Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Der Zorn Gottes

Dieses Thema wird in der heutigen Verkündigung weithin ausgeklammert. Gott wird als der »liebe Gott«, als ein freundlicher Gott, der um unser Wohlbefinden besorgt ist, dargestellt. Das ist aber ein sehr einseitiges Bild des wahren Gottes, wie ihn die Bibel bezeugt. Darum soll hier zu diesem Thema einiges gesagt werden.

Wir fragen nach

  • dem Wesen des Zornes Gottes,
  • dem gegenwärtigen Zorn Gottes,
  • dem kommenden Zorn Gottes,
  • und der Errettung vom göttlichen Zorn.

1. Das Wesen des Zornes Gottes

Nach einem Wort des Theologen Markus Barth ist »der Zorn Gottes nicht eine mit Seiner Liebe abwechselnde Laune, sondern die Temperatur Seiner Liebe«. Das ist sehr gut gesagt. Gottes Zorn ist also keineswegs Hass. Was ist er aber dann? Ein Verkündiger nannte den Zorn Gottes einen »Gegenstoß gegen die Sünde« (zitiert nach Karl Merz). Damit ist aber mehr über die Wirkung als über das Wesen ausgesagt. Ich denke, Gottes Zorn ist zunächst einmal Sein heiliger Unwille, Sein Nein zu einem bestimmten Verhalten Seiner Geschöpfe, Sein Sich-nicht-abfinden-Wollen mit ihrer Undankbarkeit und Ehrfurchtslosigkeit, ihrer Gleichgültigkeit gegenüber Seiner Liebe, ihrem Unglauben, ihrer Widerspenstigkeit, der Übertretung Seiner Gebote bis hin zum frechen Spotten und Lästern. Er wirkt sich aus in Strafe und Gericht — jedoch immer mit der Zielsetzung der Zurechtbringung und des Heils.

Jakob Kroeker schrieb über den Zorn Gottes: »Auch der Begriff ›Zorn Gottes‹ muss im Antlitz Jesu Christi gesehen werden … Gott in Seiner Zornesoffenbarung ist ebenso Gnade, wie Gnade Zorn ist. Gott zerbricht, damit ein Neues entstehe. Er richtet, um zu erlösen … Wie Gott total, absolut, Äonen und Völker umspannend in Seiner Liebe ist, so ist Er es auch in Seiner Zornesoffenbarung … Gottes Zorn ist total, weil die Gnade in ihren Zielen total ist. Sie ist total in der Wiederherstellung der Sohnesstellung und in der Berufung zur Christusgemeinschaft … Vom Menschen und seiner Geschichte aus gesehen scheinen zwar Zorn Gottes und Gnade ein dialektisches, d. h. ein sich widersprechendes Handeln Gottes innerhalb der Heilsgeschichte zu sein. Von Gott aus gesehen, stehen jedoch beide als göttliches Handeln im Dienst der Erlösung: dem Glaubenden zum Leben, dem Widerstrebenden zum Gericht.«

Mit Bezug auf den menschlichen Zorn mahnt Paulus in Eph. 4, 26: »Wenn ihr schon zürnt, so hütet euch zu sündigen!« Dazu lesen wir im »Theologischen Wörterbuch zum NT« von Kittel/Friedrich: »Der Zorn wird zwar nicht Sünde genannt, aber der Gedanke steht dahinter: Wo einer zürnt, lauert die Sünde vor der Tür.« Ganz anders verhält es sich beim Zorn Gottes. Gottes Zorn ist niemals Sünde (Ungerechtigkeit, Zielverfehlung oder Hass). Er entspricht immer voll und ganz Seiner Wahrheit und Liebe.

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Gerichte Gottes  |  1,053 x gelesen

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Die Taube des Noah als Vorbild auf Christus — Eine Vorausdarstellung der vier Advente Christi und Gottes

Christus ist die Mitte aller Schrift. Von Ihm ist sie gegeben worden, und von Ihm zeugt sie auch in allen ihren Teilen (Joh. 5, 39; Luk. 24, 27.44 u. a.). Vom ersten Verse der Bibel an, in dem Er bereits als der schöpferische “Logos” (= Wort) in Erscheinung tritt, ohne den auch nicht eines geworden ist, das geworden ist (Joh. 1, 3), bis zu ihrem Schlußvers in Offb. 22, 21, der wiederum auf Ihn hinweist, gibt es keine einzige Aussage, keinen Namen, keine Handlung, die nicht irgendwie von Ihm abhängt, zu Ihm hinleitet oder gar Ihn darstellt, ob das unsere immer noch weitgehend gehaltenen Augen bereits erkannt haben oder nicht.

So wird Er, unser Herr, auch im sogenannten Alten Testament weit häufiger bezeugt und dargestellt, als man gemeinhin weiß oder ahnt. Nicht nur die erhöhte eherne Schlange oder der goldene Deckel auf der Bundeslade, nicht nur der vom großen Fisch verschlungene Jona oder der Fels in der Wüste, nicht nur Opfer und Priester, Könige und Propheten schatten Ihn ab und verkündigen Sein Tun und Sein Wesen. Auch in ganz unscheinbare, meist als nebensächlich angesehene und abgetane Züge Seines Wortes hat Gott kostbare Christusvorbilder verwoben, die aber nur erkennen kann, wer liebend danach sucht und dann vom Heiligen Geiste erleuchtete Augen des Herzens erhält. —

Bevor wir uns eine kostbare Lehrwahrheit der Schrift auf solche bildliche Weise anschaulich machen lassen, sei diese kurz lehrmäßig begründet. Denn alle typische, symbolische oder allegorische Wortdarbietung kann ja nie Beweise führen oder lehrmäßig Neues bringen, sondern immer nur das lehrmäßig überlieferte erhärten: und veranschaulichen. Wo sie mehr will, überschreitet sie die ihr gebotene Grenze.

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Heilsgeschichte  |  758 x gelesen

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Israels Verwerfung und Wiederannahme

(Wortdienst auf der Bibelkonferenzstätte Langensteinbacherhöhe am 11.10.1977 anläßlich der Brüderfreizeit; vom Verfasser überarbeitet)

Mir wurde für heute das Thema gestellt: Israels Verwerfung und Wiederannahme. Wir betrachten zunächst

Israels Verwerfung

Über die Kapitel 9-15 der Apostelgeschichte könnte man die Überschrift setzen: die große Weichenstellung. Der “Zug des Heils”, der bis dahin nur israelitisches Gebiet durchfuhr, fährt von nun an in Richtung Nationenwelt. — Lassen Sie es mich noch an einem anderen Bild verdeutlichen, indem ich mich von der Schiene auf die Straße begebe: Die Apostelgeschichte, und darin namentlich die erwähnten Kapitel 9-15, berichten uns von einer gewaltigen Umleitung, die Gott vornimmt. Wenn vor dem Autofahrer plötzlich ein Schild mit der Aufschrift “Umleitung” auftaucht, dann gerät er leicht in eine gewisse Verlegenheit, wenn nicht gar in Ärger. Werde ich mich auf der fremden Strecke auch nicht verfahren? Werde ich mich verspäten? — Hier geht es um eine Umleitung, die Gott vornimmt, und die Umleitungsstrecke heißt Nationenwelt, Heidenwelt. Vorher befuhr der “Wagen des Heils” nur israelitisches Gebiet, und auch nach dem Ende der Umleitungsstrecke wird er wieder auf die israelitische Strecke zurückkehren.

Apostelgeschichte 9 berichtet uns, wie aus einem Saulus ein Paulus wird, wie der Sonderbeauftragte Gottes für die Nationenwelt bekehrt und berufen wird. Das 10. Kapitel der Apostelgeschichte zeigt, wie der Heilige Geist zum erstenmal Heiden, Nationen, zuteil wird. Und wenn ich vorhin davon sprach, daß Umleitungsstrecken Verlegenheit, ja Ärger mit sich bringen, so zeigt uns Apg. 10 die große Verlegenheit eines Petrus, und in Apg. 13-14 sehen wir sogar Ärger und Zorn ob diesem unerwarteten Handeln Gottes. Apg. 15 berichtet sodann von dem großen Apostelkonzil in Jerusalem, auf dem die neue “Fahrstrecke” offiziell erkannt und anerkannt wird: “Gott hat zuerst die Nationen heimgesucht, um aus ihnen ein Volk zu nehmen für Seinen Namen … Danach will ich zurückkehren und wieder aufbauen die Hütte Davids, die verfallen ist …” (V. 14.16).

An dieser Stelle muß zunächst ein Begriff geklärt werden:

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Heilsgeschichte, Israel  |  357 x gelesen

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Sieben Thesen über das Böse

Dass unsere Welt — und speziell das gegenwärtige Zeitalter (Äon) — »böse« ist (1. Joh. 5, 19; Gal. 1, 4), braucht nicht erst bewiesen zu werden; jede Tageszeitung und jede Nachrichtensendung ist voll davon. Dies veranlasst uns, einmal anhand der Bibel über das Böse nachzudenken. In 7 Thesen soll das Wesentliche kurz zusammengefasst werden.

1. Nach biblischer Schau ist es der Böse, der das Böse in der Welt verursacht und vorantreibt

Die Bibel denkt persönlich: Vater — Sohn — Heiliger Geist — heilige Engel — Menschen, andererseits aber auch: der Teufel und seine Engel. In Matth. 4, 1-11 (Parallele Luk. 4, 1-13) treffen der Sohn Gottes und der Teufel persönlich aufeinander.

Im Neuen Testament ist viel vom Teufel die Rede: von den Evangelien über die Briefe bis zur Offenbarung. Doch er ist nicht das Hauptthema, das sind Gott und Christus, Gottes Liebe und Gottes Heilsratschluss. Es wäre schlimm, wenn es anders wäre.

Dass es das Böse gibt, darüber sind sich wohl alle denkenden Menschen mehr oder weniger einig, vom Atheisten bis zum Gottesfürchtigen. Doch wo liegt die Wurzel? Gottes Wort sagt: Der Böse steckt dahinter (vgl. z. B. Matth. 13, 19). So wie das Gute eine persönliche Spitze und »Verkörperung« hat, nämlich der Gute (zutiefst Gott der Vater: Luk. 18, 18.19), so ist auch das Böse eben nicht nur ein abstrakter Begriff, ein Ding, eine Sache, sondern der Böse, Satan, bewerkstelligt es.

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Das Böse, Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  654 x gelesen

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Die Rolle des Bösen in Gottes Plan

Gliederung:

1. Der Ursprung des Bösen
2. Zwei Sündenfälle
3. Gottes Antwort: Das Kreuz Jesu Christi
4. Die heutige Situation als Kampfessituation
5. Das Ziel: Die totale Entmachtung des Feindes


.

1. Der Ursprung des Bösen

Wenn über die »Rolle des Bösen in Gottes Plan« etwas bezeugt werden soll, über die Rolle des Bösen in der Unheils- und Heilsgeschichte dieser Welt, dann stellt sich zuallererst die Frage nach dem Ursprung des Bösen.

Woher kommt das Böse? Wer hat es erdacht, erfunden, in die Welt gesetzt? Das ist eine heikle Frage, und es haben schon Gläubige gemeint, den Ursprung des Bösen in Gott selbst sehen zu müssen, und sie meinten dabei noch, theologisch konsequent gedacht zu haben, ja, Gott verherrlicht zu haben. Ohne es zu wissen und zu wollen (so nehme ich einmal an), haben sie aber damit Gottes Wesen völlig falsch dargestellt. Ihn mißverstanden und beleidigt. (Das harte Wort »Ihn gelästert« möchte ich an dieser Stelle lieber nicht verwenden, weil es ganz bestimmt nicht das Motiv solcher Denker war, IHN lästern zu wollen, sondern ihnen einfach ein theologischer Denkfehler unterlaufen ist, ein Streich, den die eigene Logik spielte.)

Um biblisch zu belegen, daß das Böse aus Gott stamme, stützte man sich je und je auf Jes. 45, 7, wo JEHOVAH (oder JAHWEH), der Ewigseiende, Unwandelbare, Unendliche von sich sagt: »der ich das Licht bilde und die Finsternis schaffe, den Frieden (»Schalom«) mache und das Unglück schaffe, ICH, JEHOVAH, bin es, der dieses alles wirkt«. (Franz Delitzsch übersetzte in seinem Jesaja-Kommentar von 1879: »Bildner des Lichts und Schöpfer der Finsternis, Stifter des Friedens und Schöpfer des Übels«.)

Die Verben »bilden« und »machen« sind dabei nicht so schwergewichtig wie das Zeitwort »schaffen« (hebräisch bara), das immer nur von GOTT gebraucht wird und auch in 1. Mose 1 die Erschaffung der Welt beschreibt. Steht es hier nicht klar und deutlich geschrieben, daß Gott die Finsternis geschaffen hat, sie also aus Ihm kam und in Ihm wohnt? Hier ist nun wirklich Vorsicht geboten, damit uns nicht, wie gesagt, unsere Logik einen Streich spielt (2. Kor. 10, 3-5). »Gottes Wort ist nicht logisch und nicht unlogisch, sondern über-logisch«, pflegte Adolf Heller zu sagen.

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Das Böse, Heilsgeschichte, Lehre  |  658 x gelesen

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Die Kraft Seiner Auferstehung

An der Auferstehung Jesu Christi scheiden sich die Geister. Während die geschichtliche Wirklichkeit des Kreuzes großenteils auch von Ungläubigen nicht bestritten wird, weil hier die eigentliche Glaubensentscheidung erst bei der Frage nach der Bedeutung des Todes Jesu einsetzt, fordert Seine Auferstehung schon als bloße Tatsache und geschichtliche Wirklichkeit Stellungnahme und Entscheidung. Und das aus guten Gründen.

Ein Kreuzestod an sich ist nämlich für den natürlichen Menschen noch keineswegs unglaublich oder unfaßbar. Je und je sind Menschen, von Idealismus oder Fanatismus getrieben, für ihre Idee in den Tod gegangen, bis hin zu dieser schmachvollsten Todesart, der Kreuzigung. Deshalb fällt es den natürlichen Menschen gar nicht schwer, das Kreuz Christi als geschichtliche Tatsache anzuerkennen, — es aber zugleich in seiner wahren Bedeutung abzutun mit dem Hinweis, daß eben auch Jesus einer von den vielen sei, die “für ihre Überzeugung gestorben” sind.

Bei Seiner Auferstehung hingegen wurde eine Kraftwirkung Gottes offenbar, die noch nie zuvor in Erscheinung getreten war. Weder konnte noch kann je ein Mensch diese Kraft aufbringen, noch hatte es Gott gefallen, sie jemals zuvor zu erweisen. Denn der Sohn Gottes sollte ja in allem den Vorrang haben (wörtlich: der Erste sein) und mußte daher auch der “Erstgeborene ans den Toten” werden (Kol. 1, 18b).

Deshalb war es etwas so ungeheuer Großes und Gewaltiges, als ein Abraham es Gott zutraute, er vermöchte auch die Toten wieder lebendig zu machen, weshalb er eben um dieses Glaubens willen zum Vater aller Gläubigen wurde (Röm. 4, 16-18). Dieser Glaube konnte sich nicht — wie unser Auferstehungsglaube — auf geschichtliche Tatsachen und Beweise stützen — er war allein gestellt auf die Verheißungen Gottes. In dieser Glaubenshaltung konnte Abraham auf dem Wege nach Morija den zurückbleibenden Knechten sagen: “Bleibet ihr hier mit dem Esel; ich aber und der Knabe wollen bis dorthin gehen und dann zu euch zurückkehren” (1. Mose 22, 5; nicht: “Und ich will dann zu euch zurückkehren.”) Der Abrahamsglaube gründet sich auf die “Vollgewißheit, daß Gott, was Er verheißen hat, auch zu tun vermag” (Röm. 4, 21). Aus dieser Vollgewißheit heraus kam er zu der heiligen Schlußfolgerung, daß Gott, wenn wirklich Isaak geopfert werden müsse, um Seiner einmal gegebenen Verheißungen willen ihn durch Totenauferweckung ins Leben zurückrufen müsse.

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Tod & Auferstehung  |  806 x gelesen

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Die unterschiedliche Berufung des Volkes Israel und der Gemeinde

Vorbemerkung: Damit das folgende nicht mißverstanden wird, bitte ich sehr zu beachten:

1. Das Volk Israel und die Gemeinde Gottes (die Auswahlkörperschaft, die da ist Sein Leib) haben sehr vieles gemeinsam: Sie haben einen Gott, einen Herrn und Messias (Christus), Jesus, den Sohn Gottes; beide stellen eine Auswahlkörperschaft Gottes dar (Israel allerdings eine völkisch-nationale, die Gemeinde eine übervölkisch-internationale). Es gibt für sie nur ein Heil durch den einen Heiland und Seinen Opfertod am Kreuz auf Golgatha. Es wirkt in ihnen, wenn sie gläubig geworden sind an Christus, ein Geist; auch haben sie zutiefst und zuletzt ein Ziel: neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. In dieser Neuschöpfung fließen die vorerst noch unterschiedlichen Berufungslinien in eins zusammen, die Unterschiede werden also einmal ihre trennende Bedeutung verlieren.

2. Wo ich im folgenden von Israel spreche, ist Israel als Volk gemeint, nicht einzelne an Jesus Christus gläubig gewordene Israeliten. Die letzteren haben teil an der Berufung der Gemeinde Gottes, haben eine “himmlische Berufung” (Hebr. 3, 1).

3. Die folgenden Gegenüberstellungen sind nicht ausschließend zu verstehen. Das heißt zum Beispiel: Wenn die Gemeinde Gottes und Christi mit himmlischen Segnungen gesegnet ist, so schließt das nicht aus, daß wir auch irdische Segnungen genießen. Doch spielen die irdischen Segnungen bei uns nicht die Rolle, die sie bei Israel spielen! Bei Israel haben die irdischen Segnungen etwas mit heilsgeschichtlicher Stellung und Berufung Gottes zu tun, bei uns nicht.

Solange aber die Neuschöpfung von Offenbarung 21 noch nicht da ist, haben wir es mit zwei Heilskörperschaften Gottes zu tun, die vorerst auf unterschiedlichen Berufungslinien geführt und zubereitet werden. Diese Unterschiede nicht zu beachten, trübt den Blick für die eigene Berufung und führt zu unguten Vermischungen, indem man die “Kirche” (Gemeinde) theologisch an die Stelle Israels rückt und Israels Berufung nachahmt; man denke an die Stellung zu Engellehre oder Priesterhierarchie (um nur diese beiden einmal herauszugreifen).

Wir betrachten im folgenden, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, 7 Unterschiede:

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Gemeinde, Israel, Lehre  |  452 x gelesen

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Die Sonderstellung Israels in der Welt nach Gottes Plan

Über das auserwählte Volk Israel und seine Geschichte läßt sich ein Vierfaches sagen:

1. Kein Volk wurde je so sehr von Gott gesegnet

Israel wurden die Aussprüche Gottes anvertraut (Röm. 3, 2). Israel ist Gottes erstgeborener Sohn inmitten der Völkerwelt (2. Mose 4, 22-23), und so gehören Israel (nach Röm. 9, 4-5) die Sohnschaft, die Herrlichkeit, die Bündnisse, die Gesetzgebung, der Gottesdienst, die Verheißungen; aus diesem Volk der göttlichen Auswahl kommen auch die Väter, die Patriarchen, und — Jesus (dem Fleische, d. h. der menschlichen Abstammung nach). Bei den genannten Bündnissen ist an

den Glaubensbund Gottes mit Abraham (1. Mose 15),
den Gesetzesbund Gottes mit Mose (2. Mose 19-20) und
den Königsbund Gottes mit David und Salomo (2. Sam. 7 / 1. Kön. 8-9)

zu denken. Bestätigt oder erneuert wurden diese Bündnisse im sog. Josuabund (Josua 24), Josiabund (2. Kön. 23) und Esrabund (Neh. 8-10).

Diesem Volk hat sich JAHWE, der Unwandelbare, durch Sein Wort in Gesetz und Prophetie geoffenbart; in diesem Volk wurde — in Stiftshütte und Tempel — eine Wohnung Gottes eingerichtet; Er erschien im brennenden Dornbusch (2. Mose 3), in der Israel Licht spendenden und die Ägypter verwirrenden Wolkensäule (2. Mose 14), in der Herrlichkeitswolke (2. Mose 16, 10) und im Wasser spendenden Felsen (2. Mose 17, 6; vgl. 1. Kor. 10, 4). Sie allein erhielten von Gott selbst geschriebene Gesetzestafeln (2. Mose 32, 16 / 34, 1); um ihretwillen trieb der Herr Völkerschaften aus dem ihnen zugedachten Lande aus (2. Mose 34, 24 / 5. Mose 4, 38 / Josua 3, 10); ihnen wurden die größtmöglichen irdischen Segnungen versprochen (5. Mose 28, 1-14) und anbruchweise unter Josua, David und Salomo auch zuteil: Herrschaft über die Völker der Erde, Mehrung, Gesundheit, Reichtum und Überfluß, Sieg über Feinde und Erfolg bei allem Tun. Sie durften Jahrhunderte, bevor das Heil in JESUS CHRISTUS zu allen Völkern kam, zu einer Zeit, da die Völkerwelt ohne Gott und ohne Christus, ohne Bündnisse und ohne Hoffnung dahinlebte (Eph. 2, 11-12), Gottes Wort empfangen und Gemeinschaft mit Gott haben, Seine Siegesmacht und Seinen Segen, Seine Weisung und Seine Wunder erfahren.

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Heilsgeschichte, Israel  |  327 x gelesen

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Kein Heil ohne Gericht und kein Gericht ohne Heil

(Nach einem Wortdienst auf der Bibelkonferenzstätte Langensteinbacherhöhe am 07.10.1971 anläßlich der Brüderfreizeit; vom Verfasser überarbeitet)

Liebe Brüder!

In meinem Thema werden zwei fundamental wichtige biblische Feststellungen getroffen:

  1. Kein Heil ohne Gericht
  2. Kein Gericht ohne Heil

Gar zu gern trennen wir in unserem sezierenden und analysierenden Denken diese beiden Dinge, die nach der Schrift unlösbar zusammengehören!

In dem uns vertrauten evangelischen Glaubensbekenntnis z. B. bekennen wir auf der einen Seite die Heilstatsachen: Jesus hat gelitten, ward gekreuzigt, ist gestorben und auferstanden; später heißt es dann: “von dannen Er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten”. In diesem letzten Zusammenhang ist aber dann von Heil keine Rede mehr!

So spricht man in der üblichen kirchlichen Lehre einerseits vom Heil, von der Erlösung. Da dieses Heil weithin bereits an die Kindertaufe gebunden wird, ist es ein Heil ohne Gericht, ohne Buße und Selbstprüfung. — Andererseits wird vom ewig-endlosen, unabänderlichen Unheil für die Verdammten gesprochen — Gericht ohne Heil!

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte, Lehre  |  660 x gelesen

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Was ist eine “gute” Predigt?

Diese Überlegungen sind nicht dazu niedergeschrieben worden, um Kritikern Munition zu liefern, sondern um den Verkündigern selbst und der sie unterstützenden betenden Gemeinde einige Hinweise zu geben.

Wer hin und her manche Predigten hört — “gute” und “schlechte” —, wer selber im Dienst der Verkündigung steht und wer (wie ich es in letzter Zeit tue) häufig Tonbänder verschiedener (schon heimgegangener und noch lebender) Brüder abhört, vor dem steht früher oder später die grundsätzliche Frage:

Was ist eigentlich eine “gute” Predigt?

Da kommen Gottesdienstbesucher aus einem Gotteshaus — es sei eine Kirche, Freikirche, Bibelkonferenzstätte, ein einfacher Saal oder ein Wohnhaus —, und es entsteht draußen vor der Tür ein dankbares Gemurmel: “Das war aber heute eine gute Predigt!” — “Ich bin sehr dankbar für das Gehörte!” — “Mir ist dieser Zusammenhang ganz neu aufgegangen!” — “Mir wurde das Herz warm!”

Doch auch das Gegenteil kommt vor — viel öfter? Das “Volksgemurmel” klingt enttäuscht: “Nun ja — immer dasselbe, wie es nicht anders zu erwarten war!” — “Klug ist er, aber er erbaut mich nicht!” — “Glaubt der eigentlich, was er sagt?” — “Das war wieder einmal bloße Moral!” — “Kirchenpolitik, Entwicklungshilfe, Muttertag, Mitmenschlichkeit, alles schön und gut, aber wo bleibt eigentlich die Verkündigung Christi?!” — “Lauter Drumherum und wenig Predigt!” — “Dünn wie eine Wassersuppe!”

Natürlich ist es eine Frage unseres eigenen geistlichen Standpunktes, ob wir einen Gottesdienst als “gelungen”, “gesegnet” oder “missglückt” empfinden, ob wir eine Predigt “gut” oder “mittelmäßig” oder “schlecht” nennen. Für den einen ist eine Predigt “gut”, wenn sie aktuell und praxisnah ist; ein anderer urteilt vom Gefühl her und fragt nur danach, ob es warm ums Herz wurde; ein anderer achtet auf Stil und Rhetorik; ein anderer urteilt vom Blickfeld einer Strömung der theologischen Wissenschaft her, der er sich verpflichtet weiß; der strenge Fundamentalist und Biblizist fragt: Kann alles, was er heute sagte, bis zum letzten Nebensatz biblisch belegt werden? Dem einen fehlt die Hauptsache, wenn nicht das “prophetische Wort” auf den Leuchter gestellt wurde; einem anderen liegt daran sehr wenig, er sucht “Modernität” und “Auflockerung”. —

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Gemeinde, Lehre  |  409 x gelesen

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