Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Das Wunder der Gnade bei Paulus

(Nachschrift eines Wortdienstes auf der Langensteinbacherhöhe)

Aus 1. Timotheus 1 lese ich die Verse 12-17: »Ich danke unserem Herrn Christus Jesus, der mich stark gemacht und treu geachtet hat und gesetzt in das Amt, der ich zuvor war ein Lästerer und ein Verfolger und ein Schmäher. Aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan im Unglauben. Es ist aber desto reicher gewesen die Gnade unseres Herrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christus Jesus ist. Das ist gewißlich wahr und ein teuer wertes Wort, daß Christus Jesus gekommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen, unter welchen ich der vornehmste bin. Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, auf daß an mir vornehmlich Jesus Christus erzeigte alle Geduld, zum Vorbild denen, die an Ihn glauben sollten zum ewigen Leben. Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren und allein Weisen, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen.

Der bekannte Bibelübersetzer Hans Bruns hat einmal gesagt: »Wahrer Christenglaube ist in Deutschland nahezu unbekannt.« Das ist ja nun schon eine schockierende Behauptung! Er hat nicht gesagt: In Deutschland gibt es keine Religion, oder: In Deutschland ist das Christentum unbekannt, nein, er hat gesagt: In Deutschland ist wahrer Christenglaube nahezu unbekannt. Er hat damit nicht zum Ausdruck bringen wollen, daß Deutschland nachgerade ein Missionsland sei, wo viele Leute nichts mehr wissen von biblischen Gedanken und Gesichtspunkten, sondern er wollte sagen, daß gerade unter denen, die sich für Christen halten, große Unklarheit darüber besteht, was denn tatsächlich wahrer Christenglaube ist.

Wenn man mit Menschen ins Gespräch kommt, stellt sich sehr schnell heraus, was für Vorstellungen sie diesbezüglich haben. Oft geht es ihnen nur darum, daß Jesus die Liebe propagiert habe, daß Er den Menschen das Gebot der Nächstenliebe gebracht habe. Dieses Gebot aber hat nicht erst Jesus gebracht, es findet sich schon mitten in den Büchern Mose (3. Mose 19, 18)! Oder es wird gesagt, Jesus habe die Gerechtigkeit verfochten, die Solidarität mit den Entrechteten und die Gleichheit aller Menschen. In all diesen Dingen mag ja ein Körnchen Wahrheit liegen — nur wenn man meint, das sei die Mitte des Evangeliums und des Christenglaubens, dann hat man tatsächlich vom Christenglauben so gut wie nichts verstanden.

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Autor: Schäfer, Kurt | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Gemeinde, Paulus  |  709 x gelesen

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Das wunderbare »Aber« Gottes

(Nach einem Wortdienst in Reutlingen)

Heute spreche ich zu Ihnen über ein Wörtlein, das so klein ist, dass es in den meisten Konkordanzen überhaupt nicht vorkommt. Und doch ist dieses kleine Wörtlein »Aber« in seiner Bedeutung ein ganz großartiges Wort. Es gibt ein böses menschliches »Aber«. Gott sagt etwas, doch der Mensch macht ein Fragezeichen dahinter und zieht das Gesagte in Zweifel, widerspricht oder lästert vielleicht sogar. So ist es in der bösen menschlichen Natur begründet.

Nun gibt es aber auch ein wunderbares, mächtiges göttliches »Aber«. Von diesem soll heute morgen die Rede sein. Es kann uns, wenn wir’s recht verstehen, ungemein trösten und ermutigen.

Dieses göttliche »Aber« drückt immer, wo es auftaucht, einen totalen Gegensatz aus. Da wird uns in der Heiligen Schrift eine Situation geschildert, die notvoll, bedrängend, aussichtslos ist — dann aber stellt Gott Sein mächtiges »Aber« dagegen.

1. Gottes »Aber« macht lebendig

Als erste Stelle lese ich Eph. 2, 4 und 5: »Aber Gott, der da reich ist an Barmherzigkeit, hat uns, als wir tot waren in den Sünden, lebendig gemacht.«

Einen größeren Gegensatz kann man sich nicht denken als den zwischen »tot« und »lebendig«. Man könnte meinen, Paulus habe doch wohl ein wenig übertrieben, als er schrieb, wir seien in den Sünden und Übertretungen »tot« gewesen, und man könnte sich damit beruhigen, das sei ja nur ein Bild. Es ist leider kein Bild, liebe Brüder und Schwestern! Es ist eine ganz harte Wirklichkeit. Der unerrettete Mensch ist »tot« — einerseits innerlich, geistlich tot. Typisch für einen Toten ist ja, dass er nichts hören, nichts sehen und keinen Kontakt mit anderen aufnehmen, also nicht reden kann; und genau das ist die Situation des Menschen in seiner unerlösten Art. Er ist Gott gegenüber »tot«, das heißt zunächst einmal, er kann nicht hören, was Gott sagt. Er kann auch nicht sehen, was Gott tut, und er kann auch nicht reden mit Gott, er kann nicht beten.

Der natürliche Mensch hört nichts von Gott, er »vernimmt nichts vom Geist Gottes«, sagt Paulus (1. Kor. 2, 14). — Da habe ich irgendwo abends einen Vortrag gehalten, und nachher kommt ein junger Mann zu mir und sagt: »Wis­sen Sie, was ich heute abend gehört habe? Ich hab’ bloß ›Bahnhof‹ verstanden.« Und das nicht etwa, weil er nicht hören konnte — akustisch hat er’s gut gehört, und es fehlte ihm auch nicht die nötige Intelligenz —, sondern er wollte sagen: Es kam nicht an bei mir — ich hörte nur ›Bahnhof‹. Ich muss das als Verkündiger zunächst einmal akzeptieren. »Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden.« Den Geist Gottes aber besitzt der Mensch von Natur aus nicht, also versteht er nichts! Er ist »tot«, weil er nicht hören kann.

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Autor: Schäfer, Kurt | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes  |  635 x gelesen

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