Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Das biblische Zeugnis von der Seele

(Wortdienst während der 22. Brüderkonferenz auf der Langensteinbacherhöhe vom 27.9. - 5.10.1980)

Das Wort Seele soll etymologisch, also wortwissenschaftlich, von dem Wort die See, also das Meer, stammen. Dort vermutete man wohl in ganz früher Zeit den Aufenthaltsort der Seelen vor der Geburt. Blicken wir in ältere und auch neuere Lehrbücher der Psychologie oder Philosophie, so finden wir, daß es Aristoteles und später Thomas von Aquin waren, die als Grundlage der Philosophie späterer Jahrhunderte die Ganzheit des Menschen in der Zweiheit von Seele und Leib lehrten. Vom Geist als eigenem Teil des Menschen ist in ihrer philosophischen Vorstellung keine Rede. Die Seele bestimmt nach ihrer Auffassung weitgehend Gestalt und Form des Leibes, und der Leib wirkt wiederum reflexiv auf die Seele. Zwischen diesen beiden Teilen sei also eine ständige Wechselwirkung zu konstatieren. Diese Auffassung ging in die Scholastik des Mittelalters ein und ist als sogenannte aristotelisch-scholastische Stoff-Form­Metaphysik noch heute die Grundlage der katholischen Glaubenslehre. In ihr wird die Unterscheidung zwischen der Seele und dem Geist als einem eigenen Teil des Menschen sogar zur Häresie, d. h. zur Irrlehre erklärt. Die katholische Religionsphilosophie spricht daher, einen Mischbegriff benutzend, von der Geist-Seele.

Im 17. Jahrhundert bahnte sich durch Descarte seine andere Auffassung an. Neben der materiellen Welt und damit auch dem menschlichen Leibe wird nur noch die Cogitatio, also die Denkkraft der Seele, als existent anerkannt. Beide, Leib und Seele, existieren sozusagen unabhängig nebeneinander, so daß man von einem dualistischen Parallelismus spricht. Dieser Lehre hingen auch Spinoza und Leibniz an. Eine dritte Auffassung schließlich wurde von Schopenhauer, Nietzsche und Scheller vertreten. In ihr werden Leib und Seele lediglich als verschiedene Erscheinungsweisen desselben Geschehens und derselben Wirklichkeit betrachtet. Die moderne Psychosomatik, d. h. die Lehre von einer engen Seele-Leib­Verbindung, erklärt bekanntlich viele Krankheiten des Leibes durch seelische Kausalitäten und nimmt bei allen drei genannten Grundauffassungen Anleihen auf. Wir wollen den recht komplizierten Denkwegen dieses und jenes Philosophen oder modernen Naturwissenschaftlers nicht weiter folgen; des vielen Bücherschreibens darüber ist kein Ende. Immer aber sind die Vorstellungen säkularer Denker über Leib und Seele, über Physik und Metaphysik, über Materielles und Immaterielles, über Psyche und Physis getragen von der grundsätzlichen Annahme eines klassischen Dualismus, also der Existenz von nur zwei Teilen des Menschen. Inwieweit die frühe, mittelalterliche und moderne Wissenschaft in dieser Vorstellung Recht hatte, werden wir im folgenden zu prüfen haben.

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Autor: Maier-Gerber, Hartmut, Dr. | Kategorie(n): Lehre  |  1,883 x gelesen

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Glaubensgrundsätze der Langensteinbacherhöhe

Glaubensgrundsätze in der Verkündigung der Bibelkonferenzstätte Langensteinbacherhöhe

Präambel:

Seit 1959 hat Gott den Gründern der Langensteinbacherhöhe als freie, unabhängige Bibelkonferenzstätte einen besonderen Auftrag zum Dienst an der Leibesgemeinde Jesu Christi anvertraut. Sie entwickelt sich ja weitgehend verborgen in allen Kirchen und Gemeinschaften und reift fast unmerklich heran. Dieser Leibwerdung im Sinne einer Gelenkfunktion zu dienen, ist Inhalt dieses Auftrages der Langensteinbacherhöhe, der Schwerpunkte hat, nämlich

  1. heilsgeschichtliches Verständnis zu wecken und zu vertiefen
  2. die prophetische Schau zu üben
  3. die Liebe zu allen Heiligen zu praktizieren
  4. paulinisch-evangelistisch zu rufen und seelsorgerlich weiterzuführen

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Autor: Maier-Gerber, Hartmut, Dr. | Kategorie(n): Gemeinde, Lehre  |  983 x gelesen

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Das Gesetz ist abgetan – sind wir nun gesetzlos?

In dieser Formulierung ist eine wichtige, grundlegende Feststellung getroffen, nämlich, dass das Gesetz abgetan ist, und danach wird eine ebenso berechtigte Frage gestellt: »Sind wir jetzt also ohne Gesetz, das heißt gesetzlos?«

Wir spüren förmlich, dass wir mit dieser Frage gefährlichen Boden betreten, dass sie gründlich anhand der Schrift zu prüfen ist, damit wir nicht einem Irrtum verfallen, einer Verführung des Teufels. Einerseits ist in Röm 5, 21 von der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes die Rede, in Gal. 5, 13, dass wir zur Freiheit berufen sind, und schließlich in 2. Kor 3, 17, dass da, wo der Geist des Herrn ist, immer Freiheit ist; andererseits lesen wir aber in 1. Petr. 2, 16, dass wir uns hüten sollen, die Freiheit als einen Deckmantel der Bosheit zu gebrauchen. Was bedeutet mir »Bosheit« noch, wenn ich frei bin von jedem Gesetz, frei von Gut und Böse?

So öffnet sich in unserem Thema ein weiter Spannungsbogen, und immer wieder mangelt es Gotteskindern am rechten Durchblick gerade auf paulinischem Boden, wo das Gesetz wie der Sauerteig ausgeräumt werden soll, damit es nicht neuerdings alles durchsäuere, und ich dennoch nach Gal. 5, 17 nicht tun und lassen darf, was ich will. Gesetzlosigkeit ist also sicher nicht unser Teil. Schreibt doch Paulus in Tit. 2, 14, dass Christus uns losgekauft hat von aller Gesetzlosigkeit, und stellt die Frage in 2. Kor. 6, 14: Welche Genossenschaft hat also Gerechtigkeit mit Gesetzlosigkeit, welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis? Johannes trifft in seinem ersten Brief im dritten Kapitel (V. 4) die grundsätzliche Feststellung: Jeder, der die Sünde tut, tut auch die Gesetzlosigkeit, die Sünde ist die Gesetzlosigkeit. Darum nennt Paulus in 2. Thess. 2, 3 den Antichristen, der geoffenbart werden wird, den Menschen der Gesetzlosigkeit und stellt wenig später fest, dass es sogar ein Geheimnis der Gesetzlosigkeit gibt, das jetzt schon wirksam ist. Sicherlich ist es auch unter uns wirksam, und wer von uns allen würde nicht spüren, wie die Gesetzlosigkeit in der Welt durch Kriminalität und Terrorismus, Kriege und Gewaltherrschaft überhand nimmt?

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Autor: Maier-Gerber, Hartmut, Dr. | Kategorie(n): Gemeinde, Lehre  |  548 x gelesen

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Allvollendung durch Allerneuerung

(Zusammenfassung eines Seminars auf der Langensteinbacherhöhe über die letzten Ziele der Heilsgeschichte Gottes)

1.) Warum werden unsere Gäste in einzelnen Gemeinden immer wieder gewarnt vor dem Besuch von Konferenzen auf der Langensteinbacherhöhe?

Ist es Angst vor angeblicher Irrlehre? Ist es Furcht vor dem anstößigen Wort “Allversöhnung”, statt dessen viel besser von Allvollendung durch Allerneuerung gesprochen werden sollte? Ist es Unkenntnis über die wirklichen Inhalte der Aussagen betreffend den uneingeschränkten Endsieg Christi Jesu?

2.) Worum geht es in Wirklichkeit?

Es geht um die Frage, die ein ganzes Gottesbild entscheidet: Kann Gott wirklich alle Menschen erlösen, wie Er es geschworen hat, oder erwartet die meisten Menschen und einen Großteil der Himmelsbewohner nie endende Qual? Ist Gott in Wirklichkeit auf der Verliererstraße und muss die meisten Seiner Liebesziele abschreiben, weil der Ausruf “Es ist vollbracht” Seines einziggezeugten Sohnes, Jesus Christus, am Kreuz leider Illusion war?

3.) Was sagt die Bibel zu dieser brennenden Frage?

Nur wenige von vielen Bibelstellen:

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Autor: Maier-Gerber, Hartmut, Dr. | Kategorie(n): Allversöhnung  |  685 x gelesen

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