Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Hat Christi Wiederkunft etwas mit dem Weltuntergang zu tun?

»Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in Seiner Herrlichkeit und alle Engel mit Ihm, dann wird Er auf dem Thron Seiner Herrlichkeit sitzen« (Matth. 25, 31).

»Das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes, sodass die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit frei gemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes« (Röm. 8, 19.21).

Je näher wir dem Ende kommen und je mehr sich Katastrophen nie gekannten Ausmaßes weltweit häufen, desto mehr tauchen in den Medien Begriffe wie »Endzeit« und »Apokalypse« auf. Die Welt spürt, dass uns gewaltige Veränderungen und Gefahren bevorstehen. Wenn in jüngster Zeit Christen aus aller Welt nach Jerusalem zogen, um auf dem Ölberg — wie sie meinen — die Wiederkunft Christi aus nächster Nähe zu erleben, dann berichten die Medien, diese Menschen würden dort den Weltuntergang erwarten. Dass Christi Wiederkunft von Menschen, die die Bibel nicht kennen, mit dem Weltuntergang in Verbindung gebracht wird, kann uns nicht verwundern. Leider beruht diese Ansicht aber auf der kirchlichen Lehre (die auch von vielen Freikirchlern übernommen wird), dass Christus am »Jüngsten Tag« zum »Jüngsten Gericht« wiederkommen wird. Beide Begriffe werden mit dem Weltuntergang gleichgesetzt. Damit wird die Wiederkunft Christi auf den »Sankt-Nimmerleins-Tag« verschoben.

Welchen Sinn sollte die Wiederkunft Christi haben, wenn gleichzeitig die Welt — Himmel und Erde — untergeht? Die Schrift bezeugt uns an vielen Stellen, dass Christus in großer Macht und Herrlichkeit wiederkommen wird, um der Welt Frieden und Gerechtigkeit zu bringen. Dann werden sich das Harren der Schöpfung und die Erwartung der Gemeinde und des Volkes Israel erfüllen.

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Autor: Herbst, Gerhard | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte  |  3,383 x gelesen

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Der einzige, allein wahre Gott, Sein Sohn und Seine Söhne

»Ich bin Jahweh, und es ist sonst kein Gott außer Mir. Ein gerechter und rettender Gott ist keiner außer Mir … Ich bin Gott und keiner sonst.« — »Ich bin Jahweh, der König Israels und sein Erlöser … Außer Mir ist kein Gott« (Jes. 45, 21.22; 44, 6).

Je näher wir der letzten Zeit des Endes kommen, desto mehr vermischen sich Politik und Religion. Schon vor mehr als 50 Jahren hat Friedrich Malessa vorausgesehen, dass am Ende eine zuvor entstandene Welteinheitsreligion Wegbereiter für eine Welteinheitsregierung sein wird. Einerseits wenden sich die Menschen — insbesondere im europäischen Raum — immer mehr vom inspirierten Wort der Bibel ab, andererseits werden sie immer religiöser. Der Ruf nach dem Dialog mit und unter den Weltreligionen wird immer lauter. Man sucht gemeinsame »Werte« und Ziele herauszufinden, Trennendes zu beseitigen und Toleranz zu üben. Das größte Hindernis für diese Einheitsbestrebungen ist der »Alleinvertretungsanspruch« Jesu: »Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich« (Joh. 14, 6).

Darum haben im Sommer 2006 namhafte protestantische Theologen in einem Aufruf, der von prominenten Persönlichkeiten mit unterzeichnet wurde, die Christen aufgefordert, »endlich den Alleinvertretungsanspruch Gottes aufzugeben und sich in die Gemeinschaft der Weltreligionen einzureihen« (Topic 6/06). Es ist auffallend, dass die Aufforderungen zur Toleranz gegenüber anderen Religionen einseitig von »Christen« an »Christen« gerichtet werden, während z. B. der Islam nicht daran denkt, seinen Anspruch, die ganze Welt dem Koran zu unterwerfen, aufzugeben und gegenüber dem Gott der Bibel Toleranz zu üben. Mit der Leugnung der Erlösungstat Jesu, des Sohnes Gottes, am Kreuz von Golgatha und der Herabstufung Jesu lediglich zum Propheten, als den Ihn auch der Koran anerkennt, wird die Grundlage der christlichen Botschaft und des Glaubens zerstört (1. Kor. 15, 14-19) und das Christentum zu einer der vielen Religionen degradiert.

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Autor: Herbst, Gerhard | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Kirchentum, Religionen, Zeitgeist  |  3,388 x gelesen

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Zweierlei Erwartungsgut

Die Zukunftserwartung der Gemeinde Jesu Christi geht himmelwärts.
Die Zukunftserwartung des Volkes Israel ist erdbezogen.

»Denn unser Bürgertum ist in den Himmeln, von wo wir auch den Herrn Jesus Christus als Retter erwarten, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird zur Gleichförmigkeit mit Seinem Leibe der Herrlichkeit« (Phil. 3, 20.21).

»Siehe, Ich werde die Kinder Israel aus den Nationen herausholen … Ich werde sie von ringsumher sammeln und sie in ihr Land bringen. Und Ich werde sie zu einer Nation machen im Lande auf den Bergen Israels …, und sie werden wohnen in dem Lande …, worin eure Väter gewohnt haben …, sie und ihre Kinder und Kindeskinder, bis in Ewigkeit« (Hes. 37, 21.22.25).

Aus den vorangestellten Schriftzeugnissen ersehen wir, daß beide Heilskörperschaften eines in ihren Erwartungszielen gemeinsam haben: Beide sehnen sich danach, aus der Fremdlingschaft in die Heimat zurückzukehren. Der Unterschied besteht nur darin, daß sich die Heimat der Gemeinde in den Himmeln befindet (Phil. 3, 20), während Israels Heimat das verheißene Land Kanaan (Erez Israel) auf dieser Erde ist (Hes. 37, 25). So liegt die Zukunftserwartung der Gemeinde auf geistlicher Ebene und zielt himmelwärts, die des Volkes Israel auf irdischer Ebene.

Wenn die Staatsbürgerschaft der Glieder des Leibes Christi »in den Himmeln« ist, dann beschreibt dies nicht nur unser Erwartungsziel, sondern zunächst einmal unsere himmlische Herkunft: »Auserwählt in Ihm vor Grundlegung der Welt, zuvorbestimmt zur Sohnschaft durch Jesus Christus« (Eph. 1, 4.5), durch den Heiligen Geist zu einer neuen Schöpfung gezeugt (Röm. 8, 16; 2. Kor. 5, 17). Darum hat Gott uns auch gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern in Christus (Eph. 1, 3). Die Dinge dieser Erde sind für die Gemeinde zweitrangig. Wir sollen sie zwar beachten, ihnen aber den richtigen Stellenwert einräumen, denn in Kol. 3, 1-4 fordert uns Paulus auf, das zu suchen, was droben ist, wo der Christus ist, und auf das zu sinnen, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist.

Gott hat Seinem Sohn Jesus Christus alles unterworfen und Ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben, die Sein Leib ist, die Vervollständigung dessen, der alles in allen erfüllt (Eph. 1, 22.23). Christus wartet auf die Vervollständigung des Körpers durch Seine Glieder. Die Gemeinde sehnt sich nach der Vereinigung mit ihrem Haupt. So sind beide Seiten von einer großen Sehnsucht zueinander erfüllt. Erst nach der Vereinigung mit Seinen Gliedern kann Christus die großen Vollendungsaufgaben erfüllen. Er will, daß wir diese Aufgaben zusammen mit Ihm ausführen. Er hat verheißen, daß wir allezeit bei Ihm sein werden (1. Thess. 4, 17). Zu diesen Aufgaben gehört nach 1. Kor. 6, 2.3, daß wir die Welt und die Engel richten, d. h. zurechtbringen werden. Mit unserem irdischen Leib sind wir nicht in der Lage, diese Aufgaben, die sich bis in den Kosmos erstrecken, auszuführen. Darum warten wir nach unserm Eingangswort und nach 1. Thess. 4, 13-17 darauf, daß unser Herr Jesus Christus am Tage der Entrückung unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird zur Gleichförmigkeit mit Seinem Leibe der Herrlichkeit, der nicht mehr an Raum und Zeit gebunden ist. Zur Entrückung kommt Christus Seinen Gliedern bis in den Lufthimmel entgegen. Die Vereinigung des Hauptes mit Seinen Gliedern findet in dem Bereich statt, in dem Satan heute noch die Herrschaft hat (Eph. 2, 2). Welch ein Triumph!

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Autor: Herbst, Gerhard | Kategorie(n): Gemeinde, Heilsgeschichte, Israel, Schriftteilung  |  1,290 x gelesen

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Zwölf Verheißungen für die, die Christus Jesus sind (nach Römer 8)

Den Brief des Apostels Paulus an die Römer hat man eine Kurzfassung der Heiligen Schrift genannt. Hätten wir von der Bibel nichts weiter als nur den Römerbrief, so könnten wir allein aus ihm die Gedanken Gottes über den Menschen erfahren und Einblick in Seinen Heilsplan und Seine Vollendungsziele mit den Nationen, dem Volke Israel und den Gliedern des Körpers Christi erhalten.

Den Höhepunkt des Römerbriefes bildet das 8. Kapitel. Neben vielen anderen wichtigen Aussagen enthält es zwölf kostbare Verheißungen, mit denen wir uns im folgenden beschäftigen wollen.

Es ist zunächst die Frage zu stellen, wem diese Verheißungen gelten. Die Ant­wort finden wir, wenn wir uns den ersten und den letzten Vers des Kapitels ansehen.

Im ersten Vers lesen wir: “Also ist jetzt keine Verurteilung für die, welche in Christo Jesu sind.” Im letzten Vers heißt es: “Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn.” Hieraus ist zu erkennen, daß die im 8. Kapitel enthaltenen Verheißungen für diejenigen bestimmt sind, welche in Christo sind. Sie gelten also weder dem Volke Israel noch den ungläubigen Nationen.

Was sind das für Menschen, “welche in Christo sind”? Der Ausdruck “in Christo” wird fast ausschließlich vom Apostel Paulus gebraucht. Das deutet schon darauf hin, daß es Menschen sind, für die das paulinische Evangelium der Gnade und der Herrlichkeit bestimmt ist. Was es heißt, in Christo zu sein, kann uns deshalb nur der Apostel Paulus beantworten. Die entscheidende Antwort finden wir in Eph. 1, 3-5: “Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern in Christo, wie Er uns auserwählt hat in Ihm vor dem Niederwurf der Welt. Er hat uns zuvorbestimmt zur Sohnschaft durch Jesum Christum für sich selbst nach dem Wohlgefallen Seines Willens.” Dazu Röm. 8, 30: “Welche Er zuvorbestimmt hat, diese hat Er auch berufen, und welche Er berufen, diese hat Er auch gerechtfertigt; welche Er aber gerechtfertigt hat, diese hat Er auch verherrlicht.” Aus der Betonung erkennen wir schon: Wir selbst haben nicht das geringste Verdienst, in Christo zu sein. Alles hat Gott allein getan, nicht, weil wir so brav waren, sondern, weil es Ihm so wohlgefiel (Eph. 1, 5). Er hat uns auserwählt, als an uns noch gar nicht zu denken war, ja, als die Erde in ihrer jetzigen Gestalt noch gar nicht da war.

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Autor: Herbst, Gerhard | Kategorie(n): Gemeinde, Paulusbriefe  |  1,524 x gelesen

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Zwei Heilskörperschaften — zwei Ziele

Wenn wir Gottes Heilsplan mit der Menschheit auf eine Kurzform bringen und ihn mit einem einzigen Satz ausdrücken wollen, dann finden wir diese Kurzform in Röm. 11, 32: “Denn Gott hat alle zusammen in den Unglauben eingeschlossen, auf daß Er alle begnadige.” In diesem einen Satz ist Gottes Absicht mit der Menschheit seit Grundlegung der Welt bis zum Abschluß der Äonen zum Ausdruck gebracht.

Drei grundlegende Dinge erfahren wir aus diesem Satz:

  1. Es ist Gott, der alle Menschen in den Unglauben eingeschlossen hat, und es ist Gott allein, der sie begnadigt
  2. Es ist kein einziger Mensch vom Unglauben und kein einziger Mensch von der Begnadigung ausgenommen
  3. Gottes Gerechtigkeit erfordert es, daß, wenn Er sie alle in den Unglauben einschließt, Er auch für die Begnadigung aller verantwortlich ist

Dieser Satz läßt aber noch die Frage offen, wann und wie dies geschehen soll. Hierauf gibt uns 1. Kor. 15, 21-24 eine Antwort, ebenfalls in einer Kurzfassung: “Denn da ja durch einen Menschen der Tod kam, so auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn gleichwie in dem Adam alle sterben, so werden auch in dem Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeder aber in seiner eigenen Ordnung: der Erstling Christus, sodann die, welche des Christus sind bei Seiner Ankunft, dann das Ende, wenn Er das Reich dem Gott und Vater übergibt …”

Aus diesem Satz erfahren wir wiederum drei wesentliche Dinge:

  1. Gott rettet alle Menschen
  2. Gott rettet nicht alle Menschen auf einmal, sondern in bestimmten Ordnungen nacheinander
  3. Gott rettet zunächst eine Auswahl oder Erstlinge, die Masse folgt später

Von der Vertreibung Adams aus dem Garten Eden an läßt Gott 2000 Jahre lang die Menschheit ihre eigenen Wege gehen, die im Turmbau zu Babel ihren Höhepunkt erreichen. Mit dieser Zeit befassen sich die ersten elf Kapitel der Bibel.

Dann greift sich Gott einen Mann heraus, Abram, den Er auserwählt, um mit ihm und seinen Nachkommen Geschichte zu machen, während Gott die übrige Menschheit weiter ihre eigenen Wege gehen läßt. Ab Kapitel 12 beschäftigt sich die Schrift nur noch mit den Auserwählten.

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Autor: Herbst, Gerhard | Kategorie(n): Gemeinde, Heilsgeschichte, Israel  |  1,073 x gelesen

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Der heilsgeschichtliche Zusammenhang zwischen den »Zeiten der Nationen« und der »Vollzahl der Nationen«

»Jerusalem wird zertreten werden von den Nationen, bis die Zeiten der Nationen erfüllt sein werden« (Luk. 21, 24).

»Ich will nicht, Brüder, dass euch dieses Geheimnis unbekannt sei, dass Verstockung Israel zum Teil widerfahren ist, bis die Vollzahl der Nationen eingegangen sein wird, und also wird ganz Israel gerettet werden« (Röm. 11, 25).

In diesen beiden Schriftzeugnissen ist von den »Nationen« die Rede, und in beiden Stellen ist durch das Wörtchen »bis« ein Zeitpunkt markiert, an dem ein entscheidender Wandel in der Heilsgeschichte eintritt. Zum Verständnis wollen wir zunächst klären, was die Schrift unter dem Begriff »Nationen« versteht und in welchem Verhältnis das jüdische Volk zu den »Nationen« steht.

Bevor das Volk Israel nach dem Auszug aus Ägypten den Boden des verheißenen Landes betrat, redete Gott zu Seinem Volk und sagte (5. Mose 7, 6-8): »Ein heiliges Volk bist du dem Herrn, deinem Gott. Dich hat der Herr, dein Gott, erwählt, Ihm zum Eigentumsvolk zu sein aus allen Völkern. Nicht, weil euer mehr wären als alle Völker, hat der Herr sich euch zugeneigt und euch erwählt, denn ihr seid das geringste unter allen Völkern, sondern wegen des Herrn Liebe zu euch, und weil Er den Eid hielt, den Er den Vätern geschworen.« Dieses Eigentumsvolk hat Gott aus allen Völkern der Erde ausgesondert (1. Kön. 8, 53). »Ihr sollt mir heilig sein, denn Ich bin heilig, Ich, Jahweh, und Ich habe euch von den Völkern abgesondert, um mein zu sein« (3. Mose 20, 26). Dieses Volk sollte nach 4. Mose 23, 9b »abgesondert wohnen und nicht unter die Nationen gerechnet werden«. So umfasst der biblische Begriff »Nationen« sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament alle Völker der Erde mit Ausnahme des Volkes Israel.

Das Eigentumsvolk sollte den Namen Gottes unter den Nationen heiligen. Stattdessen haben sie Seinen Namen entweiht. Gott machte Seinem Volk drei schwerwiegende Vorwürfe, weshalb Er es unter das angedrohte Gericht bringen musste:

  1. Sie haben Seinen großen Namen entweiht unter den Nationen (Hes. 36, 22).
  2. Sie wollten sein wie die Nationen (Hes. 20, 32).
  3. Sie haben nicht auf Gottes Wort gehört (Jer. 29, 18).

Der Ungehorsam des Volkes erreichte seinen Höhepunkt, als es seinen Messias den Nationen überlieferte (Matth. 20, 19) und Ihn ans Kreuz schlug. »Sie schrieen übermäßig: Er werde gekreuzigt! Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!« (Matth. 27, 23.25). Die Antwort Gottes ließ nicht lange auf sich warten. Im Jahre 70 n. Chr. zerstörten die Römer unter Titus Jerusalem und den Tempel und die Juden wurden unter alle Nationen zerstreut. Diese Gerichte hatte Jesus schon Seinen Jüngern gegenüber angekündigt (Luk. 21, 24): »Jerusalem wird zertreten werden von den Nationen, bis die Zeiten der Nationen erfüllt sein werden.« Jesus markiert in dieser Ankündigung den Beginn und das Ende der »Zertretung Jerusalems« und nennt die Zeit zwischen diesen Ereignissen die »Zeiten der Nationen«. Das Ende der »Zertretung Jerusalems« ist nach Jesu Worten zeitgleich auch das Ende der »Zeiten der Nationen«. Als Israel in dem ihm aufgezwungenen Sechs-Tage-Krieg im Jahr 1967 den Ostteil Jerusalems eroberte und die Stadt vereinte, meinten viele gläubige Christen, nun sei die Zertretung Jerusalems beendet. Ein Rückblick auf die letzten 15 Jahre zeigt uns, dass die Zertretung Jerusalems durch die Nationen noch keineswegs beendet ist, ja, dass der eigentliche Kampf um Jerusalem noch gar nicht voll entbrannt ist. Die Zertretung Jerusalems wird erst beendet sein, wenn der wiedergekommene Messias durch den Hauch Seines Mundes den Antichristen verzehren und Seine Füße auf den Ölberg setzen wird. Wenn Er dann in Jerusalem den Thron Davids besteigen und die Herrschaft über die Völker der Erde übernehmen wird, werden auch die »Zeiten der Nationen« beendet sein, denn nun beginnt der Tag des Herrn.

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Autor: Herbst, Gerhard | Kategorie(n): Endzeit, Gemeinde, Heilsgeschichte, Israel, Völkerschaften  |  1,179 x gelesen

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Wohnstätten Gottes im Himmel und auf Erden

»Gott wohnt in einem Licht, da niemand hinkommen kann« (1. Tim. 6, 16).
»Die Himmel und der Himmel Himmel können Ihn nicht fassen« (2. Chron. 2, 5).
»Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist« (Jes. 57, 15).

Unser Gott ist so groß, dass Ihn die Himmel nicht fassen können. »Er wohnt in einem unzugänglichen Licht, da kein Mensch hinkommen kann (dem kein Mensch nahekommen kann)« (1. Tim. 6, 16). »Er verbirgt den Anblick Seines Thrones und zieht eine Grenze dort, wo Licht und Finsternis zusammentrifft« (Hiob 26, 9.10).

So unermessen groß ist unser Gott und so unendlich fern ist die Wohnung unseres Gottes, dass kein Mensch jemals in der Lage wäre oder es wagen könnte, Ihm dort zu nahen. Gott hat den Menschen aber nicht in Seinem Bilde geschaffen, damit dieser für immer durch unendliche Fernen von Ihm getrennt sei, sondern um ihm Seine Liebe zu erweisen. Er will Seinen Geschöpfen nahe sein und von ihnen erfahren werden. Darum steigt Er in Seinem Sohn Jesus Christus herab, um bei den Menschen und auch in ihnen zu wohnen. Was mag es den Sohn Gottes gekostet haben, die unermessliche Herrlichkeit, die Er bei Seinem Vater in den Himmeln hatte, zu verlassen, um durch den engen Mutterschoß einer Frau hindurch Mensch auf dieser Erde zu werden und um Sein sündloses Leben am Kreuz auf Golgatha als Sühnung für die Sünden der Welt freiwillig dahinzugeben? Johannes spricht davon, dass »das Wort, der logos, Fleisch wurde und unter uns wohnte« (Joh. 1, 14). Eigentlich heißt es: Es zeltete unter uns, womit angedeutet wurde, dass es eine vorübergehende Wohnstatt war, die wieder abgebaut wurde.

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Autor: Herbst, Gerhard | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes  |  1,906 x gelesen

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Was versteht die Schrift unter “verlorengehen”?

Der Begriff “verlorengehen” wird zwar oft gebraucht, aber es herrscht vielfach Unkenntnis darüber, was er bedeutet. Die Vorstellungen darüber gehen sehr auseinander. Und es ist in der Tat nicht leicht, darüber eine schriftgemäße Aussage zu machen, wie wir gleich sehen werden.

Gott will, daß alle Menschen gerettet werden

Das sagt Paulus in 1. Tim. 2, 3: “Unser Retter-Gott will, daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.” Daß dieser Wille Gottes auch ausgeführt wird, wird uns in 1. Tim. 4, 10 bestätigt: “Wir verlassen uns auf den lebendigen Gott, welcher der Retter aller Menschen ist.” Dies ist keine neutestamentliche oder paulinische Spezialerkenntnis, sondern wurde schon vom Propheten Jesaja im 8. Jh. v. Chr. geweissagt. Jes. 45, 22-24: “Wendet euch zu Mir und werdet gerettet, alle ihr Enden der Erde! Denn Ich bin Gott und keiner sonst. Ich habe bei Mir selbst geschworen, und aus Meinem Munde ist ein Wort in Gerechtigkeit hervorgegangen, und es wird nicht rückgängig werden, daß jedes Knie sich vor Mir beugen, jede Zunge Mir schwören wird. Nur in dem Herrn, wird man von Mir sagen, ist Gerechtigkeit und Stärke.” Paulus zitiert diese prophetische Aussage in Phil. 2, 10.11 und erläutert dabei, daß der Begriff “jedes Knie” sowohl Himmlische als auch Irdische und Unterirdische umfaßt, also Engelmächte und Menschen, Lebende und Verstorbene, und daß das Beugen der Knie vor dem Christus “zur Verherrlichung Gottes des Vaters” erfolgt, also freiwillig. Daß Gott Seinen erklärten Willen in die Tat umsetzen wird, hat Er bei Sich selbst geschworen. Dieser Eid wird nicht zurückgenommen. Auch David bezeugt in Ps. 115, 3: “Unser Gott ist in den Himmeln, alles, was Ihm wohlgefällt, tut Er.” Und in Ps. 135, 6: “Alles, was dem Herrn wohlgefällt, tut Er in den Himmeln, auf der Erde, in den Meeren und in allen Tiefen.”

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Autor: Herbst, Gerhard | Kategorie(n): Allversöhnung, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte  |  2,269 x gelesen

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Wem gehört Jerusalem?

»Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, den Ich erwählt habe, Same Abrahams, meines Freundes; du, den Ich ergriffen habe von den Enden der Erde und von ihren fernsten Gegenden her gerufen habe: Fürchte dich nicht, denn Ich bin mit dir; schaue nicht ängstlich umher, denn Ich bin dein Gott, Ich stärke dich, ja, Ich helfe dir. Siehe, es sollen beschämt und zuschanden werden alle, die wider dich entbrannt sind, es sollen wie nichts werden deine Widersacher. Fürchte dich nicht, du Wurm Jakob, du Häuflein Israel, Ich helfe dir, spricht Jahweh, und dein Erlöser ist der Heilige Israels« (Jes. 41, 8-14).

»So spricht Jahweh: »Ich kehre nach Zion zurück und will inmitten Jerusalems wohnen … Ich werde mein Volk retten aus dem Lande des Aufgangs und aus dem Lande des Untergangs der Sonne. Und Ich werde sie herbeibringen, und sie werden wohnen inmitten Jerusalems« (Sach. 8, 3.8).

Diese wunderbaren und trostvollen Gottesworte enthalten vier entscheidende Aussagen: 1. Kein anderes Land und keine andere Stadt dieser Erde haben derartige göttliche Zielverheißungen wie Israel als Ganzes und Jerusalem im Besonderen. 2. Garant für das Erreichen dieses Ziels ist Gott selbst durch Sein souveränes Eingreifen. 3. Auf dem Weg zur Erreichung dieses Ziels muss Israel und muss Jerusalem durch viel Trübsal gehen. 4. Auch in der größten Drangsal steht Gott zu Seinem Volk und hilft ihm, sodass es sich nicht zu fürchten braucht. Worauf beruht nun diese Sonderstellung Jerusalems?

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Autor: Herbst, Gerhard | Kategorie(n): Endzeit, Heilsgeschichte, Israel  |  1,370 x gelesen

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Israels Weg zwischen Gesetz und Gesetzlosigkeit

1. Der Begriff »Gesetz« hat im Raum der Gemeinde einen meist negativen Beigeschmack. »Mit dem Gesetz haben wir nichts zu tun. Das ist etwas für Israel. Wir sind aus Gnaden gerechtfertigt. Wir sind frei vom Gesetz.« Das ist nur zum Teil richtig. Wenn Paulus in Röm. 8 sagt: »Das Gesetz des Geistes des Lebens in Christo Jesu hat mich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes«, dann sehen wir daraus, dass für uns lediglich ein Austausch stattgefunden hat: das zum Tode führende Gesetz der Sünde und des Todes ist durch das Leben zeugende Gesetz des Geistes des Lebens in Christo Jesu ausgetauscht worden, aber auch dieses ist ein Gesetz. Warum müssen wir zwischen dem Israel gegebenen mosaischen Gesetz und dem in uns wirkenden Gesetz des Geistes des Lebens in Christo Jesu einen Unterschied machen? Weil das mosaische Gesetz dem Volke Israel für das Leben auf dieser Erde gegeben ist, während das Gesetz des Geistes des Lebens uns für unsere himmlische Berufung zubereiten soll. Wir müssen uns hüten, das eine gegen das andere auszuspielen. Beide Gesetze sind von Gott und dienen der Erreichung Seiner Heilsabsichten.

2. Nicht nur der Sohn Gottes ist vor Grundlegung der Welt vom Vater als Lamm Gottes, ohne Flecken und Fehl, erkannt worden (1. Petr. 1, 20), sondern auch uns, die Söhne, hat Er in Christo vor Grundlegung der Welt, vor dem Herabsturz der ersten Schöpfung, auserwählt, dass wir heilig und tadellos seien vor Ihm in Liebe, und uns zuvorbestimmt zur Sohnschaft. In diesem wunderbaren Verheißungswort in Eph. 1, 3-5 lesen wir auch, dass Christus uns gesegnet hat mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern (in der Himmelswelt, in der gesamten unsichtbaren Welt). Im Gegensatz dazu liegen Israels Segensverheißungen auf irdischem Gebiet, wie wir noch sehen werden (5. Mose 7, 13; 28, 3-13).

Ehe das erste auserwählte Glied am Körper des Christus über diese Erde ging, hatte Gott schon 2000 Jahre lang mit Seinem auserwählten Volk Israel Heilsgeschichte gemacht.

Zunächst holte Er sich einen Mann aus den Völkern, Abram, den Er nach Kanaan führte, wo Er einen Bund mit ihm schloss, ihm versprach, ihn zum Stammvater eines großen Volkes zu machen, dem Er das Land Kanaan zum Besitz geben wollte. 430 Jahre lang mussten die Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs in der Knechtschaft Ägyptens leben, bis Gott sie, die inzwischen zu einem Millionenvolk herangewachsen waren, mit starker Hand aus Ägypten heraus- und in das dem Abraham verheißene Land hineinführte. Erst dann begann Gott Seinen Eid einzulösen, den Er dem Abraham geschworen hatte.

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Autor: Herbst, Gerhard | Kategorie(n): Heilsgeschichte, Israel  |  952 x gelesen

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