Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Zwei Bündnisse — das zur Knechtschaft und das zur Freiheit

Die Stelle Gal. 4, 22-26 handelt von den beiden Söhnen Abrahams (Gal. 4, 24-26), von Ismael und von Isaak. Ismael war von der Hausmagd Hagar, von der Unfreien, geboren; Isaak war der Sohn göttlicher Verheißung und war von der Freien geboren. Der Apostel Paulus folgert, dass das einen bildlichen Sinn habe; beide Frauen stellten zwei Bündnisse dar: die eine das vom Berg Sinai, das zur Knechtschaft führe, und die andere das der Verheißung, das die Freiheit bedeute.

Um es gerade vorwegzunehmen: Es ist hier nicht vom Gegensatz zwischen dem alten und dem neuen Bund die Rede, der alte und der neue Bund gelten dem Volk Israel (Jer. 31, 31-34; 32, 39-41; 33, 7-9; Hes. 11, 17-20; 36, 22-27; 5. Mose 30, 1-6).

Es geht dem Apostel Paulus hier um die beiden Linien, die Gott von Abraham her durch seine ganze Heilsgeschichte gezogen hat: die geistliche und die fleischliche Linie, die Linie der natürlichen Abstammung und die Glaubenslinie, die Linie der Knechtschaft und des Gesetzes und die Linie der Freiheit und des Segens.

Gewiss hat Gott sein Heil schon vor Abraham Menschen wie Abel, Henoch und Noah erfahren lassen. Hebräer 11 bezeugt uns ihren Glauben. Und wie echt dieser war, geht ohne Zweifel aus dem Zeugnis über Henoch hervor. Er wandelte dreihundert Jahre mit Gott und “hatte das Zeugnis, dass er Gott wohlgefallen habe”. Ihn hat Gott entrückt, d. h. ohne Tod hinweggenommen (1. Mo. 5, 22-24; Hebr. 11, 5.6). Aber die Heilsgeschichte hat Gott doch erst mit Abraham (damals noch Abram) begonnen. Gott hat es für gut befunden, mit dem Anfang seiner Heilsgeschichte zuzuwarten, bis die Nachkommenschaft Noahs sich in Völkerschaften geschieden und dadurch eine entsprechende geographische Ausbreitung erfahren hatte. Darum liest man im ersten Buch Mose wörtlich erst in Kapitel 15, und zwar im Zusammenhang mit Abraham, vom Glauben eines Menschen und von der Gerechtigkeit Gottes. Auch wird erst bei Abraham deutlich, wie Gott einen Menschen den Weg des Glaubens führt und wie er ihm ganz neue Erkenntnisse schenkt.

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Autor: Schacke, Martin | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Heilsgeschichte, Lehre  |  653 x gelesen

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Das Bewußtsein des Mitauferstandenseins mit dem Christus

«Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes!» (Kol. 3, 1).

Dass Christus am Kreuz für unsere Sünden gestorben ist, das ist jedem Gotteskind zum Erlebnis geworden. Ohne dieses Erlebnis gibt es keine Sündenvergebung. Dem entspricht auch das Bewusstsein des Sühnetodes Christi für unsere Sünden und der Sündenvergebung durch ihn.

Anders ist es mit der Auferstehung Christi! Dass wir mit Christus auferweckt worden sind, davon ist das Bewusstsein lange nicht so verbreitet unter Kindern Gottes. Und doch ist dieses Bewusstsein nicht minder wichtig als das Bewusstsein der Sündenvergebung.

Ist daran die mangelnde Belehrung schuld oder die Bequemlichkeit der Kinder Gottes, die sich mit der Sündenvergebung begnügen und geistlicherweise keine großen Anforderungen mehr stellen? Sie sind zufrieden mit dem Bewusstsein, dass sie in den Himmel kommen, und begehren nicht mehr, als dereinst selig zu sterben. So meint es Gott allerdings nicht mit uns.

In Tat und Wahrheit ist die Auferstehung mit Christus für uns ebensosehr ein göttliches Erlebnis wie die Vergebung unserer Sünden. Vielleicht wird das nicht ohne weiteres einleuchten. Doch lasst uns kurz folgende Überlegung machen: Wir erleben doch dadurch etwas Göttliches, dass Gott durch seinen Geist es in unseren Herzen zu einer Wirklichkeit macht. So war es mit der Sündenvergebung. Sie war nicht die Folge einer Gedankenoperation, nicht das Resultat einer sorgfältigen Überlegung. Sie wurde vielmehr in uns lebendig, als Gott durch den Heiligen Geist sie in uns zu einer göttlichen Wirklichkeit machte.

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Autor: Schacke, Martin | Kategorie(n): Gemeinde, Glaubensleben & Wandel  |  590 x gelesen

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Gesunde Lehre

Gesunde Lehre ist eine Gnadengabe Gottes zur inneren Gestaltung des geistlichen Lebens sowohl des einzelnen Glaubenden als der Gemeinde in ihrer Vielfalt.

I. Gesunde Lehre

1.) Gesunde Lehre als Gnadengabe

Gesunde Lehre ist eine Gnadengabe neben anderen (Röm. 12, 6.7). Durch den Geist kommen die verschiedenen Gaben zur Entfaltung und werden wirksam einerseits im einzelnen Glaubenden und anderseits in der Gemeinde. Es kann sein, dass Gott in einer Gemeinde mehrere gleichgerichtete Gaben schenkt. So war es zu Antiochien in Syrien, wo fünf Männer als Propheten und Lehrer genannt werden, die der Gemeinde nebeneinander dienten (Apg. 13, 1). Schon Apg. 11, 26 berichtet Lukas, dass Barnabas und Saulus in der Gemeinde zu Antiochien ein ganzes Jahr als Lehrer wirkten. Es ist wohl anzunehmen, dass Barnabas und Saulus, obwohl sie ein ganzes Jahr lang miteinander in der Gemeinde lehrten, harmonisch aufeinander eingegangen sind und einander ergänzt haben. Das muss jeweils kostbares und zugleich kraftvolles Klarlegen göttlichen Heilswillens, göttlicher Heilsmacht und der Herrlichkeit Gottes gewesen sein. Die Folge davon war, dass die Gemeinde wuchs und in Antiochien von sich reden machte, so dass die Glaubenden dort zuerst Christen genannt wurden (Apg. 11, 26). Als dann die Zahl der dienenden Brüder von zwei auf fünf stieg, ist sogar die geistliche Bedeutung der Gemeinde zu Antiochien so gewachsen, dass wir an Hand der Apostelgeschichte eine Verlagerung des geistigen Schwerpunktes von Jerusalem nach der überwiegend heidenchristlichen Gemeinde Antiochien feststellen können.

2.) Gesunde Lehre und die innere Gestaltung des geistlichen Lebens

Ich habe oben gesagt, dass gesunde Lehre eine Gnadengabe sei zur inneren Gestaltung des geistlichen Lebens. Zwar ist es schon so, dass man unter Glaubenden oft wenig von der Lehre hält; sie sei theoretisch, trockenes Wissen, blähe auf und führe zu Streitigkeiten. Bei solchem Denken liegt eine Verwechslung vor, Verwechslung von menschlichem Wissen mit Gnadengabe Gottes. Göttliche Gnadengabe erfrischt, erfreut, ermuntert, erbaut; sie erfaßt und belebt; sie erfüllt das Herz und fördert den Glauben; sie bereichert und verankert die Hoffnung; sie macht vertraut mit dem Leben Gottes und führt hinein in die göttlichen Zusammenhänge; sie zieht behutsam Schleier um Schleier weg von der Herrlichkeit Gottes und offenbart strahlende göttliche Wirklichkeit. Dabei richtet sie den Blick des Hörers dauernd hin auf den verherrlichten Christus, der sich selbst für uns dahingegeben hat, damit er uns herausnehme aus dem gegenwärtigen bösen Zeitlauf. Sie zeigt uns die Herrlichkeit des Christus, der uns aufgenommen hat, damit wir für immer in die Herrlichkeit Gottes hineingestellt seien, um ewig ihr zuzugehören (Röm. 15, 7). Und das Besondere ist noch, dass nicht nur der Hörer in solch Gottes- und Christus-Erleben geführt wird, sondern dass auch der mit der Gnadengabe der gesunden Lehre Dienende dasselbe Gottes- und Christus-Geschehen erleben darf.

So hilft die gesunde Lehre das geistliche Leben des Glaubenden fördern und gestalten. Gleichzeitig wird aber, wenn das Glaubensleben des einzelnen göttlich geprägt wird, auch das Leben der Gemeinde geistliche Gestaltung erfahren durch den Dienst gesunder Lehre.

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Autor: Schacke, Martin | Kategorie(n): Lehre  |  622 x gelesen

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