Der von der Bibel angezeigte dritte Korpus ist die Nationenwelt. Dieser Körper ist allerdings ein waschechter Unheils-Körper, der bestehen bleibt, bis auch ihm in den Heilszeitaltern das volle Heil zuteil wird.
Als Korpus müssen auch die Nationen bewertet werden, weil sie ihre organische Vereinigung im Antichristen finden. Somit ist das vorausgehende und ausreifende Antichristentum gleichfalls korporativ zu sehen. Auch das Antichristentum ist ein Gebilde mit Haupt, Leib und Gliedern.
Von den Nationen spricht das prophetische Wort nur im Zusammenhang mit den anderen Körpern: Israel und Gemeinde Jesu Christi. Allein der Anfang der Nationen ist gesondert erwähnt. In ganz großen Zügen wird berichtet, daß “die Menschen vom Geiste Gottes sich nicht strafen ließen” (1. Mos. 6, 3) und darum in allem Eifer in antigöttlicher (= anstattgöttlicher) Weise die Einheit erstrebten, die im Turmbau zu Babel ihre Darstellung fand. Jedoch war für diesen Korpus die endgültige “Gottesstunde” noch nicht da. Gott hat ihn zunächst nach seiner Weise zerschlagen und zerteilt. Die Teile — Nationen genannt (Luther: Heiden) — sind in alle Himmelsrichtungen verstreut worden und bilden seit jener Zeit die undefinierbare und undisziplinierte Nationen-Welt.
Die anderen Körper nehmen zur Nationenwelt eine unterschiedliche Stellung ein. Der “Leib Jesu Christi” ist aus den Nationen herausgewählt und hat eine Herauswahl-Stellung. Das “Weib Jesu Christi” ist für die Nationen erwählt und hat eine nationale, schließlich eine internationale Stellung. Die Gemeinde hat darum zur Nationenwelt eine indirekte Beziehung, Israel dagegen eine direkte. Die Gemeinde ist unter den Nationen ein “Fremdkörper”, Israel dagegen ist bis zu einer gewissen Zeit der verwandte oder sogar der gleichgeartete Körper. Israel ist eine Nation unter den Nationen.
Nach der eindeutigen Darstellung des prophetischen Wortes steht die Nationenwelt im Zeichen des Tieres! Hierbei darf nicht zuerst das tierische, d. h. das bestialische Wesen gesehen werden, sondern das untergeordnete und unterstellte. Das Tier gehört zur untergeordneten Kreatur.
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Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Heilsgeschichte, Kirchentum, Völkerschaften | 1,682 x gelesen
Israel ist nach der Gemeinde, dem “Leib Christi”, der zweite Heilskörper. Diesem Israel ist “Blindheit widerfahren solange, bis das Vollmaß aus den Nationen (= Leibesgemeinde) eingegangen ist” (Röm. 11, 25.26). Alsdann wird der Heilskörper erneut eingesetzt, damit er in vollkommener Weise seine Aufgaben erfülle.
Der grundsätzliche Unterschied der beiden Heilskörper besteht darin, daß der “Leib Christi” seine Begründung in den himmlischen Regionen hat (Eph. 1, 4) und deshalb auch seine Dienste zur Hauptsache im Himmlischen erhält (1. Kor. 6, 2.3). Der Leib Christi hat, wie sein Haupt, vorgeschichtliche, übergeschichtliche und überdimensionale Verhältnisse. Dagegen ist der zweite Körper das “Weib Christi”, das nach der Brautzeit dem Manne zugeführt und angetraut wird. Israel geht seit seinem Bestehen nach dem göttlichen Vorsatz: “Ich will mich mit dir verloben in Ewigkeit; ich will mich mit dir vertrauen in Gerechtigkeit und Gericht, in Gnade und Barmherzigkeit. Ja, im Glauben will ich mich mit dir verloben und du wirst den Herrn erkennen” (Hosea 2, 21.22). Diese Braut wird dem Bräutigam in der “Reifezeit” zugeführt und wird nach der “Hochzeit” als das Weib Christi seine Dienste in der irdischen Sphäre übernehmen. Darum hat dieser Heilskörper eine irdische Begründung und eine irdische Existenz. Seine Anfänge liegen in der Unheilszeit, in der das Heil Gottes zur Ausführung gelangen soll. Der göttliche Heils-Haushalt erhält eine “Gehilfin”. Der zweite Heilskörper ist in der erfüllten Zeit dem “Manne” angetraut und behält darum die weibliche Art und den Wirkungsplatz, der dem Weibe gebührt.
Wichtig ist es, den Anfang dieses Heilskörpers festzustellen. Er liegt nicht wie bei der Leibesgemeinde “vor Grundlegung der Welt”. Darum hat er mit den “Grundlegungen” nichts zu tun. Der Anfang des zweiten Heilskörpers liegt in der Zeit des ausgereiften Unheils und der Heilsvollführungen. Es ist die Zeit, in der das Heil Gottes in der Welt des Unheils “irdisch ausgeboren” werden muß. Darum hat dieser Körper von Anfang an mit den “Geburten” zu tun und hat darum weibliche und mütterliche Bestimmung. Die Geburtsstunde dieses Körpers liegt in jener göttlichen Beurkundung: “Durch deinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden” (1. Mos. 22, 18).
Mit Abraham ist Israel gezeugt, und mit Isaak und Jakob geboren (lies alle Schriftstellen, die in Abraham, Isaak und Jakob Israel begründet sehen). Dieses Israel hat als das weibliche Wesen auch den “Messias nach dem Fleisch geboren” (Sach. 9, 9). Und in der Fülle der Zeiten wird dieses Weib, das dann dem Manne angetraut sein wird, die “messianischen Erfüllungen” gebären (Offbg. 12, 5; Sach. 8, 20-23). — Von diesen Heilsvollführungen durch Israel spricht das gesamte prophetische Wort.
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Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Heilsgeschichte, Israel | 1,325 x gelesen
Soll das etwa heißen, daß die Gemeinde Jesu Christi eine eigene, d. h. eine Spezialprophetie hat? Gewiß! Wer das nicht weiß, ist zu bedauern. Spricht doch die Heilige Schrift unverkennbar von den getrennten Körperschaften: Gemeinde Jesu Christi als sein Leib, und Israel als sein Weib. Beide Körperschaften werden nicht nur getrennt gesehen, sondern es werden auch ihre getrennten Wirkungszeiten genauestens aufgewiesen. Wenn die Bibel diese Heilskörperschaften ganz korrekt getrennt sieht, warum vermengt man sie? Ist das notwendig? Kann durch das “Gemenge” Klarheit erstehen?
Über allen Zweifel erhaben ist die Tatsache, daß nur Paulus die Gnade hat, “zu enthüllen das Geheimnis, das vor Grundlegung der Welt verborgen gewesen ist” (Eph. 3, 1-11). Wenn Paulus allein den göttlichen Auftrag hat, das umfassende Wesen der Gemeinde darzustellen, dann hat er auch die Aufgabe, ihre Wirkungsverhältnisse mit ihren eigenen Zeiten aufzuweisen. Und das ist nichts anderes als exakte Prophetie! Darum ist allein Paulus für die Gemeinde Jesu Christi der Prophet! — Wer die Prophetie für die Gemeinde anderweitig sucht, der sucht sie an verkehrter Stelle.
Leider haben viele Gemeindeglieder von dieser Tatsache wenig Kenntnis. Sie operieren mit prophetischen Dingen, die meist Israel und die Nationen angehen und für die Gemeinde nur am Rande liegen. Verwirrend wird es dann, wenn sie diese Prophetie auf die Gemeinde anwenden. — Es wirkt wahrhaftig sonderbar, wenn man einen Körper mit einem wesensfremden Anzug bekleidet. Solches Handeln ist nicht nur unsachlich, sondern auch nachteilig. Die Gemeinde Jesu Christi hat nun einmal ihr Sonderwesen und ihre Sonderzeit und hat darum auch ihre besondere prophetische Weisung. Daß man das im allgemeinen nicht sieht, gibt zu denken. Wer verursacht diese Verdunkelung?
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Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Gemeinde, Kirchentum, Versuchung & Verführung, Zeitgeist | 1,758 x gelesen
(Nachschrift eines mündlichen Dienstes)
Israel ist heilsmäßig und heilsgeschichtlich ein besonderes Problem. Zunächst wird Israel Unheilsträger sein, ehe es Heilsträger wird. Und zwar wird Israel beide Seiten in der krassesten Form durchlaufen. Die alttestamentliche Verheißung: “Aus dir soll mir kommen der Herrscher und Friedefürst” (vgl. Micha 5, 1-3; Jes. 9, 6) hat sich in Jesus Christus erfüllt. Aus Israel kam der Retter, der Heiland. Aber auch das andere hat sich erfüllt: “Er kam in Sein Eigentum, und die Seinen nahmen Ihn nicht auf” (Joh. 1, 11). Sie haben Ihn, ihren Messias, ans Kreuz gebracht. Schon an diesen beiden Schriftaussagen sehen wir, wie Israel einerseits Heilsträger, andererseits Unheilsträger war. Und dieses Volk wird noch eine Weile Unheilsträger sein, bis es eines Tages das Heilsvolk Gottes wird. Glauben wir: “Was Er sich vorgenommen, und was Er haben will, das muß doch endlich kommen zu Seinem Zweck und Ziel.”
Wann aber wird Israel Heilsbedeutung gewinnen? Dieses “Wann” ist auch für uns wichtig.
Der Prophet Daniel hatte nicht nur den Auftrag, die Nationenzeiten und die Nationengeschichte zu zeigen, sondern auch die Geschichte Israels. Wir müssen uns von Daniel sagen lassen, wann Israel wieder Heils- und Weltbedeutung gewinnt. In Daniel 9 finden wir eine wunderbare Weisung für das Volk Israel, die auch uns angeht. Daniel wurde nach einem langen Gebet diese Schau geoffenbart. Lesen wir von Vers 25 an: “Vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen, bis auf den Messias, den Fürsten, sind 7 Wochen und 62 Wochen. Straßen und Gräben werden wiederhergestellt und gebaut werden, und zwar in Drangsal der Zeiten.” Bis hierher ist der Text bereits Geschichte geworden. Bis auf die Ausrottung des Messias waren 7 und 62 = 69 Jahrwochen verstrichen. Dann wurde der Gesalbte ausgerottet, gekreuzigt. Israel aber wurde verwüstet, seine Bewohner zerstreut, weil es sich an dem Gesalbten versündigt hatte. (Man lese dazu aus Daniel 9 die Verse 26 und 27!) Diese “wüste Zeit” ist ohne Zahlenangabe und darum auch nicht zu berechnen. Die letzte Jahrwoche steht noch aus (Vers 27). Eine Jahrwoche hat 7 Jahre, und auch die letzte Jahrwoche wird 7 Jahre lang sein. Der den Bund mit den Vielen stärken wird, ist der Antichrist. Er wird in der Mitte der letzten Jahrwoche Schlachtopfer und Speisopfer aufhören lassen. Schon aus dieser Tatsache können wir ersehen, daß es sich um Israel handelt. Der Antichrist (das Tier) wird den Vielen (Israel) eine Woche lang (7 Jahre) den Bund stärken. Ein Teil Israels (die “Hure”) wird sogar das Tier, d. h. den Antichristen und die antichristliche Welt, nach Offb. 17 als Reiterin lenken. In dieser Stellung ist Israel dann Unheilsträger. Beim Auftauchen des Antichristen also wird Israel Weltbedeutung erlangen, und zwar zunächst Unheilsbedeutung.
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Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Heilsgeschichte, Israel | 1,219 x gelesen
Hat der Satan auch eine Dreieinigkeit? Ja! Nicht nur aus Gründen der Nachahmung, sondern auch aus Gründen der Wesenhaftigkeit. Im Wesen ist die Dreieinigkeit begründet. Denn auch Satan ist Geist. Will er in die Seelenhaftigkeit und Leibhaftigkeit Eingang finden, dann muß er ins Seelische und Leibliche hineinsteigen. Er muß Seele und Leib anziehen, wenn er über das ganze Sein des Lebens die Herrschaft gewinnen soll. — Nur der Geist, der die Verleiblichung hat, hat Zugang zu Geist, Seele und Leib.
Nach dem Sündenfall des Luzifer, der zufolge seines Abfalles der Satan wurde, trat die geistentartete Verleiblichung aller Kreatur ein. Anstatt “geistlicher Verleiblichung”, entfaltete sich nunmehr die geistentartete Verleiblichung. — Geistlose Verleiblichung dürfen wir wohl nicht sagen, weil der abgefallene Geist nicht geistlos, d. h. aufgehoben wurde, sondern er bestand weiter, nur mit dem Unterschied der Gegensätzlichkeit, der Paradoxie! Darum werden wir wohl nur von der geistentarteten Verleiblichung reden können.
So hat Satan nach seinem Fall, besser gesagt in seinem Fall, dieser nunmehrigen Entfaltung nachstreben müssen, um die Herrschaft, das “Fürstentum” zu gewinnen. Die Entwicklung in die Verleiblichung eilte ihm voraus, darum mußte er die Verleiblichung suchen und ihr nacheilen. — Die dem Satan vorauseilende Verleiblichung wird im “Vorsatz“ Gottes begründet gewesen sein.
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Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Das Böse | 1,536 x gelesen
Die Namen Leib und Weib sind bildliche Bezeichnungen für die Gemeinde Jesu Christi. — So meint man.
Ist es aber nicht sonderbar, dass im allgemeinen Sprachgebrauch die Namen Leib und Weib (Bräutigam und Braut) niemals die gleiche Bedeutung haben? Lächerlich wäre es, wenn jemand sie so verwenden wollte. In keiner Sprache ist dafür auch nur die geringste Neigung vorhanden. Aber der Bibel traut man das zu. Als ob die Schreiber der biblischen Schriften so naiv waren und den Unterschied zwischen Leib (Bräutigam) und Weib (Braut) nicht kannten. Dabei steht einwandfrei fest, dass die biblische Sprache äußerst genau ist. Gerade die Bibel ist im Gebrauch der Namen, Zahlen und Begriffe derart sorgfältig, dass man nur staunen muss. Und nun nehmen wir uns — ganz gelinde gesagt — die Freiheit und werfen die biblischen Namen, somit auch die Begriffe durcheinander. Ob wir uns nicht vor der Bibel schuldig gemacht haben? Kurz wollen wir uns die beiden Namen ansehen und beginnen mit dem
LEIB JESU CHRISTI
Es sollte uns bewusst sein, dass nur Paulus den Namen »Leib« für die Gemeinde Jesu Christi verwendet. Warum nur Paulus? Weil er der Alleinige ist, der die Gemeinde als »Geheimnis vor Grundlegung der Welt« zu offenbaren hat. Man lese Eph. 3, Kol. 1, 24ff. Freilich war Paulus nicht der Einzige, dem dieses »Geheimnis« kundgetan wurde. Petrus z. B. hat mit dem Gesicht von den unsauberen Tieren schon davor dieses »Heiden-Geheimnis« angezeigt bekommen (Apg. 10, 9ff.). Sogar der alttestamentliche Daniel hat mit der »wüsten Zeit Israels« dieses geheimnisvolle Geschehen prophezeien müssen 9, 26. Aber nur Paulus hatte den göttlichen Auftrag, »zu enthüllen das Geheimnis, welches in anderen Geschlechtern den Söhnen der Menschen nicht kundgetan worden, wie es jetzt geoffenbart worden ist Seinen heiligen Aposteln und Propheten im Geiste: dass die Nationen Miterben seien und MITEINVERLEIBTE und Mitteilhaber Seiner Verheißung in Christo Jesu durch das Evangelium.« Beachten wir: Nur Paulus darf das »Geheimnis« enthüllen und gibt ihm eine klare Deutung mit dem Namen »Leib«! Damit ist die ganze Wesenhaftigkeit der Gemeinde angezeigt.
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Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Gemeinde, Heilsgeschichte, Israel, Schriftteilung | 1,093 x gelesen
Das Heil Gottes haben die Apostel mit Fleiß bezeugt. “Euch ist das Wort des Heils gesandt” (Apg. 13, 26). “Ihr Lieben, nachdem ich vorhatte, euch zu schreiben von unser aller Heil” (Judas 3).
Das Heil Gottes in Christus ist die Mitte alles göttlichen Geschehens. Gott offenbart sich in seinem Sohne der heillosen Welt. Darum ist die Mitte aller göttlichen Offenbarung die Heilsoffenbarung.
Das Zeugnis von der Heilsoffenbarung bezieht sich auf die Mitte. Somit steht auch das Heilszeugnis in der Mitte. Die Botschaft vom Heil Gottes ist die Zentralbotschaft, die da froh und selig macht.
Das muß unsere Sorge bleiben, dass die Heilsbotschaft die zentrale Stellung behält. Alle anderen Botschaften liegen “am Rande”. Sie mögen wichtig sein, sind es aber auch nur, wenn sie zentral bedingt und zentral ausgerichtet sind. Alle Botschaften, sofern sie nicht die Ausstrahlung der Heilsbotschaft sind, verlieren ihren Wert und können sich ins Gegenteil verwandeln.
Es ist darum sehr wichtig, dass das zentrale Heilsgeschehen gründlich uns umfassend begriffen wird. Die Bibel lässt drei in sich gegliederte Heilszentren erkennen, die wir in dieser Abhandlung aufweisen wollen. Möge dieser kurze Abriss zum ernsten Nachdenken veranlassen.
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Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Heilsgeschichte | 897 x gelesen
Die Gemeinde Jesu Christi und das Reich Gottes sind zweifellos als die Grundbegriffe der Bibel anzusehen. So sollte man sie auf alle Fälle sehen, denn sie sind die Darsteller der Heilsvorgänge in den Zeiten und in der Ewigkeit. — Das allgemeine Christentum spricht auch sehr viel über Gemeinde und Reich. Leider sind es aber weithin nur leere “Sprüche“.
Hinzu kommt, daß man diese beiden Begriffe in gleichem Sinne und in gleicher Auswirkung sieht. Man ist der Meinung, daß hier zwei Namen einen Vorgang anzeigen. Ja, man bezeugt sogar ganz lebendig: Die Gemeinde ist das Reich Gottes und das Reich Gottes ist die Gemeinde. — Darum auch ist nicht nur die persönliche Haltung der lieben Christen, sondern auch ihre gesamte Heilsschau so getrübt, ja sogar stark gestört. Die Heilsgeschehnisse für das persönliche und für das gesamte Leben erleiden hierbei eine nicht geringe Vernebelung. Und weil es sich hier um die Vermengung der höchsten biblischen Prinzipien handelt, darum ist auch der Auswuchs der allseitigen Mißbildung so groß.
Wie ist das möglich, daß die beiden ganz verschiedenen Begriffe in einen Topf geworfen werden? Antwort: Weil man das Wort nicht wörtlich nimmt. Bitte, kann man die beiden Worte Gemeinde und Reich sinnmäßig und wesensmäßig gleich sehen? Das wird wohl niemand behaupten können. Also sollte man doch in allem Ernst die Verschiedenheit der beiden Begriffe festzustellen und auszuführen suchen. — Für viele wird das ein “heißes Eisen” sein. Aber gerade dann heran!
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Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Gemeinde, Schwarmgeist, Versuchung & Verführung | 1,113 x gelesen
Der umfassende Heilssinn der zweiten Bitte, “Dein Reich komme”, ist nur im Zusammenhang mit den sieben Bitten zu erkennen. Sie ergeben eine wunderbare Heilsschau des gesamten Heilsgeschehens Gottes, des Vaters. Dieser Gesamtüberblick kann in der vorliegenden kurzen Abhandlung nicht aufgezeigt werden. Wir müssen uns auf die zweite Bitte beschränken. (Wer sich für die Gesamtschau des Vaterunsers interessiert, möge mein Buch “Das Vaterunser in erbaulicher und prophetischer Deutung” lesen. Zu beziehen bei: Philadelphia-Buchhandlung, August Fuhr, Reutlingen/Württ. — Anmerkung 2009: Das Buch ist nur noch antiquarisch zu beziehen.)
Zunächst sei festgestellt, daß Jesus mit dieser Bitte ein ganz spezielles “Reich Gottes” meint, nämlich das REICH DES VATERS! — Man übersehe nicht die Tatsache, daß Jesus in diesem Gebet den Vater anspricht: “Unser Vater in den Himmeln.” Im Blick auf den Vater, den Urgrund und das Vollmaß aller Dinge, betet Jesus: “Dein Reich komme.”
Bei der Einsetzung des Abendmahles sagt Jesus: “… bis an den Tag, da ich´s neu trinken werde mit euch in MEINES VATERS REICH” (Matth. 26, 29). Auch da spricht er mit allem Nachdruck vom Reich des Vaters.
Die Apostel haben das erkannt und reden darum in voller Klarheit vom “Reich des Vaters”. Paulus hat bei seiner endgeschichtlichen Schau folgendes zu sagen: “Danach das Ende, wenn ER das Reich Gott und dem Vater überantworten wird” (1. Kor. 15, 24). Unverkennbar zeigt Paulus an, daß zu einem gewissen Zeitpunkt der Sohn sein Reich dem Vater überantworten wird. In einigen weiteren Versen zeigt Paulus einen weiteren Vorgang an: “Wenn aber alles ihm untertan sein wird, alsdann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles untergetan hat, auf daß Gott sei alles in allen” (V. 28). — Das letzte Reich ist das Reich des Vaters.
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Autor: Malessa, Friedrich | Kategorie(n): Endzeit, Israel, Kirchentum | 1,133 x gelesen