Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Das Evangelium von der Sohnschaft

Die frohe Botschaft der Bibel — insbesondere des Neuen Testaments — enthält viele herrliche Verheißungen für die erwählten und berufenen Gläubigen. Eine der kostbarsten göttlichen Gnadengaben ist das Geschenk der Sohnschaft in Verbindung mit der einmaligen Stellung der Gemeinde Jesu Christi.

Der Sohnschaftsstand der Glieder des Leibes Christi ist aber nur möglich infolge der Herrlichkeit des Erstgeborenen, Jesus Christus, und Seiner wunderbaren Mittlerschaft. In Psalm 2, 7 wird die prääonische Zeugung des Sohnes Gottes verkündet. Bis zu diesem wunderbaren Akt war Gott das allein existierende Wesen. Gott, der Vater Jesu Christi, hatte aber einen Entschluss gefasst, nicht nur einen Sohn ins Leben zu rufen, sondern viele Brüder dieses Erstlings (Röm. 8, 29).

Und wer die Heilsgeschichte der Bibel kennt, weiß auch, dass Gott nicht eher ruht, bis auch die ganze Schöpfung in den Sohnesstand versetzt sein wird. Dazu bedarf es der Mithilfe der erlösten Gemeinde, die eine enorm wichtige Zukunftsaufgabe nach ihrer Vollendung erhält. Diese »Ekklesia« (Auswahl, Herausgerufene) ist nicht zum Selbstzweck erlöst, sondern zum Mitherrschen und -regieren bestimmt.

Wir betrachten im Folgenden

  1. Die Sohnschaft der Gemeinde Jesu Christi und die Knechtschaft der Religiosität
  2. Die heilsgeschichtliche Entwicklung der Sohnschaftsphasen
  3. Die Konsequenzen der Erwählung zum Sohnesstand

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Autor: Heinemann, Karl | Kategorie(n): Gemeinde, Glaubensleben & Wandel, Irrlehre, Kirchentum, Religionen  |  2,144 x gelesen

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Zeichen des Abfalls in unserer Zeit

Das Substantiv (Hauptwort) »Abfall« kommt im Neuen Testament nur zweimal vor: »Abfall von Mose« (Apg. 21, 21) und »der Abfall« vor dem Erscheinen des Menschen der Gesetzlosigkeit, des Sohnes des Verderbens (2. Thess. 2, 3). Das Wort »Abfall« (apostasia) mit dem bestimmten Artikel bezieht sich auf ein besonderes endgeschichtliches Ereignis. Es bezeichnet die totale, weltumfassende Loslösung der meisten Menschen von allen bisherigen Gottesbeziehungen.

Das Verb (Zeitwort) »abfallen« erscheint nur bei Paulus im Sinne des Abfallens vom Glauben, wie dieser der Gemeinde Jesu Christi in gesunder Lehre und persönlichem Zeugnis vermittelt wurde.

Der am Ende des gegenwärtigen bösen Äons (Zeitalters) stattfindende große Abfall hat seinen Entwicklungsprozeß seit Beginn der Endzeit im weiteren Sinne (seit Jesu Erdenwirken). Die Endzeit im engeren Sinne setzen Kenner des prophetischen Wortes mit der Staatsgründung Israels (1948) an. Wie lange sie dauern wird, kann niemand exakt zeitlich festlegen. Die Letztzeit dürfte den Zeitraum der letzten 70. Jahrwoche (nach Daniel) umfassen. Diese Epoche wird geprägt von der Herrschaft des Antichristen über die Völkerwelt, der Herausgeburt des wahren Israels durch Gericht und Gnade (Erscheinen des Messias) sowie dem Gericht Gottes an den Nationen. Danach kann erst der folgende Äon des Friedensreiches auf dieser Erde beginnen.

Die Gemeinde Jesu Christi, die ihrem Herrn treu bleibt, weil Er sie durchträgt und bewahrt bis zu Seiner Parusie (1. Thess. 5, 23.24), darf ihre Errettung vor dem Zorn Gottes (große Drangsal) erwarten (1. Thess. 5, 9). Solange der noch auf Erden weilende Teil dieser Ekklesia (Gemeinde) das »Aufhaltende« bildet, kann der letzte Weltherrscher seine Diktatur noch nicht voll entfalten. Erst nach ihrer Entrückung (1. Thess. 4, 17; 1. Kor. 15, 51.52; Kol. 3, 4; Phil. 3, 20.21; 1. Joh. 3, 2) ist die totale Verführung aller Abgefallenen möglich. Daß Gott in dieser dämonischen Zeit dennoch die nächste Heilskörperschaft (Israel) und eine große Schar Glaubender aus dieser Drangsalsperiode herausbildet, ist Sein geheimnisvolles und erbarmungsvolles, souveränes Walten (siehe Offb. Kap. 7, 12, 14 und 15!).

A.

Wie es nun zu diesem letzten großen Abfall auf dieser Erde kommen wird, soll im folgenden aufgrund typischer Zeiterscheinungen und anhand des prophetischen Wortes beschrieben werden. Dabei können nur die großen Entwicklungslinien aufgezeigt und Tendenzen deutlich gemacht werden. Da sich Gott auf drei Ebenen —

  1. im allgemeinen als Schöpfergott,
  2. durch das Gesetz und die Propheten im Alten Bund
  3. und durch Jesus Christus in der Gemeinde

kundgetan hat, möchte ich die Abfallsituation auch auf diese Bereiche beziehen.

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Autor: Heinemann, Karl | Kategorie(n): Endzeit, Irrlehre, Kirchentum, Schwarmgeist, Versuchung & Verführung, Zeitgeist  |  1,175 x gelesen

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Friede auf Erden?

Nach dem Verlust des Paradieses erlebt die unter dem Fluch der Sünde stehende Menschheit alles andere als wirkliche Friedenszustände. Im persönlichen Bereich sind Mißgunst, Neid, Zwietracht, Haß, Auseinandersetzungen, Streit und Aggressionen immer wieder die bemerkenswertesten Störfaktoren friedlichen Zusammenlebens. Auf der gesellschaftlich-politischen Ebene versuchen die verschiedensten Interessengruppen ihre Ziele oft mit gewalttätigen Mitteln zu erreichen. Verbale Drohungen, Streiks als Mittel der Tarifkonflikt-Lösungen bei den Gewerkschaften, Terrorakte fanatischer Extremisten (auch in religiösen Bewegungen) und bewaffnete Auseinandersetzungen rivalisierender Parteien sind in der Gegenwart weltweit an der Tagesordnung. Zur Zeit (1996/1997; Anm.) weist die Statistik etwa 70 Krisengebiete mit kriegerischen Auseinandersetzungen auf unserem Planeten aus. Und man gewinnt nicht den Eindruck, daß die vielseitigen Friedensbemühungen auf verschiedenen Ebenen — selbst durch UNO-Vermittlung — einen positiven Erfolg garantieren könnten.

Warum, so fragen sich die meisten Menschen, gelingt es denn nicht, ein friedliches Zusammenleben aller Erdenbewohner, zumindest der Bürger von Ländern und Regionen, zu ermöglichen? Politiker, Philosophen, Theologen, Pädagogen und Psychologen mühen sich allerorts um Lösungen dieses schwierigen Problems.

Den meisten bekannt sein dürfte die Initiative des sogenannten konziliaren Prozesses mit der Forderung nach Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Die Absichten der Initiatoren sind gewiß lobenswert, werden aber nach der Erkenntnis bibelgläubiger Christen nicht zum gewünschten Erfolg führen. Denn hier werden nicht die biblischen Begriffe »Gerechtigkeit« und »Frieden« aufgearbeitet und verwandt, sondern lediglich der Bezug zu gesellschaftlichen Ordnungen wird hergestellt. Nicht die Gerechtigkeit Gottes und der Friede mit Gott werden angestrebt, sondern der sozial-politische Aspekt ist der beherrschende Faktor aller Bemühungen. Und die Forderung nach Bewahrung der Schöpfung läßt völlig außer acht, daß die jetzige Schöpfung vergänglich ist und erst ein neuer Himmel und eine neue Erde die endgültige Lösung aller ökologischen Probleme garantieren.

Wer erinnert sich noch an die Hippie-Bewegung, die vor ca. 30 Jahren in den USA Aufsehen erregte? Diese »Blumenkinder« mit ihrem »Flower-Power« wollten der Welt den Frieden bringen. Ein Jahr der angeblichen Liebe in der Gemeinschaft sollte viel Freundschaft mit wenig Konsum, aber gemeinsamem Teilen in allen Lebensbeziehungen bringen. Doch schon wenige Jahre später folgte die Ermordung Martin Luther Kings und J. F. Kennedys, und die US-Nationalgarde feuerte auf Studenten, die gegen den Vietnamkrieg demonstrierten. — So ließen sich aus der Geschichte und der Gegenwart zahlreiche typische Beispiele anführen, die alle ein gemeinsames Phänomen deutlich werden lassen: Die Menschen guten Willens bemühen sich, das Zusammenleben auf persönlicher, gesellschaftlicher und politischer Ebene möglichst mit friedlichen Methoden konfliktfrei zu gestalten. Aber in letzter Konsequenz gelingt das nie dauerhaft. Im Gegenteil: Oft ergeben sich aus den vordergründigen Lösungsansätzen weitere schwierige Probleme bzw. Konflikte.

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Autor: Heinemann, Karl | Kategorie(n): Heilsgeschichte, Lehre, Zeitgeschichte & Politik  |  4,384 x gelesen

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Gefährliche Einseitigkeiten im Glaubensleben

Biblische Wahrheiten und Lehraussagen sind stets klar und eindeutig, jedoch nie einseitig. Gottes Perspektiven weisen über menschliche Denkansätze, Horizonte und Dimensionen weit hinaus. Will der Mensch diese göttlichen Sichtweisen erahnen, erkennen und schließlich zur Korrektur seiner begrenzten Auffassungen nutzen, bedarf es der Offenbarung, der Erleuchtung durch den Heiligen Geist.

Ohne diese göttliche Offenbarung wird die Ausdeutung biblischer Aussagen nie den Wahrheitsgehalt erfassen, sondern nur vordergründig, einseitig und somit irreführend sein müssen.

Nicht nur der natürliche Mensch, auch der bereits glaubende Christ steht in der Gefahr, die tradierten Denk- und Sichtweisen bei der Beurteilung biblischer Sachverhalte zum gültigen Kriterium zu erheben.

In der Regel haben zentrale biblische Gehalte mindestens zwei Wahrheitsaspekte, die unauflöslich zusammengehören. Schon im natürlichen Lebensbereich finden wir diese Zusammenfügungen: Eine Medaille hat zwei Seiten, ein Weg wird von zwei Seiten begrenzt, und eine Außen- und Innenschau ergeben erst das Gesamtbild.

Anhand einiger ausgewählter Beispiele sollen jeweils zwei zugehörige Begriffe, die einander zugeordnet sind, aufgezeigt werden. Es sollen dann die Gefahren bei nur einseitiger Betrachtungsweise bzw. praktischer Anwendung dieses biblischen Gehaltes erörtert werden.

Folgende Beispiele, die m. E. bedeutsam und somit exemplarisch für andere biblische Sachverhalte sind, werden ausgewählt:

Stellung — Zustand
Glaube — Werke
Gnade — Gericht
Liebe — Wahrheit
Ziele — Weg
Ruhe — Dienst
Frucht — Gaben

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Autor: Heinemann, Karl | Kategorie(n): Glaubensleben & Wandel, Lehre  |  623 x gelesen

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Glaube = Glaube?

Der Leser stimmt mit mir gewiss darin überein, dass er nach einem ersten intuitiven Überprüfen der Gleichung unserer Überschrift das Fragezeichen als berechtigt anerkennt. Denn schon im sprachlich-pragmatischen Umgang erfahren wir die Unschärfe des Begriffs Glaube, wie das an einem typischen Beispiel leicht zu erkennen ist: Auf die Frage, wie wohl das Wetter in den nächsten Tagen sein werde, geben wir gern die Antwort, mit einer verbalen Redewendung beginnend: “Ich glaube …” Dass hier das Verb “glauben” im Sinne des “meinen” bzw. “vermuten” gebraucht wird, ist aus dem Sinnzusammenhang eindeutig zu entnehmen. Ursprünglich bedeutete das Wort “Glaube” (althd. giloubo, lat. fides, griech. pistis) Anerkennung einer Tatsache, Wahrhaftigkeit einer Mitteilung, auch Vertrauen auf eine Person, seine Treue. Die sprachliche Akzentverschiebung signalisiert nun zugleich auch einen erkennbaren inhaltlichen Substanzverlust.

Wie sich theologisch, dogmatisch und pragmatisch-bekenntnismäßig gravierende Unterschiede ergeben, das soll nun im Folgenden dargestellt und an Beispielen erhellt werden.

Ich beginne mit einem negativen Beispiel eines sogenannten Glaubensbekenntnisses von Dorothee Sölle (Politisches Nachtgebet, Köln 1969, S. 26); hier nur die dem 2. Glaubensartikel des Apostolikums entsprechenden Zeilen zitierend:

Ich glaube an Jesus Christus,
der recht hatte, als er
“ein einzelner, der nichts machen kann”
genau wie wir an der Veränderung aller Zustände arbeitete
und darüber zugrunde ging.
An ihm messend erkenne ich,
wie unsere Intelligenz verkrüppelt,
unsere Phantasie erstickt,
unsere Anstrengung vertan ist,
weil wir nicht leben wie er lebte;
jeden Tag habe ich Angst,
dass er umsonst gestorben ist,
weil er in unseren Kirchen verscharrt ist,
weil wir seine Revolution verraten haben
in Gehorsam und Angst vor den Behörden.
Ich glaube an Jesus Christus,
der aufersteht in unser Leben,
dass wir frei werden von Vorurteilen und Anmaßung,
von Angst und Hass
und seine Revolution weitertreiben
auf sein Reich hin …

Jeder bibelkundige, glaubende Leser erkennt klar die von der christlichen Tradition, und damit vom Worte Gottes abweichenden Bekenntnisaussagen: Hier wird nicht der Glaube an Jesus Christus als den Sohn Gottes und Erlöser beschrieben, sondern eine an den gesellschaftskritischen Forderungen unserer Zeit orientierte Projektion vorgenommen. Ein “anderer Jesus” wird uns in diesem Bekenntnis Dr. Sölles vorgestellt. Vor einem “anderen Evangelium” mit einem “anderen Jesus” warnte schon Paulus die Korinther (2. Kor. 11, 3-5), und Johannes empfiehlt stets die Prüfung der Geister am Maßstab des christozentrischen Bekenntnisses (1. Joh. 4, 1-3).

In den weiteren Beispielen werden nun in der Bibel selbst beschriebene Glaubensarten aufgeführt und mit den in der Gegenwart praktizierten in Beziehung gesetzt und kurz interpretiert:

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Autor: Heinemann, Karl | Kategorie(n): Glaubensleben & Wandel, Lehre  |  770 x gelesen

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Leben wir in der Zeit der kräftigen Irrtümer?

Es gibt ein bekanntes lateinisches Sprichwort: Errare humanum est (Irren ist menschlich). Das besagt: Irren ist eine menschliche Unzulänglichkeit und ist nicht völlig auszuschließen. In allen Lebensbereichen erfahren wir täglich die Wahrheit dieser Aussage mit mehr oder weniger schwerwiegenden Folgen. Je nach Bedeutung der Irrtumsprozesse sind die Ärgernisse entsprechend für alle Beteiligten von belanglos bis katastrophal einzustufen. Entscheidend aber ist stets die Möglichkeit der Schadensbegrenzung und Berichtigung. Oft können geringe Fehlursachen gewaltige Auswirkungen erzielen, und umgekehrt können gravierende Irrtümer so korrigiert werden, dass die Folgen verhältnismäßig unbedeutend bleiben.

Auch bei glaubenden Menschen kann es immer wieder zu Irrtümern sowohl im Lehrbereich als auch im praktischen Verhalten kommen. Diese Erfahrungen sind für alle wahrheitsliebenden Gläubigen schmerzlich, lassen sich aber mit absoluter Gewissheit nie ganz vermeiden.

Auch die Bibel berichtet von solchen Erfahrungen. Deshalb ist einerseits von allen Beteiligten wahre Demut vonnöten, andrerseits sollte die menschlich-begrenzte Sichtweise stets die Weisheit und Erkenntnis Gottes einbeziehen.

Gefährlich werden Entwicklungen, wenn punktuelle und partielle Irrungen nicht mehr erkannt werden, sondern sich verfestigen und weitere Irrtümer nach sich ziehen. So konnten z. B. aus Lehrirrtümern Irrlehren entstehen, die große Schäden im Laufe der Kirchengeschichte angerichtet haben und sich bis auf den heutigen Tag in Kirchen, Gemeinden und vor allem Sekten hartnäckig behauptet haben.

Der Apostel Paulus ermahnt die Epheser eindringlich: “Deshalb sollen wir nicht mehr Unmündige sein, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch die Betrügerei der Menschen durch die Verschlagenheit zu listig ersonnenem Irrtum” (Kap. 4, 14). Hier wird auch noch differenziert zwischen solchen, die aktiv und bewusst zu Irrtum verführen, und jenen, die sich als Arglose (Unmündige) von der Lehrwahrheit abwenden lassen.

Wir wollen nun der Frage nachgehen, ob in der Gegenwart nicht nur die menschlich bedingten Fehler und Irrtümer vorhanden sind, sondern ob bereits über das normale Maß hinaus kräftige Irrtümer im Sinne des Irrwahns erkennbar sind, so wie es Paulus in 2. Thess. 2, 11 für das Ende des Zeitlaufs (Äons) vorausgesagt hat. In Verbindung mit der Anbahnung des Erscheinens des letzten Menschheitsverführers, den Paulus den Gesetzlosen (Menschen der Sünde) nennt, wird der große Abfall als ein bedeutsames Zeichen genannt. Dieser Prozess wird begleitet durch verführerische Wunder und den Betrug der Sünde (2. Thess. 2, 9.10). Diese verderbliche Entwicklung wird weltweit stattfinden und nach dem Gesamtzeugnis der Bibel den politischen, wirtschaftlichen und religiösen Bereich umfassen.

So wollen auch wir alle drei gesellschaftlich bedeutsamen Aspekte bei der Behandlung unseres Themas berücksichtigen, am meisten jedoch den entscheidenden religiösen Sektor.

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Autor: Heinemann, Karl | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Glaubensleben & Wandel, Schwarmgeist, Versuchung & Verführung, Zeitgeist, Zeitgeschichte & Politik  |  23,184 x gelesen

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Göttliche oder menschliche Weisheit?

Um den eminenten Unterschied zwischen göttlicher und menschlicher Weisheit erkennen, ergründen oder gar beurteilen zu können, bedarf es der Erleuchtung des menschlichen Geistes durch den Heiligen Geist. Alle Versuche der Menschen, kraft eigener Denkleistungen über Gott zu philosophieren und zu theologisieren, müssen zwangsläufig im Bereich kosmischer Kategorien verhaftet bleiben. Das Wort Gottes bezeichnet derartige Denkansätze und -ergebnisse als Torheit: “Der natürliche Mensch nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss” (1. Kor. 2, 14). Gottes Weisheit und Handeln lassen sich trotz aller philosophisch-theologischen Bemühungen, die nur rein rational ohne Geisteserleuchtung ansetzen, nicht wesensmäßig erschließen. — Das Wort des Kreuzes ist das alles entscheidende Kriterium für den Zugang zu der göttlichen Weisheit (1. Kor. 1, 18). Ohne das Verstehen von Golgatha verharrt der Mensch in eigenen begrenzten Denksystemen und subjektiven Projektionen. Gottes Weisheit ist ein Geheimnis (1. Kor. 2, 7), das sich dem Christen in der Begegnung mit dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn im Glauben erschließt. Nur wenn ein Mensch den Sinn Christi erhält, vermag er geistliche und damit göttliche Dinge zu erkennen, zu erforschen und zu beurteilen (1. Kor. 2, 15.16). Denn der natürliche, menschliche Verstand ist verfinstert und verblendet im Blick auf göttliche Weisheit und Erkenntnis. Die Ziele und Wege Gottes im persönlichen und heilsgeschichtlichen Bereich bleiben daher dem ungläubigen Menschen total verborgen, und sei er noch so gebildet im akademisch-wissenschaftlichen Sinne. Unter Beachtung dieses so wesentlichen Grundsatzes sagte mir einmal ein ausländischer Christ bezüglich des Glaubens in gebrochenem Deutsch humorvoll: “Der Verstand ist die dümmste Teil von das ganze Körper.” Und genau das bezeugt auch das Wort Gottes in 1. Korinter 1, 19: “Zunichte machen will ich die Weisheit der Weisen und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen.”

Anhand ausgewählter typischer Aussagen der Heiligen Schrift wollen wir nun das bisher allgemein Gesagte an einigen Beispielen konkretisieren, um den gewaltigen Unterschied zwischen göttlicher Weisheit und menschlichen Projektionen aufzuzeigen, damit wir als gläubige Christen besonders in dem Wirrwarr gegenwärtiger theologisch-philosophischer Lehren und Auseinandersetzungen eine klare biblische Schau gewinnen und behalten: “… auf dass wir nicht mehr Unmündige seien, hin und her geworfen von jedem Wind der Lehre” (Eph. 4, 14ff.).

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Autor: Heinemann, Karl | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Glaubensleben & Wandel, Zeitgeist  |  848 x gelesen

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Die Versuchung Jesu und die Stunde der weltweiten Versuchung

Die Geschichte der Versuchung Jesu durch Satan wird uns in Matth. 4, 1-11 und Lukas 4, 1-13 berichtet. Sie ist von entscheidender Bedeutung im Leben Jesu auf Erden vor Seiner öffentlichen Wirksamkeit im Lande Israel. Ebenso bedeutsam ist diese Versuchung für die Heils- und Endgeschichte. Sie gewinnt eine prophetische Dimension besonders für die Zeit des zu Ende gehenden bösen Äons (Zeitalters).

Diese Beziehung zum Endzeitgeschehen wird aus dem Sendschreiben des erhöhten Christus an die Gemeinde zu Philadelphia deutlich. Hier ist in Offb. 3, 10 von einer Versuchung die Rede, die über die Menschheit der gesamten Wohnerde kommen wird.

Auf beide Ereignisse möchte ich in diesem Artikel eingehen: zunächst auf das Einzelgeschehen und danach im eschatologischen (endzeitlichen) Kontext. Die aktuellen politischen, wirtschaftlichen und religiösen Entwicklungen sollen dabei in die Exegese (Auslegung) mit einbezogen werden.

1. Die Versuchung Jesu

Diese Geschichte aus dem Erdenleben Jesu ist gewiss allen Lesern bekannt. Deshalb erspare ich mir an dieser Stelle, den gesamten Text zu zitieren. Ich bitte aber den Leser, die o. a. Stellen im Textzusammenhang zu verfolgen. Es mag uns seltsam erscheinen, dass der Sohn Gottes vom Geist in diese Versuchungssituation am Ende der 40-tägigen Fastenzeit geführt wurde. Warum musste es zu einer solchen Begegnung mit Satan kommen? Nun, im Leben Jesu gab es keine Zufälligkeiten, sondern alle Ereignisse und Begegnungen geschahen unter der weisen Führung Seines Vaters. Es musste also auch diese Begebenheit in der Wüste Seinem göttlichen Sinn und Zweck dienen. Vor allem aber sollte der Sohn Gottes in dieser Prüfung Seine göttliche Sendung als Messias unter Beweis stellen. Dass Satan selbst als Fürst und Gott dieser Welt persönlich diese Versuchung in drei Anläufen inszeniert, macht diese Situation deshalb besonders heilsgeschichtlich herausragend und wichtig.

Wir wollen anhand des Textes auf die drei Versuchungsebenen achten, die jeweils einen anderen Bereich aufweisen. Es geht dabei um die Brot-, die Wunder- und die Machtfrage.

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Autor: Heinemann, Karl | Kategorie(n): Endzeit, Versuchung & Verführung  |  766 x gelesen

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Die Todesüberwindung durch Jesus Christus und ihre heilsgeschichtliche Bedeutung

Keine Religion in dieser Welt hat eine befreiende Antwort auf die drängende Frage der Menschheit nach dem Sinn des Lebens und der beherrschenden Macht des Todes.

Nur die Bibel — und hier insbesondere das Neue Testament — hat eine göttliche Antwort auf dieses existenziell so wichtige Problem.

Wie unbefriedigend ist doch — um nur eine religionsbedingte Lösung unter anderen anzuführen — die Lehre Buddhas, die die Reinkarnation (Wiederverkörperung) als endgültige Zielperspektive anbietet. Nicht Erlösung, sondern Eigenleistung ist die Kernaussage dieser Religion. Und je nach moralischer Einstellung und Verhaltensweise in diesem Leben muss der Mensch in der jeweils erneuten Erscheinungsweise die Frucht des vorherigen Lebens auskosten. Und das, bis nach irgendeiner der zahlreichen Reinkarnationen als Ziel »ein seliges Nichts« (Nirwana) erreicht werden kann.

Das Wort Gottes hingegen lässt als frohe Botschaft (Evangelium) eine lebendige Hoffnung aufleuchten, die zunächst den an Christus Gläubigen geoffenbart wird und schließlich, wenn auch nach Äonen und entsprechenden Gerichten, der gesamten Menschheit und Schöpfung eine herrliche Zielvollendung in Aussicht stellt.

Welche Erkenntnisse und Einsichten uns zu dieser Gewissheit des Glaubens und der Hoffnung führen, soll nun in diesem Artikel anhand der Bibel dargestellt werden. Dabei wollen wir zunächst auf die verschiedenen Aspekte und Bedeutungen des Begriffs Tod eingehen. Danach soll die Person des Todesüberwinders und seine totale Erlösung aufgezeigt werden. Und schließlich wollen wir die gewaltigen, das ganze Universum (All) umfassenden Folgen bedenken.

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Autor: Heinemann, Karl | Kategorie(n): Heilsgeschichte, Tod & Auferstehung  |  876 x gelesen

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Es steht geschrieben — Wiederum steht geschrieben

Es geht im Folgenden nach meiner Überzeugung um einen wichtigen Beitrag zu dem Thema: Gesunde Lehre — Gesunde Glaubenshaltung. Darauf weist ja der Apostel Paulus in seinen letzten Briefen immer wieder hin. Es gibt unter den Gläubigen leider so manche extreme Haltung — in der einen oder anderen Richtung. Dieser wichtige Beitrag von Br. Karl Heinemann möchte Hilfestellung geben, sie zu erkennen und zu vermeiden. (H. Schumacher)

Wir wollen uns in diesem Artikel mit einem wichtigen Prinzip der biblischen Textauslegung befassen, das bei Nichtbeachtung zu Einseitigkeiten und gefährlichen Verdrehungen von Schriftwahrheiten führen kann.

In der Geschichte der Versuchung Jesu durch den Teufel wird uns ein typisches Beispiel vor Augen geführt. Satan begegnet Jesus dreimal mit biblischen Argumenten bzw. direkten Schriftzitaten, um Jesus von Seinem Erlösungsweg abzubringen und sich ihm gefügig zu machen. (Es geht dabei um die Brot-, Macht- und Wunderfrage.) Jesus antwortet dem Versucher jedesmal entschieden: Es steht geschrieben bzw. es ist gesagt (Luk. 4, 1-13).

Lehrinhalte, Glaubenszeugnisse und auch Entscheidungssituationen sind oft komplexer Art und dürfen nicht ihre Polarität verlieren. Es muss aber auch betont werden, dass es andrerseits klare Aussagen in der Schrift im Sinne des »Entweder-oder« gibt. Dazu nenne ich nur einige wichtige Gegensätze:

  • Gott — Satan
  • Christus — Antichrist
  • Leben — Tod
  • Licht — Finsternis
  • Erlösung — Verdammnis
  • Geist — Fleisch

(Dieses Prinzip ist jedoch nicht Gegenstand dieser Abhandlung.) Anhand einiger lehrhafter Beispiele soll nun erhellt werden, wie jeweils zwei entscheidende Aspekte unbedingt zur ausgewogenen Schriftexegese benötigt werden. Es geht hierbei nicht — wie so oft bei Problemlösungen — um Kompromisse, sondern um zwei sich notwendig ergänzende Sichtweisen.

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Autor: Heinemann, Karl | Kategorie(n): Glaubensleben & Wandel, Irrlehre, Lehre, Zeitgeist  |  750 x gelesen

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