Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Die Inspiration der Heiligen Schrift

Die Inspiration der Bibel ist ein Geheimnis, das der menschliche Verstand im irdischen Leben wohl nie restlos ergründen kann. Man hat wohl Theorien darüber aufgestellt, die aber keine allgemeine Anerkennung und Zustimmung gefunden haben. So hat man in der nachreformatorischen Zeit die Inspiration in pietistischen Kreisen so mechanisch aufgefaßt, daß man annahm, der Heilige Geist habe den Verstand des heiligen Schreibers vollständig ausgeschaltet und den Schreiber als tote Schreibmaschine benutzt. Ist man damals zu weit gegangen, obwohl das jedenfalls gut gemeint war, denn es zeigt uns die heilige Ehrfurcht vor der Bibel, so scheint es aber, daß man heute im entgegengesetzten Extrem sich gefällt, indem man die Inspiration vielfach sehr geringschätzend beurteilt. Zwar ist offenbar der Tiefstand dieser theologischen Beurteilung überwunden, die die Inspiration der Bibel auf die gleiche Stufe stellte, wie die Anregung, die jeder bessere Romanschriftsteller als Inspiration empfindet. Aber die Gegnerschaft ist auch heute vorhanden, und die dämonische Inspiration hat viele Kreise des Volkes gegen die göttliche Eingebung der Bibel erfüllt. Das ist aber noch nicht das Gefährliche. Viel ernster ist es zu nehmen, wenn in gläubigen Kreisen die geringschätzige Beurteilung liberaler Theologen der Bibel gegenüber Eingang findet. In einfachen Arbeiterkreisen herrscht vielfach die Ansicht, daß ja die Theologen selbst die Autorität der Bibel vernichtet hätten. Wir wissen ja nur zu gut, was für Zerstörungen die Bibelkritik vergangener Tage angerichtet hatte. Die leeren Kirchen der letzten Jahrzehnte, der Hohn und Spott seitens der breiten Masse, die Gewissenlosigkeit und Gesetzlosigkeit sind das erschreckende Ergebnis gewesen. “Man richtet sich darauf ein, mit dem von der Wissenschaft übrig gelassenen Rest von Bibel und Bibelwahrheiten zu erbauen: man lehrt eine Bibel ohne das Alte Testament, ein Neues Testament ohne den Gottmenschen Jesus Christus, eine Auferstehung des Herrn ohne Belebung des Leibes, einen Christus ohne die Wiederkunft, einen Glauben ohne die Hoffnung, ein Gebet ohne den Glauben an seine Erhörung, eine innere Erfahrung ohne die Wahrheit der geschichtlichen Tatsachen, von denen dieselbe ausgeht: so soll das moderne Christentum aussehen, um es der Wissenschaft und ihren fortschreitenden Ergebnissen anzupassen” (M. v. Nathusius). Es ist darum nur zu verständlich, wenn ernste gläubige Kreise einer scharfen Ablehnung der gesamten Wissenschaft das Wort reden und an der Bibel, wie sie nun einmal ist, als Gottes Wort festhalten.

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Autor: Schaedel, Heinrich, Dr. | Kategorie(n): Lehre, Wort Gottes (Bibel)  |  1,121 x gelesen

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Ist das Alte Testament Gottes Wort?

“Suchet in der Schrift, denn ihr meinet, ihr habet das ewige Leben darin; und sie ist’s, die von mir zeuget.” (Joh. 5, 39)

Seit dem zweiten Jahrhundert haben zu allen Zeiten einzelne Menschen und ganze Gruppen gegen das Alte Testament geeifert. Man betrachtet dasselbe als ein Judenbuch mit allerlei Anstoß erregenden Dingen, die ein wohlgesitteter Mensch ablehnen müsse. Wer aber sich die Mühe nimmt und außerbiblische Schriften des Judentums auch nur oberflächlich vergleicht mit dem Alten Testament, der wird den großen Unterschied bald erkennen. Daß hier auch die Sünden und Fehler der Menschen aufgezeigt werden, das spricht nicht gegen, sondern für das Alte Testament. So gern weist man hin auf die Verirrungen so mancher immerhin bedeutender Persönlichkeiten, aber ebenso gern verschweigt man deren Umkehr und Begegnung mit Gott, z. B. Jakob und David. Man erwähnt aber nicht, daß die Bibel selbst stets die Sünden verurteilt und straft. Wenn in der Bibel nur tadellose Menschen gezeigt würden, dann würde man mit Recht Verdacht schöpfen. Welchen Segen haben doch die Bußpsalmen Davids seither ebensolchen irrenden und sündigen Menschen gebracht! Hätte das Alte Testament nur tadellose Menschen geschildert, dann würde in der Geschichte des Glaubenslebens etwas fehlen, nämlich manche Psalmen und andere Erfahrungen, an denen sich immer wieder bußfertige Menschen aufgerichtet haben. — Ausschlaggebend aber ist für unsere Stellung zum Alten Testament das oben angeführte Wort Jesu (Joh. 5, 39). Das Alte Testament war die Heilige Schrift, die Bibel Jesu. Hier wird Christus bezeugt. Das ist das Wichtigste, nicht die vielen Geschichten fehlerhafter und irrender Menschen. Christus wird im Wort gefunden und zwar auch in Berichten und Erzählungen, wo man es zunächst nicht sieht und nicht erwartet. Ein geöffnetes Herz und ein erleuchtetes Auge aber können Ihn sehen und erkennen.

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Autor: Schaedel, Heinrich, Dr. | Kategorie(n): Lehre, Wort Gottes (Bibel)  |  1,594 x gelesen

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