Johann Christoph Blumhardt in Möttlingen
Versuch einer Lebensbeschreibung
(Herausgegeben von der Evangelischen Kirchengemeinde Möttlingen)
Johann Christoph Blumhardt wurde am 16. Juli 1805 in Stuttgart geboren.
Schon im 4. Lebensjahr besuchte der rege Knabe die Schule.
Weil er so klein und zart war, trug ihn der Vater dorthin. Nach Hause brachte ihn ebenso der Schulmeister. Später kam Blumhardt in das Gymnasium, das er bald unentgeltlich besuchen durfte.
In diese Zeit fiel die Hungersnot von 1815/16. Früh erwachte auch die musikalische Begabung des Knaben, er durfte im Stiftskirchenchor mitsingen.
Mit 14 Jahren machte er die Prüfung für das Niedere Seminar in Schöntal und gehörte zu denen, die einen Freiplatz erhielten. Dort fand er wohlwollende Lehrer und wertvolle Freunde unter den Mitschülern.
Von 1824-29 war er im sogenannten Stift in Tübingen. Die dortigen Studien nahm er sehr ernst, betrieb sie aber nicht einseitig, sondern wandte sich auch anderen Fächern zu, so der Weltgeschichte, Physik, Astronomie, sogar der Medizin, was ihm später wieder zugute kam. Nebenbei erlernte er ohne Lehrer das Klavierspiel. Um seiner Mutter und den Geschwistern nach dem Tode seines Vaters 1822 mit Geld etwas behilflich zu sein, übersetzte er mit einem Freund für einen Stuttgarter Verlag englische Schriften ins Deutsche.
Diese umfassende Bildung zeigte sich bei seinen Arbeiten auf der Universität.
Ein Lehrer äußerte sich einmal über einen Aufsatz Blumhardts mit den Worten: “Ei, ei, der Blumhärdtle ist originell, recht originell”.
Autor: Haug, Otto | Kategorie(n): Lebensbilder | 5,141 x gelesen


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