Ägypten im Heilsplan Gottes
Unter allen Ländern, die neben dem “Heiligen Land” in der Schrift genannt werden, nimmt Ägypten einen ganz besonderen Platz ein; der Name dieses Landes am Nil und des in ihm wohnenden Volkes kommt mehr als siebenhundertmal darin vor. Schon allein diese Tatsache macht es deutlich, daß dieses Land im Ratschluß Gottes, gerade in Verbindung mit Gottes auserwähltem Volk Israel, eine sehr wichtige Rolle spielt.
Die Geschichte Ägyptens reicht in eine nebelhafte Vergangenheit zurück, in das dritte Jahrtausend vor Christus. Zur Zeit Abrahams, um 2000-1800 v. Chr., war bereits die 12. Dynastie auf dem Herrscherthron des Mittleren Reiches. Zu dieser Zeit standen schon die Pyramiden, jene riesigen Bauwerke der bekannten Pharaonen Snofru, Cheops und Chefren, die heute noch allen Reisenden, die sie aufsuchen, Staunen und Bewunderung abnötigen. Man vermutet, daß die gewaltigen Steinblöcke, im Gewicht von oft mehreren Tonnen, auf einer aufgeschütteten schiefen Ebene immer höher gehoben und schließlich in der Pyramide zusammengebaut wurden. Aber das “Wie?” der genauen Zusammenpassung in einer fast fugenlosen Millimeter-Maßarbeit ist den Architekten und Baufachleuten unserer Zeit immer noch ein Rätsel.
Von der Cheopspyramide in Gizeh (der “großen” Pyramide) in der Nähe der früheren Sonnenstadt Heliopolis sagt Herodot, der Vater der Geschichtsschreibung, daß 100.000 Männer, die alle drei Monate abgelöst wurden, über 30 Jahre, einschließlich 10 Jahre vorbereitender Steinbrucharbeiten, daran beschäftigt waren. Sie bestand aus 203 übereinander lagernden Mauerwerkschichten, war 152 m hoch und hatte an der quadratischen Basis eine Seitenlänge von 230,28 m. Sie bedeckte eine Fläche von 5,30 ha, und jede ihrer Seitenflächen maß 2,22 ha, alle vier zusammen 8,9 ha. Ursprünglich war sie mit fein polierten Kalksteinblöcken bedeckt, die im grellen Sonnenlicht Ägyptens wie mächtige Spiegel wirkten, deren starke Lichtausstrahlung weit im Lande gesehen werden konnte. Die alten Ägypter nannten sie darum Ta Khuti = das Licht, oder auch Ikhet = das herrliche Licht; und der Geograph Strabo sagte von ihr: “Sie gleicht einem vom Himmel herabgelassenen Bauwerk, unberührt von Menschenhand.”
Ehe der Name des Landes in der Bibel erwähnt wird, erscheint der Name des Stammvaters seiner Bewohner, und zwar 1. Mo. 10, 6, wo wir lesen: “Die Söhne Hams (des Sohnes Noahs): Kusch und Mizraim und Put und Kanaan.” Die Fußnote der “Elberfelder Bibel” deutet die Namen Kusch und Mizraim und Put folgendermaßen: Äthiopien, Ägypten und Mauretanien (im Altertum eine römische Provinz, das heutige Marokko). Der alte biblische Name Ägyptens wurde mir 1956 während des Sinaifeldzuges wieder ins Gedächtnis gerufen. Als ich eines Abends die Einstellknöpfe an meinem Radio drehte, hörte ich mit einem Mal einen Kriegsbericht in jiddischer Sprache über den Vormarsch der Israelis gegen “Mizraim”, worüber ich damals recht überrascht und erstaunt war.
Autor: Wollenberg, Ewald | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Heilsgeschichte | 910 x gelesen


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