Laßt uns nie vergessen, daß immer der Fleischgeborene den
Geistgeborenen lästert und verfolgt, und nie umgekehrt (Gal. 4,29).


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Gedenket eurer Lehrer!

Ein Wort zum Heimgang unseres Bruders Karl Geyer

Unserem allweisen und alliebenden Gott und Vater in Christo hat es gefallen, unseren teuren, hochgeschätzten Bruder Karl Geyer heimzurufen. Unser törichter Verstand will es nicht fassen; unser unverständiges Herz möchte ihn zurückholen; nur der Glaubensgehorsam kann auch dazu sagen: “Der Herr hat ihn uns gegeben, der Herr hat ihn uns genommen, der Name des Herrn sei gelobt!”

Einer, der weithin als eine Säule der Gemeinde Gottes angesehen wurde (Gal. 2, 4), ward abberufen. Wie sollen wir als Hinterbliebene — und dazu gehören ja letztlich alle, denen er in ihrem geistlichen Leben etwas bedeutet hat; wie vielen ist er Vater, Seelsorger, Lehrer, Prophet gewesen! — uns nun angesichts solch göttlicher Führung verhalten? Sollen wir klagen, jammern oder gar zweifeln und murren? Oder alle Regungen des Gedenkens und Erinnerns um des Schmerzes willen, vielleicht auch aus falscher “Geistlichkeit”, vorerst mit Gewalt ersticken? — Beides sei ferne!

Dem Schreiber des Hebräerbriefes wurde es durch den Heiligen Geist geschenkt, auch für solche Lage den Gläubigen eine Richtlinie gottgewollten Verhaltens zu geben. Er setzt sie uns in Kapitel 13, 7 auseinander in den drei kurzen, klaren Ermahnungen:

  1. Gedenket eurer Lehrer!
  2. Ihr Ende schauet an!
  3. Folget ihrem Glauben nach!

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Glaubensleben & Wandel, Lebensbilder  |  502 x gelesen

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Was ist Heiligung?

“Ihr aber habt den Christus nicht also gelernt, wenn ihr anders Ihn gehört habt und in Ihm gelehrt worden seid, wie die Wahrheit in dem Jesus ist: daß ihr, was den früheren Lebenswandel betrifft, abgelegt habt den alten Menschen, der nach den betrügerischen Lüsten verdorben wird, aber erneuert werdet in dem Geiste eurer Gesinnung und angezogen habt den neuen Menschen, der nach Gott (oder: gottgemäß) geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit” (Eph. 4, 20-24).

Kind Gottes ist, wer aus Gott geboren ist, d. h. wer auf dem Wege einer Neuzeugung und Neugeburt (Joh. 3, 5; Tit. 3, 5 u. v. a.) — dadurch, daß der menschliche Geist und Gottes Geist in gegenseitiger Hingabe eins wurden (1. Kor. 6, 17) — ein neues Leben empfing, das “ewige Leben”, das “Leben Gottes” (Eph. 4, 18), also Gottes ureigenes Leben im Gegensatz zu unserem menschlich-natürlichen Leben. Fortan darf er sich seiner Gotteskindschaft bewußt sein, die ihm der nun innewohnende Heilige Geist auch fortwährend bezeugt (Röm. 8, 16); er ist teilhaftig geworden der göttlichen Natur (2. Petr. 1, 4). Weil aber auch seine alte natürlich-fleischliche Natur noch vorhanden ist, solange sie nicht sterbensmäßig abgetan wurde, ist er nun gleichsam ein Doppelwesen, eine Doppelnatur, die zweierlei Leben in sich birgt.

Das natürliche Leben und das Leben Gottes, die menschliche Natur und die göttliche Natur oder, wie es unsere vorangestellte Epheserstelle ausdrückt, der alte Mensch und der neue Mensch — sie sind beide vorhanden und schaffen dadurch für den Glaubenden ein fortwährendes inneres Spannungsfeld.

Der alte Mensch ist Fleisch, vom Fleisch geboren, und bleibt es auch. Er kann nicht nur hin und wieder, sondern er muß sündigen, so oft man ihm die Zügel überläßt, weil dies nun einmal seiner durch und durch sündenvergifteten Natur entspricht. Daher ist er auch keiner Umwandlung oder “Reparatur” fähig, und daher finden wir auch keine einzige Aufforderung im Worte Gottes, den alten Menschen zu verbessern oder zu erneuern. Im Gegenteil wird immer bezeugt: “Ziehet aus, leget ab, haltet euch für gestorben, tötet …!” (Eph. 4, 22; Kol. 3, 5; Röm. 6, 11 u. a.)

Der neue Mensch hingegen ist vollkommen wie Gott selbst. Er kann nicht sündigen (1. Joh. 3, 9)! Und wenn der alte Mensch keiner Reparatur fähig war, so ist der neue keiner solchen bedürftig. Er ist ja das Leben Gottes selbst (Eph. 4, 18), das uns in Ihm geschenkt ist, und alle Aussagen der Schrift über das Wesen Gottes gelten daher im Vollumfang auch für den uns geschenkten neuen Menschen. Er ist unsterblich (1. Tim. 6, 16), vollkommen (Matth. 5, 48), glückselig (1. Tim. 1, 11), Licht ohne Beimischung irgendwelchen Finsterniswesens (1. Joh. 1, 5), Liebe, wie Gott Liebe ist (1. Joh. 4, 8.16). Er ist, mit einem Wort: gottgemäß (Eph. 4, 24).

Was aber ist nun Heiligung?

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Glaubensleben & Wandel, Heiligung  |  258 x gelesen

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Voraussetzungen zum rechten Verständnis der biblischen Prophetie

Alles Geschriebene kann nur unter bestimmten Voraussetzungen verstanden werden. Schon zum Verständnis dessen, was aus dem Geist des Menschen heraus geschrieben wurde, bedarf es ja gewisser unumgänglicher Vorkenntnisse: Ich muß lesen können, ich muß die Sprache des Verfassers verstehen, und ich muß seine Aussage geistig fassen können. Während Letzteres bei schlichten Erzählungen oder Abhandlungen bei den meisten Menschen ohne weiteres der Fall sein mag, können etwa bei schwierigen wissenschaftlichen Werken Jahre des Studiums dazu erforderlich sein.

Erst recht kann das Wort eines großen und heiligen Rettergottes, dessen Gedanken im Gegensatz zu den unseren um so viel höher sind, wie der Himmel höher als die Erde ist (Jes. 55, 9), nur erfaßt und verstanden werden, wenn die dazu notwendigen Vorbedingungen erfüllt sind. Das gilt zunächst ganz allgemein von der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments, im besonderen gilt es aber von dem prophetischen Wort, das ja im Gegensatz zu der “Milch” der einfachen Heilsbotschaft “feste Speise” zur Förderung der Heranwachsenden und Reifenden darstellt. Wer sich hier vermißt, voraussetzungslos (ohne daß die von Gott selbst angeordneten und festgelegten Voraussetzungen bei ihm erfüllt sind) die Botschaft der alt-oder neutestamentlichen Propheten zu lesen oder gar zu verkündigen, kann nur irregehen oder sogar noch andere in die Irre führen. Ja man darf wohl sagen: Alles fehlende oder falsche Verständnis der biblischen Prophetie in den Volkskirchen wie auch in Freikirchen und Gemeinschaften und “Sekten” rührt letzten Endes daher, daß gottgesetzte Voraussetzungen außer acht gelassen wurden.

Bevor wir nun solche Voraussetzungen anhand der Schrift im einzelnen ins Auge fassen, sei noch eins gesagt, das uns vor Mutlosigkeit bewahren kann, uns mit den Köstlichkeiten biblischer Weissagung zu befassen: Diese notwendigen Voraussetzungen liegen am allerwenigsten auf seiten unserer menschlichen Kenntnisse und Fähigkeiten, so wertvoll auch etwa die Hilfe eines guten Gedächtnisses und die Kenntnis der Ursprachen sein mögen. Sie sind in allererster Linie göttliches Geschenk, vermittelt durch die Wirksamkeit des Heiligen Geistes, der uns ja in die ganze Wahrheit leiten und uns das Kommende verkündigen will. Wer sich diesem Bemühen des Geistes Gottes rückhaltlos aufschließt und ohne Vorbehalt und Widerstreben hingibt, den kann und wird Er selbst auch tüchtig machen und befähigen zum immer besseren Verständnis dessen, was Er einstmals “Menschen Gottes eingab” (2. Tim. 3, 16; 2. Petr. 1, 21), und so selber die notwendigen Voraussetzungen in ihm erfüllen. — Versuchen wir im folgenden zu erkennen, um was es sich dabei im einzelnen handelt!

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Glaubensleben & Wandel, Lehre  |  386 x gelesen

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“Aus Ägypten habe Ich Meinen Sohn gerufen”

Über die sinnbildliche Bedeutung des Auszugs aus Ägypten

Der Krieg in Nahost hat die Blicke der Weltöffentlichkeit und insonderheit der Kinder Gottes in verstärktem Maße auf Israel, daneben aber auch auf Ägypten gelenkt. Die Feindschaft zwischen Ägypten und Israel ist ja uralt. Der Auszug der Kinder Israels aus Ägypten, begleitet von der Tötung aller ägyptischen Erstgeburt und dem tödlichen Haß des nur widerwillig sie freigebenden Pharao, war Israels völkische Geburt. Dieser “Exodus” war nicht eine beiläufige, belanglose Episode in der wechselvollen Geschichte des auserwählten Volkes Gottes, sondern drückte ihm für immer den Stempel auf. So wie es für ein Gotteskind charakteristisch ist, aus der Finsterniswelt heraus errettet zu sein (Kol. 1, 12.13) — ohne diese Rettung wäre es ja gar kein Gotteskind! —, so ist es für Israel kennzeichnend, ein aus Ägypten errettetes Volk zu sein.

Jeder Gottessohn wurde aus Ägypten herausgerufen und herausgeführt. Dieser göttliche Grundsatz von Hosea 11, 1 erfüllte sich im Erdenleben Jesu Christi, des erstgeborenen Sohnes des Vaters, bei der Rückkehr der heiligen Familie von ihrem Aufenthalt in Ägypten (Mt. 2, 15). — Gott besitzt aber auch einen völkischen erstgeborenen Sohn, Israel. Von ihm lesen wir im Buch des Auszugs (2. Mose 4, 22.23): “Und du sollst zu dem Pharao sagen: Mein Sohn, mein erstgeborener, ist Israel; und ich sage zu dir: Laß meinen Sohn ziehen, daß er mir diene! und weigerst du dich, ihn ziehen zu lassen, siehe, so werde ich deinen Sohn, deinen erstgeborenen, töten!”

Dieser völkische erstgeborene Sohn Gottes wurde damals unter Mose aus Ägypten herausgeführt. Zu dem erstgeborenen Sohn Gottes aus der Völkerwelt werden sich im Tausendjährigen Reich sicherlich weitere völkische Söhne Gottes gesellen. In der Gegenwart hingegen “gibt es so wenig christliche Staaten, wie es christliche Löwen, Bären und Tiger gibt” (Ströter), und auch einer ihrer Führer in der Gegenwart (de Gaulle) gibt offen zu: “Staaten sind Ungeheuer”.

Was der erstgeborene Sohn Gottes, Jesus Christus, und der erstgeborene völkische Sohn Gottes, Israel, buchstäblich erfuhren, erfährt die Gemeinde der Erstgeborenen, erlebt jeder Gottessohn, den Gott in der Gegenwart herausruft, um ihn durch Seinen Geist zu leiten (Röm. 8, 14), auf geistlicher Ebene. Er muß durchaus nicht nach Ägypten reisen und von dort in sein Heimatland zurückkehren; es genügt ihm vollauf, aus der Einengung, dem Druck und der Knechtschaft Pharaos, d. h. des Satans und der Finsterniswelt, im Geiste errettet zu sein. Parallel zum Volke Israel erlebt auch er

  • eine Herausrettung aus Ägypten, der Finsterniswelt;
  • eine Hindurchrettung durch die Wüste dieser Welt und zuletzt
  • eine Hineinrettung ins Land der Verheißung (das für uns nicht auf Erden, sondern in den Himmeln liegt).

Dabei ergeben sich so manche Parallelen zu dem einstigen Auszug Israels aus Ägypten, denen wir in einigen Zusammenhängen nachgehen wollen:

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Gemeinde, Glaubensleben & Wandel  |  374 x gelesen

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Der Aufruhr Korahs und das Wesen der Sünde

“Und Korah, der Sohn Jizhars, des Sohnes Kehaths, des Sohnes Levis, unternahm es, und mit ihm Dathan und Abiram, die Söhne Eliabs, und On, der Sohn Peleths, die Söhne Rubens, und sie standen auf gegen Mose, mit 250 Männern von den Kindern Israel, Fürsten der Gemeinde, Berufenen der Versammlung, Männern von Namen. Und sie versammelten sich wider Mose und wider Aaron und sprachen zu ihnen: Laßt es genug sein! denn die ganze Gemeinde, sie allesamt sind heilig, und der Herr ist in ihrer Mitte! Und warum erhebt ihr euch über die Versammlung des Herrn?” (4. Mose 16, 1-3)

Was wir in diesen und den folgenden Versen von 4. Mose 16 vor uns haben, ist ein Gemeindestreit besonderer Art. Nicht nur wurde er auf eine außergewöhnliche Weise von Gott beendet und gerichtet, nicht nur barg er besonderen Zündstoff in sich, weil er zugleich ein Streit unter Verwandten war, und nicht allein spielt er sich vor einem ungewöhnlich dunklen Hintergrund der Geschichte Israels ab — an dieser Rebellion in der Wüste Paran läßt sich auch so besonders deutlich erkennen, worin das Wesen der Sünde eigentlich besteht.

Wie ernst Gott das Ganze nahm, läßt sich daran messen, wie streng Er es bestrafte. Mose darf in V. 29 und 30 der ganzen Gemeinde die drohenden Worte entgegenschleudern: “Wenn diese sterben, wie alle Menschen sterben, und mit der Heimsuchung aller Menschen heimgesucht werden, so hat der Unwandelbare mich nicht gesandt; wenn aber der Herr ein Neues schafft und der Erdboden seinen Mund auftut und sie verschlingt mit allem, was ihnen angehört, und sie lebendig in den Scheol (das Totenreich) hinabfahren, so werdet ihr erkennen, daß diese Männer den Herrn verachtet haben.” Kaum hatte er diese Worte ausgeredet, da geschah das Außerordentliche: der Erdboden spaltete sich, die Erde tat ihren Mund auf und verschlang die Rebellen samt ihren Familien und Anhängern und ihrer ganzen Habe. Sie fuhren lebendig ins Totenreich hinab, und die Erde bedeckte sie (Verse 31-33).

Bevor wir uns ansehen, worin denn diese so außergewöhnlich streng und furchterregend bestrafte Sünde bestand, sei noch ein Blick auf die verwandtschaftlichen Verhältnisse und die geschichtliche Epoche geworfen, in der sich dieser Aufruhr ereignete. Ersteres verdeutlichen wir am besten durch eine Skizze:

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Heilsgeschichte, Israel, Versuchung & Verführung  |  263 x gelesen

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Welche Bedeutung kommt dem Staat Israel heilsgeschichtlich zu?

Seit dem 15. Mai 1948 besitzen die Juden wieder einen eigenen Staat. Er heißt Israel. Viele Bücher sind seither über jenen wiedererstandenen Staat geschrieben worden. Es wird auch immer wieder gefragt, welche heilsgeschichtliche Bedeutung ihm zukomme. — Wir meinen, daß man das heutige Israel in seiner Bedeutung im Heilsplan Gottes weder unter- noch überschätzen darf. Eine Unterschätzung ist es zweifellos, wenn Professor J. J. Stamm, Bern, schreibt: “Die alttestamentliche Landverheißung hat im NT keinen Platz mehr. Das heißt nicht, daß sie einfach dahingefallen wäre; vielmehr ist sie aufgenommen in Jesu Person und in die Ihn umgebende Gemeinde. Die am Ende in der Unmittelbarkeit zu Gott und zu Jesus stehende Gemeinde ist das Ziel und nicht mehr Jerusalem und der Zion. — Mit diesen beiden Punkten ist gegeben, daß die Gründung des israelischen Staates in Palästina keine direkte heilsgeschichtliche Bedeutung hat. Keine direkte Bedeutung, wohl aber eine indirekte als Zeichen dafür, daß Israel noch immer unter Gottes Treue steht und eine Zukunft hat vor Gott.” (Hervorhebungen von uns.)

Hier hat wieder einmal die fragwürdige Methode der Vergeistigung über das Wörtlichnehmen der Verheißungen Gottes gesiegt. Besonders kraß zeigt dies der Satz, die alttestamentliche “Landverheißung sei aufgenommen in Jesu Person und in die Ihn umgebende Gemeinde”! Das kann man sich weder vorstellen noch steht es geschrieben. Dahin kommt man aber, wenn man alle Worte des AT, die im NT keine wörtliche Wiederholung finden, als abgetan oder vergeistigt oder “verpersönlicht” (wie Stamm sagt) betrachtet! Im übrigen macht das NT sehr wohl, wenn auch spärlich, Ortsangaben. Nach Matth. 24 konzentrieren sich die Endzeitgerichte auf Judäa (V. 16); dort sollen die Juden den Herrn erwarten, und dort werden bei Seiner Ankunft “wehklagen alle (zwölf) Stämme des Landes” (V. 30 und Offb. 1, 7; nicht: “Geschlechter der Erde”; vgl. Sach. 12, 10-14). Und Offb. 20, 9 nennt als Regierungssitz des Tausendjahrreiches “die geliebte Stadt” = das irdische Jerusalem.

Das sind doch unüberhörbare Bestätigungen, daß es bei den Orts- und Landangaben der alttestamentlichen Propheten bleibt! — Man kann eben nicht im gleichen Atemzug die Treue Gottes rühmen, aber die alttestamentlichen Landverheißungen als vergeistigt, verpersönlicht — und das heißt eben doch: in der wortwörtlichen Bedeutung als hinfällig — betrachten! Denn Gott hat sich nach alttestamentlichem Zeugnis nicht nur Sein Volk Israel, sondern ebenso Sein Land Kanaan als Vermählte erkoren (Jes. 62, 4)! Entweder ist Gott treu — dann steht Er zu den Verheißungen für Volk und Land! Oder aber Er wäre es nicht, dann wären die dem Volk Israel gegebenen Verheißungen ebenso wie die Landverheißungen hinfällig.

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Heilsgeschichte, Israel, Zeitgeschichte & Politik  |  283 x gelesen

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Todesstrafe und Allversöhnung

Die Frage, ob ein Mensch nur in diesem Erdenleben die Möglichkeit der Buße und Umkehr hat, oder ob Gott auch jenseits von Tod und Gericht noch (oder: wieder) solche Möglichkeit bietet, ist gar nicht so theoretisch, unpraktisch, spekulativ oder weltfremd, wie man es ihr bisweilen nachsagt. Das wurde uns aufs neue bewußt, als wir vor kurzem in der Wochenzeitung “CHRIST UND WELT” in einem aktuellen Aufsatz “Kampf um die Todesstrafe” von Giselher Wirsing (Ausgabe vom 9.10.1964) die folgenden Sätze lasen:

“Die christliche Ethik gibt uns in der Frage der Todesstrafe keine übereinstimmende Auskunft. Sowohl in der protestantischen wie in der katholischen Theologie gibt es prominente Anhänger und Gegner der Todesstrafe. Für ihre Anhänger wird die Strafe zur ‘im Namen der Rechtsordnung ausgeübten heiligen Vergeltungsaktion’, wie der katholische Moraltheologe Wendelin Rauch es formulierte. Ob sich eine solche Deutung mit dem modernen säkularen Staat noch vereinbaren läßt, ist fragwürdig … So hat der Abgeordnete Kühn, Hildesheim, durch dessen Initiative das Problem der Todesstrafe neu aufgerollt worden ist, vor allem theologische Motive angeführt. Er erklärt, für ihn sei der Mensch als Ebenbild Gottes geschaffen; wer diese Ebenbildlichkeit für den anderen in Frage stelle, verwirke sein Recht, das heißt also sein Lebensrecht.

Eine solche Argumentation läßt zunächst völlig außer acht, daß unser Strafrecht nicht auf dem Verwirkungsgedanken aufgebaut ist, nicht darauf also, daß eine der Tat entsprechende Strafart gewählt werden müsse, sondern ein der Schuld entsprechendes Strafmaß. Ethisch läßt sich gegen den Grundsatz der Verwirkung vor allem anführen, daß auch dem schlimmsten Frevler nach der Auffassung des Neuen Testaments noch die Gnade Gottes offenstehen muß. Es wird daher immer zweifelhaft bleiben, wieweit der Staat das Leben des Frevlers auslöschen darf, da die Möglichkeit zu Umkehr, Reue und Buße ja nur bei einem lebendigen Menschen möglich ist und sich auch in der Zeit vollzieht …” (Sperrungen von uns.)

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Allversöhnung, Zeitgeschichte & Politik  |  346 x gelesen

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Die Bibel wörtlich nehmen — aber wie?

Falsches und richtiges »Wörtlichnehmen«

In christlichen Blättern und sogar in der weltlichen Presse war in der letzten Zeit des Öfteren vom »Wörtlichnehmen« der Bibel die Rede. In den weltlichen Medien geschieht dies meistens mit einem spöttischen Unterton: Da gibt es doch tatsächlich Menschen, wie die »Kreationisten« (die vor allem in dem gewaltig großen »Bibelgürtel« in den Südstaaten der USA zahlreich anzutreffen sind), die der Bibel auch dies glauben, dass der Mensch nicht vom Tierreich herkommt, sondern nach 1. Mose 1 und 2 eine eigene, besondere, neue Gottesschöpfung darstellt, und dass Gott die Welt in sechs Tagen geschaffen habe.

Schon an diesem Beispiel wird aber deutlich, dass »wörtlich nehmen« richtig und falsch sein kann. In der Ablehnung der Abstammung des Menschen von Tieren sind wir ganz eins mit unseren Brüdern und Schwestern, die man »Kreationisten« nennt. Wenn sie aber aufgrund von 1. Mose 1 und 2. Mose 20, 11 fest behaupten, Gott habe die Welt in 6 mal 24 Stunden erschaffen, dann sehe ich darin — mit Böhmerle, Ströter, Dr. Paul Müller und anderen Gotteszeugen — ein Beispiel für falsches Wörtlichnehmen. Da hält man das eigene Verständnis eines Wortes oder Satzes für das einzig richtige »wörtliche« Verständnis, unbekümmert darum, was die Heilige Schrift auch noch sagt. Da geht doch aus 1. Mose 1, 14.15 deutlich hervor, dass die Sonne (und andere Lichter) erst vom 4. Tag an als Zeichen »zur Bestimmung von Zeiten und Tagen und Jahren« dienen sollten. Außerdem zeigen Stellen wie 2. Petr. 3, 7.8.10.12, dass der Begriff »Tag« (gerade auch, wo es um Himmel und Erde geht) große Zeiträume umfassen kann. Unsere Arbeitswoche ist ein kleines Abbild der »Arbeitswoche Gottes« in 1. Mose 1, sie fordert aber keineswegs zwingend, das Schaffen Gottes auf 6 mal 24 Stunden einzugrenzen. — Den Spott der Welt wollen wir gern ertragen, wo es nötig ist, wir müssen ihn aber nicht durch falsches Wörtlichnehmen noch provozieren, ja, Menschen den Zugang zu Gottes Wort unnötig erschweren.

»Nimmst du die Bibel wörtlich oder nicht?« — Schon diese Fragestellung ist falsch. Die Sache muss man differenziert betrachten. Was ist falsch und was ist richtig? Wir wollen versuchen, ein falsches und ein richtiges Wörtlichnehmen voneinander abzugrenzen.

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Wort Gottes (Bibel)  |  450 x gelesen

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Die Sonderstellung Israels in der Welt nach Gottes Plan

Über das auserwählte Volk Israel und seine Geschichte läßt sich ein Vierfaches sagen:

a) Kein Volk wurde je so sehr von Gott gesegnet

Israel wurden die Aussprüche Gottes anvertraut (Röm. 3, 2). Israel ist Gottes erstgeborener Sohn inmitten der Völkerwelt (2. Mose 4, 22-23), und so gehören Israel (nach Röm. 9, 4-5) die Sohnschaft, die Herrlichkeit, die Bündnisse, die Gesetzgebung, der Gottesdienst, die Verheißungen; aus diesem Volk der göttlichen Auswahl kommen auch die Väter, die Patriarchen, und — Jesus (dem Fleische, d. h. der menschlichen Abstammung nach). Bei den genannten Bündnissen ist an

den Glaubensbund Gottes mit Abraham (1. Mose 15),
den Gesetzesbund Gottes mit Mose (2. Mose 19-20) und
den Königsbund Gottes mit David und Salomo (2. Sam. 7; 1. Kön. 8-9)

zu denken. Bestätigt oder erneuert wurden diese Bündnisse im sog. Josuabund (Josua 24), Josiabund (2. Kön. 23) und Esrabund (Neh. 8-10).

Diesem Volk hat sich JEHOVAH, der Unwandelbare, durch Sein Wort in Gesetz und Prophetie geoffenbart; in diesem Volk wurde — in Stiftshütte und Tempel — eine Wohnung Gottes eingerichtet; Er erschien im brennenden Dornbusch (2. Mose 3), in der Israel Licht spendenden und die Ägypter verwirrenden Wolkensäule (2. Mose 14), in der Herrlichkeitswolke (2. Mose 16, 10) und im Wasser spendenden Felsen (2. Mose 17, 6; vgl. 1. Kor. 10, 4). Sie allein erhielten von Gott selbst geschriebene Gesetzestafeln (2. Mose 32, 16; 34, 1); um ihretwillen trieb der Herr Völkerschaften aus dem ihnen zugedachten Lande aus (2. Mose 34, 24; 5. Mose 4, 38; Josua 3, 10); ihnen wurden die größtmöglichen irdischen Segnungen versprochen (5. Mose 28, 1-14) und anbruchweise unter Josua, David und Salomo auch zuteil: Herrschaft über die Völker der Erde, Mehrung, Gesundheit, Reichtum und Überfluß, Sieg über Feinde und Erfolg bei allem Tun. Sie durften Jahrhunderte, bevor das Heil in JESUS CHRISTUS zu allen Völkern kam, zu einer Zeit, da die Völkerwelt ohne Gott und ohne Christus, ohne Bündnisse und ohne Hoffnung dahinlebte (Eph. 2, 11-12), Gottes Wort empfangen und Gemeinschaft mit Gott haben, Seine Siegesmacht und Seinen Segen, Seine Weisung und Seine Wunder erfahren.

b) Kein Volk hat so sehr gegen Gott gesündigt

Dieser Satz ist keine billige antisemitische Hetzparole, wie man sie in der Hitlerzeit zu hören bekam, sondern eine biblische Feststellung. Daß das Alte Testament Gotteswort und nicht jüdische Nationalliteratur ist, zeigt sich wohl nirgends so deutlich wie in den schonungslos harten Gerichtsworten, die hier über das auserwählte Volk zu finden sind.

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Heilsgeschichte, Israel  |  232 x gelesen

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Weltversöhnung und Evangelisation (2. Kor. 5, 18-20)

Gott hat die Welt auf Golgatha mit Sich Selbst versöhnt. Dieser zunächst einseitige Akt der Retterliebe Gottes schließt in sich den Willen und auch die Möglichkeiten auf Grund der Macht und Weisheit Gottes, in der Fülle der Zeiten eine zweiseitige, auch von den Versöhnten anerkannte, bejahte und dadurch praktisch wirksam gewordene Versöhnung daraus folgen zu lassen. Die Annahme der am Kreuz geschehenen Versöhnung ist daher das erste und nächstliegende Ziel unseres Gottes mit der Gesamtschöpfung. Vorher kann Er Seine Herrlichkeitsziele mit ihr nie erreichen, von denen Röm. 8, 19-21; Eph. 1, 9.10; Zeph. 3, 8.9; Offb. 5, 13 und viele andere Schriftworte reden.

Um ein Geschöpf zu dieser Annahme der Versöhnung, zur Kapitulation vor der Macht der Gnade zu führen, ist ein besonderer Dienst vonnöten. Nie kommt dieses Wunder der Errettung, des Gläubigwerdens sozusagen “automatisch” zustande, sondern immer nur auf Grund des mündlich oder in selteneren Fällen auch schriftlich geschehenen Wortzeugnisses. Und zwar muß das Geschöpf von seinem natürlichen unversöhnten Zustand und der Tatsache der geschehenen herrlichen Versöhnungstat Gottes durch das Kreuz Seines Sohnes überführt und sodann aufgefordert werden, die entscheidende Annahme zu vollziehen: “Laßt euch versöhnen mit Gott!” Dieses alles zusammengenommen nennt die Schrift “Dienst der Versöhnung”. Es ist somit derjenige Dienst, der aus der “de jure” am Kreuz erwirkten Versöhnung für alle eine auch “de facto” verwirklichte macht, ein Dienst also von höchster Wichtigkeit, größter Tragweite und herrlichster Verheißung.

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Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Gemeinde, Lehre  |  213 x gelesen

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