Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Kirchen-Ökumene aus der Sicht des prophetischen Wortes

Vorbemerkung: Dieser Artikel erschien 1965. Heute sind die ökumenischen Bestrebungen bereits wesentlich weiter, und vieles von dem, was Dr. Kahn noch mit Grausen kommen sah, hat sich mittlerweile bestätigt und erfüllt — und ist gar schlimmer gekommen. Trotzdem dieser Artikel nicht auf dem heutigen Stand der ökumenischen Verhandlungen und Gegebenheiten ist, stellt er einen lesenwerten, mahnenden, immer noch aktuellen Beitrag zu dieser unbiblisch-religiösen Bündnisbestrebung dar, die im Gesamtrahmen der heilsgeschichtlichen Endzeitprophetie ein wesentlicher Mosaikstein ist für die sich immer deutlicher abzeichnende widergöttliche — Gott sei Dank im letzten Ende nur kurz dauernde! — “Welt-Einheit” des Antichristen.

(Unterstreichungen im Artikel vom Bearbeiter)


.

Joh. 10, 14-16: “Ich bin der gute Hirte und erkenne die Meinen und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennt und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle; und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Herde und ein Hirte werden.”

Diesem “eine Herde und ein Hirte” liegt zunächst alle ökumenische Bestrebung zugrunde. Da in dieser Richtung so viel aufrichtiges Bemühen sichtbar wird, ist die Gefahr einer Einbuße an Glaubenssubstanz und damit unbewußter Schrittmacherdienste zum Abfall, ja zum Widerchristen hin sogar, besonders groß. Es ist ein menschliches Vorwegnehmen eines großen Zieles Gottes auf das Reich hin, ähnlich wie beim vorweggenommenen Missionsauftrag von Matth. 28, alle Nationen zu Jüngern zu machen, nur viel schwerwiegender und in der Folge unabsehbar, weil bei den Missionen immerhin viel gottgefälliger Erfolg auf manchen Gebieten sich einstellen kann, während die Gefahr fauler Kompromisse und der Verflachung — als Folge ökumenischer Zielsetzung — unabsehbar ist.

Da, wie gesagt, dennoch — zunächst — sehr viel aufrichtiges Wirken geschieht und auch Frucht zu bringen scheint, ist vor allem die Jugend gefährdet. Sie wird nicht unterscheiden können, was an solchen Bestrebungen wertvoll ist, und was negativ. Ganz im Gegenteil: Sie wird den Gesprächspartnern, welche auf die Gefahren hinweisen — und wären die Argumente noch so überzeugend vom Wort der Bibel her begründet —, entgegenhalten, alles Abbremsen solcher Bestrebungen stelle überaltete “konservative” Einstellungen dar, und es sei an der Zeit, der “neuen Zeit neuen Wind” in das religiöse Segel wehen zu lassen.

Als Phänomen der grundsätzlich umstrittenen Grundhaltung und damit auch — leider! — als Prototyp der Schrittmacherdienste zum Antichristentum hin, mag Albert Schweitzer gelten. Steht er doch im Ansehen vieler Christen als ein wunderbares Zeugnis beglaubigter Nachfolge Jesu Christi da, als ein Ausweis, ein “Brief Christi”, eine Ausprägung vieler christlicher Tugenden. Und doch glaubt Schweitzer weder an die Gottes-Sohn-Natur Jesu (”ins Fleisch gekommen”) noch an das Blut Jesu. Keine Erlösung direkt von Gott her also, sondern nur Ideal und Vorbild menschlichen Wirkens. Wäre das ganze Werk Schweitzers nur philanthropisch oder humanitär, dann dürfte, ja müßte man es als solches begrüßen und achten. Dann wäre es ein humanitäres Wirken etwa von der Art Marshalls mit seinem Marshall-Plan, oder Dunants, des Gründers des Roten Kreuzes. So aber ist das Werk Schweitzers in den Augen vieler Zeitgenossen in ein christliches Zeugnis eingemäntelt und dient mit dazu, die Grundelemente evangelischen Glaubens von der Erlösung Jesu und dem gewaltigen Heilsplan Gottes auf eine menschliche Ebene zu verschieben! —

[weiterlesen ...]

Autor: Kahn, George, Dr. | Kategorie(n): Endzeit, Kirchentum, Religionen, Versuchung & Verführung, Zeitgeist  |  1,260 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Vom Wesen des Antichristen

“Einst gingen die Bäume hin, einen König über sich zu salben; und sie sprachen zum Olivenbaum: Sei König über uns! Und der Olivenbaum sprach zu ihnen: Sollte ich meine Fettigkeit aufgeben, welche Götter und Menschen an mir preisen, und sollte hingehen, zu schweben über den Bäumen? Da sprachen die Bäume zum Feigenbaum: Komm du, sei König über uns! Und der Feigenbaum sprach zu ihnen: Sollte ich meine Süßigkeit aufgeben und meine gute Frucht, und sollte hingehen, zu schweben über den Bäumen? Da sprachen die Bäume zum Weinstock: Komm du, sei König über uns! Und der Weinstock sprach zu ihnen: Sollte ich meinen Most aufgeben, der Götter und Menschen erfreut, und sollte hingehen, zu schweben über den Bäumen? Da sprachen alle Bäume zum Dornstrauch: Komm du, sei König über uns! Und der Dornstrauch sprach zu den Bäumen: Wenn ihr mich in Wahrheit zum König über euch salben wollt, so kommet, vertrauet euch meinem Schatten an; wenn aber nicht, so soll Feuer von dem Dornstrauch ausgehen und die Zedern des Libanon verzehren” (Richter 9, 8-15).

In diesem Abschnitt wird uns — ganz unabhängig von den Ereignissen, in die er hineingestellt ist — erstmals Wesentliches vom Antichristen geoffenbart. Und wenn bis dahin kaum besondere Beachtung darauf gerichtet worden ist, so deshalb, weil die Lehre, welche daraus zu ziehen ist, wie so vieles andere in der Heiligen Schrift, erst unseren endzeitlichen Generationen greifbar und verständlich wird, weil auch sie, um mit denn Apostel Petrus zu reden, zu den “gegenwärtigen Wahrheiten” (2. Petr. 1, 12) gehört.

Die Bäume — die Nationen

Zunächst ist unschwer zu erkennen, dass unter den Bäumen die Nationen zu verstehen sind, so dass die Königswahl der Bäume nichts anderes bedeutet als die Wahl eines obersten Fürsten über die Nationen. Oftmals wird in der Heiligen Schrift für einzelne Menschen sowohl wie für ganze Völker Baum oder Bäume als Gleichnis gebraucht. “Ich sehe Bäume wie Menschen”, sagt der Psalmist. Das erste Wunder Gottes in der Wüste war das Süß- und Schmackhaftmachen des bitteren Wassers “Mara” durch das Süßholz, welches Mose auf das Geheilt des Allmächtigen hineinwarf (2. Mose 15, 22-23). Damit ist in wunderbar vorschattender Weise der mitfolgende Felsen Jesus, als ins Fleisch gekommener Mensch, gekennzeichnet, und gleichzeitig das Fluchholz, an welchem Er in den Opfertod ging.

[weiterlesen ...]

Autor: Kahn, George, Dr. | Kategorie(n): Das Böse  |  902 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Das tiefere Geheimnis des priesterlichen Segens

(Nach einem Vortrag)

Meine teuren Geschwister! Ihr kennt die Verordnung des priesterlichen Segens, wie sie aufgezeichnet ist in 4. Mose 6, 22-26, wo es heißt:

“Und der Herr redete mit Mose und sprach: Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: Also sollt ihr sagen zu den Kindern Israel, wenn ihr sie segnet: Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr erhebe Sein Angesicht über dir und gebe dir Frieden.”

Wir wollen einmal in die Tiefe forschen, welche Gedanken der Liebe und der Weisheit Gottes dieser Stiftung des priesterlichen Segens zugrunde liegen.

Zunächst sehen wir hier drei Stufungen, die sich wachstümlich zum hohen Schlußziel hin gestalten. Und zwar sind es drei Paare, die sowohl in einer Gegensätzlichkeit wie nachher in einer Synthese erscheinen:

    Der Herr segne dich und behüte dich;
    der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
    der Herr erhebe Sein Angesicht über dir und gebe dir Frieden.

Diese drei Stufen entsprechen genau der großen Stufung, die sich, viel mehr, als man denkt, durch die ganze Heilige Schrift hindurch vorfindet und die sehr sinngemäß gekennzeichnet ist in der Architektur von Stiftshütte und Tempel, nämlich in der Darstellung von Vorhof, Heiligtum und dem Allerheiligsten. Sie kommt auch zum Ausdruck in der paulinischen Lehre an die Gemeinde Christi, wenn der Apostel ermahnt zu prüfen, was da sei vor Gott, dem Allmächtigen, gut, wohlgefällig und vollkommen.

[weiterlesen ...]

Autor: Kahn, George, Dr. | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  932 x gelesen

Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken   0

Die Berufung des Propheten Jeremia

“Und das Wort des Herrn erging an mich und sprach: Ehe denn Ich dich im Mutterleib bildete, kannte Ich dich, und bevor du aus dem Mutterschoß hervorgingst, habe Ich dich geheiligt und dich den Völkern zum Propheten gegeben! Da sprach ich: Ach Herr Jehova, ich kann nicht reden, denn ich bin noch zu jung! Aber der Herr sprach zu mir: Sage nicht, ich bin zu jung! Sondern du sollst zu allen hingehen, zu denen Ich dich sende, und alles reden, was Ich dich heiße. Fürchte dich nicht, denn Ich bin bei dir. Und Ich will dich erretten, spricht der Herr. Und der Herr reckte Seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: siehe, fortan lege Ich Meine Worte in deinen Mund. Und setze dich von diesem Tage an über Völker und Königreiche, um auszureißen, zu zerbrechen, zu zerstören und zu verderben, aber auch um neu zu bauen und neu zu pflanzen! Und es geschah des Herrn Wort zu mir und sprach: Jeremia, was siehst du? Ich sprach: Ich sehe einen erwachenden Zweig. Und der Herr sprach zu mir: Du hast richtig gesehen, und Ich will wachen über dieses Mein Wort, daß Ich’s tue! Und zum andernmal geschah des Herrn Wort und sprach zu mir: Was siehest du? Und ich sprach: Ich sehe einen heiß-siedenden Topf, von Mitternacht her. Und der Herr sprach zu mir: Von Mitternacht her wird das Unglück ausbrechen über alle Lande!” (Jer. 1, 4-14)

Wir wollen dieses herrliche Kapitel der Berufung des jungen Jeremia zum Prophetenamt miteinander betrachten in der dreifachen Wurzel, die jeder biblische Bericht uns darreichen will: nämlich zunächst als das Geschehnis als solches, sodann, es untersuchend auf seinen prophetischen Gehalt, auf die heutige Situation Israels und der Welt, und schließlich zur Belehrung, Aufmunterung und Tröstung der Gemeinde Christi und des einzelnen Gliedes Seiner Gemeinde.

[weiterlesen ...]

Autor: Kahn, George, Dr. | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Lehre  |  1,565 x gelesen

468 Artikel online •
4 Besucher online