Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Verblendete Sinne

Ist aber auch wirklich unsere Heilsverkündigung verhüllt, so ist sie bei denen, die verloren gehen, verhüllt, bei denen der Gott dieser Weltzeit die Sinne (Gedanken) der Ungläubigen geblendet hat, auf dass ihnen nicht erstrahle der Lichtglanz der Heilsbotschaft von der Herrlichkeit des Christus, der da ist das Bild Gottes (2. Kor. 4, 3.4).

Da haben wir die wahre Ursache des Unglaubens aller Weltkinder, nämlich vom Satan geblendete Sinne, die unfähig machen, Christus zu erkennen. Und diese verblendeten Sinne sind zugleich das sichere Kennzeichen derer, die verloren gehen.

Dass aber auf diese letzte Ursache allen Unglaubens und auf dies schauerliche Kennzeichen des Verderbens nicht mit ernstlicherer Entschiedenheit hingewiesen wird, gehört selbst wiederum mit zu Satans Blendwerk, womit er die Heilsverkündigung zu verhüllen sucht.

Was wird heute nicht alles empfohlen, um das Evangelium von der Erlösung der Menschen in Christus annehmbarer zu machen. Alles der Vernunft Anstößige müsse entfernt werden, man müsse auf die gedanklichen Schwierigkeiten der Gebildeten mehr Rücksicht nehmen, man dürfe nur noch auf wissenschaftlicher Grundlage vorgehen und nach psychologischer Methode verfahren, das kultivierte, humanistische Empfinden des modernen Menschen müsse geschont werden usw. — also nur ja nichts von Satan, Gericht und Verdammnis reden! — Was für ein Betrug!

Denn das Ergebnis dieser Bemühungen bedeutet Verfälschung des Wortes Gottes, Entkräftung der Heilsbotschaft, Betörung der Seelen, Verwirrung der Gewissen, Verirrung des Lebens und bleibende Verblendung zum ewigen Verderben.

Wahre Knechte Jesu können und wollen sich und ihre Botschaft nicht anders empfehlen, als durch die Kundmachung der Wahrheit an jedes Gewissen vor den Augen Gottes (Vers 3). Und da gilt: “Ist und bleibt unsere Heilsverkündigung verhüllt, so ist sie bei denen verhüllt, die verloren gehen.”

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Autor: Binde, Fritz | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Hingabe, Versuchung & Verführung, Zeitgeist  |  1,167 x gelesen

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Die größte Revolution

Vorbemerkung:

Der nachfolgende Text ist die erste von zwölf Reden von Fritz Binde, die vom Verlag Gottlob Koezle (Wernigerode) im Todesjahr Bindes, 1921, in dem Buch “Neue Herzen” herausgegeben wurden. Die restlichen elf Reden werden im Verlauf der nächsten Wochen ebenfalls an dieser Stelle leicht bearbeitet neu veröffentlicht.

Bei dem aktuell vorliegenden Text ist zu beachten, dass Fritz Binde ihn unter dem Eindruck der sich in Deutschland zum Ende des ersten Weltkrieges und innerhalb der frühen Jahre der Weimarer Republik abspielenden politischen und sozialen Unruhen, Umbrüche und Reformen schrieb. Am 9. November 1918 wurde Kaiser Wilhelm II. unter anderem aufgrund des Drucks aus den USA durch Reichskanzler Prinz Max von Baden eigenmächtig und verfassungswidrig abgesetzt, um den Weg für günstige Friedensverhandlungen mit den alliierten Siegermächten freizumachen. Es gab sowohl vor als auch nach der Entmachtung des Monarchen Aufstände, Putsche, Revolten und politische Morde durch unterschiedlichste politische Kräfte und Bewegungen. Zahlreiche Reformen traten in Kraft, u. a. führte man das Frauenwahlrecht und den achtstündigen Arbeitstag ein. Großen Zulauf fanden neben nationalistischen auch sozialistisch und kommunistisch geprägte Bewegungen und Parteien mit ihren teilweise extrem radikalen Revolutionsbestrebungen. Im Januar 1919 wurde der Spartakusaufstand von monarchistischen und rechtskonservativen Freikorps niedergeschlagen und die kommunistischen Anführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht dabei ermordet. Bis Mitte 1919 schlugen Reichswehr- und Freikorpsverbände auch alle weiteren Versuche, sozialistische Räterepubliken nach Vorbild der Russischen Sowjetrepublik in Deutschland zu etablieren, gewaltsam nieder, zuletzt am 2. Mai 1919 die Münchner Räterepublik. Später erfolgte u. a. der Kapp-Putsch (März 1920) und fast gleichzeitig mit diesem erschütterte ein kommunistischer Aufstandsversuch das Ruhrgebiet, der wiederum von Reichswehr und Freikorps blutig niedergeschlagen wurde. Weitere Aufstände fanden in Mitteldeutschland, Thüringen und Hamburg statt. (Viele andere Aufstände, Putsch- und Umsturzversuche seit der Novemberrevolution 1918 können in den einschlägigen Geschichtsbüchern nachgelesen werden.) Erst 1924, also ca. drei Jahre nach Veröffentlichung des Textes von Fritz Binde, begann eine Phase der relativen Ruhe und Stabilität. Trotz aller Konflikte schien sich die Demokratie durchzusetzen, die allerdings schon wenige Jahre später der Steigbügelhalter für die schrecklichste deutsche Diktatur werden sollte.

Fritz Bindes heiliger Zorn, der in dem nachfolgenden Text immer wieder deutlich zu spüren ist, ruht daher, dass er vor seiner bewussten Hinwendung zu Gott selbst glühender Sozialist und später Anarchist und deshalb mit dem wahren Wesen dieser Ideologien bestens vertraut war. An manchen Stellen schimmert seine Sympathie für einen sog. “christlichen Sozialismus”, vermutlich inspiriert von Apg. 4, 32-37, durch und zeigt, dass er auch als Kind Gottes einer gewissen sozialistischen Idee nicht grundsätzlich abgeneigt schien — wenn die Vorzeichen und Grundlagen dafür stimmten. Man möge davon halten, was man will. — Es gibt darüberhinaus in dem Text so manche Aussagen Bindes, die für heutige Ohren sehr ungewöhnlich sind und nur richtig eingeordnet und verstanden werden können, wenn man eben berücksichtigt, zu welcher Zeit und unter welch gewaltigen Eindrücken sie verfasst wurden und dass das wahre geistliche Leben damals, wie auch zu anderen Krisenzeiten, unter gewaltigem Druck von sich physisch und ideell in Deutschland manifestierter widergöttlicher geistiger Kräfte und Mächte stand.

Die nachfolgende Rede ist keine gewöhnliche, schon gar keine leichte Kost. Auch mag oder kann man möglicherweise nicht allem zustimmen, was Fritz Binde schrieb, oder wünschte sich mehr Differenziertheit, mehr biblischen Bezug etc., aber dennoch handelt es sich hierbei um ein — wie ich finde — sehr spannendes, interessantes, in die Auseinandersetzung eines großartigen Gottesmannes mit einer äußerst schwierige Phase der damaligen deutschen Geschichte Einblick gebendes Dokument und Zeugnis, das deshalb allemal der erneuten Veröffentlichung wert ist.

J. Krafzik


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Ungeheure Umwälzungen haben das Leben einer Reihe von Völkern bewegt und bewegen es noch. Tatsächlich ist das Oberste nach unten und das Unterste nach oben gekehrt worden. Gekrönte Machthaber sind gestürzt, getötet oder verjagt worden. Machtlüsterne sind mehr oder weniger gewalttätig nach oben gekommen und wollen nach ganz neuen Ordnungen den Völkern Heil und Gedeihen bringen. Eine neue Zeit sei angebrochen, heißt es, ein neuer Weltenmärz habe begonnen. Der Sinn des Weltkrieges sei die Offenbarwerdung alles Veralteten, Verrotteten und Unhaltbaren gewesen, dessen Zusammensturz habe erfolgen müssen. Mit der überlebten Machtstellung und Gewaltherrschaft bevorrechtet gewesener einzelner Häupter oder der oberen Zehntausend sei es nun vorbei. Durch die ungeheure Kraftaufrüttelung im Weltenkrieg sei das Volk unter schmerzlichen Opfern klug und reif geworden zur Selbstregierung. Nun nehme es sein Geschick endlich frei, sicher und bewusst in die eigenen Hände. An Stelle der persönlichen Willkürherrschaft trete nun die allein gerechte Volksherrschaft, an Stelle der unheilvollen Machtpolitik die heilsame Friedenspolitik. Und nun breche auch das Zeitalter der sozialen Gerechtigkeit endlich an. Der grelle Flammenbrand des Krieges habe den Arbeiter sehend gemacht. Die privatkapitalistische Wirtschaftsordnung sei als die Ursache des Völkermordens erkannt worden. Deshalb müsse der Demokratisierung der Politik die Sozialisierung der wirtschaftlichen Produktion und des Konsumes folgen. Nur in der sozialen Demokratie liege das Heil der Zukunft. Aber während die einen eine allmähliche Vergesellschaftung der Gütererzeugung und des Güterverbrauches, sowie aller Arbeit anstreben, wollen die anderen den gewaltsamen Abbruch jeder Privatwirtschaft und die sofortige Gültigkeit einer kommunistischen Wirtschaftsweise. So brennt das Völkerleben gegenwärtig im Feuer einer tatsächlich nie dagewesenen Umwandlung. Nichts scheint mehr fest zu stehen, alles scheint sich neu gestalten zu wollen. Wahrlich, wir leben in einer Zeit großer Umwälzungen!

Aber trotz ihrer erlangten Gewalt und Größe sagen uns diese Umwälzungen eigentlich nichts Neues. Sie sind nur die über Nacht reifgewordene Wirklichkeitsernte einer jahrzehntelangen wohlbekannten Gedankenaussaat. Längst hielt man die monarchische Regierungsform für veraltet und betrachtete ihren Zusammenbruch nur noch als eine Frage der Zeit, obgleich ihr Ende jetzt unerwartet schnell kam. Und längst erwartete man bis hoch ins Bürgertum hinauf eine vermehrte Teilnahme des Volkes an der Gesetzgebung und den politischen Regierungsgeschäften, obgleich man sich die Verwirklichung dieser Erwartung ganz anders gedacht hatte. Ebenso hatte man sich angesichts des Wachstums der sozialdemokratischen Partei ja längst mit dem kommenden Umsturz vertraut gemacht, und doch hatte ihn niemand in so schnellreifer Plötzlichkeit und in so unheimlich glattem Verlauf erwartet. Also bedeuten die eingetretenen großen Umwälzungen eigentlich nur die überraschend schnell gekommene Verwirklichung längst bekannter Gedankengänge und längst gehegter Erwartungen, die durch die Gluthitze des unseligen Krieges zur jähen Tatsache gebracht worden sind. Man erntete jetzt geschichtlich, was man seit Jahrzehnten in Leichtfertigkeit oder Trotz gedanklich gesät hat.

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Autor: Binde, Fritz | Kategorie(n): Hingabe, Zeitgeist, Zeitgeschichte & Politik  |  921 x gelesen

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Die Vollendung des Leibes Christi

Inhaltsverzeichnis (nicht verlinkt):

Vorwort

I. DER LEIB CHRISTI, SEIN WESEN, SEIN URSPRUNG UND SEINE SCHÖPFUNG
Der Leib Christi, eine Offenbarung des Neuen Testaments
Der Leib Christi — der Christus
Die Weissagung des Kajaphas und die dem Paulus gegebene Offenbarung
Seid eingedenk! (Eph. 2,11)
Die Nationen im Fleisch
Ohne Christus
Der Umschwung
Nahe
Christus, unser Friede
Aus beiden eines
Scheidewand und Feindschaft
Das Gesetz weggetan
Frieden gestiftet
Christus, der Schöpfer des einen neuen Menschen
Versöhnt mit Gott in einem Leib
Die Verkündigung des Friedens
Der Zugang zum Vater
Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes
Apostel und Propheten
Der Bau
Umriß und Verdeutlichung der Offenbarung
Der Heilige Geist und der Leib Christi
Die neue Schöpfung und der Leib Christi

II. DIE STELLUNG UND DIE BEDEUTUNG DES LEIBES CHRISTI IN DEN ZEITALTERN
Zuvorbestimmt zur Sohnschaft
Das Geheimnis
Erweiterung der Offenbarung
Die Bedeutung des Leibes Christi im jetzigen Zeitalter
Die Bedeutung des Leibes Christi in den kommenden Zeitaltern
Der Leib Christi und das Reich Gottes

III. DAS WERDEN DES LEIBES CHRISTI IN DIESER ZEIT
1. Herbeiführung der Vollzahl der Glieder
2. Der Vollwuchs der einzelnen Glieder
    Worin können wir nicht wachsen?
    Worin können wir wachsen?
    Die drei Stufen des geistlichen Lebens
    Wie wachsen wir?
    Wir wachsen durch das Anschauen Christi
    Wir wachsen durch sein Wort
    Wir wachsen durch Scheidung und Reinigung
    Wachstum durch Dienen und Leiden
      Das Haupt dient allen Gliedern des Leibes
      Der Dienst der Glieder des Leibes Christi untereinander
      Leiden
    Der Vollwuchs und die Herrlichkeit
3. Wie stellt sich der Vollwuchs des Gliedes als Vollkommenheit dar?
4. Was wird aus den Gliedern werden, die nicht zum Vollwuchs heranreifen?
5. Wie wird sich der Vollwuchs des ganzen Leibes als Vollkommenheit darstellen?
    Die Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes
    Die Einheit des Geistes
6. Wie sieht es heute aus?

IV. DIE VOLLENDUNG UND DAS OFFENBARWERDEN DES LEIBES CHRISTI IN HERRLICHKEIT
“Es ist noch nicht offenbar geworden”
Die Garantie für die Vollendung des Leibes Christi
Christus heiligt und reinigt die Gemeinde
Die Vollendung des Leibes Christi
Der Tag
Die Ankunft
Die Entrückung und Vereinigung des Leibes mit dem Haupt
Das Offenbarwerden unseres irdischen Glaubenswerkes
Die Offenbarung in Herrlichkeit


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Autor: Binde, Fritz | Kategorie(n): Gemeinde, Heilsgeschichte  |  802 x gelesen

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Vom Geheimnis des Kreuzes

Man hört viel Reden vom »Geheimnis des Kreuzes«. Die Heilige Schrift kennt zwar diese Bezeichnung nicht, aber dennoch ist es wahr: das Wort vom Kreuz ist voll heimlicher, verborgener Gottesweisheit; eben dieser verborgenen Weisheit wegen ist es den Ungläubigen eine Torheit (1. Kor. 1, 18). Doch ist das Wort vom Kreuz auch noch vielen Gläubigen eine Torheit, besonders als Wort vom Mitgekreuzigtsein. Als frohe Botschaft vom Kreuzestod Christi für unsere Sünden läßt man sich das Wort schließlich gefallen und rühmt sich, durch das Blut am Kreuze Vergebung der Sünden und Frieden mit Gott empfangen zu haben. Aber um den Empfang weiterer Weisheit und Kraft aus dem Wort vom Kreuze kümmern sich die meisten nicht. Christus an unserer Statt gekreuzigt, oh, das ist einem schließlich willkommen, aber wir mit ihm gekreuzigt, darauf will man nicht eingehen. Wohl läßt man das Mitgekreuzigtsein als biblischen Lehrsatz gelten, den man billigerweise bejaht, aber nur ja keine praktische Ausübung und Betätigung dieser biblischen Wahrheit! Vielleicht gibt es keinen Punkt, in dem die praktische Mißachtung des Wortes Gottes so offenbar hervortritt, wie in diesem. Das liegt aber hauptsächlich an unserem armseligen Unglauben, der das Wort vom Mitgekreuzigtsein nicht fassen kann, weil es allem Augenscheinlichen so sehr entgegen ist. Dann liegt es aber auch an unserem Nichtwollen; denn von nichts wird das eigenwillige Ichleben mehr bedroht als vom Wort vom Mitgekreuzigtsein, und so groß unser Eigenwille ist, so groß ist allezeit unser Unglaube.

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Autor: Binde, Fritz | Kategorie(n): Heilsgeschichte  |  923 x gelesen

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Das Geheimnis des Glaubens

»Die das Geheimnis des Glaubens in reinem Gewissen bewahren« (1. Tim. 3, 9).

Obgleich die Bibel kein Geheimbuch für nur wenige Eingeweihte ist, sondern die Gabe der Offenbarung Gottes an alle Menschen, so ist sie doch voller Geheimnisse, die sich nur dem biblisch Glaubenden erschließen; denn »das Geheimnis des Herrn ist für die, die ihn fürchten, und seinen Bund läßt er sie wissen« (Ps. 25, 14). Alle Geheimnisse der Bibel aber gipfeln in dem einen »anerkannt großen Geheimnis der Gottseligkeit: Gott ist geoffenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geiste, erschienen den Engeln, gepredigt unter den Völkern, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit« (1. Tim. 3, 16). In der glaubensvollen Annahme dieses anerkannt großen Geheimnisses der Gottseligkeit gipfelt auch der Glaube selber, von dem in der ganzen Heiligen Schrift die Rede ist. Und im Rahmen des großen Geheimnisses der Gottseligkeit wird der Glaube selber zum Geheimnis. Geheim an ihm ist sein Ursprung, nämlich seine Entstehung im Menschenherzen, geheim verlaufen seine Wirkung und Vollendung (1. Kor. 2, 11; Phil. 2, 13; Hebr. 12, 2; Phil. 1, 6; Kol. 3, 3; Jak. 2, 22; 1. Joh. 3, 2). Darum bedarf das Geheimnis des Glaubens selber der Enthüllung und Darstellung, was freilich immer unzulänglich bleiben wird; denn nur das Erleben des Glaubens bringt die Erfahrung des Glaubens und damit die Enthüllung des Glaubensgeheimnisses. — Indes gibt uns aber die Bibel selber mancherlei Aufklärung über das Geheimnis des Glaubens, damit die bereits Gläubigen die Kostbarkeit ihres Glaubens (2. Petr. 1, 1) recht werten und verwerten lernen sollen. Auch sollen die Schwachen im Glauben und die Kranken am Glauben (Röm. 14, 1; 1. Kor. 9, 22; 1. Thess. 5, 14 und 3, 10; Tit. 1, 13) durch die Unterweisung im Geheimnis des Glaubens gestärkt, befestigt und gesund werden. Und da sei es gleich gesagt: So wie alle Verfehlungen der Kinder Gottes Verfehlungen am Wort Gottes, nämlich mangelnde Schrifterfüllung sind, so ist jede Unzulänglichkeit der Gläubigen zurückzuführen auf mangelnden Glauben. Wie wir zum Worte Gottes stehen, so stehen wir im Glauben. Was uns an Schriftgrund fehlt, fehlt uns an Glaubensgrund. Was uns an Schriftgebrauch fehlt, fehlt uns auch an Glaubensbestätigung. Das Geheimnis des Glaubens deckt sich mit dem Geheimnis Gott es und Christi (Kol. 2, 2 u. 4, 3; Offb. 10, 7) im ganzen Bibelbuch.

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Autor: Binde, Fritz | Kategorie(n): Gemeinde, Glaubensleben & Wandel  |  736 x gelesen

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Betet allezeit

“… allezeit beten und nicht lässig werden …” (Luk. 18, 1)

Beten ist die Hauptarbeit der Gläubigen. Das Gebet soll die Einleitung zu jeder anderen Arbeit sein und es muss die Gewähr für einen rechten Fortgang und für die gottwohlgefällige Vollendung jeder Arbeit sein. Ohne Gebetsarbeit fruchtet kein Bibellesen, gedeiht kein Bibellesen, erfüllt sich kein Berufsleben. Kulturarbeit tun ist der stolze Lebensausdruck der Kinder dieser Welt. Gebetsarbeit hingegen ist der besondere Lebensausdruck der Kinder Gottes. Ich sage ausdrücklich: “Lebensausdruck der Kinder Gottes”, denn viele meinen, das Beten sei nur ein Vorrecht der Kinder Gottes. Gewiss ist es das auch. Aber wäre es nur das, dann wäre es zu wenig.

Von einem Vorrecht kann man Gebrauch machen, wie es einem beliebt. Beten oder nicht beten ist aber nicht in unser Belieben gestellt, sondern allezeit zu beten ist der treuste, notwendigste und unverlierbarste Ausdruck unseres neuen Lebens aus Gott und ist darum, wie gesagt, unsere Hauptaufgabe vor und für Gott.

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Autor: Binde, Fritz | Kategorie(n): Anbetung, Glaubensleben & Wandel  |  833 x gelesen

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