Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Was haben ökologische und politische Katastrophen mit der Buße des Menschen zu tun?

(Nach einer Tonbandaufnahme eines Vortrags über Joel 1 und 2; überarbeitet und vom Verfasser durchgesehen)

Der Prophet Joel weist im ersten Kapitel seines Buches auf eine für uns Heutige höchst aktuelle Tatsache hin. Er macht dort deutlich, daß zwischen Katastrophen in Natur oder Politik und der Sünde des Volkes Israel, ja der Sünde der ganzen Menschheit, ein direkter und indirekter Zusammenhang besteht. Das heißt, diese Katastrophen ereignen sich nicht zufällig. In den Naturkatastrophen handelt Gott selbst. Sie sind Gerichte Gottes. In ihnen handelt Gott; denn es gibt ja kein Unglück, das der Herr nicht tut. Das ist ein Aspekt, den wir bei Joel ganz deutlich erkennen. Ich möchte dazu heute in 7 Punkten etwas sagen:

  1. Wir leben in einer Zeit nie dagewesener ökologischer Gefahren.
  2. Joel bringt die ökologische Katastrophe in Zusammenhang mit der Sünde des Volkes Israel.
  3. Auch politische Katastrophen haben etwas zu tun mit menschlicher Sünde und göttlichem Gerichtshandeln.
  4. Lösungsversuche ohne Buße müssen scheitern.
  5. Was sagen wir unseren Kindern?
  6. Gerichte Gottes können durch Buße und Umkehr aufgehalten oder reduziert werden.
  7. Gott läßt einmal, in Israel beginnend, nach gründlicher Buße den Segen zurückkehren.

1. Wir leben in einer Zeit nie dagewesener ökologischer Gefahren

In den Versen 1-4 des 1. Kapitels spricht Joel von einer katastrophalen Gleichgewichtsstörung in der Ökologie der Fauna. Wer will, kann in den vier Ausdrücken des 4. Verses — Nager, Heuschrecke, Abfresser, Vertilger — vier Stufen der Metamorphose eines einzelnen Insektes sehen; man kann sie auch als vier verschiedene Insekten auffassen. Auf jeden Fall bricht über die Bauern in Israel eine so große Katastrophe durch Insekten herein, daß das Land an den Rand einer Hungersnot gerät. Wie wir an späterer Stelle lesen, verfault der Same in der Scholle, die Vorratskammern sind leer, und das Opfer im Tempel bleibt aus (V. 17 und V. 9); es ist nichts mehr zu opfern und nichts mehr zu essen da. Es findet eine schwere Gleichgewichtsstörung in der Ökologie der Tiere statt. (Ökologie = Beziehungen der Lebewesen zur Umwelt; Haushalt in der Tier- oder Pflanzenwelt.)

Es ist heute unbestritten, daß wir in den letzten 20 bis 30 Jahren in diese Ökologie, in den Haushalt der Natur, im Zuge der hochentwickelten Landwirtschaft, die wir betreiben, entscheidend eingegriffen haben. Wir bekämpfen z. B. eine Unmenge von Insekten durch Schädlingsbekämpfungsmittel. Dabei ist klar: Wenn ich ein Insekt bekämpfe, dann wird sein Gegner überhandnehmen, der bislang den Ausgleich schuf. Wie gründlich haben wir die Maikäfer vertilgt! Früher war das für uns noch ein Spaß, im Mai in der Frühe des Morgens, wenn es noch kühl war, die Kirschbäume zu schütteln und die Mengen von Maikäfern einzusammeln, die da herunterkamen und für die wir sogar pro Kilogramm etwas Geld bekamen. Inzwischen haben wir sie vertilgt. Wir haben aber noch viel mehr vertilgt, wir haben den gesamten ökologischen Haushalt außer Rand und Band gebracht, und das ist nur sehr schwer wieder gutzumachen.

[weiterlesen ...]

Autor: Mössinger, Manfred | Kategorie(n): Gerichte Gottes, Israel, Völkerschaften  |  1,254 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Wahrheit und Liebe in der Gemeinde

(Nach einem Wortdienst auf der Langensteinbacherhöhe)

“Die Liebe freuet sich der Wahrheit” (1. Kor. 13, 6).
“… in ungeheuchelter Liebe” (2. Kor. 6, 6).
“Lasset uns aber wahrhaftig sein in Liebe!” (Eph. 4, 15).

Eine kleine Einleitung soll zunächst aufzeigen, wie wir uns häufig von Christus und Seiner Gemeinde und von der Gemeinschaft der Heiligen falsche Vorstellungen machen.

Ideal-Vorstellungen

Der Mensch ist von Natur auf der Suche nach dem verlorenen Paradies. Er nimmt — durch Herkunft, Umwelt und Erziehung geprägt — bestimmte Ideale in sein Herz auf und strebt sie an und jagt ihnen nach. Er erstrebt den idealen Beruf, den idealen Ehemann oder die ideale Ehefrau und will ideale Kinder erziehen. Er erstrebt die idealen Lebensbedingungen, die ideale Partei, den idealen Lebensstandard, die ideale Gesellschaftsordnung, das ideale Altersplätzchen und vielleicht sogar das ideale Sterben — schnell und schmerzlos. Auch im frommen Bereich tritt mancher, trotz Wiedergeburt, mit ganz bestimmten Ideal­Vorstellungen an eine Kirche, Gemeinschaft oder einen Hauskreis heran. Die Ursache hierfür ist häufig das Fleisch — es kam nicht zu einem bis in die letzten Tiefen vollzogenen inneren Zerbruch. Man sucht die ideale Gemeinschaft der Heiligen und ist enttäuscht, wenn sich diese Träume nicht erfüllen.

Ich muß an dieser Stelle sagen, daß uns weder der Herr noch die Bibel solche Ideale liefern. Im Gegenteil: in einer echten Bekehrung schlägt uns der Herr unsere Ideale aus der Hand. Das Wort “Ideal” (dem Geiste vorschwebendes Muster der Vollkommenheit, Wunschbild) ist verwandt mit “Idol” (Götzenbild, Abgott, Schwarm)! Der Herr nimmt uns unsere in unsrer Gefallenheit geformten und von Erbmasse, Umwelt, Fleisch und Sünde geformten Ideale und Idole und stellt uns ein ganz anderes Bild vor Augen. Das ist nach Römer 8 das Bild des Sohnes Gottes, in das wir hineingestaltet werden. Er macht unseren Idealen und Idolen ein Ende, indem Er in sämtliche Bereiche unseres Lebens und Daseins formend und bildend eingreift. Auch unsere frommen Ideale und Idole muß Er uns nehmen.

[weiterlesen ...]

Autor: Mössinger, Manfred | Kategorie(n): Gemeinde, Glaubensleben & Wandel, Heiligung, Lehre  |  1,235 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Die Quelle des Lebens

(Wortdienst auf der Langensteinbacherhöhe anläßlich der Brüderfreizeit 1975)

“Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so suchet, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Sinnet auf das, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist; denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. Wenn der Christus, unser Leben, geoffenbart werden wird, dann werdet auch ihr mit Ihm geoffenbart werden in Herrlichkeit.” (Kol. 3, 1-4)

Leben — göttliches Leben, gezeugtes Leben, gibt es nur in Jesus Christus. Jesus ist gestorben, Jesus ist auferstanden, und Jesus ist aufgefahren. — Die Frage, die uns heute morgen beschäftigen soll anhand dieses Textes, ist nicht so sehr, was dies alles bedeutet, sondern die praktische Frage: Wie bekomme ich Anteil an dieser Lebensquelle? Wie entsteht dieses neue Leben in mir? Und wie wirkt es sich aus?

Ich möchte versuchen, in 4 Punkten darauf einzugehen. Das neue Leben des auferstandenen Christus in mir — das bedeutet:

[weiterlesen ...]

Autor: Mössinger, Manfred | Kategorie(n): Gemeinde, Glaubensleben & Wandel, Heiligung  |  1,098 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Evangelium — wie es Paulus geoffenbart wurde

(Überarbeitete Tonbandaufnahme eines Vortrags auf der Langensteinbacherhöhe)

Was ist “paulinisches” Evangelium?

Die Verkündigung des Evangeliums unseres erhöhten Herrn, wie es vor allem dem Apostel Paulus geoffenbart wurde, ist zu unterscheiden von dem Evangelium, das Jesus während Seiner Erdenzeit verkündigte und den 12 Aposteln anvertraute. Es handelt sich gleichsam um eine zweite Offenbarungsstufe des Evangeliums Jesu Christi. Hier muß ich nun zunächst einigen Mißverständnissen entgegentreten, die sich gern einschleichen:

Verkündigern, die diese Unterscheidung beachten, macht man gelegentlich den Vorwurf: Hier wird Paulus verherrlicht und Jesus verdunkelt; Paulus und seiner Botschaft wird größeres theologisches Gewicht beigemessen als Jesus und Seiner Verkündigung auf Erden; man beschäftigt sich mehr mit den Paulusbriefen als mit den Jesusworten der Evangelien.

Demgegenüber muß klar herausgestellt werden, daß niemals Paulus gegen Jesus ausgespielt werden kann und daß Worte des Apostels Paulus nicht gegen Worte Jesu Christi stehen. Jesus hat in Seiner Niedrigkeit persönlich zum Volke Israel gesprochen, und derselbe Jesus hat als der erhöhte Christus zum Apostel Paulus gesprochen. Es gibt nicht zweierlei “Jesus Christus”! Es ist nur ein Herr. Aber es gibt zweierlei Offenbarungsstufen. Wir kennen Jesus in Seiner Niedrigkeit als Messias für Israel, und wir wissen um den erhöhten Christus als Haupt der Gemeinde.

Paulus war nicht 40 Tage in der Wüste, um vom Satan versucht zu werden; Paulus hat nicht im Garten Gethsemane gelegen und dort für alle Schöpfung das entscheidende “Ja, Vater” gesprochen; Paulus hat auch nicht am Kreuz von Golgatha gehangen und die Sünde der ganzen Welt getragen, noch ist er am dritten Tage von den Toten auferstanden und dann gen Himmel gefahren. Das alles kann nur von Jesus gesagt werden. Und auch in den Briefen des Paulus geht es immer und überall um Jesus Christus. Christus ist das Ziel, die Mitte und der Inhalt seiner Botschaft. Paulus kannte nur einen einzigen Ruhm, nämlich das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus (Gal. 6, 14).

Aber ebenso ist es Tatsache, daß das Evangelium von Jesus Christus durch die Offenbarung des erhöhten Christus an Paulus eine entscheidende Weiterentwicklung erfahren hat. Mit Paulus ist ein neuer Haushalt Gottes eröffnet worden, die “Haushaltung” oder “Verwaltung der Gnade Gottes” bzw. “Haushaltung” oder “Verwaltung des Geheimnisses” (Eph. 3, 2. 9. Elbf. Übs.). Darum ist das von Paulus verkündigte Evangelium ein ganz besonderes Evangelium. Es ist nicht nach Menschenart; keine menschliche Leistung fällt hier ins Gewicht; es herrscht die absolute, vollkommene Gnade. Paulus hat es von keinem Menschen empfangen noch gelernt — weder von Petrus noch Johannes noch Jakobus —, sondern durch direkte Offenbarung des erhöhten Christus (Gal. 1, 11-12). Bei Paulus haben wir eine Weite der Gottesgedanken, eine Schau der Heilsgeschichte Gottes von den Ursprüngen bis in die letzten Ziele hinein, wie sie sonst nirgends dargestellt ist. Ausmaß und Fülle seines Evangeliums sind einzigartig und vorher nie so gehört worden. Wenn er sagt, er habe das von ihm verkündigte Evangelium durch Offenbarung Jesu Christi empfangen, dann schließt das jede menschliche Vermittlung aus; es ist auch nicht Resultat eigener Überlegungen, obwohl Paulus ein scharfer Denker war. Sein Evangelium ist reines Gnadengeschenk.

Noch einmal möchte ich betonen: Nicht Paulus ist der Inhalt seines Evangeliums, das er im besonderen zu verkündigen hat, sondern immer nur Jesus Christus in Seiner ganzen Fülle, wie es ihm durch Offenbarung kundgetan wurde.

[weiterlesen ...]

Autor: Mössinger, Manfred | Kategorie(n): Gemeinde, Heilsgeschichte, Lehre, Paulus  |  1,064 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Offenbarungsstufen des Heiligen Geistes

(Nach einem Referat auf der Brüderkonferenz 1986 der Langensteinbacherhöhe)

Es ist ja sicher allen Bibellesern klar, dass Gott Geschichte macht, eine Offenbarungsgeschichte. Das bedeutet: Er sagt am Anfang nicht alles, sondern Er enthüllt es in bestimmten Stufen. Es geht weiter in heilsgeschichtlichen Schüben. So offenbart sich Gott auch heute unter uns — es geht weiter und weiter. Gott ist nie Stagnation, nie Statik allein, sondern immer Dynamik, immer Bewegung, die weiterführt.

Ich möchte hier zunächst einen kurzen Überblick geben, so wie ich das im NT sehe:

1. Wenn wir das NT aufschlagen, dann haben wir zuerst die Evangelien vor uns. Es beginnt mit Matthäus, Markus, Lukas — diese drei ersten sind die sogenannten “synoptischen Evangelien”, die in ihrer Art (wie und was sie darstellen von Christus und vom Heiligen Geist) zusammengeschaut werden können. Sie zeigen uns die messianische Zeit in Israel, denn Jesus hat gesagt: “Das Königreich Gottes ist mitten unter euch” (Luk. 17, 21), es ist angebrochen in meiner Person. Es ist also messianische Heilszeit, die in Israel mit dem Kommen Jesu, mit dem Erscheinen des Gottes- und Menschensohnes, angebrochen ist. Jesus Christus ist erschienen, das Königreich Gottes brach an. Kranke wurden geheilt, Besessene befreit und Tote auferweckt. Das Evangelium wurde gepredigt, auch als Bußruf an Israel.

2. Es gibt einen Übergang aus der messianisch-jüdischen Heilszeit heraus und hinüber in die paulinische Zeit der Gemeinde des Leibes Christi. Das Bindeglied zwischen den drei ersten Evangelien und dem Apostel Paulus scheint mir das Johannesevangelium zu sein. Ich erinnere hier an die Kapitel 14-16, die sogenannten Abschiedsreden, sowie an die Kapitel 20 und 21, wo Johannes uns als Einziger berichtet, dass Jesus Seine Jünger schon vor Pfingsten angehaucht und ihnen Geist gegeben hat. Man fragt sich natürlich, in welche Offenbarungsstufe das hineingehört. Der Heilige Geist von Pfingsten kann es noch nicht gewesen sein, denn Er war noch nicht aufgefahren, und erst nach Seiner Auffahrt kam der Geist des Vaters und des Sohnes (Joh. 7, 39; Apg. 2, 33). Das war also eine Übergangszeit.

3. Nun kommt Pfingsten selbst. Das ist noch einmal eine messianische Gabe an das Volk Israel, und damit verbunden ist die Entstehung der judenchristlichen Gemeinde. Ich werde das nachher noch mehr aufschlüsseln.

4. Jetzt kommt die Erwartung des messianischen Reiches durch Bekehrung ganz Israels. Das wird vor allem in Apg. 2-6 ganz deutlich. Die judenchristliche Gemeinde erwartet das sofortige Hereinbrechen des messianischen Reiches unter der Voraussetzung der Bekehrung ganz Israels. In diese Phase hinein gehört wohl auch der erste Teil, die erste Phase des Lebens des Paulus nach seiner Bekehrung — ich teile das Leben des Apostels in drei Teile auf —, die Missionstätigkeit in Damaskus und in Jerusalem und dann das Verschwinden für 13 Jahre.

5. Sicher ist Euch das schon aufgefallen: Mit Kapitel 12 bricht die Apostelgeschichte mit der Tätigkeit von Johannes, Jakobus und Petrus ab; sie werden dann nur noch erwähnt, insofern sie für Paulus relevant sind. Alles andere verschweigt die Apostelgeschichte. Lukas hat uns nichts mehr über die judenchristliche Gemeinde in Jerusalem oder Judäa zu sagen, sondern er berichtet jetzt weiter, was der Apostel Paulus tut. Das wäre die zweite Phase im Leben des Apostels Paulus: Israel und Jerusalem verlieren an Bedeutung, aber sehr gewichtig wird nun das, was Paulus in der Nationengemeinde, der Leibesgemeinde tut — auf seinen drei Missionsreisen und in seiner Arbeit in drei großen Missionszentren. Das ist zunächst Antiochien, dann ist es Korinth und dann ist es Ephesus. In Antiochien hielt er sich mindestens ein Jahr lang mit Barnabas auf, später noch einmal, dann war er eineinhalb Jahre in Korinth und dann drei Jahre in Ephesus. Das waren für ihn die ganz besonderen Zentren; von da aus hat er Leibesgemeinde des Christus im paulinischen Sinn der totalen Gnade aufgebaut und dargestellt. Diese zweite Phase im Leben des Apostels Paulus wird uns vor allem in Apg. 13-28 beschrieben und auch in Gal. 1-2. In dieser zweiten Phase sind seine ersten Briefe entstanden — an die Galater und Thessalonicher, Korinther und Römer. Die zweite Phase ist noch gekennzeichnet durch den Dienst zuerst an den Juden, auch noch mit Zeichen und Wundem.

6. Dann kommt die dritte Phase im Leben des Apostels Paulus: seine Gefangenschaften. Wir denken da an die Gefangenschaft in Cäsarea und dann in Rom bis zu seinem Märtyrertod. (Es könnte durchaus sein, dass Paulus auch noch in Ephesus gefangen gesetzt war, doch darüber ist man sich nicht ganz einig.) In dieser Zeit entstanden seine Gefangenschaftsbriefe.

Nach diesem kurzen Überblick sollen uns nun die Offenbarungsstufen des Heiligen Geistes im Einzelnen beschäftigen.

[weiterlesen ...]

Autor: Mössinger, Manfred | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Gemeinde, Heiliger Geist, Heilsgeschichte, Israel, Lehre, Paulus, Schriftteilung  |  2,158 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Glaubt nicht einem jeden Geist!

Wir leben in einer gefährlichen und versuchlichen Stunde der Weltgeschichte. Dabei denke ich nicht an das wachsende Rüstungspotential in Ost und West, sondern an die wachsende Unruhe auf dem religiösen und kirchlichen Gebiet. Wenn ich es recht sehe, dann sind hier Geister aus verschiedenen Quellen tätig. Paulus sagt einmal: wir brauchen Waffen zur Rechten und zur Linken. Zur Linken, das meint: die frontalen Angriffe Satans auf die Gemeinde Jesu, die wir sofort als teuflisch erkennen können. Zur Rechten, das heißt: Er kann sich verstellen in einen Engel des Lichts, er ist wie ein geistiges Chamäleon. Da können Menschen Visionen, Träume, Gesichte, Weissagungen haben und sie beanspruchen dazu noch, daß sie diese außergewöhnlichen Gaben von Gott haben. Hinter dem frömmsten Machwerk kann sich der Satan verstecken, daß er auch die Auserwählten noch verführe. Da werden Bibelstellen serviert, prophetische Voraussagen gemacht, die ein schwaches Gemüt, wenn es sich dazu noch nach einem geheiligten Leben sehnt, schnell verführten. Neue Bewegungen entstehen. Sieht man sich ihre Programme und Traktate an, so scheinen sie auf den ersten Blick die Antwort für die Probleme zu haben, die Überwindung des Kirchendilemmas zu bieten. Wir brauchen dringend heute die Gabe der Geisterunterscheidung, mehr noch als die Gabe des Zungenredens. Jesus sagt für die endzeitliche Stunde: es werden viele kommen in meinem Namen — d. h. sie führen den Namen Jesu in ihren Aussagen, sie predigen von Jesus und sie berufen sich auf ihn — und sie sind dennoch Verführer.

[weiterlesen ...]

Autor: Mössinger, Manfred | Kategorie(n): Gemeinde, Schwarmgeist, Versuchung & Verführung  |  1,090 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Freiheit in allem Gebundensein

“Für die Freiheit hat Christus uns freigemacht. Stehet nun fest und lasset euch nicht wiederum unter einem Joche der Knechtschaft halten. Siehe, ich, Paulus, sage euch, daß, wenn ihr beschnitten werdet, Christus euch nichts nützen wird. Ich bezeuge aber wiederum jedem Menschen, der beschnitten wird, daß er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist. Ihr seid abgetrennt von dem Christus, so viele ihr im Gesetz gerechtfertigt werdet. Ihr seid aus der Gnade gefallen. Denn wir erwarten durch den Geist aus Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit. Denn in Christo Jesu vermag weder Beschneidung noch Vorhaut etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirkt. Ihr liefet gut. Wer hat euch aufgehalten, daß ihr der Wahrheit nicht gehorchet? Die Überredung ist nicht von dem, der euch beruft. Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig. Ich habe Vertrauen zu euch im Herrn, daß ihr nicht anders gesinnt sein werdet. Wer euch aber verwirrt, wird das Urteil tragen, wer er auch sei. Ich aber Brüder, wenn ich noch Beschneidung predige, was werde ich noch verfolgt? Dann ist ja das Ärgernis des Kreuzes hinweggetan. Ich wollte, daß sie sich auch abschnitten, die euch aufwiegeln.
Denn ihr seid zur Freiheit berufen worden, Brüder. Allein gebrauchst nicht die Freiheit zu einem Anlaß für das Fleisch, sondern durch die Liebe dienet einander. Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem: ‘Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.’ Wenn ihr aber einander beißet und fresset, so sehet zu, daß ihr nicht voneinander verzehrt werdet.”
(Galater 5, 1-5)

Es geht in diesen Versen um die zentrale menschliche Frage: Freiheit. Der Christ lebt in ganz bestimmten Spannungen und Beziehungen. Sein Leben läuft immer in irgendwelchen Bindungen ab.

Ich bin gebunden an meine Erbanlagen, an meine Eltern. Auch wenn sie einmal nicht mehr leben, so bin ich dennoch der Sohn meiner Eltern. Meine Kinder bleiben meine Kinder bis ich sterbe. Das sind Strukturen, die sich nicht ändern, auch wenn ich zum Glauben komme.

Ich bin weiter gebunden an die Erde, ich brauche sie, um mich zu ernähren. Ich bin gebunden an meinen Körper, ob ich nun krank oder gesund bin. Ich bin gebunden an seine Bedürfnisse, die mich mitunter sehr vehement überfallen können und mich an ganz bestimmte Grenzen führen.

Ich bin gebunden an andere Menschen, daß sie für mich arbeiten und auch daran, daß ich für sie da bin. Ich bin gebunden an meine Triebhaftigkeit, an die Selbsterhaltung, den Sexualtrieb, den Lusttrieb, den Machttrieb, den Anpassungstrieb, vielfach auch an den Todestrieb.

Ich bin gebunden an mein Volk, an seine Kultur, seine Sprache, an die Hautfarbe, an das So-Sein. Ich werde hineingeboren, hineingelebt in ganz bestimmte vorgegebene Bindungen.

Die entscheidende Bindung, in die ein Mensch hineingeboren wird, ob er es nun will oder nicht, ob er es merkt oder nicht merkt, ist die Bindung an den lebendigen Gott.

[weiterlesen ...]

Autor: Mössinger, Manfred | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Gemeinde, Glaubensleben & Wandel, Lehre  |  948 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Gott läßt alles zusammenwirken zum Guten

(Nach einer Sonntagspredigt über Römer 8, 28 auf der Bibelkonferenzstätte Langensteinbacherhöhe)

Heute soll uns zum Abschluß der Familienfreizeit, die unter dem Gesamtthema »Alltagsgestaltung der Gläubigen« steht, das bekannte Wort Röm. 8, 28 bewegen: »Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten zusammenwirken, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.« Lassen Sie mich zunächst eine Vorbemerkung machen:

Gestalten oder gestaltet werden?

Ich bin überzeugt, daß wir weniger unseren Alltag gestalten, als daß wir gestaltet werden. Wir sind nicht immer die »Macher«, sondern viele Dinge werden einfach in unser Leben hineingelegt, und wir müssen damit fertig werden. Wir sind weniger die Gestalter, als vielmehr die Gestalteten. Wir gestalten unseren Alltag, weil wir gestaltet werden — es kommt nur darauf an, wie das geschieht.

Denken Sie an die neun Monate, die das Kind im Mutterleib verbringt: Es kann nicht sein Leben gestalten, es wird gestaltet. Denken Sie an kleine Kinder und junge Erwachsene! Der Mensch bleibt sehr lange ein Nesthocker. Wenn ein Kalb auf die Welt kommt, kann es nach einigen Stunden schon springen und saugen und ist schon selbständig. Ein Mensch braucht, bis er erwachsen und selbständig ist, 17 bis 18 Jahre — manche ein ganzes Leben.

Unter dem Gestaltetwerden von außen kann ein Mensch verkümmern. Ein Beispiel sind die vielen Ehekrisen. In Ehegesprächen habe ich schon oft gesagt: Sie haben drei Möglichkeiten, mit dieser Krise umzugehen:

[weiterlesen ...]

Autor: Mössinger, Manfred | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Gemeinde, Heilsgeschichte, Lehre, Paulusbriefe  |  959 x gelesen

468 Artikel online •
3 Besucher online