Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Vom Wirken Gottes in der Geschichte

Eine biblische Betrachtung zum 8. Mai 1985 — dem 40. Jahrestag des deutschen Zusammenbruchs am 8. Mai 1945

Lenkt Gott die Geschichte? — Oder herrschen in der Völkerwelt Lüge und Gewalt, das Gesetz des Stärkeren, das Chaos blinder Zufälle?

Wem die Gnade geschenkt wurde, Gottes Wort zu glauben, der weiß, daß Gott alles Geschehen lenkt, und er darf auch ein klein wenig erkennen, wie Gott das tut. Eine völlige Enträtselung des Weges der Völker — mit Aufblühen und Vergehen mächtiger Reiche, Siegen und Niederlagen — steht jedoch noch aus. Der völlig befriedigende Aufschluß darüber, wie und warum Gott die Völker so führte, wie Er sie führt, gehört sicherlich zu denjenigen Gaben der Güte Gottes, die uns erst in der zukünftigen Herrlichkeit beim Herrn geoffenbart werden.

Gott ist der Herr der Geschichte

Daß Gott alles Weltgeschehen lenkt, wird sehr anschaulich im letzten Buch der Bibel in den Kapiteln 4-6 bezeugt. Immer wieder ist in Offenbarung 4 vom Throne Gottes die Rede; er ist das »Zentralbild der Apokalypse« (H. Langenberg); Gott wird als »der auf dem Throne Sitzende« vorgestellt, und alle anderen Wesen und Vorgänge werden in Beziehung zu diesem Herrscherthron gesetzt: 24 Älteste auf 24 Thronen, 7 Feuerfackeln, 4 lebendige Wesen, und schließlich im 6. Vers des 5. Kapitels Jesus, das Lamm.

Aus der Rechten (der Hand der Herrschaft, des Sieges und der Segnung) des Weltenherrschers empfängt dann Jesus nach Kapitel 5 das »Buch der Zukunft«, das »Testament Gottes«, das Ihm Macht und Recht verleiht, Gericht und Herrschaft in Seine Hände zu nehmen. In Offenbarung 6 beginnt Jesus Christus, die Siegel dieser Buchrolle zu lösen, und auf Erden ereignet sich das Emporkommen eines Herrschers, gefolgt von Krieg, Hunger und Tod. Den »Siegelgerichten« folgen in weiteren Kapiteln der Offenbarung die »Posaunengerichte« und »Zornschalengerichte« — apokalyptisches Grauen der Endzeit dieses Zeitalters, das mehr und mehr die ganze Menschheit umfaßt, bis Jesus selbst als »König der Könige« erscheint und auf die Gerichte Heilung und Erneuerung folgen läßt.

Noch viele andere biblische Zeugnisse zeigen, daß Gott — trotz allen Machenschaften der Finsternis — die Völkerwelt, ihre Herrscher und den gesamten Kosmos »fest im Griff hat« und auf pädagogischen Wegen, mit Güte und Strenge, zu von Ihm gesetzten Zielen lenkt:

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Gemeinde, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte, Israel, Völkerschaften  |  603 x gelesen

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Gottessohnschaft — in jüdischer und biblischer Sicht

“Petrus antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes” (Matth. 16, 16).

“Und es wird geschehen, an dem Orte, da zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht mein Volk, daselbst werden sie Söhne des lebendigen Gottes genannt werden” (Röm. 9, 26).

Es war ein bedeutungsvoller Augenblick, als der Herr bei Cäsarea Philippi Seine Jünger fragte, wer Er in den Augen Seiner damaligen Zeitgenossen denn sei. Auf die verschiedenen Antworten hin: “Johannes der Täufer, Elias, Jeremias oder einer der Propheten” befragt Er dann die Jünger nach ihrer eigenen Meinung in dieser Sache. Daraufhin legt Petrus jenes Bekenntnis ab, das ihm nicht Fleisch und Blut offenbarten, sondern der Vater in den Himmeln: “Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes”. — Wir spüren heute nicht mehr das für damalige Ohren Ungeheuerliche, Kühne, Gewagte, vielleicht Schockierende dieser Aussage. Wir haben uns durch christliche Tradition und Erziehung allzu sehr an den Gedanken gewöhnt, dass Er der Christus und der Gottessohn ist, — mag auch bei den allermeisten “Christen” dieses Wissen ein bloßes Fürwahrhalten und kein Herzensglaube sein. Uns fällt nur noch auf, wenn einmal jemand mit der Behauptung auftritt, dass Jesus dies alles nicht sei.

Für jüdische Ohren damals und heute war und ist das petrinische Bekenntnis von Matth. 16, 16 nicht nur nichts Selbstverständliches, sondern etwas Unmögliches und Lästerliches. Hören wir zunächst eine Stimme unserer Zeit:

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Gemeinde, Heilsgeschichte, Israel  |  390 x gelesen

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Die Gerichte Gottes — ihr Sinn und ihr Zweck

Das Zeugnis vom göttlichen Richten nimmt in der Schrift einen breiten Raum ein. Wir würden vom ganzen Ratschluß Gottes etwas zurückhalten und uns dadurch am Blute anderer schuldig machen (Apg. 20, 26.27), wenn wir es verschweigen oder auch nur verkürzen würden. Und vielleicht wäre die Ablehnung der Botschaft von der allumfassenden und auch alle erreichenden Gnade Gottes in christlichen Kreisen geringer, wenn sie nie und nirgendwo auf Kosten des Gerichtsernstes verkündigt worden wäre.

Wir finden in der Heiligen Schrift Worte, die ganz allgemein über das Richten Gottes, seinen Sinn und Zweck, seine Ziele und Begrenzungen etwas aussagen. Diese möchten wir an den Anfang unserer Arbeit stellen. — Sodann veranschaulicht uns die Bibel im einzelnen das göttliche Gerichtsverfahren, wenn sie von bestimmten Gerichten der Vergangenheit oder Zukunft redet, von denen eines geradezu das gottgesetzte “Beispiel” ewigen Feuergerichtes genannt wird. — Andere Beispiele enthüllen uns die einzelnen Stationen des Zerbruchsweges, den das Geschöpf im göttlichen Gerichtsprozeß innerlich zu durchlaufen hat. — Schließlich ist es zu beachten, daß des öfteren hoffnungslos klingende Gerichtsankündigungen später dahingehend von Gott erläutert werden, daß am Ende solcher Gerichte dennoch Rettung, Befreiung, Wiederherstellung und Hoffnung steht; ferner daß die am häufigsten gebrauchten Ausdrücke in der Gerichtssprache der Bibel ihrer Wortbedeutung oder ihrem biblischen Gebrauch nach die Hoffnung auf Wiederherstellung teils durchaus offenlassen, teils geradezu in Aussicht stellen.

1. Allgemeine Schriftaussagen über Sinn und Zweck, Ziel und Ende des göttlichen Richtens

Eine Reihe von Schriftaussagen Alten und Neuen Testamentes belehrt uns ganz allgemein darüber, daß

  1. Gottes Barmherzigkeit größer ist als Sein Zorn;
  2. Seine Gerichte sinnvoll, zweckmäßig, zielstrebig und notwendig sind;
  3. Seinen Gerichten von Gott selbst bestimmte Grenzen gesetzt sind.

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Allversöhnung, Erkenntnis & Wesen Gottes, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte, Lehre  |  683 x gelesen

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“Liebe Schwestern und Brüder”?

In den Leserbriefen einer evangelisch-freikirchlichen Zeitschrift ging es 1969 u. a. in mehreren Zuschriften um die Frage der rechten Anrede der gläubigen Gemeinde in einer Predigt oder Bibelstunde. Bei vielen Predigern ist es in den letzten Jahren Mode geworden, anstelle der Anrede “Liebe Brüder und Schwestern” nunmehr zu sagen “Liebe Schwestern und Brüder”. Ein Bruder nahm in einem Leserbrief hiergegen Stellung. Er schrieb, man gleiche sich wieder einmal in einem Stück den Gepflogenheiten der Welt an, und er sehe darin einen Einbruch Satans in die Gemeinde Gottes. — Auf diese ablehnende Stellungnahme folgten in mehreren Nummern dieser Zeitschrift eine ganze Reihe von Zuschriften, in denen dieser Bruder mehr oder weniger empört kritisiert wurde. Ob denn in der Gemeinde nicht die selbstverständlichsten Regeln der Höflichkeit gelten sollten? Es sei schlechthin unhöflich, “Liebe Brüder und Schwestern” zu sagen. Die gesellschaftliche Stellung der Frau sei heute eben eine andere als zur Zeit des Apostels Paulus. Dies müsse auch in der Anrede einer Gemeinde zum Ausdruck kommen.

Inzwischen haben es sich die meisten, vor allem jüngeren Prediger, in mehreren Freikirchen angewöhnt, “liebe Schwestern und Brüder” zu sagen. Auch Ältere sagen zum Teil so, doch ist eine gewisse Unsicherheit nicht zu verkennen. Mancher ältere Prediger kehrt nach anfänglich “höflicher” Anrede im Laufe der Predigt, wie ich’s neulich erlebte, dann doch wieder zur alten, “unhöflichen” Redeweise zurück.

Was wollen wir nun hierzu sagen?

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Gemeinde, Lehre, Zeitgeist  |  415 x gelesen

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Die Geistestaufe (Was ist sie und was ist sie nicht? — Was sagt die Heilige Schrift?)

(Nach Bibelstunden — vom Verfasser überarbeitet)

Auf mehrfachen Wunsch soll einmal das Thema behandelt werden: Die Geistestaufe, und eng damit verbunden: Geisteserfüllung, Geistesgaben, Geistesfrucht.

Ich habe schon des öfteren Zeugnisse etwa des folgenden Inhaltes zu hören oder zu lesen bekommen:

“Ich war Christ, ich versuchte auch, mit Jesus zu leben, aber ich merkte: Mir fehlt noch etwas. Ich stellte bei mir einen Mangel fest. Das Gefühl wurde immer deutlicher: Das, was du besitzt, kann nicht alles sein! Dann kam jemand und sagte zu mir: Du mußt einmal beten, du mußt einmal fasten, du mußt vor allem um die Geistestaufe beten! ­ Das habe ich dann, mehr oder weniger lange, getan; und irgendwann geschah es dann: Eine Nacht hindurch konnte ich nicht schlafen; ich schaute ein helles Licht; eine Kraft durchfuhr mich, durchzuckte mich, und ich merkte: ich werde ein ganz neuer Mensch. Am andern Morgen wußte ich: Ich hab’s, ich habe sie, die Geistestaufe, und damit verbunden irgendeine Gabe, vielleicht die, daß ich in Zungen reden kann.”

Solche und ähnliche Zeugnisse kann man immer wieder hören oder lesen. Es gab auch in der Pfingstbewegung in Verbindung damit einen Ausdruck, der solches Erleben gewissermaßen von der Heiligen Schrift her belegen sollte: zweite Gnade. Man empfängt gewissermaßen eine erste Gnade, wenn man als Sünder zu Jesus kommt und ein Gotteskind wird. Man merkt aber nach einigen Jahren: das langt noch nicht, es reicht nicht. Ich bin zwar ein Gotteskind, ich kenne die Bibel, ich gehe in eine Kirche oder Gemeinschaft, aber es fehlt noch etwas. Und so strecke ich mich aus nach der zweiten Gnade. Gewiß, dieser Ausdruck steht im Neuen Testament, in 2. Kor. 1, 15, er hat aber dort einen völlig anderen Sinn; es ist überhaupt nicht von einer Geistestaufe die Rede, sondern davon, daß Paulus wieder einmal zu den Korinthern kommen möchte, um sie durch seinen Besuch und Dienst zu stärken, so daß sie einen neuen Segen, eine neue Gnade empfangen.

Was ist zu all dem nun zu sagen? Ist die Geistestaufe in diesem Sinne biblische Lehre? Haben wir uns danach auszustrecken? Haben nicht auch viele unter uns, vielleicht die meisten, den inneren Eindruck: Mir fehlt noch etwas? — Dreierlei möchte ich zugestehen:

  1. Vielen Gläubigen, vielleicht den meisten, fehlt wirklich etwas. Sie haben den inneren Eindruck: Was ich besitze, kann nicht alles sein!
  2. Natürlich spricht das Neue Testament an mehreren Stellen vom Getauftwerden mit dem Heiligen Geist.
  3. Mehrfach ist in der Apostelgeschichte vom Geistempfang in Verbindung mit der Gabe des Zungenredens die Rede.

Auf diese drei Dinge möchte ich nun eingehen:

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Gemeinde, Heiliger Geist, Lehre  |  1,407 x gelesen

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Der große und furchtbare Tag — Eine Betrachtung der Botschaft des Propheten Joel

Zu Anfang sei bemerkt, daß die vorliegende Arbeit den Propheten Joel nicht zeitgeschichtlich, d. h. auf die Zeitumstände des Propheten hin deuten will, sondern bewußt endgeschichtlich, und zwar endgeschichtlich im Zusammenhang mit der biblischen Gesamtprophetie, also unter Berücksichtigung möglichst vieler sich beim Forschen im Joelbuch aufdrängender prophetischer Parallelstellen.

Damit soll dem zeitgeschichtlichen Verständnis, das manche Ausleger für das richtige oder gar einzig richtige halten, nicht rundweg jegliche Berechtigung abgesprochen sein. Es ist z. B. möglich, daß zur Zeit Joels, die sich ja nicht fest bestimmen, sondern nur vermuten läßt, da der Prophet keinerlei nähere Angaben über sich selbst macht, eine Heuschreckenplage und vielleicht auch eine Dürre das Land Israel heimsuchten, die den Hintergrund bildeten für einzelne Züge seiner Schilderung der letzten Drangsal. Es ist ferner möglich, daß Joel als Bußprediger an sein Geschlecht auftrat und sein Bußruf, ähnlich dem des Jona an Ninive, auch in einer echten Buße und allgemeinen Trauer wirksam wurde, so daß der Prophet dann seinen Zeitgenossen neue göttliche Segnungen in Aussicht stellen konnte, letztlich einmündend in die Segnungen des messianischen Reiches. In diesem Falle hätte die Joelprophetie, besonders in ihren ersten Teilen, seinerzeit eine gewisse Vorerfüllung erlebt, die aber die prophetische Vollerfüllung kurz vor Beginn des Tages des Herrn und während desselben weder aufhebt noch ersetzt. Denn wir glauben aus Gründen, die nachfolgend im Laufe der Betrachtung noch herausgestellt werden sollen, daß bereits die ersten Kapitel dieses Buches durchaus prophetischen, zukunftweisenden, ja endgeschichtlichen Charakter tragen, nicht zuletzt wegen der auffallenden Übereinstimmung mit dem übrigen Prophetenzeugnis über die “Drangsalszeit über Jakob” und wegen der von Anfang an betonten Nähe des großen “Tages Jehovas” oder “Tages des Herrn”.

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Gerichte Gottes, Israel, Völkerschaften  |  676 x gelesen

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Gegner der Allversöhnung entlarven sich als Gegner der Schrift

Ein befreundeter Prediger erzählte mir folgende Begebenheit: Er hatte vor einer Zuhörerschaft zu predigen, von der er wußte, daß sie dem biblischen Zeugnis von einer schließlichen Versöhnung und Zurechtbringung aller zum großen Teil ablehnend gegenüberstand. Sein Predigttext enthielt nun aber im letzten Teil einen klaren Hinweis auf die “Allversöhnung”. Um möglichst niemand zu verletzen oder herauszufordern, beschränkte er sich in diesem Teil der Predigt darauf, einige Parallelstellen des Wortes Gottes zu zitieren, und gab im übrigen keinen Kommentar zu dieser Stelle. Trotzdem habe man ihn am Schluß der Stunde zur Rede gestellt und ihm wegen dieser Predigt Vorhaltungen gemacht. “Du hast soeben in der Predigt die Allversöhnung gelehrt!” — Der Angeklagte antwortete dem Sinne nach etwa so: “Merkt Ihr denn nicht, daß Ihr gegen Gottes Wort streitet? — Nicht gegen mich, denn ich habe ja nur Bibelstellen zitiert!”

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Allversöhnung  |  345 x gelesen

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Die Fülle Gottes in den Söhnen

“Denn In Ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und ihr seid erfüllt (zur Fülle gelangt, habt die Fülle) in Ihm” (Kol. 2, 9.10a).

“… auf dass ihr erfüllt sein möget zu der ganzen Fülle Gottes” (Eph. 3, 19b).

“Es war das Wohlgefallen der ganzen Fülle, in Ihm zu wohnen” (Kol. 1, 19).

Es gibt Schriftworte, die in ganz besonderer Weise ungeahnte und unausforschliche Reichtümer umschließen, Reichtümer, die wir in unserem gegenwärtigen Niedrigkeitsstand auch nicht annähernd zu erfassen vermögen. Zu ihnen gehört auch das Wort von der Fülle Gottes in Seinen Söhnen — dem Erstgeborenen wie auch den Nachgeborenen.

Die Fülle Gottes — was liegt doch alles in diesen schlichten Worten verborgen! Alles, was das Herz unseres Rettergottes im Innersten bewegt, erfüllt und beseligt, die Gesamtheit Seines ureigentlichen und unveränderlichen Seins und Wesens, das dem Geschöpf, das in der Natur lediglich die Außenseite Gottes, Seine Kraft und Göttlichkeit (Röm. 1, 20), wahrnehmen kann, zunächst verborgen ist.

Diese mit Worten letztlich unbeschreibbare, nur wesensmäßig erfaßbare Fülle Seines göttlichen Wesens goß Er hinein in den Sohn Seiner Liebe (Kol. 1, 1-3) und ließ sie in Ihm eine leibesmäßige Gestalt und Darstellung finden. So konnte der Sohn, dessen Ursprung ja nur in Gott dem Vater lag, der Ihm Vater und Mutter war, das genaue Abbild und Ebenbild Seines himmlischen Vaters werden und von Sich sagen: “Ich und der Vater sind eins” (Joh. 10, 30), und: “Wer Mich sieht, sieht den Vater” (Joh. 14, 9).

Was sagt uns die Schrift über das Wesen des Vaters, das füllemäßig in dem Sohne wohnte und wohnt?

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Gemeinde, Heiliger Geist  |  607 x gelesen

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Fragen gläubiger Christen

Warum entstand dieses Heft?

In den letzten 15 Jahren durfte ich jährlich mehrere Bibelfreizeiten halten: auf dem “Thomashof” bei Karlsruhe, in Oberhofen am Thunersee sowie in Unterseen bei Interlaken (Schweiz), im “Haus Friede” in Bredenscheid im Ruhrgebiet, in Seeshaupt am Starnberger See, im Wesleyheim in Wüstenrot, in Oberstdorf, sowie eine größere Anzahl auf der Bibelkonferenzstätte “Langensteinbacherhöhe” bei Karlsruhe.

Meist fand in Verbindung mit einer solchen Geschwisterfreizeit oder Jugendfreizeit auch eine “Fragestunde” statt. Fragen biblischer Erkenntnis oder praktischer Ausübung des Glaubenslebens konnten auf vorbereiteten Zetteln vorher abgegeben oder auch noch während der Stunde mündlich gestellt werden. (Ich gestehe gern: einer solchen Stunde sah ich nie ohne ein gewisses Bangen entgegen; nicht nur, weil ich mich nicht für ein wandelndes “Lexikon zur Bibel” halte, sondern auch, weil bei dem erstrebten gemeinsamen Gespräch sich nicht selten menschlicher Übereifer zu Wort meldet, der nicht bereit ist einzusehen, dass er auch irren kann.)

Nun hat es sich gezeigt, dass im Verlaufe solcher Fragestunden und Rundgespräche gewisse Fragen immer wieder gestellt werden. Irgendwie “liegen sie in der Luft” und beunruhigen das christliche Gemüt immer aufs neue. 25 solcher Fragen habe ich nun einmal herausgegriffen und versuche sie hier zu beantworten. Natürlich kann ich hier nur meine Schau der Dinge vortragen, und ich nehme nicht für mich in Anspruch, jede Frage erschöpfend oder irrtumslos beantwortet zu haben, obwohl mich viele von ihnen schon seit Jahren beim Forschen im Bibelwort, im Gebet und in Gesprächen bewegt haben.

Bei der Vielzahl der teils heiklen Fragen erwarte ich auch nicht, dass die Leser mir in allem zustimmen. Es wird vielmehr so sein, wie ich es schon bei früheren Arbeiten erlebte, dass der eine etwas kritisiert, was ein anderer lobend hervorhebt. Es wäre mir jedoch eine Freude, wenn jeder Leser und jede Leserin wenigstens die meisten Antworten als hilfreich empfinden würden. Da unser Leserkreis begrenzt ist und wir nicht nach der Art der Welt Reklamerummel machen, bin ich auch für Weiterempfehlungen sehr dankbar.

Beim Schreiben sah ich mich im Geist in die Fragestunde einer Bibelfreizeit versetzt — dementsprechend sind auch meine Antworten mehr als seelsorgerliches Gespräch denn als dogmatische Festlegung gedacht. Um die Lebendigkeit einer solchen Stunde zu erhalten, wurde auch auf eine streng systematische Reihenfolge der Fragen verzichtet.

Möge Gott durch diese Schrift vielen Gläubigen Hilfe und Wegweisung schenken!

Stuttgart, im Juli 1969
Heinz Schumacher


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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Glaubensleben & Wandel, Lehre  |  501 x gelesen

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Fehler, die zur Ablehnung der Allversöhnung führen

Wenn ich einem Buch, Heft oder Zeitschriftenartikel begegne, worin die biblische Lehre von der Versöhnung des Alls abgelehnt wird, dann ist mir klar: Irgendwo steckt hier ein (oder stecken hier mehrere) Denkfehler; man mißversteht oder fehlinterpretiert biblische Aussagen; man blickt nicht durch. Es ist mir klar, daß dieser Satz überheblich klingt: er ist aber nicht so gemeint. Wenn man dreimal in seinem Leben ein Buch zum Thema “Allversöhnung” geschrieben hat, Hunderte, wenn nicht Tausende Gespräche darüber geführt und unzählige Abhandlungen darüber in Jahrzehnten gelesen hat, dann darf man doch für sich in Anspruch nehmen, sich da ein wenig auszukennen. Das ist aber kein eigenes Verdienst, sondern nur die Gnadenführung Gottes. 1959 erschien mein Buch “Das biblische Zeugnis von der Versöhnung des Alls”, 270 Seiten (vergriffen); 1977 folgte “… und Gott wird sein alles in allen. Dialog über letzte Fragen”, 96 Seiten; es ist 1997 in 2. Auflage erschienen und lieferbar; lieferbar ist auch das 1988/1992 erschienene Werk “Versöhnung des Alls — Gottes Wille”, 110 Seiten (alle drei Paulus-Verlag Karl Geyer).

Eine Tragik erblicke ich darin, daß einerseits in der Evangelischen Landeskirche nur wenig Widerstand gegen die “Allversöhnung” zu verspüren ist; dort ist ja inzwischen für vieles oder fast alles Platz: von Tanz und Kino in der Kirche bis zur Duldung oder Bejahung der Homosexualität; von fragwürdigen Methoden der Evangelisation bis hin zur Leugnung der wirklichen leiblichen Auferstehung Jesu; so ist auch für die “bösen Allversöhner” Platz. Andererseits sind gerade Kreise und Brüder, die auf biblischen Linien arbeiten und Gemeinde Jesu biblisch darstellen wollen, oftmals die erbittertsten Gegner.

In der Zeitschrift der Deutschen Evangelischen Allianz “Idea Spektrum” wurde in den letzten Monaten gleich zweimal das Pro und Contra der Allversöhnungslehre erwogen. Anscheinend kam die Ablehnung das erstemal nicht deutlich genug heraus, so daß sich die Schriftleitung veranlaßt sah, in Heft 30/31/1998 noch einmal zwei Stimmen zu Wort kommen zu lassen, wobei dann die ablehnende Beurteilung (ein ziemlich oberflächlicher Artikel von Wilfried Reuter) als “die theologische Position der Evangelischen Allianz” überschrieben wurde. Ich halte dies nicht für seriös, denn die Evangelische Allianz (insgesamt) lehnt nicht die Allversöhnung ab, wohl ein großer Teil, aber eben nicht alle Glieder ihrer Kirchen und Freikirchen. Unseriös und angesichts so ernster Fragen biblischer Hoffnungslehre unwürdig ist es auch, bei dieser Frage von dem weltlichen Schlager “Wir kommen alle, alle in den Himmel” auszugehen. Ferner erschien eine Idea-Dokumentation (3/98) zu diesem Thema (Slenczka/Stadelmann).

In den genannten und vielen anderen Publikationen werden im Grunde immer wieder die gleichen Fehler gemacht:

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Allversöhnung, Lehre  |  4,668 x gelesen

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