Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Biblische Beweisführung über das Ende der “Hölle”

Vorbemerkung von Heinz Schumacher:

Nachdem in jüngster Zeit in christlichen Publikationen mehrfach von der »Hölle« die Rede war, wollen auch wir uns des Themas annehmen. Vorab sei angemerkt, dass das Wort »Hölle« in der Bibel überhaupt nicht vorkommt, wohl aber ist die Rede von der Gehenna (u. a. in Matth. 5, 22.29; 10, 28; 23, 33; Mark. 9, 43.45.47), vom »äonischen Feuer« (u. a. in Matth. 25, 41; Jud. 7) und vom Feuersee (Offb. 19, 20; 20, 10.14.15; 21, 8). — In der ihm eigenen Gründlichkeit hat Professor E. F. Ströter 1915 das Aufhören der Feuersee-Pein (»Höllenpein«) biblisch bewiesen*. Im Folgenden können Sie diesen Text lesen, leicht gekürzt und mit Zwischenüberschriften versehen. Gewaltige Gedanken in gewaltiger Sprache!

(* In seinem Buch »Das Evangelium Gottes von der Allversöhnung in Christus«, S. 288-307 in der verlinkten PDF-Datei.)


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Als letzter Feind wird der Tod abgetan (1. Kor. 15, 26)

Ein kurzes, knappes, aber ungemein inhaltreiches Wort. Zunächst ist zu bemerken, dass dasselbe in erfrischender Deutlichkeit aufräumt mit der philosophischen Lüge, dass der Tod ein wahrer Freund der armen Menschheit sei, daher der Name »Freund Hein«.

Dass der leibliche Tod unter gewissen Umständen als eine Art Befreiung oder Erleichterung eines schweren, schier unerträglichen Loses voll furchtbarer Schmerzen, Gebundenheiten und dergleichen angesehen werden kann, ist zuzugeben. Aber das gilt auch nur unter gewissen Voraussetzungen, z. B. wenn Christus unser Leben geworden, dann ist Sterben Gewinn (Phil. 1, 21). Gewiss aber nicht in dem Sinne, dass es uns wirkliche Erlösung brächte, sondern nur so, dass wir durch den Triumph dessen, der dem Tode die Macht genommen hat, auch imstande sind, über ihn zu triumphieren, insofern, als er uns nur in die innigere, ungetrübte Gemeinschaft mit seinem Besieger bringen muss.

Dabei steht die Erlösung unsres Leibes aus seinen Banden durch Auferstehung noch aus. Daher betont auch derselbe Paulus, der Sterben als einen Gewinn bezeichnen durfte, mit großer Bestimmtheit: Lieber nicht Entkleidetwerden, d. h. leiblich Sterben, sondern Überkleidetwerden, damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben (2. Kor. 5, 4).

Nein, die Schrift behält unter allen Umständen Recht gegen allen Betrug der Finsternis und Philosophie. Der Tod ist ein Feind des Lebens. Daher ist von einem völligen Triumph des Lebensfürsten in der ganzen weiten Schöpfung nur dann erst die Rede, wenn der letzte Feind, der Tod, ganz aufgehoben sein wird. Und das ist es, was uns dieses Wort in bestimmte Aussicht stellt. Was will es uns sagen?

Man mag sich den Inhalt dieser Verheißung (1. Kor. 15, 26) ausdenken, wie man will, eins ist ganz unabweislich: Sie kann niemals als erfüllt gelten, solange noch irgendwo im ganzen weiten Bereich der Herrschaft des Herrn Jesus irgendein anderer Feind als solcher existiert und sein Wesen hat.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Allversöhnung, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte  |  2,733 x gelesen

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Apostolische Schlüsselgewalt

Welche Bedeutung haben die Schriftworte Matth. 16, 19; 18, 18; Joh. 20, 23 (Apostolische Schlüsselgewalt, Vollmacht des Bindens und Lösens) für die Gemeinde heute?

Nach dem Sinn dieser Bibelstellen wird immer wieder gefragt. Auf Anregung eines Lesers von GNADE UND HERRLICHKEIT soll nachstehend eine Antwort gegeben werden. Wir entnehmen sie der Zeitschrift DAS PROPHETISCHE WORT (Jg. 1918 und 1922), wo zweimal darauf eingegangen wurde. (Die damals im FRAGEKASTEN gegebenen Antworten sind nicht mit Namen gekennzeichnet; sie dürften vom Herausgeber, Professor E. F. Ströter, stammen.) Diese Antworten sind biblisch-heilsgeschichtlich einleuchtend; uns sind keine besseren bekannt. Zunächst die 1918 gegebene Antwort:

Die »Schlüsselgewalt« des Petrus

»[...] Wir bleiben eingedenk, daß wir uns mit jenen Vollmachten des Herrn an Seine zwölf israelitischen Jünger ganz auf national-jüdischem Reichsboden befinden. Die heutige Gemeinde, ja selbst die jüdische Muttergemeinde in Jerusalem bestand noch gar nicht. Es war noch nicht Pfingsten gewesen. Jesus sagt dem Petrus deutlich, daß Er auf ihn, den (zukünftigen) Felsenmann, Seine Gemeinde bauen wolle, die von den Pforten des Hades nicht solle überwältigt werden. Also alles geht auf die Zukunft.

Wie geschah nun die Erfüllung?

Darüber gibt uns die Apostelgeschichte deutlichen und genügenden Aufschluß. Sie berichtet uns zunächst (Kap. 2), wie Petrus am Tage der Pfingsten in Jerusalem voll Heiligen Geistes den Angehörigen seines Volkes Israel die Tür des Himmelsreiches auftut, d. h. ein für allemal die Bedingungen festlegt, unter denen sich die dem Volke Israel gegebenen Reichsverheißungen erfüllen werden. Sie lauten: Buße für die offizielle Verwerfung des ihnen gesandten Gesalbten Gottes (des MESSIAS) und Glaube an den Namen des Gekreuzigten und Auferstandenen [...]

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Heilsgeschichte, Lehre  |  696 x gelesen

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Das Evangelium im Weltbankrott

Er ist unaufhaltsam, der Weltbankrott, wenn nicht alle Zeichen trügen. Das ist zum Heulen und Wehklagen auf der einen, zum Jauchzen und Frohlocken auf der andern Seite. Die kulturstolze, ruhmredige, himmelanstürmende Welt des 20. Jahrhunderts mit all den hochgepriesenen Errungenschaften in Wissenschaft, Technik, Industrie und schönen Künsten — auf geradem Weg zum Bankrott. Nicht dass sie selbst das glaubte — bewahre! Es geht ihr wie so manchem Opfer der sog. “weißen Pest”, das sich auf schönster Besserung wähnt, wenn schon die Kirchhofsrosen auf den Wangen glühen. Wie viel kann, wie viel wird man noch leisten! Wir schaffen eine ganz neue Welt, so hat es der amerikanische Präsident mit übers Meer gebracht. Das hat ihm sogar das zusammenbrechende Deutschland geglaubt und daraufhin einen Waffenstillstand angenommen, der in einem Wilson-Frieden enden sollte. Dasselbe Lied singt in Russland und Ungarn der Bolschewismus, und Hunderttausende glauben das und sind bereit, alles Bestehende kurz und klein zu schlagen, um Raum zu schaffen für das “goldene Zeitalter”, das vor der Tür stehe. Ein Mindestmaß von Arbeit und Leistung und die höchsten Löhne. Sechs Stunden an der Drehbank oder Webstuhl, zehn Stunden auf der Bierbank, dem Tanzboden oder im Kino. So leben wir, so leben wir alle Tage. Bekommen wir das nicht, so wird gestreikt. Es lebe die Freiheit, die Kommune, das Proletariat.

Und die großen Herren dieser neuen Welt, die dabei sind, die Landkarte von Europa und etlichen angrenzenden Weltteilen gründlich zu revidieren, und die seit Monaten nicht aufgehört haben, der Welt den Dauerfrieden zu versprechen, was tun die? Die sitzen hinter verschlossenen Türen am grünen Tisch und markten und feilschen, wie man der niedergeworfenen deutschen “Bestie” die Krallen beschneide, dass sie nie wieder wachsen, wie man sie mit Hunger weiter knebeln, ihre unschuldigen Weiber und Kinder auf diesem nicht ganz neuen Weg des eleganten und sehr humanen Massenmordes verelenden und dezimieren kann, wie man aus ihrer Flanke sein Pfund Fleisch herausschneiden kann, ohne dass sie ganz verblute, um dann der erlösten Menschheit das goldene Zeitalter mit unfehlbarer Garantie auf den Präsentierteller zu legen. Denn dann ist der deutsche Militarismus tot, der allein an allem Elend der Welt schuld war. Die Völkerliga wird alles andere bestens besorgen und im besten Stand halten. So hat es ja Präsident Wilson versprochen, und der muss es doch gewiss wissen. Ob es aber dem großen Präsidenten der großen Union (= USA; Anm. J.K.) auch passieren könnte, dass er mit seinen vierzehn Punkten Bankrott macht? Wir können es abwarten. Inzwischen steht geschrieben: “Verflucht ist, wer sich auf Menschen verlässt und hält Fleisch für seinen Arm” (Jer. 17, 5). Damit ist auch ihm und allen seinen lauten und stillen Bewunderern der unausbleibliche Bankrott angesagt von durchaus kompetenter Seite.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Allversöhnung, Heilsgeschichte, Zeitgeschichte & Politik  |  891 x gelesen

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Zionismus — Bolschewismus — Antisemitismus

Vorbemerkung: Dies ist die letzte Betrachtung zur Weltlage, die wir aus der Feder von Professor Ströter in der Zeitschrift “Das Prophetische Wort” abgedruckt fanden. Sie erschien erst nach seinem Tode im November/Dezember 1923. Da Ströter am 29. August 1922 in Zürich verstorben ist, muß er diese Betrachtung 1922 — wahrscheinlich aber schon wenige Jahre zuvor — verfaßt haben. Es wird darin das Negative am Judentum, sein Fluchwesen, nicht verschwiegen; viel kräftiger aber ertönt Ströters Nein zum hochmütigen, brutalen Antisemitismus. In geradezu prophetischer Weise — als sähe er im Zeichen des Hakenkreuzes, das er “das Symbol der erlösenden Liebe Gottes mit Teufelskrallen” nennt, Schlimmes kommen — mahnt und warnt er vor dem “gefährlichen Gift judenfeindlicher Gesinnung und Handlungsweise”. Hätte Ströter die Hitlerzeit erlebt, er wäre sicher einer der wenigen gewesen, die von Anfang an das teuflische Blendwerk und den frommen Schein durchschauten.
H. Schumacher


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Die Judenfrage ist brennend geworden, mehr als seit Jahrhunderten. Man braucht nur drei Worte auszusprechen: Zionismus, Bolschewismus, Antisemitismus — dann hat man sie in ihrer ganzen unheimlichen Ausgestaltung vor sich. Sie ist das drohendste, unheilvollste Ungewitter, das am Himmel der christianisierten Völkerwelt aufsteigt — höher und höher. Wer soll es bannen, wer es zerstreuen?

1. Um beim Z zu beginnen: Was will der Zionismus? Er bedeutet das erst seit 40 Jahren vernehmliche “Erwachen der jüdischen Nation”. Es war etwas Neues, die Welt Überraschendes, daß dieses rastlos umgetriebene, nirgends heimische Wandervolk, das überall nur geduldet wurde und nur zur Miete wohnte, anfing sich zu schütteln und von Heimat und Vaterland nicht nur dumpf zu träumen, sondern deutlich zu reden. Das fand bald seinen kräftigen Ausdruck in der bekannten Herzl’schen Schrift “Der Judenstaat”. Aus dem Inhalt dieses Buches erwuchs der politische (durchaus nicht religiöse) Zionismus. Er stellte mit viel Geschick, unter großem Enthusiasmus und unter dem Beifall vieler bibelgläubiger Nichtjuden Europas und Amerikas auf dem Ersten Zionistischen Kongreß zu Basel 1897 das bestimmte Programm der Forderung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina auf. In etwas mehr als 20 Jahren hat diese Bewegung an Tiefe, Stärke und Ausdehnung derart gewonnen, daß die beiden großen angelsächsischen Reiche, England und die Vereinigten Staaten von Nordamerika, die mit als Sieger aus dem Weltkrieg hervorgingen, sich in unzweideutiger Weise auf das zionistische Programm verpflichtet und dessen Durchführung dem jüdischen Volk versprochen haben. Ein Erfolg einer großen Idee, wie die ganze Völkergeschichte kaum einen ähnlichen aufweisen dürfte.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Israel, Völkerschaften, Zeitgeist, Zeitgeschichte & Politik  |  847 x gelesen

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Die beiden Thessalonicherbriefe (1)

Vorbemerkung

Die Thessalonicherbriefe verdienen die besondere Aufmerksamkeit der gläubigen Gemeinde vornehmlich aus zwei Gründen. Einmal gehören sie zu den allerfrühesten paulinischen Briefen überhaupt, wenn sie nicht die ersten sind. Somit bieten sie uns ein so helles Bild des apostolischen Gemeindelebens, wie es uns nicht frischer und ursprünglicher geboten werden kann. Zum andern enthalten gerade diese beiden Briefe wohl die eingehendste und reichhaltigste Unterweisung über die Zukunft des Herrn, die uns in der ganzen apostolischen Literatur entgegentritt. Im vierten Kapitel des ersten Briefes wird uns z. B. über die Entrückung der Gemeinde, also über ihren endlichen Ausgang aus der Welt, so ausführliche Belehrung gegeben wie nirgendwo sonst. Gerade für die Erkenntnis des prophetischen Wortes sind daher diese beiden Briefe von hervorragender Bedeutung. Darum haben wir uns veranlasst gesehen, einem vielseitigen Wunsche folgend, einmal diese Briefe zu behandeln. Der Herr aber gebe viel Gnade und Weisheit zur rechten Teilung seines köstlichen Wortes.

Erster Brief

Kapitel 1

1. Paulus und Silvanus und Timotheus, der Gemeinde der Thessalonicher in Gott dem Vater und dem Herrn Jesu Christo: Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserm Vater und dem Herrn Jesu Christo! 2. Wir danken Gott allezeit für euch alle, euer erwähnend in unsern Gebeten, 3. da wir uns unablässig erinnern eures Glaubenswerkes und eurer Liebesarbeit und eurer Geduld in der Hoffnung auf unsern Herrn Jesum Christum vor unserm Gott und Vater. 4. Denn wir wissen, von Gott geliebte Brüder, wie ihr erwählt seid, 5. dass unser Evangelium nicht nur zu euch kam im Wort, sondern auch in Kraft und im Heiligen Geist und in großer Gewissheit, wie ihr wisset, dass wir unter euch gewesen sind um euretwillen. 6. Und ihr seid unsere Nachfolger geworden und des Herrn, indem ihr das Wort aufnahmt unter viel Trübsal mit Freude des Heiligen Geistes, 7. so dass ihr Vorbilder geworden seid allen Gläubigen in Mazedonien und Achaja. 8. Denn von euch aus ist erschollen das Wort des Herrn, nicht nur in Mazedonien und Achaja, sondern an jedem Ort ist euer Glaube an Gott ausgebreitet worden, so dass wir nicht nötig haben, etwas zu sagen. 9. Denn sie selbst verkündigen von uns, welchen Eingang wir bei euch hatten, und wie ihr euch von den Götzenbildern zu Gott bekehrt habt, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen, 10. und seinen Sohn aus den Himmeln zu erwarten, welchen er auferweckt hat von den Toten, Jesum, der uns von dem kommenden Zorn errettet hat.

Die Art und Weise, wie der Apostel sich bei seinen geistlichen Kindern einführt, hat etwas ungemein Anmutiges und Vertrauliches. Er nimmt gewissermaßen seine beiden Gehilfen am Evangelium je an die rechte und linke Hand und begrüßt mit ihnen die Gemeinde zu Thessalonich. Es ist das ein köstlicher Zug geheiligter Natürlichkeit. Der Apostel erweist sich darin ganz frei von allem beengenden, förmlichen Amtsbewusstsein, das den Leser oder Hörer in respektvoller Entfernung von sich fernhält. Er zeigt sich einfach als Bruder unter Brüdern, wenn er auch ein hoher Apostel war und sich dessen auch sehr deutlich bewusst war. Aber echte Brüderlichkeit tut dem geläuterten geheiligten Bewusstsein der uns vom Herrn gewordenen Aufgabe und der uns von ihm zugewiesenen Stellung nie den mindesten Abbruch. Es sind künstliche Höhen, die künstlich kühl und unnahbar gehalten werden müssen.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Lehre, Paulusbriefe  |  703 x gelesen

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Die beiden Thessalonicherbriefe (2)

Kapitel 3

1. Darum, weil wir es nicht länger aushielten, zogen wir vor, allein in Athen zu bleiben 2. und sandten den Timotheus, unsern Bruder, der Gottes Diener und unser Mitarbeiter am Evangelium ist, dass er euch stärke und ermahne in eurem Glauben, 3. damit niemand wankend werde in diesen Trübsalen; denn ihr wisset selbst, dass wir dazu bestimmt sind. 4. Denn als wir bei euch waren, sagten wir euch voraus, wir würden Trübsale leiden müssen, wie es auch gekommen ist und ihr wisst. 5. Darum hielt ich es auch nicht mehr aus, sondern erkundigte mich nach eurem Glauben, ob euch nicht etwa der Versucher versucht habe und unsere Arbeit umsonst gewesen sei. 6. Nun aber Timotheus zu uns von euch zurückgekommen ist und uns gute Nachricht gebracht hat von eurem Glauben und eurer Liebe und dass ihr uns allezeit in gutem Andenken habt und danach verlangt, uns zu sehen gleichwie wir euch, 7. da sind wir deshalb getröstet worden, ihr Brüder, über euch bei all unserer Not und Trübsal, durch euren Glauben. 8. Denn nun leben wir, wenn ihr feststeht im Herrn. 9. Denn was können wir Gott für einen Dank abstatten für euch ob all der Freude, die wir um euretwillen genießen vor unserm Gott? 10. Tag und Nacht flehen wir auf das Allerdringlichste, dass wir euer Angesicht sehen und die Mängel eures Glaubens möchten ergänzen dürfen. 11. Er aber, Gott unser Vater, und unser Herr Jesus Christus, lenke unsern Weg zu euch! 12. Euch aber schenke der Herr mehr und immer größere Liebe zu einander und zu allen, gleichwie auch uns zu euch, 13. auf dass eure Herzen gestärkt und tadellos erfunden werden in Heiligkeit vor unserm Gott und Vater bei der Zukunft unseres Herrn Jesu Christi mit allen seinen Heiligen.

V. 1: Der Apostel schämt sich nicht, seinen geistlichen Kindern einen Einblick zu geben in die Dinge, die sein Herz um ihretwillen so sehr bewegt hatten, seine Sorgfalt, seine Liebe, seine Anhänglichkeit, sein warmes, inniges Interesse an ihrem Wohl und Wehe, insonderheit an ihrem inneren Zustand. Seine Sprache hat so gar nichts Übergeistiges an sich, sondern bewegt sich durchaus in den Bahnen einer gesunden, gottgeweihten Natürlichkeit. Er gibt sich so, wie er ist, denkt und empfindet.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Lehre, Paulusbriefe  |  728 x gelesen

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Die beiden Thessalonicherbriefe (3)

Zweiter Brief

Nachdem Paulus in Thessalonich mit seinem Evangelium an die Nationen Eingang gefunden, erregten die eifersüchtigen Juden einen Aufruhr gegen ihn (Apg. 17, 5-9). Darauf schickten die Brüder den Paulus und Silas in der Nacht nach Beröa (Apg. 17, 10), aber auch dorthin kamen jene Unruhestifter (V. 13), so dass Paulus gegen das Meer hinging, aber seine Gehilfen Silas und Timotheus zurückließ (V. 14). Etliche Brüder begleiteten ihn dann nach Athen, denen er auftrug, seine Gehilfen baldmöglichst zu ihm zu senden. Von Athen aus sandte er dann seinen lieben Sohn und Mitarbeiter Timotheus nach Thessalonich (1. Thess. 3, 1.2). Dieser brachte ihm so günstige Kunde von dem gedeihlichen Zustand der Gemeinde daselbst, dass er darüber seine Freude offen aussprach in seinem ersten Brief (3, 6ff.).

Von Athen aus wandte er sich dann nach Korinth (Apg. 18, 1). Dorthin scheinen ihm Silas und Timotheus, die wohl seinen ersten Brief nach Thessalonich gebracht hatten, weitere Mitteilungen von dem ferneren Entwicklungsgang der jungen Gemeinde überbracht zu haben (Apg. 18, 5), die dann wohl Anlass gegeben haben mögen zu dem uns nun vorliegenden zweiten Brief an die Thessalonicher.

Erstes Kapitel

1-2. Paulus und Silvanus und Timotheus der Gemeinde der Thessalonicher in Gott unserm Vater und dem Herrn Jesu Christo. Gnade sei euch und Friede von Gott Vater und dem Herrn Jesu Christo! 3. Wir sind Gott allezeit zu danken schuldig für euch, Brüder, wie es sich geziemt, weil euer Glaube über die Maßen wächst und die Liebe eines jeden einzelnen von euch allen gegeneinander zunimmt, 4. so dass wir uns auch rühmen in den Gemeinden über eurer Geduld und dem Glauben, den ihr in allen euren Verfolgungen beweist, die ihr zu ertragen habt, 5. ein Beweis des gerechten Gerichts Gottes, dass ihr gewürdigt werdet des Königreichs Gottes, um dessentwillen ihr leidet, 6. wie es denn gerecht ist vor Gott, denen, die euch bedrücken, mit Bedrückung zu vergelten, 7. euch aber, die ihr bedrückt werdet, Ruhe mit uns, bei der Offenbarung unseres Herrn Jesu Christi vom Himmel herab, samt den Engeln seiner Kraft, 8. da er mit Feuerflammen Strafe geben wird denen, die Gott nicht anerkennen und die nicht gehorsam sind dem Evangelium unseres Herrn Jesu, 9. welche Strafe erleiden werden, ewiges Verderben von dem Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Kraft (hinweg) 10. wann er kommen wird, um verherrlicht zu werden in seinen Heiligen und bewundert zu werden in denen, die gläubig geworden sind, denn unser Zeugnis hat bei euch Glauben gefunden — an jenem Tage. 11. Zu welchem Zweck wir auch allezeit für euch flehen, dass unser Gott euch würdig mache des Berufs und erfülle alles Wohlgefallen der Güte und das Werk des Glaubens in Kraft, 12. auf dass an euch der Name unseres Herrn Jesu Christi verherrlicht werde und ihr in ihm, nach der Gnade unseres Gottes und des Herrn Jesu Christi.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Lehre, Paulusbriefe  |  678 x gelesen

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Vertrauliche Mahnung und Bitte

Unser Verhalten bei Gegnern der Allversöhnung

In einem engeren Kreise lieber Brüder verschiedener Richtung kam kürzlich aus Anlass der Frage nach der Verkündigung der Allversöhnung mancherlei zum Ausdruck, das mich veranlasst, an dieser Stelle ein brüderliches Wort der Ermahnung an alle solche zu richten, die durch eigenes Prüfen und Forschen zu der lebendigen und befreienden Erkenntnis des ganzen, vollen herrlichen Evangeliums gelangt sind, wie es sich diese Blätter zur Aufgabe gemacht haben, zu vertreten und immer fester und klarer zu begründen als rechte Speise für den Haushalt des Glaubens in unsern Tagen.

Um mit dem ernstesten zu beginnen: Es gereichte mir zu großem Schmerz zu erfahren, dass sich hin und her bereits besondere “Kreise” und kleine Gemeinschaften von sogenannten “Wiederbringern” gebildet haben sollen. Das ist aus dem Fleisch und nicht aus dem Geist. Ich kann es wohl verstehen, aber niemals gut heißen, wenn das geschieht, sondern möchte hier meine Stimme warnend dagegen erheben. Dass man meinen Namen mit solchen Bildungen in Verbindung gebracht hat, kann ich ja nicht verhindern, aber ich darf vor dem Herrn erklären, dass das mit Unrecht geschieht. Von verschiedenen Seiten bin ich angegangen worden, doch Listen der Abonnenten meines Blattes in der oder jener Stadt einzusenden, damit man unter sich zusammenkommen und sich auf den Linien dieser kostbaren Wahrheiten weiter erbauen könne, da die Gemeinschaften und Kirchen sich offen dagegen wehrten und man darob verketzert werde. So sehr betrübend das auch ist, ich kann unter keinen Umständen meine Einwilligung dazu geben, und habe sie nie dazu gegeben, dass man das große, universale Evangelium Gottes zu einem Schibboleth mache, und mein Verlag in Bremen hat den strengen Auftrag, unter keinen Umständen an irgend jemand Namen von der Abonnentenliste einzusenden.

Nur keine Sektenbildung mehr! Die Gemeinde Gottes leidet an diesem Jammer wahrlich schon lange und schwer genug. Und wie sollten wir, als die Vertreter des ganzen Evangeliums, aus demselben eine Winkelsache machen wollen? Wir würden ja den Gegnern dieser Lehre die beste Handhabe reichen, die immer wieder betonen, das sei so eine Sonderansicht, die man ebenso wohl haben oder auch nicht haben könne, ohne damit den eigentlichen persönlichen Heilsgrund zu verlassen oder zu verlieren. Dem gegenüber betonen wir mit vollem Recht, dass es sich bei der Lehre von der Allversöhnung keineswegs um eine spezielle Liebhaberei oder gar um ein Steckenpferd handele, sondern vielmehr darum, dass der Gemeinde Jesu Christi, die seine eigene Fülle ist, ihr herrliches Haupt auch in seiner ganzen Gottesfülle, als das vom Vater verordnete Haupt über das gesamte erlöste All wiedergegeben werde, nach der Schrift. Denn sie ist berufen zur Gemeinschaft seines Sohnes, in welchem alle Fülle Gottes leibhaftig wohnt. Sie ist Miterbin dessen, den der Vater eingesetzt hat zum Erben über das All. Seine Interessen sind durchaus die ihrigen, wenn sie sich ihrer himmlischen Berufung in ihm würdig erzeigen will. Wenn das teure Brüder nicht sehen können, so empfinden wir das natürlich mit tiefem Schmerz, aber ohne jede Bitterkeit und namentlich ohne jede Selbstüberhebung, die uns zur Absonderung von den Brüdern triebe, mit denen wir doch in einem Geiste stehen. Und wenn wir erkannt haben, dass diese überschwengliche Erkenntnis Christi Jesu unsers Herrn im tiefsten Grunde nichts anderes bedeutet und umschließt, als die alle Kenntnis übersteigende Liebe Gottes, die allem göttlichen Walten, wie im Gericht, so in der Gnade an der Wurzel liegt, dass es eben die Liebe Gottes ist, welche das schärfste, schonungsloseste Gericht gegen alle Sünde und Gottlosigkeit erheischt, dann dürfen wir die allerletzten sein, die es an tragender, geduldiger Liebe gegen selbst harte und schroffe Brüder mangeln lassen. Also, nicht wahr, liebe Brüder, nur nicht noch mehr Spaltung und Zersplitterung in der Gemeinde Gottes unsrer, der letzten Tage, vor der nahenden Vollendung. Ist und bleibt die Liebe die größte unter den von dem Apostel genannten drei Stücken, dann sind wir gebunden, das darin zu betätigen, dass wir uns durch keinerlei Härte oder Ungerechtigkeit oder Engherzigkeit im Urteil aus der Liebe bringen lassen, die alles glaubt, alles hofft und alles duldet.

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Allversöhnung, Glaubensleben & Wandel  |  699 x gelesen

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Wichtige Zugeständnisse eines Vertreters der Lehre von der endlosen Qual

Vor einiger Zeit sandte uns ihr Verfasser eine kleine Schrift zu, die in knapper, deutlicher Form bieten will, was ein Christ von den sogenannten “letzen Dingen” wissen kann und soll. Der Verfasser ist uns ein lieber persönlicher Freund, ein hochgeschätzter, erfahrener Forscher auch im Wort der Weissagung, vor allem ein lauterer, unbestechlicher Zeuge für die unantastbare Göttlichkeit und Oberhoheit der ganzen Schriftoffenbarung.

Das Schriftchen bildet einen Teil eines größeren Buches über die “Hauptstücke der christlichen Wahrheit”, das kürzlich von berufenen evangelischen Männern als ein kräftiges Zeugnis angesichts der gegenwärtigen religiösen Krise herausgegeben wurde. Es darf somit jener Schrift wohl eine mehr als gewöhnliche Bedeutung zugemessen werden.

Dieselbe beschäftigt sich auch mit der heute brennend gewordenen Frage nach der “ewigen Qual”. Allerdings widmet sie derselben nur etwas über eine Druckseite. Das steht aber zu der Zahl der behandelten Gegenstände in einem ziemlich guten Verhältnis. Auf diesem nicht sehr weiten Raum werden etliche Zugeständnisse gemacht, die uns hier beschäftigen sollen. Dieselben werden ja nicht als ausschlaggebend oder entscheidend gegen die Lehre von der ewigen Qual angesehen, sondern es wird ihnen mit einer um so bemerkenswerteren Beweislegung begegnet, wobei als Endergebnis der bezeichnende Satz erfolgt:

    Dann wird sich enden solche Pein,
    Wenn — Gott nicht mehr wird ewig sein.

Die erste Frage des Verfassers, der wir uns zuwenden, lautet:

Ist denn ewige Verdammnis überhaupt denkbar?

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Allversöhnung, Apologetik, Lehre  |  831 x gelesen

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Göttliche Weisheit und menschliche Torheit

Nachschrift eines Vortrags

Es wird heutzutage viel gepredigt; aber es ist wenig Kraft da. 1. Thess. 1, 4.5: “Denn wir wissen, von Gott geliebte Brüder, wie ihr erwählt seid; dass unser Evangelium zu euch kam nicht nur im Wort, sondern auch in Kraft und im Heiligen Geist und in großer Gewissheit.” Es gibt zweierlei Predigt des Evangeliums, beide im Wort begründet, tadellos orthodox, aber die Wirkung verschieden. Die eine kraftlos, wirkungslos, die andere in Kraft des Heiligen Geistes, getragen und getrieben von großer Gewissheit, das ist das Geheimnis der Wirksamkeit des Zeugnisses. 1. Kor. 1, 18: “Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren gehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft.” Hier ist das Urteil Gottes über den Unwert, die Bedeutungslosigkeit, die Nichtswürdigkeit menschlicher Weisheit in Sachen Gottes gefällt. Denn es steht geschrieben: “Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigem will ich verwerfen” (1. Kor. 1, 19). Gott geheiligte menschliche Weisheit gibt es nicht. Gott verwirft alle menschliche Weisheit für die Predigt. Die Menschen haben es bei uns eingerichtet, dass nur der die Kanzel betreten darf, der ein Philosophie-Examen abgelegt hat. Das heißt, dem Wort Gottes den Hals herumdrehen! Gott verzichtet auf die Weisheit der Weisen. Er will seine Ehre keinem anderen geben. Wohl liegt im Menschen ein Suchen und Fragen, das mag gut sein für die Dinge dieser Welt etwas zu erreichen, aber alles Suchen und Fragen hat seit den Jahrtausenden nicht genützt, Gott zu finden. Wenn die Menschen doch ehrlich genug geworden wären, das einzusehen. Aber unsere Augen sind gehalten, das allein wahrhaftige Licht zu sehen (Ps. 36, 10).

Hat alle menschliche Weisheit, auf die die Menschen so stolz sind, genützt, einem Menschen aus dem Jammer herauszuhelfen? Gott hat allein den Weg entdeckt, auf dem er der menschlichen Weisheit entraten kann — in seinem Evangelium in Torheit. Von uns muss nur der Glaube dazukommen, Gott recht zu geben, sich einverstanden erklären mit dem, was er veranstaltet hat zu unserem Heil. Er hat keinen Plato, Aristoteles, Moses dazu gebraucht, “denn das Gesetz ist durch Moses gegeben, die Gnade und Wahrheit ist durch Jesum Christum geworden” (Joh. 1, 17). Dieser sterbende Jesus, über den die höhnende Menge triumphiert: “Er hat andern geholfen und kann sich selbst nicht helfen”, ist uns der ewige Beweis: Gottes Torheit kommt zum Ziel. Seit Jahrtausenden sind die Menschen Philosophen. Haben sie einen mit der Philosophie gesund gemacht oder ein gutes Gewissen verschafft, dass er am inwendigen Menschen genesen ist? Oder einen armen Gebundenen erlöst?

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Autor: Ströter, Ernst F., Prof. | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Glaubensleben & Wandel, Zeitgeist  |  783 x gelesen

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