Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Die Barmherzigkeit Gottes

(Predigt in der “Gemeinde unter Gottes Wort”, München, sowie im Rahmen einer Versammlung der “Christlichen Allianz” in der EMK Wuppertal-Elberfeld, 2007)

“Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte. Er wird nicht für immer hadern noch ewig zornig bleiben. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten. So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten” (Psalm 103, 8-13).

Liebe Geschwister! Wir haben heute ein großes und wunderbares Thema vor uns, das so reich an Herrlichkeiten und voll der Größe Gottes ist, dass ich es in der Kürze der Zeit natürlich nicht umfassend behandeln kann. Dennoch tut es gut, sich immer wieder einen der wundervollsten Wesenszüge unseres himmlischen Vaters vor Augen zu führen und sich damit zu beschäftigen. Ist dieser Wesenszug doch grundlegend für unser heutiges Hiersein, grundlegend dafür, dass wir als die herausgerufene Gemeinde überhaupt existieren und uns mit Seinen, mit unseres Vaters Gedanken beschäftigen können.

Wenn wir erfahren wollen, was und wie Gott wirklich ist, wie Er handelt und wie Seine Wege mit uns, mit Israel und allen Völkern sind, nutzt es uns nichts, die Welt anzusehen und um Rat zu fragen. Seit dem Fall des Menschen ist dessen Sicht und Kenntnis von Gott getrübt und grundschief. Der religiöse und ideologische Markt der Möglichkeiten bietet dem Fragenden eine schier unbegrenzte Auswahl an Gottesbildern und lässt den Suchenden deshalb letztlich allein. Sich in diesem Chaos zurechtzufinden ist nicht möglich, geschweige denn zu dem wahren und einzigen Gott durchzudringen. Die Gottesbilder und -vorstellungen, die hin und her kursieren, sind kaum aufzuzählen, so verschieden und vielfältig sind sie. Welches davon ist wahr? Welches ist geeignet, mir eine echte Vorstellung von Gott — welchem Gott? — zu machen? Ist es das, was meinem Seelchen, meinen Wünschen und stillen Hoffnungen am ehesten entspricht? Oder ist es das, was mir sonst irgendwie am besten in meinen Kram passt — meinem Denken, meinem humanistischen Weltbild, meiner ideologischen Prägung am nächsten kommt?

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Autor: Krafzik. J. | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  916 x gelesen

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