den Abgöttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott und zu erwarten Seinen Sohn vom Himmel, welchen Er auferweckt hat von den Toten: Jesum, der uns von dem kommenden Zorn errettet hat” (1. Thess. 1, 8-10).

Wo wirklich gesundes, frisches Geistes- und Glaubensleben pulsiert, kann es einfach nicht verborgen bleiben. Daß von den Thessalonichern Gottes Wort ausgegangen war, war nicht das Ergebnis besonderer Reklame, die sie veranstaltet hatten. Einer solchen bedurfte es wahrlich nicht. Die hell strahlende Sonne bedarf keiner Anzeigen. Und wo heute noch in einem Menschenleben oder in einer Gemeinde das wahre Licht aufgegangen ist, da bekundet es seine Leuchtkraft und seine lebenzeugende Wärme ohne Trompetenschall oder Zeitungsreklame. Ein echtes Kind der Wahrheit braucht nur sein Licht leuchten zu lassen, so werden lichthungrige Seelen schon angezogen und vom Leben berührt.

In weiten Kreisen war eine solche Betätigung ihres frischen, kraftvollen Glaubenslebens erfolgt, daß Paulus sagen darf: wir haben nicht nötig, davon zu reden. Was sind das alles für erfreuliche Kennzeichen und Merkmale! Da ist kein banges Fragen, kein Zweifeln und Bedenken, ob die Erweckung wohl auch echt gewesen und bleibende Früchte gezeitigt habe. Wie oft kommt es in unseren Tagen vor, daß Prediger und Evangelisten der Erweckungen, die sie gehabt, gar nicht recht froh werden können. Und das mit gutem Grund. Es lassen sich eben viele Menschen wohl erschüttern, anfassen, auch in einem gewissen Sinne bewegen, ihr altes Wesen dranzugeben. Aber die Frage ist: Was tritt an die Stelle des Alten? Bekehrungen — ja! Aber wozu?

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Gemeinde, Lehre  |  434 x gelesen

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Die Nachtgesichte des Propheten Sacharja

Inhalt:

Vorwort
Einleitung Kap. 1, 1-6 — Die Berufung des Propheten
Das erste Nachtgesicht (Kap. 1, 7-17)
Das zweite Nachtgesicht (Kap. 2, 1-4)
Das dritte Nachtgesicht (Kap. 2, 5-9)
Zwei merkwürdige Einschaltungen (Kap. 2, 10-13 und 14-17)
   a) Die Aufforderung zur Flucht aus dem Mitternachtslande, aus der Tochter Babel (V. 10-13)
   b) Die Aufforderung zu Jubel und Freude (V. 14-17)
Das vierte Nachtgesicht (Kap. 3)
Das fünfte Nachtgesicht (Kap. 4)
Das sechste und siebente Nachtgesicht (Kap. 5)
Das letzte Nachtgesicht (Kap. 6, 1-8)
Der abschließende Krönungsakt (Verse 9-15)


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Vorwort

Der Prophet Sacharja ist der größte von den sogenannten zwölf “kleinen” Propheten. Er bildet mit Haggai und Maleachi ein leuchtendes Dreigestirn, das Jahwe seinem aus Babylon zurückgekehrten Volk Israel in bedrängter Zeit aufgehen ließ. Denn wiewohl Israel damals eine wirkliche Befreiung aus der 70-jährigen Gefangenschaft erfuhr, so war damit doch die lange, bange Nachtperiode seiner Volksgeschichte nicht abgeschlossen. Dieselbe dauert vielmehr, wie jedermann weiß, bis auf den heutigen Tag fort. Dass nun der Prophet Sacharja jenen “Tag geringer Anfänge” Kap. 4, 10 erlebt hatte und auf eine so freundliche Heimsuchung seines gefangenen Volkes durch Jahwe zurückblicken durfte, stellt die ihm gegebenen Nachtgesichte in eine eigenartige Beleuchtung. Seine Weissagungen haben nämlich dadurch ihre Ausgangspunkte und Ansätze in tatsächlich erlebten Erweisungen der Rettertreue Jahwes gegen sein Volk. Aber sie liefern eben dadurch den klarsten Beweis, dass Gottes Liebesabsichten mit Israel keineswegs ihre erschöpfende Erfüllung fanden in dem, was die Rückkehr aus Babel an tatsächlicher nationaler Wiederherstellung gebracht hatte. So wird uns die Betrachtung gerade dieses prophetischen Buches in besonders deutlicher Weise zeigen, dass wir die Ausführung und Vollendung dessen, was Jahwe mit seinem Volk Israel vorhat, um an ihm seinen Ruhm groß zu machen, wie Jes. 43, 21 geschrieben steht, keineswegs in der Geschichte der Vergangenheit zu suchen haben. Die Nachtgesichte Sacharjas haben ihre Erfüllung noch nicht gehabt, sondern dieselbe steht noch bevor.

Zugleich tritt in ihnen unverkennbar die göttliche Art zutage, die großen Verheißungen einer herrlichen Zukunft bestimmt und deutlich auf dieselben Linien zu stellen, auf denen sich die wiederherstellende und erlösende Gnade Jahwe bereits geschichtlich bewegt hatte. Darin erblicken wir die Gewähr, dass auch die zukünftige, endgültige Erfüllung dieser Gesichte auf den gleichen Linien geschehen wird. Wir weisen deshalb alle Versuche, für diese Gesichte eine sogenannte “geistige” Erfüllung, etwa in der geschichtlichen Entwicklung der Gemeine Gottes aus den Nationen zu finden, bestimmt zurück. Vielmehr erwarten wir, dass sich alles, was Gott in diesen Gesichten von Volk und Land, seiner Stadt und Tempel, von Königshaus und Priestertum geredet, in der Zukunft wortgetreu und geschichtlich an eben denselben vollziehen wird. Nur darin, glauben wir, wird die gläubige Gemeine den rechten Boden finden, auf dem sie fest Stellung nehmen und priesterlich fürbittend einstehen kann, bis Jahwe alles wahrgemacht, was er Israel Gutes zugesagt hat und Jerusalem wieder zu einem Ruhm gesetzt hat auf Erden (Jes. 62, 6.7).

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Heilsgeschichte, Israel  |  418 x gelesen

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Welche Stelle soll die Lehre vom Geheimnis des Leibes Christi in unserer Wortverkündigung einnehmen?

Referat während der Brieger Bibelwoche, Mai 1908, mit einigen Erweiterungen

Um auf diese Frage eine intelligente Antwort geben zu können, wird es gut sein, dass wir uns in einer Reihe von Thesen oder Sätzen klar zu werden suchen, welche Stelle diese Wahrheit in der apostolischen Wortverkündigung einnahm, und welche Bedeutung derselben dort gegeben ist:

I.

Die lehrhafte Darstellung dieses Geheimnisses ist dem Apostel Paulus durchaus eigentümlich. Sie findet sich nur in den paulinischen Briefen. So redet er z. B. Eph. 3, 3 von einer Verwaltung der Gnade Gottes, die ihm für die Nationen gegeben sei. In Vers 8 erklärt er, dass ihm, dem allergeringsten unter allen Heiligen, diese Gnade gegeben sei, unter den Heiden den unausforschlichen Reichtum des Christus zu verkündigen. Und Kol. 1, 25 sagt er von dem Leibe Christi, der Gemeine, dass er deren Diener geworden, nach dem Haushalteramt Gottes, “das mir für euch gegeben ist”. Das ist eine Sprache, die mit der Vorstellung einer bloßen Beiordnung des Paulus zu dem Dienst der Zwölfe nicht wohl zu vereinigen ist.

Besondere Beachtung verdient hier noch, was Paulus Gal. 1, 15.16 sehr stark hervorhebt. Nachdem er dort V. 12 erklärt hatte, dass er “sein Evangelium” von keinem Menschen empfangen noch gelernt (also auch nicht von den Zwölfen, die vor ihm Apostel waren), sondern durch Offenbarung Jesu Christi, d. h. durch eine ganz neue und zusätzliche Erweisung des Auferstandenen vom Himmel her, bezeichnet er sich als von Mutterleibe an von Gott ausgesondert und berufen durch seine Gnade, seinen Sohn, (den Christus) zu offenbaren “in mir (also nicht bloß durch mich), damit ich ihn durch das Evangelium verkündige unter den Nationen”. Das bedeutet doch wohl, dass Paulus sich nicht nur als Träger und Vermittler dieser neuen Offenbarung Christi wusste, sondern als berufenen Lehrtyp dieses Geheimnisses “Christus in uns”. Das belegen uns auch die sehr häufigen Hinweise in seinen Briefen auf seine eigene mustergültige Erfahrung und Führung (Röm. 15, 18; 1. Kor. 11, 1; 2. Kor. 1, 5. 6; 2, 15; 4, 10-12; 13, 4; Gal. 6, 17; Phil. 3, 17; 4, 9; Kol. 1, 24.25). Auch in diesem Punkt steht Paulus einzig da unter den Aposteln.

(Man vergleiche hiermit auch die nachdrückliche, fast frappierende Art, mit welcher dieser Apostel Röm. 11, 1 seine durchschlagende Antwort “Das sei ferne” auf die Frage: “Hat denn Gott sein Volk verstoßen?” begründet mit dem Hinweis: “Denn ich bin ein Israelit!” Das will sagen, er darf sich und seine Erfahrung auch nach dieser Seite hin, als prophetisch und vorbildlich, als mustergültig für die zukünftige nationale Bekehrung Israels durch die Erscheinung des verherrlichten Christus vom Himmel hinstellen).

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Gemeinde, Lehre, Paulus, Paulusbriefe  |  619 x gelesen

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Das Gleichnis von den zehn Jungfrauen

“Dann wird das Reich der Himmel gleich geworden sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und ausgingen, dem Bräutigam entgegen. Fünf aber von ihnen waren klug und fünf töricht. Die Törichten nahmen zwar ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit sich. Die Klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen. Als aber der Bräutigam auf sich warten ließ (säumte, zögerte, verzog), wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. Um Mitternacht aber entstand ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam (kommt)! Geht aus, Ihm entgegen! Da erwachten die Jungfrauen alle und rüsteten ihre Lampen. Die Törichten aber sprachen zu den Klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsre Lampen erlöschen! Aber die Klugen antworteten und sprachen: Niemals! Es würde nicht reichen für uns und für euch! Geht vielmehr zu den Verkäufern und kauft für euch selbst! Indem sie aber hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam, und die bereit waren, gingen mit Ihm hinein zu der Hochzeit, und die Tür ward verschlossen. Zuletzt kommen auch die übrigen Jungfrauen und sagen: Herr, Herr, tu uns auf! Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht! — Darum wachet, denn ihr wißt weder den Tag noch die Stunde, wann des Menschen Sohn kommt!” (Matth. 25, 1-13)

Zunächst müssen wir uns klar werden über den Zusammenhang, in dem dieses Gleichnis steht, und über den Boden, auf welchem es geredet wurde. Eine Schriftdeutung, die diese beiden Momente außer acht läßt, ist nie zuverlässig. Die Feststellung dieser beiden Gesichtspunkte ist in diesem Fall besonders leicht und einfach. Das Gleichnis steht deutlich im engsten Zusammenhang mit einer ganzen Reihe von prophetischen (eschatologischen, d. h. die “letzten Dinge” behandelnden) Reden des Herrn Jesu. Sie beginnen mit Matth. 24, 1 und schließen ab mit Kap. 25, 46. Diese behandeln zunächst (in Kap. 24) in großen Umrissen und übersichtlich den Verlauf und Charakter des Zeitalters, das mit der Wiederkunft des Menschensohnes, d. h. des Israel verheißenen Messias und Königs zum Gericht abschließen wird. Sodann werden (in Kap. 25) vom Herrn in drei Gleichnissen vorgeführt:

  1. (V. 1-13) die eigenartige Gestaltung, die das Israel verheißene Königreich der Himmel bis dahin angenommen haben wird, in dem Gleichnis von den zehn Jungfrauen;
  2. (V. 14-30) die Abrechnung, welche der wiederkehrende Herr alsdann mit Seinen Knechten halten wird, in dem Gleichnis von den Knechten, die ihres abwesenden Herrn Güter zu verwalten hatten;
  3. (V. 31-46) das große, schon von Joel (Kap. 4) verkündigte Gericht des verherrlichten Menschensohnes über die (dann auf Erden lebenden) Nationen, in dem Gleichnis von den Schafen und Böcken.

Daß in Kap. 24 auf die zeitliche Aufeinanderfolge der dort geweissagten zukünftigen Ereignisse zu achten ist, unterliegt wohl keinem Zweifel. Ob eine solche chronologische Folge auch zwischen den drei Gruppen von Gleichnissen in Kap. 25 gesetzt sei, halten wir für fraglich. Denn zwischen den einzelnen Gleichnissen sind gar keine Verbindungen hergestellt, die eine Zeitfolge anzeigen, wie das z. B. in Kap. 24 (V. 9.10.15.29) mehrfach geschieht. Die scheinbare Ausnahme in V. 31 will offenbar keinen zeitlichen Zusammenschluß mit dem vorhergehenden Gleichnis, sondern nur mit dem vorher mehrfach erwähnten Zentralereignis, der Rückkehr des Königs, des Menschensohnes, aus dem Himmel herstellen.

Wohl aber steht am Eingang unseres Gleichnisses (V. 1) ein Ausdruck, der leider bei den Deutungsversuchen viel zu wenig Beachtung gefunden hat und auf welchen wir noch zurückkommen werden: Dann wird das Himmelreich … gleich geworden sein.

Was sodann den Boden betrifft, auf welchem unser Gleichnis gesprochen worden ist, so läßt sich darüber folgendes feststellen:

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Lehre  |  1,207 x gelesen

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Der Name über alle Namen

“Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war. Er, der sich in Gottes Gestalt befand, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte Sich selbst und nahm die Gestalt eines Knechtes an, wurde in Menschengestalt geboren und von Ansehen wie ein Mensch erfunden. Er erniedrigte Sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tode, ja, bis zum Tode am Kreuz. — Darum hat Ihn auch Gott erhöht und Ihm den Namen geschenkt, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle Knie derer, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes, des Vaters.” (Phil. 2, 5-11)

In Seinem unvergleichlichen hohepriesterlichen Gebet (Joh. 17) faßt unser Herr Seinen eigentlichen Beruf und die Aufgabe Seines ganzen Lebens in die Worte zusammen: “Vater, ich habe Deinen Namen den Menschen geoffenbart, die Du mir von der Welt gegeben hast.” Und abschließend wiederum: “Ich habe ihnen Deinen Namen kundgetan und will ihn kundtun, auf daß die Liebe, womit Du mich liebst, sei in ihnen” (V. 26). Darum auch “kennt niemand den Vater (bei Seinem Namen) als nur der Sohn, und wem es der Sohn wird offenbaren” (Matth. 11, 27).

Aus diesen Worten kann man wohl die hohe Bedeutung ermessen, die der Sohn der wahren Erkenntnis Gottes, des Vaters, beigemessen hat. Das bestätigt ihm auch der Vater in jener hohen Stunde, da der Sohn, bereits tief überschattet von dem nahenden Todesleiden, wohl vor den Ohren der Menschen, aber doch eigentlich gen Himmel gerichtet ausrief: “Was soll ich sagen? Soll ich sagen: ‘Vater, hilf mir aus dieser Stunde’?” — und dann sich selbst die Antwort gibt nach dem Sinne des Vaters: “Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen: ‘Vater, verherrliche Deinen Namen!’” (Joh. 12, 27.28). Und die Stimme vom Himmel brachte das göttliche Echo: “Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wiederum verherrlichen!” O unbeschreibliche Verherrlichung des Vaters durch den Sohn auf Golgatha! Da klingen uns Grundtöne tiefster göttlicher Harmonie zwischen Vater und Sohn entgegen, die immer wieder angeschlagen werden, je weiter wir blicken dürfen und unserm großen Gott auf Seinen Spuren folgen, die ja nur von Herrlichkeit zu Herrlichkeit führen. Nur durch Leiden des Todes zur Herrlichkeit — das ist unverbrüchliches, unwandelbares Grundgesetz alles wahrhaft göttlichen Wandelns und Waltens.

Auf diesen köstlichen Grundton ist auch der ganze Abschnitt gestimmt, den wir dieser Betrachtung über den Namen über alle Namen zugrunde gelegt haben. In ihm klingen die höchsten Akkorde reinster Freude mit denen tiefster Gemeinschaft Seiner Leiden zusammen. “Freuet euch in dem Herrn allewege, und wiederum sage ich: Freuet euch!” So kann und darf nur der Apostel Jesu Christi reden und ermahnen, der zuvor bezeugt hat, wie sehr ihn verlange, zu erkennen ihn und die Kraft Seiner Auferstehung und die Gemein­schaft Seiner Leiden, daß er Seinem Tode ähnlich werde (Phil. 3, 10 u. 4, 4). Für bloß menschliches Denken und Empfinden unversöhnliche Gegensätze, Widersprüche. Und dennoch höchste göttliche Weisheit, ein Born unvergänglichen Lebens.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Allversöhnung, Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Heilsgeschichte, Lehre, Paulusbriefe  |  423 x gelesen

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Israel — Das Wundervolk Gottes

— Ein Wort an Juden und Christen —

Israels Entstehen

Das große Gericht der Flut war vorüber. Eine neue Menschheit breitete sich aus auf der Erde. Sie offenbarte bald ihr gottentfremdetes, gottwidriges Wesen. Das Heidentum wurde geboren. Babel entstand, die Mutter aller Hurerei und greulichen Abgötterei. Kunst und Wissenschaft, Literatur, Technik und Geisteskultur standen in höchster Blüte. Trotzdem war Finsternis auf der Erde und Dunkel bedeckte die Völker.

Da kam das gnädige, schöpferische Wort des göttlichen Rufs an Abraham zu Ur in Chaldäa: “Gehe aus!” Das Wort gebar den Glauben. Durch den Glauben verleugnete Abraham alle chaldäische Weltkultur und Menschenherrlichkeit, ging hin und ward ein Fremdling im verheißenen Lande, von dem ihm Gott noch nicht einen Fußbreit gab, und wohnte in Hütten. Abraham ward kein Städtegründer, kein Pionier chaldäischer Zivilisation und Kultur. Er wartete auf die Stadt, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. Sein Neffe Lot, der mit ihm auszog, versuchte sich als Reformer in Sodom. Kaum rettete er das eigene Leben aus dem Feuergericht. Sein Same ward ein beständiges Ärgernis für Gottes Volk. Aber dem Abraham schwur Gott: “Dein Same soll sein, wie die Sterne am Himmel und der Sand am Meer, und in deinem Samen sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde.” Und Abraham glaubte dem Herrn abermals, zur Gerechtigkeit. So ward er Israels Vater, der Vater aller Gläubigen.

Aber Israel hat nicht nur einen Stammvater, es hat deren drei. Israels Gott ist der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs. Eine dreifache Vaterschaft, ganz wie sich’s ziemt für das auserwählte Bundesvolk des ewigen, dreieinigen Gottes.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Heilsgeschichte, Israel  |  410 x gelesen

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Die Hölle — ein Erweis der Liebe Gottes

Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß die schwersten und vornehmlichsten Bedenken gegen die Lehre von der endlichen Errettung aller Menschen hervorgerufen und getragen sind von dem Gefühl oder Eindruck, als bedeute eine solche Lehre die Abschwächung oder gänzliche Beseitigung all der biblischen Aussagen von dem furchtbaren Ernst, dem heiligen Zorne Gottes wider alles Böse. Wieder und wieder werden die deutlichen Worte des Herrn Jesu und Seiner Apostel von dem unauslöschlichen Feuer; von dem Gericht mit Feuerflammen, Rache zu geben über die Übeltäter, die Gott nicht anerkennen und die nicht gehorsam sind dem Evangelium unsres Herrn Jesu Christi; von dem Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln; von dem Feuersee, der mit Schwefel brennt in welchem das Tier und der falsche Prophet ihr Gericht finden, und in welchen zuletzt auch Satan geworfen wird, betont und in einer Weise hervorgehoben, die die Besorgnis verrät, wir ließen solche Aussagen ganz und gar unbeachtet oder wollten sie aus der Schrift hinwegerklären.

Bis zu einem gewissen Grade ist eine solche Vorstellung verständlich. Dennoch zeugt sie nicht von reiflicher, prüfender Überlegung und Erwägung alles dessen, was bisher über diesen Gegenstand geschrieben worden ist.

Es gibt ja einen seichten, oberflächlichen Universalismus, dem der “liebe Gott” ein viel zu gutmütiger, weichherziger alter Herr ist, der es nicht übers Herz bringen kann, irgendeins Seiner Geschöpfe in die Hölle zu werfen und zu quälen mit Feuer und Schwefel, wie geschrieben steht. Dahinter steckt unverkennbar eine sehr seichte und flache Auffassung von der Sündhaftigkeit der Sünde und von der unerbittlichen Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Von da aus ist es wohl zu verstehen, wenn ernste Christen und treue Wächter der Herde ein sehr bedenkliches Gesicht machen zu einer Lehre, die scheinbar über den furchtbaren Ernst all jener Gottesworte hinwegtäuscht und ihnen ihr Gewicht nimmt.

Aber in der Tat liegt die Sache ganz anders. Und es ist nicht ganz zu begreifen, wie man so schnell ein herbes Urteil der Verwerfung fällen und durchführen kann, ohne daß man zuvor sorgfältig geprüft und gefragt hätte, wie selbst ein Hoherpriester noch den Stephanus fragte: Ist dem also? Es hat etwas Eigenartiges und Schmerzliches an sich, wenn jemand, der Jahrzehntelang in Wort und Schrift für die Unverletzlichkeit und Unantastbarkeit der ganzen Schriftoffenbarung eingetreten ist, nun erst nachweisen soll, daß er wirklich an die Hölle der Schrift glaubt! Und der Schreiber dieser Zeilen darf es frei bezeugen, daß er nie zuvor in seinem Leben über diesen erschütternd ernsten Gegenstand mit größerer Deutlichkeit, Klarheit und Nachdruck zu reden vermocht hat, als seit ihm die Erkenntnis geworden über den Rat Gottes zur endlichen Errettung aller Menschen, und zwar durch — das höllische Feuer, durch Tod, Verderben und Verdammnis hindurch!

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Allversöhnung, Erkenntnis & Wesen Gottes, Gerichte Gottes  |  1,083 x gelesen

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Reich Gottes und Gemeinde

Worin unterscheiden sie sich? Wie verhalten sie sich zueinander? Welchen Platz nehmen sie ein im großen göttlichen Haushalt und Weltplan? Inwiefern gehören beide der Gegenwart an? Was haben beide von der Zukunft zu erwarten und für die Zukunft zu bedeuten? Welchen Anteil an ihnen hat die Erde, welchen der Himmel? In welchen Beziehungen stehen beide zu Israel, dem Träger aller Gottesoffenbarung, dem Volk göttlicher Erwählung für alle Zeiten? Was bedeutet beiden Christus, der Sohn Gottes und des Menschen Sohn?

Ein Blick über diese und einschlägige Fragen belehrt uns sofort über die Bedeutung und Wichtigkeit möglichst genauer, biblisch gesicherter Einsicht in das Wesen beider. Es herrscht in weiten Kreisen auch entschieden schriftgläubiger Christen viel Unklarheit, viel Verwirrung auf diesem Gebiet. Die Schuld liegt aber nicht an der mangelhaften Beschaffenheit der göttlichen Schriftoffenbarung. Sie hat ihren Hauptgrund in unserem Mangel, das Wort der Wahrheit recht zu teilen, eine Fertigkeit, die uns als rechtschaffenen Arbeitern im Werk Gottes eigen sein muß (2. Tim. 2, 15).

Vielleicht kommen wir am leichtesten und sichersten vorwärts, wenn wir versuchen, aus der Schrift die Antwort auf die einzelnen Fragen zu finden, die wir an den Anfang unserer Untersuchung gestellt haben.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Gemeinde, Heilsgeschichte, Israel, Lehre  |  363 x gelesen

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Der Gott der Väter

In 2. Mose 3, 6 führt Gott Sich Selbst bei Seinem Knecht Mose ein als den Gott seines Vaters, den Gott Abrahams, den Gott Isaaks, den Gott Jakobs. Etwas später, im 15. Verse dieses Kapitels, wiederholt der Herr dieselbe Nennung Seines Namens bei dem Auftrage, den Kindern Israels zu melden, dass Er als der Gott ihrer Väter Seinen Knecht Mose zu ihnen gesandt habe, und fügt dann hinzu: “Das ist Mein Name in Ewigkeit, und das ist Mein Gedächtnis von Geschlecht zu Geschlecht.”

Was hat es doch für eine Bewandtnis damit, dass der höchste Gott in solcher Weise Seinen eigenen Namen auf ewig eins macht mit den Namen der drei Stammväter des Volkes Israel? Wir Menschenkinder haben die Kunst, Namen zu geben, längst verlernt. Unser erster Vater Adam hat sie besessen. Von ihm lesen wir: “Nachdem Jehova alles Getier des Feldes und alle Gevögel des Himmels gebildet hatte, brachte Er sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde; und wie irgend der Mensch eine lebendige Seele nennen würde, das sollte ihr Name, sein” (1. Mose 2, 19). So sollte sich der berufene Herr der Schöpfung in diesem Akte zugleich seiner Würde und Machtvollkommenheit bewusst werden und sich als der König aller Kreatur legitimieren. Denn das Geheimnis des Namengebens ist das Geheimnis der vollsten Beherrschung des Ge­nannten. “Und der Mensch nannte die Namen von allem Vieh und von dem Gevögel des Himmels und von allem Getier des Feldes” (V. 20).

Das versucht unsre heutige Wissenschaft auch, mit einem kolossalen Aufwand von Gelehrsamkeit, aber zur vollsten Offenbarung ihres gänzlichen Unvermögens. Nicht ein einziger der hochtönenden wissenschaftlichen Namen göttlicher Geschöpfe verrät, dass wir wahrhaft Wissende und Beherrschende sind. Vielmehr verraten sie aufs deutlichste unsern tiefen Fall von jener einstigen Höhe des echten göttlichen Erkennens, des sicheren Einblicks in die an der Kreatur verkörperten Gedanken des Schöpfers. Was weiß all unsre gerühmte Wissenschaft davon? Sie will ja nicht einmal recht wissen, ob es überhaupt einen Schöpfer gabt Richtig nennen, d. h. nach Wesen, Zweck und Bestimmung richtig bezeichnen kann der Mensch höchstens noch die Erzeugnisse seiner eignen Kunst und Technik. Aber nicht einmal unsern eignen Kindern vermögen wir richtige Namen zu geben. Und was für ein trostloses Armutszeugnis geben wir denkstolzen Menschenkinder uns selbst in den teils sinnlosen, teils widersinnigen, teils lächerlichen, meistens aber durchaus falschen und bedeutungslosen Familiennamen, die wir zeitlebens mit uns herumtragen! Und von Rechts wegen sollte doch der Herr der Schöpfung, der hochedle Mensch, gewisslich das auch sein, was sein Name besagt. Aber da käme man bei den meisten von uns schön an! Wir könnten eigentlich fast gerade so gut eine Nummer an uns herumtragen, als die meisten der gang und gäbe gewordenen Geschlechtsnamen. Sie geben ebensowenig Einsicht in die wahre Art ihrer Träger wie eine bloße Zahl oder Ziffer. Wohl nirgends bekundet sich der klaffende Abstand zwischen einst und jetzt in der Menschheit krasser, als auf diesem Gebiet. Will die ruhmredige Wissenschaft sich als solche in Wahrheit legitimieren, dann soll sie zunächst einmal den Geschöpfen Gottes Namen geben, an denen wir sofort merken und erkennen, dass sie ihr innerstes Wesen richtig erfasst und treffend bezeichnet hat. Aber auf allen Gebieten der Wissenschaft schwirrt es heute noch von Namen, die groß klingen, aber man darf nicht fragen, was sie bedeuten. Und wenn man fragt, bleibt die Antwort aus.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Heilsgeschichte, Israel  |  350 x gelesen

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