Vom Wirken Gottes in der Geschichte
Eine biblische Betrachtung zum 8. Mai 1985 — dem 40. Jahrestag des deutschen Zusammenbruchs am 8. Mai 1945
Lenkt Gott die Geschichte? — Oder herrschen in der Völkerwelt Lüge und Gewalt, das Gesetz des Stärkeren, das Chaos blinder Zufälle?
Wem die Gnade geschenkt wurde, Gottes Wort zu glauben, der weiß, daß Gott alles Geschehen lenkt, und er darf auch ein klein wenig erkennen, wie Gott das tut. Eine völlige Enträtselung des Weges der Völker — mit Aufblühen und Vergehen mächtiger Reiche, Siegen und Niederlagen — steht jedoch noch aus. Der völlig befriedigende Aufschluß darüber, wie und warum Gott die Völker so führte, wie Er sie führt, gehört sicherlich zu denjenigen Gaben der Güte Gottes, die uns erst in der zukünftigen Herrlichkeit beim Herrn geoffenbart werden.
Gott ist der Herr der Geschichte
Daß Gott alles Weltgeschehen lenkt, wird sehr anschaulich im letzten Buch der Bibel in den Kapiteln 4-6 bezeugt. Immer wieder ist in Offenbarung 4 vom Throne Gottes die Rede; er ist das »Zentralbild der Apokalypse« (H. Langenberg); Gott wird als »der auf dem Throne Sitzende« vorgestellt, und alle anderen Wesen und Vorgänge werden in Beziehung zu diesem Herrscherthron gesetzt: 24 Älteste auf 24 Thronen, 7 Feuerfackeln, 4 lebendige Wesen, und schließlich im 6. Vers des 5. Kapitels Jesus, das Lamm.
Aus der Rechten (der Hand der Herrschaft, des Sieges und der Segnung) des Weltenherrschers empfängt dann Jesus nach Kapitel 5 das »Buch der Zukunft«, das »Testament Gottes«, das Ihm Macht und Recht verleiht, Gericht und Herrschaft in Seine Hände zu nehmen. In Offenbarung 6 beginnt Jesus Christus, die Siegel dieser Buchrolle zu lösen, und auf Erden ereignet sich das Emporkommen eines Herrschers, gefolgt von Krieg, Hunger und Tod. Den »Siegelgerichten« folgen in weiteren Kapiteln der Offenbarung die »Posaunengerichte« und »Zornschalengerichte« — apokalyptisches Grauen der Endzeit dieses Zeitalters, das mehr und mehr die ganze Menschheit umfaßt, bis Jesus selbst als »König der Könige« erscheint und auf die Gerichte Heilung und Erneuerung folgen läßt.
Noch viele andere biblische Zeugnisse zeigen, daß Gott — trotz allen Machenschaften der Finsternis — die Völkerwelt, ihre Herrscher und den gesamten Kosmos »fest im Griff hat« und auf pädagogischen Wegen, mit Güte und Strenge, zu von Ihm gesetzten Zielen lenkt:
Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Gemeinde, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte, Israel, Völkerschaften | 603 x gelesen


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